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Full text of "Archiv für buchgewerbe"

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Archiv für Buchgewerbe 





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38. BHOD ße?C 1 



veRbfls Des Deucsisen 
BU(BG€weRB€PeReins 
zu beipzie 



Deutscher Budigefoerbeoerein m heipzig« 

Zum Befodie der Ii dem deutfdien Bodtgenerbetemfe zu halfa^ Mzffro^e 1« 
Bj^ nahe dem (Seridifs- C^i%in#f jfr« /mn 

maschinsn-Bussfellung 

laden wir alte teUeute^ fonrte Bfnieinner wm HlalGldneH injitoM elft 
HusgelfeHl flnd ScbneUpicEfen f&r Budi% Slefn« md UdtMAfc IMi> od 
Menbefiniafdlneii^ PopterfcftnddemafdilReiifCaifonnqflennialddki^ 
mofdrinen, $fefnidilelfniasdifnen, fdnlfeiaHianite n.f.n« pon den SbmeR 

flktlengeteUfdio& ffir btaiiterapparate^ Pol Giog^ belpzla 

Sebrfider Brehmer, bcipzlg 

Fifdier & Krecfce, 6. m. b. Berlin 

ßugo Kodi, niafdiinentabrlk, beipzlg-eonneiol^ 

Karl Krauie, IHaidiinenfobrik^ fcelpzig 

[Leipziger SdinenpreHenfabrik uorm. Sdmiiers, Werner 
& Stein, beipzig 

IRafdiinenfabrik Kempei9erk, 6, m. b. ß., Bfirnbers 

Preuge & Zomj^ IRaldibieiitobrlb, belpzig 

V. 6. Sdietter & Gfefecke, niafdilnenfabril^ Leipzig 

Sdinellprenenfabrik Frankenthal, flibert & Zo., EL'd., 

Frankenfhal . 

Schnellpreifenfabrlk Worms» ehrenhord A Stanm, fi.-6«, 
Worms 

Vereinigte ITIaichinenfabriken Hugsburg und Illalctiinen- 
bGugeleillchaft Rürnberg ä.'ß., Rurnberg. 

99d«gcwan[d!teRaskimftirtrdkfllliidr«lertellf4iiiAdfeMtf^^ 

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f HR BUCiS6eweRB£ 

BeeRflnoec von fliiexanoeR whüdow . BeRflussesEBen pom 



38. BHnD 



1901 



SASCHA SCHNEIDERS WANDBILDER 

fan Deutwhen Budigewerbdntne zu Leipzig. 



^OVF 
f 



*M Dr. £. 



N' 



ACH den Plänen von Emit Hagberg wurde 
io den Jahren 1888—1900 das neue Heim 
des Deutschen Buehgewerbevereliis zu 
Leipzig in deutscher Renaissance, dem Stil des 
wahlverwandten Buchhändlerhauses, errichtet 
ilt dn kraftvoller Mlndpunkf des kfliwdertecbea 
und technischen Fortschrittes im gesamten Buch- 
gewerbe. Außer zahlreichen Geschäftszimmern 
lllr badigewcrbllclie Verdnlgungen eodillt der 
Monumentalbau das Deutsche Budigewerbe- 
mmeum, die ständige Ausstellung iffld die Ma- 
sehlnenhille. Rein Ideelen Zwecken als Fest- und 
Ehrensaa! aber ist die Gutenberghalle geweiht, 
welche ihre innere Ausgestaltung dem Leipziger 
BniRo EMo verdenkt An der dem Etngei^ 
gegenüberliegenden Schmalseite hat in dcnWand- 
nischen das dreiteilige Ehrendenkmal der größten 
Erfinder auf dem Gebiete der graphisehenKflnsie 
Platz gefunden. Gutenberg in ganzer Figur von 
Adolf Lehnert nimmt die Mitte ein; zu beiden 
Seilen stehen die Hermen des Erfinders der LMio- 
graphic und der Schnellpresse, beide von Carl 
Seffner, während die Seitenwände die beiden 
Marmorbflsten des deutschen Kaisers WUluim II. 
und des Königs von Sachsen Albert zieren. Die 
Aber diesen Werken der Plastik behndlichen 
Wandflichen standen Sa$tha SekneUermr Ent- 



faltung seines Talentes, seiner Phantasie zur Ver- 
fügung. 

Als Thema fUr das Hsuptblld wihlte sich der 

Künstler , Baldurs Sieg über die Mächte der 
Finsternis", denn, so war der Gedankengang des 
KOnsders; .so wie der llutemde Frfihling uns 
von dem Winter und seinen Gewalten befreit, so 
stürmt die Erfindung der Buchdruckerkunst, ähn- 
lich leuchtend, erwedtend und befreiend In die 
Finsternis des Mittelalters hinein". Indem Sascha 
Schneider auf die nordische Heldensage zurück- 
griir und In der Erfindung der Buchdmckerkanst, 
dem Frühling, der damit für die geistige Ent- 
wickelung der Völker anbrach und dem Erscheinen 
BsIdurs sls Gott, der auf den lichriosen Winter 
folgt und neues Leben in der Natur erzeugt, einen 
Vet^leich fand, den er, malerisch in seiner ihm 
eigentOmllchen Weise verkörperte, konnte er sich 
freier und künstlerischer bewegen, als in einer her- 
kömmlichen Allegorie. Es sei gestattet, mit den 
Bildern uns etwss eingehender zu befessen, um sie 
dem allgemeinen Verstiindnis näher zu bringen. 

Über der mittelsten Wandnische, welche das 
Gutenbergdenkmal birgt, erhebt sich ein tfaron- 
artiger Aufbau, auf welchem in gebückter Haltung 
eine Greisin von erdgrauer Hautfarbe siut, den 
Unterkörper in ein grünes Gewand gehüllt; Erda, 



I 



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mm>*L'ttL<9tmtmm,'9f.mmL ARC 



in violettem Talar mit reicher goidn 
Stickerei, um die hemmende Ma 
kirchlicher Vorurteile anzudeui 
Endlich allen voranschreitend 
bärtiger Hüne, in welchem das Slav 
tum mit seiner rohen Unkultur i 
seinem brutalen Absolutismus v 
körpert erscheint. 

Auf der rechten Seite der um 
Szene herrscht Ruhe und Schw ei 
Nicht feindliche Mächte sind es, 
man hier erblickt, sondern überk' 
eingeschlafene: die mittclalicrii 
Weltanschauung, die vor dem iic 
Geistesleben in das Nichts vcr^ 
Aus dumpfem Banne sich her 
sehnende Gestalten drängen sich 
Hintergrunde, undeutlich zumeist 
verschwommen. Nur ein prachi 
jugendliches Paar hebt sich gesun 
von ihnen hervor. Ganz rechts bl 
aus dem Hintergrunde ein gewalt 
gehörntes Ungeheuer heraus, eine 
deutung mittelalterlichen Teu 
wahns. Die meisterhaft komponi 
Gruppe im Vordergrund besteht 
drei Figuren, die in stumpfem, t 
nahmslosem Dahinbrüten vereint si 
Ein schlafend ausgestrecktes Weib, 
Rosen im Haar, ist die Minne, 
dem Rittertum, das der zu Boden 
sunkene halb entwappnete Ritter 
deutet, ist auch sie entschwund 
Hinter beiden hockt ein weißbärti 
Greis über kostbaren aber nutzlos 
Schätzen. 

Dem Ideenkreis des Hauptbild 
trelflich angefügt sind die vier Bilder 
den Wandpfeilern. Die verschieden 
Richtungen menschlicher Geiste 
thätigkeit sind hier durch das gute u 
böse Prinzip im Wissen (Wotan un 
Loki), durch Wahrheit und Poesie ve 
sinnbildlicht. 

Wotan, ein ehrfurchtgebietende 
Greis mit mächtigen Gliedern, auf de 
Schultern zwei Raben tragend, steht 
ernst vor einem Obelisken von rotem 
Marmor, in welchen er Runen rit/t. 
Der Sockel des Obelisken ist mit einem 
Bronzerelief nackter Frauengestalten 
geschmückt. Ihm gegenüber schwebt 



ARCHIV FOR RUCHGnWl:-,,BE 




Saulu SchntUrr. 



iof' ^'"^'^.^ f'^^'-ige Lohe, rothaarig, 
rei, Lächeln und ver 

\ un?T Bild der 

"PUgheit, die das Böse will. Er Is, 

m,^V "»"ert hinter 
Her """^ koloristisches 

^'«■^Jlichcn Schatten, 
einl P^"'"«^"'s<^her Krone, eine 

^.^ cnd, von einem violetten Gewand 
wenig verhüllt. Ruhig und ge- 
auf T"? • ^" '■^'^'^ ß«ehcn, steht 
Mer " • n'"ü «««^^^urent- 

che, r '^""Stiers frühere Vor- 

l-rcir '''''>''-'s<;''e Motive, doch ist 
Hin ' wundervoll gestimmt, 

nfu ^'^"»^'^«"'el des Wotan 
^.^ nicht ganz so gut einfügen will. 

'^«•u irrH"'';. ^'^ Kinzelfigur 
^^^^le.chfd.eKronedes ganzen Werkes, 
^kKl,.».. f^'augrünen 
Kurl h " umwobene 

schcl traumverloren durch den tief, 
aus " ^'""t? schwebt. 
S-dc d's s K ''''^'^'^ 
das r ■ K l'""'' "^'^ '-'■"'"^ gi-eift 

h4 d ss ; ^^? ""'-^"'^''--"'<^ht 
•'''OherbS" «<^huf. 

^--ur komm, ; 

"Jemand. sollie ...» u ^'^d 

stoßen ich h" '"^'"'*-''''^-''^" 
•■•'-^•hen kön "en , «^n«- 

"nd P^rm tr :" "''"•^ «" 

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.■^^«'^»^n. Unter 7'! ''. ^"■''^'«'■""5 

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Künstler ;:tn -|;;.. «"ne dass 
den landläufigen Re- 




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<9L<tt.'mmm9tmmmmt/WL Archiv für BUCHGEWERBE ararararararararararar 




quisiten einer gewissen Sorte von 
»Historien-Malerei", wieSchriftrollen, 
Druckerprcssen,Bücherballen, histori- 
schen Portrütfiguren u.s.w. hätte greifen 
müssen. Dass die kräftigen Seiten- 
hiebe, die manche Zustände der Gegen- 
wart dabei mit abbekommen, nur dem 
Eingeweihten ganz verständlich sind, 
will hiergegen wahrlich wenig besagen. 
Vor allem aber ist es die formale und 
farbige Lösung der Aufgabe, die wir 
berücksichtigen müssen, wenn wir dem 
Kunstwerke gerecht werden wollen. 
Sascha Schneider gehört zu den ge- 
bornen Monumentalmalern, zu denen, 
die vor einer großen Wand nicht er- 
schrecken. Er ist der geborene Raum- 
künstlcr, der aufs Ganze geht und sich 
nicht in Einzelheiten verzettelt. Er 
wusstc, dass es in erster Linie darauf 
ankam, die Wand zu schmücken, und 
es ist tiefgegründetes Stilgefühl, wenn 
er auf sogenannte .malerische" Effekte 
verzichtete und seine Gestalten, oft in 
verblüffender Einfachheit der ange- 
wandten Mittel, in kühner, großartiger 
Weise dekorativ behandelte. Dekora- 
tiv ist auch die Farbengebung: ohne den 
Glanz und die Durchsichtigkeit der 
Ölfarbe zwar und ganz an das Fresko ge- 
mahnend, aber rein und ungebrochen, 
kräftige Kontraste und breite Flächen 
nicht scheuend. Zweifellos wurde 
hier ein vollgiltiges Werk jener monu- 
mentalen Raumkunst, nach der wir so 
dringend verlangen, geschaffen. Der 
Eindruck ist ein zwingender und un- 
mittelbarer. Die große Gcistesthat 
Gutenbergs, die lichtbringende Kraft 
seiner Erfindung ist es, die in diesem 
weihevollen Räume durch die Kunst 
verherrlicht wird. 

Möge nunmehr Jedermann sich 
durch einen fleißigen Besuch der 
Gutenberghalle, des schönsten Juwels 
des Deutschen Buchgewerbehauses, 
davon überzeugen,dasstroizdergroOen 
Kunst-Ausstellungen, der „Monstre- 
konzene in Form und Farbe", auch ein 
einzelnes, in sich geschlossenes großes 
Kunstwerk einen nachhaltigen ernsten, 
hohen Genuss zu bieten vermag. 



Sudu SchmtUtr. 
aOle PiKik.* IVutKhe« Buck|nTrbcktui n Lrlptlg. 



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««.'«'«.'«.'«.'«.'«.'xwafc ARCHIV FÜR BUCHGEWERBF. ararjrjrjrarjrjrararar 



&ucA« SchmriJr'! Baidur» Sirx ül<tr ilic FinMrttiU. Vindtrmililt im Uculaclwi BMchfnterbcluuse lu Lcipitf. 



Das Galvano im Buchdruck. 



V. Der galvanische Niederschlag. (Vcrgl. Archiv lUOO. Hcfl 5.) 



ES ist nicht die Absicht der folgenden Zeilen, 
eine erschöpfende Abhandlung über das 
weite Gebiet zu geben, welches die Über- 
schrift dieses Artikels umgrenzt. Es soll vielmehr 
nur das hervorgehoben werden, was für die Ruch- 
druck-Klischee-Herstellung von Interesse ist. Aus 
diesem Grunde muss auch auf eine Beschreibung 
des galvanischen Niederschlages mittels Zellen 
und Trommelapparates oder mit Sm«'«'-Batterien 
verzichtet werden, da in galvanoplastischen 
Anstalten, welche Buchdruckgalvanos herstellen, 
diese Methoden nicht tnehr gebräuchlich sind. 
Man findet sie nur in Schriftgießereien, denen 
sie zur Herstellung der Gussmatrizen unentbehr- 
lich sind, in Kupferdruckereien und in anderen 
Industriezweigen, welche das gefällte Kupfer in 
aullerordcntlicher Zähigkeit, Dichtigkeit und 
Feinheit bedürfen, ohne für äußerste Schnellig- 
keit besorgt sein zu müssen. 

Die jetzt übliche Einrichtung zur Herstellung 
eines galvanischen Niederschlages lässt sich in 
drei Teile einteilen: 1) das Bad, 2) die Strom- 



quelle (Dynamomaschine), 3) die Leitung mit 
den Reguliervorrichtungen. 

Zur .Ansctzung des Bades bedient man sich bei 
gröücrcn Betrieben einer aus starkem Holz ge- 
fertigten >X'anne, deren Dimensionen der Gröfk 
der in der Regel niederzuschlagenden Flächen 
entsprechend gewählt ist. DieWanne wird innen 
mit nach der AuUenseite übergreifendem starken 
Weichblei ausgekleidet, wobei alle Nähte gut dicht 
verlötet sein müssen, um ein Durchsickern der 
Flüssigkeit und damit ein Faulen des Holzes zu 
verhindern. Diese Bleiwand ist alsdann mit einer 
Mischung von Benzollack und Asphalt drei- bis 
viermal anzustreichen, um ein Überspringen des 
galvanischen Stromes von den Leitungen auf die 
Badwände, was natürlich einen Stromverlust be- 
deutet, zu verhindern. Zum Schutze des Bodens 
der Wanne vor etwa herabfallenden Anoden oder 
.Matern, welche leicht den Bleimantel durch- 
schlagen, ist ein leichter Gitterboden aus säure- 
freiem Holz einzusetzen. 

Das Bad hat seinen Platz möglichst nicht weiter 



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mt'M.-m.'tL'm.mmi/immm ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jrw<3racMrar3r3»MMrM« 



als 1 bis 2 m von der stromerzeugenden Dynnmo 
entfernt und ist durch Unterlagen von siarkem 
Glas oder Ponellen von «einem Stendone zu 
isolieren. 

Im Innern der Wanne wird nun, am besten 
awiseben dem eigentlichen inld den Hokgiiter» 
boden eine Heizschlange, und wenn mit hoher 
Spannung gearbeitet wird, auch eine Kühlvor- 
richtung zuweilen beides kombiniert mon- 
tiert. Die Heizschlange, welche das Bad im 
Winter auf einen Wärmegrad von circa 35 40" 
bringt — WM im Sommer bei günstigem Stand- 
punkte von selbst während der Arbeit eintritt, 
iDttSS auch naclits funktionieren, da zumal an 
kalten Tagen die Abkühlung nach Abstellung des 
Stromes eine so rapide und starke ist, das« bei 
einer gesättigten LOsung ein starkes Auskrysialll- 
sieren des Kupfervitriols auf die Anoden und die 
Wände des Bades stattfindet. Vor dem Weiter- 
arbeiten mfissen dann die Krystalle von den 
Anoden erst durch Abspülen mit heißem Wasser 
entfernt werden, was Zeitverlust bedeutet. Es ist 
Sorge zu tragen, dass auch ein Erhitzen des Bades 
über 45° vermieden wird, da dadurch der Lack- 
anstrich erweicht und die Matrizen »ich durch 
den zu großen Temperaturunterschied werfen. 

Zur Einrichtung des Bades gehört außerdem 
der Rührapparat. Er dient dazu, allePanien der 
Lösung möglichst energisch zu vermischen, da 
die schweren Teile der Flüssigkeit an den Boden 
sinken und SO einen ungleichmäßigen Nieder- 
schlag, zumal bei grfiOeren Objekten, welche bis 
nahe an den Boden reichen, verursachen. Auch 
sollen durch das Umrdhren diezwischen Ware und 
Anode entstehenden kupferarmen Schichten Sfler 
durch richtig zusammengesetzte Lösung ersetzt 
werden. Die Riihrvorrichtung darf ihre Wirkung 
fedoch nur Ms 30em vom Boden der Wanne ent- 
fernt ausüben, dam itnichtder sich von den Anoden 
nbeeuende Schlamm mit im Bade herumgcwirbelt 
wild. Dieser Schlamm welcher bei gegossenen 
Anoden reichlicher entsteht, zeit;t sich auch bei 
Benutzung von chemisch reinen, d. h. elektro- 
lytlseh niedergeschlagenen Anoden, und zwar 
rührt er bei ersteren teils von Unreiniiclikcitcn, 
bei beiden aber auch daher, dass beim Abstellen 
der stromerzeugenden Maschine sich bereits zahl- 
reiche KupFerteilchen von den Anoden abgelöst 
haben und ungebunden im Bade umherschwim- 
men, aber niebt mehr im stromlosen Bade auf die 
Ware gefillt werden kdnoeo, sondern zu Boden 



sinken. Die Bewegung des Rades kann durch sich 
an den inneren Seiten desselben drehende Holz- 
ßügci, oder ein aufteriMlb des Bades montier- 
tes Luftgebläse ausgeführt werden. Von letzte- 
rem aus werden mit Lüchcrn versehene iJlcirohre 
in das Bad geleitet, durch welclie die stark ge- 
presstcLufthcraustritt. .■^uch Sattgpumpen,\ve1che 
die Lösung von der Oberfläche des Bades ein- 
sangen und am Grunde desselben wieder hinein- 
pumpen, oder schmale rotierende .Anoden werden 
zum L'mrühren des Rades htnutzt. Endlich 
wird auch eine terrassenförmige Anordnung der 
Bäder eingerichtet, bei welcher der Badinhalt 
nach und nach vom obersten bis in das unterste 
Bassin fließt «od von dort wieder hlnan^^pumpt 
wird. 

Theoretisch ist das Gebläse, welches die Ver- 
mischung durch in das Bad geblasene Luft her- 
vorbringt, das Vollkommenste, da alle im Bade 
selbst montierten Vorrichtungen, Pumpen u.s.w. 
auch bei geeignetster Konstruktion bald durch die 
Säure leiden und viel Raum einnehmen. Aus 
praktischen und zumal aus Billigkeitsgründen 
sind jedoch öfters auch eine oder die andere der 
beschriebenen Arten im Gebrauch. 

Alle die bis jetzt beschriebenen zum Bade ge- 
hörenden Einrichtungen, Heizschlange, Kühl- 
vorriehtung und alle sonstigen darin liegenden 
RShren mOssen sorgfältig durch mit Gummi- 
zwischenlagen zusammengeschraubte Flansche, 
kurz nach ilirem Austritt aus dem Bade sowie 
durch Anstreichen mit Isoliermasse Im Bilde sorg- 
fältig isoliert werden, welche Arbeitgroßen Strom- 
verlusten vorbeugt. Die in den Röhren stehende 
Wasserslule, welche nicht isoliert werden kann, 
leitet nur wenig. 

Nachdem in dieser Weise die innereEiorichtung 
des Bades vollendet ist, schreitet man zum An- 
setzen der Füllung. Hie Wanne wird zweidrittel 
miireinem Wasser gefüllt, und daschemisch reine 
Kupfervitriol In Slcken hineingehangen. Die 
Heizschlange tritt in Thätigkeit, und die Rühr- 
vorrichtung verteilt das sich auflösende Kupfer- 
vitriol. Diese Manipulation wird so lange fort- 
gesetzt, bis die Lösung circa 22° Baume misst. 
Hierauf wird Schwefelsaure bis zu circa 25" zu- 
gesetzt, und das Bad ist gebrauchsfertig. Man hüte 
sich sehr, im Anfang zu viel Schwefelsäure zuzu- 
setzen, sondern prüÜe das Bad zuerst und seue, 
wenn notig, nach and nach noch etwas zu. 

(PorlMtnnt lültt) 



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mm^Mmlm/mmMm>w^m. ARCHIV FÜR uuchglwhkbh arjrar«rwsir«r>jrwwsr 



Alte und neue Buntpapiere. 



IM Deutschen Buchgcwcrbemuscum ist zur Zeit 
eine Auswahl von alten Buntpapieren ausge- 
st'-llf. :'!c da«: Interesse der Fachleute cbeoso, 
wie das der Laien, erregen dürften. 

Es ist {seine längst anerkannte Thatsache, dass 
unsere Runtpapierind-j^-tri.:: ^-ich i-v. nr frchnisch 
bis m einem kaum melir zu ubur iiericiidcn (.irade 
vervollkommnet hat, dagegen künstlerisch weit 
hinter der Arbeit der Vergangenheit zuriickhleibt. 

Nicht nur, dass uns nach wie vor in der Farbe 
saFt- und kraFtlose, im Muster öd und langweilig 
gehaltene lithcgraphicrie Papiere geboten werden, 
auch die ahe schöne Mannorierarbeit hat unter 
der Abstufung, Verödung und Verrohung unseres 
Farhengefühls außerordeniUch gelitten. 

Da sind die alten Papiere so recht dazu an- 
geihan, unser Gewissen zu schärfen. Gewiss, 
wir können das alles auch und können es besser, 
wenn wir nur wollen. Aber es bedarf dazu immer 
wieder der Orientierung nach dem Besten, das 
es gab und giebt. In diesem Gedanken hat 
das Buchgewerbemuseum die Ausstellung ver- 
anstaltet, zu deren Besuch wir auch hier beson- 
ders die Fachgenossen aufs dringendste einladen. 
Es dürfte sich nicht so bald wieder eine Gelegen- 
iieit bieten, eine solche Übersiciit Olwr dss Iiocli- 
interessante Gebiet zu erhallen. 

Die Ausstellung ist nicht erschöpfend^ selint- 
verständlich. Denn die Erforschung der Ge- 
schichte des Buntpapiers liegt noch so im argen» 
dsss selbst Techniken des vorigen Jahrhunderts 
noch keineswegs hinlänglich geklärt sind, die be- 
treffenden Papier« daher auch, wenn Oberhaupt 
gesammelt, noch nicht richtig erkannt und benwni 



sind. Das ganze Gebiet ist überhaupt erst neuer- 
dings zum Gegenstand einigermaOcn ematbafter 

Untersuchung gemacht worden. 

Immerhin sind die zwei groUen Gruppen der 
bedruckten undder marmoriertenPiplere so statt- 
lich und in so vielen l'nterarten venreien, dass 
die Ausstellung sehr lehrreich sein dürfte. Sie 
umfasst Papiere des IT., IS. und 19. Jahrhunderts 
bis ca. IS50. Die neuere Entwickelung ist ab- 
siclulich beiseite gela&bcn. In Proben sind die 
älteren mit Modeln bedruckten, die gepiiglBD und 
mit Schablonen gefärbten Papiere vertreten, glän- 
zend die sogenannten Kattunpapiere, und ebenso 
prachtvoll nach Qualität und Reichtum die Mar- 
morpapiere. Unter ihnen sind die eigentlichen 
Marmorpapiere besonders bemerkenswert, aber 
Midi der Kleistermarmor und die jüngeren Spid- 
arten fehlen nicht. Eine Gruppe einfarbiger ge- 
strichener und abgezogener (?) Papiere, sowie 
eine Reihe Gold- und Farbenborden vervoll- 
ständigen das Bild. Wir werden auf das Einzelne 
In der nicbsten Nummer ausdrücklich zurück- 
kommen. Alles in allem darf man wohl sagen: 
Die Ausstellung erfüllt ihren Zweck, eine Vor- 
stellung von dem Reichtum und der Schönheit 
des alten Buntpapiers zu geben. In unserer Zeit, 
da das höchste der Gefühle die »zweifarbige 
Kalblederimitation' ist, kann gar nicht nachdrück- 
lich genug daraufhingewiesen werden, was echtes 
gutes Buntpapier ist» sein will und sein kann: 
eben mit feinem FarbengefBhl, individuell und 
eigenartig, darum aber auch entsebieden und 
kräftig gefärbtes Papier. 

Dr. RiHlalf Kanu tclu 



Alte und neue lithographische Verehren. 

Von TH. SEBALD in Lafotg, 



DER Zweck dieser Zeilen ist alle Interes- 
senten auf ein neues, noch w eniu; beXnnn- 
tes Verfahren zur Herstellung lithogra- 
phischer Druckplatten aufmerksam zu machen, 
das in Folge seiner großen Vorteile gewiss vielen 
willkommen sein v ird. 

Trotz der Bezeichnung Tlachdruck für den 
Steindruck ist es in Wahrheit ein Tief- und Hoch- 



druck, wohingegen die mit „Liiomio" bezeichnete 
neueHerstelluncsw eise von Zeichnung und Schrift 
weit eher sich auf den l'lachdruck aufbaut. 

Wir haben die Gravur und den Maschinenraster 
sowie die Radierung als Tiefdruck, Feder, Kreide 
und i'berdruck ah Hochdruck, ersiere müssen 
mit Tampon gedruckt, letztere, um mit Vabe 
druckfiihig zu sein, geätzt werden. 



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Beilage zu „Archiv für Buchgewerbe 




Alles Nähere siehe Te 



Drock 
Emil Gerasch 
Leipzig. 



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M ARCHIV FOR BUCHGEWERBE anMMMMMMMMM» 



Beim Ätzen der Feder*^ Kreide- und Oberdruck- 
planen wird der Srein angegriffen, d. h. die Ober- 
fläche wird, wenn auch |e nachdem, tiefer als die 
Zeichnung, die in Folge der Fettschicht von der 
Säure nicht angegriffen wird und dieses At/en 
war wiederum notwendig, um überhaupt druck- 
VUilgt Platten herstellen zu können, denn von 
einem angeätzten und unprüpanerten Steine 
lassen sich keine Abzüge machen. 

Diese drei Arten erforderten mltliln eise llrlacb 
geschliffene Stein-, Zink- oder Aluminiumplatte, 
während das Litomioverfahren den Stein vorher 
SiztoderfKriirt. 

Ich übergehe die nähere Beschreibung der auf 
der Beilage befindlichen zwei Zeichnungen, eine 
Gravur und eine Rssterdencrang und belitndele 
die mit ^Litomio" bezeichneten. 

Die Schrift, alte und neue u. s. w., sowie die 
beiden kleinen Landicbalkszdchnungen unten 
links sind im Original direkt auf polierten Stein 
g^eichnei und war der Stein mit einer wasser- 
abstoOenden Schiebt versehen worden. 

Diese Schicht wurde mittels Nadel enffrrnr und 
der Stein, aber bloO die Oberfläche, bloßgelegt. 

Auf diese Steimnasse brachte man ein leichtes 
Entsäuerungsmittel, das durch die Deckschicht 
natürlich nicht dringen konnte, und mithin nur 
da wo der bloGge legte Stein, resp. wo die Zeich- 
nung sich befand, wirken musste, der übrige 
Stein blieb wie er war. Nicht wie bisher üblich 
hatte man den ganzen Stein iiettempfänglich ge- 
macht, sondern nur die Zeichnung direkt. 

Nachdem sauber mit Wasser nachgespült und 
trocken geworden, habe dann lithographische 
Tusche über die ganze Fläche gedeckt und wie 
gewöhnlich kräftig mit Salp<;t*TK [iure und Gummi 
geätzt. Nur da wo Stein bloügclcgt sitzt Tusche 
■lld nur diese Stellen werden durch das Ätzen 
verseift, denn wo Deckgrund, kann keine Tusche 
und keine Säure ihre Wirkung ausüben, also im 
Gegensatz zu allen früheren Verfahren wurde nur 
die Zeichni;nrr £:eüt;t, der Stein blieb also voll- 
ständig unbcscliadigt. 

Ist nun die Deckschicht nebst Tusche mittels 
Terpentin abgewaschen, v,ird mii Walze einge- 
walzt und gummirt und üie Fiattc i^t ^ofurt 
druckferiig. 

Das Resultat ist ein überraschend gutes, neben 
der Weichheit des Federstriches die Feinheit 



einer Gravurlinie und da Walzendruck ein viel 
leichteres und eleganteres Herstellen eines Ober- 
druckes, kein Breitwerden der Zeichnung z. B. 
bei Gravurüberdruehen, die ungleichmiaif tiefe 
Stellen aufweisen. 

Wohl wird man einwenücn, dicä ist doch nichts 
Neues, denn es ist das alte Radierverfahren, so 
erwidere ich hierauf, die Radiermanier beruht 
auf dem Tiefatzen um wirksam zu sein und muss 
mit Tampon gedruckt werden, hier wird «bor 
gleich die Zeichnung fertig «uf Stein gebracht 
und mit Walze gedruckt. 

NIebt nur Ar neue Ariwlien und solehe, die 
bisher in Folge technischer Schwierigkeiten un- 
möglich in Lithographie herzustellen waren, 
sondern audi fQr die vertehieden sich notwendig 
machenden Korrekturen und Ergänzungen auf 
Feder-, Kreide- und Überdruckplatten bietet diese 
Art eine sidiere Handhabe. 

Nicht der ganze Stein und auch keine größere 
Stelle wird hier mehr fettempfingiich gemacht, 
sondern nur die Zeichnung; wehdien grollen Vor> 
teil dies dem fnüi .n n Verfahren gegenüber ha^ 
wird jeder Fachmann leicht ermessen können. 

^e mangelhaft liei bestem Kfinnen und Wollen 
nehmen sich nachträgliche Korrekturen mit Feder 
auf Gravurüberdrucken aus, wohingegen nach 
dieser Art slles wie Gravur hergestellt werden 
kann, und zwar sogar sehr hochgeät^^te Platten. 

Kein Lochschlcifeo wie üblich wenn an einen 
Platz ein anderer Text gestellt werden soll, ein 
einfaches Wegpolieren mit Kleesalz tat nSti^ um 
sofort den Schaden zu ersetzen. 

Positiv und Negativ auf einer Platte gleich 
fertig herzustellen, war bisher nur mit großen 
Schwierigkeiten verbunden, Ferner Maschinen- 
zeichnungen u. s. w., die neben groBen Tiefen feine 
weiße Ltaiea odw Lichter aufweisen, waren eben- 
falls ausgeschlossen, aber jetzt nicht mehr, nur da, 
wo notwendig, wird entweder, nach Herstellung 
der Zeichnung Fett oder Ätze aufgebracht, und 
sofort druckfertig die Platte dem Drucker über- 
geben. Vielseitig ist dieses Verfahren. Es hat 
aber auch seine Grenze, — es bleiben z. B. die 

Autotypie-Imitationen iJnvf>n aus!?eschIossen> die 
nach wie vor noch nach den alten Vertahren nur 
herzustellen sind . Für viele Arbeiten indes, 
namentlich Freihandzeichnungen ist es aber mit 
Voneil anzuwenden. 



M 9 Sfi> 2 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 




Von GEORG FRITZ, k. k. Resleningmu in Vieii. 



DIESES neueMtterial für die lithoRraphi- 
sche und Zeiehnentechnik hat sich wäh- 
rend seines kurzen Besitndes eine groOe 
Anzahl von Interessenten verschafft und es ist 
zu hoffen, dass dieser Kreis noch bedeutend er- 
weitert werden dflrfke, wenn einmal alle Vorteile 
desselben, welche sich bei ausgedehnter prak- 
tischer Verwendung gewiss noch vermehren 
werden, genflgend bekannt sind. Vornehmlich 
stellt das „Steinpapier" eine Zeichnen- und Vm- 
drucküäche vor mit weit besseren Eigenschaften, 
demnach bedeutend erweiterter Anwendung 
mSgllcfakelt, als unsere bisherigen Umdruck- und 
Auiographle-Papiere. 

ZuAiehst ist in erster Linie die Erhaltung des 
Originals garantiert, ob dies ei ncFeders Kreide- 
zeichnung oder ein Umdruck welcher Art immer 
ist, weiter ist die MOgliehkeit vorhsnden, von 
einem und demselben Oripinalc, welcher Art 
immer, mit den bekannten Manipulationen eine 
grSQere Anzahl von Oberdmeken lierzustelleo, so> 
weit bis jetzt bekannt, selbst nach Jahren. 

Das Sieinpapier besteht aus ^wei Teilen und 
zwar bildet den einen Teil ein mittdatarker Kar- 
ton, wdeher derTriger des zweiten Teiles, einer 



Schicht ist, welche nahezu die gleichen Eigen- 
schaften aufweist, wie die überHäche des Litho- 
graphle-Stelnes und der priparlerten Zink- und 
Aluminiumplaite. Geijenwärtig wird das Stein- 
papier nur in der Kanonform erzeugt, was keines- 
wegs BusschlieDt, dsss such dOnne Sorten fDr 
Pausen hergestellt werden kruincii, wenn sich 
dies überhaupt als notwendig herausstellen sollte. 
DieOberfliche des Stelnpspiers (die Schichtseite) 
ist entweder glatt, für Federzeichnungen, oder 
gekörnt und zwar in drei verschiedenen Korn- 
stlrken, für Kreidezeichnungen. Gezelehnetwird 

auf dem glatten Steinpapicr mit der Feder und 
fetter Tusche, beziehungsweise Autographictinte, 
auf gekörntem Papier mit fetter Kreide oder mit 
dem Pinsel und fetter Tusche, eventuell SttCh in 
Kombination mit Tinte und Feder. 

Die Hersteilung einer Verzeichnung ist auf 
Sieinpapier gestattet und geschieht am besten mit 
hartem Bleistift, die einer Hause mit Graphit- 
oder RStelpapier. Weiter Ist das Steinpapier 
zur Aufbringung einer photographischen Kopie 
Silber-, Cyan-, Platin- oder Chromkopie ge- 
eignet, wenn eine solche als Pause dienen aoU, 
welche dann mit Hellen Materialien flberzeichnet, 



10 tft 



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'at.'%L'%L'WL<%Lmmmmmm. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE ««»MMrararararjrjr«« 



wie jede andere auf Steinpapier hergestellte 
Zeichnung umdruckfahig ist, bei vollkommener 
Erhaltung des Originals. Für spätere Umdrucke 
lässt sich mittels desChromatprozesscs im Wege 
der Photolithographic auf Steinpapier ein um- 
druckfahiges lineares Bild herstellen. Die Technik 
des Zeichnens auf Steinpapier ist dieselbe, wie 
auf jedem anderen Umdruckpapier oder direkt 
auf Stein und Aluminium, es wird gerade ge- 
zeichnet und kann jede Technik, Feder-, Pinscl- 
und Kreidezeichnung, Schummerung, Wisch- und 
Spritzmanier ausgeführt werden, sowie das Durch- 
reißen zu starker Töne mit der Nadel oder das 
Herausschaben von Tönen ohne Schaden zulässig 
ist. An jeder Zeichnung auf Steinpapier ist die 
Vornahme von Korrekturen bis zum weit- 
gehendsten Grade möglich, indem die betreffen- 
den Stellen mit Terpentin ausgewaschen und 
hierauf mit einer 2 ' „igen Citronensäure-Lösung 
behandelt werden. Nach dem Trocknen kann 
auf die korrigierten Stellen ohne weiteres wieder 
gezeichnet werden. Wenn das Auswaschen in 
entsprechender Weise besorgt wurde, kommt von 
der früheren Zeichnung nichts mehr zum Vor- 
schein. 

Der Uberdruck von Originalzeichnungen oder 
das Umdrucken auf Steinpapier geschieht in fol- 
gender Weise: Mit Feiltusche auf glattem Papier 
hergestellte Federzeichnungen werden vor dem 
Umdruck mit einer dünnen Gummilösung etwa 
15 g Gummi in lOOg Wasser, welcher Lösung 3 g 
Glycerin beigesetzt werden überstrichen und 
sodann trocknen gelassen. Ohne den Gummi zu 
entfernen wird die Zeichnung mit Terpentin aus- 
gewaschen und hierauf fette Umdruckfarbe mit- 
tels Walze auf die Zeichnung aufgetragen, even- 
tuell mit dem Anreibeschwamm angerieben. Die 
Fläche wird hierauf abermals mit Gummilösung 
übergangen, miiWasserabgewaschen und ist zum 
Umdruck fertig. Frisch hergestellte Kornzeich- 
nungen auf Kreidepapier können sofort nach dem 
Gummieren und Abwaschen, ohne Farbe auf- 
zutragen, umgedruckt werden, doch ziehe ich den 
bei der Federzeichnung beschriebenen V^organg 
vor. Die Gummilösung bewirkt auf Steinpapier 
denselben Effekt wie auf Stein, Zink und Alu- 
minium, sie wirkt vor allem reinigend, aus 
welchem Grunde die richtige Anwendung der- 
selben ein zwar nicht neues, aber wesentliches 
Moment bildet. Bezüglich des Anreibens der 
Zeichnung auf Steinpapier sei erwähnt, dassdies 
wie bei Steinzeichnungen allmählich und mit 




1 1 Wh 



Abh, Z. Nat^h «incr Oficfaal-KrciiietcichTiunc auf crli6mirRi Sicinpapicr 
(Korn A\ »tin A, fuf*A. 



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mmmmmm.'te.'aL'^'W,'^ ARCHIV FÜR BUCHGEWERBt jrjrjrjrarjrjr.wjrjrjr 




AMi. Jia^h einem KupreriiKh, I milruck luf SleififiApicl*. 



Sorgfalt geschehen muss, in den meisten Fällen 
Ist aber das Auftragen der Farbe mittels WaUe 
vorzuziehen. 

Oer Abdruck vonOriginalzcichnungen oder das 
Umdrucken auf Stein, Zink oder Aluminium er- 
folgt nahezu trocken. Das Steinpapier ist nur 
ganz kurze Zeit, höchstens bis zu zwei Minuten 
in gleichmäßig feuchte Makulatur einzulegen, nur 
damit es flach liegen bleibt, auf Stein oder Platte 
aufzulegen und mit kräftiger Spannung ein- oder 
zweimal durch die Presse zu ziehen. 

Was die Veränderung der Dimensionen des 
Steinpapiers durch Feuchten und Durchziehen 
betrifft, so verhält sich dasselbe außerordentlich 
günstig. Das Papier selbst ist derart gearbeitet, 
dass es an und für sich sehr geringen Dimensions- 
differenzen unterworfen ist, bis zu einem wesent- 
lichen Grade wird es auch von der gegen Feuchtig- 
keit unempfindlichen Schicht geschützt und außer- 
dem ist jeder Bogen durch die Stellung der 
Schutzmarke geschützt, welche anzeigt, nach 
welcher Richtung derselbe durch die Presse ge- 
zogen werden soll. Im trockenen Zustande ist 
das Steinpapier selbst unter starker Pressung 
nahezu undehnbar, da jedoch für die Güte des 
Umdruckes ein sehr mäßiges Feuchten von Vor- 



teil ist, so erfolgt durch dasselbe naturgemäß eine 
geringe Ausdehnung, welche man jedoch paraly- 
sieren kann, wenn die betreffenden Bogen un- 
mittelbar vor dem Aulbringen der Zeichnung oder 
des Umdruckes im mäßig gefeuchteten Zustande 
unter starker Spannung durch die Sieindruck- 
prcsse gezogen oder durch ein Saiinierwerk ge- 
gangen sind. 

Infolge dieser günstigen Verhältnisse lässt sich 
das Sieinpapier auch für die Herstellung von 
Platten zu Farbendruck verwenden, wobei in fol- 
gender Weise vorgegangen wird: Bei einfacheren 
Objekten, für welche die Anlage eines separaten 
Koniursteines nicht notwendig ist, wird die 
Kraftplatte auf Steinpapier, welches in der vor- 
erwähnten Weise präpariert wurde, gezeichnet 
und auf Stein, Zink oder Aluminium umgedrucki. 
Von dem Umdrucke werden dann gewöhnliche 
Klatschdrucke anstatt auf Stein u. s. w. auf ebenso 
präpariertes Steinpapier übertragen und die Aus- 
führung der Farbenplaiten auf diesem vorge- 
nommen, sodann für den Druck auf Stein u. s.w. 
übertragen. Ist eine Konturplaite für die farbige 
Ausführung des Objektes erforderlich, so kann 
bezüglich der Kraftplattc in der gleichen Weise 
vorgegangen werden, die Koniurplatte ist jedoch 



Digitizr 



Jobann ©ottlob Jminaniifl sßrcitfopf (i7'9-i794) 

in ffrfiiiber tct beiDefllii^cii, teilbaren Jf}i>tciiti)peii. 




f. B«il«ct tum .Aicklv Ar Bochflmfbc*. 



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I 





DEtiA FEDELTÄ. 

DRAMMA PASTptALE 

1» t R .M U S I C A 




itl^ i .1.1' ,„i!ll. 




*»m ;]'uihri' I"'v4 i\(\(\nn r* '(Olniiin Wottlcb .\iiinmniicl 'i'rfitfcpf , tic .(|>(Tftflliinj\ bfircjilid»fr 
OlMfittxpfii fe ^11 iwollffiitmurn, tap fufi-e "Ikrf.ihroi crft ivirFli(h für ht Vunit nuBbar !,Ki"ii(tit xvcxicn 
f'eiiiuc. oll ^l•r 3)hififiilii'ntriicfiTW von "i'rfitfovt J^iirtcl in Vctpuii »|1 tic iahnif il>rfe 'yerfcihrfn 
unuiucrbrccltfi) bis «luf ton K'iiri.Kn 2iui tu Oübniiicb iicblnKn, noncrriri.<6 frfili(^ '.«cr^iii^ewifc für "itjcrff 
mit '.Milnii Irrt, uvibrcnC fciift tcr inoviwKn aiif»Kfeimncnc Olcffnüith and» birr iiicift oiii^nistntt wirb. — 

rrüc -iikrf, faf in ftr iKiun •Monier hfr»^crtrllt nnirbc, irnr bic Cpcr „II trinnfo ili-ila fedfll/i" bcr 
.HiirvriiiKffiii ilVaria 'JdHciiic 'ii>.ilpuriut> wn ^»uhffii. 'i*Jir luhn fcii Iifrl unb brn am viiMiitTf bcfinbs 
lidHii rriirfivniicrf bre iiucrrffonifii •Ü.Vrfrt bia ii'icbfr; aue bcm Icijfmn .icb« Cciiflid» bic OkmiiUbuuni» 
über rif iifiif CrfiiibiiUi^ hiT.'cr. ?if .Hurpriiufffin uiib fp.Ufrc .Hiirfi'irüin licp lub mit brr *Var»itur in biT 
.löiinC iiMlcn. r.ie Crit^iiuil biffre "i^ilbrt bcfiiibft ficb im 'i^ffiij s2r. "JWijrfiiU brt Möniijt '^on tS.ithfni, 
eine iilte 'i*.MVbcrl<clunt\ bc^fdbcn bri '.i^rcitFopf \ .«>iirtcl in Vtip^it). 



STAMPATO IN LIPSIA; 

Nella Stampcria di Grov. GoTTtOB Immanvei Breitkopf, 
Invencore di quefta nuova manicra äi ßampar la Mußca con Carratttri 

ftparabili t mutabilL 

qucfto Dramma Pastorale la prima opcra ftampata di qudh nuova 
guifj; comminciata nel Mcfe di Liiglio 1753, e terminata nel Mefe 

d'Aprilc 1756. 



. j ^ _ . l y Google 



mmtfumummmmmumm, Archiv für Buchgewerbe aMMnMMMMtM>aM» 



in der üblichen Weise auf Stein auszuFühren, die 
Klatschdrucke von der Konturplatte werden aber 
wieder auf Sielnpipler fibertragen uod die 
Pirtenplatten auf diesem herzustellen sein. 

Da die Schicht des Steinpapiers gegen alle Art 
vooBidern ttelmphotoNdiographlacheBVerfSilireo 
unempfindlichist, solüssen sich mitdemChromat- 
EiweiO-Prozess auf demselben direkte photo- 
lidtograplilscIieKopIeii «usfQli ren,welclie in Bezug 
auf Haltbarlteit und Umdruckflihigkeit dieselben 
Eigenschaften «ufveisenwieOriginalzeichnungen. 
In diesem Falle wird die Sclilclitselte des Papiers 
mit einem Präparat bestehend aus 2<) g Kölner 
Leim, 15 g EiweiQ, 500 ccm Wasser und 6 ccm 
10** »ige Ammonium-BiclironiatlÖBung mit tSaitm 
Sciiwammcben gleichmäßig bestrichen odo'das 
Priparat aufgegOMen und auf dem Orehafsparat 
gleiclimäQig vertelltnad trockneo fetassen. Dann 
wird unter einem GltaneBaliV je IMCh den Licht- 
verliältnissen 2—iOMinuien kopiert^ sofort nach 
der Kopierung wird das ganie Blatt mit einer 
starken schwarzen Fettfarbe eingerieben, so dass 
die ganze Fläche grau ersclieint, in Wasser gelegt 
und entwickelt. Derartige Kopien kommen rein 
und scharf und lassen sieh lürdenDeBnitivdruck 
auf Stein u. s. w. übertragen, wovon gedruckt 
werden kann oder die Übertragung kann zum 
Zwecke der Hochitzung auf Zink oder Kupfer 
erfolgen. 

Ffir eine geringe Anzahl vun Abdrücken, etwa 
bis zu 15, lässt sich dss Steinpapier selbst als 
Druckplatte benutzen, indem es müiglicb ist von 
demselben direkt zu drucken. 

Ich komme daher zu der Ansicht, dass dss 
Steinpapicr einen entschiedenen Fortschritt auf 
dem Gebiete der Lithographie undKlischuc-Hcr- 
siellang bedeutet Die Vorteile dessell>en gegen- 
Qher den bisherigen Autographie- und Umdruck- 
papieren bestehen in erster und hauptsächlichster 
Linie in sdner nahezu nniverseUea Verwendbar- 
keit IQr slle existierenden Tediniken des Zeieh- 



ncns und der Lithographie, in der Erhaltung des 
mitunter kostbaren Originals und in der Möglich- 
keit von demselben eine groOe Anzahl von Um- 




vm «iMr MMHttmt nai BanMnckltneni. 



drucken in verschiedenen Zeiträumen abnehmen 
ztt ktfnnen, was praktisch zur Konsequenz hat, 
dass an stehendem Stein- und Plattenmaterial 
nicht unbedeutend erspart werden kann; weiter 
in der Möglichkeit von demselben eine be- 
schränkte Anzahl von Abdrücken direkt her- 
stellen zu können und endlich in der leichten 
und elnfiidien Behandlung desselben, welche 
von jener anderer Umdruckpapiere ganz un- 
wesentlich verschieden ist. Zum Schlüsse will 
ich noch erwihnen, dass die diesem Auftatze bei- 
gefOgten Illustrationen sämtlich Zinkhochätzun- 
gen, Figur 1 7 in der k. k. Hof- und Suats* 
druekerd genau nach den in demselben enthalte- 
nen Anwdsungen heifesidlt aind. 



Zur Urg^hichte des Notendruckes. 

Vra CARL HEIUMANN te Vi««. 

DIE ungemein rdchbaltige Ausstdiong der dem interessierten Besehauer geboten, hat audi 

I größten i^'pographischen Kostbarkeiten, In der gesamten Fachpresse sehr berechtigte An- 

wie sie die k.k. Hofbibliothek in Wien in erkeonung gefunden. Der Versuch, mit Hüte der 

dernonmehrgesdilossettenGuienberg^ussieilttng Schitse der kaiaeriiehen Sammlungen auch die 

«0 13 «ft 



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mmmtmm'um/mmm/m. AKCHiV FÜR BUCHGEWERBE arararwarw^arararMcw 



geschichtliche Entwiclielung der Musilinoten- 
Oruckkunst systematisch darstellen zu können, 
dürfte als vollkommen gelungen zu bezeichnen 
sein. Wenn schon die Ausstellung aufdiesem Ge- 
biete mehr zusammengedrängt erscheint, so bietet 
sie doch manche wissenschaFilichen Anhalts- 
punkte. In dem GUsschrank Nr. 66 fesselt das 
Auge das große und prachtvoll ausgestattete 
Kuttenberger Cantionale, welches von dem Wohl- 
staade der alten Bergwerksscadt Zeugnis giebt. 
Die wunderbaren Randornamentc und der reich- 
liche blendende Blattgoldschmuck auf denjenigen 
Sellen, auf denen die für hohe Feste bestimmten 
Gesänge beginnen, der in Farben und mehiikch 
in Gold kailigraphierte Text, die ungewöhnlich 
großen Pergamentblätter, alles das zusammea 
bietet ein Bfid von dem kSnsflerisehen Ge- 
schmackc aus jener Zeit, in welcher die Buch- 
druckerkunst erfunden wurde. Gegenüber diesem 
Prachtexemplar heben sich die in dem niehsten 
Glasschranke ausgelegten Drucke durch ihre Aus- 
stattung weniger vorteilhaft ab. - Die Entwicke- 
lung d«s Notendruckes stand leider gegenüber 
dem des Typendruckes stets zurück! Dem Noten- 
sätze wollte es hishernicht gelingen, in technischer 
Hinsicht Fortschritte zu machen, und selbst, als 
der Typendruck schon große Erfolge aufzuweisen 
hatte, blieb der Notendruck derselbe. Es ist be- 
kannt, dass sich die Hebräer schon im Altertum 
der Noten durch Accenie oder dynamische An- 
gaben als Tonzeichen bedienten, während die 
Griechen Buchstaben In zwei Formen, umgelegte 
Buchstaben für Instrumental- und aufrecht- 
stehende für Vokalmusik benutzten. Aus diesen 
beiden Systemen wurde unser Notensystem ge- 
schaifen. Die in Rom gebräuchlichen Acccntc, 
Neumen genannt, waren Bezeichnungen für die 
Notenzeichen, mit welchen die liturgischen Ge- 
singe des Mittelalters niedergeschrieben wurden» 
Diese Neumen sind Zeichen aus Strichen, Bogen 
oder Häkchen gebildet, denen das griechische 
Accentsystem anscheinend zu Grunde gelcKi sein 
soll. Da sie bestimmte Töne und Tonhöhen nicht 
erkennen ließen, sondern nur Angaben Ober das 
Auf- und Absteigen und den l iuerschied von 
großen und kleinen Intervallen enthielten, suchte 
man sie schon im neunten Jahrhundert zu ver- 
bessern. Diese Accente wurden frei lilur die /u 
singenden Worte geschrieben, dann mit Linien 



durch20gen,umdieTonhöhe näher zu bestimmen. 
Vor die Linie schrieb man den Buchstaben 
als Name des betreifenden Tones und hieraus 
entstanden die verschiedenen Notenschlüssel, 
welcher sich namentlich die ältere Musik bediente, 
um sämtliche Noten auf fünf Linien zu placieren. 
Im elften Jahrhundert wurde dann die Solmisation 
beim Gesangunterricht allgemein eingeführt, wo- 
durch die Töne nach sechs Silben Benennungen 
erhielten. Dann bildete sich in der Notenschrift 
die Angabe der Zeitdauer der Töne, die Mensur 
Oder Tonmessung heraus. Diese wiederum hing 
zusammen mit der Entstehung der Harmonie oder 
Mehrstimmigkeit, auch Mensuralmusik genannt. 
Vom zehnten bis fünfzehnten Jahrhundert wurde 
an der Ausbildung der musikalischen Mensur 
gearbeitet und zur Zeit der ErHndung Guten- 
bergs war die Notenschrift nahezu vollendet; nur 
wurde fortwährend an ihrer Verbesserung ge- 
arbeitet Diese Notenschrift, gegründet auf an- 
schauliche dynamische Zeichen und nicht auf 
Buchsta ben, bi Idet die Mi tte zw iscben Buchstaben- 
schrift und Bild. Die Hemdlung der Musik- 
noten geschieht auf dem Wege des Buchdruckes 
von Noteniypensatz, oder durch Lithographie 
mittels Autographien, sowie durch direktes 
Schreiben oder Gravieren auf Stein und mittels 
Tiefdruckes durch gestochene oder geschlagene 
Platten. Die bisher bekannt gewordenen ältesten 
gedruckten Musiknoien stammen aus einem Ess- 
linger Druck von 1473; vor dieser Zeit wurden 
allcMusiknoten geschrieben. Die frflhesten Noten- 
drucke wurden ähnlich wie die älteren Druck- 
werke durch Abdräcke von Holztafeln hergestellt. 
Später bediente man sich auch des Kupferstichs 
und um die Milte des achtzehnten Jahrhunderts 
der Zinktafeln, in welche die Noten mit vorher 
erzeugten Stahlstempeln eingeschlagen wurden. 
Dieses letztere Verfahren findet auch noch heute 
Anwendung. Die Erfindung des Musiknoten- 
Satzes fiillt in das Ende des 15. Jahrhunderts, doch 
war damals zur Erzeugung ein zweimaliger Druck 
erforderlich, indem zuerst die Systemlinien und 
dann die Notenzeichen darüber gedruckt wurden. 
Im Jahre 175.^ erfand der Buchdrucker Johann 
Gottlob Immanuel Breitkopf das Notentypen- 
system, welches das Zusammensetzen der Linien 
und Zeichen in eine Form ermöglichte. 

(Fonacuang Mgu) 



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V 



ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



Die Maschlnenausstellung im Deutschen Buchgewerbehause. 



V«B HEUL JAHN. 



IM letzten Hefr des »Archiv für Ruchgewerbc" 
befiodei sich eine Abbildung eines der präch- 
tigen RSume de« Deutschen Btidigewerlie- 

hauses, welche derdeutschcn Maschincnindustrie, 
soweit sie im Dienste der graphischen Gewerbe 
steht, zu Auastellunnszveeleii vorbehalten sind. 
Der in die Augen springende Vorreil, der dadurch 
den betrett'enden Firmen erwachst, scheint noch 
nicht allseitig ericannt zu seln.MsncheLacken weist 
der verfughare Raum noch auf und wir können 
nur im Interesse der Sache dem Wunsche Ausdruck 
geben, dass diese In sbsehbcivrZdt verschwinden 
mn^cn. Allerdings mag die Inanspruchnahme 
der deutschen Maschincnisibriinen durch die vor 
knnem beendigte Weltausstellung In Paris in 
gewisser Beziehung mit dazu beigetragen haben, 
den vielleicht schon fest gefasstea Entschluss 
nodi etwas hinauszuschieben. Und nicht zum 
wenigsten trügt ferner der glückliche Umstand mit 
dazu bei, dasi zur Zeit die deutschen Machincn- 
fabriken reichlich mit Auftragen verschen sind, 
die alle Kräfte in Anspruch nehmen. Immerhin 
muss man den Deutschen Buchgewerbeverein 
zu seiner Maschinenhalle aufrichtig beglück- 
wünschen, denn eine ganz stattliche An^^ahl trster 
deutscher Firmen haben dem an sie ergangenen 
Rufe Folge geleistet. Gerade dieser letztere Um- 
stand ist es, der ni: ht hoch genug angeschlagen 
zu werden verdieni. jeder hndet hier vom Resten 
das Beste, das, was er brauclit, und dem Aussteller 
ist sichere Gewähr dafür geboten, die mit der Aus- 
stellung verknüpften verhältnismäßig sehr ge- 
ringen Unkosten reichlich belohnt zu sehen. 

Von Maschinenfabriken, die vor allem sich dem 
Bau von Buchdruckpressen gewidmet haben, 
Hnden wir vertreten: die Schnellpressenfabrik 
Frankenthal Albert Gr Co. A.-G., Frankenthal. 
Auf dem dieser Firma reservierten Platz fanden 
zwei Schnellpreaaed Aufstellung: eine „Rhenania" 
mit zwei Auftragwalzen und eine einfache Buch- 
druckschnellpressc mit vier Auftrag>*'alzen. Die 
aRhenania' eignet sich besonders zur Herstellung 
vonAccidenzcn sUcr An. Kräftige Bauart, sichere 
Ksrrennhruflg durch sechs verzahnte Räder, gute 
Farbeverreibung, vorzügliche Anlegevorrichtung, 
bequeme Zugänglichkeit von beiden Seiten, sehr 
leichter Gang sind ihre Haupt>'orzOge. Der An- 
trieb der Maschinen erfolgt mittels Eisenbahn- 
bewegung. Ausgestattet sind dieselben mit einem 



Cylindcrfarhwcrk mit zwei Aufiragvs nl/ i r. Vor- 
richtung zum Punktieren, verschiebbaren Anlege- 
marken ImCyllnder, femer elnerVorricbtungzun 
Doppehanlegen und Selhstauslegcr. Die „Rl.e- 
nania" wird in sieben Größen gebaut und kann 
der Betrieb sowohl durch Dampf bezw. Elettrizitih 
als atich durch menschliche Kraft erfolgen. Die 
Höchstleistung dieser Maschine beträgt 1500 Ab- 
drOcke In der Stunde. Die andere mit auljsestellte 
Maschine ist eine einfache Ruchdruckschncll- 
presse mit zwanglautiger Rollenbewegung, kom- 
biniertem Cylinderfarhwerk mit vier Auftrag- 
walzen, Punktiervorrichtung, verschiebbaren 
Anlcgcmarken im Cylindcr, Vorrichtung zum 
Doppelianlegen, Bogenschneideapparat, Bogeo- 
ausfiihrtrommel, Selbstausleger, Cylinderbremse 
und Bogengeradleger. Diese Maschine eignet sich 
vorzüglich zum Druck von ein- und mehi^rblgen 
Arbelten sowie zum Illustrationsdruck. Schon 
das ;iußere Aussehen der beiden Maschinen lässt 
erl^ennen, dass dieselben auf Grund praktisdier 
Erfahrungen gebaut sind und jedem Buehdrudter 
bestens empfohlen werden können. 

Das Krmpt'wcrk C. m. b. H. in Nürnberg Ist 
durch seine Buchdruckschnellpresse „Kosmos* 
mit Cylinderbremse vertreten. Abweichend von 
den bisherigen Antriebssnen, wie Eisenbahn-^ 
Kreis- oder Rollenbewegung, wird die .Kosmos* 
mittels Treibcyliader in Bewegung gesetzt. Dieser 
liegt in der Mitte der Maschine unter dem Druck- 
fundament, welches auf d iesem Treibcytindcr ruht 
und dessen Achse in der außerordentlich starken 
Wandung der Maschine gebettet ist. Den Antrieb 
nimmtdieMittcdesTreihcylinders auf, welch letz- 
terer stoßfrei mit dem Druckfundament vor- und 
rückwärts geht und im geeigneten Zeitpunkt den 
Druckcyllnder mitnimmt. Das Druckfun lurn nt 
ruht und läuft außerdem noch an beiden ^^citeu 
der Wandungen auf Schienen, welche je nach 
Größe mit LaufiroUen aus gehärtetem Stahl ver- 
sehen sind. Eine weitere, unseres Erachtcns sehr 
praktische Neuerung an der .Kosmosschnell- 
presse", ist der Schrägschnitt der Zahnräder, 
welcher den denkbar gleichmäßigsten und ruhig- 
sten Gang der Maschine sichert. Auch Ihr FartH 
werk hat einige sehr wertvolle, gesetzlich ge- 
schfitzte Verbesserungen aufouweisen. Die 
„Kosmos* wird in 20 verschiedenen Größen ge- 
baut und zwar mit zwei oder vier Auftragwalzen. 



15 



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mmmmmmmmmmm, ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE «>«>MW4»w<4CM«Nsra»> 



Ausgestattet ist dieselbe mit ein- und rwdscitip 
wirkendem Bogenschieber, mit Punktiei^orrich- 
lungen, mit veraehiebbtren Ldtrollen, Bogen« 
Schneider und Bogengeradleger, ferner ist die Ma- 
schine eingerichtet für das Anisen von beiden 
Selten und behuüi sofortiger AuOertietrtebsetzung 
mit einer Schwungradbremse. Die durchgängig 
kriftige Bauart der Maschine und ihre groOe 
Elnhehheit sind Hauptvorzflge, die ieden Budi- 
drucker für sie einnehmen müssen. 

Der Schnellpressenfabrik Worms Ehreahard 
& Gramm Wormt entstammt eine Schnell- 
presse mit vier Aufiragwalzen. Der feste, solide 
Bau lässi erkennen, dass diese Maschine sehr wohl 
zum Druck von Hluatratlonen, vorzOgllch schwer« 
sten .Autotypiedruck, geeignet ist. Das Druck- 
fundaineot bewegt sich gleitend auf vier Bahnen 
und wird zwangläufig geführt, so dass dne seit- 
UcheBeir^ung desselben sn^eschlossen Ist Der 



WIE der diesilhrige Gatenberegedenkttg wUlkOrllcb 
an^e.setzi unr, so sind dies bckanntermiQcn auch 
die von alters herkömmlichen Buchdnickeriubelfeiem, 
wie «ie je am JobannisMge des 40. Jahrs drr leiiion drei 
Jahrhunderte begangen wtirden und weiterhin aller M'ahr- 
acheinlichkeic nach in gleichen Zeitabsiindcn stntitinden 
««rd«n. Immerhio tritt der Aosaia IMO aJ> ErHnduiiii»» 
fahr der nsekwataen Kmai" eta^rmaSeB daa RielitlKe. 

im Jahre 1540 mag wohl noch niemand daran fedacht 
haben, die Voltendanit von rund 100 Jahren seit Erfindung 
des Buchdrucks mit beweglichen Lettern ru feiern, wohl 
aber lieBen im Jahre 1640 die Leipziger Drucker die 2weiie 
Sikularfeler nicht ohne Sang und Klang vorübergehen. Vie 
aie ihr Jubelfest damala „am Tage Jotaaaaes dea Tiuffera" 
traat nad v&rdfgi daceii Canndlaaat «od TkM» mit Mek- 
■Icbt auf die soiiweraa Zellliulle oliBa AaiWandung be- 
toaderen Fronte uad ohne nach auften hin tu glinzen, 
begingen, darüber Riebt uns ein ^ l, ' chriebcncs, an- 

»ehnliche«. BikI>, da* .Jubilsv, m l v^u^tuphorum Lipsien- 
sium" erfreulichen und ri: ;i lustrihrlichcn AijhchluSS. 
Diese» Buch lU ttemltch ^.elten geworden, aber in den 
Kreisen der Buchliebhaber, insbesondere bei den Ge- 
achichtachreibern der BBChdrucIwrfcuntt, noch wohl- 
baiiamil. 

Eine fln w d ' i w r Scinreeterachilft ledoch darf als ver* 
•CftoHen und vergeaaen angesehen werden. Um ihre Ent- 
alehung fut es folgende Bewandtnis: Die Leipziger Huch- 
drucker suchten die l-cicr von 1040 möglichst zu verall- 
gemeinem, indem Ric auch bei den Ratskollegien und ihren 
Kunatrerwandten in anderea deaiMhea Stidtea die Ab> 
haltaai ran Peatakien aarafMa, wl« anck Einladungen rar 



Druckcylinder ist äußerst kräftig und durch starke 
Verrippung gegen Durchbiegen bei schwerem 
Druek gesdiStzt Auch dIesePresse tot dne sotdie 
mit sogenanntem Haltcylinder. Das Farbwerk 
bietet in Verbindung mit dem Farbcylinder, den 
Verreibe- und Aaitragwslzen sichere Gewihr IBr 
tadellose EinfSrhung und lässt also die Presse 
auch nach dieser RichtuagbiofürdenUlusirations- 
druck geeignet erschdnen. Neti sn dieser Presse 
ist der doppelte Antrieb des Druckfundaments, 
der uosern vollen Beifall findet und dessen prak- 
tischen Wert gewiss jeder Paehmsnnhemusllnden 
wird. Erwähnung verdient Ferner noch die An- 
legevorrichtung mit den selbstthätigen Seiten- 
matten. Der Gang der Maschine Ist ein ruhiger 
und stoßfreier, beides Vorzüge, die nicht hoch 
genug anzuschlagen sind. Auch diese Maschine 
wird In den versdiledeii«ett CMHeit gebaut 

^amatiuBg IMgt> 



Beteiligung einzelner Peraenen oder von AboTdnwAgen an 

ihrer Leipzif^er Feier ergehen ließen. Dieser .Aufforderung 
dankt die erste Orf-.dner .Schrift, die im Fhren der Buch- 
druckcrliunsl vcrfasst ist, ihre Entstehung. Ihr in der 
jüngsten Dresdner Verölfentlicliung dieser An: , Dresden 
als Onickerstadt von 1524 bis 1000' reproduzierter Titel 
lautet ««llaHndig, wie (»Igt: GrüHäUcktr Btrkkt Kon 
Erfbtdmig 4ir Cditn onad ffacJkaffxfieSM Ifaaaf Baeh- 
draekerey. Auff das nunmehr Zwei hunäerf Jährig ela- 
gi tretentJttM Fest, welehet Feyertlch zn hallen angesonnen 
worden yon denen l.eiptriger Belohten Kumtierifandten. 
Vnd dieses denensetben, der Kunst :u Dunck vnd Ehren, 
zugaekrigbtn von denen auch Kunst-ergebenen, Gimel Ber- 
ftiUt wtjfUutd ChuifünU, DarchL zu Sathutm HoffBiuh- 
änukm Sirttr* luehgeUMum Erben, Awg^eattzt vom 
CBrehmtUj C. Auch gtmähret imrth tiUdttr der JCansf 
v»rtmiid*tun Hoch' vnd OOehrter Leute htnengethme Aw- 
vicn. DreßJen. Ceilnu kl im ItilO. Jahre. 

Das Buch ist sehr selten geworden und, soweit der Ver- 
fasser feststellen konnte, nur noch in einem der königl 
öffentlichen Bihlioihck zu Dresden gehörigen Exemplar 
vorhanden, dem überdies der im Titel erwihnte Anhang 
tron GedidMen fehlt. Dieae JUnsugetbaae Poealea* Baden 
Siek aber In Aoaelüuaa aa eine latefaiaclle Obaraeliuag 
dea »Gflindticher Beriebt* abgedruckt in dea Haabuigar 
ProletaorsJ.C.H'o/^ „Monuments typograpbica* von 1740; 
nur bleibt es im Hinblick auf sonstige deutsehe „Poesien" 
von C. Brehme und uuf den Anhang des oben crwihnten 
Jubilaeum Typographorum Lipsicnslum" zweifelbafl» ob 
im Orighaal aar lateiaiaehe Gedichte enthalten «ana, 
odtr dauitelia mtt aelclun abweobaflUan. Für die Biblis* 



Eine vergessene Buchdruckerehrung. 

V«» EHNSTADNOLD. 



MI 16 tft 



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sas GUSTAV F. STEFFENS 5S 



DER GEGEN\7ART 



AUTORISIHRTE UND VON 

D«: OSKAR BEYER 

AUS DEM SCHWEDISCHEN 

Obeksetztb und vom 

VERFASSER BEARBEITETE 
DEUTSCHE AUSGABE JS 



— — I— I— — 



VERLAG VON MOBBING & BOCHLE 
JUBjmjBJB IN STUTTGART xtuuusM. 






» MMM H UMr. 



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Moderne Stickereien, 
Teppiche und Läufer 



MITTEILUNG 



Dekor&tioneii iti allen 
vorhiindeneii Stilarten 



Georg Freiberg & Co. 



HAMHLtRCi, 



Sugen Diederidis • Verlagshandlung 

üeiP2i@, den 19 



niodeiR-ltfinsflerfsdi 
aus0estattefe Werke 



nUtteilung lor 




KGL. GEWERBESCHULE IN KÖLN 



DIREKTION! PROF. ALB£RT KÖHLER 
SPRECKZOTi J(-I2 UHR 



MITTEILUNG 



C, Snibelliii» <um .Aft«iv (ir ftuchcnirl»*. Dritc« viw anfUmpf «t ttarUl In Mptiit. 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



philen und Buchdruckhistoriker wirc es zweifellos von 
ticmllcbem Vene, wenn noch ein weiteres, vollstindiges 
Or^MlernnpIar irgendwo aubutreiben wire, obwohl dtt 
1 im tilge meinen Ton der Bucbdruckerkanst» 
• all* S lf t Ufc t g» , «b Drali^lnd «dar 
Hollind die Erfindung des Drucks rall beweglicbea Let- 
tern zukommt, handelt und Hiebst seinem Titel hsupt- 
sächlich durch die allerdings poetisch minderwertigen- 
wenn nicht ausschließlich, so doch zumeist in lateinischer 
Sprache verhusten Lobgedldiie «uf die aMbwacw Kant" 
Beaclitang verdient. 



Eine beachtenswerte Persönlichkeit ist auch sein Ver- 
fasser. Christian Brehme hat ntmllch um die Mitte dei 
n.Jahrhunderts in der Litteratur gegllnzt und eloe ge- 
wichtige Rolle im ftnentUekea Leben Dreident (atpielt; 
delier aeiea Uer eisige kune Angebee aber ihn eingeAgt: 
Er war am 26. April 1613 zu Leipzig geboren, hatte als 
FIhndrich und Kapitin Dienste gethan und kam 1640 nach 
Dresden, um hier zunich'ir kurfürstlicher Geheimer 
Kammerdiener eine damals wichtige Stellung, die etwa 
unseren HoMten entsprach; daher such das C^came- 
rariitt<P) hinter teioem Nameo — lutd sugleicb bie lfl96 



Oer Wm Dnn» 9o4aA||ll4m 




c^cri'crcnc 

$DcMci 8t9«tt<^ suNt«« mtfMnm fVMMn 

von tum 2tiptiiQtt fSelobtm 

iOHO C^rfürfll. a^u^cf)l. ju ea^fTen ^offmd^ 

Quc(^ ttütba Der J^uufl ocrbunDctKn ^o4#Dn& 

©r#ft1/ 
6itavcft tot i4$40*Sa(^ 



bliodMfcar n aeiih 
Sehe« Itn vBide 
er io den Itat gia* 

wlblt und war dann 

auch viermal re- 
gierender Bürger- 
meister von Dres- 
in 

tm, 

MO, lOO und I686L 
Dieses Amt wurde 

zu damaliger Zeit, 
wie heutigen Tags 
noch in den Hanse- 
eddlen, von den 



TM Im da .1 

KllwhM rwn C. C. M l l sasl* * i 



auch Senatoren ge- 

nannt, reihum mit 
alljilirlichcm 
Wechsel ualirgc- 
nommcn und be- 
kleidet. Brehme 
atart» am 10. Se^ 
lember 188? ni 
Dresden. Als 
Schriftsteller, den 
Qbrigens auch Goe- 
decke in seiner Lit- 
teraturgcschicbte 
aeam, mag er n 
Minef Zät t in ii^B 
KnfiiihaMbaieh 
aber keineevega 
über die damalige 
MittelmiQigkeit er- 
hoben haben; für 
uns sind seine „Poe- 
sien' unverdaulich; 
wir danken ihm aber 
daaiaRedeeletacnde 
Buch über oder viel- 
mehr für die Buch- 
druekcrci, in dem er 
sich bezüglich der 
oben gestreiften 
Streitfrage für 
Deutschland ent- 
scheidet, und dflrfen 



17 



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'M'a&K'K'K'K'K/K'M'W ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 3»3rMr<w>ar3r3r3rav«arar 



Endlich erscheint das Hrehmesche Buch noch lus einem 
nebensichiicheren Grunde erwähnenswert: CS ist das einzige 
Zeichen dafür, das« auch die Dresdner Drucker von 1640 
der damaligen Jubelfeier gedachten. Diese scheint im 
Gegensatze zu den Jubilicn von 1740 und 1840 in Dresden 
in aller Stille vorübergegangen zu sein, denn wir wissen 
sonst nichts weiter darüber; kein Wunder auch, da die 
Stadt und ihre Umgegend um Jene Zeit unter den Wirren 



des Mjührigcn Kriegs entsetzlich zu leiden hatten. An- 
nehmen darf man jedoch, dass die alteingesessene Dresdner 
Buchdruckerfamilic Bergen, deren damals lllester Sprott 
in Ltipiig gelernt hatte und als .Posiulirer* an der dor- 
tigen Feier teilnahm, wenigstens im Familienkreise, zu dem 
vielleicht Brehme hinzugezogen wurde, den für sie doppelt 
wichtigen Tag sie war nimlich seil 1037 ohne Familien- 
oberhaupt und minnlichen Druckerherrn gefeiert hat. 



«ß5 



Die Erfindung der Buchdruckerkunst. 

Von HEINRICH MEISNER und JOHANNES LUTHER. 

Mii KüllMtteiUjpe und lUU AMtiliSunKca. Vitbaitn ^ KUUng, BtfUfftJ und Ltiprig, IHDU. (Monocriphlen zur Weli(eftclik-htti B««<l XI.) 



DAS Buch verfolgt den in der Einleitung ausgesproche- 
nen Zweck, aus der Menge der Schriften über die 
Erfindung der Buchdruckerkunsl dasjenige herauszu- 
heben, was wert ist, einem größeren Leserkreis der Ge- 
bildeten erhallen zu bleiben. Und es erfüllt seinen Zweck, 




Vom Maler M. 0«iirr jun. 18.12 lafcfen. Kopie d. i. S4n06urc 1870 verbnnnlen Orij|. tMilnjer Bilil««^. Nr. 212.) 



indem es das schwierige und teilweise sehr verworrene 
Material über die Vorgeschichte der ErHndung, über die 
Erfindung selbst, über Gutenbergs Leben und Virken und 
über die iltcsicn Druckwerke übersichtlich gruppiert und 
in klarer, gedringter Fassung und in leicht lesbarer Form 
wiedcrgiebt. So geben die Ver- 
fasser ein nützliches populires 
Handbuch, an dem es bis jetzt 
gänzlich gefehlt hat. 

Einige von der Wissenschaft 
abgcthane .Mirchen werden zwar 
von den Verfassern als solche ge- 
kennzeichnet, wären aber in einer 
so kurzen Darstellung vielleicht 
besser ganz fortgeblieben. In 
einigen Pillen hätten wohl Be- 
hauptungen, die nur auf Ver- 
mutungen beruhen, mit noch 
größerer Vorsieh tausgesprochen 
werden können. 

Die ersten Kapitel des Buches 
(Seite I 46) handeln von allen 
Arien von Druckverfahren, von 
Stcmpcidruck und Zeugdruck, 
von Metallschnittcn, Schroiblll- 
tern und Teigdrucken, von den 
Holzschnitlbiftitern und von den 
Blockbüchern. Sic geben zwar 
einen ausgezeichnet geschrie- 
benen Überblick über diese Ma- 
terie, sind aber doch viel zu aus- 
führlich im Verhältnis zu den 
folgenden Kapiteln (Seite 46 bis 
110), die sich mit dem eigent- 
lichen Thema, der Erfindung des 
Ruchdrucks, d. h. des Drucks mit 
einzelnen beweglichen und durch 
Guss vervielfilligten Lettern be- 
schäftigen. Das Verfahren, von 
Holzplatten oder Meiallplattea, 
in welche Bilder mit oder ohne 
Text geschnitten waren, durch 
Aufstrich von Farbe Abdrücke 
zu nehmen, war vor Gutenberg 
bekannt; es konnte in Form einer 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



kurzen iimlciJung Ke'-chil- 
deii werden, um so mehr, 
•U es zweifcll;cifi sr, «h die 

eingehend besprochenen 
Blockbücher zeltlieh TSr 
den Tjrpendruck M aeuen 
sind. Die ocut Kant 
Gutenbergs wu etwts gßBt 
«ndcrcs: die Trpographie, 
der Leiierndruck, d»s GielS- 
Instrument. Fiel nun die 
Einleitung über den Holz- 
undMeuUiafeldnickso breit 
M» vie in 4ea vorliegenden 
Buche, so mattte, de der 
Umfang des Verkes gewiss 
von der VerUgshan Jlung 
vorgeschrieben war, das 
Haupttbemt n Inn kon- 
men. 

Man möchte z. B. wün- 
schen, dass mehr über die 
erlialieaea Drnckweike der 

frühesten Zeit gesagt wIMe^ 
über ihre Schriften und ihre 
typographische Einrichtung 
im Vergleich mit den ge- 
schriebenen Büchern, die 
Cutenberg als Vorlagen 
dieaten, 8her Uire Sets* 
enimdihfc 
Solche Ein- 
sowie Angaben 
Ober die Rubrizierung und 
Illuminicrung, auch über 
die allen Originateinbindc 
MttleadaSHbdgetragen,dem 
Leser ein enschaullcbes 
BOd von fenen noch vor- 
handenen herrlichen Zea|sa 
aus der FrOhzeit des Buch- 
drucks zu geben. Auch über 
die Verbreitung der neuen 
Kunst bitte man wohl gern 
mehr gebArt, al* die Ver- 



pitiuO.ct F^iöt'q» Kr.QBU in or trfintnt eSimiat 
in US tii^t rcunt oguoe in milSi «Jii* nifi m «»m 
£iniiisinuininir.€tuttMr« ^BnaaOiiWsw^ 
o . qit oo abica ttai emfit er«' 
pnor. 6«e i oBr.^nia ia lerilö I 
or penn ßf.ln ÄißUliua lio fiuuir j>oiur5nrf 

onir.pnine nF pnir> Y<i<> «neiKiu« ni aaon« c6 
peiM Btxil *pmt in Ma tO% ntit.'hmmif *o3 
por # melier (wlkü.« Kk Iknt otibi« babi «im 
«•in«m\(» pmm p optimu*.« tflr flieiariiai 
fu e ai c MC ei m obMut. Vc n^X in *iH<€t pmes 
iiiiMnQ rar mifir cnoo-pma« perii« p>t> m wi i noS 
Ctfcijs qr firut iltcr es ouol ui ;t il ii« cc mul 
es Oiamr.rx pnor K ouobu:: .n pnniu* Ol mul 
«s^fokt SM.« oidt p« in Ui bbio «. Vü eoAo. 
^ muliis ni» pmufeinealius «fu^to pifatar 

älltr Die CDKOMMreeiiabui.Cr rnrnOii ,ipua 
Linno« Otmii.ucfincm nuo<^ jmpult qucc i rar. 
B«iM4.qHoe apMO SKOM non inucnif ut «un 

eMMbwiMaMMat>mtei<lniius.miUHicul>>«. 
CiMU aanib« a anttie comeabiu.aaiKoinv 

ruliM imaenlo fien.uf ^OiufistinOiu'cMluri ".73 
e f( «Oubu lanwn (Dnij;jihua « fuyljnua üOi) 
oümr.rüBue MTplunrO comiiiiui) \i rup<iUnut 
Mü A fl^sH^^MI>lil poM imvr A cqiaanr.ur ioi 
niniiMäf MS mm HÜhor qr Maar «ic^rhRiDie 
OPlimeaUTinaeiibiS «ft.qn mm pnfirö pofiKi 
uT iil(tiini.cciirunf fiqni^eJ'o« rcinjjnuü oc 
aMnIhar.ie «ihtuo Owlnia p pm cwwor .tcrwc 
in euaneB. I^ie nemo Ml «Mae kvpns #jm* 
'.Oft BiiMn qff pioaeeJBdbtP paMr.MC 



t^aaoqiathibiMm 
iae ÄdB itaM • cnim «MnpaA ia«<«r qn ip 
«mpamM ao » all ao atü <Dmvamr.¥r 
j0]lll(« niu fomo» nu4 4 ieftMr*<* aM* uiS 

t finaer nug« iy Mamap.Campaiiauj «nttm 
yasus abtaliuo afai iini9>itr atnurqut «tun ort 
InmeS unten m nA.qü It <a<ibm>n rrqmf 's» 
BbUMUis aalf qnirö piuuli uF rinyiUn lü^tur 
qn ipm nomf On^tlairmiilnr»^"*'" f^iMk 
•t lbloirnne»i"«H.C*iF«öam rc^iU qf qa«« 
cdw obm itsit pofiriB.» s.""« m «yr »mM 
tM « OipUtniH.fJitr eau p"opilcm ranllHiai 
ontm.Vn Tirut bn oionjr.Oum timiUap«« !« 
p«io.itibrjiP Diotdr.fuin fimilior ml uf nbi io 
bguint, 4Bwi Mmcn fic «buTio m rampaiati 
US tlliaie awm n i'i riviifiocAii«.«Dn)l»i(c6na 
W offiewt$i9i«AeMDni.qn »an Avnfiot an»* 
Min lU pofinni.ut potif poftor.ui pontifv nute 
(CiitoM qfiWTia maru.i.miKU» amiu-Vn oic 
,te.eft qn «DmMOaü ao aomiana comeamr.« 
mmui pelM ««ritaMl maic psnürfi eulana. 
If »tttiA mhn eee aO Suloa.l ao anuia fr2 
CMH^cfoe oiteitur.piq ati4B OuIrrOini« tf Cef* 
IMbnt pannoil i»iai«.C»ni>niit5flt.cvri non am 
(VitdT ti ablA.uel rü finnli ab mrSiaiin V-«* 
maior iuurnttm 9 iaiitnibHa.« ataior bo« raH 
!»• « l>ii«.OIfMo.qn non rmnifiat pofwiua <i 
w*»f*or*«o.u« rnftior ■ trilbS-Vn m^gooT • 
" W<p fc"«>.y(ilt'"*"?;^iy°*^ 
elatmum c w>aB ut atfpiMSn» f*** 
k csmi^amm rupiapoeVa " ' ~ ~ 
«laiü «natUeü bab« 4 




lalllalt, PirafraplMotekkcii 
Aas: 



in eiaer 

zweiten Auflege, die |e wohl 

bald <'ii cr'iartcn sein 
wird, Jli Jlis Blich einem 

uitk'.ichen Bcdijrfnis 
nachkommt, der StolT 

iDehr /u gunsten des eigentlichen Themas verfeilt werden. 
Die zweite Aullage wird den VerCusera ancb Gelegenheit 
■eben, IBr Ihren Text die nooeaton Ftotdwngea von 
Sek»mke und die des Jablitunujahr geMlUgt hst, zu 
verwerten. Und der Verisg von VOhagen & KUuing, der 
sich m;t seinen verschiedenen illustrierten Monographien 
ein groQes Verdienst erworben hat, wird dann gewiss die 



tM Mr.aaa aMi<ie«rqaoi|.lmtBi^ uiltr Ibfiif 
Caaftwf aiunn (upolaBafi n>} (cmiuia pfaoab 
ut <«M «imtb lin«sUn aeoaaia «OcoMB.ar tat 
mUhmfimu» raaunsaAMsdi ttaffMuae 
feeMni*ean>t..4liqil neiei aMbhw pomiwa» 
*<)uip»n<» fuo pefiA « ualer «e«lb>a.u( pA^ut 
i ^ihl T iiiat s i.ualW folM.r)*b) ramcn rupUii 
uS pier ruam piiapalti «Dnft-nKTÜTirm.eDnrhuc 
(Sntm Ao poMnu.^S Knir bfi otamr.nun fimi 
irpl«n»als af pialoai.iM «du^m« ot.^m AmriO 
I ttr.ala 



r.platB tn8-a T inn oi^nimnariAo 

qn« amir Tup» ilaitne m pMHM.m im bor moM 
qiuetii.rom« e FoitiirimitraRnoa.i.tuler fotoa 
et MnncM armaä-QSc« u<nit lüpCiUniia <t non 
|Mitina».<}r M bar (omiiue tii.roin« i FoKidi 
muc afinoB.i.uato finna ruprr armes. Iiairi IH 
as <r /upciUriua püt con<Diea>c in gtnf nm ü 
qnirinif^tninun.ut bomo c Onjniirnna citiiluiA 
ril.püt «oant OtftoiiMie. Vn oi^^.quiO avfewl 
offani imi9sOeWt.fitptnj(im Tunt mu, xo<c: 
•«aa.q^«aftBlureeaniiniba* 4«ieomis.«t uro 
ert>enr «enreieiie nim ruN riibftai<nuis^ni mb|. 
in numcTo srnr <r (aru.Vii bn Siantr.niai^oi 
0 c piilcbcmm« Upleü.lmn Taglaeaa iMbtar 
q^neS natuiam |;<icöni«.<r •■spSl«Sn«Mb* 
1« ri frquflnn onnrö. yntr bOttdi.nUlqprtB f 
puktjnnmus ijipioü.iee nnu ptiriua no« fbnt 
ucM aoimr.ii.Gt icm tinrum irbrnt ffinntCAie 
im s<ne cü gtnKö l>qH(iin.(i ase oiftoiOdie.vn 
büM di.lM|Hft£jiea MbSaomrit dt Jmsm f 
^«as wq^ipiaai palK^ Is iitliiais fctf amicAif 
noto B rnR.q> (jnhtiii Rirniir (t1nre1D.IT ni ^ 
aatuo in qucj ^ihnir n itsh^^.Vicü iIIc :irrio H.iu; 
araqi aunwq.ut abquif Isominü nuiit.ul aliqiu 
bs wl ai j «qtir.4i ucie sertaiantr metd m pta 
isl Baiiici«.eitt «Noioai« in fcntw eiSe.nr 

MV''"< alie bonc A\e m.vlo.^i nupri.ia aliA bo 
naabj m,iU jiia>Ti3!u: si.lff fi f^M gncö in gs 
■ab finaiUn nommi» <DUcaiui.tüc ttabM* Ma9 
«tssas IhNMtBs-wnoeefoMkVili 
16 » aMitenr BNdhdiai (saans^ «aa» Aiüe 
popuK f pcfiHi.^i aisf Aar ,p fTTitna lunr erfe 
fcminini gcncns.ur vna ilhiii populi e bctca.b 
aurt fiar |{lic6 pn it in(<nlira.cunc anr aca^. 
MS ilHae asnm alao c fcini alnio f b|rie.ft| an 
ma poaif gtififf eeaian cu) nammt iMdlni tr, 
bat Rl)>t((i« gtnae qnoO ibt { qiiU compacSnet 
bJkxt tßKts geniiiull fUiporaaa.f m ^uTq^ 
ecriM ^gnirä.et lic e oirmoü.vnut nto^-vna » 

C«.« adh vnü rrloq er vnü apalaa.non tn 
nirwmwnbi» ut' »na cpuU.qi gonis pha 
tsl» t fbaias an9HUH.O« bor »Fia eaam eicai 
incK^Bii ,«uai Br noiainitiut ctbioctina a^m 
^ ibif noia q^ pnniiC quincy moOirie'pKx uf 1« 
q^r .^inuü.^n^ ß"* Oifcietönc alkwurjcriMiS 
ut iibica mrau.Qnqi (ü oirciecöna Qtnma.nf w 
nna uimq.lli^i cü otlciccDfl« ^aitna tt aaawri 
firui in «>n>pl»xiui«.ut aiipAiu all« floit viann 
abr Tunt pluiA.Oon mim rontrco qp bü Ciantr. 
miph.iu tht i ^oe.»l\t r<> illüO.^üqi RaiNt qfC 
aaa a le ruipolio.af bujafpopuli alias S AmmO 
aiMd'*pl«B»,Mr4lub«ia aba edtna^ f aai ia » 
W M— UiiitäÜ alii}aiffta«>.ai»i ie oaano 

^'!Ci«£asiM£s 



ju< drm Kiitiohkon von 1480 (vcrkleiittn). 
und lila «ene: ,d* »uptrluiv» XXXVII- «Ind haadasbrlllMcli cinttnk|t. 
t aar BathafacharinuMi.. Vcriag na KrikaeM * KMh» 



Gelegenheit beniit/t n, um J.is wohl etwas eilift und tu sehr 
aus zweiter Hand beschalTtc Abbildungsmatcrial der Mels- 
ner-Lutherscben Monographie sachgemiß zu sichten und 
lellweiee in oraeuem. Von den jeiit neu angefertigten 
AhbiMiMgHivtrdieBtdiofroSo InUi^lteproduktion einer 
Seite der 38ceii^n mbel yaeinieschrinktes Lob. 

Dr. Jean Loubier. 



10 



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mmmmmmmmmmm. Archiv für Buchgewerbe »atMran«w^a«M•^araM^ 



Zwiebelfische. 



IHREM Vatwebe, ciacii Anüiel aus der AMidembruielie 
ISr dM Arebhr m tehrviben, komae ich in nich- 
tlehenden Zelten heute nach. Indem leli mich mit Ihren 

Lesern über dis obtge, liefklc Them« unttrhaltcn wi1l*i. 

Nichst dem Worte Makulatur ist es u ohl das obige Stich- 
woti, wcichos da^ Her; jedes Buchdruckers mit Crsiisen 
errulll un<l gerade der Accidenzleruird öfi<.-r i\% derVerk- 
druckcr die Erfahrung machen mü^scri, « ;c in seinem Be- 
r«icbc siciit leiten das eine mis dem aadereo entcteht. 
Oticlit dock Oteriunpt so manche, aieh Aceidenz 
■md» Dnidtarbaie in Umm Avitnm «{a«n Zarietaliseh' 
häufen, denen STchtunf dem Leser ObertMsen Meiht. 
Auch die Et> niülogic dt"; Vt'i.irtcs Z» ii:liclf;>c(i u ill ich 
liier uncrörtcrt lassen, aber doch darauf hin« cisL-n . \kie 
dasselbe den Buchdruckerhumor unserer alten Meister 
wieder»pi«g«U, di« uns ieui m allen Tonirien als nach- 
ahmenswerte Vorbilder hingestellt werden, aus deren 
Werken wir aber auch mit Recht den Zwiebelilsch als Mas* 
iiichen Urspnmt« heielclinen Untien. So verelaigi sieh 
dm« In dietefli Worte die alte und aodeme Riehmnc, Ja 
man kann es sehlieUieb auch fSr die freie Ricbiung be> 
anspruchcn, wenn man sich über dif leidige Thatsache 
hinwegsetzt, das« es wohl nie eine Buchdruckerei gegeben 
hat noch geben wird, in der sieh dann und wann nielii 
Zwicbclflschc einbürgern. 

Sehen wir uns nun nach einem Radikalmittel dagegen 
um, so mfissen vir die Vorschrift : Urdnaiig in Jeder Hinsicht 
tds «to selehee faeiakhnnn, di« leider in so vielen Drucke- 
rdem hesKiea Tages treifebens n Oodea ist, ebiehoa dio 
verscbicdensitigen Schrillen feden Setter datu anhalten 
sollten. Die Buchstabensignaturen des SchririgieOers, 
welche das gleiche Ziel verfolgen, genügen daiu allein 
nicht, denn v.e müssen SO zahlreich uuflreten, dass man 
sie im gegebenen Falle nicht alle zur Unterscheidung im 
Kopfe behalten kann. Daher ist es denn geboten eine Ab- 
bildung der sehr btuHg votliommendeo Signaiurenmuster 
auf Jeder Seite der ScbrIRprabe nit »la Abdruck m 
bringen, weich letztere am beeien in einem handlichen Ok- 
taviormat hcRustelion sein d&rfie. Jede grSHere Drucke» 
rei sollte es «ber such nicht unterlassen, ihre einzelnen 
Gassen mit einem Nsmen m beretchnen, sowie die großen 
Kastcnrcgalc durch Rrofie Ziffern, die kleineren aber dureli 
Versalbuchstaben kenntlich zu machen. Die Beibehaltung 
der von den SchrlftgieOern oft sehr phantasievoll aber 
willkürlich gewählten Bezeichnung der einzelnen Schrift- 
gatlungen ist wohl weniger nötig, wenn man, wie Jetzt 
allgemein üblich. Jeder Schrift eine besondere Nummer 
luertdlt Dabei empflehll sich Hemer, IBr deren Anwan- 
dung in Verssliea mit Gemeinen, VeraaHen, Kapitllchen 
sowie Versalien und Kapilticben ie eine besondere 



*i ÜCT Vcrfiuscr, tfMT ■■Mfvr llttlile» typo{^^]hl sehen Frcu-nile, Aai^ 

wwiH* aar iiaacf amiKliM wn «M» dradiniiii» Utbaaiaka, dar Tkaortr 
«la Vnat« da* AaeUaaaaaiBH wimmuih, la mSewwanMatr Veta« m/t 
SMaaat aMm Anikal, 4$m itflkaaks «Mhm Mpn «irtkai 

m* Sikitfttrthuit. 



Nnmmer llt«<uecaen, aueb w«n» alle dieao SdniRsn Iii 
ein und demaeiben Kacten liegen. ^-^^ wird dadsreh In 
allen Pillen eine schnellere Verstlndigung zwischen dem 

Setzer und dem Faktor erzielt. Jcd l:r ft zn^^-^s aber 
auch ihr Schriftkegcl sowie ihre mii lortiau/enJin Num- 
mern he/cichncte Nor malsigtiatur m der Probe vorgedruckt 
werden. Seitdem es zum guten Tone gehört, dass man die 
eiiuelnen Buctastabenbildcr so undeutlich zeichnet, dass 
man sie nur mit Hilfe des abgedruckten gancea Worms 
eatriitela kann, muas man Hemer «enlgsMns bei einem 
Grade der taetreIRtnden Gamitnr andi das efauelne Alplia- 
brt der groflen nnd kleinen Rucbtiaben und die ietit hlu- 
figen Varianten de' Ruchslaben mit abdrucken, >* ie denn 
uberhaup' Jies von .illen Zeichen gi!t. welche die Schrift» 
Rieilere; hei einer Schrift miiKeliefert hat. Es ist dabei 
nicht gcnügt;nd, das.* der beticr dies alles in s«iner Probe 
abgedruckt vorfindet, sondern Schrift, Gasse, Kasten- 
anmmer und Regal muss auf jedem Schriftkasten noch b«* 
sonders ersichtlich sein und bcdieM man aicfe ni diesem 
Zwecke neueidiiigs Jener all KsusenUase tbenogeaea 
JMetelMCssfensehilder, deren Answeebselttng sich im Se> 
darfsfallc leicht vornehmen lisst. 

In ihnlicher Weise verflhn man mit den Einfas5.ungen 
und sonstigem Ziermaterial. Bn Ser en-tiinfuissungcii mit 
ihren vielen einzelnen Figurenstücken cmphcblc sich eine 
mit der Anschaffung gleichzeitige F.inrichtung eines beson- 
deren Schriftkastens, dessen einteine Fieber jener Aaiahl 
enisf«eehe« müssen. Die dadttreh enistebcadien Kosmn 
wnrdao sich alsbald bezabh machen, wenn man alle, so- 
wohl kleine als greBe, StOdte In ein und demselben Kneten 
vereinigt findet, die ersteren eingelegt, die letzteren ein- 
gesteckt. Gerade auf diesem Gebiete herrscht sehr oft 
in den Druckereien Jas größte Tohuwabohu. Titclschrificn 
unter Textkcgel nullte man überhaupt ni« als Ein:»ieck- 
schriflen behandeln, aber auch in den Kisten der letzteren 
muss stets auf Ordnung gesehen werden, wozu bekannt- 
lich die mit Kopf versebenen Zeilenroilstficke sowie die 
Kasionklammernsehrzweekdiealichslnd.Esistwohlselbst- 
Terstlndlicli, dass ieder Kasten, in den Zwisbolflsche ab* 
gelegt wurden, stets aofitrt aulgesetst wird, wenn at» den 
vorgefundenen ßuebstsben mit Hilf» eines Umlauftettels 
der ThäterunddasFalsum nicht zu erm it'L\n u ar. Außerdem 
cmpflchll sich, dass man zu Beginn icdcr Woche die Quadrat- 
ficher eines jeden Schriftkastens nach Zwiebcliischen revi- 
dieren lisst, weil viele Setzer leider die Angewohnheit 
haben, diesen Ort als ein erlaubtes Sammclstlfittm Slles 

Möglichen und UnmOglicben zu benuisen. 

Wohl lielte sich noch so «MBcher Ratschlag hier au^ 
stellen, um die sonst baiillenanig sich vermehrenden 
Zwiebelfische zu verhindern, doch der mir zur VerfÜRung 

gesieltii- Raiirrs gestattet die- lieuie niclit- Auch möchte 
ich den sencRten Leser mit incir.ca vursschenden Zwiebel- 
fischen uhcr Zu chclii^chc nicht noch länger drangsalieren 
und mir einen etwaigen Zwiebeiüscb seitens der geehrten 
SehriRleinng gern ersperen. 



*m 20 90» 



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FRIEDRICH RR RCKr- 

LEBESfK^JHLinC 

BUIH ?X:HMl)tT^-HUG° rUTlT/rR 

LErZK 
HERMANN SEEMANN 




Gedruclil (tri C. Hahcrian«! m Lcipiig-R. 



Bcili(r tum ..ArcMv fftr BachtcwcrbC. 



mmmMmmmmmmm. Archiv für Buchgewerbe Mp«««wa«>a««MMM» 
Ober Kunstdnickpapier und anderes. 

Vm iLW. XmCmLy k. k. wIjU. Uhnr ia VIcb. 



BEIM Siadlafli ter gnphlachen Abt^ung der Ptriser 
Veltausstellung waren mancherlei Wahrnehmungen 
ZD machen, die nicht ohne akruelles ItMeres&e für dus Buch- 
gewerbe und insbesondere für den Buchdrucker sind. Ks 
seien in Nccbrolgendem einige Itetiprochen, die tiaupt- 
slcblich der Diskussion wert sein dürften. 

Vor allem ander«! inAeliie ich hier die Venrendiuc des 
Ksmtdraekpapim ««lliiMn, dM, «i* di« in Pari« «aa|e* 
stellten Druckwerke bewieaen, eine feradezu enorme Ver- 
breiiung gefunden hit. Die Herstellnngdteaer Papiergattung 
war durch die Autotypie notwendig geworden, die. wie 
wenige andere Ulustrations- oder Druckverfahren, den 
Gebrauch speziell geeigneten Papiers erfordect, <.oll 
das Druckresaltat eia tadellose» sein. Namentlich jene 
KUachees, bei deren Verlertiguag ein sebr enger Raster 
anfewandt viird«, bM«« voUatiiidlg ihre $«bdaheit und 
BrlUaai eia, wena sie aur uageatricbeaera Papiere ge- 
druckt werden. DcmKcmiQ tiat sich das Kunstdruckpapier 
außerordentlich ra&ch eingebürgert. Vorerst nur beim 
lUustrationsdruckc Verwendung findend, er!.trccKlc sich 
«pütcr der Gebrauch desselben auf Drucltarbeiten, hei 
welchen Klischees mitten im Texte angeordnet waren, und 
schlieAUcli auch auf solche Verke, die gar aicht ülttstrien 
«ina oder aar «iaMtna» gaaae Seitea fBHeade, oder ae- 
perai auf Blittera gediwAle Illustrationen bcealUn. 

Die Zahl der auf Kaastdmckpapier hergestelltea Werke 
ist Legion geworden. E^ wire nun mit Berechtigung die 
Frage aufzuwerfen, ob hier nicht, wenigstens teilweise, eine 
Beschrinkung am PUr/e wäre, besonders wenn da.s Buch 
eiae iaoge Dauer haben soll. Wenn auch die Fabrikation 
geatticibener Papiere seither bedMitend vervollkommnet 
watda «ad maa eiaaelaen Sortea elae viel grdflere Dauer» 
haMgkelt m ▼erldbea Im ataaite war, als von maacbea 
angenommen wird, steht dss Kunsidruckpapler doch noch 
immer weh /urijcl: im Vergleiche mit dem Hadernpapiere. 
Da Schrift zum Druclic keineswegs, gestrichenen Papiers 
bedarf, sondern auch auf jedem anderen bei einigermaßen 
sorgfSItiger Behandlung »,o gedruckt werden kann, dass den 
weitgefeeodaiea Aoforderungen G«n^ ffA»\mX'*Mi soUic 
maa an Blekem flr dea Test ein Hadernpapier and das 
KnaatdniBlyiylaniarlirdion iu aira Ha nrtaiiie rwi wan d ea. 
Natfirlieh glll dka In cialer Linie illr Bl^r, bai «ilAiB 
die Anordnung dar IHasmtioiWfl saF aepaftten BUltem 
möglich i&l. 

XPie erinnerlich war vor ungefähr «wei Jahren eine heftige 
Polemik darüber entbrannt, ob Dreifarbendruck oder Vier- 
Cirbeadracfc vorzualebea seL Hervorragende Praktiker 
and Tbeoredker hatian sieb an dem pro aad contra mit 

ausführlichen Darlegungen beteiligt. In der Praxis ringt 
sich nun meist — wie es ja naturgcmiß ist - jenes Ver- 
fahren durch, welches infolge gewisser Vorzüge anderen 
Verfahren gegenüber sieb überlegener zeigt. Die Park»er 
Weltaussteilung, deren graphische Abteilung eine genügend 
amfassend« Obcraicht gestattete, inftolge der Beteiligoag 



hat aller Nationen, zeigte nun, das» vorllolg miadeatena 

der nreifarhcndruck In weit überwiegendem Maße gegen- 
über dem Vierfarbendrucke angewendet wird. Es ist sehr 
erfreulich, auch hier konstatieren ?u können, dass es müßiges 
Gerede ist, wenn die amerikanischen und englischen Drei- 
farbendrucke alt die besten gepriesen werden; die von an- 
deren Undera, aaaeatUeh aber voa DeuncUaad aad 
Osteneieb nir Sduni grtrac&leB warea anageaeictaaet» 
Leistuageaind bevieaea die hohe Statt der Vollkonmen- 
heit, die Aeaes VerMirea bereit« erreIcTit bat. 

• * 
• 

Die KeRulierung der Druckdtürke bei Cylinder-Schnell- 
prcsscn ist beim Buchdrucke eine hdchst wichtige Sache. 
In vielen Erörterungen wurde bald der Versiellbarfcelt des 
Fundamentes, bald jener des Cyliadeia da« Won gendol. 
Auf das FBr und Wider aal Mar aieiit alher eiagicgpiigea, 
dagegen dne Einricbtnag geaaaat, wte sie bei ia Paria ivr 
Ausstellung gelangten amerikanischen Druckmaschinen zu 
sehen war. Z. B. die .Michle"- Presse, vielleicht die inter- 
essanteste unter den dort im Betriebe vorgeführten umeri- 
kanischen Cylinderschnellpre»tten, besaß weder Vcrsieil- 
barkeil des Cylinders noch des Fundamentes, dagegen 
Sieben zwei breite, Bx aagoordneie Scbmitslei«i*n, die also 
nieBMls eallenit werden, in Anwendang. Dl» Maadiine iat 
IBr atlflma Dmckausübung gebaut und die Verladeraag 
der Dnickspsaaung erfolgt nur durch Verstärkung oder 
Scbwichungdcs Aufzuges. Der an dieser Presse arbeitende 
Maschinenmeister versicherte, daüdicHitvweglassungoder 
Zufügung eines oder zweiei Bogen vollstindig ausreiche. 
Die deutschen Bucbdruckmaschinen bedeutea heute ein 
erstklassiges Fabrikat und genießen, wie es ibaea galtflhn^ 
einen Weltruf ; terner glaabe ich nridi aicht la tiaacboa, 
wean fch mieb erinnere, dass mebreren ersten deutseben 
Maschinenbauern das oben besprochene Prinzip seitlRn- 
gerer Zeit bekannt ist. Es wirc nun gewiss v on hohem Inter- 
esse, wenn von dieser Seite hier eine Äußerung erfolgte, 
ob sie die Sache, die ja nicht einmal eine Neuerung bedeutet, 
sondern von manchem Maschinenmeister auch bei Pressen, 

die Verstellungen snlasaen, geBbi wird, fOr gut finden. 

• * 
• 

Znai S^laa«» ai0dit« idi einer Aaregung Raum geben. 
Dioaelbe bolrfll das Bttctadruekptahat. Es ist einleuchtend, 
dass eine typographisch hergestellte Affiche in der bisher 
traditionell gepflogenen Ausstattung kein Objekt für die 

Pariser oder eine andere Ausstellung bietet. Dement- 
sprechend fehlte dieser Zweig des Buchdruckes in der 
^cincsiad; vollstindig. Man sollte nun meinen, dass SttF 
dieaem Gebiete eine einschneidende Reform mAgllcb wBra. 
Die Jetitin hoher Bifite gelangte mederae RIebtuag lieOo 
sich beim Plakate trefflich anw enden. Der allerorts geübte 
Tonplattenschnitt, die zahlreichen geeigneten Schriften und 
derben Verzierungen, das iillniühlich sicli durchringende 
Ucstrcben, überflüssigen Text hinwegzulassen, wircn einem 
Versuche, geschmacfcvoileBttebdra^plakaie CO verlntigea, 
nur förderlicb. 



«• 21 tOb 



Dig'itizeo Ly <jO 



m/ttmm/ttMftt/tt/tt/m/tt. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jrjrwarjrjrjrjrjTjr» 



Das Register bei den Zweitouren-Maschinen. 



BEI Schnellpressen mii dauernd umUurcndcmCylinder 
(Zwcttourcn-Maschinen) hatdasgcnauc Registerhalten 
bisher als eine nicht gelöste Aufgabe tu gelten gehabt- 
Einige Maschinenfabriken, welche derartige Schnellpressen 
bauen, haben dies in ihren Katalogen sogar olTen einge- 
standen. Andere gehen mit Stillschweigen über die Ke- 
gisterfrage hinweg. Warum eine Zweilouren- Maschine 
kein Register zu halten vermag wird leicht vcrstindlich, 
wenn man unter Betrachtung der beistehenden Abb. I der 
nachfolgenden Darlegung einige Aufmerk'^amkcit schenkt. 



worden isti. Nimmt man an, dass, was aus ZweckmiQig- 
keitsgründcn meist der Fall sein wird, wlhrend des Druckes, 
also wenn der Cylindcr sich in seiner Tieflage befindet, die 
beiden Rldvr h und r dicht und ohne Spielraum ineinander 
eingreifen, so wird dies nicht mehr der Hall sein, wenn der 
Cylinder angehoben worden ist. Vihrend die Zihne der 
genannten Kädcr während des Druckes also regelrecht in- 
einander greifen werden, wird dies, sobald der Cylinder 
gehoben ist. nicht mehr der Fall sein und die beiden in 
Frage kommenden Zahnrldcr werden eine Stellung lu ein- 






7 



Bei Zwciiouren-iMaschincn erfolgt der Antrieb des Cy- 
linders von der Kaupiwelle aus durch Vermittclung eines 
Zwischenrades, welches sich auf fest am Gestell der Ma- 
schine angeordneten Zapfen dreht, vergleiche Abb. I. in 
welcher a das Antriebszahnrad auf der Hauptwelle, b das 
Zwischenrad und rdas Cylinderzahnrad darstellt. Rckanni- 
lich wird nun der Cylinder bei Zweitouren - Maschinen 
wlhrend des Leerlaufes angehoben und während des 
Druckes auf das Typenbeti herniedergezogen, er hebt sich 
und senkt sich also einmal während jeder Druckperiode. 
Dieses Auf- und Niedergehen des Cylinders wirkt in der 
Weise auf den Antrieb zurück, dass der Zahncingriff 
zwischen dem Cylinderzahnrad c und dem Zwischenrad b 
ein verschiedener wird, je nachdem der Cylinder gehoben 
und gesenkt ist, da durch die Bewegung des Cylinders in 
der senkrechten Richtung der Abstand der .\chse der 
Rider b und c ein verschiedener wird (vgl. Abbildung I, in 
welcher der Cylinder in seinen 2 Stellungen wiedergegeben 



ander einnehmen, welche der Abbildung 3 entspricht, 
während der richtige ZahncingrilT wie in Abbildung 4 dar- 
gestellt erfolgen müsste. Die beiden Zahnräder werden 
vielmehr nur noch lose ineinander greifen, es wird sich 
zwischen den Zähnen ein Spielraum von einigen Milli- 
metern bilden und man wird, wenn man kräftig genug ist, 
den Cylinder ein wenig hin- und herbewegen können und 
dieser Umstand ist es, der bisher das mangelhafte Register 
an den Zweitouren-.VIaschinen erzeugt hat. Denn die an- 
gehobene Stellung des Cylinders ist dieienige, in welcher 
die Greifer den Druckbogen, welcher gegen fest am Tisch 
angeordnete Marken angelegt wird, erfassen und es ist 
ganz natürlich, dass, wenn die Greifer infolge der unge- 
nügenden Führung des Cylinders nicht immer ein und die- 
selbe Stellung im Verhältnis zu den Marken einnehmen. 
Passfchler entstehen. Denn es ist zweifellos, dass der Cy- 
linder und damit die Greifer, wenn dieselben nicht ganz 
sicher geführt sind, infolge der Erschütterungen, denen 



<^ 22 «6» 



Digitizc 




vmmmmmm, Archiv für Buchgewerbe wiMMMMmm««» 



auch die bestfundiertc Maschine ausgesetzt i»t, ihre Stellung 
von einem Male zum aaticren indem werden und bald mehr 
bald weniger Bogenkante fassen werden. 

Die Ertenniai* dieser Tbaisacheo bat ana die Finna 
5dWI«r 1^ Oteidke in hOpzlg dazu cefDhn, ciae Eia- 
TidnmiK «a dar ZwettaaMa-Maiehlae aanbriagea, «eteha 
voOe CtfltohmUilMt dar ZaluMinCrifl» nriaebea daa 
Ridern a, h und cbediagt, gleicbgBltfg, ob der Cylinder fe» 
hoben oder gesenkt ist. Diese Erfindung wird erliutert 
durch Abb. Z In dieser Abb. bcJcuien ab c die bereits 
au» Abb. 1 hekinnten Zahnridcr. Das Zwischcniihnrad h 
Ist in diesem Falle «her nichi. »ie gewohnlich, auf einem 
(est im Masctiinengesrell ruhenden Zapfen angeordnet, 
sondern dreht sich um den Bolzen e des am besten gabel- 
Mnalg ttttgeUldeiea Hebelarmes/ elaea Vinkelbebetsf. 
DieaerVlakeihebelf dtelKiieli umdleJlclwtdaiAalritbsx 
rades a und ist mit seinem aadetaa Am A fdlenUf Mit 
einer ZugsianKc i verbanden. Diese ZngMange i amhaat 
mit ihrem anderen Ende einen excentrisch angeordneten 
Bolzen k. Eü ist nun ohne weitere» verstlndllch, dass, 
wenn Excenter k verdreht wird, der diis Zwischenrad h 
tragende Hebelarm/ einen Ausschlag machen wird. Die 
erwihnten Maschinenteile sind in ihren beiden In Frage 
kamaieaden Siellungea in Abbildung 2 wiedcfgegiebea und 
cvar iat Ihr* ^Uuat bei geaeoklem Cyliader durch Pnnkt- 
Haian, llira Sniltmc M gtltobanan CyUndar in aaafe* 
logeaen Linien gereicbnet worden. Bs wird also darch 
Verdrehen des Excenfers l' ein Hin un* Herschwiiigen des 
Zwischenrades b bewirkt werden, und zwar ist diese 
Saliwln|baw«|intK 4*« Mtcliennidaa aa TOtiasaliaii, daas 



das Rad, wenn sich der ("ylindcr hebt, nach rechts eine 
Kleinigkeit schwingt, und wenn der Cylmder sich senkt, 
eine Kleinigkeit in entgegengesetzter Kichtung um Zahn* 
rad a gedreht wird. Das Zwischenrad b folgt also der Be> 
wagiiag des CyUaderantriebsrades c und zwar ist die OrSle 
das Auaachlaäat, walcbea daa Zviscbearad macht, m bc- 
maaaaa, dasa aa aiait im ragalreehiaa Zahaaingriff aavaU 
mit dem Antriebsrad a, wie mit dem CyllBdersabarad c 
bleibt. Die ZIhne der Rider werden, mag der Cylinder ge- 

hohen oder (jesenkt sein, stets dicht ineinander eingrciFen, 
vcrRl. AbbildunK4 und es wird, mag die Presse den stiritstcn 
ErschülterunKcn ausgesetzt sein, der Cylinder keine un- 
besbsicbtigte und willkürliche Drehung um seine Achse 
aaalOhiCa kCanen. Sein Antrieb ist frei von Spiel- oder 
totem Caag» nnd die Folge davon ist, dass die Grelter Im 
Verblllnis w den tatslehendea Vordarmarkan stets an 
deraefeen Stelle des Begcii Irnen «etden. 
Die Pfrma Sirft«n«rfrOitttMte ht USp^ l^t hierdurch in 

cinfachsler'St'cisc ein Problem gelöst, welchem man sciljahr 
uni,! Tag nachjagt und welches seit Erfindung der Zwei- 
touren-Maschine als das nächste Ziel, dem eine weitere 
Verbesserung dieser vorzüglichca Maschine zugeiiJhrt 
werden rousste, erkannt wurde. Es dürfte keinem Zweifel 
nnterltcgea, daas ea aich hier um eine gani bedeutende 
Verb ci eeniBg dkaar MeaekinMfbni haadaK md daes 
dnrch dlaaa ErhMhmg dar Ptoma SMbdtsr ^ GfMMftr die 
Zwefiourett-Maschliie In Oeatalt der von ihr gebantea 
r.V.'indsbraui'- eigentlich erst das geworden ist, u-as sie zu 
werden berufen war, nimlicb eine für die feinsten Cbromo- 
arhatlen verwendbare, achnelllaslbnde Cyllnder'MaaehiBe. 



Ein neuer selbstthStiger 
Anlegeappmt an der Buchdruckschndlpresse. 

Von H. DANNENBERa 



ANLASSLICH eines Besuches des Faktoren-Vereins zu 
^ Leipzig zur Besichtigung der Maschinenfabrik t^rtusst 
& Co., Leipzig- Anger, welche als SpezialitSi Draht- und 
FadeobefmuaehiBen Ar B&cher und Brosebfiren, Bogen- 
Adsmaachfnen fBr Weil^ nnd Zctamgadnick (auch mit 
Phdenbaftang) baut, vnrda n« a. audi ahi ««ibstlhitig ar* 
heilender Amegeapparal fBr nadidnidknasGhlBan an einer 
Schnellpresse vorgeführt. 

Man arbeitet in vielen Lindern schon lange an der 
LAsung des Problems, der Schnellpresse den zu bedrucken- 
den Bogen miiom.iiisch, d. b. ohne menschliche Hilfe, zu- 
zuführen. Die Verwirklichung dieser Idee schien anfangs 

10 keinen grofien Resultaten su führen, denn di« Kon- 
•tniktioaen waren meist in komplliiert, nm daa ae «prBde 
Material, d. h. daa Pa^er, weiahea in verafhalieB war, 
unter ihre Herrscball sa nrhigsn. In nanarer Zelt alad 
Indessen die Versnche mit dem aiiiemaHsefaca Bogen- 
anlegeapparst entschieden mit Erfeig gekrSnt werden. Da* 

tu hat auch der Anlcgeapparat mit beigetragen, welchen 
die Firma Preusse b Co. konstruiert hat. Vor allem ist die 
Einfachheit der Konstruktion hervorzuheben. Gerade die 
grolle EinMcbheit, leichte Oberstcbtlicbkeit und Versiind- 



lichkeit, »lit denen sich jeder Arbeiter ohne Mühe vertraut 
machen kann, ist eia Weg zur wirklichen Lösung der Frage. 
Diese Eigenschaften hat auch in richtiger Erkenntnis der 
ErflBder hier als Gruadssis su%eataUt, deim das Papier 
darf in seiner L^age and Pikning keine IboRriebeae Be- 
aeknnkimg erMiraa imd deshalb iit ata komplizierter 
Apimratla schon ein Hlodemieaatf eh ealtet. Der Apparat 
beruht auf der auch schon anderweit benutzten Saugvor- 
richtung vermittelst Luftpumpe. Der Papiersiol]l wird wie 
gewöhnlich auf den oberen Tisch gelegt, so zw ar, dass der- 
selbe tku einer hier angebrachten Seitenroarke, welche je 
nach der Seitenmarke am Einlegedeckel entsprechend ge- 
stellt wird, angeseut wird. Über der Vorderkante des 
l*aplersioBes befindet sich eine hohle Stange^ aa ihren 
Enden mit einem Schlauch mit dar Lalkpnmpe in VsrMn- 
duag atebaiid. Auf dieser Srnnge beRnden sich eine ent- 
sprechende Aniahi bohler Bügel mit Öffnungen versehen. 
Wird die Schnellpresse nun In Gang gebracht, so hebt der 
obere Tisch den PapierstoU mit der Vorderkante an die 
Bügel, welche vermineist der Saugvornthtung den Bogen 
festhalten, nie Bügel machen »ber, damit der folgende 
Bogen nicht an dem obersten Bogen anhaften kann eine 



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mmmmmm^m/wwMm ARCHIV FÜR BüCHGEWi-RBb jMMaK^maMw» 



wInVtiKc Bewegung, der Tisch mit dem PapieretoS senkt 
sielt wieder «bwlm, so dass der oberste Bogen sich leicht 
von dem PapicrstoQ »hlüst. Die Bügel tragen nun durLh 
die mit ihnen befestigte Hebelvorrichiung den Bogen über 
den Einlegedeckel an der Seltenmarke entlang den Anlege- 
vordermarken zu, wo der Bogen in riehliger Lsge von den 
Cniftirn erfasst wird, wihrend die Bfigel wieder ihre am 
Anhng bnchTtobM« SmHmsc «laMhmM und «icli für den 
Enpfrag des nldiMca Bogen* bereit bekeii. Vw mn iber 
bei dem Vorzug der Eiitfaehheli den Apparat wertvoll 
macht, ist, dass deraelb« alle Sorten Papier, ob schwach 
oder stark, gleich gut verarbeitet. Der Apparat tiindcrt Jen 
Mast-iiitienmeiftser beim Zurichten oder soitMigcn Arbeiten 
an der Maschine nicht im gciingsten, br;iin hi nur eine eui 
fache Bedienung und Ist sebr leicbt zu handhaben. Die 
Umstellung für verschiedene Formate ist die denkbar ein- 
bcbaie und kBneuc. Ffir Papier gleiciier GrAite, aber ver> 



schiedener Qualitit Ist eine Umstellung nicht erforderlich. 
Ein genaues Register und ein leichtes Anmontieren u 
Maschinen jeJer Bnuart tlnd dl* Folcn dstr vtiiildnrelK 
dachten Konstruktion. 

Es ist klar, dass ein solch zweckmiBiger Einlegeapparat 
einen Vorteil für die Bucbdrucitereien bedemei^ «eil er di« 
Schnelipresae unabblnglger von den ZnllllUtaitai raeaacb- 
licber IMltwirkttflg nnd damit vaUkiMinMwr tMdit. In«- 
beaondere werden alle dIelenIgeB MüchlneonNlaiir ainna 
wirklich branehbaren Apparat begrfiSen, weleke tUhtfft- 
nügend mit niverllastgen Hilfikriflea veraeiMn alad. Aa* 
dernfalls aber ttommt auch eine Druckerei bei Benutzung 
eines solchen Apparates in dringenden FUlen aieinaU mit 
den geset/iichea VcrardnuBgen betfcflbdtrObctirbcitla 
Kollision. 

Anm. dfr Schnftttitmng, Vir lioit In der •atenehlMa Lage etac gßmmm 

Msaauat aitm Af ptrsm !■ alckun Heft als nfflai* trlaf n kaaaaa. 



Neujahrsluulen und Kalender. 



DIE alle aadadiMeStia, sieh bellt Baglnnainaa neuen 
JnhK* GHkdnranaclikaTten luiuaeaden und eich da* 
durch Zeichen freandllcbeti Gedenken» ru gehen, hat 

eine Zeitlang bedroht geschienen durch d:e ^ogen. Ah- 
ISsun^ der Visitenkarten, bei welcher an manchen Orten 
der Name des Ab)i>senden :n einer am Sylvestertage er- 
scheinenden Beilage des verbreitetistt:ii Lukslblattes gegeii 
Zahlung eines kleinen Betrages für milde Stiftungen ge- 
druckt wird. Durch dieae AbMaungen ist die Sitte der 
OrmalatiAaen hdoeswe^ beseitigt, sie tot vielmehr In ge* 
visama Stan wtrti^ worden; — man llast aelaen Namea 
drarten nnd aehüttelt damit die kom^nfnnieffim, oh recht 
lästigen Glücl(wtin<ichverpflichiiingen ab, den herzlichen 
aber geht man nacli wie vüi luch und sendet Karten, so- 
weit man nicht vorziebt, persönliche Besuche zu machen. 

Und dies ist nicht ohne Rückwirkung auf die Karten selbst 
gablieben, sie sind immer schöner und feiner geworden. 
Bmraie daf&r iat dar Inbah dea recht dicken iWustcrbande», 
wclelMa die Kvnsidracheral na PBnttr 6- Bonfe» ia. 
ZmicJkott Ihrem weiten Kaadeakraise wieder voigalegt hat, 
der neben aehdnen und beUebten Karten der letzten Jahr- 
ginge mehr als sechzig neue Muster enthsit, von denen die 
Mehrzahl in Dreifarbendruck, bekanntlich eine von der ge- 
nannten l'irniii meisterhuM gepdegre Spc/ialirät, aiisgefnhrt 
sind. Die Sujets des auf den Karten angebrachten bild- 
lichen Schmuckes sind natürlich der verschiedensten Art; 
liebliche Miolaturtandacfaafien, Wald- und Jagdscenericn. 
Blimien, Btttter tmd FrBchie, Genre u.a.w,, alle« ist ver- 
wertet, was daa Augn erfreuen kann, aei ea durah die Dar^ 
Stellung dea Cegensiandes aelbst, sei es durch Elegana dar 
Zeichnung, Pracht der Farben, und für den Buchdrucker 
noch ganz besonders durch die mustergültige AusfQhrung; 
einige Karten tragen auch das Biichdrucker» «ppen in feiner 
Prigting Die äußere Form der Karten i5t die verschieden- 
artigste; es gieht nahe/u quadratische, schnia;c, lilnglichc, 
tralcbemitabgerundeten Ecken, mit schrägem odvrgersdetn, 
glattem und gewelltem Goldschnitt und auch ohne die<ien, 

Klanikerlea a.a.w. Und wem die Karten gewöhnlichen For- 



men nicht gnnügen Sellien für dea Ausdroak aeiaer Go> 
IShIe, dem Meietdle Pirtas FOrrter&Borrla aach aoleke ia 

Oktav und in anderer Penn, sowie Blankette tu GIBck- 

wunschbriefcn u.s.w., wie sie auch fürdiL' HcJ r'nls - c Jer 
U'.ntcrsaison vorgcsorgl hat durch Vordrucke lüi /lerlicfic 
und feine Tanzkarlen, Menüs, Platzkarten, ja sog»r durch 
Blankette zu Einladungsschreiben, zu Diplomen und an- 
deren durch die gesellschaftlichen Verhlltnisse be J riLvc - 
eleganteo Onickarbeiteiu Ibra beiden MutterbOcbcr haben 
ihre« kuastteehaisehea Inhalts halber aock bcsoadaeea 
Vcn sloSlHdlannbjekte Nr alle amhMaMa Jünger Omsa^ 
bcifS nnd Sanefeldera, nnd kSnnen Ihnen deakalb aneli 
unter diesem Gesichtspunkte empfohlen «erden. 

Herr H.Hohmann, Holbuth- und Stcindruckerci in Uarm- 
■stadt, hm auf c.ncm l'lakat die i'robendrucke von sechzehn 
Karten zu^animengesa-lli , die sich slmllich durch vor- 
treffliche graphische Ausführung auszeichnen. Bei einigen 
derselben ist die Zeichung etwas tu groll geraten oder doch 
nicht im rechten VeiMltafs cn dem Format der Kinea. 
AnrOkMT oder Quart würden die Zel^iwagca aieheflleh 
einen besseren Eindrueh machen. 

Eine derbedcutcndstenKaricnerzeugerinnenauflilhogr«- 
phischcmWcgc war bisher die berühmte Kunsianstalt von 
f". V;\;,T III ,%ijr;7^iT^', doch hat sie diesen Zweig ihrer 
Ttiädgkctl Kl't fa&l ^iac eingestellt, was vom graphischen 
Standpunkte um so mehr zu bedauern Ist, als ihre Erzeug- 
nisse stets in jeder Beciebung, sowohl waa den Gcgenaian^ 
als such die graphisehe und die Inilera fcaasllediaisdM 
Auaführaag anbatraf, mueleigiUtig wann imd ralicade 
Nippslcheleben bildeten. Sie erbettele Indes vortagsweise 
für den englischen Markt, auf dem jetzt minder feine und 
meist geprigte, mit Buchbinderstcmpcin ausgestattete 
Sachen Mode gcutirdcn sind, in welche die Besteller ein- 
zeln ihre Namen eingedruckt haben wollen, wa« natürlich 
von Nürnberg .uis nicht in lohnender Weise durchzuführen 
ist. Außerdem sind die Preise der bisberigett WeibnechtS' 
undNeuiahrskanen auch vonsonstfMeneflglisehenFiraKn 
so hcrabgedräckt worden, dass ea bei dea Jeitt ial>«BlsdK 



M 24 •B» 



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mmmmmmmmmmm Archiv für Buchgewerbe a»amM4»Mmmam 



landso Kcwaltig gcstciRcrtcn Arbeitslöhnen undMaicrialien- 
prei^en dem grollen Nürnberger Hause vorteitbafter »einen, 
diesen auBerordentlich mühsamen, unendlich rielZcit und 
Arbetiakrall in Anspnicb nebmendcn Fabriluuionsiweic 

DleHnsttlluivder ■adefenNeiiJihnciM, derKMmdtr, 
erfolgt indea noeti in dar iVttCmch«« Anstalt In gleicher 

Vielsel»igkelt, Vielarti'gkeil und Schönheit, wobei man aller- 
dings konstatieren muss. dass die künstlerisch vollendetsten 
und schönsten /umcist für den englischen Markt hc-simmw 
sind. In Deutschland will man höchstens eine Mark für 
eilwti Kalender ausgeben, wenngleich derselbe uns ein 
treaer Geflhrie ist für das ganxa Jator und in di«a«r Zeit 
avbr bttracbtet wird, tH mancliea bvcbbvwerlele Kunst- 
blatt. Nisten deutsche Kalender erseheinen im Kunst- 
verlage von Theodor Stroef er in Nürnberg; sie sind rühmlich 
bekannt titld auf sie brautht hier nur hinge» icscn zu Mor- 
den; der (iocthe-, der Schilier-, der Shakespeare-Kalender 
niii ihren zarten Illustrationen und Citaten aus diesen 
Dichtern sind weit und breit eingebürgert und beliebt, und 
so sind es auch .Tag ttn Tag", .Im JabKCtaur*, der diesmal 
•in« Pttasi« al« TttaiblM irlgl. Von en^idioii Kalendom 
seien erwihst «Ttae Seasons", .Golden Times" und »Tbe 
RcmbrandtCalendar^', CroOfolio, der sich an die Welt der 
K u n s I t'r e u n de wendet. Sei ne vier meisterhaften Radierungen 
rcproducicrcn Rembrandtschc Originalgemlide; jedes der 
Blüner, die wohl auch ohne die KatenderzilTern gedrnckg 
sind, ist wert, in den Moppsn kunstverstlndiger Sammler 
nufbewahrt su werden, — es fepriaentiert dieaer Kalender 
die Afimknii« d«r Kuum ainer den tbfaMlen Jsfcres- 
cnehslDttBgen, welch letitereB die slmllicliea ITMandien 
Kalender angehSren. 

Zu den schönsten und ci|»ennrtigsten Kalendern ziblt 
der im VerlaRc der Universitätsdruckerei von H. Stärtl in 
Wür;burg unter dem Titel „Allfrinkische Bildet" erschei- 
nende, als siebenter Jahrgang vorliegende illustrierte 
Prachtfcalender. Er MIdet ein schmalea Folie, mit dem 
Kelendariumauf de« liHieRS«iiendesUi8aclils|s,aisdnaeB 
VordmelM die NaChUldusi des bekamnen alten Leder- 
bmdM Auioqppl» bemitn wurde. Derselbe bildet «inen 



» eiteren höchst merici* urdigen Beleg dafür, dnss Guten- 
bergb Kunst des Druckes mit beweglichen Typen schon ihre 
Vorliufcr hatte. Denn der abgebildete Einband trigt mit 
vertieft geschnittenen BuchstabeD*Stempeln eingepreast 
dleUmsebrilk «Anno Deisini mcoccxxxxü Uber ist sliiatas 
est per frursfli centadttm Rmter eenveatss Mfenfeeifen- 
ais erdinis praedlcararuin*. Den Inhalt bilden reizende 
Ansichten frlnklscher KunsidenkmJler und Kunstwerke, 
sowie Slratlcn- und Ortsbilder aus Franken, Porträts 
u. s. w., similicb in feinen Autotypien reprodiuieii und 
in Fhotographieton gedruckt, während der begleitende 
Text aus Schwabacher alten Schnitts gesetzt und schwars 
gedruckt ist, an den Qbenchritlen in Rot eine mit der 
Schwsbacher bsnmminwide Gotlsdi ▼enrsndt wurde. 
Die „Altfrtnkischen Bilder" gereichen dnrch ihre gediegene 
Ausstattung der Stürtzschen Druckerei sehr zur Ehre. 

rUrsIt-r ö- iiorric in Zaickaa haben zwei Wochen-Ab- 
rcißltalcnder herausgegeben, der eine, »umgestaltet in 
moderner Richtung, wirkt günstig durch die Hunnonic 
seinerFarben; den anderen zieren Rosen, Vergissmeinnicht 
und Schwine, sowie als Deckblatt der Vocbentage eine 
melertecbe WnMIsndsehalt im Vinter* wibrsnd ^ Fuft. 
leiste In vlerMIttrtgen Kleeblittem sebwdgt, so dass der 
Kalender all : n . ; n n Hnü prangern unbcdinglRlückbringend 
sein mu^s. Uie graphische Ausführung desselben ist wie 
i L P9nttr » Bommttwn Arbeiten eine Mebat 

saubere. 

Die Buch- und Kunstdruckerei Steyrermükt in IKn^ 
liebt die umhngreichen Formate} ihr Kalender pro 1M>1 
misst 64:80 en, von welcher groOea Fliehe da« Kalen- 
darlum aber nur ein bescheidener Raum smewinca Ist. 

Der übrige Teil bringt, wie alljihrlicb. Ansiebten aus den 
scliönsien Gegenden des österreichischen Kaiserstaats: 
eine solche aus Wien in hellgrauem Litho^raphieton, 
und iwei CliromolithOKrapliien : den U'o1fg»ngsoe mit Schaf- 
berg und Dacbsieia im Hintergrunde, und den Zeller See 
mit seiner (rsOanIgen Umg^bant. Vnldbeefensw«l|ie, 
VasssHOien u. s. w. rsrUnden tesp. trennen die vcr> 
seUedensa Teile das groBen KalendetMIdes In der Har* 
m«nle dos Bildes sieb gmdkicltt einiOisader Weise. 

Tbeod. Coebel. 



Aus den graphischen Vereinigungen. 



Berlin. Aus der Berliner Typographischen Gesellschaft 
sei snnichst berichtet über eine eigenartige Sammlung 
«njfiBiftcikarfinidfcnwAMi, die das Gcsellschaflsraiiglied Herr 
RaM Stern In der eisten NOTombersItning anageslellt hatte. 
In seinen dazu gegebenen Erläuterungen wies Herr Stern 
darauf hin, dass, wenn man auch nicht gerade von einem 
speziell ungarischen Stil, i.« noch nicht einmal von einer 
ungarischen Manier, wenigsienn im Buchdriick, sprechen 
Umie» so doch Bestrebungen zu erkennen wiren, die dar- 
Buf Mnauegiflgen, den besseren Acctdeudruciwacben und 
Bucbsusstnmiufefl «in dem u^garlseben Gesehmeek ent- 
spredMfldss OeprifB n nrleUiei. So bebe die Ftrms 
Mty«r fr SeMsfeAar in Wkm eine Beihe von Omtmenien 



geschaffen, deren iMoi:vc den Z.eichnunRcn auf alten Haus- 
und Kunstgeräten entnommen seien, wie sie früher von 
uagsrischen Kfiitsilern vietfscb «usgefubrl wurden. Leider 
ist bei der Hentellung dieser Ornamente die Fraxls su 
kurz gekommen, denn sie sind fSr den Buchdruck nur in 
ganz wenigen Variationen zu verwenden. Seine Vorbilder 
sucht lind (indet der ungarische Buchkünstl«r fast auS- 
schlicßlich unter den deutschen Druckerzeugnissen, doch 
hinkt er dabei in der Nachfolge seinen Vorbildern erheblich 
nach. Das liegt einmal an der Unxulinglichkeii des Ma- 
terials und suffl endem sn der mattgelnden Sehultuig des 
, nngaiiaeben Aecidenzsetzers. Erst neuerdings bat msa 
den Gedenken wieder aufgegriffen, znr einbeitUcbcn Aus- 



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mmmmmmmmmmML ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE ar4rJrdrJrJrdr3c^a»a»ar 



hiUluT'.>;viiii AvLvJcriysül^urn ciiiu Fachschule ?u hL-^rün Jc-n. 
Uocli »utii ilt-m DnKXvT :t-hli i v jii Jen •j-fo; jlichcn 
Kenntnissen über l arbL-n/u^ammcn^td ,iirij;":i i:iul vlcri ii 
Wirkung. Wenigstens läclitn dic ausKc-tclItL-n Arbeiten 
durchweg ein krlfliges, sicheres Kolorit vermissen, so dass 
«uch den öuenreicb- ungarischen Bucbdruckern das ein- 
gebende Studium Twi Fr. W. OM» IfrafCis nTeehnik der 
bunten Accldcni:" mf elegentlicb«! emptoblun werden itinn. 
Dieses ganr vortreffliche Verk. dts letit in 2. Auflage er- 
schicriL'n ist. rnn J m ^crsilhcn Sit2unf; eine wolilveriiienie 
Wüidigunc Denn uas ,Ter.;Jff auf diesem Gebiete, selbst 
von leisi inn^-iliimTeri rUiiun nru Ii >;e^iindi^;I ■.. irJ, hLdarf 
dringend der Unterweisung von berulener Seite. Und der 
Vertiascr der .„Technik der bunten Accideaz" geilSrl zu 
dlcwo berufenen Lebrmeisieni t Velchc vnnttglicbcn 
Viiknngen Bbrigcnt auch oiine Anwendung van Farben b^ 
den modernen Aeeidenxen in erreieben ist, konnte n einer 
Anzahl solcher Drucksachen aus der Buchdruckcrei von 
Herrn. Prüt ki r in Fm lii n,i,i Briün gezeigt »erden, die der 
Vorsilrende /ur Au>lai.'r hr.>elite. Im wescniliehen handelte 
CS s.ch um Arbeiten für die tie'r..innle angesehene Berliner 
Kunsthandlung Keller tr Httrur, die es liebt, dass ihre 
Dfucksachen auch im Format von dem Allilglichen ab- 
weichen. So wird z. B. bei der Verwendunc eigenartiger 
leistRi und Vigneiten da> Papierformat nach der OrSBo 
und vcnelilnflNeren Anordnung dieser LeislenundVigReitcn 
bestimmt, wibrend es bisher Sitte war, dsss die Zierleisten 
nach dem gegebenen Papierformat zu «ählen waren; es 
kam dabei hin und wieder vor. dass dic Leisten zu kurz 
waren, welchem Mangel durch \iiluj;i r; ni6glichst unpassen- 
der Schnörkel in secessionistisch wirksamer Vt'eise abge- 
holfen wurde! Hs ist wünschenswert, dass auch unsere 
fiihrenden Kunstdruckereien die in d«m Keller & Reiner- 
acben Vorgehen gegebene Anregung beherzigen. 

In der zweiten NoTembergitzung hielt Herr Fritz Scbaw^r, 
Vertreter der beicannlen Berliner Kunstansimit W. Neu- 
mann & Co.. einen Vortrag Otter Afaft- und Olant- Lieht' 
druck. Der Vortrag wurde unterstützt durch eine große 
Zahl Kunstblätter in beiden Ausliilirnngen, durch zwei Ne- 
gative und zwei für den Druck hergerichleli! Glasplatten. 

Der Lichldruck, «uch Albcrtotypie, l'hototj pie ;:nd Licht- 
/Wmdruck genannt, beruht auf dem eigentümlichen Ver- 
halten der Chromgelatine gegenQber den Lichtstrahlen. 
Alle belicbieten Stellen einer Chromgelaiinsishicbt werden 
gegen Wasser unemplndlieb, nehmen aber eine Ibttbaltigp 
Drockschwlrze an. Vermittelst eines photographischen 
Negativs kann man also von jedem Original nach ent- 

Spreclii-n J-.-r Keli;indli;nt; rine gebrauchsfähi^t' positive 
DruiLkpI.it'e .ms ( iti - inii'.elaiinc herstellen. Tessu Je Mnthiiy 
in Metz übte dies,' \ erf.ihref im Jahre ISfiO zuerst aus 
und gebrauchte als Unterlage für die Chromgelatine eine 
Kupferplalte. Doch Albert in München, wie später auch 
Ot>entgtter und Prof. Hasnik in Prag führten sehr bald 
wesentliche Verbesseruogea ela. So wurde c B. die Kupfer» 
platte, auf der die GeMoa aohr sehiceht hakaia. durah 
eine entsprechend starke mattierte Glasscheibe ersetzt und 

zur ürliöliunK der 'il'idi.'rstandsfJhigkeit ivte- Ce'.irliu-- 
scljicliicn rihLifln:i-idi.'r iinf;fr>r<lnet. Hierdurc"; v.\u mni; 
lieh, da»s. während 7:--->h- nur rrwa 70 bis KM) X~j'^pt von 
ein und derselben Platte zu erzielen vermochte, Aittrri bis 
an lOOO Druckt «rrelchM. Gegenwltnig ist da» Verfahren 
soweit vervollkommnet, daat aueh für den Lichtdruck be- 



reit-- die S.iin-eilpressc zur Verwendung gelangen konnte, 
die von llr:in\ k {t Maver in Main^ einReführt wurde. Was 
nun Sic ,\nu L:'.dbarkert 1 i cliid • ncU f rlaliren-- bctriffi. 
*0 1*1 es besonders bevorzugt bei Vcrkleiaeriini;cti von 
großen Gemälden, Kunstsachen, Ceritcn u. u für Kata- 
log«, Preislisten oder wissenschafMIcben Werlieo, femer 
zur Vledergabe von allen Handacbrmoa^l>ekttnion(enuA.w. 
So legte der Vortragenda ein dureb Liehtdmek wieder- 
gegebenes Blatt einer allen Handschrift des Euklides, des 
Vaters der Geometrie (um 300 v. Chr.i, vor, das in voller 
Naiurtreue sowohl dic mathematischen Zeichnungen, als 
auch die Ligenheiten der Sclinftzucc in ju^t;c/ci^l.neter 
Klarheit erkennen liell. Um einen Muji»iaib iur die Kosten 
>,ulcher Drucke zu geben, teilte der Redner noch mit, dass 
dic vorliegende Handschrift des Euklides 130 Seiten nmfasst 
und deren Vervleiniiigung vermhiolat des Llehtdraehs ia 
einer Auflage von wtr SO Eieemplaren ca. 3000 Mark er- 
fordern würde. - - Bei der Besprechung des beifilllg auf- 
genommenen Vortrj;;-. wurden \iin hi'iiifencr Seile die 
Schwierigkeiten «röücit. da- --Kh ^ti der YcrarSiitiini; von 
Lichtdrucken auf der Uuchdruckp resse geltend inaelren. 
Uer Stand der Drucke auf der PapicrHlche sei bei kaum 
.SO Rogen ein gIcichmiQiger. Habe man nun Unterschrift- 
Teilen, Umrahmungen oder gar Ziffern nachtriglich mit der 
Buchdruckpresse auf die Uchtdmcke su dracben, so kimo 
der Drucker aus dem Marfcenstclltn nicht btraus und taitle 
sdiHeMich noch ein erhebliches Mehr an Makulatur ohne 
sein Verschulden zu verantworten. Dagegen giebl es nur 
ein Mittel, dass man ntmlich dic Lichtdrucke vor der Ver- 
arbeitung auf ili r Bu, I drueVpre-ise nadelt und sie dann 
nochmals glciclimäliig bc!>i;iincidet; ist aber ein noch- 
maliges Beschneiden ausgeschlossen, so müssen die Licht- 
drucke eben vermittelst der Nadelslichlöcher punktiert 
iverden. Indem ich diesen Ret hiermit weitergebe, sehliefle 
ich die Besprechung dos Vortrags and bemerke nur noch, 
dass sich der Gisnz- Lichtdruck vom Matt^LIclildruck im 
wesentlichen nur durch eine entsprechende Behandlung 
mit gereinigtem Spirilutlsck unterscheidet. 

Am 2. Iie^ember beging die Herlmer Tv poRraphische 
Ccscll.<<Lliait unter zahircichei BLiciliguiig der Mitglieder 
mit ihren Damen, sowie einiger Freunde der Gesellschaft 
und berufsverwandter Gäste ihr J/. S/i/fun^/fs/ durch ein 
solennes Abendessen, gewürzt durch humoristische Reden 
und fschwissenschaftiiche Vortrige verschiedener Art 

hn. 

MOnchoa, im November. Die Typographische Gesell' 
schüft hatte vor einiger Zelt für ihre Mitglieder einen Wen- 
heuerh eröffm i, j ■v--en Zweck war, für den Umschlag des 
diesjährigen Kccticnschaftsberichtes eine Zeichnung zu 
erlangen. Hs sollte damit hauptsSchlich den vorgeschritt- 
neren Teilnehmern des Zeichenunterrichts Gelegenheit 
zur Erprobung der erlernten Fähigkeiten gegeben werden, 
ohne jedoch NichttcMnefamer von der Bewerbutig auaiu> 
schlieBen. Inigosami lielbD 1 1 Arbeiten ein, von denen 
eine» ia San auageftthrte, sich auDer Preisbewerbung ge- 
stellt hatte. Das Preisrichteramt hatten die Herren 
Buchdruckereibesit/er Ludwig Wolf und Hermann Gchlir, 
Schriftgicßercihesitzer Eduard Meyer, Direktor Rudolf 
I i-rsi hner und Obermaschincnnieistcr Anton Krach über- 
nommen. Das Resultat der nach einem schon bei frQherer 
Gelegenheit batlens bewährten Punktsystem vorgenomme- 
nen BewenungtMr folgendes: Den erstes Preis erhielt für 



c8« 20 t0» 



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'mmM.ttL'WL'm.mmmmmL ARCHIV FÜR BUCHGEWERBb wmrmarwjrjracMr 



wiae Altelt: .Moderne Geiik", eine •tOlatlMlie Behuid- 
liioc der Distel, Ferdinand Leren. Der zweite Preis Ael 

a> Adolf DöUling , der dritte an Max Schiinht-rr, der vierte 
wurde Fraiu Stirzimayr , der fünfte Wilheim Auchtur, der 
sechste Mathias Dirr zugesprochen. Für die Ausstellung 
der Arbeiten, die ain 14. Oktober vormittass stattfand, 
hatten die Vcrrcrtigcr, soweit sie dem Zeichenkurs an* 
tehören, aiicli die der Auslttbrung vorauHeganaenea Nawif- 
aindlro hnbaignbraelit. An der Hand dieser He8 sieh nicht 
nur die Entstehung jeder Arbeit genau verfolgen, sondern 
auch der Beweis erbringen, das» die Arbeiten nicht nach 
Vorlagen geschaffen , sondern aus dem eigenen Können 
der Verfertiger cnlütandcn uarcn. Wenn dasselbe auch 
in den meisten Fillvn nodi sciir der \'ervolllioroninung 
bedarf^ ao ist doch die in den Arbriten gezeigte selbstin- 
dlge BelMMgmg als sine Frucht unseres Zcichcnunter- 
ftehtas •BincilwaM& — Zur Feier des zehnjähnißn St^- 
Hnifitßutt$ der T^fpognpUuhtn GettXb^u^ tamcMi ihdl nn 
Abend des 3. November die Gfinner und Mit||l«dnr dsiv 
selben mit ihren Damen zahlreich im Saale des .Keller- 
gartcn" eingefunden. Ein gewihlte» Programm, um dessen 
Durchführung sich verschiedene .Mitglieder und der Ge- 
sellschaft nahestehende Damen und Hurrcn verdient 
machten, war der einfachen und würdigen Feier lu Grunde 
felegt. Zu Beginn des Abends begrüßte der erste Vor- 
sittcnde, Herr £ras( Leven, die Erschienenen mit b«n* 
liehen Vorten; die Festrede hielt Herr Ftwu nWseikRMm 
und gab damit einen RBeblincfc mT die Gasdridue und die 
Thitiglieit derCcsellschaft fn den verflossenen zehnJahren. 

Oie Überreichung von n plonicn und Prci- L-r, d:c Sicher 
in den beiden Ict/Icii A ctihfvk erben hiKIfti t im n ucitcren 
Punkt ;m Programm Jcs .Abends, vslIl'.ic mit Jlt Auffüh- 
rung einer aus dem Jahre 174.1 stammenden „Ocpasilio 
Cornuti Typographici* seinen Abschluss fand. Die Auf- 
fübrung becweduei die verblasate Erinnerung an jene allen 
Bitiidkt viedM' «dtalriscbea, weiche ebensln bei der 
GcacMeMwlbe der Buckdndttr ia Obwit «treu «ad ia 
symbolischer und dabei recht humorvoller Welse des Ab- 
legen aller Untugenden des Cornuren iHorntr^gersi vnr 
Augen führten. Das Ab>vlil;ii;cn der Horner Jureh den 
Depositor und der fcierüchc rrcispriieli .irrcli den .iliJann 
herbeigerufenen Lehrmeister bildeten die Kcrnpunlitc 
iener Zeremonien. Die Darstellung nahm einen iuflersi 
animierten Verlauf und fand reichen Beifall. Zum beannrsa 
Ventfadais halte Heir SMnMt eiae ErttutMwic dasu 
vetflMet, «eiche, vaa der KsffqesanstaH »nna. 0. J. Ataac^ 
A.'O., dem Stile Iener Zelt entsprechend im Druck atts> 
geführt, an die Fcstgistc verteilt wurde. Einladungskarte 
und Programm des Festes hatte die Schriftgießerei Ii. J. 
(itn:\eh, in ihrer .Neudeiitsvlr jus^efiihrt. gestiftet. Der 
Jshresbericbt der UescUschaft, welcher zugleich einen 
RfiddillGl Uber die Thiligkett in den vofflessenen sehn 



Jahren enthilt, konnte leider bis zum Fest akfat mehr 
fertiggestellt werden, wird aber in den nichsten Tagen er- 
scheinen, m-. 

Aus der Schweiz. In der Keiuf .Suism' Je Photographie 
macht Herr f. Dcmote einen beachtenswerten Vorschlag. 
Derselbe geht dabin, es solle ein schweizerisches Museum 
für Originai-Phoie gmp h l ea aller derfea%ea Gegenstlnde, 
dltmtliehen Bauten u. e. v. mgrfladet weideni welche iOr 
wisssasebelUlcbeZweckevoB Verlselen. In einem selchen 
MnseuBi könnte eine ungleich grflUere Anzahl wertvoller 
Bilder Platz finden, als dies durch Aufbewahrung von Ori- 
ginal-Gegenständen oder Bruvh.Rtückcn von solchen der 
Fall sein könnte. Manch interessantes Objekt würde durch 
Aufbewahrung der Ori(;i"iil l"io"'graphie der Vergessen- 
heit entrissen. Allüberall im kleinen Schweizerlande 
sind die Jünger Cutenbergs an der Arbeil, durch Ver- 
aaaialtttng von Fachkursen uirf Venitgea sich im Berufle 
mehr und mehr sttstubilden. Se begnan am 1 1. November 
in Ben ein Kurs für Setzer, welcher drei Abteilungen um- 
fasst: Satzlehre, Accidenz, Tonplanenschnltt. In Aaraa 
Hndct ein Kur« im Tonplattenschncidcn statt, der unter 
Leitung des Stempelschneiders Herrn ThieU tvom Hause 
Vicarino fr Co. in fiasfh steht. In l.ausannf werden tech- 
nische Vortrige abgehalten. Zürich bietet diesen Winter 
neben den ailjihrlichen Fachkursen noch eine Reihe 
iaiersseaater Vortrlie: Die graphiachen Erzeugniaae auf 
der VcInutsMeihias; Aber Geaebichie der Pbotegrsphle 
in natürlichen Parbaa; Verwendung alter Ornamente im 
modernen Kunstgewerbe; Entstehung der Ornamente. In 
I u:,'tn hat für V. i^l i. der des graphischen Klubs ein fran- 
zösischer Kurs hesuimen. der unter sehr tüchtiger Leitung 
steht. Diese Thätigkcit ist ein sehr erfreuliches Zeichen 
und zeigt, das» man die Situation richtig auffasst, indem 
man dafür Sorge irigi, dass nur berufslüchtige Leute in 
die Weit hiaauatretan. So allein wird man im atande aaia, 
die durch die Setsmascbiaea eritbrignea BemlbsBaoeeen 
dock taa Berale nmenrnhilacca; deaa tflchilte Aeddeai- 
setaer werden immer Ihren Unterhalt Anden. - Da ich 
gerade von Setjmaschinen spreche, will ich aujh Klcich 
melden, dass diesclheii in dei Stliuei/ immer mehr \'ei- 
treilung linden, speziell ist es der Typograph. Der gegen- 
wärtige Ceschüftsgang ist noch ziemlich Hau und hat es 
Überhaupt den Anschein, als ob er sich durch den kommen- 
den Vinter nicht gerade weaentlich beaaera werde. Am 
2T.aadaB.Oktober Ibadia ZBrieh die Ddegiertaaveranaim- 
laag des sehwiiwr« T>pegrapheiA«adeB slat^ wslebe iwa 
19 Sektionen nit 32 Delegierten beschickt war und sich mit 
der Beratung des neuen Statuten-Entwurfes zu befassen 
hatte. Das gleiche Trakiandum lag auch der am 18. No- 
vemhii III P.aden tuKcrulen auHernrdentUchen Delegierten- 
Versammlung der Untcrstützungs-Institute des Vereins 
schwelaerischer B«chdnickerci>Besltser ver. 



27 



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mmmmLmfWWL'wm.'mM. Archiv für Buchgewerbe »«wM^amaMr«rw>4»4r 



Verschiedene Eingänge, Zeitschrihen- und Bücherschau. 



• (ilüikwunichkartett-Neahi'iti-n fr von H. Höh- 
mann in Darmstadt. Wie »Ujährlich so bnnRt Jicsc l-irma 
auch diMCSjabr wieder eine Auswahl von Blanco-Wunsch- 
karttll auf d«ll Markt, die mincber Buchdruckerei will- 
kommea wlii Verden. Di« Karten aind nach Entwarfen 
TOB Htbu Hakmtum imneist in DraMkn^ndrnck hnign» 
stttiL AttOer rein natunliitiMheii «nd iu4sdi«niiekeii 
MoHven cnihllt die AusvahT aud« einiges SttHtterle. dessen 
Moiivf uns Jher im \'t-Thjltnis /um kleinen Forir.jtc zu 
groli i-rscliL-intn. Ein Musterlu-ft der Kaitun scnJcr die 
Firma auf X'crlanf.en zu. f'-. 

# Ein Reklamelieffchen feinen Stils bat die Firma A. Bruck- 
mann in München soeben herausgegeben. Sie zeigt aur den 
einzelnen Blittam deaaeiben einige Proben Ihrer Leittunp- 
nUgkelt rar dem Gebiete der fteprodudtttmcteclinai, itks- 
bCMHidere auf dem der Autoijrfie. Die guigewiMien «ad 
stell im MaBstabe dem Formate de« Heftes gut anpassenden 

Sujets sind mit versctilL' den tn, der Eisen an der befcffenden 
Originale angepassten Hastcrvtcilcn reproduziert und sind 
dadurtl! vorziiKlutlc B irkungen ei/n-l" vioiden. Du-. Hefl 
enthält aucb einige gutgelungenc Ure:lurbt:n«iruvlic s>owie 
einen Vierfarbendruck, und darf man daraus schlieaen,dasa 
die Firma beiden Verfahren ihre AuCroerksamlieit »cheniit. 
D«r Dmclt den Helket liHt aleh« «i «rOmclieii Obric and 
ftcOl dlewr der Dmckereiabiniiung der Pinnn de* beste 
Zeugnis aus. S. 

♦ Piirhi-r.prohi-n von Bcrf;i-r f-r Wirlh in I.i-if: !^;. In einem 
handliiihcn Hcuchcn hat die Benannte l';rma eine Ausuiilil 
bunter Farben, In der Hauptsache verschiedene Nuancen 
der Grundfarben Gelb, Rot unJ Blau, .■ u>ui!'.tntfnge*(eilt und 
durch die praktische AnordnunK des Gan/cn für den Käufer 
ein bequemes Nachschlagebüchlein geschaifen. Die Farfa* 
Qummer nebst vlersprachigem Text und Preis belinden 
aieh neben dem NtuneenfeM nad ist dadureh die Auswahl 
uitd der Vergleich mit dem Preise ohne weiteres mSglieli* 
Eine bessere Übereinstimmung der Scltcnumrahmungcn 
des Heftes im Orniiment sowie Anpassung an den Umschlag 
wire für die Ausstattung ^ on Vorteil gewesen. S. 

• Das Ftibrtk-Papiffitigcr von üertti. Siegtsmund in Leipzig 
versendet eine Probensammlung imitierter Bütten- und ge- 
rippter Papiere und kommt damit dem sieb immer mehr 
iuBcmdcn Verlanien wck i«it|Mnilteran Papienonen 
nach, düreh deren Venrendnng es erst rodcNch wird, gm 



angeordnete Sat/hilder zur vollen VCirkung tu bringen. Das 
Heft enthält eine nuancenrei^rhc Auswahl RrifBger Papier- 
.Sorten, die sich sowohl für Werkdruclt wie für Accidenzen, 
i n sbesondere l^rospekte, Ci rkulare u . s .w. eign en werden, u nd 
ea ist aniunehmen, daaa dem bandUcben Hefte viel Be- 
•chtnng gescbenkt wird. FAr den lexlUGfaeR Teil des faniea 
Ifeltes wnrde dnfctav^ die Schilttnt^ Neudeutsch ver^ 
wendet. Es ist nfeht tu leugnen, dass sich die gcnannie 
Schrift für den Druck auf rauhere Papicfsorieti sehr gut 
eignet, auf jeden Fall mus» aber die An«rdnung der Zeilen- 
Gruppen mit K^oflcm Geschick erFolgcn. wenn nicht eine 
zerrisscncWlrkungcnlstchensoll,wiediesauivielenRlllitc*rD 
des Heftes der Fall ist. Auch vertragen Schriften » le die 
tNHMUie Iwill WUiAticea Beiwerk wie llBierstriche mit 
VdtenHnien, Schndtkriehen, Ansttie «.«.w«* kmwm, alte 
die ftberlebien Fracaente der secenaiiHMB fritea RldMiac 
sind Obern Bssig und beetntrichtigen die erwfinscbteeinheit* 

lithe U'irkunR. die doch eigentlich Jic SiRnatur einer gedie- 
genen Ausstattung isi. Am Schlüsse des Hefte» venkei»! 
die Kiriiia mmcIi auf ihre deutschen l'upiersoricn mit Wasser- 
zeichen, in denen sie stets groiies Lager unterhllt. S. 

♦ Farbendruckkitder. Von Georg Fritz, Vicedirektor der 
k. k. Hof' und Siaatsdruckerei in Wien. Unter diesem Titel 
ersebiea soeben ate Separatabdniekanaden «Herbctblüt««*, 
dem Jahrbuch des Pwsians'tTMerstfitmogS'Veralns der 
Mitglieder der k. k. Hof- und Staatsdruckeref In Whn ein 
H< flehen, .!js ein v'cir/ügliclies Bild giebt von der Entwick- 
lunK des gesamten lUustrationswcsens, insbesondere aber 
des f'arbcndruckes von seinen Anfingen bis aufheule. Trotz 
der >;eu ;i!;lteii Külve iiat der Autor es verstanden, den um- 
fangreichen Stoff erschöpfend und iuOcrst verstindlich zu 
behandein, und wird das Verkchen eine willkommene Er- 
glnning toder Facfibibliothek biidsn, aber aneii für Jeden 
Fachmatm vle Kaostfretrad von Iniereaae sein. 

• Antisslich der am 22. und 23. September d. J. in Leipzig 
stattgefundenen Generalversammlung des Oiu/m /icn Tai- 
lorenbundes erschien eine Evinnerungs.-!'osiltartc, zu der 
Herr Professor iM. Iloni-fji^t-r :n Le ipzig den Entwurf lieferte. 
Dieselbe dürfte den Heifal! der Versammlungs-Teilnehmer 
gewiss gefunden ha^en. Von den mancherlei Drucksachen, 
die aus gleichem Anlass eniatanden sind, verdient das 
Pragranuu CDruckc OHb Spßmt^ und das Menn (Drack: 
Mattberg » mMOkigi erhUiie Beachlimg. 



«SS 

Schriftgießerei - Neuheiten. 



# NOK Oktavprob« der Baaerschen Gießerei in Frank- 
Jkrt A M. Als vor genau »Jahren eine renommierte 
Leipziger Sohriftg^Oerei mit der ersten, in grofiem Stile 
angelegten OklaTprobe an die ÖIhnfliclikeit trat, war die 

Buchdruckerwelt über die Fülle des damals schon Ge- 
botenen, mehr aber noch über die in dem Bande ver- 
körperte Satz- und Druckleistung geradezu erstaunt Es 
begann um diese Zeit eine neue Ära im Buchgewerbe, 
speziell im Accidcnzwesen , die eine sich außerordentlich 
steigernde Prodnktiviiit der ScbrtftgieOereien zur Folge 



hatte. Der em ttlinien Firma folgten aehaell weitere Firmen 
mit sogenannten Gesamtprafaen iaOktair|bniint,iiiid«sllast 
sieb wohl behaupten, dass dasselbe tOr des praktisehen Ge- 

braneh das allein handliche ist and bleiben wird. Preiileh 

gehl es den Schriftgießern heute fast so wie den 7e1t- 
ausstcllungsunternehmern: sie stehen vor der Frage, u ohm 
mit dem unendlich Vieler., Jas die Zeit entstellen lie». und 
Wie dasselbe anordnen, damit jeder das Gesuchte findet 
und nichts übersieht. In der soeben erschienenen Oktav- 
probe der alirenommierien Frankfurter Firma wurde auch 



28 tSa 



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'««'«•wwwwM'M'M'M ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arMr>Mr>3rjrarM'arararjr 



die leiztberührie Frage gut gelöst, es sind «lle Erzeugnisse 
zwar gedringt, aber dennoch übersichtlich angeordnet und 
verantchaulicht. Besonders gilt dies für den Hauptteil der 
reichhaltigen Probe, die Schriften, in deren Herausgabe und 
Vermehrung in praktischem Sinne die Firma ihre Haupt- 
aufgabe seit einer geraumen Zeit erblickt. Wir können es 
uns erübrigen, den Inhalt des Bandes hier zu skizzieren, da 
ja wohl anzunehmen ist, dass die Probe ohnehin in Kürze 
in die Druckereien gelangt und der Inhalt dort einer ge- 
naueren, für die Firma gewiss vorteilhaften Prüfung unter- 
zogen wird. Die iuQere Ausstattung der Probe ist mehr 
eine , festliche' als praktische zu nennen, denn es unter- 
liegt wohl keinem Zweifel, dass jeder, insbesondere aber der 
.Schwarzkünstler*, nicht ohne Spuren zu hinterlassen, den 
hellfarbigen Band.derübrigens durch sein losesGefüge dem 
Buchbinder nicht viel Ehre macht, aus der Hand legen wird. 
Der Einband sowie das Vorsatzpapier nach einem von Prof. 
M. Honegger in Leipzig stammenden Entwurf im gotischen 
Stile gehalten, wirken an sich sehr effektvoll. Die Innen- 
ausstattung noch kurz berührend, mächten wir es uns nicht 
versagen, dem Urheber der vorkommenden Abteilungsiitel 
Lob angedeihcn zu lassen; die Ausführung der letzteren 
verrit den bewlhrien Satz- und Tonplattcnkünstlcr A. M. 
H'alzulik in Atttnburg, der damit schöne Proben seines Ge- 
schmackes für farbigen Accidenzdruck gegeben hat. Einige 
Titel anderer Provenienz sind weniger glücklich ausgefallen, 
besonders das Blatt Messing- Erzeugnisse. Können wir 
im großen und ganzen unser Urteil über Inhalt und Aus- 
stattung des Bandes in lobendem Sinne abgeben und die 
Firma für dies Resultat eines fast SOjlhrigen rastlosen 
Schaffens nur beglückwünschen, so erlauben wir uns doch 
der Firma anzuraten, bei Neudruck der Probe von der 
Wiederaufnahme mancher, besonders in der Form und der 
technischen Ausführung veralteten Vignetten (Seite 460 
und ff.) abzusehen. Gerade für den Alltagsgebrauch ist 
nur das Beste geeignet, und würde die Probe durch Strei- 
chung dieser Erzeugnisse nach derkünstlerisch-praklischen 
Seile hin nur gewinnen. -1-. 

# Nachdem die Firma Zierow & Meuich in Leipzig 
bereits Vorjahren das Mainzer Gutcnbergsiandbild als Vor- 
wurf für ein galvanisches Relief verwandt und sich durch 
die tadellose Leistung ihrer renommierten Anstalt in 
dauernde Erinnerung gebracht, damit aber auch jedem An- 
gehörigen der schwarzen Kunst eine wirkliche Freude be- 
reitet hat, muss der neue- 
ste Gedanke, das Deut- 
sche Buchgewerbehaus 
in gleicher Weise zu re- 
produzieren, als ein sehr 

glücklicher bezeichnet 
werden. Vor uns liegt ein 
Exemplar dieses neuesten 
Erzeugnisses der Anstatt, 
das zwar nicht den im all- 
gemeinen üblichen auf- 
fallenden Firmenvermerk 
aufweist, wohl aber durch 
seine tadellose Ausfüh- 
rung in Kupferniedcr- 
schlag die bcstcvornchm- 
ste .Reklame' für die 
leistungsnhige Firma ist. 




Wir zweifeln nicht daran, dass der geschmackvoll ausge- 
führte, in der Anstalt selbst modellierte Zimmerschmuck 
eine wirksame Zierde jedes Comptoirs, jeder den graphi- 
schen Künsten geweihten Slilte sein wird. Die genannte 
Firma gehört seit einer langen Reihe von Jahren zu denen, 
die sich durch solide und saubere Arbeit auf ihrem Gebiete 
behaupten. Der Betrieb derselben kann wohl als einer der 
bedeutendsten der Branche bezeichnet werden und doku- 
mentieren ihre verschiedenen außergewöhnlichen Leis- 
tungen, dass deren Inhaber auch dem Fortschritt huldigen 
und sich die denkbar vollkommenste Ausbildung der Gal- 
vanoplastik, dieses wichtigen Erginzungszweiges des Buch- 
drucks, zum Ziele gesteckt haben. -a-. 

• In einem kleinen Keftchen giebt die SchriftgieQerei 
Genzsch & Heysr in Hamburg eine Anwendung ihrer Neu- 
deutsch und zwar unter Benutzung einer Novelle Guy de 
Maupassants. Der Eindruck des Hefichens ist ein sehr 
guter und wird damit zum Ausdruck gebracht, dass sich die 
Schrift zum Druck besserer Werke vorzüglich eignet. Beim 
ersten Erscheinen der Schrift bemingelten wir bereits 
einige störende Kleinigkeiten, die die Firma in dankens- 
werterweise verbessert hat, und möchten wir im Interesse 
desGesamteindnickes derSchrift nur anregen, das zu einem 
modernen Text doch keineswegs passende aliviterliche 
Komma ebenso wie Punkt, Bindestrich und Apostroph in 
angemessenere Formen bringen zu lassen. Ähnliche neuere 
Schriften, z. B. die Neudeutsch der Reichsdruckerei, ent- 
behren dieser das Lesen und den Gesamteindruck der 
Schrift störenden Lesezeichen und enthalten solche in 
klarer und deutlicher Form. -a-. 

• Die Aktiengesellschaft für Schriftgießerei und Ma- 
schinenbau in Offenbach a. M. veröffentlichte soeben den 
ersten Nachtrag zu ihrer vor lingerer Zeit erschienenen 
Gesamtprobe. Der vorliegende Oktavband cnthilt die Er- 
zeugnisse der letzten Jahre, worunter sich unter anderem 
verschiedene sehr praktische Schriftgarnituren beflnden. 
Der Inhalt an typographischem Ziermatcrial umfasst da- 
gegen in einzelnen Flllen Erzeugnisse, die infolge der 
neueren Bestrebungen für die Erzielung ruhiger und einheit- 
licher Wirkung der Drucksachen nicht mehr recht zeit- 
gemiO erscheinen, rcsp. durch Neuerscheinungen strenge- 
rer Form Überholl sind. Wir meinen hiermit besonders die 
letzte Neuheil, die schattierte Nelken-Einfassung, wlhrend 
mit verschiedenen Schriften, so der .Archiv -Gotisch' 

der .Heros-Schrift" er- 
folgreich die neueren 
Wege eingeschlagen wur- 
den. In Vorstehendem 
liegt zugleich unser Urteil 
über die verschiedenen 
Abteilungsiitel der Probe, 
die zwar mit vielem tech- 
nischen Können und vie- 
lem Aufwand an Mitteln 
hergestellt wurden, die 

beabsichtigte Wirkung 
aber leider nur unvoll- 
ständig erreichen. Im 
vorigen Bande des .Ar- 
chiv" haben wir bei Be- 
urteilung der Probe einer 
anderen Firma auf den 



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mmm/mm^v^/m/mm.'m'm. ARCHIV FÜR BUCHCEWERBt jrjrMsMswsacMrardrarjr 



gleichen Obelstand hingewiesen and k$nnen nur wiederholt 
vor der AnhUufung von KSstchen, Schildern, Kreisen, Vig- 
netten ui'.J unJcrcti |-<it ttien und der Verw enJun^; vieler 
matter und seichter Farben, dem Zerstören von Material 



Geschürtllches. 

• Die Seurodcr Kunstanstalten A.-(i. rorm, Treutlfr, Con- 
ntd Ct Tauhf in Neurnde die Si ', Prozent Dlvldcrii.' er 
zielt haben — haben sich mit der Berliner Kunstäruek- uaä 
Vtriags-AmstiUt porm. A. 6 C. KanfiMiui iti 0«rtfff ver- 
clRlft. IM« neue Firn» lautet: Btrlin-Starodtr KvtM- 
auftauen, A.-G. 

• nie Aktiengesellschaft für K,<'t,lJro. !: ■.■.<r:,i. \V:!hur r- 
I'uk in nffsden-Niedersedlil: verteil; 4 l'ru/er t Di', i Jen Je. 

• In Kiil:\ '.1 iirJe -.r nv \krii I'.^^■^el Im Ii jIi r iii rneL h.iri ':e 
Kartographie mit einem Kapital von 2UÜ(KW M. geKruiidei 
zur HeräicllunK vonKarMn und Plänen auf mechanischem 
Weg durch (Ue Appanin nach den deutschen Reichspaten- 
ienNr.UaOBttiid863Mw 

4 Die t Vrf^gsamtetf tmrm. G.J. Maiir, 4.*C, in Mäneluit' 
Regcnshurg verteilt B Proient Dividende. 

• Dif '. '..'ic.'it'i -t'i'.'M-.'iii,''; Ciir! rä mminj;, Vcrlaii. Bu.i;- 
unä A'iJfisJjri;, i.iTj'j n <r,',;i,\,'i. verteilt '• Prozent Di\ uleiidc. 

• Die Graphis^lie Kunsth.in J'ii;ni; von I\lm. ii.iii^^ird in 

Berlin wurde von der Lindensiraüe nach S.M'. Kreutberg- 
Straße 3U verlegt, Herr WWi. Hermann ist ala offener Ge- 
sellschafter eingatreien. 

9Ji\!tMittaigiaeBadu^JürSehr9^^i^ereivndMtattmitn- 
htut in t^/letibaeh a, M. hat die Alleiiiveriretitiig Dir Berlin 
und Utnitegend HcrrnjM. Sehmitt. Bertin-St^itt. ScMess» 

Str;i^'ie ' übertragen. 

• Die 1 arlieni'ubrik Dr. /-<>r<n«)An fr O). in h'riedriehsht'rg 
bei Ht-.'iin ist niieh Friedrichsfelde Berlin übergesiedelt. 

• DleMii»cIiincnfabrikund EiscngicUcrci von Kurl Krause 
inLiipzig hm inß<'r/;r/.S.H'., FriedrichstraOe IHein l\Au4lcr- 
liffsr verbunden mit Reparatur -Werkstatt und Schleiferei 
erHchtet. 

• Die Firma W. W. (Ei.t KkuM. Bachdruckerel In Mit- 
rode, wurde in eine Gesellschaft mit besehrinkier Hafk* 

Pflicht unter der Firma W. W. (Ed.i Klambl. (1. m. t.Jf., um- 
gewandelt. Das Stammkapital beträgt 2SO00O M. 

• Dif liuelKtruckerei A. Wocm' Ici / ,1.' i;fgi. P. ist unter 
der Firma l'ereimdrackerei üateaberg;, G.m.b.H., in eine 
Gescllschallt mit besdirlnkter Haftpiteht umgewandelt 
worden. 

• Bei der Devtseken Verlagsattaaä in Stattgtrt werden 
IQr Itttt IMO 9 Pronnt Dividend« voifeadilagen. 

• Die Leipziger BuckUndmi A. C, «am. G, FV'lt'srH« 

verteilt pro I«>9.I900 7 Pro»ent Dft4dende. 

• Die Gothaisehe Verlagsanstalt vorm. Friedrich Andreas 
Perthes, A. ü. in (loiha verteilt an die Prioritäts-Aktien 
8 Prozent Dividende und 2 Prozent an die Stammaktien. 

Auszeichnungen. 

• Herr Buchdruckcreibesiner Hiehard Linke in Dresden 
erhielt &M Anhatiiselieu Verdienstorden tOr Vitsensebifit 
und Kunst. 



u. s. w. warnen. Die Proben der SdirilkeleOereien sollen 
zugleich erzieherisch auf den Bnetidrueker wirken, und das 

ihvin sie nur. wenn sie nicht nur technisch, sondern aueh 
künstlerisch ausnahmslos absolut einwandfrei sind. -a*. 



• Herr Bue h J: tu .^e 1 1 ihesitier ASfAtVlWill BCffijl efhick 
dej; KrniieniirUcn IV. Klasse. 

♦ Herr Haimund Ctiesecke. Teilhaber der Firma Gieseeke 
£r Devrieni, erhielt den preuftischen roten Adlerorden 
IV. Klasse. 

• HerriolMMMs Baeiuuk, CM der Finu W. DryguUn, 
erhielt das mnerkreur des Ordens der Iialienisetien Krone. 

• Herr Regi; : iini;--r.it f^<'iiri.' Pr.'f.-. Vii:i- Jirektnr Jer "ister- 
reichiscllen St.i;ir>,irM ^kerei iti ll jVr;, erti-ell -.ins Kitlerkrcuz 
ÖL'v --^ eJi'-L In n <1l jf-OrJeiiN. 

* Hei r Obcr)!i;isehi:ieri:rieib(er Htrt.-scituelt in Dresden 
ei liu .ISS sächsist'te 1; Ii ren, -eichen für Treue in der Arbeit. 

• Herr Buchdruckcreibesiner Fickert(P.Stankiewia) 
in Bertki wuNe sum Kfoigl. Kommeizienral ermumt. 

* Herr Buchhändler rkMdor fMlior«! (In Fa. MillbaeAe 
Buekhandlangt in Rudol$tadt erhielt das Pndikat „Fürst- 
licher Hofbuchhändler". 

♦ Herr Oititmar l'oU kmer. Hofrat und Direktor der k. k. 
Hof- und Stautsdruckcrc I in II «i, witfde in den Aslerifi* 
chischen Adelsstand erhüben. 

Jubiläen. 

• Da» lixtiabrigejubilluin lelene der Musikveriag von 
C. F. Pelm in Leipsig und der H^er Aaz^er In Htf 
riMia(2«tacbe BueMruekereit. 

• Das OOlIhrige Jubillnm beging Herr Eduard Apnr. 

erster Faktor der Harmer Zeitung in /dirmn. 

♦ Das 5() jährige Jubilium begingen: Die Her/ngl Hof- 
buchhandlung von Hrückner (r Hes;>:i : mi Mi i,in;;i r! . der 
Ruchdruckereibesiizcr Herr F.d. t^i^. hmoHer in München; 
Herr l-'mile.\iiolas \n Firma Di ni,-! t - Su ttlas, Buchdruckerci 
in Berlin , der Schriftsetzer Herr Ed. Lunte in der W. Del' 
oion.-oschen Baehärvckem in SMpLF.; der Scbriflselser 
Herr ilaf. Dietie Im Hause 0. G. TeuMer in Leipzig: die 
Zeitung «Der Landstnanfl* in Nimptsch In Schlesien; Herr 
Verlagsbuchhündler J. O. Findel in Leipzig: Herr Faktor 
P. J. Werner am Binger Anzeiger; die Herren H. Siiu-aten 
und II HH;'i-nhurg am Düsseldorfer l'nlksNall : Herr Hof- 
bueiiJrutktrcibcsilzer Carl Liebig in Stuttgart; Herr Fak- 
tor F. Meyer in der Druckerei Von Knehner & Co. in Altona ; 
die AbelKtie Bui hdruekerel in Gre^swatde; die lilhogr. An- 
stalt und Buchdruckerei C. ^d'lrr in HaaOarg; Herr Ca* 
schiflsleiier EmaMnifl in Xidigvn/hrt; dieMP^ftW^FMar- 
xeiUtng; die Buch- und Steindntekerei von P. Üalce In 
GfoiM-Adit ; Herr Redakteur Friedrich Müller In Hamburg 
(Hambarger Naehrichtrn); die „Wiener meJizinischeWoehcn- 
■schrill- I V erlag von jMorrf,- Perles in Wien) ; J:e Buehhand- 
lung von H. Brigl in Berlin: die Europäische Modenzeitung 
f Klemm & U'ei/(> in Dresden: die Buchhandlung Wilhelm 
Emst fr Sohn (früher i:rn.sf fr Korn) in Berlin} die Buch- 
handlung Hermann Schultte in Leipt^. 

# Die Illustrierte Z«itaqg feierte am 27, Deiember das 



Mannigfoltiges. 



m M Wh 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



Jubiläum des Erscheinens der3000sicn Nummer. Die Firma 
J.J. iVcivi hat wirklich großartige» in der Pflege des Holz- 
schnittes geleistet und sich für dessen Erhaltung als gra- 
phische Kunst unvsTgCMbsrc Verdieaste erworben. Vir 
vuen in der lagieMbineii Ls|e mit mi der F«Miittinmer 
eniMBHiMoen B«il«K«o Qoaer ietttes Afehlvbellr tferes »i 
kStinen. 

Todesfllle. 

• Am Uiitc:i Tage de» eben abgeschlossenen Jahres, am 
Sylvester, ist der Scnlorclu-f Je?- \('eltluiise^ Glesecke 

Detrient in Leipzig, Herr Kommerzicnrai F. Giesecke 
im Alter von nahezu 70 Jahren aus dem Leben geschieden. 
Mit gfOtm Cninde dürfen wir in diesem Falle von einem 
▼eltluase sprechen, den« die Leisttiagafililgkelt dieser 
Kunstanstalt für vornehme Typographie hat den Namen 
Giesecke in alle Veit hinausgetragen. Mit der Blüte und 
dem weitverbn-iicten Hui Jersclhcn ist d'.c Pcrhönlictiiiüit 
des eben vcrsiorbcncn Kommerzienrates Giesecke aufs 
engste verknQpft. Seit der Gründung der Firma vor nun- 
mehr 4» Jahren Mitinhaber derselben, hat der Verewifte 
linger als ^ti Menactacmlter seine Umsicht, Eftthrani, 
sowie niebe» Ktoman und seine taute Aifeellskrail 
nr den Attfkcbwiing des Hauses Giesecke ft Deirrlent ein- 
gesetzt und er durfte sie!; in der Foltje iti eitlem vollen Er- 
folg «eine» rastlosen Strehens .sonnen. Line ausrülirlitlie 
U'ürdigunK der Verdienste des Verstorbenen iini Jie t\ po- 
grapliische Kunst dürfte die dankbare Auigabc einer Mono- 
graphie sein. Das Buchgewerbe in Leipzig freilich weiß 
seine Bedeutung obaehin vollauf lu würdigen und wird, 
dessen sind wir sicher, den Verdlenataa der eminenten 
Persönlichkeit ein pletitvoiles Codeiiken bewehren f 

• In Dresden verstarb am 7. Dezember 1000 der frühere 
Ruchdriickereihesii/cr H. W. Cl. BltKhmann. Er war am 
K. Januar iü2< in Dresden geboren und hatte in der 
Offizin seines Vaters Ernst Ehrenfried gelernt. Von 1855 
bis 18B6 war er Beaüzer dieser Dniclierei, die C. E. Block' 
mau* & Sokn Rmiene. Ais er steh laOS Ins Mvatteben 
(«rilclnei^ sebefllie er die inalluifreicite, fut auaceeiattete 
Bnebdniekerel der vom Rate der Stsdt Dresden verwsfteteo 
Dr. Güntzsctien Stiftung, der Verlegerin des .Dresdner 
Anzeiger", w eleher sehnn seif Jahrzehnten bei ihm gedruciit 
u cirdtn *ar. Die Dresdner BiielldriiL»er sind noch heutigen 
Tags nicht ohne Grund mit dieser Schenkung Blochraanns 
wenig zufrieden, indem sie anführen, dass durch dieselbe 
nd die daran gehnApfke BediagunCi die Ertrlgnisee der 
DruelKrri lu wehldiill^ Zireefcen iv verwenden, der 
Druckerei der Güntiscben Stiftung ein Monopol auf Ans- 
führung der stidtiscfien Arbeiten verschafft worden sei, 

so dass nur die vnn ihr wegen Arheitsfüllc nicht /u be- 
gütigenden Dructaufiräge der Stadtbehurvlcii attdci'dt) 
Offlzincn zuHelen. Von Seiten der Allgemeinheit aber wird 
Bloehmsans hochherxiger Akt b&rgerUchen Gemeingeists 
und woblihli%sr Pilsens^ der Him 188$ den Albracbts» 
Ofden ttfld naterm II.Detember IMnelnen «arm geballenea 
Nachruf des Rais eintrug, um so hSher geschätzt, und sein 
Cedichtnis in Elireti sclKilten. ;ils er djJureb und durch 
eine später noch hewirkic, weitere Kapital.schenkunR der 
Stiidt Dresden reiclle Mittel geboten liut. ;.ihlr eichen bt- 
labten Minnern und Hrauen den Lebensabend sorgenfrei 
7u gestalten und die Stadt selbst durch manches kbaet 
letiscbe und femeianätzige Werk zu zieren. 



• Herr Buchdruckereibesit/er C. h'i'hlmunn i:t I duUr- 
herg a. H.; Herr Schriftgieäcrcibeäiizcr Alfred Meyer 
(Meyer 6- Schleicher) in Wien; Herr Buchhändler Albert 
StiehUnoth in Woi^inMttel; Herr Buchdruckereibesitser 
Pool Otto ia Amtee; Herr Anton Vogl in Grat, fHlberer 
GeschlfisflUirer der Druckerei i.eykam; Herr Stadtrat und 
Buchblndler ^mrN'a^cr in Leipzig; Herr Bnchdruckeref- 

besit/er Th Chr. Piasf in Hiimhiiri;: der Frühere Ruch- 
druekereibesitzer Herr l'rrd. Holfsi hläf^iir in HeiUn; der 
fr-!";here Buelidrueliereihesitzer Herr Adolf Buck in Göp- 
pingen; Herr Buchdruckereibesitzer Heinr. Wagner in 
Frankfurt a. M.; Herr Friedrich Sandtner, bekannt durch 
asine Verbeaseraagen und Neueruagen aaf dem Gebiete 
der Litho* und Photographie; Herr VertagsbudhiilRdler 
GeorgStBke in Bertin ; Herr Leon Alfred Lemercftrln Bertin, 
Verfesservon ,La Lithographie en France 1706-1896" U.S.W.; 
der Dichter und Schriftsteller Herr Dt. h'mst Fckstein in 
Dreyen: der Dichter Herr l'rot. Adolf ^Hehler in Innshruek; 
Herr Verlagsbuchhindler Carl Hönsch in Breslau; Herr 
Verlsgsbuctahindlor C A, Oomhoff in StrtffOmrg; Herr 
BwbdruckereibeeitKr ML SMixH ia Neandei Herr Dr. 
JH. Abraham, Soaiorcber des Mu«ikalieRverl«gsCr-IM«nr 
in Leipzig; Herr Buehhlndler H. LeaHng In Oorttmtnd; 
Herr Gnüiir H'. Sfit:. Direktor der K.-A. WiinJshcck ; Herr 
K If. ,Mli/l/m,■I.^f(■^, iVl;titiliabei der Firma Mi)hlmfii)€r & 
Jithlfr in Hamhiirf-: Herr Kuehdruikcreibesit7.c: .-1. l.etiel 
ISeiper Presse/ in Netfie; Herr Verlagsbuchhindier JuAn 
Henry Schwerin in Herlin; Herr Buchdruckercibesilzcr 
Heberte in Biberaeh; Herr Buchdruckereibesitser 0.1/ora- 
berg ia Scrfiii. 

Verschiedenes. 

• Am 10. November beehrte Herr Staatssekretär v. Pad- 

bieliki , dem ii. ii. bekiinntlie;i iiueh die Deutselle ReK•h^- 
druckcrci unterstellt ist, das Deutsche Buchgewerbehaus 
in Leip.!it» mit cineni lännercn BcSUCh. 

• Am 17. Ociember v.J. fand in It'iioi unier Aawesen- 
beii S. M. dea Kaisera, mehrerer Erzherzfigie^ vieler hoher 
▼Bnlenirlger, der ainMHeliei KafjrpMen der graiAtoeben 

Kfinste und eines rahlretehen Publikums die Entbütlung 

des von Hans Rillfrlii h geschaffenen Cuienbergdenk«ials 
statt. Dasselbe stell: in si;incr J Meter hohen Haupiflgur 
aus Bronze Guienberg im Mantel mit wallendem Bart als 
denkenden Mann dar. Uro eine leichtere Reinigung und 
scbSnere Patinabiidung zu ermSglicben wurde die Flgiur 
darslivegsclssllert. DieReitaC»aademitb«r4Meter hoben 
Sockel stellen links die zertrümmerte sntike Slule — sIs 

Symbol der Barbarei und Finsternis des jMittelaltcrs in 
der Mitte den »eliUl'enJen ^'anderuf Jat di« Mensch- 
heit, deren Fortschreiten durch die Nacht des Mittelalters 
gehemmt wird — . Doch es wird Licht, die Sonne geht auf! 
Post nubila phoebas. Rechrs erscheint der Lorbeerbaum, 
das ielchtverstladliche SiaabUd des Erfolges uad des 
Ruhmes. Auf der ifiekwinlgsn Fliehe des Sockels pnragt 
das Baebdracherwappen and de Vldmung: .Dem groben 
IWeister seine dankbaren Jünger und Verehrer'. DcrStufcn- 
unterbau besteht aus Griimi, der Soekel mit Jen Ttfeliets 
aus Marmor. i'räsiJent des überaus rühriRen Komitees 
war Herr A. Varkltmsky eon Pernstein. Die betiilcht- 

lichen Kouen des Denkmals, welche ca. aOOÜO Kronen 
betrugen, Warden vellslladig durch freiwillige Beltrfge 
gedeckt 



«t 31 tfi> 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



Inhalt des 1 . Heftes. 

S«$ch« Schneiders "i'anJbiMcr un DcutstlK-n Buth- 
gewerbehause zu Leipzig. Das Galvano im Buchdruck. 

Alle und neue Buntpapiere. Alle und iteuc lithogm- 
phlscheVerfthren. Ober Steinpapier. Zur Urgeschichte 
des Noiendruckei. ^ Die MascbinenaiwsieUanc im D«at- 
MlieiiB«ch|nrtrlwbMiM.- etiirveii«n«iitBiiclidnick(r- 
«hruiiB. — Die Brlladuvg der Bachänickerkiiiwi. — Zwlebel- 
Htehe. — Ober KunsMmckpipier und änderet. — Dm 
Register bei dcnZweitourcn-.Maschinen. Ein neuer selbsi- 
ihätigcr Anlegeapparat an der Ruchdruckschnellpresse. 
Neujahrskarten und Kalender. Aus den graphischen 
Vereinigungen. Verschiedene £iagin(e, Zoitsehriflen 
und Bijchcrschau ^chrifif{e6erei-Neulwlteii. -- Mmoig» 
faltiges. / / /-.VI 



BwimbadlBpiie« fSr du Ardilv u. a. w. 

■plMc Udeniai, >«•»<««•• 
4na Mafta» 



Crtdumtt ■■ U 1 



(MiWkili Mamiemdaa §ß 

Prtis: M. 12.', luwr Kifiiia 

Un4tni M. eiMttalUMMm M. IJOk 

An:fixn: Prfi» der •iiTitc>|M)r«ncn ruiUfilc odjr derto Rium für Mll- 
fUtil^ Je» l>euuch«A Bucha«wcrS(vertl«i* 25 Pt. , flir Sichlmiiglitder 

3f- Pf. SK'kit?«».-»!? flir WlisMrife' und Nlclirinllilteder Ii Pf, tfif dSf 
iin c"-r' l'rii.r,:i H.-'t «Kf 1-T Abdruclk lu nhlrn. AI» ßcV; 
aie»eft Au*wft(iit£j , Jii !<-i:,w,<rr j„r '.'eriinfe« R«fen Ver^tiiutt^ it^ai 
Ponf»pc»<n. 

.Vrufrfvfra vi»n Hlbsündij^en SjhnlyKlcücrri-ErTeui^iUMi hdooca Im lokftllc 

•4tr a«r dm ■oHacan (let4fiKM warlM. DM i 
helini werden Mf Mfge 

BiKligt««TWrtnlii> ■amictliUch und bccrlMnUgat i 

Brilutti! füt dt< effifKlic q«>nMiii M 10. . ftr da» dnnicl» M. 




iBHBi 



Die Beilagen, Illustrationen 
und Satzproben zum I. Heft 
4«a AmMt fOr BBOhg«warii*> 

Vir erfuJlrn iu«rsteJti« hAchsiingcathmc PHichi. 
%tnn wir i*<-4 im Ttxt de» Ictiim Hefte» 
«eiie Ubergieeenc« RlMUden firfrisca K«Mfteti' 
•tvckCB voa föntir&Strrist In 2iwcAaa ccdcnkca. 
DuiMlbo tavfitip ^ICM Dincfeml Im %knr 




Dieter Perle im Df/TfiTb«ndru*-i 
iHitt Mcht Jer V(er1arh<a4fu>:W, mit ^ -si. 
die Druckerei von ff. Oldrmbourg in Munckfn er> 
rrcuic. Derselbe «liIrrlcKl den Voruurf. «itr die- 
»er Technik «n ermiichi «ird, di«4 Jit iiberüriu^lk- 
^■ite dte M'lrkuHf der letttuflen Faiiittane bteiii- . 
ttichitfe» «uf» »cbltcBiidiBt. Eia du Herl jede»* 
pRrtcMnicHwclwüier» *i frc m ii 4oi Bl«ic. Die 
FMkeqpiMeB {BtpndufctiM «taca SHUcIkm» , 
Hthm Dr. £. üttart Cü. !■ 



eercifien Künstler «fn mciucn .r>iiriktcrl>tc<xn. 
untern l.e«ern JarMeun iu ki»fitvrn. Ibicrr%««nt 
IM. bc» d<r Scbtifi «<:tton Spuren Jcr RlchtDA^ 
N ffWiea. lUc Hvlili<Olit.h Ml der Svhr>h von 
M#flfefe«r (AvHilv HWli. 47l> tubre« itiuvtie. 

t1f4c bckMIHM erJEt|:cne» b>f«% icr«ii«cabm vnn 
Hfrmamm Awimhu» SacA/aiget »ind r«*«:li pop«- 
lir g»Wtt«ida*. Kün Viiadcr« ttiv n KcRen 
«twcdiCMle, ^Bidie AnMunanc flocbi «M jtikf- 
ni«nn in. Eine Bcrri^liiunit der 4 Sellen iui 
,Riii.-k«ri» Friililinit^Kcdivhic". ee/tithnti von Hmro 
flintl^r in ^cntiUiKt moderner Kicliluec. «irJ 
unsere Behauptung hcvtdiicen. Beide KunxthUiirr 
viisd in der /»«r nKkt briatanrn »her d«<h ilcbc 
• tfbrieA Ofbiln Kon JT, MaB«riltf fli la i*xf:\fltfu4 
qrfx bedruckt wordiD «MlvcrdnkcB ibrc U Irk^Djc 



Dir za dcHi Artikel von Cfrz FHtt HUt Swlft- 

p4ft<-f ^tiorcndc Bcllaited Hndei Ihre Crtaureruni; 
Im Te«r. lnr^iKv»nl Kl der dur»h »ic Kcruhrii 
Bmia vle leicht ik.'ii amr dem SMi»p«pi«r horri- 



Das Suiti der al1erll<h«lrn uJcItn^n AitiniYpir 
VOA Bft*J'iimo9r , Simftart Co. in Mäattifm 
Dätseläorf <jls Bell. XXII dem teUiea Heft bei 
gritrbcnl ikI ja rcrfbhrerivrh E^nux, um »ich »clhMf 
Alklfl dijfcb dir Ubcfsu»! feJne Vled<rj[*^c ^c'' 
hiflchcienLichier »le rlersicnScbaMcn. lu empfehlen : 
die «ohlAbfew 0(000 UcfttnühcriitcUuag «IcfKlivcn 
äaam b«l des JhwelsdM EIMnick 



Da«; P«nrj( Johann Goittob imntanuft Brtiikop/i- 
und Jic Probe auv tl^m n.»<h seinem Vcrfthrrn 
hemcf-xellicn ersten Nötceueike, tWilaite f, ScJUrfcn 
keiner «ciirren CrklarunK. ebcnsowenit »Ic die 



tcchni*chc liersiclIunÄ *-tierkenTi»i»p»fTt**ier 
rac'hkiindiKcr Vriiic »o« H^nn r\ Srt-jlJ , Jrtu 
uir ii dieses Miiscerblati i crut-oikcn , m »ciacm 
AiifiNi/c; ..Alle ur«d «rur Üibocrapbivcht Vtr- 
fahren" wha« crftcKApttnd besprochen «urde. 

Rti tien Sat/hcilacrn. »ätnilieh von ßrfitkvff & 
klMitU bcft&tirattluA »ir uos nur tuf die Angabe 
4er BcmfuqMUea Ar 4u vamaini MiMmi. 
Attf Mm m wurdta BrvMNy/ IMmiI (Plfvr 
uqJ die cla ■ Leistenl . K'or/fm#r lOrnamcntel. 
Btiurruht ijirfitrti in A>an*/BW <Vi|pveiieK t»dw*(t 
^ Muf/t (Ma^rre CnMCHki und ÜenracA ^ Ntfytr 
lR6mI»che .\ntlquai In Anspruch (enommea. 

t)ir HcilaKc b fei«! 4H MmlKb» Aait^iM «M 
ifcniit^A & Hfue und clBOrHBHl dar JtaAwd- 

Für c vu-J':- Rtn'jrr.n: c n. rfben die S<- 

ccaston» l:iifa»9unK \onJuU»i KtittkharJt und die 
RCmtAdic Aflit^uk v«fl Cmt$di Htyt*, 1« der 
^\XH Onumciue «ad Sriirlft d«r AadAerdMitf« 
f'ir/'rfrf «■ 

f/iüM. der 1 
Gifßmi ant dh Sdwü fM ÜMlif 1« ANmM. 
BeflAffe « chanhierlekrt die AvijphMi dM Ar- 

chivs Kui. Kopnei»4r und S<bri#t enim 
Jer Ha-AH^rdtikr» i'iifflttti. l^it S^hnut:kua| l 
quadraiikv hefl Teldei «urde «JadCf die j 
EinfBHsunjc loit Jmiiw KHMUÜ liad \ 
vi»it W«#f<miv^ bcftui^t. 



Dm TJwIUM« dlit Hiar>MeMi der Sueh» 
ftkwifdwlicii WMidicfnlMe Im Oetueeli«* Bv<^- 
ge a ai teheae la Lelpxlx damrellmil. rsi «ehon 
btorelehnd hnTmiUcb »einer i»ihctischcn Seite 
hin t*e«* lir Jif« »-orJpf». ftrTüK'ich der T<*>.>inik cc- 
nfetir. Ji-.'- jj- Jcr ta-rwhditen Kun'^iantu: i 
von /tfnstrnt'tiM, Riffiirth & Co. hcr\'i>r|;t5ini{cn ist. 

bat prachiljc« TajcbucK iihcr drs Kindes Wach 
*cn und Gedeihen ,Muiicrj;lb. k" von SimUr Orr- 
harj, illutirieft von l'rof. is. Siarm In AnnttrJam, 
zeichne? »Ich neben »einen »nJcrcn \'urfuKcn dur^h 
Ranz Nr^cnJrri Rclunecnc Abici>un){KiiirlW;i[! -.i:- 
Wir kind dem Vcileftcr £. HA^tfiaaä m lehh|f> 




ummierte papiere 

aller Art, von gröBter Klebfähigkeil 

liefert billiKüt 

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Beste und billjgate Bezugaqudle fDr Wlederverkinfier. 



32 



Digltized by Coogl« 



'«&M'M«,'W,'K<M<w«/K«, ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE ararw>3r3r3rM<3rMr<arw 



B 



ei nur einmaliger Einpressung beschneidet man 

s vollständig automatisch zwei Stöße 

gefalzten Papiers oder Bücher von allen 
Seiten haargenau rechtwinklig auf dem 

patentierten 
doppelten S 

Dreischneider 
,,KRAUSE" 




D. R. Patent No. 101900. 

Mechanische Einpressung! 
Automatische Drehung! 
Automatischer Stillstand 

nach dem vierten Schnitt. 



Weltausstellung Paris: 
Grand Prix und 
Goldene Medaille. 

«jvo (Jva eva tMJ cva cva eva cva 



Diese doppelte dreiseitige Beschneidemaschine 

lieferte ich unter anderen an nachstehende Firmen: 



Abo (Finnland) Kuiankoiki Act. Bot. 

Barcelona Roura fr Cn. 

Berlin Deutscher Verlag. 

„ Ferd. Auheim. 

„ H. S. Hermann. 

Flame Smith fr Meynier. 

Groningen J. B. Wolters. 

Heilbronn Baier fr Schneider. 

Köln a. Rh M. du Moni Schauberg. 

Leipzig Bibliographisches Institut. 

Böttcher & Bongart z. 

Fifcher & Wittig. 

Frankenstein fr Wagner. 

Gebr. Hoffmann. 

H übel fr Denck. 

H. Sperling usutt). 

l itte J. To/fin-Lefort 



London Kampe 8r Co. 

Moskau M. G. Kuwschinoff. 

„ Gesellschaft d. TroitzkoKondrowo- 

Papier-Fabr. ( W.HorvardI frCo.) 

„ A. .S. Manuschin. 

Neudeck i. Bühm. . K. Fritsch. 

Penig Patentpapierfabrik Penig. 

Pensa Gesellschaft P. Sergenjew. 

Reichenberg i. B. . . Gebr. Stiepel < Ahl. Buchbinderei), 

Riga Aug. Lyra. 

Rjeff H.J. Pallisen. 

St. Petersburg. . . . Kais. Reichstypographie. 

Stockholm P. Herzogs Bokbindery, Bok- 

forlags A. Bg. 

Stuttgart Bibelgesellschaft. 

„ „Union" Deutsche Verlagsgesetl. 

Tornhottl Brepol fr Diercks Zonn. 



Kqv] KraUQR LEIPZIG * BERLIN SW.48 * PARIS 



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«'WWWW'W'WKWW ARCHIV fOr BUCHGEWERBE ararM^jrjrjrjTMrarjrar 



« 



jfftttotypIeJnick 



* 



onpfichlt ilurc 



SchneUpresse 



jHUschinenJabrik Johannisberg 

Xleia, JiNTst ( Bohl Jladi/olger 



Geisenheim am Rhei«. 



)Kan verlange Preislisten 
0 




dcbriftgicsemi 

m Berlin 8«L 

Complct-OicssmMcbinrn: 60. fortdauernd r4cubcit<n.-8ttl«tolindalUc. 







UDOLPH Becker 

vwwvyyw LLIPZIG wwOTfXW» 

Maschinen, Utensilien und Materialien für 
Lithoi^raphie, Buch-, Stein- und Blech- 
druck, iieramischen Buntdruck u. s. v. 

Litbographiesteine, Farben, Firnisse, Um- 
druck« und Abziehbilderpapicrc, Druckfilze U.S.W. 



p. p. 

Hierdurch teilen Ihnen erKcbenst mit, 
dass in unserer 

Galvanoplastischen Anstalt 

von Autot ypien mit feinstem Raster 
tadellos druckfahige dem Original an 
Schärfe vollkommen ([Icicbe Galvantw 
hergestellt werden. 
Desgleiclien feriicen wir von Hol«- 
schnitien.S>richittuiigeiWSchriH«te—. 




Annoncen, Clichcoa li. a. Galvano» 
mit atarkea Kupferniedenehligen in 
karaeanr Friatni mlaaiiaa Preisen an. 

Hoctaacblungsvoll 

Leipiig. Zlerow & Meysch. 




34 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arararararjTjrjrjrarar 

Schnellpressenfabrik Frankenthal 
s«s) Albert & Co., Act- Ges. 

in Frankenthal (Pfalz) <^ 




baut als auüsclilieaiiche Spccialitit: 

Schnellpressen 

Rotationsmaschinen 



für Buch-, 
Stein-, 
Lichi- und 
BIcchdruck. 

in allen 
Aus- 
führungen 



Verkauft bis zum 
I. November 1900: 
5887 Schnell- 
pressen 
und Rotations- 
maschincn. 

Fabrikpersonal 

Januar: 1140. 




WeltauMtellung Paris 1900: GOLDENE MEDAILLE. Höchste Auszeichnung für Druckmaschinen. 



Gebr. Jänecke & Fr. Schneemann 

HANNOVER und NEWARK bei New York. 

Fabrik von Buch- und Steindruckfarben. 

ar ar 

Firnisse und Walzenmasse. 



Gegründet 1843. 



Itt Preismedaillen. 



De rmatoid -Werke 

Paul Meissner, Leipzig 

empfehlen 

Dermatoid 

Qualität A, Buchbinderleinen 

unempfindlich gegen 
Wasser, Fett, Schmutz 

in effektvollen Prägungen und 
schönen Farben. 



A. Hamm 



Heidelberg. 

Gegründet 1850 in 

Frankenthal. 



Erst- 
klassiges 
Fabrikat. 



Korrespondenz nach Heidelberg richten. 

Schnellpressen a^: 



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'Mw,«'M«.«,'M'Mw.m'M ARCHIV FÜR BMCHGF.WERBli JTJT JTjr.irjrjrjrjrarjr 



^^^^^^ 

C. Kloberg 

• LEIPZIfi.. 



Schriftj^icsscrci 



Vollslündierc Druckcrei- 
Einrichtunecn sind slcIs 
am Lager und wcrdrn in 
kiir/cslrr Frist Eclicferl 



O O O O ' 
Zjihlretcho 
\euhcilrn. 



Proben $»fhcn gern zu Diensten. 



INSERATE 

w clchc eine weite V'cr- 
brcitung in den Fach- 
kreisen finden sollen, 
erreichen dies durcli 
saza Aufnahme im ssäs 

„Archiv 
für Buchgewerbe". 



fertiger als,|py „SptCial.t*t 

Messin&Mohbiften 



\ ufldCravurtn'AiS/ jeder Art ^ 



Bif jWf8Ginn!inifn--|Fflbrih uon 

Zirrora cv- prufdj 



lirfrrf *' *' \ 

'8>^.-.-... ... . ......... . 



UlrDoiiioliiiini 
Iplrsainglinirn 
iDIrssinglinirii 
iRlfGDiiinlinirn 
iRIrssitirtliiitrii 
iRlrasingliiiifi! 
mrssinoiinirn j 



lliirtro, iKiüflrrli 
liiiltbiirrs flrtdll 
(«rniiii rvfrriiiini' 
(ri)r ftuofuhrirntj 
jriraCuiintum In 
hurifftfr ZrifJVK 
iitif piirirrrfirgrl 
unä Viöljr "sn-ifM 
foforl u:tn fiifirr 
niiiasinr prfifr 
nröfirrf Euiiiitrn 
liiiit Cdlriilatioii 
Dirir pruljritrii ^ 
probfüliittfr.'»-' 



Zierow & Meusch • Leipzig • Messinglinien-Fabrik 




CHagrtnpljttcn xwr Lrdcrprji^uni; 
!> chft ibh« flllnc»tur« n In ku w t rac hl edcncn Mustern. 



^^^^'"'g^^ Bautzner ^^^^sä""' 
Papierfabriken ^^'—n 

BAUTZEN i. s. Halbstoff- und Holzstoff-Fabriken. 

Kupfer-, Bunt-, Karten-, Werk-, Noten-, Umschlag- 
und Prospekt -Druckpapiere in Bogen und Rollen; 

BRIEF-, NORMAL-, KANZLEI-. KONZEPT- UND KARTONPAPIERE; 

Rnhr>Jiniprf ^""^ I "xus-, Karton-, Chromo-, Kunst- 
ixuuiJa^ltlC ^^^^^^ und Buntpapier-Fabriken, c^ca« 

VFRTRFTFP. '^'''''"'^tJÜnthcr Leipzig: Carl M«rxriauscn 

Köln: Ernst Bielii/ Bremen: F.W.Dahlhaus Stuetgari: Friedr. Aulcnrieih 

Klintrlpur/ tl A»l!a.rt»«tr.»»c .M. 



metallutensilienfuri 





Ö.^.Rcinhardt 



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CHR. no" ; 

BU'^H- ir;ü srr:!..' • 
Ci.LLt 

ü' .ir'ickt nvt «'.•„'•ali'H.s Fti 



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Utensilien furl 
Iruckereienl 



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Uli'- erb lUlu!) durcli; 



C^.Rcinhardt 



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ARCHIV PüR BufMorwrRrr 




CHR. HOST/nANN 

BUCM- UND STEINDRUCKFARBEN-FABRIKEN 

CELLE <PROVIN2 MANNOVER) 
Gedruckt mit lllustrations- Farbe Nr. 2a MFF neu, per 100 kg Mk. 480.—. 



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Telegratn-Adresse 



iuch- unTOeindruciS5iSv-f abrik 



iriHet 1781. 
Telephon 229. 



IKK 

SCMI 



»r lycreUlUmg 



mich ergangenen OlUnachen zufolge habe ich 

icDduickfarOen in Cubtn 

liefere Ich dieectben in Kollchrionen von zwölf 
^cdUhcnd aus; 

[ick- II \ ^'^f^^h 



4. €fraiiliitiilack 

5. UioletMck 
^. miloribMi 

7. KaiterMM 

m marfc 20. 

1 



r UlriaiRflrHii 
9» £bron(i(lb 



10. Brawildck 
II. C<rr4 dl Slrii 



9(br4NRt 
12. KrcMscr- 
Jpcits 

aP hier per SoriimcrK 

ii (Icgiiua RoIxkatttR. I 

_ für Druckereien, welche eelten und nur Weine HMflacen in 

. Bunt druchen, ferner zur Herstellung von Hndruchen lietet eine 
derartige KoUehrton grosse ÄnnehmUchheiten. da dieselbe einesteils 
d.e gebräuchlichsten Nuancen enthalt und andemteils das eiitrodinen 
der färben in den Zinntuben nahezu ausgeschlpssen ist ' 

clNreOic[e(He-(l)aiihmcnrabpik in heipziq 



nrma erhielt auf der WdtaiisstcHuMg Par>-: J(JO<.i der 



V tat. I 

iq J 



'Iii t M , I 



1^ 



.08TI tsbnüi(>l 



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:9t29itA-iniisiß9l9T 



snuJJ)lo<nn 1US (bim 



^I5ws nov mrfohiljlloH nl rrxllie^ib H)l jtil»!! bnu ffjooojfbelm 



■fiiinlbhlU 
fta)ieibBTi)3 .11 




:8U£ bin(l))e>d nsdii.'^^ 
Dittflfilliia .1 

loiDdoinlS .t 
II}6linuln&i)B 

■Kldliolim .d 



n} rfJRnnuR snhljl nun bnu inJlso irbhvf ,nsi>isjbufQ tU^ 

elhlütnia sdJsesib tb .nsthridiilmdjnnR jßoOTg ftojJ;lsJJo/J seittttib 
inn»bo-tlfti9 etb eJislnuhnt bnu iJtdJns nsanßuVI njJedsiJdiuüidsp sib 
.toi n^oolddesgäuc ussdut mduJnni^^ n>b tu n^dit^ i)b 

llovegnuld3£d30^ 




)i)ir 




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e 



'»mmmm'M.'WL'wmmm ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE warararararararararar 




^"«Tl^pk^s? WINDSBRAUT ß 

y MIT ZWEIlAUFCYllNDER UND VEREINIGTEM 

CYUNDER- UND TISCHFARBWERK 



Patantat 

AntrirlMinfrlniri«- 

OBtU 

Repiehiag der Farbe 

7i:luhr 
VordcrsunlCfO' 

(t>«ck 

auh «(Na) 
Vsmdiluiig nir Er> 

Mi Dögtturticbrr 
■aaecbUdctr 
VofdwnarVirn 




für einfache und feinste 
Druckarbeiten 
» 

denen Fornuta 
i: 2, 3 bezw. 

'■■•ir Dnidc- 

1. i-.f;lflj;. 1*00 
hk 2400 Ab- 
drücke ia 
1 Staadt 



6» Schdfcr &6iefcclie«(Dafcbincnfabpik in üeipzig 



Unsere Firma erhielt auf der Weltausstellung Paris 1900 den Grossen Preis 



eü« 37 



i 



«««'M'«.«.««.«.«,'«. ARCHIV FÜR BÜCHGEWERBE jrarjTjrjrararjrjrjrjr 




ScAr/'/iffiesserei, 7J^ossin y/iii ien ^a6rii 

empfioAU i'Aro moi/ornen £rjtouynist9 
und tiorsondef auf l^crlanycn S^ro6on 
unti jfnivent/unysAef/c von ScAriY/cn, 
3^iorma(oria(, f/fcssiny- £rzauynisscn 

7/oifi/ä/; Scrio 96 c»«-»^ 

,,jCiormaicrial Secossioti" 




2 CCHNELLPRESSEN- 
^ * FABRIK WORMS 

Ehrenhard & Gramm, Act.-Gesellschaft, Worms (Rheinhessen). 



GeerQnd. 1869 

Telcgr.- Adresse: 

Schnellpretse 

Worms. 




„Special-Schnellpresse'S D. R. G. M. 

mit 4 Schlittenbahnen, doppelseitigem Antrieb des 
Farbewerks, doppelseitige AuFfanggabcIn des Druck- 
cylinders, Doppclcxccntcr und Doppclcxccntcr-Zug- 
sttingc, für feinsten Autotypie- und Chromotypie- 
druck, geeignet für allerschwersten Druck in allen 
Größen. 

Schnellpresse „Siegfried", D. R. G. M. 

nll Schlitten- und Eisenbahnbewegung, doppel- 
seitigem Antrieb des Farbewerks, doppelseitige Auf- 
Tanggabcln des Uruckcylinders. Doppelcxccntcr und 
Doppelexcenter- Zugstangen, für feinen schweren 
Farben-, Acciden/- u.Werkdruck, in 8 resp.4 Grötten. 



Einfache Schnellpressen 

mit Eisenbahnbewegung, Cylinderfärbung 
zu 2 Auftragwalzen, doppelseitigem Antrieb 
des Farbewerks, für schwersten Farben- 
und U'erkdruck, in allen Größen. 

Illustrations-Schnellpressen 

mit Eisenbahnbewegung, Cylindcrfärbung 
zu 4 Auftragwallen, doppelseitigem Antrieb 
des Farbewerks, fijr feinsten lllusirations- 
und Farbendruck, in allen Größen, 

TKTfc^ „Wormatia" *fc *w>*fc 

Accidenji-Schnellpressen mit Eisenbahn- 
bewegung, Cylinderrirbung und Selbstaus- 
Icger, in 8 Größen. 



Universal-Doppelschnellpressen, 
D. R. P. 



zum Drucken aller Formate für Tabellen, 

und Zeitungsdruck, in 4 Größen. 



Werk- 



Doppel-Zeitungs-Falzapparate 

für t, 2 und Bruch. 



Zweifarben -Maschinen, abaft 
Transmissions-Anlagen. 



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Wir bitten, unsere Specialprcislisten und Brochfire Ober Neuerungen zu verlangen. 



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Herausgeber: Deutscher Buihaewerbeverein. — Vcraniwonl. Schriftleiter: Hans von Wciflenbach. 
Druck: Breitkopf & Härtel. Sämtlich in Leipzig. 

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IKOTOQBAVUBF. VON K. FAUl.USSKN. WIKN. 

.V««f uxft^ AH/ttimUr yv» Praa^ > tfmfrr 1/if-iir Htmttri. 'fftix./knaAifftifj/ltrt; 



»Archiv fOr Buchgewerbe' 




BR(i)iV 
FHR BUCijeEWeRBe 

BESRünDEC von BiiExanDER wBiiDow • BERaus<5E6EBEn vom 




Bekanntmachung. 

In den Deutschen Buchgcwcrbcvercin zu Leipzig sind im Monat Januar 1001 folgende Mitglieder 
auFgcnommcn worden: 



1. r/i^odor ß^y^r, Lithogr. Kunsranstalt, Dresden. 

2. Fr.Diers, i. Fa. Göhmann'sche Buchdruckerei, 
Hannover. 

3. Carl Dondorf, i. Fa. B.Dondorf, Kunstanstalt, 
Frankfurt a. M. 

4. Oscar Dulce, i. Fa. R. Dulce, Glauchau. 

5. Hans Feller, k. k. Hofbuchhändler, Karlsbad. 

6. Dr. phil. A. Gerstenberg, i. Fa. Gebr. Gersien- 
berg, Hildesheim. 

7. Louis Glaser, Lithogr. Kunsiansialt, Leipzig. 

8. Richard Goehde, i. Fa. R. Goehde's Verlag, 
Berlin. 

ö. Hermann Grevel, i. Fa. H. Grevel & Co., 
London. 

10. Felix Gräbel, i. Fa. Grübe! & Sommerlatie, 
Leipzig. 

11. Paul Härtung, Direktor der Verlagsanstall 
und Druckerei .Akt.-Ges. vorm. J. F. Richter, 
Hamburg. 

12. F. A. Herbig, Verlagsbuchhandlung, Berlin. 

13. Paul Herrmann, i. Fa. Ii. Herrmann sen., 
Leipzig. 

14. H. Hohmann, Hof-Buch- und Sceindruckcrei, 
Darmstadt. 

15. /I. W. /Ca/f mann, Verlagsbuchhdig., Danzig. 



16. Dr. Victor Klinkhardt, i. Fa. Julius Klink- 
hardt, Leipzig. 

17. Wilhelm Klinkhardt, i, Fa. Julius Klinkhardt, 
Leipzig. 

18. 0. Kloß, i. Fa. Verlag des Fränkischen Kurier, 
Nürnberg. 

19. Otto Kröner, i. Fa. Union, Deutsche Verlags- 
gesellschaft, Stuttgart. 

20. R. Lange, i. Fa.Brührschc Universitäts-Buch- 
druckerei, Gießen. 

21. Adolf Loewenstein , Direktor der Deutschen 
Verlags-Anstalt, Stuttgart. 

22. Edmund Mangelsdorf, i. Fa. Trowitzsch & 
Sohn, Berlin. 

23. Hans Naeter, Schriftsteller, Berlin. 

24. Heinr. Otto, i.Fa. J. B. Klein'sche Buchdruck., 
Krefeld. 

25. Max Pasch, \. Fa. Wilhelm Greve, Berlin. 

26. Conrad Pasch, stud. jur., 1. Fa. Wilhelm 
Greve, Berlin. 

27. Kommerzienrat Dr. Hermann Paetel, i. Fa. 
Allgemeiner Verein für Deutsche Litteratur, 
Berlin. 

28. Joseph Pergament, Rechtsanwalt, Odessa. 

29. H. 0. Persiehl, Buchdruckerei, Hamburg. 



<^ 41 



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Mb ARCHIV FÜR BUCHGEWURBb aK>drararMMrararwarar 



30. Ernst Pfeijfertl¥*.GTclner8iMdaitTt 37. Emst Sh'beüs, i. Fa. Druckerei der Dorf- 
Stuttgart. Zeitung, Hildburghausen. 

31. Cart Emst Poesekel, I. Fa. Poeschel & Trepte, aa J,J. Wagner, i. P«. J. J.W«goer St Co., Zäridt. 
Leipzig. 39. Th. Weigle, i. Fa. Mey & Widmayer, München. 

32. Friedrich Pustet, VerUgsbuchh., Regensburg. 40. A'aW Weifiery t. Fa. F. Ludw. Herbig, Leipzig. 

33. ^og^ Reichard, I. Fa. CNaumana^ Druck., 41. F. >1. HVrle, i. Fa. Breslauer GeoeriU Aozel> 
Frankfurt a. M. <;er, Breslau. 

34. £u£<rR Rieger, i. Fa. Stachle & Priedel, 42. Joseph Werner, i. Fa. Werner &Wiiiier,Franfc- 
gart. fttrt a. M. 

35. Th. Aug. Schutt i. Fa. Schupp & Nierth, 43. H Mirlckr, Direktor der Vcrcinigteo Kuiist- 
Dresden. anstalicn Aku-Ges., Kaufbeuren. 

30. Dr.VklorSekweizer, L Fa. HermannSeemami 44. Moritz Wiepfeeht, BuchdruckeretyPfaB«n 
Nachf., Leipzig. 

Leipzig, den 31. Januar IfiOt. Die Geschiftsstelle 

des Deutschen Buchgewerbevereins. 

Artkur WomOMÜi, GwchiRifSlirtr. 



Das deutsche Buchgewerbe auf der Pariser Weltaussteilung. 

Vortrige von Dr. R. KAUTZSCH. 



IM Laufe des Januar gab der Direktor des 
Buchgewerbemuseums in Leipzig, Dr. Rudolf 
Kaatzsckt in drei Vorträgen vor einem zahl- 
reichen zumeist fiichminnisehen Publikum einen 

vergleichenden Bericht über den Stand buch- 
gewerblichen Schaffens daheim und im Auslande. 
Das Material, das der Vortragende seinen Ausfuh- 
rungen zu Grunde legte, beschränkte sich nicht 
auf das, was sich in Paris der allgemeinen Kritik 
dargeboten hatte. Insbesondere war ja im deut- 
schen Buchgewerbe keineswegs alles Beste in 
Paris vertreten. Nicht um zu loben, und auch 
nicht um zu kritisieren, sondern um Anregungen 
gerade da zu geben, wo sie gebraucht werden, 
behandelte der Vortragende Entwickelung und 
Anwendung der einzelnen Zweige buchgewerb- 
licber Technik, so weit sie auf künstlerische Wir- 
kung iiKqclit, durch einen eingebenden Vergleich 
der ciiizelneii Nationen. Hin ausführlicherer Be- 
richt über die Vorträge wird auch in weiteren 
Kreisen von Fachleuten, Künstlern und Bücher- 
Freunden vielfach willkommene Anregung bieten. 
Und da dem Vortragenden selbst, wie dem deut- 
sch<-n B'jchgewerbeverein an einer authentischen 
\Cicdcrgabe der Vorträge liegt, lassen wir, soweit 
thuDlidi, den Redner selbst sprechen. 



I. Das Buch in Prankreioh. 

Die Ausstellung in Paris ist geschlossen, die 
Berichterstatter legen allmihlichdicFeder nieder. 
Andere Aufgaben, neue Erscheinungen treten In 

den Vordergrund was will da noch eine Be- 
trachtung über dasScbauspicl, das wir im Sommer 
und Herbst an der Seine genießen konnten, jetzt 
noch, so spät?! 

Ich gedenke allerdings nicht, Ihnen umständlich 
im Finzelnen zu erzählen, was wir dort zu sehen 
bekommen haben. Wohl aber scheint mir, dass 
es sich sehr wohl lohnt, einmal wieder zu ver- 
gleichen, wie es denn steht draußen und daheim 
im Buchgewerbe. Und dazu bietet die Pariser 
Ausstellung einen willkommenen Anlass. 

Um so mehr, als sie an einem höchst bemerkens- 
werten Wendepunkt unseresgewerblfchenLebens, 
in einer Zeit stärkster C iäruns; veranstaltet wurdf- 
Sie wissen von der Bev^ eguiig, die von England 
aus immer weitere Kreise gezogen, ein Land nach 
dem anderen eriTiffm liatte, von jcn<-r!^.-\* egung, 
die der Roheit und IJeblosigkeit, dem falschen 
Prunk- und Scheinwesen in der gewerblichen 
Arbeit energisch XX'idcrhah zu bieten suchte, die 
allen den Sünden, zu denen die ungeheuere Ent- 
wickduDg der Technik lo der Fabrtkarbeit ver- 



M 42 m>* 



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mmmmmmmmmmm, ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE war«4«^JMMnMc^M^a» 



fuhrt hat, nachgegangen ist und den Ruf nach 
küQstleriscber Haltung weit hinausgetragen hat. 
VeKchledcurrig war der Viederhtll Jener Rufe 
nach Reform in den verschiedenen Ländern ge- 
wesen. Nun in Paris musste sich zeigen, wie, in 
wclchein Grade die verschiedenen Nationen das 
Neue aufgenommen und verarbeitet haben, viel- 
leicht auch, ob das Neue lebens^ig und durch- 
schlagend zu werden verspradi. 

Und w eiter: man hat davon gesprochen, in Paris 
« erde um den Weltmarkt gekämpft und soviel 
sei sicher, tfem Gewerbe, das nicht nur technisch 
Vortreffliches, sondern auch kunsrierisch Wert- 
volles schaffe, dem gehöre die Zukunft, dem sei 
allein der Markt sicher. 

Auch wenn man überzeugt ist, dass solche All- 
gemeinheiten nur einen Kern Wahrheit enthalten, 
musste man steh sagen, dass eine große Ausstel- 
lung in diesem Aogeablick höchst bedeutsam 
werden könne. 

Das war etwa das objektive, das sachliche, 
das u issensehaMleiie Inieresse, dss uns nach 
Paris zog. 

Oss wsr sber nicht sUes. Wir kdnnen fene Be« 

wegung nicht nur mit dem kühlen Kopf des kal- 
kulierenden Geschäftsmannes beiracbien. Sie ist 
uns nicht ein etwas, was man mhmaehea kann 
oder nicht, nach Lust und Laune, nicht eine Mode, 
nicht eio Geschäft, sie ist uns weit mehr. Sie ist 
unldslMr veitnGpft mit der Frage nach der ganzen 
künstlerischen Kultur auch unseres Volkes. 

Um die Frage nach der Kunst im Gewerbe 
handelt es sich in jener Bewegung. Und niemand 
hat, das braucht man leider allmählich nicht mehr 
zu beweisen, den Ruf nach einer künstlerischen 
Adelung des ganzen Lebens nötiger als wir In 
Deutschland. Was sind wir doch arm geworden, 
arm und anspruchslos in künstlerischer Bezie« 
hungl Einst in der Zeit der Handarbeit, da gab es 
doch immer wieder Meister, die mit Handwerker- 
stolz auf gutes Material und gute Arbeit hielten 
und mit liebevoller Sorgfalt überlegten, prüften, 
abwogen und probten. Heute sorgt die Maschine 
nahezu für alles, sie ertiiuschi jedes Material, 
ahmt jede Arbeit nach, Hand und Auge haben 
immer weniger zu thun, und eine immer gewal- 
tigere Abstumpfung des EmpKndens für Farbeii- 
wirkung und Raumvcrhältni^i>e isi die Folge. 
Alles wird unpersönlich, sauber, exakte nfldltem, 
öde, ja roh. Was berührt uns denn so <;rark, 
wenn wir in ein altes Bürgerhaus in Nürnberg 
oder Daoxlg oder wo immer treten - -: dass da 



alles so besonders, so liebevoll, so auf vnndi:; r^e- 
macht ist: die Vertäfelung der Wand, die Decke 
mit ihrer IMalerei, Tisch und Stuhl, Uhr und 
Waschbecken in derFcke a!lesvielleichtl;eines- 
wegs sehr fein, aber alles gut, solide, mit einem 
Schmuek, der an rechter Stdie steht, aus dem 
Gegenstand herauszuwachsen scheint, und doch 
eigenartig, ja oft eio wenig eigensinnig, jedes 
Stick ein Zeuge einer fcfinstlerischen Kultur, die 
in allen lebendig war. Alle empfanden das als 
schön, als gut. Man konnte nicht anders schaiFen, 
als in diesem Geiste. 

Viel ist geschehen, um uns um diesen köst- 
lichen Besitz zu bringen. Krieg, jabrhundene- 
lange DOrfUgkeit, die bekannte polMsehe Lege, 
dJe eine ausschließliche Pflege der sittlichen und 
intellektuellen Bildung begünstigte, ja forderte, 
weil msn der moralischen Kraft vor allem be- 
durPtu, um über das Itlend der öffentlichen Zu- 
stifliic endlich völlig zu siegen. Dazu die vor- 
wiegende Begabung unseres Volkes Ar Poesie 
und Musik, das alles hat uns zum Spätling unter 
den Nationen in der bildenden Kunst gemacht. 

Und heute?: js wir hsben fa wieder eine Kunst 
und eine lebensfähige noch dazu. Aber was be- 
deutetsiedennwirklicb in unserem Leben? Ölfnet 
sie uns die Augen fOr das absolut Unkiiastlerisehe 
unserer ganzen Umgebung? Ist sie uns nicht 
etwas Äußerliches, etwas, womit wir uns wohl 
einmal in mfiSiger Stunde, Sonnmgs von '/tl2 
bis < ,1 IJhr beschäftigen? 

Fragen Sie doch unsere Kfinstler, mit welchem 
AuFwsnd von Energie sie sich über die Schrecken 
unseresunkünstlerischen Lebenserheben müssen. 

Nein, diese unsere Kunst bat einen Erfolg in 
unserer Gesamtkultur noch kaum zu verzeichnen. 

Aber die Gefahr ist erkannt. Und wenn nun 
heute überall energisch gefordert wird: wir wollen 
nicht länger diese Nflchternheit, diese Alltäglich- 
keit, diese aligemeine Hässlichkeit um uns dulden, 
so fragt sich auch für uns: können wir zulassen, 
dass ein Gebrauchsgegenstand von so intimer 
Bedeutung, dass unsere Bücher dauernd so un- 
schön erscheinen, wie das allermeist der Fall ist. 
DasVateriandC iutenbergskanndoch nicht iaiincr- 
während die hässlichsten Bücher produzieren. 

Also die Frage nach dem Stand der Ruchkunst- 
bewegung hui für uns keineswegs nur ein theo- 
retisches oder geselliftliches Interesse: sie Ist 
uns eine Sache, der wir von ganzem Herzen an- 
gehören, eine Sache, deren Sieg wir mit allen 
Kriften anstreben müssen, wenn wir es iifend 



«• 43 tfii 



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'«f.'K'W.'K'ac/a&M'M'K'M'W ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jrjrjrjrararararwarar 



ernst mit der Forderung nehmen: in unser Haus, 
in unser Leben muss deutsche Kunst wieder 
einziehen. 

Und somit zur Sache! Wir beginnen, wie billig, 
mit Frankreich. Die Ausstellung des Franzö- 
sischen Buchgewerbes war so reich und mannig- 
faltig, dazu so umfangreich, dass sie wohl ein 
nahezu erschöpfendes Bild der heutigen Pro- 
duktion in Frankreich gegeben haben dürfte. 

Als charakteristisch für die heutige Gestaltung 
des Buches in Frankreich tritt uns zunächst ein 



also nicht zu viel Weiß, aber auch keine fest ge- 
schlossenen Seilen. Der Titel wird womöglich in 
gut abgewogene Gruppen von Zeilen verschie- 
dener Länge gegliedert, rechteckige geschlossene 
Gruppen werden vermieden. Häufig ist der Titel 
zweifarbig. IVtan kann ohne weiteres zugeben, dass 
die Schrift gar zu wenig Charakteristisches mehr 
hat, dass auch der Satz, besonders im Titel, sehr 
oft weit dekorativer gestaltet werden könnte - 
im ganzen machen diese Bücher doch einen 




Seile ■«: «Louii Lcgrind. Ilvre d'heuru*. 



Seite lut: «Monionpieil. Frince, bmi hbloln'** 



konservativer Zug entgegen: die Anlehnung an das 
18. Jahrhundert und die ruhige Entwickelung 
überkommener Formen. Der Typus des eng- 
lischen Buches hat keinen Eingang gefunden ; er 
ist dem Franzosen zu ernst, zu streng, zu doktrinär. 
Die Französische Kunst wie das französische Leben 
liebt alles, was farbig, heiter, leicht, elegant ist. 
Die glänzendste Offenbarung dieses Geistes ist 
die Kunst des 18. Jahrhunderts, und die Grund- 
züge des Buches, wie es damals geschaffen wurde, 
entsprechen dem innerenWesen des französischen 
Empfindens so sehr, dass sie in vielen Stücken 
noch heute gelten. 

Der Typus des gewählten Buches ist: gutes 
Papier, klare, etwas dünne, offene Antiqua. Der 
Satz folgt den Grundsätzen des 18. Jahrhunderts, 



klaren, vornehmen Eindruck. Auch fehlt es nicht 
an Ansätzen zu neuer Gestaltung der Schrift und 
an Anzeichen eines erstarkenden Sinnes für deko- 
rative Wirkung. 

Interessante neue Schriften hatten besonders 
Peignot et fils ausgestellt. Auch die Proben ver- 
rieten, dass da ein Bcwusstsein für die Notwendig- 
keit neuer Versuche lebendig ist. Jedenfalls aber 
werden moderne Schriften und moderner Satz 
im englischen Sinne in Frankreich nicht ohne 
weiteres Eingang finden. Und das ist kein Zeichen 
von Rückständigkeit, sondern nur ein Beweis für 
die Stärke der alten Tradition, die man nicht von 
heute auf morgen über Bord zu werfen, sondern 
nur vernünftig weiter zu gestalten braucht, um 
sofortWertvollesund Französisches zu schaffen. 



^ 44 



Verein Glocke j< L.-Lindcnau 

Vcrcimiokal i Dr<l Liadcn o Lmdrnitr. 

Tanz-Karte 

zum 12. Stiftungsfest 



Nftch d«ni TkDt ein iwangloio Kuflcc» 
krftliMlMO im Ucinco CcMtUcbtfUuAlc 





Programm 

zu dtr am Scnntog, d«n S.nidR 
BiMfMMidin 

Stiftungsfeier 

bcHefacnd ioOMatcr, Man«, BaD 

GM 

einlatf 6 Uhr 
HnlODB 1 Uhr 



Kaufmannildier Verein 

:u Bomburg 





ANDSCHAFTS-GÄRTNEREI 
UND OBSTBAUMSCHULE 



RICHTER 



TELEGR.-ADR.: RICHTER LEIPZIG • FERNSPRECHER Nr. 184 LEIPZIG, Datum <f« /\.jMtonp«U. 




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t(ch In tUn nächtUn Tag*n einer meiner Herren 
ReUenden die Ehre giebl, SU .-ii besuchen. Ich 
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iu wollen und teichM mit aUtr Hochachtung 

G. Richter. 



1 

I 



iMÜM ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE aMMMMMMMMrJM» 



m konservativen Zug tritt nun 

I modernes Element hervor, das 
.HZ des friiuOBlschen Buehgewer^ 




Die Farbe muss vielmehr in den Text aell>er ein- 
dringen und die Mhwtn gedruclitcn Typen mit 
dem Schmuck zu einem einheitlichen Bild Im 
Texcspicgel verschmelzen. In der Lösung dieser 
schwierigen Au^abe zeigen die Franzosen ihre 
auf künstlerischer Tradition beruhende Meister» 
Schaft. Frische und entschiedene, aber doch zart 
wirliende Töne werden geschickt verwendet. 
Nichtssagende SüBlichkeit fehlte ebenso wie grelle 
Buntheil. Durch Wiederholung derselben Farbe 
auf der einzelnen Seite in Initialen und Rahmen 
für Vignetten und Seitenzahlen wird der Eindruck 
erweckt, dass die Farbe notwendiger Bestandteil 
des Buches sei. 

So sah man in der Ausstellung des Verlages 
Conquet einen reizenden Druck: Paul Bourgct, 
Pasteis ein bekanntes Werk. Da waren Ober 
jedem Kapitel kleine Landschaften in mehreren 
Farben, ganz licht und zart gedruckt, eingesetzt. 
Um diese Bildchen dem Text fest elnzufQgen, 
hatte man sie mit Rahmen umgeben, die die Breite 
des Textspiegels erreichten. Ornamentmotive 
and Fsrbea desRalinms kelineD in den Initialen 
auf derselben Seite jedesmal wieder. Das Ganze 
wirkte sehr fein. 

£!■ «Mieres Minel, den Text mit dem farbigen 
Schmuck fürs Auge zusammenzuschließen, ist 
die Anwendung von Mitteiiönen. So sind in 
Jlorim Bueh Lm Dimtoches Ptrisleas (Gmi^wO 



die Radierungen l.eperes in einem kräftig braunen 
Ton gedruckt. Ein anderes Braun in den Initialen 
vermlnelt zwlsclien {enen und der Schrift ganz 
ausgezeichnet. Endlich kann der Text selbst in 
einem fein auf die andern vorkommenden Farben 
abgestimmten Ton gedruckt sein. So wirkt die 
Farbe bindend, Hinheit schaffend, nie tritt sie 
hart als fremdartiger Bestandteil der Schriftfarbe 
gegenüber. 

Während die eigentliche Ruchdckoraiion fast 
ganz zurücktritt, zeigt sich in der aulkrordent- 
Itch umfangreichen Illustration die Kraft künst- 
lerischen Könnens im günstigsten Lichte. Ra- 
dierungundHolzschnittyLithographieundfarbiger 
Bvehdruek werden In gleleber Weise mit größtem 
technischen Können und künstlerischem Ver- 
ständnis für die Buchausstattung verwertet. Da- 
bei spielt die Radierung allerdings nicht mehr 
die alle Rolle. Die Radierungen in den Büchern 
wirken vielmehr oft genug öde und langweilig. 
Doch giebt es noch immer eehfe guielllusirailon 
auch hier, und ganz kdadlch sind zum Beispiel 
die kräftigen, überaus charakteristischen Strich- 
ra dleru i ig e i i Lepiie^ (sie he oben : Les Dimanolies 
Parisiens). Auch fuWgt Ridierungen, die wie 
zart getönte Zeichnungen wirken, kommen vor. 
Ober den sonstigen KupFerdruck im Buche Ist 
zu sagen, dass die Wiedergabe von Gemälden 
zum Buchschmuck, wie wir sie schlimmer Weise 
immer noch in unseren Frachtwerken erleben, 
in Frankreich mindestens nicht hüuKg vorkommt. 
Wo Heliogravüre angewandt wird, geschieht das 
mit feinem Verständnis für die G^benheiten 
des Buches. Diese mehr- oder einfarbigen Helio- 
gravüren in der französischen Buchausstattung 
wirken nicht als Gemälde. Sie sind nach Aqua- 
rellen hergestellt, die von dem Recht der gra« 
phischen Kunst, der Verbindung von Zeichnung 
mit zarter, farbiger Tönung den feinsten Ge- 
brauch machen. Darum sind sie frei von jeder 
schweren, bildmiOlgeo Wirkung. Man hat in 
Frankreich über- 
haupt erkannt, daaa jfl^^ 

das technische ^^^^^ 
Raffinement nicht 
IQr den Mangd an 



Kunst entschädigen 
kann. Und so fin- 




den wir in der ge- ^/ w% 

samten farbigen TT"^ •# 

Buchillustration 

nie den Wetteifer am: .SMtaiM, cwm» mmmmim^. 



M 45 



Diyilizeu by v^Oü^lC 



ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE ac>«Mra«sMvMMCMrwM'«r 



Einige Bemerkungen aber kttnsderische Ansichtspostkanea. 

Von FRITZ HANSEN, 

SEITDEM zuerst mit besonderer Unter- 
stützung der badischen Regierung von der 
Firma J. Velten in Karlsruhe jene Serien 
prächtiger Ansichtskarten vom Schwarzu ald und 
ObeiThelo publiziert wurden, wendet sich dM 
Interesse unserer Künstler sehr lebhaft diesem 
Gebiete zu und selbst die bedeutendsten Maler 
verschmähen es heute nicht mehr, hübsche 
Landschaftsstudien ausschließlich für die Re- 
produktion auf Postkarten herzustellen. Denn 
es ist heutzutage gerade/^u zur Mode geworden, 
diese PcstV arten nicht aus philatelistischem Inn r- 
essc, sondern allein um der bildlichen Darstellung 
w illen zu sammeln. Die bei uns in Deutsdi- 
\a\-A stark hervortretende Sammelwut hat bereits 
dahin geführt, dass wir einen .Allgemeinen Cen- 
tnilverbind (Br AnsichtslianiMMmmter* beben, 
der unter anderem den Zwecli verfolgt, seine 
Mitglieder vor unreellen Händlern zu schüuen. 



sondern auch bei den Ansichtsliarten in erster 
Linie an. Die älteren Plaliate sind Erzeugnisse 
einer stillosen, schablonenhaften Kunst, die sich 
nicht im geringsten der Bedingungen bewusst war, 
weichen ein wirksames Künstlerplakat genügen 
muss. Erst dem energischen Bestreben derFran- 
zosen, vor allem dem König des modernen Plakats, 
Cheret, gelang es eine wirkliche Ptakalkumt zu 
schaffen, die von Jahr zu Jahr an Bedeutung zu« 
nimmt. 

Ebenso ist es mit der Ansichtspostkarte; auch 
ihr ersteher! iMeister, die es dnhin bringen, dass 
selbst eil. au unscheinbares Ding, wie eine Post- 
karte es ist, zum Kunstwerk erhoben wird. Für 
jeden Gegenstand, selbst den unbedeutendsten, 
gicbt es ja eine künstlerische Form und es kommt 
eben nur darauf an, dieae aua dem Weaeo der 
Sache heraus richtig zu erkennen. Man darf sich 
nicht damit b^nugen, Schönheitselemente äuOer- 



Mtms 



Verzeichnis von Personen und Firmen, 

die im Jnnuir 1901 dem Deutschen Buchgpwerbcmuscum Schenkungoi flbeniinesen haben. 



J.J. Webt-r, Lcip: Finladungskarten.- Braun 
&Sdmmder, München : FliegendeBütier Bd. 1 13. 

WfTT!. llVihius Ndchf., Weimar: Luthers 
Werl<.e Bd. 14. J. G. Cottii Nach/., Stuttgart: 
Verlags-Katalog 1900. U nivcrsitäts- Bibliothek, 
Göttinnen: Katalog der Gutenberg-Aussiellung. 
— Adolf Bonnkr, Stockholm: Sveask Bok-Kata- 
log. — Rekhsdruckerei, Berlin: Inkunabel-Drucke, 
6 Mappen. Wald Zachrisson, Göteborg: Kalen- 
derigoi. — Graph. Gesellschaft „Unie*, Prag: 
Kalender IIIOI. Christ. Reissers Söhne, Wien: 
Kalender 1901. — Hr. Jessen, Berlin: Katalog der 
Lithographischen Ausstellung. Herrn. See- 
manru kaehf^ Leipxig: Roseoberg: Klamroth. 
Crane: Dekorative Illustration. Gewerbe- 
Museum, Düsseldorf: Katalog der Lithographi- 
aebea AusiteUung. — Secession,Wien: Katalog 
der Udiographlacheo Auasiellung. Cäsar 



Schmidt, Zärich : Durch ganz Italien. Breslauer 
& Meyer, Berlin: Stucken: Hine-Moa. Münch- 
hausen: Balladen. - G. Hedeler, Leipzig: Job- 
manns Monogrammen -Schatz. - Milo'ske Eta- 
blissement, üdense: Eine reiche Sammlung von 
Drucksachen. - A. Kahle, Eisenach: Prospekt. 

Gesellschaft f. vervielf. Kunst, Wien: 2 Origi- 
nallithographien. - A. Twietmeyer, Leipzig: 3 
Plakate. - /«/(artncs Bacnsch-Drugulin, Leipzig: 
Amerik. Prospekte und Accidenzen. - Rudhard- 
sche Gießerei , Ojfenbach a. JH.: Kalender 1901. 

Allen freundlichen Gebern s feen v ir l,u h -*n 
dieser Stelle aufrichtigen Dank, und üuicn, dem 
Buchgewerbemuseum auch künftig Druckarbeiten 
aller Art, Bücher, Einzelhlätter, Cirkulare und 
andere Accidenzen, soweit sie technisch oder 
künstlerisch von Ihtereaae aind» fiberwelseo zu 
vollen. 



Der Vorstand des Deutschen Buchgewerbevereins. 

^ 47 M 



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Mmmm>mm ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arjrarwwarjrarararar 



'ie ancfer/i. 



Bemerkungen über künstlerische Ansichtspostkarten. 



Von FRITZ HANSEN. 



Nftcfidrttck vom VrrfiMCf v«iiK>icfi. 



/ 



DEM zuerst mit besonderer Unter- 
ützung der badischen Regierung von der 
.•'irma ]. Velten in Karlsruhe jene Serien 
itiger Ansichtskarten vom Schwarzwaid und 
rrhein publiziert wurden, wendet sich das 
iSresse unserer Künstler sehr lebhaft diesem 
ebiete zu und selbst die bedeutendsten Maler 
/erschmühen es heute nicht mehr, hübsche 
.Landschaftsstudien ausschließlich Für die Re- 
produktion auf Postkarten herzustellen. Denn 
es ist heutzutage geradezu zur Mode geworden, 
diese Postkarten nicht aus philatclistischem Inter- 
esse, sondern allein um der bildlichen Darstellung 
willen zu sammeln. Die bei uns in Deutsch- 
land stark hervortretende Sammelwut hat bereits 
dahin geführt, dass wir einen „Allgemeinen Cen- 
traiverband für Ansichtskartensammler" haben, 
der unter anderem den Zweck verfolgt, seine 
Mitglieder vor unreellen Händlern zu schützen. 
Drei Zeitschriften haben sich ferner der «Post- 
karte mit Ansicht* gewidmet und es giebt in 
Deutschland allein circa sechzig große Fabriken, 
die derartige Karten-Albums herstellen. Auch 
ihre „Geschichte" hat die Ansichtspostkarte. Der 
Berliner Lithograph Frit: Miesler kam anfangs der 
siebziger Jahre auf die Idee, Ansichtspostkarten 
herzustellen, ohne jedoch der Sache besonderen 
Wert beizulegen. Heute dagegen beschäftigen 
sich w^ohl an drei Dutzend hervorragende litho- 
graphische Anstalten in den verschiedensten 
Städten des Deutschen Reiches fast ausschließ- 
lich mit der Herstellung von Ansichtspostkarten 
und wenn in letzter Zeit die Lithographie einen 
großen Aufschwung zu verzeichnen hat, so ist 
das neben der rapiden Ausbreitung der Plakat- 
kunst auch auf den enormen Verbrauch von An- 
sichtspostkarten zurückzuführen. 

Freilich sind es nur verhältnismäßig wenige 
dieser Ansichtspostkarten, die als wirklich künst- 
lerische Leistung Beachtung verlangen und des- 
halb wert sind, gesammelt zu werden. Bei der 
übergroßen Mehrheit handelt es sich um unkünst- 
lerische Dutzendware, die zwar zuweilen recht 
viel Geschick in der Unterbringung vieler Motive 
auf engem Raum, Witz, Humor und originelle 
Ideen, aber wenig Kunst und sehr, sehr selten 
dekorative Gesamtwirkung zeigt. Auf diese letz- 
tere kommt es aber nicht nur bei den Plakaten, 



sondern auch bei den Ansichtskarten in erster 
Linie an. Die älteren Plakate sind Erzeugnisse 
einer stillosen, schablonenhaften Kunst, die sich 
nicht im geringsten der Bedingungen bewusst war, 
welchen ein wirksames Künstlerplakat genügen 
muss. Erst dem energischen Bestreben der Fran- 
zosen, vor allem dem König des modernen Plakats, 
Cheret, gelang es eine wirkliche Plakatkunst zu 
schaffen, die von Jahr zu Jahr an Bedeutung zu- 
nimmt. 

Ebenso ist es mit der Ansichtspostkarte; auch 
ihr erstehen Meister, die es dahin bringen, dass 
selbst ein so unscheinbares Ding, wie eine Post- 
karte es ist, zum Kunstwerk erhoben wird. Für 
jeden Gegenstand, selbst den unbedeutendsten, 
giebt es ja eine künstlerische Form und es kommt 
eben nur darauf an, diese aus dem Wesen der 
Sache heraus richtig zu erkennen. Man darf sich 
nicht damit begnügen, Schönhcitselemente äußer- 
lich anzuhängen und auf ein Werk den Strahl einer 




Gcj. ^<m HuK" SpinJ\tT, Zink-Autoiyple von frfm. GaitlarJ' 



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Diqitizcd bv CiOOgle 



'K'K'W.'MW.'M'M'K'M'M'M ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jrjrjrjrjTjrjrarjrjrjr 



erborgten Schönheit Fallen zu lassen. Jede An von bensächlichen und Unwesentlichen, um dadurch 
Gegenständen erfordert eine besondere künst- das Wichtige noch mehr hervortreten zu lassen 





A« der KuatunMah rmt f. Hüttr, Sinkfrg. 



Au« der Kauiuiuh roa £. SUI»r, Mntkrrf. 



Icrische Behandlung und nur dann erweckt ein das sind einige Hauptgrundsätze für die 
Kunstwerk Befriedigung und Anerkennung, wenn Schaffung eines modernen Plakats. Und fast 





Aus der KuuMa(i*lt van £Jm, OalUttt, Btrlm. 



Ahm iler KunaUDMli voa £äm. GaHlmrd, Birtim. 



die äuQere Erscheinung mit dem inneren Wesen 
in Einklang steht. Beim Plakat kommt es be- 
kanntlich nicht auf klein- 
liche Genauigkeit, sondern 
in erster Linie darauf an, 
mit wenigen Strichen und 
effektvollen Farben dekora- 
tiv zu wirken. Eine einzelne 
Figur ohne andere Gegen- 
stände in den Vordergrund 
gerückt, so dass sich das In- 
teresse des Beschauers aus- 
schließlich darauf konzen- 
triert. Fortlassung alles Nc- 




Au« 6tr Kaaituralt van C, Nttltr, Kirnhtrt. 



dasselbe gilt auch von der Ansichtspostkarte. 
Schon die der Herstellung der gewöhnlichen 
Postkarte zu Grunde lie- 
gende Idee: ein bequemes 
Mittel für kurze Mitteilungen 
einzuführen, deutet darauf 
hin, dass auch das Bild auf 
einer solchen Karte in bün- 
diger epigrammatischer 
Form die breite Schilderung 
ersetzen soll. Wie aber ein 
Epigramm bei aller Kürze 
harmonisch abgeschlossen 
und dabei vielsagend ist, so 



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AHcfiburger Spielkartenfabrik Schneider & Co., Altenburg $.-A. 

UUiocra^hlMb« «anstansUH • ■msIi- und tt«l»drM«lMr«l • »ttckhin4**M. 



ARCHIV FOR BUCHGEWERBE M<aMraM«MMM»arM> 



oiuBS es «uch die Illustrierte Postkirte sein. Dar- 
aus ergiebt sich ganz von selbst, dass das Bild 
so angeordnet sein muss, dass eine harmonische 
Gesamfwlrkung erzielt wird. Es kommt dabei 
sehr viel auf die Farben an, die so zusammen- 
gestimmt sein müssen, dass sie nicht unruhig 
viilteo, sondern das Auge angenehm berühren. 
Das ist um so schwieriger, weil es sich darum 
handelt) scharfe Kontrastwirkungen herbeizu- 
fShren und Mitfeltöne nur dann anzuwenden, 
wenn schreiende DIaaonanzen beseitigt werden 
müssen. 

Malerisch, im Sinne eines Gemildes darf die 

Ansichtspostkarte nicht sein, sondern vielmehr 
ornamental wie ein polychromes Flacbornamcnt, 
selbst wenn malerische Landschafksbllder vor- 
geführt werden. Der Impressionismus hat hier 
vollste Berechtigung, vorausgesetzt, dass er sich 
mit einer das Naturbild dekorativ erfassenden, 
stilisierenden Thiitigkeit verbindet. Um das zu 
erreichen, das Bild dem beschrinkten Raum an- 
zupassen, so dsss es nicht als ein Ausschnitt, 
sondern als ein in allen Teilen harmonisches 
Ganzes erscheint dazu gehört allerdings ein 
ziemlich bedeutendes künstlerisches Können. 

Der Ansichtskarienmaler hat dem Plakat- 
künstler gegenüber insofern eine andere Stel- 
lung, als er nicht mit der beim Plakat not- 
wendigen Pernwirkung zu rechnen braucht. Die 
Ansichtskarte wird in nächster Nahe betrachtet 
und erfordert deshalb eine feinere Durchführung, 
wobei jedoch vermieden werden muss, zu sehr 
in die Details zu gehen, denn es würde dadurch 
die künstlerische Wirkung gewissermaßen beein- 
trächtigt. 

Bei den iliustricrtrn PoMV/irtrii hrsclir-i-nk' rnisn 
sich schon längst njclit niclir uut Uic \ uriuhrung 
von schönen oder historisch interessanten Land- 
schaftsbildern. Hie ! rL-ii'nisse des Tages, die 
Bilder von Schauspielern und Sängerinnen, selbst 
zweiten und dritten Grades, erhalten auf diese 
^X rise ihrr wenigstens papierene Verewigung. 
>X iriilich künstlerische Leistungen sind aber, 
wie schon gesagt, unter der ungeheuren Anzahl 
der heute existirenden Ansichtspostkarten selten 
und deshalb ist es jedesmal mit t-'reuden zu be- 
grfiflen, wenn auch von Staats wegen etwas ge- 
schieht, um durch die Ansichtspostkarten den 
Sinn für echte Kunst im Volke zu verbreiten. 
De« Beispiele der badischen Regierung Im ^ 
schon vor längerer Zeit auch die sächsische 
Regierung gefolgt, indem sie gleichfalls ein Preis- 



ausschreiben ffir Ansichispoeikarten erließ, da« 

eine Reihe sehr hflbscher Arbeiten auf diesem 

Gebiete zeitigte. 
In Vien, das lange Zeit den größten Teil seiner 

Ansichtskarten aus Deutschland bezog, hat die 
bekannte Firma Philipp & Krämer eine große 
Kollektion künstlerisch ausgefahrter Ansiehn* 
Postkarten in typographischem Dreifarbendruck 
herausgegeben, die den Beifall aller Sammler 
und Freunde der graphischen Kunst errungen 
haben. In Deutschland zeichnet sich hier beson- 
ders die bekannte Firmay. G. Schelter & Giesecke 
in Leipzig aus. 

Die bisher erschienenen künstlerisch wert- 
vollen Ansichtspostkarten, auch die des Aus- 
landes, sind ISÜt ausschlieitlieh in deutschen 
chromolithographischen Anstalten hergestellt 
worden und ist es besonders die graphische 
Kunstanstalt von E. Nt$ter in Nürnberg, die, wie 
deren Beilage im nächsten I-left beweisen wird, 
auf diesem Gebiete ganz Her>'orragendes leistet. 
Die von dieser Firma hergestellten Vettensthen 
Künstlerkarten sind in den Verlag von Schmidt^ 
Staub Gr Co. in Nürnberg übergegangen. Von 
anderen chromolithographischen Anstalten, die 
sich diesem Spezialgebiete mit großem Erfolg zu- 
gewandt haben, sind hier noch zu nennen die 
Firmen: Wilh. Hoffmann, Dresden; Schneider & 
Co., Altenburg; Paul Pinkau & Co., Leipzig und 
Z.OUIS Glaser, Leipzig. Während für die farbigen 
Ansichtskarten hauptsächlich die Chromolitho- 
graphie (und deren Abarten) und der Dreifarben- 
druck in Betracht kommen, herrscht bei den ein- 
farbigen die Autotypie (hier besonders hervor- 
zuheben die altrenommierte Kunstanstalt von 
Edm. Gaillard in Berlin) und der Lichtdruck vor. 
Aus der grüßen Zahl der Lichtdruckuusialten, die 
Ansichtskarten anfertigen, treten durch muster- 
gültige Leistungen ht-rvor die Firmen Knack- 
stedt 6r Näther, Hamburg- Rud. SchaJe, Bonn 
und Dr. Trenkler& Co., Leipzig (welche das Mo- 
nopol für die griechischen Ansichtspostkarten 
von der Regierung erhalten hat), von denen wir 
unsem Leaern demnächst gleichhils einige Pro« 
ben vorführen zu können holfen. Zu verwundern 
ist nur, dass man nicht auch in anderen Ländern 
sieh in gleich lebhafter Welse fOr die Kfinstler- 
posfkartc interessiert hat, die doch ein ganz vor- 
zügliches Mittel ist, den Geschmack des großen 
Pubtikuma zu blMea, zu liateim und dem mo- 
dernen Dekoratioosstil eiolfermaOen die Wege 
zu ebnen. 



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mmmmmmm.<mm'»m ARCHIV FÜR BUCHGbWbRBH acMrM!<«na»M>ac>w»>ara» 

Die Lichtkorn-Autotypie der Reichsdruckerei. 

Vergl.ArcbhrlllOIVS.4fl8. 



DIE Llehritorn-Auiotypie ist dadurch gekenn- 
I zeichnet, dass ein Diapositiv zusummen 
mit einem Kornraster durchscheinend lur 
Aafoabine gelangt. Die Glaspitnen sind hierbei 
derart in engste Berührung miteinander gebracht, 
dass die Schichtselle des Diapositivs uod die 
dünne Deckplatte des Komrasters aufeinander» 
liegen. Bei der Aufnahme, welche in einer Ver- 
grÖOerungs-Camera ■- am besten mittels nassen 
Kollodiumverfahrens ausgeführt wird, muss 
das Diapositiv der Lichtquelle, der Raster aber 
dem Objektiv und der dahinter befindlichen Auf- 
nahme-Kassette zugekehrt sein. Die Einstellung 
desBildes gwehlcht mit der üblichenMattscheibe; 
es ist aber zu empfehlen, mit einer klaren Scheibe 
nachher noch einmaldie Körnung aufihre Schärfe 
zu prflfen. Das zugleich durch Diapositiv und 
Raster dringende l icht becinflusst die Bild- 
zerlegung in günstiger >X eise und ergicbt eine 
Verstärkung der Gegensätze. Die Nacharbeit 
(Retouehc) wird d;>di;rch erheblich verringert; 
ist aber eine solche durch mangelhafte Original- 
•uftaahme trotzdem geboten, so lässt sich dieselbe 
aufd^mOriginalnegarlv ur.<i demDiapositiv leicht 
ausführen. Dieser Um&tanü dürfte schon genügen, 
die Herstellung der beiden Trockenplatten, welche 
im ersten Augenblick etwas umständlich erscheint, 
auszugleichen. Durch richtige Gröüenbcmessung 
der Diapositive istflberdies der ausführende Fach- 
mann in der Lage, mit Hilfe ein und desselben 
gut gewählten Kornrasters ein gröberes oder 
feineres Korn zu erzielen, also die KSroung dem 
jeweiligen Bildcharaktcr anzupassen. 

Das bisherige Verfahren ergab bei gleichem 
Rasier auf eine bestlmniieFlIebeneinheit der em- 
pfindlichen Platte immer die gleiche Körnerrahl; 
bei der Lichtkorn-Autotypie kann man durch die 
wcchselode Größe des Diapositivs bei ein und 



demselben Raster die Kdmerzahl vermindern 

oder vermehren. Ein kleines Diapositiv ergiebt 
eine Verminderung der Körnerzahl, ein ver- 
größertes eine Vermehrung. Oder anders aus- 
gedrückt: auf derselben Flächeneinheit der licht- 
empfindlichen Platte wird man bei gleichem 
Raster eine mehr zerstreute oder mehr dichte 
Körnung erzielen, je nachdem man das Diapositiv 
verkleinert oder vergrößert. 

Ein gutes Diapositiv wird In den Händen des 
geübten Fachmannes ein Kornnegativ geben, wel- 
ches sich leicht kopieren lässt und eine scharfe 
Metall- oder Steinätzung gewährleistet. Die che- 
migraphischen Vorgänge entsproehoi im übrigen 
den seither üblichen Veriahren; es wurde jedoch 
beobachtet, dass sich das Albumin- (Einwalz-) 
Verfahren besser zur Ausführung der Lichtkorn- 
Autotypie eignet, als das Fischtdm- (Email-) Ver- 
fahren. 

In der Reichstfaiiderei sind bei diesem Ver- 
fahren die Kornraster von /. C. Haas in Frank' 
farl a. M. zur Anwendung gelangt. 

Die Reichsdruckerei hatte ursprünglich die 
Absicht, das Verfahren nicht zu veröffentlichen, 
weil das Ausland nicht in die Lage kommen sollte, 
sich dasselbe anzueignen; sie hat aber allen deut- 
schen Inte't'^'emen, welche darum nachsuchten, 
das Verfahren uaenigclilich mitgeteilt. Inzwischen 
nun hat sich herausgestellt, dass eine Firma dn 
ähnliches Verfahren bereits ausgeübt hat und eine 
Pflicht zur Geheimhaltung nicht anerkennt. Unter 
diesen Umstlnden hat die Reichsdruckerei ihre 
ursprüngliche .\bsicht aufgegeben und das Ver- 
fahren zum Nutzen der Allgemeinheit öffentlich 
bekannt gemadit. Sie ist aber, wie wir erfiihren, 
nach wie vor bereif, deutschen Interessenten mit 
Rat und Auskunft über das Verfahren an die hiand 
zu gehen. 



Kominerzienrat Hermann F. Giesecke f. 

KURZ vor AbcbliMsdes Jahres erlitt die typographische De\'rknt, der Königlich Sichsische Kommerzienrai //er^ 

KHWt einen seil werenVerluM. Ain3I.Dezeinberl900 mamt F. Gietecke. Cabor«n km ft. April 1631 aU Sohn des 

««raebied ntcb kam« Lttden ein Manii, deswn Nan« für ▼•rdlnatvollni ScbrMliiieflerdbflSiotei« CkfkUan PHmMek 

alle Zeiten mit dem Buchhandel und Buchdruck Leipilgs, Gieueke in Leipzig, des Bc(riiiidera des etwoMli weit- 

dem er stets Ehre gemacht, eng verbunden sein wird, der bekannten Hansn J. G. SektUv & Oitudte, trat er 18M 

Mitbeftfinder uad Seaiorchef des Velthuiset Giettekg St tli Lehrling in die Bernhard Tniclinitnetae Buebdiuekerei 

^ 54 lA 



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ttmim/9t/m.<w.<»»'»mm ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jrarwarjrarwwMww» 



in Leipzig ein, um sich zuerst alt Buchdrucker vollslindig 
auszubilden. Nachdem er sich noch mit dem Vesen des 
Buchhandels gründlich vertraut gemacht hatte, begab er 
sich ins Ausland, wo er mit seinem Freunde Atphomt Dtvrient 
(gestorben 1878), dem spiteren Mitbegründer des Institutes, 
in den verschiedenen Bildungszentren Europas die hohen 
Ziele kennen lernte, deren Erreichung beide spiter in der 
Heimat bei ihrem Virken als erstes Geschiftsprinzip auf- 
stellten. Am 1. Juni I8&2 wurde das unter der Firma 
üiftecke £r Dtvrient in der ganzen Xf eil berühmt gewordene 
typographische Institut von Hermann F. Giesecke, dem 
unternehmenden, weitsichtigen und kunstsinnigen Veit- 

und Kaufmann, und von Alphonse De- 

vrient, dem künstlerisch feinfühlenden 
gediegenen Techniker gegründet. Ihre 
Devise war: In labore virtus. 

Elf Lustra hat Hermann F. Giesecke 
mit seiner staunenswerten Arbeitskraft 
im Dienste der schwarzen Kunst, die 
das Kulturleben der Völker erhellt, ge- 
standen. Stets hat er unermüdlich im 
Verständnis der wechselnden fort- 
schreitenden Ziele der Zeit sich an 
die Lösung neuer, schwieriger Auf- 
gaben mutig gewagt und infolge schaf- 
ensfreudiger Energie immer neue er- 
folgreiche Vege für die Typographie 
aufgefunden. Dass er sich aber diese 
nie versagende Spannkraft bis zu sei- 
nem Lebensabend ungcschwicht er- 
halten konnte, verdankt er wohl upisct 
hahllch seiner ausgeprägten Vorliebe 
für Natur- und Kunstschönheiten. Die 
Reisen nach dem Orient (Palistina, 
Ägypten), Spanien und Italien ließen 
ihn eigentlich geistig und körperlich 
nie alt werden. In Italien war et be- 
sonders Rom, was ihn immer wieder 
anzog, zumal er durch seine Verlags- 
thitigkeit manche freundschaftliche 
Beziehungen zu den dortigen GroQen der Kirche, der 
Kunst und der Wissenschaft hatte. 

Gleich nach seiner Errichtung bewies das typographische 
Institut von Giesecke St Devrient, dass es den vorwirts 
dringenden Geist der Zeit crfasst und einen engen Bund 
mit den Genien der Wissenschaft und Kunst und den mich- 
tigen Kriften der Technik abgeschlossen habe. Im Jahre 
1857 wurde ein eigenes Geschäftshaus errichtet, welches, 
durch eine Reihe von Neubauten erweitert, heute noch das 
Stammhaus des groQen Betriebes bildet. Zu dem ursprüng- 
lich nur die ßuchdruckerei umfassenden Geschlftsbetrieb 
kamen nach und nach die Lithographie und Steindruckerei, 
die Kupferdruckerei, die Galvanoplastik, die Stereotypie 
und die Gravier- und Guillochier- Anstalten hinzu, die 
namentlich für die Wertpapierherstellung erforderlich 
waren. 1889 machte sich eine Filiale in Berlin erforder- 
lich. 1865 wurde eine eigene Rcproduktionsanstalt ein- 
gerichtet, in welcher Strich-Ätzungen, Autotypien, Drei- 
farbendrtickplatten, Chromotypien und Heliogravüren 
hergestellt werden. Der Plan der Gründer, in dem Institut 
ille graphischen Künste zu vereinigen, war zur Verwirk- 
lichung gelangt. 



Hermann F, Oirteeke 
nach ciaer photo|{rmphiKlieii Auhuhne 
au« den Emic der 50er Jahre. 



Dieser vielseitigen Ausdehnung, sowie dem besonderen 
Verttindnis, welches bei den Chefs der Firma für die 
sachgemiOe Übertragung der wissenschaftlichen Ergeb- 
niste ins Graphische vorhanden war, ist es zuzuschreiben, 
dass auch die Ausführung kartographischer Werke mit 
durchschlagendem Erfolg in das Bereich des Schaffens ge- 
zogen werden konnte. Her>'orzuheben sind hauptsichlich 
auf diesem Gebiete die topographische und die geologische 
Karte des Königreichs Sachsen, des GroOherzogtum» 
Baden, die Manöverkarten für die Kgl. Siebs. Armeecorps 
Marinckarten für das Reichsmarineamt u. s.w. 
Man pflegt gewöhnlich den Ursprung des curoplischcn 
Systems der Banknoten die ilteste 
gedruckte vorhandene Banknote ist eine 
chinesische im British Museum aus 
dem Ende des 14. Jahrhunderts in 
den in Italien errichteten Depositen- 
banken zu suchen. Soweit auf der Erde 
eine höhere Kultur Eingang gefunden 
hat, soweit wird auch das Papier als 
Symbol des Geldes benutzt - die Geld- 
wertzeichen eines Volkes sind ein un- 
trüglicher Wertmesser seiner Kultur 
— und die Bedeutung derjenigen gra- 
phischen Künste besonders gewürdigt, 
die zu einer nachahmung&sicheren und 
doch künstlerischen Herstellung der- 
artiger Wertzeichen in Anwendung 
kommen müssen. 

Selbst ein flüchtiger Vergleich der 
gegenwirtigen Wertpapiere mit denen 
der Vergangenheit führt uns sogleich 
die michtigen Fortschritte vor Augen, 
die unsere Zeit in dieser Beziehung 
nach der technischen wie künstle- 
rischen Seile hin gemacht hat. Welch 
veredelter Geschmack, welch künstle- 
rischer Sinn, welche Farbenpracht — 
die aber wieder zugleich die Unnach- 
ahmlichkett garantiert . welch ein- 
heitlicher Gedanke spricht aus diesen wirklichen „Lum- 
pen"-Geldern der Gegenwart. Und mit gerechtem Stolz 
müssen wir hier Leipzig oder richtiger das typographische 
Institut von Giesecke & Devrient als die eigentliche Wiege 
dieser graphischen Kunst betrachten. Von hier aus ging 
der in die Praxis übersetzte Gedanke aus, dass infolge 
Auftauchens neuer mit dem Licht bewafTneler Gegner die 
Werlpapierfabrikation andere Methoden in Anwendung 
bringen müsse, wenn sie den Kampfplatz gegen die Fil- 
schung siegreich behaupten wolle. 

Den Weltruf der Firma begründete die Abteilung für 
Anfertigung von Wertpapieren aller Art. Hierbei stellte 
die Firma - im Gegensatz zu anderen — sich vor allem 
die Aufgabe, bei Wahrung aller isthetischen Anforderungen 
unter Anwendung eigener Verfahren und Verwendung 
besonderer Wasserzeichenpapiere unnachahmliche Wert- 
papiere herzustellen. Dieses Ideal der Wertpapierherstel- 
lung wurde erreicht durch Vereinigung aller, die Nach- 
ahmung erschwerenden Hilfsmittel, insbesondere durch 
spezielle, nur der Firma Giesecke & Devrient zu Gebole 
stehenden Verfahrungsweisen. Auf wertvollen Guillochier-, 
Relief- und Graviermaschinen, welche vollendete Meister- 



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mmmmmmmmmmm, ARCHIV FÜR BUCHGCWliRBE jrjrwaraw«»««»»» 



M crtc der Tcfivnik sind, L-nlstcIicrl diiic)'. vors-chicdenartige 
Bewegungsformen de» die Platte tragenden Tisches und 
des gravierenden Stiftes mathematisch genaue Figuren, 
welche, In geeigneter Weise liombiniert, durch Meascben- 
htiMl nnnHi^ieb neligeebiiit werden Unneo. Und lelbst 
wenn dem Pllsclier etle dia«e Muchinea, teren Amchtf» 
fiing grollet Kipiti]erltoTderTiwarde,iurVerNlgttRgsiinilen, 
er wire nicht in der Lage diese Formen nachzubilden, denn 
lede einzelne Maschine erfordert ein spezielles technisches 
Verständnis, w clehc»: nur nach iahreUnKf r Aiheit erworben 
werden kann. Durch Anwendung von Drucitt'ormcn, welche 
nuh diesen besonderen Verfahrungsweisen hergestellt 
Vörden sind, sowie durcb Auswahl der in cbemitcher und 
phytiinllidMr Hhisiekt aileii im siellenden Anftirdeimiiien 
genSisnder DmckCufeen konaie Jedoeh nlehi nur die ffiiau« 
eile, sondern sucli die Nsdisbrnung durch AnwonduMt der 
Photogrsphic. der gefährliclistcii Gcgneflo, geridcsH m- 

Hiüjilich gi^nuu hi werden. 

Incidit in Scyllam' AnJort An-.l3l!eii verfielen in den 
entgegengesetzten Fehicr. Indem sie die Photographie zu 
bckimpfen suchten arbeiieii-n sie dt i HandfllscInillC hl 
die Hand. Ganz geUhrlich ist die Wiederanwenduog von 
Mhenr Geachoachirichlung hei Venpapienn, d« daran 
nur dl» FBseber Ihre Freude haben. 

Anstalten des In- und Auslandes haben zwar versucht, 
den von der Firma (iiVscrii' 6- Dciricril seil J;il'.r/f hnier. 
eingeschlagenen Weg, al^ dem einzigen, dem die phoso- 
mechanische Nachbildung nichts anzuhaben vermag, zu 
betreten, aber ebne den gleichen Erfolg, da ihnen die er- 
torderiichen Verfahrungsweisen nicht bekannt sind. Dieae 
Thtundl« iai mglaieh eia aeh^geader Beweia daffir, daaa 
auch der Fllscher nieiitlin ataade Ist, «De von der Ffroia 
Giesecke fr Devrient ausgeübten Metboden anzuwenden, und 
somit dürfte die erfoljiireichc Nachahmung eines nach diesen 
Verfahren herKesteiiien Veripapiefa lu don Dliigeo der 
Unmöglichkeiten gehören. 

Gegen Unterschleife u.s.w. wacht aber die sorgsamste 
Kontrolle. Sind doch unausgesetzt eine groBe AnzsU von 
Beaaiien nur mit Nachcthion heaeUMii; Die hi der 
Praxis erprobte Uaflachahmliehheil In Verbindtuig alt dem 
luDerst geschmackvollen AnOeren hat den Crzengntssen 
der Firma fj/CMi Uevrietit ein soU'tu"; Rfnomnu'f ver- 
schafft, dass ;iu.;h das .Ausland noch lieule in stariiem 
,\Ufle in dieser Richtung d;e Dienste der Firma in Anspruch 
nimmt. Ganz besonders interessant sind die neuesten in 
sechs Sprachen (Siamesisch, Chinesisch, Laos, Malayiscb, 
Cambodja und Englisch) gedruckten terbenprichtlgen 
Siameslachon Scaamiaaen. Von d«r Leianinttifthii^it der 
Firma bdkcnoit amui erst einen rfehtigen BecrN^iwaa nan 
bedenkt, data an 20O MUltonen Stück Brief-, Spar> und 
StetnpeSmarken (für einen nsrasUtischen St«ai allein in 
einem Jahre 24 Miilioneni abKelicfert wurden und düs 
der Nominalucri der aheeliefcrien Wertpapiere über 30 
Milliarden Mark betrigl. Dieselben umfassen die Lieferung 
für eine stattliche 2£ahl in- und auslindischer Staaten, so- 
wie ffir Hitndefte mi Stidten, Sparkassen, Banken und 
AktiengeaeRscbaflen aller Art 

An diese ausgedehnte Thitigkeii scbloss seinen innersten 
Neifungen entsprechend Hermann P. Giesecke eine Ver- 
Iagsh>ndlung, der er vorzüglich seine AiifmerksanUeii 
widmete. Inklinierte er auch mehr für italienische Kunst, 
für Arehioiogie, so bnchle er doch dengeaamleaKaiwlea, 



selbst den modernen warme Liebe eniRegen. Im persön- 
lichen anregenden Verkehr mii Kün&ilern und Gelehrten 
suchte ei gern seine Zerstreuung. Aus der regen Verlags- 
thittgkcit beben wir nur als primi inier parea hervor: 
TiBchendorf, Bthliorum Codex Slaaiticus PeiropoKtanna 
(die typographische Pakaimllereprodnktion der iltesien 
und BctaSnaien aller bekannten Blbelhandachrlftes, die von 
Prof. Tischendorf in einem Kloster am Sinai cncdccki, 
später in den Besitz der russischen Regieruni; gelimgi 
war); desselben GeU hrteti Momimcntu sacra palimpsesta 
und Novum testamcntum vaticanum; Codex dipiomaficus 
Saxoniae regiae; Seidel, HohenzoUern-Jahrbuch; Vilkeits 
Tafeln zur lltem gricchiachen Paliologie, Osiraka; Fort- 
irtHgta*! Meianfwetlie der griecbiachen Piaotlk utid die 
antffcen Gemmen. Allen diesen lypograikhiaehtn ÜMater- 
weriten reiht alch würdig an die Im Vellage von Wilhelm 

Engelniunn in 1 eipzig erschienene lithographische Her- 
stclJung des bekannten Papyros Ebers. In sämtlichen 
aus der Offizm (iiV-siiic ^■ Dt-inrnr hervorgegangenen 
wissenschaftlichen und illustrierten Prachtwerken aber 
spiegelt sich der tehie Sinn des Versmrbeiwn für «Irkiteh 
SchSnes wieder. 

Dieser aagehorene Schdnhoiashra aitch war es, «deher 
ihn veranlasste, hei der Attsatatlung der In seinem Ver- 
läge erschienenen Bücher die CellIHgheir und doch leichte 
l.esbarkeil der Type in den Vordei^rnnd iii stellen. Erster 
Zweck des Buches ist doch, die Gedanken des Autors uns 
zu vermitteln. Kann dieser Zweck durch die gewihlte Type 

— bei dem vorauszusehenden Leserkreis — nur schwer 
erreicht werden, so kann von Schönheit mangels Oberein- 
stlumiing von Mittel und Zweck nicht die Riede aefai. Bei 
der Vahl dea Papieres ging er davon ins, dass im Zellalter 
der Maschine ein gut satinirtes, fein gearbeitetes Maschinen- 
papier die Vorbedingung für einen guten, sauberen Druck 
ist in cinetii gewissen Gegensätze /u mancheDi heutigen 
VerlaKswerke, welches in berechtigter oder unberechtigter 
Viedernuriehung des Büttcnpapieres echt oder imitiert 

— dem Drucker keine Gelegenheit bietet, seine Kunst 
SU bevthrcn. DteVerdteesle dor FirraaGlHwItvS'IlaiviMt 
um die vornehme BuehauastaitBng dOrfen anck heute nicht 
vergessen werden, zu einer Zelt, In welcher deren Schwer- 
punkt auf dem Ge^ic!e des Vertpaplerdruckes liegt. 

Die beiden Gründer der 1 irma (Jii-scckc {r Do ricnt er- 
gänzten sich in ihren Figenschalien und Fähigkeiten vor' 
trcftlich. doch wuchsen mit der Ausdehnung der Firma bald 
die Aufgaben, welche die an Ihrer Spitze stehenden Leiter 
XU erfülica hatten. Um diesen erhöhten AnlOrderungea 
genügeB lu kftnnon, trat schon im Jahre I8B7 der Brvder 
des letzt verschiedenen Htrmann Giesecke, Dr. Brano 
Giesecke, als unermüdlicher Mitarbeiter und sachkundiger 
Berater jin die Seite der Begründer der 1-irniu, und als 
Alphome Devrient im Jahre 1H7S starb, führten die beiden 
Brüder unter Beistand von Raimund <jU:sfckt\ dem Sohne 
Hermann Gieseckes, das Geschäft gemeinsam fort, denen 
spiter der Neffe des verstorbenen Milbegründers Alphomm 
Dmititt, welcher den gleiehen Namen flUifte, aar Seite 
atantL Leider wurde letzlorer nach langer verdienstvotier 
Arbeit der Firma im Jahre 1899 durch den Tod entrissen. 

Außer dem nunmehr seit über 3(1 Jahre mit an der Spitze 
der Firma stehenden Dr. Bruno Cieset ke und dem Sohne 
Hermann Giaecke», Raimund Giesecke, nimmt heute noch 
der Sehn des etsteren, /sfedaaes Olmel», an der Leltuif 



«W 50 «b 



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mmmmmmmummmm ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE amamwavammm 



dts Gtrsi-liäfics teil. Eint statilithc Zihl tüchtiger Mit- 
arbeiter, die »ich unter der Führung der Gründer sowie der 
Vorgenannten im Laufe der Jahre auf den verschiedenen 
Gebieten xu krtltigen Stätiea der Firma Misgebildet 
haben, steht den drei Chelb sur Seite. 



So »ird die Firma Giavike &■ Dinrienl im Sinnt ihrer 
Gründer auf ihren alten brwähricn Hahnen weitergehen. 
Da« tat die beste, edelste Art und Weise, um das Gedicht- 
nie des Vertiorbenen und seine eminenten Verdienete an 
4ie tjrpegraphfsehe Ktinst in ehreRt 



Zu 

DAS adMcehMe Jabfbimdert tot chiw der fMitwttrdfi* 
sten Kapitel der KunatKcsehiehie und et Iii meb 
nicht lange her, dasi fene, fSr den ersten Bliek eotetirun- 

c Tijuiuklietie Zeit. gereL-liie und nunvollere BcuriL-ilung 
gefunden hat. (jcwiss bcdiiutcc die Malerei der Spiil/eii 
jener Epotlic ii;<.hi viel fiir Augen von heute. l"s issst skIi 
nicbi behaupten, dass besonders hochgearteie Künstler- 
enchelnumcailehiron jenem Hintergrund tblwlMii, dessen 
Linien* nnd Ferbcaepiel venretren gnmg m- 
Nicht einen jener gemdiigi gleiek Eleflienlar- 
erscbeinungen wirkendes KOmder bst Jene Zeit hervef' 
gebracht, dessen Gestalt und Verite durch iieiBinende 

Zeilen mit Eroberersihritleil ihfe siegiciche Bahn eilen. 
Und doch ist sie »cinßcr arm an trscheinuti^jen interes- 
santer Art, als gemeinhin Für gültig erachtet '.virJ D»s 
billige Schlagwort von einer Periode total jämmerlicher 
Nachahmung und irewfien Tiefstandes künstlerischen 
Scheffensvenndfens hilt aieht ehrlich Stich bei mhitefer 
Brtracbtnng. Ja die Pctsen Ckoiawitekti sllein In Ihrer 
Eigenart spriche laut genug gegen solch einseitige WerTung. 

Zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts war alle« m ge- 
waltiger GIrung begriffen, Kampf und hcfüRe'. Siret>en 
von allen Seiten in Vissenscbaft und Lilterüiur ^ur Losung 
geu Ofden. Lange iurück Indes lagen alle Vorbereitungen, 
fremdlindiscbea Einflüsse und damit ohnmicbiig stfim- 
perader Nachahmung tAeh an «wseldagen. Im Vollen der 
Besten wie der Kiehiere« |ener Tsge lag etwas, das erst 
später Frfiehte tragen soltte. SehaM nur einmet crIWgreich 

genuf; geEen alle. Fremde vorgegunKcn war, muSSte man 
bei Sieh selbst Einiiclir und Um-.ch:ui halten. Man fand 
ja nicht glcieh die eehten Quellen, deren stärl.ender Trunk 
die Seetc vom Alp der Abhängigkeit befreien konnte. Aber 
sie wurden entdeckt. Dem eigenen Volksleben wandte man 
sich wieder zu, der eigenen Zeiigenessen Scbickssle wur- 
d*adiebieitecherBehsadlnn(«ütdi|beAinden. Daselgeoe 
«nd der MMebMdan Seelenleben sn ergrBnden, sn kflnst* 
lerleetaem Terli abtnninden, wen so selbst oHebt und ge> 
schaut war, das sollte in Isflo« Tsfen dss Veit groBer 
Minner sein. 

Daniel \u-olaut Chodou ii i ki;^ Name aber ist aufs engste 
verknüpft mit den bedeutendsten Frsehcinungen deut- 
schen klassischen Schrifttums. Gvfthe sugl über ihn; 
i^VelGfaer Liebhaber beaitit nkht mit Vergnügen eine wohl- 
terateoe Zeichnung oder Radterang nnseres CMiHfUeU? 
Hier sehen wir eine solche Unmittelbarkeit an der uns be* 
kannten Natur, dass nichts zu wünschen übrig bleibt." Der 
geistreiche Lichtenbt rg nunnic ihn einen „Cli.ii ji.icr- und 
SeelenmaUr". Gewiss aber ist, das*, selbst wenn Chodo- 
ndfclte Nsae «piteren Tsgen sie Künstler wenig oder 



Daniel Chodowiecki. 

7.FebfMer ISOi. Von STEFAN SIEINLEIN in MÜNCHEN. 

alchts mtdir n s s g s n ?«nnMMe« or eiae Fnndimb« lir 
den Ibtsehcflden KuliurMstorikerblelben wird. Dsss bente^ 
nach hundert Jahren, dieses Mennes gedacht ta werden 

vertiiiig, IM einer Zelt, in der sich selbst starke Kürvstler- 
persönliehleiten Jurilizurin^eti vermothlen, einer Zeit, die 
Röt'kliii gesehen hat und Kiinger noch besitzt, ist wohl auch 
für eine weitere Anu iirtschiift auf Erinnerung Sicherheit 
vorhanden. Als Sohn eines Kaufmannes kam CHodowieckl 
am IS. Okiober 1728 zur Veit, In Jenen Tagen war Oanzig, 
dna nordiecbe Nürnberg« eine mlehtige Hsndelsatadt» nad 
wenn spller erlebte Dinge nie S« statt an wurzeln »er- 
nUgen wfe frühe Jugendelndrldie, so darf man wohl 

glauben, dass in dem Danzi/; jener Tage dem Knabctl in 
vielerlei Gestalt Anregende* genug auT U'cg und SteR be- 
gegnete. . 

Der Vater war Kaufmann, dilettierte selbst tn späteren 
Jahren noch im Kopieren von Miniaturen, und eine Tante 
des iungea Cik(Nto«><«cM war cbenralls in dieaer Kunstfibung 
nieht unerllihren; so fiad des Knsben erwachender Knnsi> 
trieb, trotzdem man ihn zum Kaufmann zu erziehen ge- 
dachte, keine Hindernisse in seiner Umgebung, ja der Vater 
selbst gab in der p - i ii r i ,chen Weise jener Zeit dem Kna- 
ben die ersten UnterwcisungEn. So verlief die Jugend 
Ckodowieckis. Als der Vater 1740 starb und die Familie 
verarmt zuröcklieO, begann er bald darauf die Lehrzeit im 
Cetrflnladen einer Verwaadien. Von der stillen Holhiaogt 
ndWnber celcbnon nnd malen zu kfianea nach Herzenslast, 
erffiitie siebwenig; beihstsecbzebnndadtger Afbeiiadaner 
blieb ihm nur spSrItcbe Zeit übrig, die er sich nachts vom 
Schiuf iib/usithlen gezwungen war. Nach anderthalbjahren, 
in denen er auLh als Kaufmann nichts gelernt hatte, ging 
das Oeschtfi ein und i^hoäowiecki versuchte sich nun 
wieder zu Hause in der Miniaturmalerei auf Pergament. Für 
diese Eraeugnisse fand sich liogere Zeit ein Onkel in Berlin 
eis AbnAmer, der dort ein Qnlncallteriegeschift fBhne, 
and 1743 MC CtadomtocU sa IlMa ndt froBen Crwertancen 
and Hoffnungen nscb der Hsupiaisdt, um seine Itsuf- 
minnischc Laufbahn rort?uselzen. Der Ohm »usste die 
Fihigkeiten des Neffen als geschickter Kniifmann aus- 
zunutzen, und bo malte ('hn,liiu ie, ki bald ausschließlich für 
den Verkauf eine Menge geringwertiger Sachen und Sichel- 
chen, meist Kopien nach allerlei mehr oder minder schlech- 
ten Kupferstieben meist franzSaiaeber Herkunft. 

Bei solcher Thlt^keit billige Modsenikel mh flflebtliea 
Mitteln herzustellen, konnte für eine wshrbnil k&nsileriselie 
Ausbildung nichts gewonnen werden, eher noch lag die 
Gefahr nahe, in eine schematische Auffassung, noch dazu 
unbedeutender fremder An, «i verfallen. Ein Vorteil für 

IHe 



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mmmmmmmmmm^tk ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE aoamMwamarMwa» 



firwOrtMe GeschicklirMkt^-ii ihn in den Augen des Ohm 
Ayrer so im Wert wachsen, (iass er sich um Handels- 
geschifte nicht mehr viel ;u kümmern brauchte. Aber 
CJkoAMVwcJU fühlte doch, dass diese Arbeiten nur wenig 
bedeuten konnten und immer war er bemüht, sich zu ver- 
vnllkAmntnm, ohne aber klar lu werden, wie er e« eigeni- 
Hell aniaftinfen habe, um sich amatlicii verwina tu bringen. 
NCas hitte er sich alles von Berlin versprochen und wie 
wenig konnte es ihm bieten. Die königlichen Schitze 
waren verschlii'ist n für die Menge; die 1742 abgebrannte 
Malerakademic war nicht wieder auFgerichtet worden, und 
eine an deren Statt vorhandene Zeicbenscbulc war, wie er 
aelbat in Minen Aufieidmuaten aag^ n>Bii aeiir schlechten 
Latoera beatlit, da«h ^ *>Mt an sie (»wendt 
bitte, leb do^h nieht viel gelernt beben wOrde." — 

Vie die Verhiltniste an den Akademien damals lagen» 
muss es fast al*; « in Gl ":, ksumsiand angesehen werden, 
dass ChoJou ici k: gtvv. linken uar, sich als Autodidald 
weiterzubringen. Leicht ward es ihr.i allerdings nicht und 
er bedauert es selbst r.u dieser Zeit, iiber die Produlilion 
für des Oheims Geschäft klaRcnd : „.Aber all dieses war nicht 
im Stande, mich tu einem Künstler zu bilden, weil icb gar 
keine Anweisung wader im Zeiebnen neeh im Komponieren 
befeam, satih mit toinom Kfinader B^nntseliaJI hatte, 
teb fBhtis woM, dass alles, wu leb tnaebie, sehr unrichtig 

in der Zeichnung und unvollkommen im Kolorit war: an 
Zusammensetzung wurde gar nicht gedaelii, sondern uWcs 
nach Kupferstichen kopiert." Seine AulicruoK über all 
diese 1-liinosiglieit hat etwas Rührendes, ebenso der Kcspcki, 
den er vor dem Geringsten zeigt, das ihm und seinem 
K6nnen überlegen ist. Und doch setne ibn iene Mlntatnr- 
malerai in den Sisnd, I7SS ana dem Gesebift Ayrm aussu- 
treten und eine Frau beimzuKihrcn, die Tochter eines Gold- 
si1ckers,7«(mne Baret, aus der französischen Kolonie Ber- 
lins. Seine Arbeiten wurden schon damals gut bezahlt, 
und obwohl er selbst sie niedrig einschüt/tc, waren sie 
doch weit besser als die sonst in Berlin erzeugte schlechte 
Marktware. Nur iwet Künstler von bestimmtem Range 
waten flun fibcrtegca. 

Fast dreißig Jahr« nl^ tONt er nnermidlicb (on, «ich Rat 
zu holen aua der knmtllleoretischen 
Littcratur jener Zeit, die, an pedan- 
tischer Schulmeisteret überreich, ihm 
auch nicht einen Schimmer von ernst- 
lich künstlerischem Gehalt zu bieten 
vermochte. Aber zu gleicher Zeit wen- 
det er sieb emstliciter dem selbsttn- 
digeaStndiua der Natur SU. Sebonals 
Lehrling faatM er sieb darin varancht, 
und ein Blatt lener PrOhzelt zeigt den 
Laden der VCitwc Ilrüllmann in Dan- 
zlg mit seinem Kundenkreis. In seiner 
un[;f ilr in. Ileti Si ili-.i!'iMgr;ipi;;e . .mo- 
deren Blätlcrn Woljgang yon Dettingen 
zum ersten JMale reiche Auszüge bringt, 
linden aicb viele Stellen, die ea klar 
bel^n, wie wiebtig diee Studium filr 
ibn und seine ganze Entwicketung wer* 
den sollte. „Ich zeichnete nebenher; 
WSr Ich in Gesellschaft, so setzte ich 
mich so, dass ich die Gesellschaft 
oder eine Gruppe am derselben oder 



auch nur eine einzige Figur ijbersehen konnte, und 2«ich- 
netc so geschwind oder auch mit so vielem Kleiß, als es 
die Zeit oder die Stetigkeit der Personen erlaubte. Bat 
niemals um Erlaubnis, sondern suchte es so verstohlen wie 
mSgliCb zu machen, denn wenn ein Frauenzimmer, und 
auch auweilen Mnnnspefsonen, weifi, dsss maa's teictanen 
will, so wni CS sieb angenehm aiellen nnd verdirbt alles, 
die Stellung wird gezwungen, icb lieB es mich nicht ver> 
drieQen, wenn man mir auch, wenn ich halb fertig war, 
duvunlief; es wai doch so viel gewonnen. Was habe ich 
dabei zuweilen für herrliche Gruppen mit Licht und Schatten, 
mit allen den Vorzügen, die die Natur, wenn sie sich selbst 
überlassen ist, vor allen den so gerühmten Idealen bat, in 
meInTaachonbueh eingetragaul Audi dea Abends bei Licht 
habe leb das oft gethsn; kein besseres Srndhin, um grele 
Partien, Licht und Schatten hervorzubringen. Ich habe 
stehend, ^;eherid. reitind gezeichnet; ich habe nach 

(Gemälden weniR, nacli üips etwas, viel mehr nach der 
Nalui gezeichnet, fln thr fand iih die mrisle Hefriedii^un^, 
den meisten Sulzen, nie ist meine einzige Lthrerin, m,-ine 
einzige Führerin, meine Wohtthäterin." Dem Sinne nach, 
doch mit andern Vorten ist in diesem Bekenntnis die An- 
sebaunng aüsr «rlslgreiebe« groflen Meister, von Uanando 
tfo rawf Ober IMrvr bis n Remhrandt hin, vom Vese« dos 
eigenitieh kflnstierisehen Bildungsganges ufflrfssen. Diesen 

U'cg zu gehen, erleichterte Chodou-iecki gerade das Fehlen 
der Akademie; denn so (leißig er auch his in sein reifes 
Mannes-iltcr, naciidcm die Asudemie, um deren U'iedcrauf- 
richiung er sich lebhaft bemühte, wieder ihre Wirksamkeit 
aufnahm, dort Akt zeichnete, er verdankte diesem Studium 
sicher nicht allzuviel. Es mag hier, ob es gleich voigreift, 
auf das Ex-llbris des Künstlers aus den sicbtigsr Jsbren 
hingewiesen sein, dessen Darstellung deutlich genug noch- 
mals jene geschriebenen Worte bekräftigt. Der junge 
Künstler wird vom Genius der Kunst zur Natur geleitet. 

Noch lange indes sollte es »ihren, bis Chudnuierki er- 
kannte, wozu er eigentlich berufen war, denn noch immer 
betrieb er all seine Studien, um sich zur Maierei «grollen 
Stiles* vonuberehen. Auch Ua berührt es etgen, wenn 
man erOhrt, wie er, wieder wie In Jungen Tagen, die Nacht 
zu Hilfe nimmt, um in öl zu malen. 
Durch Vorsetzen einer Glaslinse vor 
das Licht suchte er sich einen hellen 
Schein auf die Leinwand zu zaubern, 
und malte nun aus der .Erinnerung", 
was er kurs vorher gesehen hatte. 
31 Jahre war er nun alt, als er durch 
don Siecher J. W. Mtä (1732- l?M» 
angeregt» olaeit orsimi Raterversuch 
mschte. Damit begannen neue Kämpfe 
mit den technischen Schwierigkeiten, 
die ihm die ungewohnte Thätigkeit 
des Radicrc ns und Atzens verursachte. 
Kaum aber vermochte er lu ahnen, 
dass er mit raschen Schritten nun 
seinem eigentUchen Lebenswerk en^ 
gegengetriebon wurde, als er seine 
ersten Schritte in der Radierkunst ver- 
suchte, die er anfangs nur zu seinem 
Vergnügen betrieb. Schon 1750 be- 
stellte das französische Konsistorium 
ein TIMMatt tn einer Psalterlber- 




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Mib.2. TUclkupftf. Am: Kimmcrtr, Clu»l<iwicv-ki 



■eerang und we{> 
tere Auftrige soll- 
ten b«ld folgen. 

Ein glücklicher 
iuDerer Umsiand 

aber sollte des 
Meittert Namen 
erst n einem 
weitverbreiteten 
machen und ihm 
guni besonderen 
Ruhm bei seinen 

ZeitKcnosscn 
sichern. Imjahre 
I7ft2butemanden 
Kantamn Jmmi 
CaUtt in Toulona« 

gerldert. Der 
Greiswar beschul- 
digt worden, sei- 
nen iltesien Sohn, 
der aum Kttholi- 
ciaam iber- 
getreten war, 
wegen seine« Ab- 
falles vom Prote- 
stantismus ermor- 
det z j l-.übcn. Der unschuldiRc, unbescholtene Greis fiel 
•Js Opfer ksiholischer Unduldsamkeit. Das Toulouser Par- 
lament halle dnrch recInrQrdigen Leichtsinn einen Justii- 
mord beiaatan, nnd erst naebden VoUatn dnrch aeine 
Oberat» heMge Schrift ^ur !■ Teierance" die Anftnerfe- 
samkcil der Kc^amtcn U'cli auf dieses Verbrechen gerich- 
tet, war 1705 durch den KöniR wenigstens der Familie, so 
Meit dj". ^i•,:l■ll^^;lr war, Genugthuung ■. ti vctulTi worden. 
Die Reformierten ganz Europas waren in Erbitterung und 
tiefer Anteilnahme allen Vorgingen dieses grisslichen Er- 
elfniaaea ceiblit. ITHS war ein Stich dea Fransoaea XMa- 
/base nach einer Zeiebnnnf CaraieiiMln eracMeneii. 
Choäowleeki schuf nach genauer Einsicht in den Gang des 
Prozesses sein Ölbild „Der Abschied des Calas von seiner 
Familie". Das französische Vorbild war eine frostig an- 
mutende Arbeit ohne Empfindung und irgendwelche glück- 
liche Gruppierung gewesen. Chodowieckis Arbeit dagegen 
(er hatte den Moment fewlhli, wie der Greia aus der Mine 
seiner FamOle snm Rlcblplalz abgdiolt wird) craeblen den 
Zeitgenossen als ein Triumph der tiefsten, erschfitternd- 
sien Seelenmslerei, und als Chodowieckl, auf dringenden 
Wunsch seiner Umgehung, sich cnischloss, dss Bild lu 
radieren und der ÖtfcntJichkcit zuginglich zu machen, war 
sein Kuf begründet. Nm sab der Meister von Auf- 
irlgien überhiuJk und war ao^ gans gegen aeine eigentliche 
Abaieh^ ciaer ThMgfteit «tgefllhrt worden, an denn Trag- 
welle «r Toiter kaufli su deniwa vemocbt Sein elgeni- 



llehes Lebenaweik, die Ulustntlon der nilgeaAsalachea 

Lliteratur, begann recht eigentlleh erst nach diesem groSen 

Erfolge seine ganze Kraft in Anspruch zu nehmen. Nicht 
weniger als 21)75 Illustrationen hat die immer emsige Hand 
entworfen und eine recht stattliche Anzahl dason jiuh 
radiert und geilzt. \Cclchen Reichtum an ErHndung das 
voraussetzl,isi nicht in Worte zu kleiden. A. Ifm^ schreibt: 
„ort arbeitete er bla MoigeBa iwei Uhr und achlief dann 
Tdlilg sngeklefdet, um, eebald er aufwachte, gleich bei der 
Arbeit zu sein. Oft legte er sich hslb angekleidet zu Bette 
und ohne seine Perrücke abzunehmen. Um aber letztere 
nicht in Unordnung zu bringen, schlief er Silzend und lieQ 
die Kissen an die Wand lehnen. Ein groUcr Wecker war 
in seiner Stube aflgebfSebt, damit er ja nicht spiter auf- 
stehe, aia er aich vnffeflommen hatte. Um aicher an geben, 
Tsrbaad er das Oewieht der Weckuhr nih dem Danmen, 
«ra mit Gewalt emporgmcm n werden, feili er vom Ge- 
rlusch der Uhr nicht wach wurde. Er schonte seinen 
Kürpcr so wenig, dass er, einst vom kalten Fieber befallen, 
den Griffel nicht eher aus der Hand legte, als bis ihn das 
Zittern dazu zwang. Choäowiecki selbst schrieb 1794 an 
Becker: Jeb aaft vorgeatem swischcn eine und iwei und 
miehaeie, aehlier ein, nnd M seilwirts vom Stuhle snr 
Bfdnn." Derachtundse^ttiMIhiiga KflnsHer hesitit dasn 
noeli Hnmor genug, am Schlüsse des Brielbs d$e Kata- 
Strophe Bit dt r Feder zu zeichnen. Nach derartiger Lebens- 
fuhrung nnd solcher Zihigkeit ist es allerdings weniger er- 
stsunlicb, ein Werk vom Umfange des seinen zu schaffen. 

Schon in den iwaniiger Jahren des 1&. Jahrhunderts war 
mit den Kalender eine bedetusame Unwandlnsg vor sieh 
■egsafea. INe AnsitainHig solcher Bfieheleben, melat 
Uetnen Formates, war tuBerst sergfitttg. Auf Veiinpapler 
gedruckt, geschiii:Kk\ oü gi-bimdcn, mit Goldschnitt ver- 
ziert, enthielten sie Beiträge der beliebtesten Schriftsteller 
jener Tage, ein Gemisch von Lyrik, Novelle und belehren- 
den Aufsitzen bildete den Inhalt. Für die Beliebtheit jener 
Almanache apricht wohl die Zahl von Ckodowieekh Ra- 
dierungen alktai deuiUeh tem^ Hut aa 1000 Platten aeiaer 
Hand atnd allein fOr sie geiehafllra wordeik Im Genealo- 
gischcn Kalender für 1770 finden sich Choäowieckis zwölf 
Kupfer zu Lessinps , Minna von Barnhelm", dann folgen 
der «Rssendc Roland", Kupfer zu ,Don Quicliote" und zu 
Salomen Gesncrs zierlichen .Idyllen*, um nur einzelnes 
zu erwihnen. Bsid war in Deutschland ein Almanacb ohne 
Kupfer von Ctodowicdn' nicht mehr denlibar, und inTau- 
aendea von Enemplaren verbreitete sich der Ruhm Ihres 
SehdpfBra weit «nd breit. 

Abbildung 2 zeigt einen Titel zum .Laucnburgischen 
Genealogischen Calendcr für 1789": Das Ornamentale war 
nicht die Stärke Chodowieckis, hier musstc er den fran- 
zAsischen Stechern den Rang lassen. Das innere des 
Kalenders entbUt swdif Kupfer su einem aua dem Eng- 
lischen übertrageaea Roman .Ceciüa, oder Getchlcbte 
etaier reichea Valse". (Schlnss Mgt.) 




«US 59 



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'VL'm.'mrmm/vb'M.it.mm.m. ARCHIV FÜR BUCHGEWERRH jrarMNsrwjrjrar^rarjc 



Mlle. Maria Pellechet. 



ENDE vorigen Jahres verschied in Paris Mlle. Maria 
Pellechet, die Ehren-Bibliolhekarin der Französischen 
Naiionalbiblioihek, deren Name auf immer von der Ge- 




schichte der Buchdruclierkuns( unzertrennlich sein wird, 
um die sie sich als Dame! unsterbliche Verdienste 
ervorbcn hat. Als Arbcilsfcld hatte sie sich hauptsichlich 
das XV. Jahrhundert ausgewählt. Ihrer gelehrten Feder 
verdanken wir folgende Abhandlungen: Bemerkungen über 
die liihurgischen Rücher von Aulun, Chalon und Micon, 
Katalog der Inkunabeln der ölTenilichen Bibliothek 
in Dijon, 188fi. Bemerkungen über die Drucker der Graf- 
schaft Venaissin und Katalog der von ihnen gedruckten, in 
der Bibliothek zu Carpcntras beftndlichcn Bücher, 1887. 
Katalog der Inkunabeln und gedruckten Bücher von 1500 
bis 1520 in der öffentlichen Bibliothek in Versailles, 1889. 

Katalog der Bibliothek des Canonicus von Autun Claudius 
6u(7/iViU(f 11493 I.S51I läOU. Katalog der Inkunabeln der 
Bibliothek „Saintc Gcncvitve", IH92. Katalog der In- 
kunabeln der öfTentlichen Bibliotheken in Lyon, l(IS3. - 
Katalog der Inkunabeln der öffentlichen Bibliothek tu Col- 
mar, IS95. Seil I88S war sie von der Regierung mit der 
Redaktion des „General-Katalogs der Inkunabeln in den 
öffentlichen Bibliotheken Frankreichs* beauftragt. Der 
1. Band erschien 1897. Mlle. Pellechet ist wohl die einzige 
Dame gewesen, welche ihre Zeil, ihre Arbeitskraft, ihr 
ganzes Vermögen und ihre Gesundheit ohne Schonung 
■usschlieUlich der Kunst Gutenbergs und ihrer Geschichte 
geweiht haue. Ihre ganzen gesammelten, sorgfiltig geord- 
neten Ergebnisse ihrer Forschungen sind der Naiional- 
biblioihek in Paris überwiesen, sie selbst bleibt uner- 
setzlich und unvergesslich! 



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Ein Rotationsmaschinen-Katalog. 



DAS Werk AuRshuqi der .Vereinigten Maschinenfabrik 
Augsburg und Maschinenbaugesellschaft Nürnberg 
A.-G." hai soeben einen großartigen Katalog seiner Roia- 
iotnsmaschincn veröffentlicht, welcher wohl geeignet ist, 
die allgemeine Aufmerksamkeit der Buchdrucker auf sich 
zu lenken. Derselbe ist in Querfolio gedruckt und mil 
außerordentlicher Pracht ausgestattet, der Inhalt seiner 
110 Seiten ist aber auch ein ungewöhnlicher. Er zerfilll in 
vier Abteilungen: 1. Abbildungen und Beschreibungen der 
Rotationsdruckmaschinen; 2. Abbildungen der Stereotypie- 
Apparate; i. Empfängerliste und 4. Allgemeine Lieferbe- 
dingungen. Die erste Abteilung cnthäli die Abbildungen 
der Rotalionsmaschinen; sie zerfallen in Maschinen für 
Zeilungsdruck, und zwar einfache mit einer Papierrolle für 
4- und Sseiiige unaufgeschniiien und aufgeschnitten, und 
für 12- und 16scitigc Zeitungen; Zwillingsmaschincn mit 
zwei Papierrollen für 8-, Ifi-, 24- und 52$eilige Zeitungen; 
in Maschinen für Zeilungs- und ^X'crkdruck für feste und 
veränderliche Formate, sowie für veränderliche allein; 
in Maschinen für Werkdruck, und in solche für lllusirations- 
druck und für Mehrfarbendruck, letztere beiden Gattungen 
für feste, für feste und veränderliche und für veränderliche 
Formale allein. 

Gewährt nun dieses einfache Verzeichnis schon ein 
Bild der Viclartigkeil der Rotationsmaschinen, so wird der 



Eindruck hiervon noch verstärkt durch die 20 in feiner Auto- 
typie ausgeführten Abbildungen derselben, die wohl in 
manchem Maschinenbauer schmerzliche Erinnerungen 
wecken mögen an die gute alte Zeit, wo die Zahl der Ma- 
schinenarten noch eine engbcgrcnzie war, wo man natürlich 
auch nur weniger Modelle bedurfte und die vorhandenen 
sich auf die gewöhnlichen Flachdruckmaschinen beschränk- 
ten. Heute, wo die Roiaiionsmaschine schon überall hin 
verbreitet und die Arbeitsbedingungen die verschieden- 
artigsten sind,mu$s der Maschinenbauersich sieis letzteren 
anpassen, fast jeder Auftrag muss neu berechnet werden, 
neue Modelle sind zu machen, alle abzuändern, und dabei 
soll eine solche Maschine womöglich von heute auf morgen 
fertiggestellt werden! Dazu kommt dann auch noch eine 
ituQersi lebhafte, oft die Preise drückende Konkurrenz, 
gegen die anzukämpfen nicht immer leicht ist, gute, 
solide und prompte Arbeit aber bewährt sich als das beste 
Mittel, um sie zu besiegen, denn billig und fpit vermögen 
nur selten und nicht in alten Fabriken Hand in Hand zu 
gehen, am allerwenigsten im Druckmaschinenwesen. Dass 
die Augsburger Maschinen aber in Bezug auf Güte und 
Leistungsfähigkeit nichts zu wünschen übrig lassen, ist 
eine allbekannte Thatsache, und dass die Fabrik jeden 
Fortschrill sofort zu verwerten weiß, sowohl in der Kon- 
struktion ihrer Maschinen, als auch in ihrem Arbeits- 



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'«.«.«/afc'afcw.'wac.'M/K«, ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jrdrwvwararjrww^cw 



maicrial, soweit solches zur Beschleunigung und Vervoll- 
kommnung der Arbeiten beizutragen vermag, davon geben 
:rirt< .Maschinen seihst das beste Zeugnis, der votNcfBOide 
Katalog aber ist dufur ein glinzender Beleg. 

Die Bilderreihe, die er bringt, wird jeden Deutschen mit 
Sloli erfüllen. VIe eksli scbon au* dem oben miigieteUien 
talult dM Kitiliogit «giebi^ endiaiiiCB di« MeMhim In 
snIgcDder Pragrswion, von derdnhektn ilr cewBbnliebe 
ZeitUBgen, ttis n feinstem Verk- und IHttctratfontdrueli, 
und zu dem ricsiRcr. Rau für StchsrarhendrucV. der auf 
der Aiissteliung /u Paus die ullgcnu-inslc Be\k linderunj; 
f:ind. Dir l'ahrik, Jic seihst aulier Preishc\tcrhun^ stand, 
da zwei ihrer Beamten für das Preisrichterami berufen 
vtren, feierte dtselb&t große TrilUBq^c In ihren Mit- 
■rbeitem, «elcbe durcb Zuerkennmif wva «icben goldenen, 
drei if Ibersea «nd einer MediUle in Broaie auicei^kaet 
wurden, — ehenMU ekte grolUrtig» AneriteiwuiMb 
ancb nur eine tndirakte. der LcTstonKen der FabrÜL 

Die zweite Abteilung des KrualoRs enthält die Abbll- 
dunf;cn der Stcreot>'p-Apparatc in allen ihren Teilen; die 
dniie Ab[f iiing, die Empfingerliste, bildet einen der wich- 
tigsten Teile des Katalogs. Sie zerflllt in drei Unter- 
abteilungen, die nach Konstruktionunen, Sitdien und 
Firmen teordaei sind, wobei wiederum tyttematiMh die 
ErHurnrHiien von de« eintichon RomtldnMiiMcbinen hn- 
■clireiien bit tu des MehrInteameMMaeB. Oer Inbelt tot 
ttbellaritcb geordnet und verMicbnet die Konetraktten, 
ob mit Falzlrichtcr, Fat/trommel, die Art Jcr Fuljung u.s.w., 
Namen und Ort des Lmpfängers, limfang der Platten- 
cylinder, Breite der Papiurrolle, Größe des vierseitigen 
resp. des ganzen Bogens, die Fabrikationsnummer, das 
Liefcrungsjahr, &owic sonstige Bemerkungen, und gicbt 
somit ein Bild vom Aussehen und der Leistungsnbigkeii der 
JHMeUae «jmr smer Bcamgnnhmt «ut die i« der ersten 
Abteiinng des Kalslois g^benen Abbildungen, wob«! nur 
die netteren Konstruktionen berOckslchtlgt sind. In der 

zweileti llnlerahtcilung. dem Stä Jtcver/eichms . sind alle 
bis Mirz 1901) verkauften Maschinen aufgenommen ; ihren 
Empfängern aber sind die Namen der Stidte, wo diese 
wohnen, vorangestellt, und in der Sehlasskolonne leigt 
eine Ziffer die KoosimktloiiMn so. 4BIS 1. Aufiist 1900 
vertraAe die Fabrik 319 itamlnatniscURtn» dsruRtor 121 
ZwIIIlBgBauselifnen imd eton IBr 4 Mtes,) 



In der dritten Unterabteilung, dem Firmenregister, wird 
auch die Zahl der von jeder Firma bezogenen Maschinen 
gegeben; die Buch- und KuiisidrucXcrei Sti-yrcrmiihl in 
Wien ragt hier mit 14 Maschinen über alle andern hervor. 
Die bedeutendsten Abnehmer unter den verzeichneten 
Firmen sind iH»ch H.&G.H4UStmM» im Prwikfiurt a. M. mit 
ll,J)wrtwft«rr«ft« a.K.ft.lf. ta SMto mit K), WUMf 
Mmtsi in BtrUH mit 11^ die FrmltfbrurSoeklälidndura In 
Frankftirt a. M., Lieptth 6r tteieharit tn Drearfm, Amgwt 
Schftl. n. m. h. H. in Rerlin und Ullstein & Co. in Berlin mit 
le 8 A^ascliinen, die :>elb&tvt:rstindlicb nicht alle gleicher 
Art sind. 

Die vierte Abteilung des Katalog«, die Allgemeinen 
Lieferbedingungen, kann man besonders einigen neue- 
ren Onickmsschinenrabrjkcn zum Studium, zur Beherzig 
mag und Nachfolge warm emptehlen. Der gana« Kaialag 
ober bfatot «in hoeliaramiiltches BRd von der FntwIcfcdBat 
der deutsctien Dmcbmatctiinen-Indusirie, das leder deut* 
-■cfic Bi:c!i JrucVer inltVerKnügen prüfend betrachten wird ; 
d:e Ausstatiunj; desselben ist aber auch zugleich eine vor- 
zügliche, in der G. I'ramschen Hofbuchdrucken i {(,. limi! 
Mayer) in München mit Augsburger Schnellpressen auf 
feinea Kunsidruckpapier hergestellte Druckicistung, bei 
der »an nur etwa den Wunsch aussprechen kAnnte, dsss 
man den ornsmenialeR Unterdrücken auf dem TiMi und 
anderweit, sowie einigen der matigrüncn Linien in den 
Tabellen ein klein wenig mehr Kraft bitte geben sollen; so 
fein und /a rt wie sie gehalten alBd,iRuasmangutnnfpaaa«n, 
um sie nicht zu übersehen. 

Der Katalog ist in dunkeloln' Kahkö mit hellem und 
schwarzem Autdruck gebunden; das Vorsatzpapier zeigt in 
der Mitte den einkdpflgen Adler des Bucbdmckerwappeiia, 
umgeben von Schilden mit den Wappen van Augahttii» 
NSnibofX und Gustavsbnrg, zwiscben denen Druckerballen 
als 2wickelfQllungen dionen. Der Adler aber ist scheinbar 
auf Papierrollen aufgelegt, die durch eine über vier Druck- 
cviindcr andeutende Scholbcn laufendePs^tritthB mimtai- 
ander verbunden sind. 

Dem ,Werk Augsburg' darf man Ciluck wüiischen zu 
dieaem Katalog, v<m dem wir ein Biait als Beilage geben 
kAnaen, noch mehr aber su d«m Efibigi», «mi wekbem er 
Zeugnis glebt 

Tbaod. Goebel, 



Celluloid-Klischees. 



Auf die im Artikel »Celluioid-KUsGiieea'' (S.367,Archiv 
^ raOQ etvIhMen ba n aaderen BlganiaeiMlMa denelbea 
nSaoea wir kome aarAchkommea, weil die UMgllehkeit wr- 
licgt, dnsa bei Nklilbeachtuag dersetben beim Drucken un- 
günstige Resultate erzielt werden, für welche das Cellulcid. 
Klischee absolut nicht verantwortlich gemacht werden darf. 

Eine der luTvorragendsten Eigenschaften des Cellulold- 
Klitscheesnach dem /.orcAschcn Verfahren ist seine außer- 
ordentlich leichte Drudifühigkcil, und es beansprucht in 
der Tbai weit weniger Druck als Autotypien oder nach 
solchen aagefertfgte Galvanos, welch' lotsleren es an 
Sehirfe und Feinheit zum mindesten völlig gteichkomnt. 
Da nun die Herstellung der I^rcAscheo Celluloid-Klischees 
elao retai meehaalaehe ist und am dicadbea swd Quall- 



ttten, weiche nr Anfertifung erforderlich sind, verwandt 
werden, so mOsoen dUsdhea nudi atels glelchmllttg aus- 
Mion» «nd wenn solche in oinlgan Pillen nur 5^ lonon, in 
anderen aber 20-, SO- und selbst 70000 gute Abzüge ergeben 

Ilaben. so folgt ohne weiteres, dass die Klischees je nach 
dtm Ausfall beim ntuckcn verschiedenartig beliatidelt 
worden sein müssen. Trotz der mitgegebenen (iehrauchs- 
anwcisung werden die Celluloid-Kiischees ebenso behan- 
delt, wie die in der Maschine stehenden Galvanos oder Auto- 
typien. Sie eiWelten also von Hans aus au viel Druck, als 
tur Hersiellttrg ssuberer und scharter AbzBge nSt^ war. 
Die Schuld lag demnach nur am Drucker. Gelang es aber, 
was meistens der Fall war, die betreffenden Druckereien 
au «lacm emenMn Versuch« ni bewegen, wobei den ^gea- 



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mmmmmmttmmmm akchiv für BUCHGEWERBE aMv^iMMMMramr 



•cliahMi dcaCeniiloid|cUhnndReehaiiii(|!etnfe««ttr4ci 
so wtr der Efft>l| aueb ««n «tii lurHedenftellender. Von 

einer wirklichen Schu ieriKltii beim nriKkcn Vann gar 
keine Rede sein, wenn IcdiKlith mit Cclluloi J-K lisehee« 
gedruckt u irJ, «ülirend wenn Cialx anos mit ihnen zusammen 
drucken sollen, dem Umstände, d«M leiuere {• weniger 
Druck erfordern als jene, dadurch Rechnung |etra|en wird, 
da« sie ein Iiis zwei Papierstlfkefl Bieditger i* der iMaacMne 
2« stellen kommen. 

Vereinzell haben wir die Ansiuht äuQcrn hören, das« sicli 
die Cclluloid- Klischees wohi nach Autotypien in Kupfer 
aeharr und «Mi» hersiellen lieBen, niclit aber naeb Ahm- 



tjnrfe« ia ZUk, was indesseti auf einem tbatsichlicbtn Irr- 
tum beruht. Das Material, in welchem die Autotypien ao- 
geferlrK' uerJen. >sr vollsiündiK KleicliKtltiK, Bedingung ist 
nur, dm dieselben nicht it'tütit »ind, in welchem Falle 
sich eine scharfe Matrize in Celluloid ebensowenig nehmen 
!(••(, wie eise solche in Vachs behufs Herstellung eines 
Kupler'Gelvaaoa. 

Vir werden UBseren Leaem Ia Apfllhelk GelagfniMit 
geben, sich mit eigenen Augen to« der DanerhalHgkelt und 
dem uJtllosen DriKk Jcr Cclluloid-Ktisuhccs, selbst wenn 
sie lOUüUO Abdrücke ausgchalten haben, zu Qberzeugen, 
dena aebliefilleh das Pipiar tat gadtiMigl 



Kalender- und Neujahrskartenschau 1901. 



DEM „Arcbiv tür Buchgewerbe' sind wie m all«n 
Vorjahren auch beim Jahreswechsel ISOI zahlreiche 
NeuJabncTüBe und Olückwfinsche in scbriftlicher und 
gedfuckier Ferm luga g ^n g an, die a« dieser Stelle, avwelt 
dies nicht bereiM geseheben Ist, fteandliebe EtwManMig 
lindefl mSgen. 

Unter den gedruckten üinnänKcn hcfinilet si^h eine ganje 
Reihe beachtenswerter Dru€kec»clK-inungi;n, die «inn her- 
kfimmlicher Vcise in den Spalten unseres Blaties /u ver 
merken nicht unterlasaen kAnnea, besonder» auch darum 
nicht, well sie in ihrer Cesamihelt ein erltmilcbes BJId 
gr^iacher ThUiMt tetoll. 

t. Kalender. Von denVandkalendem fn groHem Format 
verdient an erster Stelle ertt-ülinr zu werden, der von der 
Htühlschen L'niversUäis-Buch- and SteiadfULk^rtu in Gießen 
herausgegebene. Derselbe macht in Entwurf, Farbe und 
Schrift einen vorzüglicben Eindruck. —Juliu» SitttttfeU in 
BerHK hat einen aehr virksanten, im nakatatffl gielialinnen 
Vandkalender heraiiagefeben, der sldi ebenlUiadwch vor« 
iQgltclwa Kolorit and aeMnen aymbotlache« Entwurf aus- 
zeichnet. Nicht minder stilvo'l im I ' Vurutiv sclir reich 
ausgestattet ist der sclione WandkiiLiiJL 1 von l'h.von/.aht'rn 
in Mainz, nach einem iltercn Hnt« urfc von A. Liilhi. Eine 
schöne Dreifarbendruckarbeit ist der Wandkalender von 
J. Umy in Wien, bei der die vielfarbige Virfcung der Chromo- 
lidWgrapliie in fibemaehender Veise erzielt wurde.— Die 
Kalender von Fr.Jagper In Wien, sowie GotUieb GbM In 
H'iV/i sind im Satze ucnigcr nach modernen Crundsitzen 
ausKtfülirt, daRe^cn aber im Druek in beliannier meistcr- 
hafterVelsc ausKeführi worden, Die Bnchdruckcrci Pallas 
in Budapest übersandte uns ihren in ziemlich groOem For- 
msie ausgeführten Wandkalender in ungarlaeher Sprache, 
dessen lecbniscbe AusfQbrung bescbtenswert erscheint. 
Es wurde dabei dureb Satt, Dretlhrbendraek und die An- 
wendung großer Tonplattenflichen ein auf Fernwirkung 
hinzielender Cesamteindruck in bester Weise erreicht und 
darf die Arbeit als eine tiühsttie teulniische Leistung be 
zeichnet werden. - Der Kalender von Kicharä Gam in 
Madrid entbehrt nicht des koloristischen Iteizes und macht 
iaGaiuea attch etneaempfablaiideaEindruck.'- ff.v.lFnld- 
jMünlnlCjmbrfiigtwIcaJHIIiillcheincBhi CitfWttff luidFatb« 
wirkungsvollen Kalender, der sich durch Vornehfflbeit der 
Gesamtwirkung seinen Vorgingern würdig anscMteftt. - 



Die HudhardscHe üießerei in Offenbach a. M. bat als Em- 
pfehlung ein Merkbuch für das Jahr 1901 herausgegeben 
und iwar ist dies ein Kalender in Buchform, vollstindis 
ans der Ecfcsaannscbrift und netteren Bnengnlssen der 
Firma gesetzt. Das Blndchen macht einen sehr guten Ein- 
druck und muss als eine hochmoderne Druckarbeit be- 
zeichnet u erden- Kinc sehr vornehme, eigenartige 
Kalender- KrschcmunK ist Ürugttlms Kalender für das 
Jahr isxii. In Ornament und Farbe gebQbrt der Arbeit 
iiAcliste Anerkcnnuog, da sich beidea von dem vielen 
Lnnditttfifea vorteilhaft abtaelM und den gnisii Geaebmaek 
der Firma von ■euem simi Ausdruck hrhigt. — GsMIilar 
Gnintrt in Berlin versandten wie alljlhrKcb einen vornehm 
nusKciiarteteii , in Satz und Druck gleich »orgfaltig her- 
gestcliien Kalender, bei dem auch der Dreifarbendruck 
gute Verwendung fand. Der AbreiUkalender von Gfhr. 
Gotthelfl in Casiet entbehrt nicht des Praktiacben, da er 
«ehe« dem KakHMhrMock noch ein«« Block IBr Notiiea 
eMhllL Die AwitbriMg Hast vkl Soiillilt erkeuwa. — 
Die Firma Witkeim Gnmaa ta BeHbi Sberaendet ihres Ge* 
scIiäftsTrcunden ehenfalls einen Abreißkalender, der sich 
durch gute Ausführung und praktische Anordnung aus- 
zeichnet. - Wie seit Jahren so hat auch heuer Ernst Ki'lhlin 
in Kutmbach seinem Kalender eme farbenfreudige Aus- 
stattung gegeben und durch die Ausführung zugleich eiae 
ihn empfehlende ReUameafbeittascbalbn. — Oer Kaieader 
von Hermann Ganger In Vtm verdfeitt durch die bei ilim an* 

gebrachte praktische Neuerung der Datummirkierung er- 
höhte Beachtung, Derden Kopfdes Kalenders schmückende 
Dreifarbendruck hat durch den erfolgten Aufzug auf f'appe 
leider *a Wirkung verloren. £ine m allen Teilen wohl- 
gelungene Arbeil ist der Kalender der Vertagsanstalt und 
OmOoirei-Ai-G^ vormabj. F, RkUtr in Hamborg. Dnrch 
die nettenMenatatlt^ erhllt der Block avch eine aagoMhmc 
Abwechselung. Als empfehlende, wenn auch etwas aelir 
farbenreiche Leistung der Vergoldepresse ist der Ksletider 
, liii Huhii & Den<k in /.cif.-ig anzusehen. — Die Firma 
J.J. WiigntT Co. in Zürich hat in emem kleinen Relüame- 
heftchen ihren diesjlhrigen Kalender untergebracht, da- 
neben aber auch auf einer grdtteren Zahl BUttera Proben 
ihm- lei«iang»IKMgk«it auf den voradiiedaaeii GoUMn 
dea illerkantildruckes gegeben. Das Heftchen Ist^O Mlir 
schOne technische Leistung, leider vermisacn wir abornocll 



ci« ö2 «M) 



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m.mmmmmmmm/wuwL ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



die Zunc>£unf( der l'[rma zu den modernen Bestrebungen; 
wir »»'ciFeln nicht daran, dass sie auch auf diesem Gebiete 
Ciurcs leisten dürfte. Ebenfalls in 1-orm eines HeflCS 
wurde der Kalender der Firm« WilH. Tümtnel in Nürnberg 
gekleidet. Dasselbe isi ein praktisches Nachschlagcbüch- 
Idn, dw Micii in Beeng mir saubere Anefübruat nicbti zu 
wOawbeB Bbrlg Mitt. D«r httbceh ■infcsnitele Ueiiw 
Taechenkalcnder von J. P. Büthem in KBtn wird gewiss 
Oberen gute Aufnehine finden. — Die k. u. k. Hof-Schriri- 
gieQerei Poppelhi.tum in Wien verbindet ihren Clücliwunsch 
inbesterWei«emiceinemüberaichili«;h angeordneten Kalen- 
darium. ■ ■ Wilhelm WoeUmtrt Schri/lgielh-rei m Berlin bietet 
ibren Kunden auf einem ana mehreren Bliitero beatebenden 
Kalender eine AniaU, aich In den Scbriftproben lumeiat 
»ei aig e n t vnrtndaode prakHaclM Hinwelae zur Benntnng 
bei der Aufgabe von Nenbealvllungen. Der Kalender 
zeichnet sich auch durch technisch vollkommenste Aus 
rührung aus. — Die Leipziger Buchbinderei- Aktiengesell- 
schaft, vorm. Gusl. Fril.-schf überreichte ihren GeschtflS' 
freunden einen praktiscb angeordneten Nacfasdilagkalendcr 
Die Ausführung erfolgte in bekannter, sorgflltlger Weise. 
— Die Kunatanatalt von Victor Honyänazkjf in Baiapnt 
bat einen Bit Anfvand von Tiefem ie<AnlictaeH Ktann 
berfeaidfieaNachschlagkalendcr herausgeg^en «uddaaft 
nigieiefl ibre Lelstungsfihigkeit auf graphiaeliein GeMefe 
von neiu-ni bcthätigt. Her Kalender ist mit Illustrations- 
proben der [cnommicrtciitcn Keproduktionsanstalten, u.a. 
der JüM«3chen in Leipzig, durchschossen, »ührend der 
wiriuiagyvolle Einband im Entwurf von dem bekannten 
Pnt, M. Honegger in Leipzig stammt. Der im S3. Jahr- 
gange atetaende und Im Verlage der AkliengatUiek^ 
mnlaeJkaa KaOaMatt in Stattgtut tn^hntmut^ Kntbnf iHfct 
Vofta- and HaHa M a ad CT fCr i?yn Ucgi ebcnfiilin ror. Der- 
aelbe xeiebnet aich wleaetneVurgänKer durch sehr sauberen 
Druck des Textes und des reichen Rildcrschmuckcs aus iiiid 
nimmt hinsichtlich der Aust'ülirung unter ähnlichen Lr- 
scbeinungen nach wie vor die erste Stelle ein. Der Kalender 
enibill auch eine Keminiscenz auf die 500 jährige Guieiiberg- 
Mtr.^ Beit&Co., Farbenfabriken in Nanifrar);, übersandten 
ibrea Cescbiflafreunden einen jtraUwbcn NeuJabragrnOt 
eine vamehm au ag e a mitele Sebreibmappe. — DIeJM. 
Cwwwf ffartertBCbe Hofbucbdruckerci (/>, Jferterf) bi 
tkirmstaät brilliert mft einem farbig gehaltenen, und von 

der Meisterhand Christiiin^t'ns gezeichneten l'laliate. 
Die Hofbuchdruckerei von Julius Krampe tn Braunschweig 
(Inhaber Fritz Geibel und Julias Krampe) erfreute uns durch 
einen mit architektonischen An»i)!bten in Autot)'pie (von 
Bnm^amoar, Slnthantt & Co^ am der alten HansaoniaMdt 
fesebmficiiten handllcban Kefendnr, dnaavn Hanpoierde 
IMtichdIeventglicbe in VIerlbrbenbncbdnieli anagefübne 
Wiedergabe eines reizenden .Aquarells von Dir.J. Leitzen 
ist. — Ed. Strothe, graphische Kunsianstali, prisentiert sich 
vorteilhaft durch einen Abreißkalender mit einer clirürnu- 
lithographischen Umrahmung. Berger fr Wirth in Leipzig 
treten mi einem ziemlich schwere Fallen schlagenden Ro- 
koko-Gewände auf, docb ist der Kern besser wie die Scbale. 

i. Mta/aluillmrtm, Omtur den nnn voriiegenden ntal« 
relebenNeu}aliralianenbefhidenalebetgeatl!eb nnrvenigi^ 



die einen streng ausgesprochenen modernen Cliaratter 
tragen. Mehr oder weniger kortiint bei fast allen Arbeiten 
noch der Eindruck des Cbergangsstadiums vom Freieren 
zum Geschlossenen zur Geltung, ebenso wie sich auch 
noch vielfach eine gewlaae SAQlichkeit im Kolorit be> 
merkbar macht. Die gmmien Arbeiten mdcbiea wir In 
ivel Omppen sebeldes, nnd xvar in eine aolelie, bat der 
die AusfGhning mehr im modernen Sinne erfolgte, und ia 
eine solche, bei der man mehr auf elegantes, zarteres Aus- 
sehen Bedacht genommen hat. Zur frslcn Kategorie ge- 
hören etwa die Arbeiten folgender Einsender: Brühische 
Druckerei. Gießen; Centraidruckerei, Christiania; Jatbtt 
Klinkhardt, Leipzig; J.G. Scheiter & Oieseckt, Lriptlfi 
R. Bammes, Münchm; EMetzIg, Ldpzig; H. Fraux, Läfx^t 
Otto Wtatram, I^ptlgi Fimx Stimz, Bvlbn Oanndk & 
Htyae, HamhHTg, 

Zur zweiten Kategorie, die die Mehrzahl der Arbeiten 
umfasst, dürften wohl die Karten folgender Einsender zu 
zlhlen sein; 

Verlagsanstalt und Druckerei- Aktiengesellschaft Hamburg 
(sehr saubere Lithographie!; W. Tämmeli Bncbdruckerel, 
Niratergi Osbr. Rtkluit Aagtburg (acböne Scbrlltanord- 
anngti 71. Ummamn, tevtr^{nech aebr frei, docb tiaat die 
T CtWW dl e ▼nwemlne «tf das Vordringen des Modernen 
in der ranemmfcrien OINzin acblieHen); J.y. WagnererCo., 
Zürich (sehr eieganie WlrVungt; Felix Mersehurj^er, l.eipiig; 
Th. (Jrsscniih, l:sscn a. H, ; Weiss & Hameier. I .udu ij-^hafen ; 
Ä. Weher, Berlin; Diercksen Wii hlem. Bremen (gelungenes 
Koiorit\ ; Spamersche Buchdruckerei, Leipzig; OttoSehäUig, 
Hildburghausen ; Ed.Strache.Warnsdorf; E.Guth, Nürnberg; 
Wu^fiUi$elu* TagetüM,UügtH;TyiHifraphi»elttyerfin^puig, 
IUi u M> ar ; A. SlM^pni. Frml^rt a. M,j Maagiuatdt^ 
ßlr SdU^lgl^mi uaä Matekiittnbau, Offenbach a. M.; 
Bruno Onaert, Btrtln fsehr hCbsches Kirtchen); Hermaitn 
A'tU -siT.kgl.bayr.HorbiichdnKkerei.h'iJiSi-rs/.iurrrn iH.Hoff- 
meiiler, Leipzig; H. Sihmctz,attittgart ; A. Kirchhoff, Sttttt- 
Kiirt ifeincs Kolorit); 7. Bileg, Wien (effektvolle Kartei; 
M. Brückner, München ; R. Becker, Leipzig ; H. Witt^, Leipzig; 
J. Wernicke, Duisburg; C. Gerke, Hannover; K. Matm$Mm*i 
Ktrjapaiint, Kuopiossa; E. LehrfeUtt HeUingfitrs. 

ttne besonders eigenartige Karte sandte uns Herr A. M. 
WMiaiäc in Altenburg. Eine mit dem auf der obersten 
Etage des Eiffelturmes in Paris in Silhouette geschnittenen 
Porträt Je; Absenders Illustrierte Karte in Schwarz- und 
Golddruck auf rotem Karton. — Die Illustration kommt zu 
vollstem Rechte auf den Neujahrswünschen von A. Bruck- 
manm grapbiacher Anstalt inAliiiieikM<sehdner Dreifarben- 
druck); Ph. ». Ztbm, Mimx (wfifmngsvelle Ansiebt van 
ÜUins in AniMypie>{ if.&JMNw, OuMu^i W. Zaeh- 
rfkHM. GMkenbiug. Diane latiterwIhntB neigt einige 
Gruppen der verflossenen Schwedlaebon Buebkunat>Ana- 
stellung in Gothenburg, 

Simtliche Arbeiten zeichnen sich durch gute technische 
Ausführung aus, ebenso kommt in denselben durchweg eine 
Vereinfachung des Sstces, die Erstrebung größerer itnbe 
zum Ausdruck, ein erfl«itllcbea Zeichen, das das Beste *t- 



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mmmfmmfwtmmtm'Mm ARCHIV FÜK BUCHGEWERBE jr»arwa»M>««M«w 

Aus den graphischen Vereinigungen. 



Altenburg, Ende Januar. Am iweiten Veibnachiafaier. 
ttfo varamntItMa die aCnplitoch* VtreiniiHag' lu Ce< 
•utandMlt alt Herrn A. M. WattMt im .Getdenen Pflug" 
eine Druolaaclien-AuHlallung, welche sich eines «ngemeln 

zahlreicbcn Besuches seitens aller Kreise der hiesigen Be- 
völkerung zu erfreuen hafte. Nehen d«n siln criwa 90 Orten 
eingegangenen Festdrucksachen an]i55lich der vorilhrigen 
Cutenliefgfeier gelangten noch eine Anzahl Neneinglnge 
der SehriRcieterrien, Fafbeuflibiitea o. •. w. lur Aml^ne. 
Beseuden ■>llel «Hgemein das neue GeachllliplafaK der 
Firma Btrgtr B Wtrtk In Ldpxig. dai in eetner IflnOlgen 
Turbensltulii Jen Vcrdceang dieser prächtigen Drucli- 
kistung ad ocuios dcmon-itncrte. Nicht minder erregte 
die ausgestellte ■Miisiersiimmliing von Druclicn nuf Spciijl- 
papieren der Neuen StraUt>urger Papier- Manufaktur ge- 
rechtes Interesse der Besucher, In einem separaten 
groOen Zimmer bane Herr A. W. WaUaUk die Dmefeaacben 
ausgeaient, welche er auf aetner Relae nach Paria lur Wel(> 

aussteüung gesammelt hatte. Von der einfachen Adress- 
kartc bis, iuni gediegenen iüustrierlen l'rachtwerk waren 
hier alle Phasen der französischen Drucktechnik in i^beraus 
reicher Anzahl zu erblicken. Auch England und Japan waren 
würdig vertreten. Besonders letzteres Land wies neben 
Aflsicbta- Postkarten, originellen Bilderbogen, dlirenen 
Paplermuatem aueb einige In Tokio hergestellte iUustriatte 
Prachiwerke auf. Die Arrangeure der Ausstellung können 
mit Befriedigung auf dieselbe zurückblicken, fanden sie 
doch in dem großen Interesse des hiesigen Publiiiums 
ihren schönsten Lohn. — Oer gegenwirtig atanflndende 
Tonptattenaebneldcbunun efflreut sieb reger Bottiligung. 

Barlln. Die B$rWi»r fyptgn^^he OmUtdufft blolt 
am 8. Januar ihre aUJitarlicb wiederkehrende ordentitcbe 
Generalversammlung ab, in welcher der Voratand fiber das 
abgelaufene Verwaitungsiahr Bericht erstattete. Aus diesem 
Berichte will ich nur die erfreulichen Angaben heraus- 
greifen, dass sich die Beteiligung der Mitglieder an den 
regeiaUigen Sitzungen in der zweiten Hlllte des Jahres 
IQOO gWM bedeutend fehabea htt, dm ibmer nueh die 
Sammlungen der Geaelischafl einen urtMbHefcen Zuwachs 
aohnweisen haben, und aehlieBnch, daas dIeBemnerGesell- 
achaft mit den anderen, ühnlklie Ziele verfolgenden gra- 
phischen Vereinigungen de« Deutschen Keicbes in Wechsel- 
beziehung zu treten beabsichtigt. Besonders von der Aus- 
IQbrung dea lenteren Botactaiuasea erwartet die Gcsellacbalt 
eise wesevflielw Pdrdenmg ibrar Ai%nlto«. — Dn« aouo 
Verwaliutiigi4*lir 1901 wurde nun mit einem nicbt weniger 
bedeutungaTollen EntacMoss begonnen, der zwar an sich 

mit dem Programm einer typographischen Gesellschaft 
nichts gemein hat, aber dennoch in »einer Wirkung von 
der weitesttragenden Bedeutung sein dürfte, und zwar nicht 
allein ffir die Berliner Typographische Gesellschaft, son- 
4m Mr das g^saatn Berliner graptaiacbe Gewerbet Die 
Geaellscbaft lallt nlalldi dea Sebiokaal aller Vereinigungen, 
welche ein mehroderwenigersnilteslnventar an Sehrinken 
und Truhen Für ihre Bibliotheken und Sammlungen aufzu- 
weisen haben, das heiiit, um es mit einem einzigen treffen- 
den Ausdruck zu bezeichnen, sie wird in ihrem Sitzungs- 
lokai eigentlich nur .geduldet*. Diese Duldung kenn- 



zeichnet aicb beaondera darin, das« in küneren oder 
aiuiereu ZwIscbenrIUBeB das der Gcaalladiaft über- 
wiOMM Ztromer enderwoMt vtrg^an wurde und dieser 
Obeilassen blieb, sich in dem allgemeinen Gastziinmer so 
gut es eben ging niederzulassen, oder aber eine andere 
gastliche Stittc aufzusuchen. Dass an einem solchen ver- 
unglückten Gesellscbaftsabend von einem Vortrag oder 
einer Diskussion nicht die Rede sein konnte, liegt auf der 
Hund. Ua diesea Obeleiande mtm ein lOr allemnl uad ht 
der wifkssaateu Fern tbiubellbn, uaaibreiiete der Setasts- 
meister der Gesetlsebaft. Herr A. Stadtkagen, der Ver- 
sammlung den V'orschlag, selbst einen kleinen Saal mit 
den nötigen Nebenräumlichkeiten zu mieten, diese ent- 
sprechend auszustatten und als Iferiiner Buehgcu'ertvsiia4 
nicht nur für die regelmiOigen Versammlungen, Diskutier- 
und Leoeabende derTypOgraFbiscben Gesellschaft in Be- 
nuttung tu aebaen, senden such den anderen Berliner 
graphischen Veretnlgungen zur Verffigung zu atelleit. 
Dieser Plan fand rückhaltlose Unterstützung seitens der 
Versammlung, die alshalj einen besonderen Aus&chuss 
niedersetzte, um die Vorbereitungen zur AusHihrung des 
Unternehmens zu treffen, Man verhehlte sich dabei nicht, 
dass die Errichtung eines solchen Btrtbltr Buchgewerl»- 
aaaltt nicbt unerbebiicbe GeUMni«» «erursneben dOrfle, 
und »ussle deshalb darauf bedscht aeta, die ndtigcn 
Mittel aufzubringen. Diese sollten einmal durch eine 
mißige Erhöhung der Mitgliederbeitrigc. dann aber durch 
Erhebung einer entsprechenden Pacht fijr die Benutzung 
seitens der anderen Berliner graphisclien Vereinigungen 
beschafft werden. Femer wird beabsichtigt, den Schrift- 
gieilerelen, Parbenfibriken, UtenailienbaadJuagen, Ms- 
scbfoeiiMirnten u.s.w. den Buebgewerbeaasl aur Ana- 
legang von Schriftproben und Mustern, zur Ausstellung 
von Modellen und zum Anheften von Plakaten gegen eine 
angemessene l'iatzgcbühr zur Verfügung zu stellen, eine 
Gelegenheit zur Reklame, die von den beircfenden Firmen 
gewiss gern benutzt werden wird. Es ist in hohem Grade 
«rSnscbenswert, daas der Typogrsphiscbea Geseilsctaaft 
dieser Plan geUagi; tdalk sie doch damit otnen Mlitel' 
punfctfSr 4«» gtophlMtae Kunstgewerbe der Reiebabaupt- 
Rtadt, wie Ihn das vielbeneidete Leipzig in seinem Buch* 
gcwcrbehsuse bereits besitzt. Besonders optimistisch ver- 
aalagte Berufsgenu&ücn neben übrigens dann die ersten 
bescheidenen Anfinge zur Begründung eines Rcriin«rBuch- 
gewertMbauses! MSgen sie nicht getiuscbt werden. In 
dea itcslreben,den Milgiiedem der Gesellschaft mAgiicbat 
vlelseit^ Ameignngen su leben, ist cur BeschaBiing 
neuen Briefimeierials eInWeHbewerb unter den Milgiiedem 
selbst veranstaltet worden, nie auszuführenden drei 
Skizzen bezichen sich auf einen Briefkopf für Quartbogen, 
einen ebensolchen für Briefblätter und einen Couverikopf, 
wofür fiiinf Preise ausgesetzt sind, teils io bar, teils in 
Fachiitteratur. Auf den Erlbig des Ans Schreibens werde 
ieb noch surückkoaaen. 

In der zweiten Sitzung des Januar hatte die Berliner 
Typographische Gesellschaft einen besonderen Genuss. 
Herr Dr. Kaut:si h. Direktor des Buchgewerbemuseums zu 
Leipzig, sprach über ^Dil Lithographie als graphische 
Kun^t", ein Thema, das bei den leider nicht allzu zahlreich 



I 

I 

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^^KASTiEHMEK 



FABRIK FÜR BUCH- UND STEiNDRUCKFARBEN 



STUTlißART, uts 



Ii* 





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mmt/Mftt.'Miim/m.'M/m.'mrm. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBl: arJrM^w^wdr4rM^MMrw> 



(frschicnoiiL-n .Mitgliedern ein Icbhaftus Intcrcssi: faiiJ. Für 
die Leser des Archivs fasse ich m:^h kiir/.ilj Jassi'lhL- Jm 
Vortrag des Herrn r>r. Knul : >, h im Wortlaute hringcn uird. 
Seia Vortrag klang in die Mahnung an die angeseheneren 
Firmen aus, der kfliutteriachen Aosgeitaltung der litho- 
grapUscbenPfodaklkm»' und ReprodaktiMSieclMiit wieder 
mehr Sorglitt als bisher anitedeihen xu lassen unter 
Heranziehung vc>n Künsilcni :iu-. Jer Sclma' .M<■'/•^•^s, \i io 
sie sich z. B. in iünj;sicr Zeit in Jen Kri:iÄL'n der Karls- 
ruher Künstler betiurkbur KemaLlii hStlen. L)ie ijroftc 
Masse der iiihographischen Erzeugnisse i»( weit davon ent- 
fernt, als Kunttprodukte angesprochen werden zu kdnnen. 

Attf eine Anfrage, inwieweit die neuerdlng» aul^ireiene 
Algrapkie geeignet wire, den kSnstlertachen Beetrehnngen 

auf Jicsem Cth:ele fcirJertleh .'u sein, beinerkte Herr Dr- 
hiiiil.-si h, djss allenlinj;s Jii.- AluniiiiiuinpLitte fut den .m-- 
üh enden Kü n. stier den \'or/u); einer leit liieren Hatidhahiin>{ 
gegenüber dem schweren btcin darbiete, aber auch für die 
Algraphie die Beherrschung der Technik die unabweisbare 
Vorbedingung für hünstierische LeUningen bleibe. — In 
der weiteren Erflrteraog des Themes wurde noeh danuf 
hingewiesen, dass bei Massenproduktionen, wie sie auch 
jüngst in den bekannten Bilderbogen «-om chinesischen 
Kriet'sseliaupl.ii/ :n .de Fiselieinutij; «etreteil seien und 
ferner in den Mode-Kolorits unserer hriiuenteitungen sich 
darbieten, von künstlerischer Auffassung in keiner Weise 
die Rede sein könnte, derartige Erzeugnisse stinden noch 
unier der Sclimbfcroennrbeit. Hier kSnne nnr eins Vmdcl 
selMlIien : die syttemaHtektErziekungdarbfeiten Matte des 
ihtblikums tu kOmtlerischem Verständnis und zur Ent- 
n-ici.flunf^ tin.-> guten Geschmacks ! Hiermit wäre aller- 
dings schon bei der Jagend zu beginnen, die für derartige 
Anregungen am empflngllclisleR sei und einmal anlhe- 
nemmene Eindrücke am naebliattigstcn bewahre. 

Es Ist ein eigenartiges Zusammentreffea , dass fast zu 
derselben Zeit, als Herr Dr. JCanteN* in der Berliner Typo- 
graphischen Gesetlschart seinen Vortrag hielt, der auch in 

den Kreisen des ^raphisehen Kunstgewerbes IiulIii^c- 
schätzte Direktor des Berliner Konsigswerbe-Museuiiis, 
Herr Dr. P.Jessen, vor einer anderen Berliner Vereinigung 
die heutigen Leistungen der Lithographie einer herben 
Xririkunlefiitg, AM«liHerrDr.JmenkBmittd«rFolgerttn8, 
daaa die Enlelrang »10 Kunatventladiiis «nd die Ai»' 
btldung eine« kfinstleriscben Geschmacks schon bei dem 
Kinde beginnen müsse und deshalb die I.ebrml'icl, die 
man dem Kinde in die Hand gebe, einer sorgfältigen Aus- 
wahl und der schlrfstcn Prüfung zu unterwerfen seien. 
Vie sehe es aber hiermit aus? Leider Im hOcbslen Grade 
bedauerlich! Die liliHvraphiteheii Darstellungen TOAge* 
•«bielitliehen Ereiguiasen and Naturblideru a» rtemden 
Lindem seien bei der weitatis grollen Mehrzahl dieser Er- 
zeugnisse in derart unreinen Tönen und sehwulsrif;en 
Farbetl hergestellt, dass man die K Inder daiiül ss stenialisch 
;nr Farbenblindheit er/ielic. Dem kindlichen Verständnis 
und Auffassungsvermögen liegen vor allem die Schönheiten 
der Natur nahe und aus diesem ua«racb9pnicben Bonie 
mOge man daher die Vorbilder aum eraten Anschauunft- 
naterriebt cntnehmeti. Auch kOnstierlscb wiedergegebene 
Vorginge aus der biblisctien Ccseliichte uerden sp;i;er an- 
regend auf den Kunstsinn des Kindes einwirken, leider 
habe aber Deutschland in dieser He,(iehuii(; nicht ein ein- 
ziges tadelfrcies Buch aufzuweisen. Die in unseren Schulen 



l^ebriuchlichen BibelbilJer %on Haffiritinn sfien Jus seiclit- 
sentimentalste und vkusseii£ste /.euj;, was er bisher ge- 
sehen habe; da wären Jie alten H-.belbilder \ ün Sihnurr 
noch enuchiedcn wertvoller. Die Erziehung der Jugend 
zum Kunstverstlndsia mQss« eigeDtliGb schon in der 
Kindentuhe begännen dtireh (eaigneie «inCieiie und cha- 
rakteristische BIMerbOcher. Die .BlIderbBcher* aber, mit 

denen die heiitlKe Lithographie den Markt überflute, 
wirken i^i'riiji' : u jri,'rrnij/(M 7i auf das KunstemphnJefl jeg- 
I, eilen Be-.cluuers ein! VCsg könnte man vnn snkhen Hf- 
Zeugnissen für die üeschmacksbitdung des Kindes erwar- 
ten? Es ist hohe Zeit, dass die Lithographie, insbesondere 
aber der iithographiacbe Buntdruck sich der in erfreulicher 
Veise ftmsch reitenden knnnlerisehen Entwiekelung der 
übrigen graphischen Fächer im modernen Sinne anschließt. 
Mftg.; dieser Mahnruf in den beteiligten Kreisen nicht 
ungchört verhallen! hn. 

NQrnberg. Der vor Jahresfrist aufgetauchte Gedanke, 
auch hier am Orte eine typographische Gesellschaft zu 
g Qnden, ist jetit zur Wirklichkeit geworden. Es ist diesen 
dem Zttsammenarbelten verachledener rühriger Kollcflen 
zu danken, die keine Mühe und Arbeit scheuten, uro den 
Plan zur Ausführung zu bringen. Dass das Bedürfnis fOr 
eine derartige Vereinigung von vick-i enipfnu.h'ii wird, 
bewie« die Zusammenkunft Ende November v.J., zu welcher 
alle sieh (ur eine typographische Gesellschaft interes- 
sierenden Kollegen eingeladen waren. In der darauiroigen- 
den k«ii8l]niierenden Sitzung wurde nun die Grfinduig 
beschlossen, und folgende Herren in den Vorstand gewihli: 
Coffc, Vorsitzendel. HVr^-.j,'ijj, Kassierer, Sunner, Schrift- 
fülirei. Sammlungsvcru'alter, Fleischmann, Bei- 

sitzer. Die Zusammenkünfte finden alle vierzehn Tage an 
einem .Montage Statt Gemäß dem Programm anderer 
schon bestehender typographischer Gesellschafkcn sollen 
Leoeabcnde mit Vottrigen und Auialellungen weehaeln, 
ebenso sollen Lehrkurse im typofrapUscben Zelcimciii, 
Kolorieren, Tonplattenschneiden a.t.w. eingerichtet wer- 

den. Es ist dieses ein j;reftes Feld ikk! erfoidert ».'.ie ^unte 
Kraft, die Lubt und Lieb« iur Sacii«. wenn etwas EfsprieU- 
liches geschafTen werden soll. Die Unterstützung, auch 
aiu den ICreisen der Prinzipale, bleibt hoSentlich nicht 
aus, und ic kam voU der }uflge Verein fetrest der Zukunft 
estgeaensehauen. 

Um ni eeigiTn, was ans vor allem fehlt und um den Vert 
des typographischen Zeichni ns für den Buchdrucker auch 
bildlich vor Augen zu führen, bcschloss der Vorstand eine 
Ausstellung von Buchdruck-Skizzen und Zeichnungen zu 
veranstalten. Dank der Unterstützung «uswirtiger graphi- 
scher Gestliachaften und beireiMdeler Kollegen war ea 
mSglich eis Auaslettungsinaterial zusammenzubringea, 
das in seiner Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit in diesem 

Umfange in Nürnberg noch nicht ^eschen w urden ist. Wohl 
über 300 verschiedene Skizzen und Zeichnungen waren es, 
die in bunter Iteihenfolgc am Sonntag den 30. Denntber 
in der „Wartburg" zur Auslage gelangten. 

Den Emwiekelyngsgang einet Zelchenkuistta, wie er sein 
soll, zeigten die Arbeiteii aus dem Lefcrkurs fiir Tjrpo- 
graphen an der KgL Akademie fOr Graphische Kunst in 
Leipzig. Daran reihten sich Skiz/en aus den Skiz/JerVursen 
der Lelp/it;er Typographischen Gtsellsichart. .-Ms heste 
Schule gilt die l-'achklasse für Typographen an der 1. Hand* 
wcrkerschule zu Berlin. Wie dort gescbaifen wird, zeigten 

9 



65 •»» 



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mmmmmmmmmmm, ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jrMNWvarararjrarMMra«* 



die nusgclkgtt n Sachen, die durch Vcrmirtclung des I ch 
rcrs, Herrn Kiilhf, in unsere Hinde gelang! waren. 
Alles Arbeiten für d:c Praxis hcrcclmct, du: dem Besteller 
ein fertiges Bild seine» Auftrages zeigen. Teils mit schon 
vorhandenen, teils neu selbst entworfenen Ornamenten 
lind Vlcnetttn heitesttllt, bndeten dicM Skizteo einen 
H«sptmzi«hungapttnki der Aymelluflg, iwil 4h Avigni- 
merk hier auf das technische Skiid«r«ii fericlitet w*r, wie 
es im Ceschift verlangt wird. 

Anschließend waren Zeichnungen des Graphischen 
Klubs II) ätutigart ausgelegt, die von dem dortigen Stand 
der typographischen Kunst ein übersichtliches Bild boten. 
Gleichieiiig Itgen die Entwürfe zu einem vom genannten 
Klnk venftitalteiea Preisanssehrelben, celetendieh der 
GttleiibeisIWer, auf und beten venQgltebeii Steff zu ein- 
gebendem Studium. 

Fincn ganz cij(cncn U'eg geht die Münchencr Typo- 
grapiiiitlic Ct-sellsi tufr. Sie hat das Glück, einen Mann 
gefunden zu haben, Jer >icli mit Leib und Seele dem Buch- 
druck widmet. Herr Stephan SteiaUin, ein Nürnberger 
Kind, hat das Interesse am Zeichnen unter den dOftifea 
Bechdrucbern zu neuem Leben geweckt. Durch seineceeun' 
den AaeidiieM ttad eeln der NeMr ibgelauechtet Studhim 
liet er es versmiden» die Teilnehmer am Zeickeiilmrem 
lu fetMtn, und so wir es mCgIlch. dass geradezu Meieler- 
stücke eni.standcn. Eine Ausstciluni; für i'.cli, /.nrinte man 
sagen, denn wer nlh d;c t in/L-Inen , ohn^' jede \'orlage )jc- 
zeichneten stilisierten JWotive cinKcher.der studierte, konnte 
die Anerkennung nicht versagen. Herr Sieiniein hat »eine 
Ansichten über den Nutzen des Zeichnens für die Buch- 
dmcJier lu Papier gebracht, die so gesunder Natur eind 
und Mviel VitMfltwertea HBrunaeMballefl, daü dieielbeii 
zu allgemeiner Kenntnis gelangen aoliten. Die Entwürb 
zum Umschlag des Jahresberichtes der iMOnchener Typo- 
graphischen GcselleclMft sind ala verbildlkh für ans zu 
bezeichnen. 

Die Ausstellung bewies aufs deutlichste, dass der Buch- 
druclier zeichnen muss, will er mit den modernen Be- 
atrebmge» gleichen Seliriit halten. Data auch die Net* 
wendUkelt einer solchen Vereinignnc tiler am Orte von 
den Prinzipalen anerkannt wird, beweist die ABHielduog 
mehrerer derselben als Mitglied, mCgan «ich »och roCbt 
viele anschließen! 

Allen denen aber, Jie zum CielinRen dieser Ichrreictien 
Ausstellung beitrüge», insbesoit Jcrc dvn «uswanig«» Qu- 
Sdlachaftcn und Kollegen sei auch an dieser Stelle der 
wirmste Dank abgestattet. Zu bellen und zu wfinschen ist 
esi das* aiett die typographischen GenellsehalMn nnter 
aleh, VOR Ort ni Ott, nacli MflgUchkeU uMeratiilmit dann 
wM aneta ein Sefen Ifir unser gansea Gewerbe nieht aus- 



hleihen. Wir ^.Ind ein junger Verein , und wenn hier am 
Sch.ubse der VX'uiiseh ausgesprochen wird, dass die ilteren 
derai Ilgen (icsellschaften und \'cret: I L' ni, ■ uns mit U'ohl- 
wailcn entgegeniiommen und uns nach Möglichkcii unter- 
stützen wollten, dann wird uns die Arbeil auch bedeutend 
erleichtert und immer Stoff zu interessanten und lehr- 
reichen Abenden trorhanden aein. G. 

Stattgart. Der letzte Lesezirkel im alten Jahre gestaltete 
sich für die Mitglieder des Graphischen Ktub zu einem sehr 
interessanten; war doch mit demselben eine reiche Aus- 
iagc von Ntujahrsliartcn und sonstigen Vordrucken der 
bekannten Firma Förster (r Borries in Zifiikau verbunden, 
deren einzelne Sulets in ihren prichiigen Farbengebungen 
manebe Anregung zur Ausführung für eigene Arbeiten bei 
den veraehiedenen Besuchern gegeben haben dürften. 
Ferner erfreute uns Herr Bnelidnickereibesitzer Ifarf 
Man: mit: .Betrachtungen über das auf der Pariser Welt- 
ausstellung vertretene Buchgewerbe, speziell über die 
Buchausstattung der verschiedenen LUnder jn der Mand 
von Beispielen". So kurz gcfasst dieser Vortrag auch war, 
erregte derselbe doch das Interesse der Anwesenden um 
so mehr, als es der Vortragende verstand, ein cbarakteri- 
atisehes BHd der buchgeweiWIehen Aualagen der ver* 
«ehiedenoi linder anf der Pariser VeltamasiellanK m 
entwerfen. Zur CrIInlening diente eine reiehe Kollaktion 

von Praelitwcrken Jer hervorrai;cndsten Firmen des In- 
und .Viislündes. snsiit vtrsf hiedeiie Binde der /mpr/mfrif 
Sjlnina.'f in /'.iris, Allseitiger Keifall der /ahlreicli »uf- 
merlisam Zutiorenden wurden den trefflichen Aus- 
führungen zu teil. Nicht unerwihnt wollen wir an dieser 
Stelle lassen einen Satz des Vortragenden aua seinem 
Bericht an die KgLVÜrtt Centralstetle, welcher Isutet: 
aSchlicOlich wirc noch zu eru'lgcn. ob sich nicht auf An- 
regung der Kgl. Württ. Centraisteile für Gewerbe und 
Handel ir. der städtischen Gevk c rbcsch u lo oder iin der 
Kunsigewerbe&chule ciiic bc-i>osi^er<.- Abteilung für Buch- 
drucker errichten ließe unter Mitwirkung eines tOcbtigen 
und prskiisch thiiigen Fachmannes." Venn dieser An- 
regung Folge gegeben würde, ae wire dieses mit Freuden 
iH begrMen und entspricbe einen fOr das Stuttgarter 
l>ruckgewerbe schon lange geNihlten Bedfirfkiiss«, wie 
solches in T.eip.'ic schii-i seit Jahren behoben ist. Der 
erste Lesezirkel im neuen Jatir brachte eine hübsch arran- 
,-;ierte Ausstellung von Ncujahrsdrucksuchtri , und die ge- 
Ua-gcii« Sammlung bot den Mitgliedern des Klubs vielfach 
Anregung zum Studium des Modernen, besonders was Zier- 
materiai der verschiedenen Schriftgieüereien anbetraf, so- 
wie auch der bei mehreren Arbeiten angewandten ptteb- 
tlgen Farbenwirfcnnfi %* 



Verschiedene Eingänge, Zeitschriften- und Bflcherschau. 



• Vor kurzem ist im Verlage von Hermann Seemann 
Nachf. in Leipzig erschienen: »Walter Grane, Von der 
dekorativen Illusttanon des Buches in alterund neuer Zeit - 
Aus dem Englischen von L. und K. Burger. Mit ca. 130 
Beilagen und AbblMuaten. Unter de« Reformatoren der 



modernen Buchkunst steht Waller Cmni- . Jer Meister des 
englischen Kunstgewerbes, bekanntlich in der vordersten 
Reihe. Sein Werk über die „Dekorative Illustration" des 
Buches ist mit seinem überaus reichen Material an Ab- 
bildungen ala ein Standard wotfc dea Badigewerbee übet» 



■Bt 66 «b 



Digitizec 



«mww/«.'9C'WK«e'«'«& ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE ararwwarMvararararar 



t itt betnchiea. Crant b«b«ndelt darin die üntwicke- 
Ii4t4ter BncliauMitnaiigv«!! dm miitdjlterllclmi Hand« 
«krUlea Ut bermif m dm ■ndermim BfrmwtMcluflm 

der Bvchrenleniac. Er btt ttets dm Giiue dei Dnick- 

werkes im Auge, wie er auch in seiner Praxis aufirr 
der Illustration, auch Jas MuitiT de* V'orsatipapicrs 
leichnet und ebenso der Emhand entwirft. 1-ür die ein- 
kcillicbc Zusacnmenstimniung von Letiernsati, Zeichnung 
■od Venierung Ist Crane der beredteste und bcfufeasie 
Voftfnipfer. Seine Grundalue für d» Zeicbnen nm B«ch- 
lebmnek und IIIntniiioBen machen da« Verfc des berfihm- 
[cn rr.(:linders geradezu zu einer magna Charta det medar^ 
üsn Buchgewerbes. Für den Bibliophilen aber ist das ▼erk 
in seiner gediegcncti Au>iiattutig eine echte Herzensfreude. 
Für eine zweite Aunage wäre wünschen, das« Deutsch- 
land etwas mehr Berücksichtigung finde, sowie dass der 
Mailalab der (awiblten Verkleiaeniag angcgebra «Orde. 
Vir warn in der animeiisc« taue im tijtt Haft d«e 
TariflM Jalirgiittiea eine Probe an« diesem uaierbalienden 
nad doch belebrenden Buche geben zu Unnen. 

• Im Verlage von Julius Sfhmidt in Floren: sind w ieder 
einige Kn/iflers,chc Farhenbolischniftc enschicnctt, welche 
die Rinze .\uf:ii«rksaml.eit iiller grapliischcn Küitsllcr ver 
dienen. Das Biid der heiligen Barbara nicb Palma Vecchio 
in schmalem Hochformat von 33 cm »chlieQl sich der an- 
sebnllcben Zahl von Heiligenbildern in glekbem Stil und 
AaafBlirang an; auch ein Braalblld- Medaillon Im Dureb- 
Beiaer von 95 mm ist von derselben Heiligen geschaffen 
worden ; ferner sind die drei christlichen Tugenden : Glaube, 
l ehe, HoffnunK. nach Raphael, in IVledaillonhildcrn von 
glt:i«;tiem Durchmesser erschienen. Die Figuren sind auf 
dunkelgrünem, goldumrinderiem Fond in elfenbeinartigem 
Ton dargeaiellt nnd von ganz plastischer Wirkung; e« aiod 
kleine MetawmAcke chroraoxylograpbischer Kon« von 
«aBererdeniiicbor Feinheil. VunderbaracMn lai ein Blair, 
das tifls dieiWadenna .Quaal otiva apecioaa lo campis* zeigt, 
ein weihevolles Bild, wie es herrlicher kaum KeschafTcn 
werden kann, nach einem Gemiilde von N. Baru^i^o. Es 
ist die erste HntifliTsiihc Hcprodulvtion eines modernen 
Gemäldes im Verlage de» Herrn Sehmiät, der bisher noch 
immer die Werke alter Maler dafür gewihlt bat; man muaa 
ihm aber in der Ttaat dafür danken, daaa er dieaea Meiaier' 
warti dnMh Jfnifftonche Kanal hat vervidliltigan lassan' 
Die Mndoanargmc In nbi weiOeaGevind ftiiill^ aebeint aa 
«hier Vand eur einer mit braunem Tnebe überdeckten Bank 

JU sitzen, das nackte, halhvcrhüllte Christuskind, das dem 
Beschauer einen Öl/weig entKeKcnstreilit, im SchoUc 
haltend. Der Ccsichtsausdruck der die Augen nicder- 
Khtagenden schönen Madonna ist ein etwas nonnenhaftcr, 
daa reizende Kind aber blickt freudig in die Welt, die 
lelaer Im apilerm irdiacbea Leben harrenden Leiden 
aiebt ebnend. Zn Hlupten der Madonna ragt ein Ölzweig 
m die Blldfllche herein; ihr zur Seite liegen ebensolche 
Zweige und Blumen, die ganze Gruppe aber ist von einem 
Rahmen umschlossen, welchen BUifnengewinde in reicher 
Farbenpracht zieren. Die Meisterschaft der Herren Heinrich 
und Rudolf Knöfler ist ja eine Ungst be- und anerkannte, 
aber wobi nur in wenigen Blittera bat aie alch aciiAner und 
abonongendarofbiibart ala itt dieaar Madonna. Daa Bild 
bealtst wSerocdmaioh viel Cäne und mta DMtHt im 
Om«n>««t, hl don Bl«nMn und Biftiara, ab«r In Itotaem 
cimlgoii deradiMn woldit daa Reglater der Farben auch 



nur im gerinfKen ab, dieae aelbat aind von reinatcr Klar* 
beit. nnd die Obofglnie der veiachiedeBen Faihentdne vor- 
kwllnwlbin,vafadi«imni«n so unmerUieh taeiaaiidcr,wla 
ate welcher aolhat In gulen Heliogravüren oder In Schab' 

kimstblüttem nicht gegeben werden können. Man darf 
diesem Blatte gegenüber nicht mehr von Farbenholz- 
schnitt sprechen es ist [■arbenliolzs(ir/i, wetteifernd mit 
Kupferstich, -- es isi ein Triumph chromoxylo- und typo* 
graphischer Kunst, wie er vollendeter kaum gedacht werdm 
kann. Alle JAnger Cuienbeiga aeien auf dieaea alch zu 
dnom Fcaigeoelieok tteHieh eignende Blatt hiermit au^ 
mertaanr gemacbt. Th.G. 

• Ein Praehtwerk, das wohl zu den besten typogra- 
phischen SchöpfunKen der Ocgenaart gehurt, war von 
der impren»! Nacional,der portugiesischen Staatsdruckerei 
in Lissabon, zur Pariser Ausstellung gesandt worden. Es 
trug den Titel „Cmi«ci, ;pelo FIteoade de AlauUa Garntt* 
WldhRd«M«liMttB«ad i«Onaqnait;,«ar mfTortramicbea, 
rein veiBea «nd aehr krlil^ea geaelÄpflm Papier gadrackt, 
and tu «einem Satte hatte eine ktastlacfa sebBne Text-An- 

tiqua EedicT.t. wälirend die 24 Seiten sliir},c Vorrede ganz 
aus Kursiv derselben Schrift gesetzt war. Den Inhalt des 
Werkes bildet eine Dichtung Almoidu Garrctts, der I79(t /u 
Portu geboren und schon verstorben ist, aber itx den 
besten neuzeitlichen Dichtern Portugals gehört; in seinem 
Gedichte achildert er in zehn Ccaingen Leben, Thaten und 
Tod dea portugleaiadion Nationalpoelen Gemoona, wdhrmd 
in der Vorrede Jost de Sousa Monteiro una ein Lebenabtld 
giebt von dem Dichter selbst, welcher dIedeotachenGelatea* 
lieroen hoch zu schitzen wussie. Die Schrift des Werkes 
ist in der portugiesischen i»taaisdruckerei, die unter der 
Leitung des kunstbegeisterten Dr.Venancio Deslandes steht, 
geschnitten und gegossen; ich weiü nicht, waa icb an der> 
aelben am meiaten be«rande^laoJI,ibrelbrmenaehSlleKIa^• 
holt, oder die attgemdomiieho Rvhe^ welche den Sann ans 
derselben Innewohnt, — die Vlrkung de« SeitenUldea tat 
eine wahrhaft wobltbuende. Ich möchte das Buch fast eine 
Oase nennen in dem nach Neuigkeit suchenden Treiben 
der GeRcnw art, w o oft das Groteske und Exccntrische koA 
vor uns hiniritt, Anspruch auf Bewunderung erbebend, 
wo man uns als Schriften wahre Karikaturen zu bieten 
wagt, die oft kaum ein Menach leaen kann, — in dem 
CamSea geiii Uaaaiaetae Einübehtialt der Form mit Co» 
dlcimhelt dor AualUbruac Hand in Hud. Dar maMlge 
Btiehachmuckentapficbtaticli diesen betdeo. DenAnlingen 
der Gesänge sind leicht gehaltene Renaissance-Kopfleisten 
mit miiltgriinem UnlerdrucV, durch Goid ein wenig gehöht, 
vorangestellt, und die Initialen und Schlussleisten, die, 
gleich den ersteren, in ihrer Zeichnung dem Inhalt der 
Gesinge entsprechen, sind in demselben Stile gehalten. 
Daa Werk der porttigtealacben Staatadraekerei darf mm 
allen Bttehdmcfcem, denen der Sirin ffir daa wIrUicli 
Schöne noch nicht abhanden gekommen ist, namenilich 
aber auch allen SchriftgicGereien zur Beachtung empfehlen, 
die gleichjcilig auf ein m derselben Lissiihoncr Kjinsi- 
stätte für die Pariser .Ausstellung von itäitt geschaffenes 
Werk, für das sie ebenfalls die Tfpon geschnitten und ge- 
goaaen, die .Excerptos dof Lnaiadoa*, aufmerkaam ge- 
macht worden» da ea ebonhUa ans einer khnaiach achSaen, 
«idi dm Eizevlertype« mn e i g e ndm Sdirifk h er g ea i e ltt 
wurde. Das deutacbe ScbrÜRum tdnnlo dnrCb Einffthrung 
der boidm Typeogattnngm nnr gewianm. n.G. 



07 



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I 



mmm.<mmmmmmm.tt, ARCHIV FÜR BUCHGEWEKbL jrjrarjrjrarjrjrjrarjr 



Zeitungsschau. 



• Allgemeiner Anzeiger für Druckereien. Nr. 2 5. Die 
Drucksachen auf Jcr l'ariscr U'cltausslcllung [Fr. Hautr^ 
Aus alter Zeit, typographische Mi»c«llen (/4. Bvrckel). 

• Arehive%. de t'lmprImtHt. JmuwH. Du IlMste Manu- 
skript der Voll. 

• Ankivtt dt la SaeUU dtt CtUettitmMear tfEx-libris. 
Nr. I. HeHifenbUder Mb Ex-Hbris (CotnU de Bareyj. 

• OrapHtaeker BtotaMtr. H. 23 u. 24. Die Praxis das 
Accidenzsatzes; die Rechnung. H. t «. £ Der moderne 
Titelsat2. 

• /.,; nihlii'/Uui. Ni. S. Der Traiiaio Jclla PuJiti/ia 40il 
Sabatino JcrIl Aricnti ^C. Ma2^if. Nr. i) lU. Die Legende 

von der PJipsiin Johtsm in der BucbiilusiTation des XV. 
bis XIX. Jalirliunderts. 

• TheBookefOaok-PMes,nT.i. DIeCx4iliriszeictinunKen 
von Miss CeUa Levetui lltkkard Stewartf. 

• British Printer. Nr. 71, Moderne malerische I?epro- 
duktion; Ctirt Henlschel, Londun. \^ikTivcliLT Ausdruck 
(Alf. SeymourK Nr. 78. Goldene RcKcIn für Sct/cr (H . H. 
Jones). Malerischer Ausdruck \Alf. Seymnurt. Fortsel/uriK. 

• Das Buchgewerbe. Nr. 24. Das Eigentum an den Litbo- 
graphie-Sieinen. 

• Dmtache BuehhüKäeUMUttr. Nr. 4. Beispiele künst- 
lerischer SchriK, hersosfegeben von RudtUfv. Larftch. 

• Crntralhlatt für Hibliothekwescn. H. I u. 2. Christoph 
CoUinibus und die spanische Typographie {Henry Hu- 
rissr'i. Bcitrige nr Inkunabelnbibliogrsphie UoliaRe« 
Wegener). 

• Ex-libris, Zeitschrift für Büclier/eiclien. 

• Typogn^HitchtJahrbücktr. H. II. Der moderne Acci- 
denssatzundderTonplonensehnittiSehiuis). H. I2l Ge* 
■chnMckoverlnrnflg ha Bnchdmck. H. i. An der Pltorte des 
neuen Jshrhunderts. 

• l.'lmprimfrie. Nr. lUT. Die Sct/maschinc Rozar iV. 
lirflon). Nr. Die Sct.'iiiasciiinc iWrvi,- Hillintxi. 

• Jimi luil für HiuhJruckcrkuitst. Nr.45. Line Umwäl/uriR 
im Stempelschniii iO. Sehloikeu Nr. -Wi. Wie Spieße ver- 
mieden werden (Krüf^^r). Nr. I. Kornraster.Auioiypien. 
Nr. 2. Fort mit den Ligaturen (0,&ltAi(*e). Die Ucbtkorn- 
Antolypie der Reicbsdmckerei. Nr. 4. Du Buchgewerbe 
auf der Teliaussiellung In Paris VI. (0. Sehlotke). Nr. 5. 
Zink und Aluminium. Des Buchgewerbe auf der Veltaus* 
stclluri); in Pari.s VII. (O. SchUMce). 

• Thi-Jiturmil iif the Ex-libris Sofiely. H. 11/12. Liste von 
landschaftlichen Ev-libris ( IVr.s/eT und lilackt. Forlsctzunc. 
Die Ex'libris von Bsbylonien und Assyrien {Th. C. Pinchtii. 



H. I. Ex-Iibris brillscher und amerikanischer .\r/te Ktenrge 

• /■>(•/<• Hansti: Nr. 2. Die Asphaliäiiung <Tlt. Sehatd), 
Fortsetiung. Über das Ätzen der Steine; verschiedene 
Metboden, die Stirke der Siare zu bestimmen (X. Kamp- 
mann). 

1b Graphische KäasH. H.I. Die graphischen KSnste im 

heutigen Belgien (Alf de Mmil\. 

^ Thf l.ihriiry. Jamicirliilt |jni>;c ,il;c I niti.ilcn • Oscjr 
Jcnnin);,'rt. .\r. Imi;u:ion d:;rt.h lithui;! aplu -.^ !u' ;i Druck. 

• Sfhu i i:, r (ii.if^ki-., h,' yUlh-iliin^Lii. (i H II», l hcrältcrc 
und neuere UuchausHiaitunj; (A. Kirchhoff u H. II. Der 
Tllelaatz im Englischen. Iber illere und neuere Buch- 
ausoMttuag {A. Kirchhoff }. Fortsetiung. 

• MoHoMerlehte über KututwftteiudU^ and Kunst- 
kandel. H. 2. Lose Blltter zur Geschichte der vervieiniii- 
genden Kunsi tHugn Helhing\ - 1 Meister E. S. 

• ihiil^chf l\ipii-r:i-iiiinf;. Nr. CnRlisclic Vt'eihnachts- 
Nummcrn 1W)()(H'. i'- Kiuihlam hl. .Nr. 10 u. 11. Maschinen- 
uiid Handbetrieb im Buchgewerbe tOtIo Giinizeri. 

• Posier. Nr. 28. Sidnc)' Hebbletb waiie. Ober Theater- 
zeitcl iCA. HUaH. Nr. 29l Plakat und PaBMmhM <C*. WafO. 
Ober Theaieisettel {Ch. Htam. Forlsettnng. Kinsderische 
Bficheranxelgen in Amerika (CA. WatVi, Die Bucheinblnde 
der Oxforder Universitätsdruckerei tV.h. Hiatt\. 

• Thf Inland Printe. Nr. .V Die Avlicndcne und die 
Essex Hüuse Druckerei (H'. IrnT::; U ..'vi. Uber Korrektur- 
lesen i//c)rj<v Tealh. Nr. 4. lüU Jahre t'ortschriit in der 
Buchdruckerkunst (N. Cedkrttiie^. Ober Korrekturlesen 
{Horaee TeaU), Fortsetzung. 

• Propaganda. H.3b Die Ansichtapoatkarte. ILd. Druek- 
sachenbeslelliui|. 

• Ratgeber. Nr. 27. Unacre modomeii SehtUlen. Nr. I. 
DcrZcichcnuntcrrichtinder Typographischen Cosdiochall 
in München iSli fun Sli inlein\. 

• lii'i uf Hihlii>-honii);raphitfUi\ Nr. 9. Cutcnberg un J die 

Anfüngc der Buchdruckurkunsi in Frankreich und Paris 
{F. E. ValoisK Schluss. Über die Konservicnuig das Papiora 
in den Bibliotbekea <P. Dms^ 

• ffmierfes>lrl*jtn>plkfl90«s<Gtitonber(-Jettmal). Nr.4S8. 

Das Buch auf der Ausstellung ISOO iPaul Btaysen). 

• The Sludiii. Nr. !M. Peter Behrens {Frant Blei). 

• /.fitsrhrif'l für Hiuht-rfreundc. H. 10 II. .Moderne Ar- 
beiten der iitigc\k andien graphischen Kunst in Deutschland; 
die Bucheigncrzeichcn i Ii'. vtmZarWestcn). ZurGcscbiChlO 
der neueren deutschen Karikatur {Georg Hermaunt. 




dm «s Wh 



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«.«.'at.'X'at'atm'at'ae.«.'« ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE M>M^varx>jrjrjrjrjK> 

Schriftgießerei-Neuheiten. 



* übwulil die Buchdruckereien bei der rapiden Ver- 
nich i un^; von SLiiriftcn, I^LnfjssunKi-Ti unJ ViniK-Ki-n nuhl 
mehr recht wissen, wa& aic zuerst an$c))iit!i-n snllcn, und 
obwohl selbst den Gießereien der Neuhntun la^t m 
viele sind, so geht irotcdein die Produktion von NoviUten 
uneurhttisani weiter, nml die gewIsseBbafte Pacbpre«** 
vermag kaum noch sie alle in verzeichnen, Reschweige 
denn, sie genau zu prüfen und eingehend zu besprechen. 
U'ährend diese NovitSten sich früher in einzelnen BlättL-m 
und Heflchen vorstellten, marschieren sie jetzt fast nur 
noch in starken Heften und Bfichern auf, so dass wir wohl 
nicht mit Unrecht von einem Bäcbertiacti der Schrift- 
gfcBereiea apreeben dürfen. Vcraucben wir daher, unseni 
Lesern Iura mitzuteilen , was die GieRereleii aeit dem Er- 
scheinen des letzten Heftes auf diesen Tisch niedergelegt 
haben. 

Da bietet uns zunächst die Rudhardsche Gießerei in 
Offenback a. M. Jahreszeiten- und Monats-Vignelien" 
aovie Vignetten zum Scbmucii ffir Biicher und Accidenzen, 
drei Sortimente Initialen m der ron ihr gaacballeiMn 
«Waltbarl'Schrifl*, • und a Cicero groB, and «Ine 
.Olenbactier Sehwabaeber" In 13 Graden von Perl bis 
4 Cii-i-rn, Dk-si-i Ict/Ttfcii hat ^^ic ;iuf einem besonderen 
Blatte die allgcniL'in bekannte ä(;hwabachcr mit der Be- 
zeichnung „veraltet" gegenübergestellt; wir glauben mit 
Unrecht, denn fiir viele dürfte die ieizcere auch heute 
noch nicht veraltet sein. Zutreffender Ist diese Beielch- 
nang für eine And^tM In GegeoQberstcUung mit der neuen 
.D'Antiqua" dieser Firma auf einem anderen Blatte. Die 
genannte GiencrcL ist unseren Lesern l3nK--i iil-- t ir-.c rüstig 
vorwirtsstrebende bekannt, und so dürtten denn die hier 
aufgeführten Eneignisae einer fraundlieben Auftiahaie 
sicher sein. 

Von Wilhelm Wadtaun Sehr^^^ifiml In Berlin erblelloB 
wir ein praktlach twsammengeateilte» wtd g<ul anagestatlota« 
Qttenluav-Heft aller der ISrkular-Sehrirtcn . welehe diese 

rührige Firma in jüngster 7x'\< gehr.icht, D.iriin schlu gt 
sich ein ebensolches Heft \ on Barock • ürn.tincn[L-n , ;iut 
weklietn Gcbicit Jicsc Giflierei immer sehr proilur.ri\ 
und den bchluss bilden Komplettierungen zu Irüiiercn 
Neuheiten, zur .Antiken Mediäval", Garnitur XVI, Cicero, 
Tertia und Teict; lur «Uncial-Gotiscli* den 6 Cicero-Grad; 
znr.RiiiKlen Buchgotiach" die Nonpareil. so dass diese 
Buchschrift nun in 5 CraJLTi bis Ciucro vortiandLn 
und schließlich e;rn.' A:i/.itil wi-iieii-r AifJif luluns'.'" in 
Schwarz und Bunt von den ./ci^jhnLr-Oriiamenten". Die 
beiden eingangs erwähnten Hefte sind eine nützliche Be- 
reicherung für die Mappe des Acddeuseixeis und als 
solche daher gewiss willkomoien. 

Von der Scbriftgle&erei E.J. Getuteh in MSnekm, der 
Filiale von Genzsch & Heyse in Hamburg, ging uns ein 
stattliches Heft ihrer „I^enaissancc-Ornamente" zu. Es ist 
dies Heft eine Gtsumtprobe aller derartiger Ornamente, 
welche diese Firma im Vorlaufe der Zeit hervorgebracht. 
Sie sind mit wenigen Ausnahmen Original - I rzcugnissc 
nach Zeichnungen von OtloHupp und werden auf 40 Seiten 
ia praktlwher Anwendung und In Verbindung mit den ver- 
scliiedeoett Bnehschrirt Serien dieser Firma vorgelührt. 
In dem Hellte Ist zugleich gezeigt, wie man modernstes 



Material zweckmäßig verwenden kann, ohne in »klaviscbe 
Nachahnuitit^ der uIilmi iWcMcr i\i verMlen. TlneUetier 
seien besonders darauf hingewiesen. 

J. G. Schelter & (iii sii tf in Leipzig übermitteln uns das 
erste Nachtragshefi zur lingst erschienenen Oktav-Haupt* 
probe. Es entfallt Oii^nal-EnoHgniase von Acddeu- 
schrifKOt Elnfaaanngen, Schreibachrift, Initialen, Zierat, 
Edelllnien. ZeilentDlIer u. s. w. und geschmackvolle An- 
wendungen aller dieser Kr7e-uf;ni!>sc auf 40 Seilen. Hin 
anderes Heft in Quer -Oktav enthält „Gelegcnheits- 
Vignetten" für Ein- und Dreifarbendruck. Bei einzelnen 
Vignetten aind die Farbtone zugleich mit den Dreifarben- 
DruckaiSden und das ganie Heft Ist In Formen von gSelten 
snf der «iWladibnniC-Maschlne gedruckt, dCirfie also Ittr 
Liebhaber des Dretfarl>cndruckcs von besonderem Inter- 
esse sein. 

Schließlich trhittlitii *ir noch von H. tienhoiä , brrlin 
und Stuttgart, ein circa l(X) Seiten umfassendes Oktavheft, 
entballend ihre Bucbschrilt-Serie .Lateiniacb" in vier 
Gamituren und is praktischen Anwendungen denelbea. 
In eiser be««nd«en Vldmunc: «De« Pratiiiden nnMrer 
Lateinisch widmen wir anliegendes Heft, bittend tim freund- 
liche Duretisieln", «iehi die ecnannic Firma näher an, 
wie diese Ctarattur cnt&taniicn, was mit ihr bezweckt und 
wie sie praktisch zu verwenden ist. Diese Ausführungen 
sind so knapp, so bescheiden und sacblich, dass wir sie Kr 
das Beate halten, was zur Orientierttftg geschrieben werden 
kaiiB, uBil aar bedautrn, sit wegta dm eng be i aeaswiea 
Raumes nicht abdrucken zu kSnnen. Diese Widmung dflrfte 

aber, ebetise» wie Jas lieft selbst, für Interessenten gewiss 
zugängiici) sviii. Wir t>cschril")M;n Uli», Jitruuf tiiuzuweisen, 
dass das Heft eine Abteilung Proben für Buchausstattung, 
eine zweite solclie für Kataloge und eine dritte Proben für 
Accidensen in reicher Anzahl vorflHirt. Epochemachend 
dBrfle dieaea Heft in dar Art vielleicht srerden, das« es 
zeigt, wie mit vier Garnituren einheittleher Sehrtfien und 
verliältnismüriij; wenigen Einfassungen unJ son-;tii];ei5l 
Zierat allen Ar.(arderun(;en des Druekes in bester Weise 
j;en:;nt weiden kann. .Allen t ieunden einheitlicher und 
stilgerechter i)ruckau».>>iaiiung sei daher dieses Heft 
bestens empfohlen. 

Dem vorliegenden Heft ist ein Probebtatt von Wühtlm 
CfwaoHS Schriftgießerei In Bertfn beigeheftet, enthaltend 
eine Buchschrift-Serie neuester (Dichtung. Unseren Lehern 
ist sie nicht mehr unbekannt, denn in Heft 6, Archiv |9Ü0 
braelilcn uir bereits eine Heila^e von <i, Röder, welche 
aus dieser ScUnft gesetzt war, und in Heft 8 bezeichnet 
Max Kühl sie als eine Mediäval, welche der De Vinne- 
Schrift am nächsten steht. Sie ist nach den Enrwürfrn eines 
sehr gediegenen Schriftkundig«n in 12 Graden geschnitten 
und heißt, wie die von Genzich & Heyse zuerst in Deutsch- 
land geschaffene moderne Mediäval -Antiqua, ebenfalls 
„Kötniselie Anti.jua". ^'ir empfehlen dieaoa Blatt noserea 
Lesern zu «ufmeriisainem Studium. 

Vergegenwärtigen wir uns nur einen Augenblick die 
Geistesarbeit, welche der Erzettgnng aller Produkte dieaer 
sechs Gieltereien voraulkehen muaaie, berechnen wir nvr 
ÜGchtig die Kosten, welche die Anfertigung der erforder- 
lichen Stempel, Matrizen und die mustergültige Ausstattung 



^ Ö9 



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i 



m'nuMmmmm.v.'im.'Mt ARCHIV FOr büCHGHwerbh jr>arj»»3rjc>a»ar)ipw«> 



aller erwthnMn Proben verurMchte, dtna ihim mtn der 
Sdiifllnrtnft niiterer Gfeflereia« die hflehtte Anerkeii* 
anng sollen und es ihnen besonder! hoch anrechnen, de» 
sie tron niedergehender Konfunktur keine Opfer und 

Mühen scheuen, den schwer critämpftcn ersten Platz im 
Wettbewerbe mit anderen Nationen erfolgreich zu ver- 
teidigen ! 

• Die Sclirirtgiefterei voaJuUus KUnkhardt in Ltiptig 
bat bereift aoeh in ahaa Jatarbimden ein (tttayblsdehen 
Ihrer SehriKgleSereUNeHbeitefl heraasc^ben, das in 
fleiner Gesanillieit von der Faehprease genügend bespro- 
chen worden ist. Durch das liebenawfirdige Entgegen- 
kommen genannter Firmu sind wir in der angenehmen Lage, 
auf UcilaRi.' i einige Proben ihrer vor/ÜKlich siilisicrten 
Flachornamenie, und zwar aus den Serien 7^ (Diütel), 80 
(KreaaeK U (LIrebe) und 89 (Kastanie) in praktischer An- 
wendung unaertn Leaeni TorfOhren zu Manen. Die neue 
KuaatrlebMing fordert bekanntlieta Fliebendakoraiiaa, und 
sauseiilicb auageslaitete resp. ornamentierte Otuchsachea 
bedingen deshalb, sollen dieselben einen gewissen kSnst- 
Icrischcn U'crt besitieni auch von Künsticrhand ßc- 
schaffeni-, dekorativ wirkende Ornamente Nun. diocn 
Ansprüchen kommen die dort u icdLT>;L-j'.i;bi.nL-n I-Iach- 
ornamente im weitesten Sinne nach. Wir behaupten so- 
gar, ohne dabei in Lobhudelei zu verfallen, die Firma hat 
mit jenen Serien ein bestindig Terwendbares, der Mode- 
laune nieht unterworltenee Material fGr den Bnehdmcker 
geschalten, das eine weile Verbreitung In BernUreisen 
finden wird. ~ Eine neue „Secessions-Einfassung", Serie 
100, sei noch genannt, welche diese Firma in den Handel 
gebrecht. Auf einem uns vorliegenden geschmackvoll 
hergestellten \icrseitiKcn Probenblatt, welches die groBe 
Verwendbarkeit dieses Msterials veranschaulicht, sehen 
wir die aebwungvoile aoeeaalonlatische Linie sun wir- 
kaagavellen Ornament umgewandelt Pasaende Anaati- 
aifleke vermitteln eine reiche Ponnenvariation. Im Gegen- 
salz zu anderen Erzeugnissen dieser Art ist eine angenehm 
berührende lebhafte Linienführung fast an iedem einzelnen 
Stück zu konstJt e- en. Otini; Anlfluiuiii; an hereiiN \'or- 
handenes und ohne eine die praktische Verwendung nur 
eiacbwerende Anzahl kleinerer Sifieke verlest diese Neu- 



heit erhdhte Beeehtung. Nachstriiond febea wir änlge 
Proben ans dem Sortiment wieder und werden In einem 




der nichsicn Kefie des Archivs an Beispielen praktischer 
Verwendung den Nachweis des hier Gesagten zu erbringen 
verauehen. V-g. 



<z$S) 

Mannigfiiltiges. 



Geschäftliches. 

• Bei der Verlags- Aiutatl und Drucktrei J. F. Kichter, 
il<-C.« in Hamburg erhühle sieb der auf neiM Kechauttg 
abertnflene Veilnaiaaido auf 1 S3eW4 M. 

• Die i4.*G. Cikramo in MiaiAmrg verteilM 6 Proieat 
Dividende. 

• Die Joh. Winhsche Hofbachdnickerei, A.-G. in Mainz 
setzte das Grundkapital um KXIOOO M. herab. 

• Die Leiptigtr SckntUpressenfabrik, A.-G., vornMl* 
SckmUrs, Werner Br SWa la lei{pz(r vofteOle II Pronat 
Dividende. 

• Efl eririeltan dar Vad^abiielililiidler AMr. WeiUr- 
mann In Rma Oiuqpr W ni t r w mm la Atwniaetaw^ den 
KroBeaorden IIL Klaaaa; dar CSah. Rcgiarvltat und Direktor 



der Rcichsdruckerei U'endt den Roten Adicrordcn III. Klasse 
init der Schleife; der technische Leiter der Luxuspapier- 
fabrik von Hagelberg, Seiler, den Kronenorden IV. Klasse; 
der Faktor HiUen, die Buchdrucker Kempin, Kitke und 
JCMm, der Oberdrueker SehnMtr, der HlliiwerkmelaMr 
Platim, der Arbeiter GrimMcM und der Gehilfe Setmam 
das Allgemeine Ehrenzeichen; der Verlagsbucbhlndler 
Robert Licnau /on., Schlcsinccrsthc Buch- und .N\u5>ikalicn- 
handlung in Berlin das Saehsen-Memingensche Verdienst- 
kreuz für Kunst und Wissenschaft. 

• Herr VerlagsbucbUndlcr Affred Krdatr (Verlagsbucb- 
handlaag AmM Bn§Mlfimfi la Stattgart arbielt die VOr- 
ttambefgia^gnldona Medaille ItrXnnatundVissenachafI 

S. M. dar XAnlt von PranQen hat vaviielwn: Harm Bueh- 



Ml 70 M 



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mmmmmmm/wmmm, ARCHIV FÜR BUCHGEAITERBE aMMC^vararwwMwar 



drutkcrcibesifii-r Cf(»r/f ßüirris?( rt iti Bi rlhi Jen Char»kier 
eines prvuUischcn Koromcriienraiea; Herrn \'i;riaK^buch- 
hindier August Schert in Berlin den roten Adlerorücn 
IV. Klasse mit der KriMte; den Herren Hofbuchdrucker 
il. Kauttr In Martatmtritr mi BHcb- und Kunsthindler 
SekaUe in Btttta das rttiea Adlemrdea IV. Kleue} Herrn 
VtrtagabvclililiHllirillaMaB in FVtnft/tarf «.M. dm KrOden- 
wden IV. KIttM. 

Todcafaile. 

• Ende iorigcn Jjhrcv ist in Giittweig nach »chwerem 
Leiden der wciibcruhmfc Bibliophile P. Gottfried Reich- 
hart O. S. B. im 79. Lebensjahre verstorben. Dieser kc- 
leline Benediktiner taet haupoäcMiGh auf dem Gebiete der 
lakiraebelkuiide leaitehet. AiiSer mehreren AvIUtsen im 
Se«a^iuii die er eltBtMtoilieker eeinei Silftee (eedirieben 
luit, TerStfentiichte er l(B3: Die Drackorte dei XV. Jahr- 
hunderts, nebst Angabe Jcr Er/<.i;gni;.sc ilircr i-rs:iäliri(;iTi 
typographischen Wirksamkeit lAuKsburg. Butschi unJ lisys; 
Bcitrigc zur InkunaheltikiinJe, BJ. I iI4. Beilu-d tum 
Centralblatt für Biblioihckswcscn, Leipzig, (Mo Harraiso- 
wit:). Seine großen anderweitigen bibliographischen 
Seomlangeti «ind leider nur Meierija gcMieken und oieht 
vcfSfbMKelM worden. Hollrailfdi gcüait«* Herrn Blbilo- 
llickar Amger, dem langllbrigen Freunde des VcrstorlMMn, 
der deranichit deswegen nach Cöttweig reisen wird, alle 
dic<^c immensen Schitze für die Wissenschaft zu retten. 

• Herr Hofrat Ottomar y. Volkmer, Direktor der icncr 
Hof- und Staatsdruckerei; Herr Friedrich Siehenmann, 
Sekretir de« inieraetion. Bucbdruckervefcreiiuiats in Bern; 
Herr Verlegibuekblndier Herautm Haeuil in LHftIg, 

ivMlUn, 

• Um SO^hrige Jnblilvm becin«en: die UHiolIsclie Zelt- 
schrift für Erziehung und Unterricht (Verl. von L. Schu ann, 
Dässetdorf I ; die von Otto Uhle und Kari Müller begnindete 
Zeitschrift Die Natur ((7. Schwetschke, Hiiltc Jcr 
Leipziger Stadt- und D^rrinzeixcr; das Krci^bUd für die 
Ost-Prigniti; die in t'iipenhurf^ erscheinende Ems-Zeitung; 
Herr Korrektor Htrm. &Uiu Inder Buchdnickerei der Firme 
Qn^ BarOt & Ca, Bmii«. 

V«rMMe4enes. 

• Auf die in versehledene Zeitungen uberget^An^ene Mit- 
teilung, CS «erde demnichst in Leipzig eine tzechischc 
Buchaussttiluitg stattfinden. wirJ feMijestcIlt. Jass für den 
Sommer 1001 im Dcutsclicn ButliKcw erbemuseum eine 
allgemeine Ausstellung von Büchern und Druckerzeug- 
nissen aller Linder Österreich-Ungarns geplant ist, bei der 
die deiMMlien Eneuinieee in enter Reliie «toben werden 
msd f6r die bereltt eine cnle ZeU von AttiMeilMOffgcflefl- 
stinden eIntetroAn ist. Eine in sieb ab|escbtusene rein 
czechische Ausstellung ist. wie wir bestimmt venlcbem 
können, vom Deutschen Buchgewerbeverein wedorge|^lent 
worden, noch wir4 eine äolche siattflnden. 

• Deutscher Buchgewerbeverein. Im Deutschen Buch- 
Cewerbemuseum waren vom Arcbitekt Fritx ScktuMcktf 
in l«ipti| obi« Anstmbl von EittwOrCtn tm Ek-Hbrie, Bueii» 
«inUtadien und Vonalipipieren ouiietKilt Vis in der 41 
BIttt entheitenden Semmlung tuntebet eufiel, war der 
erchitcktonische CrunJziJi;. Jcr in den meisten dieser 
Arbeiten hervorirnt. und dann mehrfach eme. wie uns 
scheint, sehr glückliche Vcrucndunj; barocker Motive. So 

war in den beiden Ex-libhs „res mergitur" und „Wolfgang 
Slirttini" die MMge^ |e«cbl««scBe Form baroeler Kor» 



luschen-Umrahniutig benutzt worden, um auch ohne Zu- 
hilfenahme jenes Requälten TicFsinnes und dürren Pathos, 
das so viele libris ungenirßhai macht, den gewGnschten 
Eindruck von Kraft und Bedeutung itt erreichen. Zur Be- 
urteilung derouigeotelNen I^rbeneUnen RirBttcbelnblnde 
wir« zu wfinschen gewesen, deee nach bier, wie bei den 
Bs-Ilbite, ausgefahne Arbeiten dem Urleil zn Hilfe ge- 
kommen wiren. Die Ausstellung bat besonders bei alten 
Freunden von schönen Ex-libris und Bucheinbinden, aber 
auch sonst in weiteren Kreisen k blMltesInieressegefunden. 

Neben diesen höchst interessanten und hocherfreulichen 
Entwürfen eines originellen Kiinstlers waren im Deutschen 
Bucbgewerbemneenm noch kfioetleriscbe BucheinUndc 
von Paul Kenten In Asebaffienborg ausgestellt. 1Y«Clicke 
Arbeiten In Hendvergoldung aad Ledarmoaeikt Toebaiker 
hatten an der acbSnen sauberen Arbelt, Laien an den eigen- 
artigen Ideen ihre hohe Freude In dem I . Obergeschoss 
ist die Vt'eihnachtsaussicllunK durch eine Ausstellung von 
Nathhildungcn zur Gescliichte des deutschen Hulzsclinittcs 
vom Beginn dieser Kunst bis zum Verfall im tö. Jahrhundert 
abgelöst worden. Die überaus umfangreiche, für jeder- 
mann lullerst anregende nnd aazieliende Anasteliunggiebt 
»■gleich oinca BegrliTvmi den im Deutachen Bud^ewerbo- 
batis aufgestapelten Schitzen. 

# In der letzten Zeit wurden von Herrn Dr. Kaut:!tch, 
Direktor des Deutschen Buchgcu erbcmuseums, aulierhalb 
Leipzigs eine Reihe von fachwissenschaftlichen Vortrlgen 
gehalten, die überall sich des lebhaftesten Beifalls und 
einer zahlreichen Zuhörerscbeft zu erfreuen hatten. Da 
wir in der gIDcfclichen Lago aind, dieae Vortrige in ihrem 
Verdaut bringen ni ItAaneoi ao beschrinken wir n«a jotzt 
auf die Aflgabe der Tbemala: Die graphische Kunst und 
die photomechanischen Reproduktionsverfahrcn (im 
Königsberger Kunstgewerbeverein und im Dan/iger Künst- 
lervereini. Die Kunst im BuchRcwerbc: 1. die (»raphische 
Kuui»! unddie photomechanischen Reproduktion s\ erfahren; 
2. Schrift, Druck, Schmuck und Illustration; X die Buch- 
bindcrkunat, Oberblick Aber die Produktion des Auslandea 
(3 Vortftge In Paaaalk Die Lilkagraphie als Kaatt On dar 
Berliner Typographiacben CaaeilaehalDi. Die laaatradon 
tS Vortrige im freien detitachen Hoehatiftin Frankfurt a.M.K 

♦ Herr AIja .St-/(<,'<-r, Prufcssor am Kgl. Kunstgewerbe- 
museum in Berlin, hat den an ihn ergangenen Ruf als 
Direktor der Kgl. .\kademie der graphischen Künste in 
Leipzig angenommen; er wird sein neues Amt im Herbst 
d.J. antreten. 

• Im Eckaimmer doa Deutachen Bnchgewerbemuaeuma 
errcgan lur Zeit die brbeaprtehtigenSeriientin-undFtamm- 
papiere» ebenso wie die Accidenscn itn modernen Ge- 
schmack der FIrffls Paetehel & TrepU In l t ip^'g mit Reeht 

lebhafte Be\kunderunK. M'ir können deren eingehende Be- 
sichtigung Fachleuten wie Laien aufs wirmste empfehlen. 

0 In der letzten Monatsversammlung des Vereins Main- 
ler Bucbdruckerelbealtzer wnrde die Grfindung einer Fach- 
a«Nle ffir BiicbdrttelMr im Aaacliltisa an die donigi* Kan•^ 
geweibeaeiHile beacUoaaea. 

• RSntteh wurde in etiiar Veraammlung der Pariser 
Gescllschart der Bücherfreunde , der eine Anzahl der be- 
kanntesten französischen Celebritilen auf diesem Gebiete 
he:u'>hnte, der Bcschluss gefasst, einen Preis von sno M, 
für den besten Entwurf für moderne Drucktypen aus- 



M 7t 



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ARCHIV FÜR BUCHC£WERB£ MmmMMwaMraw 



0 Die berühmte Musik-Auiographen-StmnilunK Artaria 
tVien> mII v«m preuSiscben Knliusminisierium für den 
Frei» von 200000 M. «r«offe«n werde«. 

Intereasuii ist die Bemeituac am Sehlun des Enit- 

pottens: „Der gcgenwirtigc Besitzer (der Mucikgelehrte 
Dr. !:rUh frifger in Hnrin,) tue Jit- S^ammUinj; vor mchrL-ren 
Juliicn erworben, uiu ihren Verkauf ins Ausland lu ver- 
hindern. Der von Ihm genblte Kufprais ict dereelbe, der 
hier eingesteiii ist." 

• Gultnberg'Miugum in Maim. Des zur bleibenden 
innemni «n dl« so fliniend verleufene jOOjlhrige Ccburte- 
feier GarenbefftB in Maini zu errichtende Gefm Mns^am 
u;rJ III JiLSLiii Fnüiiulir um Ostern eröffnet «tjji-n. Dk- 
\'orarbci)L:n Ja/u nad vun aulicrordcntlicljcm Lrfol^ bu- 
Kleitet gewesen. Das reiche Material, das Ju von iikri 
Seiten als eine hcrvorrai(cndc anerkannte Gutenberg- Aus- 
stellung geboten hat, ist in »einem besten und chsrekteri- 
stlecben Besnndteil, vielfach noch erglnzt, hier geblieben 
und wird die Gnindlage bilden für die Obersictit fiber die 
moderne Druckkun&t. Deren hohe EntwlLkcIunj; la ilirLii 
verschiedenen Zweigen und für die Kulturlliuki i.i>.'i X^VIi 
auf dcrrj Standpunkt des JubLjumsiahrcs lUli() lu '-;/iilLVt:n. 
muüstc im An*cliluss an die hiesige AussteilunK als die 
nictasie Aui||abe betrachtet «erden. Dabei haben Re- 
gienincim und Staatsdnickereien, lypacrapbischc und 
andere Vereinigungen, Drucker, Verleger und Private ihre 
Unterstützung in enigegenkoinniendsicr und i-tprcrwilliger 
Weise bethitij;!. Ein prichtiger Grundstuck ist geschaffen, 
Jt.'r i;i \\'thi:i,iiing mit dem vorhandenen Material dem 
Guienbcrg-Muscum schon jetzt seine kulturgeschichtliche 
Bedeutung verleihen wird. Nach dieser kutturhiitnrischen 
Seite ein übersicbtliches, immer umfastenderea Bild von 
der EmwtclieluiiK der CutenbergiselieA Kvn« zu bieten« 
ist die .Aufgabe des Mainzer Guienberg-Museums. Der 
ständige Ausstellungssaal im ersten Stock der Siadtbiblio- 
rhck «irj /ii cintr nrinnLTurifj'.staitL- .in den 1 rtindcr und 
an die Jubelfeiern besonders von )i>,V7, 1840 und 1900 ein- 
gerichtet werden ; hier sollen auch die Weihgeschenke der 
jünf^n Feier, Festschriften und Festblitier, Iliplome, die 
sahlreicbeo, vm TM reckt werivollen Knnischieifen mit 
Imdiriften » dl« Origimbciclmwigm vom Pestsufe, BiUcr 
und Statuen , Medaillen u. t. vereinigt werden. Die tTpo* 
Kraptiivclu: Abteilung wird in dem dazu ^^■son^l^.■r5. licr- 
gerichteten oberen Stock der Stadtbibliolhek ausgestctli 
werden. Bis zur Schaffung eigener Rlume muss auf diese 
Weise eine vorilufige Unterkunft gesucht und diese Be- 
•ebrinkung durch Mulfcron Veeha«! «Ines Tetici der 
AuttteDungKegenstinde itnd durch SonderaittaMluiigoa 
einlgermafien ausgeglichen werden; die jetzt nur erreich- 
bare Obersicht kann aber bfrcits zeigen, was das Museum 
in seinem Ausbau bieten »<^11. Zunichst bleibt dieses auch 
in riumlichcr Verbindung mit der Stadtbibliothek, von der 
es als stidtlsche Anstalt eine Abteilung bildet, wie bisher be- 
reits das Archiv und Münzkabinett Ein lokaler Ausaebuaa, 
dem anfler den ÜUigliedem der alidtiachen BibUoihck- 
Kommission noeh einige andere hiesige Herren angehSren 
ucrJcn, wird Rcnu-insam mit dem aus den anEcsehenstcn 
auswärligtti Aliiini:rn der beteiligten Kreide >;cbilJctcn 
Ri-ii jt die Bestimm 11 n^f II für Jus Miist um ;"i ststi-llcn un.l 
dessen Verwaltung einrichten und überwachen, ebenso 
auch die Gründung der in Verbindung damit ins Leben zu 
rufenden Guttaberg'GttMKhqß in die Hand nehmen und 



für diese den Organisalionsplan beschlieOen und dnrvll* 
fBhren. Demnichst tvird die erste Sitzung dea Gea•al^ 
attsa^Mwas uai«' dem Vofaitt d«* Herrn Oberbfirscr- 
meiatera Dr. Gaaener hier stMtlnden. Das bis Jem ohne 

tvKtematlfche Sammlung von Geldmitteln zur VerfQgung 

stehende Kapital ^ct^äKt Rt-'Kcn 100 (XX) .M., dazu kommen 
aiij>i.'h!)li«;ltc Jtthresbeitrige . u ie der dus Deutschen Buch- 
druckcrvcrcins u.a. Zur Eröilnunc des Gutenbcrg-Museutns 
wirdeineSchrifl vonderStadtMainz herausgegeben werden» 
die eine Erinnertjngsgabe an dieCutenberg-Feierbildea soll; 
nie wird in erster Un ie des Bericht über das Fest brhigieii imtf 
außerdem eine Zusammenstellung derjubillumsliiieraturi 

Jas Ver/eitlinis der 7iiu endiin);en an das Museum sowie das 
Nähere über dieses und die GutenberK-tjeücllschaft, ihre 
Hiiirieliluni; und Ziele, eiitliallen. Sl> ist alles \ urbereitot 
für eine glückliche Hntwickctung des Unternehmens zum 
Ruhme Gutenbergs und zur Ehre seiner Vaterstadt. 

* Die Verpachtung des iffentUeltm AiucMagumetu in 
BtrtiH war vor einiger Zeit vom Magistrat von neuem 
ausgeschrieben worden und zwar wieileruni auf die Dauer 
von zehn Jahren: von IflOI bis 1911. Du k^'K' fi^'irtige 
l'üjhterin, die l'irni.i \^uik l' llarlmann. übernahm das 
uKcihIkIu: Aii;>i.iiliig«escii zum ersten Male im Jahre I8SI, 
indem sie das Höchstgebot mit 50000 M. tihrlich abgab, 
wihrend der Begründer und bjaberige PXchler der Berliner 
Anschlsgalulen, der Hofbuchdrueker £nisf Ulfifßt betw. 
dessen Krbcn noch im Jahre I8H0 nur .SOOO M. Pacht ge- 
zahlt hatten. Nicht nur die Berliner Buchdrucker, sondern 
aueli das l'uMikum fand damals eine st>]clK' „L'berb:ttung" 
unerhört, doch hat die weitere Entwickelung des Herliner 
Anschlagwcscns der neuen Finna Reeht j;egf&en. Die 
Dauer dea Pachtveriragea lautete auf zehn Jahre. Im 
Jahre IflOO Amd die zweite Auaochreibuiig filr das Jabiaehnt 
1801 1901 seitens des Magistrats statt, bei welcher die 
Firma .VauJI; & Hartmann glelchflills Siegerin blieb und 
zwar mit einem Angebot \ on lahrltch (XK) M. Pacht. 
Dieser bedeutende Unterschied in den beiden Dekaden 
ISsst auf die Höhe des Reingewinnes schließen, den die 
Firma in dem ersten Jahrzehnt der Pachtung erübrigt haben 
muss. Aber auch daa iweitejahnetant aeheint nicht weniger 
«rtraimielt tnrMtn m Min ; dena witcr des dteamtl eiii' 
gerelehten elf Angeboten behauptete sieh die mehrfaeh 

Benannte Firma wiederum als die mcistbietende mit 
-WÜ ÜlXl M. idhrliciier t'awhci Uas nächütfoigcnde Angebot 
betrug JeOOOO M., wihrend sich die Lilfaßschen Erben 
mit 3SO000 M. Angebot beteiligten. Seitens des Magi- 
atrata wttrde das neue Angebot natürlich accaipiievt; denn 
vfer ülllMsflCH Mark nur lOr die idnjllirige Bitauliala, aitr 
den Siftentitcben Straften nnd Plitzen eine Anzahl PTakat- 
sSulen unterhalten /u dürfen, ist für den sonst notlcidcil- 
dcji Sladlaäciiel i'ine sehr « illkommenc Einnahme, del fitsi 
gar keine Ausgaben in diesem I'allc KCRenubcrstchcn. 
Bei dieser Gelegenheit mag noch ertt'ihnt sein, dass bei 
Übernahme der Pachtung seitens der Pirros Nauk & Hart- 
«ann Im Jahre ISBI «Imtlicho damals im Gebrauch be- 
flfldllcben, etwaa unansehnlichen „LftfsB'Hulen dureh die 

nnch iet/t vorhandenen Effl^^'" und umfangreichen PUVat- 
säulen erset<'t w urden, v as einen Kostcnaul'wand von etwa 
.H)t) AV rOr jede Siiule v erursaehte. Die An/ahl der Süulesi 
betrug damals SSO Stück und ist tnit dem Wachstum der 
Stadt entsprechend gestiegen, so dasa jetzt etwa 800 Stück 
im pnicn vorhanden aind. hn. 



72 «fl» 



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ApcM* lur Buehgewerbb 



Neuheit! 

Zeitschriften-, ^^erk- und ^ccidenzdruck j 



Gleich wichtig 
für modernen 



nie !chfi.ifie Rr\ve[;iint; der [et.'lt-n J.ihru auf buch- 
gewerblichem Gebiet und der Kuf hervorragender 
KuRstlcHi«tik«r imkI Aqgeniritt nach kfifligoi, 
das Auge schonenden Buchschriften, vernnljs^ten 
mich, nach den Cniwürfen eines sehr gedicgctien 
Schriflkundi^en die vorKes^nde RAmische Antiqua 
No. 15 sdlMiden zu lassen. Die zwar korrekte 
aber viel an|>efe{ndele harte, spitze Anliqualype 



Die klassischen Buchstabenbilder, die sich, 
immer unter Berücksichtigung der berechtig- 
ten Forderungen moderner Buchkunst, an die 
schönen Formen altrömischer Kapitalschrift 
anlehnet! urnJ nicht minder das edle Verhält- 
nis», das zwischen den An- und Abstrichen, 
den sogenannten Haar- und Grundstrichen zum 



sollie durch einen weichen, [,'ai au>^ej;lichenen, Ausdruck gekommen isl. geben dieser meiner 
kräftigen Uuktus der Medlaeval abgelöst werden. Neuschöplung ganz wie von selbst den Namen 

Römische Antiqua 

(die ich fortab als Garnitur 15 in 12 Schriftgraden führe). 

Die SchriftkundijTen wissen die grossen Vorzüge der Schrift der altrömischcn 
Blüthezeit zu schätzen und greiien — wenn es sich um klassische Formen- 
Schönheit und Reinheit der Schrift-Charaktere handelt — gern auf die damals 
gebräuchlichen Versalformen zurück. Was für die Künstler und Gelehrten die 
Antike bedeutet, das ist für diejenigen, die Schriften schaffen und Schriften ver- 
wenden, die altrömische Majuskelschrift: ein Vorbild von stets hoher Bedeutung. 



Vm 4im Stm4p«llk(r las »linle auch die SchüptunE mrlnrr OArnUur 
N* ttL ferlrittea. IMd itet «ar iMlIimmiit : denn die gfccnw.ini{ ui 
ülXYfaAfhcnii «linc)! Vii'w3<'NtrriSci»<Jc Slrdmwngim KmiI. Ufld au<h 
*pcziell im RtfiliK^MTrhr liliM Icfhl liitv, rvIravAganlr» Trrtfrrrc 
Formrn ii% die allein {UI1ij;ri« jnxu»eHcn. M^n unlrr«<>iri'4'-l ru 'ii^ 
die Zwecke, denen gedient werden «oll. t'm die Aslnirrk--L^ik.- i ,.r- 
rcgcn. der RcXIdAie tu dk«cn, t44«« iMn Aufe»»|cwühnlii;hr formen 
nhlg pmina, dimpii wcliiift •nmcf Zwnk, (in BmIi, itt 



I and licint Lmc* «M tIaiMcr Oawr iiieM n ■ 



Die den einzelnen Graden mcintr (j.imilur 15 hci ihrrrn 
jeweiligen Erscheinen von gediegenen j-acttnunncrn !u 
Thcil gewordenen güii'itij;eii ISeurlheilungcn ^jireiJicri 
sich fast alle im Si»»nc ürs Vorstehenden .iu-> und er- 
munterten micli d.i7ii, d e Garnitur bis zum Scchsciccro- 
Qrad lilnaufzufijhren l.ijir.it ist auch für c^rosscrc Iilcl- 
satze und A^c;ücn/en eine C-jjrnilur gcsctiaMcn, die fnit 

der klastischen Form und Ruhe das moderne Gepräge, 
! BuctatabenbM auf daa Bcüe verKiidct 



Wilhelm Gronaus 

Schriftgiesserei 

Berlin-Schöneberg. 



Mit «MMeren ülHClerblätiem 
dcrRBniidKiiAaiiqua 15, 
mdnea OrMnI'eiraeiwirines, 
stelle ich Jaoeneil lu Diiemlcn. 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



Inhalt de* 2. Hefte». 
BckanntmachunK. Das deutsche Buchgewerbe auf der 
Pariser Well»us»lcllung. Verzeichnis von Personen und 
Firmen, die im Januar 1901 dem 0«ut*chen Bucbgeverbe- 
maMiUB Schenkunfen überviecen haben. — Zeichen- 
kilmttor in Dtenate der grapbiMbM Kbbm. — Eloice Bc* 
nntangaa fibcr kfiMiterlMiK AnMiMpMttMtm, — INe 
Licbtkom-Autotypie der Reichsdruckerei. ~ Kommenien- 
rat Hermann F. Giesecke f. Daniel CbodowiecU. — 
Mlle. Maria Pellechct. ~ Ein Rotationsmaschincn-Katalog. 

Celluloid-KItscbee*. Kalender- und Neujahrekarten- 
tchau 1901. - Aus den graphischen Vereinigungen. — 
Venchisdeae EinilaKe, Zeilacbrlllut- uad BAchefsdu«. 
-Scliritlgl«««fcl WwilMteB. 

. — M 



BezugslMdlnguiigen fDr das Arohiv a. ■. w. 

EneMmt: In 12 MaouitefteB. BV f^f koaptem Uclbraai, latteMM- 
den PDUsUwtll» Mw*» kum mr im wBilUllMi 4M 2 HrfM 

Mij «L UL-, asiMr Kiiiiilinl dMl M. UM, aa* «qfMbatMim 
Uaiini KU 14^ Pan laro a t » M. t Jh. 

Autigta: Pttl* dtr drtlcnpaJtciw* PeiiotlW oder itm Raum Kt Uli- 
gtUdtr dn DtaHckn BiKlicenctevcfclu 2S Pf. , IBr mdamUglMeT 
38 Pf. SteUnanacbc llr Ml«tll«dtr «wl Nidbimlritüedcr 1^ Pf. Für äie 
draifMpalini* PMitnik. BMri«e —r AMns.k iv taiilm. Al> Brirg 
iltnrn kv*nchf^^nt'. IM/gtteft* tut VtrUngcn ^ica Vcrjt^ifuf.f tron 

«d«r auf den Bellafen abfedmckt werden. Die Bexu^aqMltaa tfirNia" 
Mm mrdia auf Aafra«i durck di« CeacMIkaMaUc 4m 
bii«li|Nmfe*«tMla* ttii<*«eiilich «ad teitliwinipi wril^HM. 

tialhck* QvanMM M. A-, nr das dinahi IL 1 





Recht eifi Toeifitlich«« KiinoWiR, clae Repradak- 
lio« de« kekasMett Sclkarponrila tob Benbraadi 

ffiil \c]ntr Frju fn ätT ficTnild*ttleric flrrftdefl. 
Mjk ji^^ti der ;j CininJc RTkr^c !«J<llo»e Kühle- 

Bil du Selai(e tethan kabea, da< Slati bocl« 
doch »leder aala aeiM, daaa dk Pk«M|tn«am 



tm tknieii foliea die BeDatea In der Haupt- 
aactic deai Celiic der Zell, d. k. ile atehe« Im 
Zeichen der Maackiae« oivd *B«RhKi»i«lir<e«. 

Cber die Bl»tall«B»d«Uvkini«.hlr-c Sc;. Jk lllu- 

•trailonA-Roiallonamaaektnc der Vtrttml^tn Ma- 
t€hi»nf»hrik Amfthmrg nad Nawkiaen^acawtf- 
Klufi Minttri, A. (i. mHn man di« k«<r«d(e«den 



lltM«a. €»(rdl«, 
lir»Cte*cteinid i 



lki|keti haken 



«Ir »Hwn anakrikck MriCtlM. laaofer« Iclaiet 
diew Beilace la aicki berrarn(e»d N^uea. Da. 
gegen kann naaa durch das h><chii mrrreaaantc 
&Un «Ick rn^t \u;^ti«cbein libeneucea. *le ätt^ch 
einen fcs.Kiv-*i':Ti. ^isndiRen Retoucheur tjir U 
fcaac der ganten AufaalMn« Dtuckgen und dlle 



DK HmMlaaB «to d«f DCwk 



■Mb 

nkfen UMS «ftiliit MI J. C. SeMlt r 9 61»- 
Mck* hl l.*lpl^f. 

Auck die An«l«;hupaalkancn. ekenao vk die 

K u« »t*a»1«ltef( P*f7ff r ^Kr^ wt#f 5^ Wirt .Alffn^u'^rr 

und L^ui» m Lrigtsig, denen wir die Bei 

la(e« IB verdanken haken, ilad In Tal S. U |a 
artiM rOhmend |c« ((rdl(i «ardcn. Nur Iii den 
KfamUrpaaikatw, Sarta Onadan, «Mlam vir, 
daaa Mr dock iwitaattcbt Afiiii«llclwikMrdin«k 
4t« HochKtani leider beelntrdckllft «-orden lai. 
lade« da« mag Gesckmacksaache «ein. 

Da(c(en kdnaen vir die neue T«l>«il lif «-tier 
dem (caellllck Keh.4iütMea Namen .^uroi'i/.jm je«» 
von der Kuefcdruckan»tafT Lpmif Gldstr ta Lttpiig 
geboten «Ird, nickt g»r: n\r. Sti 1 : j^hvelKcn über- 
aekea, Daaa diaaa von der gcnanntea Flrva ein* 




Bill elaiuackaMB. Zbib Teil beraki ale auf phols- 

?nircb«nt*cher Rcpffldtfktten , fv«bs!h t«t pi«r t ti^f- 
«oaiTn«n ^^tueht iederi;»b< hi* ifi d: e kleiivuefi 
Detail« «rlc bels Lkhidruck pmatien, die durcb 
W^piaikiadi ■ Kalaiii xar akaolutea Natunrrae 
wM. Ml Qalamanai dar aMdareaa Oraekirer^ 
fakmi 
tu «INI 

■Icea nrellkrhaadrack feceaibar hat daa Verlkkran 
Auioekroai u. a. de« Vortug der Wohlteilheit. E« 

»Itif nir di* Autochrom kepröd-ütcTUin ile*« ftur 
rinc cirfivhc pKo4o^iph Ische AuPnihmc h<nMi|tt. 
«UftCfe^ielics Atfuarclien »iad daher dabei über- 
aikaal|. Okrlfeaa elfaet aick daa Veefthrcn nicht 
Bar für d(a aanirarlrru« Wledcr|ab« «oa Laad- 

Ba4 daa AddMMiMfti SMhfed didksfli HtA kf MdsMai 

ala Mu«ier1iU«i«r be^Kclect a4»d, (enk|t, da «Ic 
idaiilick der OfSiiB eoa BrUttapf HintI In 

Le^riV cittiimmeB, die Ancibe des Mir^rltls, Jdt 
Xu iSnn vcrmindt vurde An' Sir:S;il,J:c g » iirdc 
die Köl&i«,>ic Antiqua von *.rn.-i''i Hr\\r rr-.ii 
Omamenfea Vun Wufltntr in Hrrlin ur.d Jen 

Seceaaloaalinlea eaa Jmüu KUiUüt*rJt (n L*tptig 
rerrmtm, wttftf» mt Sattkellaie k «c Mril^ 
(leaml liHr ia ÜM^arf «. M. «SaMll IM^ 

die MksrdMlw CI^M 
Eck«uB«*i«l (HMt Hr Srihvl 

TnntTlfnetten, and /. KUükhsntt tn Lfipiig mit 
^ri» Kaeunlenbllitta and der KopOelste und J.G. 
Stkrtttr * eintrat mi< drn iwti Zierrl«neH'-- in 
Anipruch £enemincn «ufilfn. 

Die oberen Veraallea der Saixketlace I eniilamnun 
dsr SlfefllkcieSerH nia Bauer fr Co.. die mittlere 
Scfcrift de* Äaemrften Ciffrrri rn Frankfnn. A'r 
Z\,-'. . ■, ■ ,,',,,.■■:„ :k r-,, .... 



Ltifiif, Dabei wäre nur aaexwaencn, daaa die 

^chr«fSef«aj der mirtJeren Xterletete itch akhl 
rev'?itftrti)fea i*s«r. Für ilie dlrckl pR«n/llche Motive 
vcTWeneadca gefllllgea Etnlka5-jn|;rn der Saxx- 
beilaca I eodUab lal dit I3rp«crapiiii:ii<' Well dtr 
FlriM Ji$Hm lOMUafdf )■ leilptlr verpaidiwi 

ta d«f ksKlin OMmtmli lai MMd* AaA. 
Ma JHacMkaasM. Seh« dca bekanntea Kunat- 
ken«««B mt Xanaaniceaa, raack eisen hoben 
R«nt erranfen, kaaptaickllcb wähl durck aelne 
heiondci« feancladc, (cwalü^e Dlchtunc 
,Juda". Verlai TOB F. A. Lanma»» I« Coitor. 
Dem hcrvoreaccoden fciaireicken Inhalt entapricbt 
asch dk Auaauaani, ib der «ickl VM data 
Uaaalcr IMUm <*Mgk «. J«» SMdlw aa* dm 
V a»l n «( aar la ffaiuilana Mi, 

Dar M HlfM« apreckende' Vteefarbendnick 
Jen UalvcfiaiB eainomiaen von mi. Reclam 
un In Ltifjit, dciiea Plana« dem MeiaNr- 
■ tcl.rr vij-1 Anfrr/T frdaeArin H^iea entniaaawa, 
rrhrir-.i-t Jrf^ Hrȣiv ..eie.er VoMewduflf. 

IIa» hlllt. den s erdorSc rtcr- Mcf-n Kn.n merilen- 
ral Htrmamn F. Oiaecke daeatellond telne ecr^ 



U^tlg. Ca apeMit »r «Wb «dMil 

Die BelUite von Iftfbrlai Cnnaa« Xrhrirtri'f*'*i •» 
Aert/a hat ackon ikre Beaprecktmc S- tAt jefoadca. 
SrMIeSlIck lletea dienern Heft nc^h ^ti •. ur, »!«r 

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Fiume Smith & Meynitr, 

Groningen J. B. Wolters. 

Heilbrann Baier & Schneider. 

Köln a. Rh .M. du Mont Schaaberg. 

Leipzig Bibliographisches Institut. 

Böttcher & Bongart:. 

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Moskau M. G. Kuwsehinaff. 

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Reichenberg LB.. . Gebr. Stiepel (Abt. Buchbinderei). 

Riga Aug. Lyra. 

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St. Petersburg. . . . Kais. Reichstypographie. 

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SchriftKicsscrd 
Kunstanstalt 

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neuvorgertchtctcD Ver- 
lach rshauscs findet am 

CDittwocb 
25. Januap 

Madiniltta^s 4 ahr statt 



Statuten 

sowie der Bericht 
über das Vereins- 
jähr 1S99 liegen in 
der Lesehalle aus 

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bleiben bis abends 
10 Uhr gcAfffiet %■ 



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Herausgeber: Deutscher Buchgewerbeverein. - Verantwonl. Schriftleiter: Hans von Weißenbach. 
Druck: Breitkopf & Härtel. Sämtlich in Leipzig. 



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BUCBseioeRBepeReins 
zu beipzie 



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Deutscher BudigeioerbeDerein ■ beipzig. 

Zum Befudie der In dem deutfdien Budigenerbehaufe zu Leipzig, Dolztlra^e 1, 

nahe dem Seridits- C'4ä^nt4irtt%rt 
Jpl «)eg elngeriditelen '^UlIllllUCll |Qf 

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Husgeffelft Hnd Schnellpreffen für Buch% Stein- und hiditdrudi, DraM* und 
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Gebrüder Brehmer, beipzig 

Flfdier & Krecke, G. m. b. R, Berlin 

ßugo Kodi, [Raldilnenfabrlk, beipzig-Connei9l^ 

Karl Kraule, Illaidilnenfabrlk, beipzig 

beipziger Sdinellprelfenfabrlk norm. Sdimiers, Werner 

& Sfein, beipzig 
Preuige & Comp., [Tlalchinenfabrik, beipzig 
3. & Schelter & Glelecke, IRalchinenfabrik, beipzig 

Sdinellprellenfabrlk Frankenthal, HIbert & Co., fl.-6., 
Frankenthal 

SchnellpreKenlabrlk Worms, €hrenhard & Gramm, H.-G., 
Worms 

Pereinigte ITIalchlnenfabriken Hugsburg und ITIalchlnen- 
baugelelKchaft Rurnberg fl.-G., ROmberg. 



9ede gewQnIdifefluskunIt wird koUenfrei eriellf durdt die 6eichaftsltelle des deutfdren Budigewerbeoerelns. 




Pflegschaften des Deutschen Buchgewerbevereins. 

MIT der Eröffnung des Deutschen Buchgewerbehauses hac der Deutsche Buchgewerbeverein 
nur eine Vorstufe des Zieles erreicht, das er sich gesteckt hat. Auf der damit gewonnenen 
festen Basis soll nun eine Organisation geschaffen werden, die alle Einrichtungen des Ver- 
eins wirklich ganz Deutschland zu Gute kommen lässt. Vor allem galt es daher, die ehrenamtliche 
Verwaltung des Buchgewerbevereins über die bisherige vorbereitende Thätigkeit hinaus auf alle 
buchgewerblich -wichtigeren Orte auszudehnen. Wir haben zu diesem Zwecke 

Pfleger des Deutschen Buchgewerbevereins 

ernannt, die in freiwilliger Mitarbeit unsere Ziele aufnehmen und verbreiten wollen, damit unsere 
Anregungen allerwärts fruchtbaren Boden finden. Bisher haben sich nachstehende Herren in freund- 
licher Weise zur Übernahme dieses Ehrenamtes bereit erklärt: 



Georg W. Büxenstein, Kommerzienrat, i. Fa. 

W. Büxenstein, Berlin. 
Georg Dietz, k. b. Hofbuchdrucker, Nürnberg. 
Dr. Gustav Fischer, i. Fa. Gustav Fischer, Jena. 
H. Foerster, i.Fa. Foerster & Borries, Zwickau. 
Wilibald Franke, i. Fa. Fischer & Franke, Berlin. 
Stephan Geibel, Kommerzienrat, i.Fa. Pierer'sche 

Hofbuchdruckerei, Altenburg. 
Karl Höming, i. Fa. J. Hürning, Univcrsitäis- 

buchdruckerei, Heidelberg. 



Otto Kafemann, \. Fa. A.W. Kafemann, Danzig. 
K. Klingspor, i. Fa. Rudhard'sche Gießerei, 

Offenbach a. M. 
Dr. A. Knittel, i. Fa. Braun'sche Hofbuchdr., 

Karlsruhe. 

B. Merzbach, i. F. Merzbach'sche Buchdr., Posen. 
Th. Schupp, i. Fa. Schupp & Nienh, Dresden. 
Heinr. Stärtz, Kommerzienrat, Wärzburg. 
Paul Wohlfeld, i.Fa. Buchdruckerei A. Wohlfeld, 
Magdeburg. 



Von anderen Orten stehen die Antworten noch aus, da unsere Aufforderungen soeben erst er- 
gangen sind; doch wollten wir die erste Liste unserer PHeger darum nicht zurückhalten. In der 
nächsten Nummer hoffen wir weitere Namen zufügen zu können. 

Leipzig, März 1901. 

Der Vorstand des Deutschen Buchgewerbevereins. 



Dr. L. Volkmann, 1. Vorsteber. 



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m.m.m.'mmm/Mmm'um ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arwarararwarararjrar 



Das deutsche Buchgewerbe auf der Pariser Weltausstellung. 

Vortrige von Dr. R. KAUTZSCH. 



II. England und Holland. 
Von England ist jene Bewegung ausgegangen, 
die energisch Front machte gegen die Lieblosig- 
keit und Äußerlichkeit, den falschen Prunk und 



stimmenden Einfluss aus,' so hören Sie da schon 
den Grundton seiner Überzeugung: Unsere Zeit 
ist zu ernst, als dass wir nicht überall, wo wir 
handeln, ganz dabei sein müssten. Und so ge- 




Schcin, zu denen die Entwickel 
die Fabrikarbeit geführt hatte. 

Es lohnt sich, die Stimmung 
dort als Reformatoren auftraten. 
Man muss sich in die Werke 
Ruskins vertiefen, aber in die 
ungekürzte Form seiner oft 
langatmigen Ausführungen, wie 
wir sie ja neuerdings in deut- 
scher Übersetzung, noch dazu 
in schöner Gestalt, erhalten 
haben. Nur der ganze Zu- 
sammenhang enthülltauch den 
ganzen Untergrund der Be- 
wegung, den heiligenErnst,der 
den Führer beseelte. Wenn 
er in der Einleitung zu den 
Sieben Leuchtern der Bau- 
kunst sagt: „Wie gering und 
unbedeutend auch immer die 
einzelne Handlung sein mag 
in ihrer guten AusführungWegt 
etwas, das Gemeinschaft hat 
mit dem edelsten Ausdrucke 
männlicher Tugend ; und die 
Wahrhaftigkeit, Entschlossen- 
heit und Mäßigung, die wir als 
Merkmale geistiger Wesenheit 
achten und ehren, üben auf die 
Werke der Hand ihren be- 



ung der Technik, 

der Männer, die 
kennenzu lernen. 




Am : Mitor>', MtKte J'Anhur. tWaurien von B*arJUty. 
Verin von J. M. lirnt Co., L«niiiiii. 



bührt es sich wohl, einmal darauf zu achten, dass 
selbst solche Dinge, die gleichgültig, mechanisch 
oder verächtlich erscheinen, zu ihrer Voll- 
kommenheit der Mitwirkung unserer ganzen sitt- 
lichen und geistigen Kraft 
bedürfen. Aus dieser Über- 
zeugung, die ihn ganz erfüllt, 
heraus stellt er nun seine 
Forderungen, die Forderung 
unbedingter Echtheit und Auf- 
richtigkeit des Materials und 
der Arbeit, die Forderung der 
Sparsamkeit und Überlegtheit 
des Schmuckes u. s. w., jene 
Forderungen, die dann dem 
guten englischen Kunstgewerbe 
unserer Tage den Stempel ge- 
geben haben. 

Es ist das Alles ganz und gar 
Ausdruck der englischen Kul- 
tur nach ihrer besten Seite. Aus 
Ruskins Ausführungen spricht 
derselbe Geist, der die großen 
englischen Sozialpolitiker be- 
seelte. Und das Wesen schlich- 
ter, ernster, gediegener, vor- 
nehmer Art tritt uns an jedem 
Stück guter englischer Arbeit 
entgegen. So ist auch das eng- 
lischcHaus an der Völkerstraße 



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mfmmfwmmmmmm/mk ARCHIV FÜR BUCHGbWERBE arw^wM^acwarar»»» 



pRBSSi saAims TO Paf rp 



in Paris meines Erachtens das ^t"^' 
vornehmste unter allen gewesen. 

Audi im engHsehen Buch» 
schmuck hat die Anregung, die 
xonRuskim Persönlichkeit aus- 
giflg, vddiia Ihre Wirkung ge- 

iuBert Raskins Grundsätze 

lindea Inden Drucken von H^i/Zi- 
am Moirit ihren Aosdruclt. Er 

druckt nuraufdcm besten HanJ- 
papier;derSchniit seiner Typen 
zeigt den l>relten krlMgen Cha- 
rakter alter Handschrifr; seine 
Holzschnitte zum Schmuck und 
zur ItluMTMlon eimen den Geist 
des 15. Jahrhunderts. 

Der Satz ist mit liebevoUsier 
R6el»lcht ittf die geschlonene 
dekorative Wirkung des Ganzen 
durchgeführt, und den Druck 
besorgte die Hindprene. Mit 

einer strengen Großartigkeit ist •»«' vw.ucii«.ttdi kum» »Ci., amvm «. «, 
hier das Ideal einer reinen SchwarzweiOkunst im 
Buche erfasst. Man hat in Morris BfldMrn dis 



IT BOEK, CEI'Ki Kl 
amttt l O Mic b « «*a ät tuaca- 




Seite lu» der /.rMH.Iu ri ripcr And Prt». 1066. 
PhlltikIpkU. Kepr<idukilon der TeckaMin Lebr- 



Ideal des modernen Buches 
schlechthin sehen wollen. Als 
ob es überhaupt ein solches 
Ideal geben könnte! Es soll und 
wird ein englisches, ein hollän- 
disches, ein dinisches, ein llran- 
zösisches wir hotfen und 
wünschen, auch ein deutsches 
Bueh g^ben, aber nicht ein mo- 
dernes, l'nd ganz gewiss soll 
das gewünschte deutsche nicht 
so aussehen, vie die Bfleher 
Morris'. Denn das wollen wir 
doch Olfen zugeben: Dieser 
ganze Typus ist zu arehalach» 
man darf vielleicht auch sagen 
zu schwer, zu streng. 

Aber wer will dem Manne 
die A^crl^ennung versagen, dass 
er in einer Zeit mehr oder we- 
niger roher librlkmiDIg^r Ar^ 
beitswetse gsgoifiber allen An> 





m 



III 



I icrrqir«4uctieg«*ekiki grniAAkt 
tlfiNMr des oemiii 
, Zh Wfn de hierin 
■ ilrtui lii hii ii.gg 
bou«^, etc. afle liiKo^niphMta, ■iiiHntitil naar 
tifr op dri>el/d« groocce gnnaiikl« tacfcoifaifcn Om- 
»i»g. iit'IWad CTi randverwerin^; ewrvM vr- 
•irdr kapitalen, fcbcsigd nb bcfvrl'^t - n 
trku drr str^Svn Eaklkw««« «n lAadcoktiiii. nja r^t 
wofpgai cn in bp<at|f«att«4i«n(logr|.Gi.VflMkHr«DB 
an4rrf . in dtt boek voorltMnciMltVMllMtiibMlflM* 

trr« Hin afiinikkn TISI stMCO*« AUT t«tltvnafeil Till 

A 1 1 ; . Ntcwwttkaaip. H<« mirndtt ratver« bty iaaigl 
viii Uri nMt in lM«l«i^|tevutfttt«iMrl«t««ibedk 
hot »tlUkrnd zijamMMIMfvarMtfvlacluiick 
■iT kuutkftijktinal Mt «onMlt. Nof ni Iwrbif vcr- 

rr^lU, lUt d-r I Urr W. ). Twtjn tSm tckst b«j d* Krdcn 
)-!.4am rn Mi.j'intLctidjUT) vrttoe^iir . trrwtj] vooc d* 
in dal hatk vooriuMKSld« bilOfincbc ttjzomlrrhr- 

d«ft vaarmMKlIjk vm 4* kraakhoi v&o GrrxArdi 
BfMUt. KyVm DmM, Vdh»> Bchaiiain Ctm- 



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A(tHk«n tr« UrtU m Im»'*- ••«( offrimkan «i m PniOn h Itfra. n da« m Aad. Aa 
«M . *««r«tiJ«M* «• «mWii iMf« 4« KmiImmt mA fMkiai han, tt •khlaa. t* ww eaft i dm 



kM (sMfcW kRff. 1 «fkk ^i«r ■ 4n t*«^ 
wie« k<«Ha . fc w M l r«Mk>r< Itmr Ptttr, Mra 

k«n. HU« »fni«»« ^mlrj ["«r ^«ctn4t«MI 

A I pn>l , *M Ai r*«an« UmJmiwmm 

«■ knaapiwwiw M In Dn «tcMfh , n ten ni 
lUm «Hn Macht » Kt^kn in k^.k r<i «unkt 
tt Mtkcnsn, fock tl •r-jxth v>*' Tin ^•4<• 



^^CT «Maal ■ «MV n ia 4c ta4 ca ap bM 



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83 



II» 



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mmmmMMMMmm/m ARCHIV FÜR ] 

Wandlungen sogenannter praktischer Erwägung 
ein Beispiel opferwilligen Schönheitssinne» bia- 
l^teltt hat, anfibertroffeii und unvergessUch. 
Wns echre, gan? strenge, ganz vornehme Buch- 
drucker/cuos/ ist, das kann man an seinen Wer- 
ken studieren, nfcht, ich sage es noch einmal, 
um ihm nachzuahmen: aber um Achtung und 
Ehrfurcht zu bekommen vor dem Wort Buch- 
drucicerteitff, das so viele im Munde fBhren, 
viele, die sich auch noch herausnehmen, einen 
Morris zu kritisieren, ohne auch nur einen 
schwachen Abglanz von dem vollen Lieht der 
Kunst zu haben, das über seinen Rüchern aus- 
gegossen ist. Und so bleibt nur zu wünschen, 
daas doch auch bei uns von dem Geist dieses 
Mannes in der Produktion unserer Tage möglichst 
viel lebendig würde und lebendig bliebe. 

In England hat Morris* Vorgang nachhaltig ge- 
wirkt. Das gute Papier, die kräftige, hreitlauFendc 
oder wenigstens klare einfache Type, der vor- 
nehme schwan-veiOe Schmuck sind Eifitenheiten, 
die jedem guten englischen Ruch zukumniLn. Die 
feinsinnigen Illustrationen von Anning Belli die 
sieh an den Kontutsdi der Venetianer um ISOO 
bewusstanlehnen.stehenuohlobenan. Neben ihm 
sind eigentlich nur die schon weniger puristischen 
Walter Craiw und der leider zu PrQh verstorlwne 
Beardsley als vollkommen ebenbürtig zu nennen. 
Wenn uns Cranes, bekannte Werke namentlich 
rar die Behandlung der Farbe aehr bemerkens- 
werte Fingerzeige bieten können, so energisch 
man auch gerade hier wieder vor jeder Nach- 
ahmungvamen muss, so XwEearäsley dagegen ein 
strenger Meister des Schwarz -WeiO. Seine an- 
scheinend so bizarren Gestalten sind doch ganz 
und gar Ausdruck echter Anschauung, freilich 
der Anschauung, die anCroQstadierscheinungen 
genährt ist. Die zarten, üeischloseo Gesichtchen, 
das üppige Haar, die Vellenlinien des langen 
weiten Gewandes erinnern unmittelbar an Typen, 
wie sie die moderne Großstadt zeitigt. Wie 
fein und wirksam diese streng in der Fläche ge- 
haltenen Gestalten im Buche stehen, das lässt 
sich kaum beschreiben. Das Hauptwerk Beards- 
leys „Malorys Morte d'Artur' war auch in Paris 
zu sehen und mit seinem reichen Schmuck ein 
Hauptanziehungspunkt der kleinen und einheit- 
lichen englischen Ausstellung. Um diese Meister 
schart sich ein« grOOere Zahl feiner Illustratoren, 
deren Zeichnungen entweder hochgeätzt oder 
mittels Holzschnitts wiedergegeben werden. Un- 
ter ihoen sind sehr {Ifickliche Zeichner. 



JCHGEWERBt 4raj»arM>m>»»m> 

Die Eigenart des englischen Papierumschlags 
und Leioenbands ist bekannt. Dass man eigent- 
liche sensationelle Bilder so gut wie ganz ver- 
meidet, dass man sich auf Schrift mit Rahmen, 
auf ein (mitunter den Inhalt symbolisierendes) 
SchmockstSek, oder auf eine die Riehe netzartig 
überspinnende Dekoration beschränkt, ist oft be- 
merkt worden. Wichtiger ist, dass diese Deko- 
rationen stets ebenso glucUleii und Hsch in der 
Farbe, wie trelTIich flächig gehalten sind. 

Im englischen Kuostband fällt zunächst eine 
Reihe konservativer, zum Teil ganz kostbarer Af^ 

heilen in die Augen: so z. B. Pergnni r ii t;i uFIli ge 
auf der Innenseite der Deckel, die mit Hand- 
vergolduogund FarbigerLederauflage geschmflekt 
wird. Interessanter waren moderne Arbeiten von 
Zähnsdorf üüi von der Oxford Univenity Press. 
Neben Blindpressung Rnden sieh besonders Ar- 
beiten in Handvergoldung, die mit Rogen und 
modern stilisierten Fileten hergestellt sind. Die 
Dekorationen sind durchweg organisch (Netz- 
werk, Rahmendekorationen u. dergl.). Man ver- 
fallt weder in den Bilderstil, den französische 
Arbeiten an dieser Stelle vielhch zeigen, noch 
in das unorganische Wirtschaften mit einzelnen 
Blättern, Blumen oder Zweigen, die ganz unver- 
mittelt irgendwoher in die Riehe hcrelnrageo 
und dazu meist auch noch viel zu groß sind. Der* 
gleichen fehlt hier erfreulicher Weise. 

Im Umschlag und Einband ist die englische 
Kunst dem Experiment nicht sehr geneigt. Man 
geht stets vom Zweck und der nächsten vemfinf- 
tigen Möglichkeit aus. Der GeAihr einer etwas 
nüchternen Anigkeit ist die Oxford Unlversity 
Press dabei alierdiogs nicht immer entgangen. 

Weniger befHetUgeod dagegen ist der engHadie 
Kunstband in der Farbe. Die Binde der Oxford 
üniversity- Schule sind in der Farbe aehr oft 
weich und süQlich. 

Als Kuriosität wenigstens seien hier noch ge- 
nannt die Frau enbändederAnstalt Karslake & Co., 
die sich nicht gerade durch starke künstlerische 
Eigenart auszeichnen, und die Bände in dem 
schönen Nigerleder, einem von den Eingeborenen 
mittels eines vegetabilischen Saftes tief und doch 
matt rot gefärbten Stoffe. 

DasAusgesielltegabfc<rin«£tf<fg'£ein erschöpfen- 
des Bild der künstlerischen Kräfte, die im Gebiet 
des Handbands in England thätig sind. Es fehlten 
geradezu die Hauptmeister alle. Aber sie hätten 
auch nur gezeigt, da)>s das, was die Geister zweiten 
Grades sehallbn, der Beweis für die Gesundheit 



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L.iyi.i^uj Ly Google 

I 



Ami Eg^lah Ljrrtc*. UtatirlMi *m ff. ^ImA« Mb V«rt«( ««■ Gttfgt MI 4> Am, Im4h. 




Am: tnfMik Ijrria. lll«Mri«i m« K. ^aahv M. Vtrlif «m Gtw|» Ml * Am, ioadn. 



ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



ihres eigenen Strebens ist. Auch die Arbeit der 
Großen ist in Eiigliiid ganz behutsim, logisch, 
vernflnftig. So kann sie bei den NacUolfeni und 
Schdlern wohl einmal langwellig, aber nicht wohl 

sinnlo« und roh werden. 

* « 

• 

In Holland hat sich die Buchausstattung dem 
englischen Typus nur bedingt angeschlossen. Es 
fdilt nicht an vortrefflichen, ganz schwarz-welO 
ausgesta tteten Werken mit kräftiger Antiqua,streng 
flächigen Initialen und Holzschnitten. Eigentlich 
charakteristisch für das künstlerisch gehaltene 
holländische Buch ist aber die Anwendung der 
Lithographie zu einem fein abgestimmten far- 
bigen Schmuck. Dabei ist die Farbe ebenso 
beachtenswen ie die Zeichnung. Pflanzliche 
Motive, charakteristischer Weise stet^ umir 
stilisiert, oder Schmetterlinge, Libellen und der- 
gleichen oder auch Baiikmuster erscheinen als 
Vorsatz wie im Titel und Text in matten, aber 
gesunden Farben (gelb, rosa, braun, grün) in gut 
Stilisierter, fliehiger Zeichnuim. Die bewusaie 
Obcrlcfjung in der Anwendung matter Tßne im 
Textschmuck zeigt sich besonders durch den 
Gegenaaiz zo der kriMHgen Farbengehung lo den 
köstlichen Kinderbüchern von Hoylema, den 
Kaleodero von Nieuwenhuis u. a. 



Neben der feinsinnigen Verwendung der Litho- 
graphie verdient der holländische Leinenband 
besondere Ervahnung. Die Art seines Scbmuekea 

steht der englischen Art näher, als der franzö- 
sischen: Bilder kommen nicht vor. Der Schmuck 
ist Zicrfeld auf dem Deckel, oder Rahmen um 
den Titel, oder er geht vom Rücken aus und ie^ 
aich von da aus wie ein Beschlag mit Bändern 
auf die Deckel. Die Motive der Dekoration sind 
dleaelben, denen wir im Buchschmuck begeg- 
neten. Daneben finden sich Linien- und Band- 
dekorationen, die besten von Toorop. Der ganz 
vortreffliche Dufehschniii der holländischen 
Buchausstattung verdient um so mehr Bewunde- 
rung, wenn man das von Natur beschränkte Ab- 
satzgebiet in Betracht zieht. 

Und mehr: wied r rrrüssen wir uns eingestehen: 
die Einheitlichkci!, der in einer ganzen Reihe 
von Werken zu Tage tretende gleichmäßige Ge- 
schmack weisen darauf hin, dass dort eine künst- 
lerische Kultur besieht, aus der diese Dinge nicht 
ala verelnzelies Experiment, als kfinstliches Ge- 
bilde hervorgehen, sondern der 5ie als organi- 
schcsCewächs, als Ausdruck wirklich in breiterer 
Scbidii vorhandeMn kOnsHerisehen Empfindens 
enispring^n. Und das Ist sehr viel! 

(Fon»euung folgM 



Wh 

Verzeichnis von Personen und Firmen, 

die im Februar Uem Deutschen Buehgewcrbcmuseum Schenkungen überwiesen haben. 

AldmrAr/i^MünchensGutenbergfeier. Dr. Volk- 
mann, L^xig, DtapoaMve.— ^uencheGUfiem, 

Frankfurt, Musterbuch. Hornyanszky, Buda- 
pest, Musterbuch und Kalender. - - Berthold 
SitgUmandy Ldpzig, Papierproben. - Guten- 
berg-Denkmal-Comiti, H'iVn, Festschrift. Gebr. 
Gotthelft, Cassel, Druckproben. H. Hohmann, 
Damstadt, Karten. — Genxseh & Heyse, Ham- 
burg; Centraltrykkerie , Christiania ; F. .Mersf- 
burger, Leipzig; J. Bileg, Wien ; M, Brückner, Mün- 
chen; £. Lehfeldt, Helsingfors; Zachrhttm, GSte- 
borg; Phil. v. Zabern ^V.i r; . ; Poppelbaum,Wien : 
Dierksen & Wichein, Bremen; A.-Ü.fär Schrift- 
gießerei, Offenbaeh a. Hl.; ff. Beeker, Leipzig; 
Cieibel & Co., Altenburg; Albin Weber, Berlin- 
Schöneberg; A, Bruckmann, München, Ncujabrs- 
kanen. — Allen flreundlletaen Gebern auch an 
dieser Stelle aufridttlg^n DanL 



D. W. Callwey, München; Fr. Richter, Leipzig; 
J. Ufvy, Wien: PhO. v. Zabern, Mainz; Brthtsdie 
Univ.-Bnchd., Gießen: Pallas, Budapest; R. von 
Waldheim, Wien;J, P.Bachem, Köln; E. Kölblin, 
Baden-Baden; WUIl Gronaus Schriftgießerei, 
Berlin: Verlags-A.. A. C., Hamburg: Herrn. Gau- 
ger, Ulm; Gebr. Grunert, Berlin; Buchbinderei- 
A.-G. vorm. Fritrsche, Leipzig : R. Gans, Madrid; 
Hüb ! &■ Denck, Leipzig: W^vuer & Co., Zürich; 
W. Tümmel, Nürnberg; td. Strache, Warnsdorf, 
Kalender. — KUmteh&Co., Frank fürt, Jahrbuch. 
Lorilleux & Co., Leipzig, Album. Rudhardsche 
Gießerei, Schriftproben. — Kuhfussche Buch- u. 
Kunsthaadl. Dortmund, Mathles, Hafen v. Dort- 
mund. Fr. Jasper, Wien, Gutenbergdenkmal 
(Autotypie). — Fr. Koci, Prag, Alt F'rag. H. 
StMt, WMnrg, Festschrift. J. J. Weber, 
Leipzig, Einladungskarten. — Dr. C. Wo^&Strim, 



Der Vorstand des Deutschen Buchgewerbevereins. 



85 



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'm'wt'm'9t.<9t.<Mmf»9t<Km ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jrarararwararjrarjrjr 



Zeichenkünstler im Dienste der graphischen Kunst. 



IV. FIDUS. Von OTTO GRANTOFF. 



UNTER den deutschen Buchkünstlern und 
Illustratoren nimmt Fidus eine ganz be- 
sondere, einzigartige Stellung ein, die es 
verlangt, ihn einmal Für sich zu betrachten, um 
seinenzahtreichen Schöpfungen im richtigen Sinne 
gerecht werden zu können. Eigenart, starke Indi- 
vidualität, erlesene Originalität das sind heut- 
zutage wohlfeile Attribute geworden, mit denen 



die Andern und seine Kunst heischt eine beson- 
dere Betrachtungsweise. 

Was ihn vor allen Buchkünsttern und Illustra- 
toren Deutschlands auszeichnet, das ist das ge- 
waltige Feuer seelischen Ernstes, das aus den 
Malereien sowohl wie aus der kleinsten Zeich- 
nung von Fidus ergreifend auf uns eindringt. 
Ihm ist die Kunst nicht ein mehr oder weniger 





FrJu. Aus: Sluckcn. Vj«<icard. 

man jeden nur halbwegs amüsanten Stilisten gar 
zu gern beschenkt. Wenn man aber die vielen, 
die es gelernt haben, verschnörkelte Linien zu 
schwingen, auf eine solche übertriebene Weise 
feiert, und so die Kleinen und Kleinsten den 
wirklich Großen allzu nahe rückt, dann verlieren 
diese edlen 
und vorneh- 
men Attribute 
ihren wahren 

Wert und 
sehen aus wie 

abgenutzte, 
glanzlose 
Kronen, die 
man Königen 

anzubieten 

sich scheut. 

Darum will 
ich nicht also 

von Fidus 
reden, denn 
er ist mehr als 




FUu. KAnlflll Am. Au>: Sluclun. Billtdta. Verl<c von £. fiuMtr, BtfllK, 



fiifui. Vcri%(inan(. Au>: Stucken, Vliefird. 

angenehmer Beruf, sondern sein ganzes Wesen 
ist durchtränkt und durchglüht mit Kunst; die 
Kunst ist ihm nicht ein Mittel, sondern Selbst- 
zweck als Verkörperung seines Schönheitideals. 
Darum ist der Ernst, den ich rühmend an ihm 
hervorhebe, ihm persönlich auch etwas so sclbsc- 

versiänd- 
liches, als ob 
es überhaupt 

gar nicht 
anders sein 

könnte. 
Seines Wol- 
lens Ziel ist 
die erhabene 

Größe der 
Seelenwelt in 

sinnlich- 
schönem Aus- 
druck dem 
Volke mitzu- 
teilen und des 
Volkes Be- 



««nMMMMMMM«» ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE aC«a»aMM»«M«^anMM» 



im 



dürFnis nach Schönheit 
und edlen Lebensgenuss 
lu erfüllen. Dieser ihm 
eigene, positive Idealis- 
mus, der so viel Revo- 
hitkmires und Himmel- 

stürmendes in sich birgt, Ifc^JgJJt^ l^HSHZ 4» _^ae^jK y 4t l-äl 
lässt ihn diametral ent- 
der Mi- 




sdlincnkultur unserer Tage erscheinen, die durch 
Negation und Kritik zerfressen und im monumen- 
talen Sinne ttnachSpferiich geworden ist. Dm 



acht bis neun Jahre 
zurück. Seine ersten 
ScliOpKiogen auf die- 
sem Gebiete waren die 
Kunsibeilagen zu der 
theosophischeo 
Monatsschrift „Die 
Sphinx", die ziemlich 
allgemein bekannt sein 
diesen frühen Arbeiten ist 



dürften. Schon an 
vornehmlich zu rühmen, das« sie nicht in geist- 
lose und Aide Bilder flbersetzten Text darstellen. 






aber gerade hebt seine Kunst Qber den vergäng- 
lichen Zeitenrubm, dass sie greifbare, kuitur- 
scböpferische Elemente in ihrem gsnzen Wesen 
darstellt, die einen fundamentalen, ethiachen Wert 
bedeuten fiDr eine neue Kultur der Zukunft unter 
der Sonne der Schönheit 

Man zürne mir nicht, dass ich 
so dieser Stelle, wo ich von Fidus 
als graphischem Künstler sprechen 
soll, mit Auseinandersetzungen 
philosophischer Art komme. Von 
diesem Standpunl^t aus einzig und 
allein kann man dem Künstler 
gerecht werden, weil er eben kein 
Berufismaler und kein Berufs- 
zeichner ist, sondern weil er in 
seiner Kunst beseligende Sdiön- 
heit und sieht bare Seligkeit als 
ein neues Kulturideal bringen will. 

Aber dss ist ein zu weites Fdd, 
um diese Dinge hier zu erschöpfen. 

Die Anfänge von Fidus' Thätig- 
kelt filr die Ehichlllttstratlon liegen 




1^ /"%^' 



sondern firei erfundene Paraphrasen und dadurch 
schon als Protoiype zeichnerischer Enihlung 
hingestellt werden dürfen. 

Als 1896 die .Jugend* gegründet wurde, trat 
Fidus von Anbeginn an mit in die ersten Reihen 
ihrer Miurbeiter; jedoch seine hier veröfPent- 
I lichten Arbeiten kommen für uns 
i weniger in Betracht. In demselben 
^ r? Jahre, als die „Jugend" ins Leben 
trat, erschien im Verlage von 
Schuster & Löffler in Berlin ein 
Gedichtbuch von Fran: Evers 
.Hohe Lieder", für das Fidas 
reichen Bildschmuek zeichnete. 
Hier finden wir zum erstenmale 
eine sehr stilvolle Verquickung 
von Budi- und Satzadimuek mit 
Illustrationen (im eben näher be- 
zeichneten Sinn), die jedesmal die 
einzelnen Gedieht -Abteilungen 
voneinander trennen. Auf dem 
Umschlag sind eine Reihe von 
stolzen Geisteskimpliem darge- 



87 



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'K'K'WK'M'M,'«,'«,«,«,«. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE »arararjrjrarjrarjrjr 



stellt, die mit den Händen 
den Knauf ihrer Schwerter 
umschlingen, kühn und trot- 
zig dastehen, den herben, 
klaren Blick in die Weite auf 
das ferne Ziel gerichtet; den 
Rücken des Buches ziert eine 
ueiOe Lilie und die Hinier- 
seitedesUmschlagsschmückt 
das dornengekrönte Haupt 
einer jugendlichen Märty- 
rerin, die den bitteren 
Schmerz bleichen Entsagens 
in ihren Zügen trügt. Die Zeichnungen im 
Buchinnern, von denen wir zwei Kopfleisten 
reproduzieren, erzählen von der ewigen Sehn- 
sucht der erdgefesselien Menschenseele zur Be- 
freiung. Diesem Buche folgen kleinere Buch- 
schmuckarbeiien für Dehmeh «Aber die Liebe" 
gemeinsam mit Hans Thoma, und für dasSammcl- 
huch moderner Dichtung „Neuland". Von da 
aus geht es in steigender Linie vorwärts; seine 
Wachstumskrafi bewährt sich in bewunderns- 
werter An; nicht wie bei so vielen unserer 
jungen Künstler erstirbt sie schnell nach ein 
paar Jugendanläufen, sondern schwillt wie aus 
einem unerschöpflichen Quell im Laufe der 
Jahre zu einem breiten Strom an, dessen Leiden- 
schaft immer gewaltiger und wuchtiger wird und 
dessen Kraft kühn in die Höhe wuchst und ihn 
sicher und rückhaltlos seinem großen Ziele ent- 
gegenträgt. 

Die „Hohen Lieder" waren Fidus' erstes Buch, 
das er ganz in seinem Geiste ausstatten konnte; 
eine derartige Aufgabe trat sobald nicht wieder 
an ihn heran. Die Arbeiten der nächstfolgenden 
Jahre sind größtenteilsBuchumschlägc und kleine 
Vignetten, die dann „nach Wunsch der Verleger* 





ftdiu^ Aua: Stucken. WUcKinl. 



Über das Buchinnere zerstreut wurden. Von den 
Buchumschlägen möchte ich besonders namhaft 
machen: Maria Janitschek „Amazonenschlacht", 
.Raoul & Irene", Gustav Wolff „Die Beichte des 
Mönchs", Hans Herrmann „Lieder aus der 
Jugendzeit", Eugen Hitdach „Lieder und Balla- 
den", „Das edle Wcidwcrk und der Lustmord", 
„Das Versehen der Frauen", und die besonders 
schönen Titelblätter zu Dr. Franz Hartmanns 
theosophischen Werken im Verlage von Wilhelm 
Friedrich, von denen wir eines als farbige Bei- 
lage diesem Heft beifügen. Auf dem Umschlag 
zu „Karma" schwebt ein fackeltragcnder Genius 
aus himmlischen Höhen hernieder, um der 
Menschheil durch die Leuchte der Erkenntnis 
Erlösung zu bringen. Das Titelbild zu „lehosua" 
stellt das Weltmeer dar. Psyche schwebt in 
einem hellen, weißen Gewände, eine Dornen- 
krone zwischen den Fingern, über dem Wasser, 
aus dem leuchtend und groO sich der Sonnenball 
hebt und seine ersten , frühen Strahlen der 
Morgenröte über den Himmel sendet. 

Man hat Fidus oft vorgeworfen, dass er keinen 
Farbensinn habe; ich glaube, ich brauche diesen 
Vorwurf angesichts dieser fein gestimmten und 
malerisch empfundenen 
Blätter nicht ausführlich zu 
entkräften ;außerdem möch- 
te ich hier noch einmal an 
die vielen farbigen Arbei- 
ten von ihm erinnern, die 
die „Jugend" im Laufe der 
Zeit von ihm brachte. Ge- 
wiss, die Linie ist recht 

eigentlich das identische 
Material für ihn, das die Re- 
Hexe seiner Seele am besten 
zum Ausdruck bringt. 

<Schluss folgt.» 



Googl 



fftift« n^tf ConfottnAcio »0 qufn(| rtotuUt fol/b/mi/rr uf 'C\uTtf 
qm« «»Mfrim oiligmitr oolufnt imuf met i|> oi« m*0)i4ao Qilubna 
lawviiimariMi^biMMiu^lUmcMn^ qumqi Mrb« 

quo9 ((tutuoi pntiu deü rHpiriunt m«gmh<ffnCM/imnifurcM/iiii 
renraiDÜ/iHntMA/^umm rft bomim fproalr vttehr; mirrn« Omne 
B<|m(> cjnaoi fpm n CMOie bahrt ^man (e6m tAttrum qumqt orr; 
bÖ9 fffu duo;^ feu tnu fitti ommn 6mm1 prnidoj^ ppffirni fifr otnrg 
(Otms rt fpiritui affrdtonf w 30 niSrn teoun qumartü qUf (vnt gjuDfU 
fpttlt6p*iUoltmotii(^oii*fpUunto hitgulu Df rbu in» tnroii«rdi« 
fin^ulc p otbmrm bit pofitum roa foiMiit» «Möie ]b<miilii qni<t 
»Mairt oiDifif nabtipoAtr tiotLic (til moicÄtvr cui 00a IfaBiACCpmo 

3ut pon«( (Wto njitursPOMKü «ConAnttb ut pi in bac hgiiai' 




(fDiuDitiin ^pte (Töpirfio (Cimet "Poloi 
MnM^Oi nwihcffo« mifcin« fuSkM iir«iiiif(rii 

gPfobmiiM «üt nl tfiAiiiwt «tiquis gamj pn« ntidtto^ oiin (Mtieo^ 

ojlfrf ^>fm^ ffhcac^^f^ or ritrt cc ^ fpüspoffcdü fit « efFrdu nö fu 
ttü bwc *ru t)e fr »gmtt hnUmt füpaDOitus prertim m mufua fetifu 
jK fi( « m pCilfrno ^ rptb«»*Bc m tb(»o oocati Rr m CO7O10 o/<; x 
no j^et» ner oporfrt nrc crproii fola pnaü hneafi« f igu r4li 6 la n mu 
fws cf» oucantur 40 m^pthgenci« puntatr fartdfmatibr crl tnitiCf mFifi f 
inlfrim quaiKü r/titrnt terclidi« nrc löeo putaiioa td pne ar« m 
irittsorl (upuarua oil folü iMitalialie cfni pud rft qD* MiAtMilf fofm «. 
poftoiü ^ omnis noOra cogniao mtrtirdiua fumu a rrnfiria prtaptü 
qur tututur Dil o'DmaU ftbi Fantarm.it.i pntittir ftib (öprnDioboc 
MÜ fiiKtitir polbcrmur «p pns jrs tarvqp m D^rro iMture FomaU cui 
wibfffft Itngu« birlMfaovl tgnota^radicalMlw tnr oirnnbu« «I ptr 
mmM finr bircrr ftonc iBconutum qui rcnufrtt polufrmt (o^obi 
«mquä mtibro fcriptun^ cft imprrr^m'4 %tijitum notuI.3(it ficrt 
obumbratum m muUis pfcriptiitrrnanü (pam qiiis nfgaurnt öeum 



Oto IltWten K«4lnickt«n MiulkBOtan <t47J|i. 

Au»: J. Ch«riier <le Oer«on, 
Ma(niiic«t. Qednickt von Conrad Pynar ia 
Ex. iL Dom|]riM.-BiM. »i Mafdctarc. 



■■«• ArcMv nr Bvdiftwerbc r n «Alto, Uip'ic iH^i. 

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mm/wmmmmmMUmm ARCHIV FOR BUCHGEWERBE aMMAipH« 



Zur Urgeschichte des Notendruckes. 

V«« CAKL HERRMANN iaWieii. 



TROTZDEM XU Gutenbergs Zeiten unge- 
wöhnlich viel kirchliche Ccsangstcxtc ge- 
druckt wurden, hat man bisher keine 
Notendmeke aus beweglichefi Typen tus |ener 
Zeit aufzufinden vermocht. Man ließ zwischen 
den einzelnen Textzeilen den entsprechend 
weiOen Raum, um fn demselben die Noten 
hineinzuschreiben. Die Hofbibliothek halte im 
Glasschrank Nr. 22 das 1457 gedruckte Fust- 
SchÖlDersche Psalterium ausgestellt, welches In 
obiger Weise hergestellt ist und wurde dieses 
Verfahren sehr lange Zeit beibehalten, wie die 
beiden in dem Schranke Nr. 67 ausgestellten 
römischen Messbücher von 1475, in welche die 
Noten hineingeschrieben sind und 1487, wo der 
weiße Raum zur Hineinschreibung noch leer ist, 
bestätigen. Man ersieht hieraus, wie schon da- 
mals sich die Drucker schwer für Neuerungen 
entschließen konnten, da sie nach den alten 
Grundsätzen Notenwerke herstellten, obwohl 
der Nutcndruok mit Linien bereits LTfundcn 
war. hs scheint aber, datȟ hier nicht uiiein das 
geringere Vertrautsein mit dem neuen Verfahren 
den alleinigen Grund bildet zur Beibehaltung 
des ursprünglichen Verfahrens, als vielmehr die 
Ursache, oder die Rücksichtnahme auf die Ver- 
schiedenheit der Melodien in den Kirchcn- 
gesaogen, die fast in allen deutschen Diöcesen 
verschieden waren. Technische Schwierigkellen 
können wohl um so weniger in Frage kommen, als 
der Schwarz- und i^otdruck schon zu jener Zeit 
sehr gut hcfgestdii wurde. 

In einer anlässlich des fünfzigjährigen Bestan- 
des derNotendruckerci von C. ü. Röder in Leipzig 
erschienenen Festschrift wird der Nachwels zu 
führen gesucht, dass das erste Werk mit beweg- 
lichen Notentypen im Jahre 1481 in Würzburg 
hergestellt Ist. Dagegen wird |edoch der Einwand 
erhoben, dass auf Grund der bisherigen Nach- 
forschungen festgestellt sei, dass es sich hier um 
die ersten Drucke mit gotischen oder Fraktur- 
Noientypen handelt. Immerhin ist der Anhalt 
gegetien, dass man es bei dem Würzburger Druck 
mit dem bisher ermittelten iltesten Notensatzdruck 
zu thun hat; es ist aber auch nicht ausgeschlossen, 
dass der Vordruck mit Notenlinien vorgearbeitet 
wurde und dua man erst später den Notensatz 
abergedruekthat Dieses Verfahren wurde schon 



IL 



deshalb geflbt, um den In den einzelnen BIsifimerB 

obwaltenden Abweichungen Rechnung zu tragen. 
Der Glasschrank Nr. äO weist ein derartig her« 
gestelltes Messbuch von 1484 auf, indem auf der 
einen Seite der Text und die darüber befindlichen 
leeren Noteniinien sich befinden, während auf der 
nüchsien Seite die Noten auf die Linien als eln- 
hcitlichcrSatz aus beweglichen Typen aufgedruckt 
erscheinen. Das im Glasschrank Nr. ÖÖ beftod- 
liehe Messbuch von 1500 zeigt die Beibehaltung 
des Verfahrens. Ein Fragment aus einem gleich- 
zeitigen Würzburger Brevier, welches sich im 
Besiue der Hofbibliothek beRndet, zeigt, dass in 
der I-Ierstellung der Notensysteme mit durch- 
gehenden Linien ohne Noten hier ebenso ge- 
arbeitet wurde und dass die Noten erst spater 
von KMvIttr hineingeschrieben werden mussten, 
oder es M'urde eine entsprechende Anzahl Exem- 
plare aufgekauft und die hetreflende Gemeinde 
ließ dann die Melodien hineindrucken. Die Ver- 
leger des fünfzehiucn und sechzehnten Jahr- 
hundcris haben ihre Bücher zum größten Teile 
in ungefalteten Bogen aufbewahrt. Ein 1481 in 
Venedig fertiggestelltes Messbuch wird gleichfalls 
als der erste Notendruck mit beweglichen Typen 
bezeichoei, ztMnal einige Exemplare noch vor- 
handen sind, welche auf Linien aufgedruckte 
Noten aufweisen. Die Gutenberg- Ausstellung 
der k. k. Holblbliothek besitzt «In «Collectorlum 
super Magnificai" von Conrad Fyner in Ess- 
lingen, 1473, welches sich einer Stufenleiter von 
fflnf Tönen in absteigender Linie bediente, die in 
viereckigen Noten ohne Linien, aber unter Re- 
rücksichtigung der Höhenunterschiede gedruckt 
sind. Diese Noten sind In dem Wiener Exemplar 
(Glasschrank Nr. 67) deutlich wahrnehmbar; die 
einzelnen Notenkörper, deren Lage und Drehung 
ist sehr genau übereinstimmend und daher aus- 
ge.schlosscn, dass es sich hier um einen Stempel« 
druck handelt"). Ebenso wäre die Annahme, dass 
es sich um einen Holztafeldruck handeln kSnnte, 

nicht zutrefTcnd, da die Furmsclineider jener Zeil 

sicherlich, wenn sie schon Noten mit dem dazu 
gehörigen Schlüssel in eine Tafel geschnitten 



*) Abgebildet heiRlemafm, Noienacbrift und Notendruck 

(in der C. G. Röderschcn rcsts^lirift) T. VIII, mch dem in 
«kr Magdeburger Domgymnasialbiblioihek beAndlicben 
Exem^i«, vergU Bttilagw. 



89 iOb 



12 



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■m/m ARCHIV POr BUCHGEVERBE «mmmnmmmmmm» 



h5Hcn,auch die Linien gleichzeitig mit ausgeführt 
haben würden Die sehr scharfen Kamen, spe- 
ziell beim Schlüssel gut erkennbar lassen darauf 
schlieOen, dass man es mit Metailiypen zu thun 
hat und diihcr das .CoUecioiiiMn* als das erste 



nicht e(n elmehict, tendern wie Icli In .Nole«ehrifl trnd 

Notendruck" miigeteilc, wenigstens drei ExecnpUre dies«« 
ersten /7«>'s<Tschen Drucket haben iJa^MiinzerMissale mii 
cribischöflichem Privileg vom Montag nich Liture 1482, das 
VünburserobneDatieningalterin voller Obercinstinunanc 
mit den ▼Unbafiertb ao verntas leb einen Grand, lOigttn 

Prioritft Scotto 



iMMMgiwrai /«Niificvat «nlrcna |ufli<ui m«tmfrri« 



iPlolumus 4Üt ut niftimrt aiiquis gpma pns tni ibcojp oim cdnttro^ 

Kich dtm SroMpiilcr Einplar. 



Werk mil beweglichen Noientypen zu gehen hat. 
Wohl mag es sich hier um die ersten schüchternen 
Versuche gehandelt haben, die bald von findigen 
Köpfen aufgegriften und verbessert wurden, bis 
man tm Laufe der Jahre and Jahrhunderte zu den 
heutigen Erfolgen gelangte. 

Def vorziehende Aufsali isi anschtincnJ angercEt durch 
einen ihnlichcn Inhalts von Dr^.Afdnfuuni im Littcraiurblatt 
der Neuen Freien Presse vom 28. Oktober 1809, welcher 
veraucbt meinen Nach«eiaia entkrlFten, dass vir in Jörg 
Reyair in WärtbBig den etsien Drucker von Musiknoten 
mit beweglTeben Metalltypen n seilen Iiiben (In seinem 
XPÜriburger Missalc- vom Jahn: 1481 1. Es ist mir nicht recht 
vcrsiSndllch, was Herr Ür. Manluam mit dieser Anfechtung 
welche anatatt Reyigr dem Italieacr Ottm>Um 



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C ({^auoium 
tMinagfiffaa 



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f^pte Copaffio 
imrifjcffia mXon» 



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Hilhci« 



^fpiohuMf aüt ul ayiAinirt äUqm ganu pnt mifticojp oim cMtUon 

N«.'li itrm S>r*OI>urit(r EtrnpUr. 

Scon«il482> die Prioriiit snwelsen wCrde. Die biscbtriicbe 
Vcrordauflc, data JUryaer daa AUtaale Ui amm a. IVoiwiilier 
Hai in aUen Teilen fertig zu stellt» hate (pleniter et omni- 

mode integrum et perfectttm) ist doch woht schlechicr- 
din^s. nicht anders, m verstehen, als Juss Jamit dir Tug 
der effektiven Ausgabe des unter den Augen des Bischofs 
hetfeatelltefl MIasaJa Cestgelcft tat Da wir tn der That 



aber lu beiweiMn, nidK 

7u sehen, zumal ange- 
sichts der «ichncllcn Ver- 

hrcilung der Manier 
Reyser& (1486 Sensen- 

Schmidt in Nürnberg, 
1497 RatdoltiB Aucsbnii^ 
1488 VeaOlr und Kticben 
in Basel u.s.w.l. Gev ii:. 
werden sich mit der Zcir 
noch mehr [ivctnplarc 
des HeyamhiA Dru«k« 
linden, deren IdentiR- 
zierang ja durch mein 
Fakaimlle leicht semacbt 
ist. Dsss das rast gleich- 
/i.<t:ge Erscheinen des ersten ITeys^rschen (8. November 
14X11 und des ersten .Sni/inschen Missaldruckcs mit Nottn 
124. Üü/cmher 14bl) ücn Gedanken nahe legt, dass die 
Absicht des einen dem andern voi der Vollendung der 
AuafQbrang bekannt geworden sein ma(, sei nicht *er- 
schwiegen. Aber welchem von ihnen mag daa PriortHis- 
recht der Idee zukommen? Schon sm 5. März hat ja 
sogar ein dritter sich jenen beiden gcsclU, nüinlich i^fepha« 
Planck tu» Piissau (!i der in Rom ein Missale Romaniim mit 
römischen Choraltypen gröbster Pormldrucktc. Wer weiß 
ob nicht Reyser und Scotto nur dem /%uicltdureh schnellere 
Arbeit auvoikamen? Daa zu ergrfinden, mag aocb weitere 
Forsebungen ▼eranlasoen; Ua dahin aber wollen wir an 
Reyser festhalten und Deutschland die Priorltil vtndiiieren. 
Die Wichtigkeit, welche Dr. Mantuani den fünf Noten- 
hl Feuers Druck des (jf-rsonschco 
Colleciorium super Mag- 
niflcat beilegt, ist wohl 
eine übertriebene- Doch 
bat daa Znrfiekkommcn 
auf dieselben wohl das 
Giite,dsss es die Legende 
von den „Patronen, 
drucken" der Mustk- 
noten, d. h. dem nach- 
triglicben Eintrafen mit 
der Hand diireh Stempel 
deÜnilfT aus der Veit 
aehsRt. Meine Vermu- 
tung, diiss solches Ein- 
Stempeln mit der i-i»nd 
in einigen der erhal- 
tenen Exemplare de« CoUectorium stattgehabt habe, ist 
durch Verglelebung derselben wideilait. Ameh hat «clk 
M> jetzt kein Fxfmptar des CaUedaiium g^kadnt, üt s«f- 
chem dU fünf Notenköpfe fehlten. Die exakte Oberein- 
stimmung des Exemplars der Wiener Hof hihliothck mit dem 
von mir faksimilierten der Magdeburger Domgymnasial- 
WbtiothefcbatDr.iWMfjMnlfcoiiatatlert. Nun hat Heir Fror. 



nf« miffTi« 



90 



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ARCHIV FOR BUCHGEWERBE mMMmmMMMM 



Hin Weiiienhach hier in Leipiig die Exemplare der Stutt- 
garier Hofbibliotbek und der StraAbuifer Univefsitltt- 
bibliothek mit dem Magdebufger Bumpkf kMlftwidert 
and ist ia der Lagt <Ue drei Pitainllei in geben» velclie 
«rwdaen, dus die NotenkSpfe keinethlls nacbtrlgllch 

mit der Hand eingestemptit sondern (wie auch der 
f-Schliissell K<-"^ctzt sind. Seine Ansicht, dass ihr Sntz ein- 
fach durch „Fliegcnköpfc" lumgekehrte Vcrsaltypcni be- 
wirkt i^t. dürrtc kaum auf Widerspruch «tofien. Ganz ge- 
ringrügige Abweichungen in der Gestalt der fünf KApfe in 
den drei Exempleren sind teils snf ungleicb«« AnAng der 
Dmekerschwine, die z. B. bei der bOehiten Note tind dem 
unter derselben stehenden a (such dem o) des Stuttgarter 
Exemplars offenbar übergeschmutzt hat, teils auf Verletzung 
derTvpe ivgl. denselben Kopf im Magdeburger H\cmplar( 
xurückzuführen. Die leeren Punkte in den Notenköpfen des 
Magdeburger Exemplares hat offenbar derjenige, welcher die 
(mlseTerslIndlicben) roten Linien mit der Usnd >og durch 
EntfemeN derSclnrlm beigestellt und sie denn nt geRrbt 
Drei der relen Linien sind dann durch diese Punkte geführt. 
Der besserorieotierte Urbebcrdcrscbwaricn Linien, welche 



den Nütenköpfcn ersi die Bedeutung von G F E D C 
bat dann auch den Köpfen die SelmisatiensnaiBen sei It mi 
rentbe^esclirlebea. Das Suttgarter Exemplar bat nnr drei 

mit der Hand schwarz gezogene Linien (für F n und R^, die 
F-Linie, die erst verunglückt ist (krummi. nachtrüRlieh ver- 
bessert. Die Veriikallinien sollen offenbar die oben stehen- 
den Notenköpfe direkt mit den unten stehenden mystischen 
Deutungen (Gaudium, Spes u.S. In handgreifliche Bc- 
liebung actzen. Am vollkommensmi leigt das StrsObQigiar 
Exemidardic Perm, in wddier das Vetli die Pieaae ver- 
taaaen hat, nur hat die Hand desRttbribaiors die fflnfNoien' 
kSpfe mit Rot eingerahmt. 

SolanRe nicht andere Relege das. Gegenteil erweisen, 
wird man also nunmehr von mit der Hand gestempelten 
Noten besser künftig überhaupt nicht mehr reden. Da aber 
aucb voigedmckte Linien vor ffiysrr und Scotto aicbl nach» 
veiaber sind, ae hat man is der Thet Anlaes, In diesen nn- 
aehelnbaren IBarNorenkSpreti des Collectorium den aller- 
ersten Ausgangspunkt für den Druck von Musiknoten zu 
erblicken, Freilicli war noch ein weiter *'eg von da bis lU 
den pricbtigen Leistungen von Reyser und Scotto! 

Dr. Hugo Rleniaan. 



Ober Iiisdrack. 



DIE diesem Hefte beiliegenden Tafeln: 
„ Spdaren versckiedentr HimmeWcörper* 
(aus Meyer, »Das Weltgebäude") und 
^Spektralanalyse III Absorptionsspektren'^ (aus 
•Meyers Kottvemtlon«1exiloii,S. Aufl. zu deren 
Herstellung tiur zwei Drucke (Zeichnung und 
Irisfarben) erforderlich waren, bieten insofern 
Interesse fQr den Fachmann» als hler1>ei die Ver^ 
teilung der Farben von ganz bestimmt begrenzten 
Verhältnissen abhängig isc. So muss die Linie C 
deuflieh omi^, die ziemlich didic dabei stehende 
Linie D dagegen rein gelb erscheinen, denn die 
Spektren sollen zeigen, wie man aus ganz be- 
stimmwn in densellien auftretenden Linien die 
cliemlsche Beschaffenheit des Körpers erkennt, 
dessen Licht spektralanalytisch untersucht wird. 
Läset man das Licht eines glühenden festen Kör- 
pers durch ein Prisma gehen und fängt es auf 
einem weißen Schirm .tuf, so erhält man ein 
kontinuierliches ununtcrbrüchencü Spektrum, in 
welchem alle Farben vom Rot bis zum Violett 
vertreten • ini! Verwandelt man aber eine Sub- 
stanz in leuchtenden Dampf, so erblickt man in 
dem Spektrum dieses Dampfes breite helle Bin« 
der, die durch dunklere Stellen voneinander ge- 
trennt sind. Dies diskontinuierliche Bänder- 
spdctram ist fQr die betreffende Substanz eharak' 
teristisch. Es erscheint selbstversiindllch nur, 



wcan die betreffende Substanz durch die Er- 
hitzung nicht zersetzt wird. Erfolg eine Zcr- 

setzung, so erhält man ein Linienspektrum mit 
scharf begrenzten hellen Linien, welche für die 
Zerhilsprodukte der SulMtanz, die Elemente, 
charakteristisch sind. Erhitzt man z.B. eine Spur 
Kochsalz (Chlomatrium) an einem Plaiindraht in 
der schwach leuchtenden Flamme eines Bunsen- 
brenners, so färbt steh die Flamine lebhaft gelb, 
und im Spektrum derselben erblickt man eine 
schmale gelbe Linie <D>, an deren AuFtreten man 
die Gegenwart von Natrium in der Flainme er- 
kennt. Die Reaktion ist so empfindlich, dass man 
noch den dreimnilonsien Teil eines Milligivmms 
Nairiumsalz auf diese Weise erkennen kann. 
Manche Metalle geben sehr linien reiche Spektren, 
im Spektrum des Eisens hat man über 1200 
Linien gemessen. — Im Sonnenspektrum beolv 
achtete zuerst Fraunhofer (geb. 6. Marz 1787 zu 
Straubing, gc&t. 7. Juni 1820) zahllose feine 
sdivarze Linien, welche anzeigen, dass die dieaen 
entsprechenden Farben oder Lichtstrahlen von 
gewisser Wellenlänge im Sonnenlicht fehlen oder 
Stark gesehwieht sind. Das LiclM der meisten 
Fixsterne zeigt ähnliche Spektren, aber mit ande- 
ren Linien. Daraus folgt, dass die Linien dem 
Licht der Gestirne elgentümitch sind und nicht 
etwa durch Absorption von Licht in der Eni« 

12» 



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ARCHIV fOr BUCHGEWERBE mmMMMMmamar 



atmosphäre hervorgebracht werden. OIReobtr 

bestehen die Sonne und die Fixsterne aus einem 
feurigen Kern, derein kontinuierliches Spektrum 
geben würde. Vun diesem Kern steigen fort» 
während Dämpfe auf und bilden das, was wir 
sehen, die Phutosphurc, die also die Dämpfe 
derjenigen Körper enthält, aus denen die 
Sonne und die Fixsterne bestehen. Da nun 
ein gas- oder dampfförmiger Körper genau die- 
jenigen Strahlengattungen absorbiert, die er im 
glühenden Zustande selbst aussendet, während 
er alle anderen Sirahlcnarten durchiässi, so er- 
glebt sieb, daas man durdi Ausmessung der 
dunkeln Absorptlonslinien in den Spektren der 
Gestirne und Vergleichung mit den Linien- 
spektren irdiseher Stolfe einen Aufisehlnss Ober 
die Natur der Stoffe, die in den Atmosphären 
dieser Gestirne vorhanden sind, gewinnen kann. 
Es bat sich gezeigt, dass die chemiscbeBeschaflfen- 
heit der Sonne von der der Erde nicht wesentlich 
verschieden ist. Lässt man Tages- und Lampen- 
licht durch eine ftirblge HQssigkelt gehen und 
zerlegt das nicht absorbierte I.icht mit dem 
Prisma, so erhält man ein Spektrum mit dunkeln 
AbsorptionsstrelFen auf hellem Grund. Diese 

Atsdrpt'tinssprktra sind Für die chemische Be- 
schaffenheit der Körper charakteristisch, und 
man l^ann daher z. B. Nahrungsmittel und Ge- 
brauchsgegenstände spektralanalytisch auf ihre 
Reinheit prüfen und bestimmte Verrälschungen 
nachweisen, man kann Blutflecke als solche er- 
kennen u. s.w. Aus dicscrBcschreiliung derSpck- 
tren geht hervor, dass jede Linie genau die Farbe 
erhalten muss, die ihr in dem betrelfenden 
Spektrum eigen ist. Um diese begrenzte Farbe- 
gebung zu erzielen, musste die Verreibung der 
Farben auf ein Mtalmun iKschrlnkt werden. 
Dies gelang «n einer Augsbui^ger eingehen 



Schnellpresse kleineren Formats auf einfache 
Weise, indem man die beiden die Verreibwalzen 
seitlich schiebenden Arme durch die mtlieis 
Ösen kürzer oder länger zu stellenden Het>el 
zum Antrieb brachte und auf diese Weise es er- 
möglichte, die Verreibung zwischen 3 und 40 mm 
beliebig zu verstellen. Diese Vorrichtung allein 
würde jedoch den gewünschten Erfolß noch nicht 
herbeigeführt haben, hätte man nicht auch den 
sogenannten Heber in der Breite der zum Druck 
erforderlichen fünf Farben ausgeschnitten, d. h. 
die einzelnen Farben durch 4 5 mm breite Aus- 
schnitte In dem erwShnten Heber voneinander 
getrennt gehalten. Dass die Farben im Farbe« 
kästen in entsprechenden Abständen streng ab- 
geschlossen gehalten werden mässen, ist ein Um- 
stand, von dem ein gutes Gelingen hauptsächlich 
mit abhängt. Um dies zu erreichen, veru'endet 
msn am besten gusselseme (nicht bleierne) 
Farbebrocken, die nach den erforderlichen Breiten 
der Farben in einem darüber liegenden iHolzstcg 
eingelsssen sind, so dass eine Verschiebung der- 
selben nicht stattfinden kann. Dieser in sich ver- 
bundene Kasteoapparat kann von oben durch 
Stellschrauben, die in einer suf den seitliehen 
Wandungen des Farbekusicns gelagerten Leiste 
placiert sind, so reguliert werden, dass eine 
innige Berfihrung der Farbebrocken mit dem 
Duktor und dem Farbelinenl stattfindet und da- 
durch ein Auslaufen der Farben in die Neben- 
behllter verhindert wird. — Alle diese Vor* 
richtungen aber allein führen noch zu keinem 
befriedigenden Druckresultat, wenn nicht der 
Drucker seine Schuldigkeit thut, die Drucklegung 
ununterbrochen beobachtet und, sobald sich die 
geringste Verschiebung der Farben bemerkbar 
macht, diese durch Reinigen der Walzen und der 
Form beseitigt. BrBdnwr. 




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SpektrLMi verseil iediMier Miiiimelskorper. 



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Brllagr mm „Archiv lUr Bm-hKrwrrbi". Druck und Vrrlag dcj Bibliogriphljchen Inililul» in Lrif«i|{ 



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Spektralanalyse III: Absorptionsspektren. 




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Spektralanalyse III: Absorptionsspektren. 



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Atti .Mrytn Komi. ■ Lriilmir , S. Aufl. Zorn ArtitrI •SprklraUiitalyse'. 



Beilage lum .Kredit lüt BuchKcmrrbr". Dradl and Vrflatr dn nibllo|[raphl»chrn InkliluU in Ijt'iptig. 



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'w.'^'Vü^uu.'ummm.'VL'm. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arirararsrarararararar 



Gleeson White. 



Von E. STEINER in Buel. 



IM letzten Novembcrheri der «Dekorativen 
Kunst" ist ein interessanter Aufsatz von H. 
Muthesius über Gleeson White erschienen. 
Der Name dürfte wenigen bekannt sein und ist es 
wohl auch der Bescheidenheit seines Trägers zu- 
zuschreiben, dass er nicht in gebührendem Maße 
über die Grenzen seiner Heimat gedrungen ist. 
Wenn ich hier Gleeson White erwähne, so thue 
ich es nur im Hinblick auf seine Verdienste, die 
er sich durch seine reiche Thätigkeit auf dem 
Gebiete des Buchgewerbes erworben hat; im 
übrigen verweise ich auf besagten Aufsatz. 

Wie in anderen Zweigen des Kunstgewerbes 
England in den letzten 10 Jahren eine führende 
Rolle eingenommen, so hat es auch dem Buch- 
künstler neue Wege gezeigt. Hier ist es nun 
Gleeson White 
gewesen, der 
auf die Bewe- 
gungderjünge- 
ren einen mäch- 
tigen Einfluss 
ausgeübt hat. 
Seine vielen 
Entwürfe für 
Buchdecken 
zeugen von 
überaus bedeu- 
tender Erfin- 
dungsgabe und 
künstlerischer 
Feinfühligkeit. 

Da wir mit 
wahrhaft Ge- 
diegenem in 
dieser Bezie- 
hung nicht zu 
oft verwöhnt 
werden, so ist 
es uns doppel- 
ter Genuss, 
seine Entwürfe 

zu durch- 
blättern. Ichbin 

kein Freund 
von Maschi- 
nenerzeugnis- 
sen; das kann 



\ ILTON". ' 




mich aber dennoch nicht verleiten, Gleeson White 
mit Stillschweigen zu übergehen, einzig und allein 
deswegen, weil seine Entwürfe für die Verlags- 
anstalt bestimmt sind oder, besser gesagt, waren 
denn der Künstler weilt nicht mehr unter den 
Sterblichen. 

Alle Berichterstatter über die Eindrücke der 
Pariser Weltausstellung waren darin einig, dass 
unser kunstgewerblicher Bucheinband hinter den 
Erzeugnissen anderer Länder zurückstehe. Das 
Lob fiel allein auf das Massenprodukt, den Ver- 
lagseinband. Und das ist kein Zweifel, dass in 
dieser Beziehung es in Deutschland weit besser 
steht. Was Frankreich hierin zeigte, war unbe- 
deutend. Wie aber stand es mit den Engländern? 
Gleich den Franzosen sind sie viel zu künstlerisch 

erzogen, um 
dem Massen- 
erzeugnisse 
ihre Aufmerk- 
samkeit zu 
schenken. Nur 
der wirklich 
künstlerische 
Einband, den 
eine individu- 
elle Kraft mit 

Sorgfalt und 
Liebe geschaf- 
fen, ringt ihnen 
Hochachtung 
ab.Darumauch 
war der Eng- 
länder auf der 
Ausstellung 
mit Verlags- 
einbänden, wie 
wir unsere bil- 
ligen Produkte 
bezeichnen, so 
gut wie nicht 
vertreten. Das 
magnunseinen 
Grund haupt- 
sächlich darin 
haben, dass der 

Verlagsein- 
band in Eng- 



ElBlwiKl <u John M.hoi.. »VrlLcn. VtfU« der .0«terJ l.nlvcr.l!, Prc««". 
L«.in1e M.ros''i«. <>liv"i||rtn. »I« Aujcn Fcd<rn de. •uflil.ierdcn Pfiuc» <üI>.t ein« U 
„«dtliwel»! .md mll hcllbLuciii Lrdrr ciatelcp. Avf den Feldern d*. »li.-ken. wi.dcrt.»ll .(ct. 
die PhuenfeJer. In .einer vorr.el.men, u.d mll .o wenlpn Mitteln errtL-hien Mtft WIdet dlo« 
Ruch eine, der KhSuie* Werke der Bvcbbindckuiut. 



<A0 93 



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«.'WM'K'K«.«'«;'«'«« ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arsrarjrjrarwjrjrarar 



land überhaupt nicht die Bedeu- 
tung gewinnt, die ihm bei uns zu- 
kommt. Unsere Einbände wollen 
den Anspruch auf Dauerhaftiglieit, 
wenn nicht gar auf künstlerischen 
Wert erheben; für den Engländer 
ist unser Verlagseinband sozusa- 
gen nur eine provisorische Hülle. 

Die Bücher werden meist in 
Leinen gebunden, erhalten einen 
Oberschnitt, der der besseren Be- 
seitigung des Staubes wegen ver- 
goldet wird. Die vordere und un- 
tere Seite werden gar nicht be- 
schnitten, um beim nachherigen, 

besseren Einbände genügend 
Schnittraum zu bieten. Trotzdem 
dass diese Einbände nicht die Be- 
deutung der unsrigen beanspru- 
chen, sind sie, was ihre Ausstat- 
tung anbelangt, mit unvergleichli- 
chem Geschmacke angelegt und 
geben Zeugnis von dem Bedürfnis, 
auch das dem Vergänglichen Ge- 
weihte zu verschönern. Wir sind 
in technischer Beziehung so weit 
fortgeschritten, dass es uns eine 
Kleinigkeit ist, eine Leinendecke 
mit Pressung zu versehen und in 
den verschiedensten Farbeniönen 
glänzen zu lassen, so dass wir von 
dem verwendeten Deckenmaterial 
keine Spur mehr sehen. Gleeson 
Whites Buchdecken sind mit sol- 
chen Erzeugnissen nicht zu ver- 
gleichen. Die wenigen, aber ausgesuchten Ent- 
würfe, die dem erwähnten Aufsatze beigegeben, 
beweisen das genügend. Würde die Pariser Aus- 
stellung von den Engländern mit solchen Bü- 
chern beschickt worden sein ich weiß nicht, 
ob trotz der größeren Bedeutung und darum auch 
luxuriöseren Ausstattung unseres Verlagsein- 
bandes der Erfolg nicht vermindert worden wäre. 

Wenn der Engländer dem Masseneinbande 
solche Sorgfalt angedeihen lässt, so steht zu er- 
warten, dass er es in noch größerem Maße beim 
künstlerischen Einbände ihut. Und in der That, 
die Ausstellung bot ein glänzendes Zeugnis da- 
von. Auch da waren es meist Einbände eines 
Verlegers, aber künstlerische Einbände im wahren 
Sinne des Wortes. Paul Kersten hat schon auf 
diese Einbände aufmerksam gemacht, ihre Bedeu- 




Eiabtaü zn lien Chioeiicchen KUuikcrn. Verl4f der .Oxford UnJreniliy Press*. 
L«ranlc Maroquin, bnun. Mit VcrwrniluniE des Im der osisiiatischcn Onumrntik bclictiicii 
Cliryssnthcmuni. Ten den isMrcn Kshmcn der DcckcnvcrKulduoK sind Punkte In rcKet- 
mifltien Zwischrnstindcn cinK^fttckt. 



tung kann nicht hoch genug geschätzt werden. Es 
hätte sich wahrlich schon der englischen Abtei- 
lung wegen gelohnt, Paris zu besuchen; denn die 
.Oxford University Press* allein verfügte über 
Schätze, deren Besichtigung der Liebhaber mit 
Vergnügen manche Stunde opferte. Zu diesen 
Einbänden hat diese Verlagstirma einen vor- 
nehmen Katalog hergestellt, der den Interessenten 
gratis zur Verfügung stand. Für den Fachmann 
ist er von hohem Werte seiner Bilder wegen, die 
eine Fülle von Anregung bieten. 

Was war es nun, das diese Erzeugnisse in so 
vorteilhaftes Licht stellte? Die Franzosen hatten 
die Ausstellung reichlich beschickt, und unter 
ihren Werken fanden sich gewiss kostbare Sachen, 
und doch fühlte man sich von der englischen Ab- 
teilung entschieden mehr angezogen. Das ist eine 



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•»Mmmmm/M'tt.'wt'ttm. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arjrjrjrarMwwjrjr» 



neue Kunst, auch unsere Zukunftskunst, deren 
sich dieEngländerbeiihren Einbänden bedienten; 
es ist das Bestreben, wahr zu sein, den Gehalt, der 
dem Buche zukommt, auch in dessen Form zu 
würdigen, aus der Zeit, und also auch aus sich 
selbst heraus zu schaffen. Nicht in eingefleischten 
Überlieferungen zu verflachen, oder in technischer 
Hexerei sich gütlich zu thun, nicht aus solchem 
Geiste wuchsen diese Vorbilder heraus: sie sind 
das Produkt des Bedürfnisses nach Schönem und 
Gutem. Ich habe schon im Journal für Buch- 
binderei, Leipzig 1900, No. 23 u. f. betont, 
dass wir vor der Wirkung des Materials mehr 
Achtung gewinnen sollten: die Engländer zeigen 
uns wieder aufs neue, dass mit den einfachsten 
Mitteln sich Prächtiges machen lässt. Die Fran- 
zosen, denen der Schein alles ist, sie haben für 
das verwohnte Auge die prächtigsten Dinge; für 
etwas Tieferes haben sie wenig, und in dieser 
Beziehung wollen wir doch auch 
etwas haben. Nehmen wir von den 
Briten das in dieser Beziehung Ge- 
botene und von den Franzosen 
die Farbenfreudigkeit und Farben- 
sicherheit, so werden wir das Rich- 
tige in der Wahl getroffen haben, 
um zu versuchen, unserm Einband 
auf unsere Weise ein achtungs- 
wertes Gepräge zu verleihen. 

Wenn wir beim französischen 
Buche verweilen, so übt es den 
Eindruck auf uns aus, als sei es 
nicht aus unserem, nach neuer 
Ausdrucksweise ringendem Zeit- 
geiste entsprungen, sondern das 
Endresultat einer vorzüglich ge- 
pflegten und vererbten Kunst. Das 
lässt uns denn wohl aufmerken und 
die Vorzüge des Konkurrenten um 
so mehr anerkennen. Damit soll 
nicht ern'a gesagt sein, dass alles, 
was über das Meer gekommen, 
ohne weiteres zu verwerten sei. 
Beim englischen Kunstgewerbe 
macht sich ein archaistischer Zug 
geltend, der auch auf den Buch- 
einband nicht ohne EinHuss ge- 
blieben ist. Wir können diese Alter- 
tümelei nicht billigen, die sich hier 
und da bemerkbar macht, eine Er- 
scheinung, mit der wir bei uns in 
weit bedenklicherem MaOe zu rech- 



IIOMBi'. 



* m — » — -« • 



nen haben. Hier ist gerade der Ort, um uns 
darüber auszusprechen: Bei uns ist es haupt- 
sächlich das unstatthafte Verwenden von Schlie- 
ßen und Eckslücken, wozu sich so mancher 
verleiten lässt. Es ist geradezu haarsträubend, 
was in dieser Beziehung immer noch geleistet 
wird. Da prangt ein Band mit Eckstücken, fast 
höher als der Buchrücken; dünne Deckel tragen 
die ganze Herrlichkeit: ein leichtes Schindeldach, 
gegen die Gefahren des Windes mit gewichtigen 
Steinen bedeckt! Ist es nicht ein charakteristisches 
Zeugnis für die sich breit machende Geschmack- 
losigkeit, wenn für Ausstellungs- Arbeiten diese 
antiquierten Beschlüge als „großartig wirkungs- 
volle Dekorationsmittel* angepriesen werden? 

Finden wir bei den französischen Einbänden 
unserer Tage meist ein Zuviel der angewendeten 
Mittel zur Verzierung des Buches, so dass der 
Einband nicht mehr vorbereitend wirkt, sondern 




Eitbuiil III de« VcrVen Honwn. Vtrlt( der .OntorU Unlvcraity Prvn*, 
Levante Maroquin, plait cedrUckt, lUftiAnlenbraufi. Die herzfArmlitea B2kner, mtl Boc^a- 
linlcn luumfneiiicrprem. tragca auf der Vordcncite lier Bucbdcckc eine griechlacbc Leier. 



eOt 95 



mmmfmM'mM'tL'Wi/wL'M. ARCHIV FÜR BüCHGbWIZRBH jrjTjrarjrjrarjrjrarar 



die Stimmung eher stört, in die uns der Inhalt 
des Buches versetzen soll, so ist das bei unseren 
Einbänden noch in weit größerem Maße der Fall, 
nur dass dazu kommt, dass die angewandten Mittel 
gar nicht erlaubte sind. Unserm Auge sollten wir 
stets Gelegenheit geben, sich zu üben an dem 
Besten, was geboten wird von denen, welchen die 
wahre künstlerische PHege des Bucheinbandes 



eine ernste Sache ist. Am meisten verdienen ge- 
würdigt zu werden noch immer die Kerstenschen 
Einbände, die aus eines wirklichen Meisters 
Hand hervorgegangen, ein stets mustergültiges 
Studienmaterial für jedermann bleiben werden. 
Sie zeugen von großer Selbständigkeit und sind 
einer der Hoffnungsstrahlen für unser Kunst- 
gewerbe. 



Internationaler Musteraustausch. 



Von THEODOR GOEBEL. 



NACH drcijihrigcr Hause ist jetzt der neunte Jahrgang 
des deutsch -internationaten Mustcrausiausches er- 
schienen und man wird sich seiner, wenn auch etwas vcr- 
$piteten Ankunft gewiss aufrichtig Freuen, denn unter den 
172 Beitrigen, die er enthilt, belinden sich viele ganz 
treffliche Blätter. Es ist das erste Mal, dass der Austausch 
vom Deutschen Buchgewerbeverein, an welchen ihn der 
Deutsche Buchdruckerve rein abgegeben hat, herausgegeben 




Eintitnd ju den pvclinchcn Vcrkcn von Villiim VordtwortK. Verl. il. .Oitonl Univtraity Prt»»". 
LcTun Mu<H|ula, kuunicnbnun. Mli einer cinielttie* UnJuchtlk, naiBchlnun »• «iMr 
li«r<Knnic» Blinem feblldeicn UmrnSinunc. 



wird, und dieser Übergang ist, gleichwie der Bau des Buch- 
gewerbehauses, wohl mit eine der Ursachen der Verzöge- 
rung des Erscheinens, so dass aus der zweijihrlgen Ersehe!- 
nungsfrist eine dreijährige geworden ist; namentlich aber 
dürfte die Pariser Weltausstellung, welche die Krifle des 
Deutschen Buchgewerbevereins und auch die vieler bei- 
tragswilligen Kollegen ganz in Anspruch nahm, den Auf- 
schub veranlasst haben. 

Ein Vorwort berichtet Ober die Em- 

Wickelung des Austausches. Doch ist 
festzustellen, dass das Unternehmen nur 
als Oeuticher internationaler Muster- 
austausch vom Deutschen Buchdrucker- 
verein begründet wurde, anfinglich je- 
doch anderen Ursprungs war. H'i7/i<im 
J. Kelly, ein amerikanischer Accidenz- 
drucker ersten Ranges, projektierte ihn, 
scheiterte aber in der Durchführung 
seiner zu groß angelegten Pline ; Thomas 
Hailing in Chcitenham in England, 
nahm dieselben auf, fand jedoch bald, 
dass er als Provinzbuchdrucker damit 
nicht reüssieren werde, und trat das 
Unternehmen an Andrew W. furr, einen 
künstlerisch veranlagten und wissen- 
schaftlich gebildeten Londoner Buch- 
drucker, ab, der in seinem Faktor Robert 
Hillon einen mit Feuereifer für die 
Sache eintretenden Mann besaß. Für 
Deutschland,Östcrreich und die Schweiz 
übernahm ich dann die Gewinnung von 
Teilnehmern und die Vermittelung der 
Beitrige nach England, sowie die der 
fertigen Binde an die Beilragenden; 
nachdem die Zahl der letzteren im Laufe 
der Jahre aber über hundert ange- 
wachsen und das Vcrmittleramt zu zeit- 
raubend geworden war für mich, der 
ich über keine Hilfsarbeiter verfüge, 
übertrug ich dasselbe auf meinen alten 
Freund, Herrn Karl Koepsel in Berlia, 
welcher es aber nur zwei Jahre bei- 
behielt, um den Austausch dann an den 
Deutschen Buchdruckcrvercin abzu- 
treten, der ihn seitdem weitergeführt 



«»• 96 



L.iyi.i^uj Ly Google 



Heibtie jtutn „Archiv für Bticht!e«crbe". 




Photographie und Druck der 
Deutschen V'erlagsdruckerei 



helix Merseburger, Leipzig. 



Gedruckt mit Celluloid-KÜschees nach einer Zink -Autotypie 
von Karl Lorch, Leipzig-Lindenau. 





88. bl« 90. TaoMnJ. 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE «MMMMMMIVMMM» 



hat bis zu seinem ObW|Mlt» m 4*« D««tMh«lt BtuHh 
{cwerbeverein. 

Der engUscbe internationale Musteraustausch, welcher 
«tcb ObefiMluiie des dentteben dut^ den OeattdMii 
BiichdruAerTerefB welter gefOhrt wurde durcli die eng- 
lische Firma Raithby ß" Lawrence in ; i u t ;fi"- Tuer 
hatte ilia aufgegeben - , ist nacb einer kränklitticn Exi- 
stenz von vielMdit Bwel •dM' drei Julnvil slQlwbwticeiid 
einfCKhJafen. 

Dn Vorwort des neutiien Jahrganges, dessen Salz mir 
«i«w xn Mbr UneingMwtngt «rvclieint in die «onj. SätUnB» 
iraciekiicle, in dmlielollT gcdnckte nodeme EtaHneunf — 
der Text, reep. Status bitte ia gebrochen werden liAnnen, 
— giebl in diesem letzteren die ziffernmißige Entwickelung 
des Austausches, der allerdings nicht sonderlich spricht 
für den Staad der 1 eilnebmerzafal am neunten Jahrgänge, 
was, wie schon gesagt, durch das Zusammenirelfen ver- 
scliiedener stSrendcr Uaulinde berheigeliilirt worden aein 
■■^ Abw et wild der CMcMItitelHim dm BMetn e w ef b e » 
metmelcttheiiwintiiialUtko n«ebeii,dieeBlBprec]iende 
TeitnehmeRabl anniwerbe«, und noch {rdllerwirddl« Mfihe 
sein, die angemeldeten Beitrigc recfil/eitig oder Oberhaupt 
zu erlangen, wie ich dies leider aus eigener Erfahrung weiC, 
und wie dies auch wieder durch zwanzig Besternte in der 
Tellacbmerllste bewieeen wird. Viele Bucbdni^er und 
■omtltt Crtphon whniaca dien mit don Sdwmeni, die be* 
kMMdieb Uwe Sliellsla nietet iicken, genehm bebe«, dnm 
sie immer m Zeit zu kurs kommen, wenn «le efww/lr aldk 
ielbit thun sollen, hei dem der Nutzen sich nicht sofori in 
Marli und Pfennigen feststellen lässt. Alle, die Reitrlge 
anmelden, s.ic aber dann nicht liefern, sollten bedenken, 
d«ss sie sich damit in die hier angedeutete Klasse von Ce- 
■ebtrtsieuten ainnikM, reep. sieb nn gefMlien ind 
■alerielles Anuuateucnis «intelleit, 

▼aa ntin den Inhalt dee Aaitamehes tnbetilllt, so ibid 
in demselhcn wohl alle Kraphischcn Verfahren, wcichcnicht 
un bedingt höhere Kunstzwecke verfolgen, sondern im tig- 



liehen Gcschäftsicbcn in Anwendung kommen, vertreten, 
und man darf sagen, dass die Mehrzahl der Blitier den An- 
tordeniflgen entspricht, die man an ein grapblacbea Br^ 
a««fnl«»d«8 eiser Mu»ter»ammlufl( anfehSft, «MllettmN««; 
du Minderwertige, das In frOberen Jabrglngen nicht Immer 
Kcnug zurückgedrängt war, ist auf ein Minimum reduziert 
worden; wo man aber noch gegründete Bedenken gegen die 
Aufnahme gehabt haber. .■.■.r,\.. .varen es vielleicht lokale 
Kücksicbtcn, weiche zu geringerer Strenge führten, als sie 
hinsichtlich der allgemeinen Aufkiabmebedingungen eben- 
falls fewaltet bat Den Undera nacb babm sieb beteiligt: 
Belgien 1 Beitrag, Btaematk 1, Deutsebland 124, Frankreleb 
1, Italien 1, Niederlande 1, Norwegen 2, Österreich-Ungarn 
22, Russland 7, Schweiz 12, wobei aufnilt, dass England, 
welches 18ai -13 und \fm AO Beiträge geliefert hat. auch 
diesmal, gleichwie im achten Jahrgange, gar nicht vertreten 
ist. Ist dort das Interesse am Musteraustausch so ganz er- 
loschen, oder fehlt es an einem rflhrigen Vennittler? Daa 
gieiebe kdnnte man h» flanbcB von Oaterrdeb-Uncara, 
daa In den Jahren I8D1 - IMM 40, 44, M und 42 Beitrige ein- 
sandte, heute aber nur mit 22 erschienen ist. Holhnrlich 
wird schon der näcliste Jahrgang des Austausches wieder 
Steigendere Zalilcn zeigen, da ja der Bucbgcwerbeverein 
jetzt in ruhigeres Fahrwasser gelangt ist; namentlich sollte 
man der grttOerca intematiOBalen BeteliigMilg an demaelben 
bOMiidefs AHflMdilitmliik MlMikmi> dww diese vermag 
ihm auch flr den detttaehea Buehdmclwr erbSbten Wert 
n Terlelhen. Da sie Im vortfcfenden neunten Jahrgange 
nur eine untergeordnete Rolle spielt, so sehe ich von 
dem früher eingehaltenen Verfahren, die Beiträge zum Aus- 
tausch nach ihrer nationalen Herkunft Revue passieren ZU 

lassen, ab und will sie nur nacb ihrem Werte oder, soweit 
thunlich, nach dem graphlseben VeifUiraB, dem sie an- 
gkhdrea, einer Betracbtmii, m wtidMr selbsrversiliidlleb 
nlebt ledea elnidne Blatt Angehend herangezogen wvrden 

kann, unterziehen, - eine strenge Scheidung nacbSlIianen 
wurde ebenfalls zu sehr ins Einzelne gehen. 

(PMieliucBrtgL) 



Die Ständige deutsche Buchgewerbliche MaschinenaussteUung 
im Deutschen Buchgewerbehaus zu Leipzig. 

VOA A. SCHLESINGEX to BeiHn. 



"W/ER llt«ere Zeit die altt B«^««m«e«adt laipsig 

TT nicht besncht hat und nun nach Ihr kommcad, von 

den Bahnhöfen aus nach dem einst so kahlen Osten wan- 
delt, wird erstaunt sein über die Umwandlung, welche ge- 
rade dieser Stadtteil in den letzten Jahren erfahren hat. 
Früher hielt man es für unmägiich, dass hier dereinst der 
tlauptate dce Leipziger Buchgewerbes sein werdew Und 
doch ist dies nunmehr der FalL GroBe, angescbeiw» allt 
Gescbifte dea Budihandela, der Buchdruckerkunat, der 
Buchbinderei u. s. w. haben jetzt hier ihre Heimstätte. Wir 
wollen nur die Namen F. Viitckmar; K, F. Koehler ; Otto 
Spanier; liibliographi^ches, Institut; l'elhagen fr Klasin/;; 
C. C. Rödtr; H. Speriing; JuUus Hager; Leipziger Bach- 
bbidml'Aktiengestllschtift iwm. Gnsf. MUnekt; Wetai 
* Nmmaan als Beispiele nennen. 



Inmitten dieser Buchgewcrbestadt in der Soidt Leipiig 
erregen nun iwel an der HospitalstraOe, dem Gerichtsweg, 
der P1ato- und Dolzstraße gelegene Cebiudc das Erstau- 
nen nicht nur des Fremden, sondern auch des Einheimi- 
schen. Hs sind dies das Deutsche Buchhlndlerhaus und 
das Oeutscbe Buchgewerbehaus. Das erstere, das aeit 
12 Jahren bsMebt und lingst weltbekannt ia^ dient beaon- 
der» den winsthaMiehen Bestrebungendes deutschen Bueh- 
hsndels, das letztere, erst im vorigen Jahre efriebtet^ mehr 
dem Wirken und den Kunstansobauungsn des gsssmlen 

deutschen Buchgewerbes. 

D;>-i Dful^che /Jijch^currfic/niijs, Eigentum des Deutschen 
Buchgewerbevcreins, ist in den Jahren Itij^ilti nach den 
Plänen des Architekten Emil Hagberg im Stile der deut- 
schen Frflhreaaisssnce erbaut und am 12. JMai 1900 in 

13 



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<im.'mmm.'9L'9t,>m'm'm.'mm, ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE wM^jrjrsrarwarjrjrar 




Blick In die S<an<iicr Bufhiecwc'Miclie Mawhincn-AussieltunK In Lrlp/ij;. 
Premier & Co.» Leipzig; <irtf. Rrehmrt, leiptig: Kart Kraule, Leipiig 
und Srhnellpretlenfttbrik fraxkenlhal Algert fr Ca., A. C., Fraakeitllul. 

Gegenwart der Vertreter Ihrer MaiesiäienKaiserWilhclmll.. 
König Albert von Sachsen und Seiner Königlichen Hoheit 
des Großher^og von Sachsen eingeweiht worden. Von allen 
Teilen der Stadt, sowie von siintlichcn Bahnhöfen aus ist 
das Gebäude in kürzester Zeit tu erreichen, zumal beide 
elektrische Straßenbahnen dicht an ihm vorübcrführen. 

Das I. Obergeschoss des Deutschen Ruchgewerbehauses 
wird, gleich wie bei mir, vor allem das Interesse eines jeden 
Besuchers, insbesondere aber das des Fachmannes erregen, 
denn hier beHndet sich die Ständige Bufhgcwerhiichr Aus- 
stellung, die den deutschen Maschincnrahrikanien dazu 
dient, in dem Mittelpunkte des deutschen Buchgewerbes 
ein Muster- und VerkauTslager der von ihnen hergestellten 
Maschinen zu unterhalten. Keine andere Stätte dürfte sich 
nach meiner Ansicht zu einem derartigen Geschifts- und 
Mustcrlagcr besser eignen, als gerade das Deutsche Buch- 
gewerbehaus, in dem nach einer mir gewordenen Aus- 
kunft zur Zeit 15 buchgcwcrblichc Vereine ihren Sitz und 
ihre Geschifisräumc haben und in dem alljährlich eine 
groUe Zahl von Versammlungen die Fachleute aus ganz 
Deutschland jeweilig zusammenführt. Aber nicht nur der 
deutsche Fachmann wird das Gebiude mit seinen Ausstel- 
lungen besuchen, sondern auch der ausländische Fachmann, 
den sein Weg über Leipzig oder daran vorbeiführt, wird 
dem Geblude einen Besuch abstatten, um hier Belehrung 
zu schöpfen und das Werk zu bewundern, das die Thutkraft 
des deutschen Buchgewerbes geschaffen. Erstaunt war ich, 
als ich eine Dame photographische Aufnahmen machen 
tah und mir auf meine Anfrage mitgeteilt wurde: „Die Dame 
und jener Herr haben die Erlaubnis zu photographieren, 
da er Schriftleiter eines englischen Fachblattes ist, das über 
das Buchgewerbehaus einen illustrierten Artikel bringen 
will. Vorige Woche war ein Amerikaner hier, jetzt 
kommen die Engländer." Dies war die Erklirung des Auf- 
sehers, die allerdings etwas drastischer und gut sicbsiscb. 



sowie in größter Wichtigkeit vorgebracht wurde. 
Bei meinem Rundgange bemerkte ich, dass ein 
1 groOerTeil der Maschinenfabrikanten den Wert einer 
1 solchen Ausstellung erkannt hat und Räume von teils 
mittlerem, teils großem Umfange belegt hat. In der 
Maschinenausstellung fand ich daher auch Ma- 
schinen aller Art vertreten, so z. B. Schnellpressen 
für Buch-, Stein- und Lichtdruck, Tiegeldruck- 
pressen, Papier- Schneidemaschinen, Draht- und 
Fadenheftmaschinen, Bogen-Falzmaschincn, Blcch- 
nictcn-Hcftmaschinen , Kartoneckenheftmaschinen, 
Steinschleifmaschine, die gerade einen höllischen 
Lärm beim Schleifen eines Steines machte, Bron- 
ziermaschinen, Liniierapparate u. s. w. Die Namen 
der Firmen, die ausgestellt haben, sind: Aktien- 
gfst'llsehüft für Liniierapparate, Pat. (irosse, Leipzig; 
Gehrüder Brehmer, Maschinenfabrik, Leipzig; Fischer 
fr Krecke, ü. m. h. H., Berlin ; Karl Krause, Maschinen- 
fabrik, Leipzig; Maschinenfabrik Kempewerk, G. m. 
b, H., Niirnberg: Hugo Koch, Maschinenfabrik, Leip- 
zig-Connewitz ; Leipziger Schnellpressenfabrik form. 
Schmiers, Werner (r Stein, Leipzig; Maschinenfabrik 
Augsburg, Augsburg: J. 0. Schelter & Giesecke, Leipzig; 
Schnellpressenfabrik Frankenthal, Alberl & Co., Akt.-Ges., 
Frankenthal und Schnellpressenfabrik H'orms, Ehrtnhard 
& Gramm, A.-G., Worms. 

Fast alle Maschinen sind durch elektrische Kraft jeder- 
zeit im Betrieb vorzuführen, die Geschiftsstelle des 
Deutschen Buchgewerbevercins erteilt jede Auskunft un- 
entgeltlich oder zeigt die Maschinen im Betrieb, auch ver- 
mittelt sie Verkäufe. Gerade der letzte Umstand giebt mir 
aber Anlass, mein Befremden darüber auszusprechen, dass 
ich solche Firmen in der Ausstellung vermisste, die die 
kleinen Hilfsgegenstände erzeugen, denn diese Geschifte 
würden sicher einen direkten Absatz an die Besucher erzie- 
len, da die kleinen leicht zu verpackenden Apparate gleich 
mitgenommen werden können. Ein solcher Verkauf müsste 
meines Erachtens einen Erfolg haben, da der Eintritt zur 
Ausstellung, die Wochen- und Sonntage ununterbrochen 
geöffnet ist, vollständig kostenfrei ist und die Besuchsziffer 
zu der Zeit meiner Anwesenheil schon mehr als läÜOO Per- 
sonen aufwies. 

Aber auch noch manche hen-orragcnde Firma vermisste 
ich, die sich von Rechtswegen an einer ebenso nützlichen 
als gemeinnützigen Sache beteiligen müsste, denn mein Be- 
such des Deutschen Buchgewerbehauses überzeugte mich, 
dass nicht örtlichen Interessen, sondern einem ganzen weit- 
verzweigten blühenden deutschen Gewerbe mit aller Kraft 
gedient werden soll. Die vielen thätigcn .^\ä^ncr, die zum Ent- 
slehen des deutschen Buchgewerbehauses und seiner Ein- 
richtung beigetragen haben, schufen eine das gesamte deut- 
sche Buchgewerbe fördernde Organisation, wie solche kein 
anderes Land der Welt aufzuweisen hat. Alle Angehörigen 
des deutschen Buchgewerbes sind dem Deutschen Buch- 
gewerbcvercin Dank schuldig. Mögen sie nun dazu bei- 
tragen, die Gedanken, die die Gründer des Vereins im Auge 
halten, zum Segen unseres Buchgewerbes voll zu entfalten. 




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mmftt/tt.m.'tt/wi/wMm.'nL ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE ar^^r^r3r3rwar3r^3rw<^r 



Daniel Chodowiecki. 

Zu seinem hundertsten Todesttge. 7. Februar 1801. Von STEFAN STEINLEIN tn MÜNCHEN. 



II. 



MIT den Kupfern zu Lessings .Minna" hatte derMeiüter 
einen GrilT ins volle Leben gethan. Zwei Jahre 
halte Berlin begeistert dem .ersten deutschen Nalional- 
lustspiel* zugejubelt. Chodowiecki konnte sich völlig Frei 
mit seiner ganzen Fähigkeit dem Gestalten von Menschen 
seiner Zeit hingeben, und da treten uns denn, bcwunderungs- 
« Ordig Für den kleinen Maßstab, lauter geschlossen heraus- 
gearbeitete Individualititen entgegen. ■'. Oettingen schreibt 
darüber: ,Als ob nicht seine Jahre und Jahrzehnte mühe- 
vollen Suchens und Irrens, sondern als ob die geordneten 
Studien eines frischen und entschiedenen Talentes hinter 
ihm stinden.so sicherund vollendet mutet uns seine Arbeit 
an." Dies trifft denn auch fast immer zu, sobald der Meister 
in der nichsten Umgebung, in der eigenen Zeit sich bewegen 
darf, und nur dann, einem anderen Anlius gleich, teilt sich 
ihm die Kraft der Erde mit. Sobald er zu Allegorien greift 
oder nur ein Jahrhundert in der Geschichte zurück Stoffe 
bewilligen soll . wird er so steifleinen hohl und empHndungs- 
arm wie irgend ein anderer Akademiker, dessen Name nicht 
mehr als Schall und Rauch für uns ist. Nur als er den Don 
Quixote mit Bildern versah, war es die derbe realistische 
Kraft des Cervantes die ihn so mit fortriss, dass die Illu- 
strationen seine sonstigen Vorzüge fast durchweg zeigen. 

Im Frühjahr 1773 reiste er noch einmal in seine Vater- 
stadt Danzig, nachdem er seine Mutter 30 Jahre lang nicht 
mehr gesehen. Ein Tagebuch giebt über die geringsten Er- 
gebnisse genauesten Aufschluss und was das Wort nicht ge- 
nügend zu sagen vermochte, erginzte der Zeichenstifl auf 
das trefflichste. Spiter führte er die Augenblicksnotizen 
in Feder und Tusche aus, und so entstanden 108 Blittcr, 
die jetzt im Besitz der königlichen Akademie der Künste 
aufbewahrt werden. Unter dem Titel: .Von Berlin nach 
Danzig, eine Künsilerfahrt im Jahre 1773* 
sind simtliche Blittcr in Lichtdruck bei 
Amsltr & Rulhardl mit erlluterndem Text 
und einer Einführung von H''. v. Oettingen 
im Druck erschienen. 

Aus der gewaltigen Anzahl \ferkc sei 
nur auf Basedows Elementarwerk noch 
hingewiesen. Das Werk des eigenartigen 
Pidagogen: .Elementarbuch der mensch- 
lichen Erkenntnis*, ein vollständiger 
Orbis pictus erforderte eine fünzehn- 
jlhrige Arbeit, die mit all den Unanehm- 
lichkeiten nur eine so ausdauernde Per- 
sönlichkeit wie Chodowiecki zu leisten 
vermochte. Eine stattliche Zahl von 
Stechern in Berlin, Leipzig und Hamburg 
stand unter dem Einfluss des Meisters 
und so konnte das vierbindige Werk 1774 
bei Leberecht Crittius in Leipzig erschei- 
nen. Chodowiecki zeigte sich hier wieder 
völlig als Herr der Situation und schuf 
Bilder von einer Intimität und Feinheit 
überall da, wo es galt, das stille Glück 
hluslicherFreuden ungetrübten Familien- 
lebens zu schildern. Er selbst lebte ja in 



den harmonischsten Verhältnissen und radierte 1771 als 
Geschenk für seine noch in Danzig lebende Mutter das 
.Cabinet d'un pcintre". 

Der Künstler selbst sitzt im Hintergrunde am Fenster 
und blickt mit beobachtenden Augen auf die versammelte 
Familie, die auf das zwangloseste gruppiert, in natürlichen 
Verhältnissen zu einander in Beziehung gebracht ist. 

Ein ebenso liebliches Stück anheimelnden Familienlebens 
ist auf der Titclvigncitc zu Cotters Gedichten gegeben, die 
kniende Mutler mii den beiden sich anschmiegenden, 
schmeichelnden Kinderchen. 

Auch zu des bekannien Friedrich Nicolai Roman .Se- 
baldus Noihankcr* schuf der Meister ungemein charakter- 
istische und lebenswarme Bilder. Auch zu des seltsamen, 
vcrstandcskühlen Aufklärers Nicolai Tendenzroman: .Die 
Freuden Verther des Mannes*, der gegen des jungen Goethe 
.Werlhcr', 1774 erschienen war, schuf Chodowieki 1775 
Illustraiionen. Erst 1779 radierte er zu Goethes Verther 
einige Platten: eines derSzenenbitdchen, Lotte dem Diener 
die Pistolen reichend, ist hier ebenfalls wiedergegeben. 
Von 1773 bis 1801 erstreckt sichdie Thätigkeit Chodowieckis 
anfalle bedeutsamen Namcndcr Glanzzeit deutscher Litte- 
ratur. Außer den schon genannten Autoren seien nur 
noch genannt die Illustrationen zu Bulfons .Natur- 
geschichte", Krünitz' .ökonomische Encyklopldia* ; J. K. 
Lavaters .Physiognomischen Fragmenten zur Beför- 
derung der Menschenkenntnis und Menschenliebe* lieferte 
er eine größere Anzahl von Blättern. Längst verschollene 
Romane aller Art finden sich in Engelmanm Katalog, wie 
die .Geschichte eines Genies*, wie .Phillipp von Freuden- 
ihal*, Joseph, ein Gemälde der großen Welt-, .Wil- 
helm von Blumenthal*, .Carl Fcrdincr*, .Dr. Menadis 




Au* BiMdo«-s ,Etcinenlar«'erke* 1774. 
Aui: W. V. Ocninpa, Ou^mmnU. CrXn Vtrtt, Btrtim. 



^ 99 tSs 



18» 



^H'K'KW/M'M'M'K'K'««, ARCHIV FÜR BUCHGEWHRBE ^rar3r^r3r3r^r^3«>JrM^ar 



Leben", ^ulchen Grünthtl"; zwischen diesen lingst ver- 
gessenen, gchalivollc Bücher, die sich noch heute Achtung 
und Verehrer erwerben. Heinrieh Jung-Stillings „Selbst- 
biographie", Hippels „Lebensläufe in tuTsteigender Linie", 
Pestalozzis .Lienhard und Gertrud", Campcs „Robinson 
der Jüngere", Jean Pauls „Unsichtbare Loge". Übersetzun- 
gen von Romanen aus dem Englischen und Französischen 
schlicOcn sich an. Unter ihnen sind zu nennen: Lesages 
„Gil Blas", Voltaires „Candide", Rousscaus „Neue He- 
loise", und vor allem Richardsons .Clarissa". Gedicht- 




Tdctvi^nette zu GotKri Gedichten. I7W. 
Aui: KimnMrer, OloJawucH. Vcriaic von Vrllunn (r KlatiitK. 

Sammlungen aus der Sturm- und Drangzeit, von Bürger, den 
Brüdern Stollberg und Götter an bis zu Mattisson und der 




SceocnMld cus ^U'enher*. Lone, dem Diener die Pietäten retchead. 
Tilclkuprcr lu Coelh« Schriften. I7T9. 
Au»; Kimmcrrf. Ckeiomrfki. VcrUc von Vtthai^tn & Ktatinf. 

Romantik, SchwSnlie wie die von Langbein, Mirchcn, unter 
andern die der Kaiserin Katharina von Russland, Novellen 
von Wezel, Karl Grosse, August Lafontaine, die Schriften 
des Wandsbecker Boten Claudius und die dramatischen 
Werke des Dincn Ewald waren zu illustrieren. Auch an 
sXmtlichendeutschenKlassikcrn.mitAusnahmcvon Herder, 
hatte der Künstler sich zu versuchen, Wielands .Idris", 
Klopstocks „Herrmannsschlacht", Schillers „Riubcr", „Ka- 
bale und Liebe" wurden ihm anvenraut, von Goethe endlich 
musste er für verschiedene Ausgaben, besondersfürdie von 
Goeschen 1787 und für die Himburgschen Nachdrucke, 
den.Werther", .Götz vonBcrlichinRcn',,Clavigo-„Stella", 
„Triumph der Empftndsamkeit", „Clnudine", „Erwin und 
Elmire" und zuletzt „Hermann und Dorothea" bearbeiten, 
teils selbst radieren, teils von andern radieren lassen. 
Dazu gesellen sich noch in bunter Reihe eine gewisse Art 



von Schulbüchern, pädagogischen Werken und geschicht- 
lichen Darstellungen. 

Es gab in Deutschland fast keinen halbwegs angesehenen 
Verleger, der sich nicht um Chocfowiirrlcis Platten bemüht 
hätte, obgleich er sich, nach damaligem VerhSlinis, hoch 
bezahlen ließ. 1786 erhöhte er den Preis einer Kalender- 
platte zu 12 Bildern von 200 auf 300 Thalcr. Kür die Platte 
„Ziethen vor seinem König sitzend" verlangte er altein 
äOOThaler. Aber seine künstlerische Unierstüizungsicberte 
selbst wenig wertvoller Liticratur Absatz, und so mussten 




Abi BlankcnbunKs .Belirigen*. 
Aai: W.T. (3<ltiil(fn, Cllodcmitcki. Cntn Vtrtag. Bfriin. 



sich die Verleger wohl oder übel drcinfinden. Um vielerlei 
Unannehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen, hatte er 
schon 1771 in seinem Hause eine Presse aufgestellt und 
ließ den Druck so unter seiner Aufsicht vor sich gehen. 
Seine Technik bleibt ohne allzu merkliche Unterschiede von 
1770 an bis zuletzt im Prinzip die nlmliche. Er führte seine 
Nadel leicht, manchmal auch trocken und spröde, meist 
dem Inhalt entsprechend, und es ist leicht zu merken, wenn 
er sich eilig eine Arbeil fortzuhelfen suchte, die ihn wenig 
befriedigte. Bei außergewöhnlichen AnUssen zierlich, oft 
allzu subtil und über sein gewöhnliches Format hinaus 
durfte er sich nicht wagen, ohne trocken, ja hart zu werden. 
Das fand schon Goethe, der darüber schrieb — „Nur darf 
er nicht aus seinem Kreise, nicht aus seinem Format 
herausgehen, wenn nicht alle seiner Individualitit gehören- 
den Vorteile sollen verloren sein." 



«s« 100 Di» 



mmmmmmmMmMm, ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE «>miewwa«wwaMM» 



N«cli alle dem ist es wohl nicht möglich, Chadowiceki 
unier die „GroQen*, die .Könige der Kunst" zu rechnen? 
Gewiss nicht. Aber mit einem weiteren Vorte Goethes aus 
seinen MaitimeB uad ReBexianen ist Trefendeagffitci und 
ferade auf OuimHüMt Art piMt M irtnM^Mit «Dar g*- 
fingM« M«>s^ tmm Im^Icm müi, weafl er steh imeAdb 
der Cremen letaier Flbl^elten und Fertt||Mlen bewegt; 
aber selbst schöne Vorzüge werden verdunkelt, aufgehoben 
und vernichtet, wenn jencü uneriä&slich gerorderte Eben- 
maO abgeht.' 

Ckoäomweki entwickelt« sich laofsam und wusste sich 
inmer su bcMbeidea, venn er eber vSillg in den Grenzen 
setner Befebung, Miam echSnen TnlMl«* blieb, deim ge- 
langen ihn Veilie von bewondemtverler Feinbelt in Hal- 
tung und Ausdruck. „Aus seinen Birkungen ging eine der 
Vurzcln des modernen Kealismus in der bildenden Kunst 
hervor, und deshalb wur der PorlMiiiitl^dea er nactata, la 
der Thal ein so wichtiger." 

So ist der EinAuss Chodowieckh auf Adolph Mensel, den 
gliosendsten und teietreictaeten DlutraMir des neuoiebn- 
ten Jebrhunderts, ve« enrter Bedeatnng gewesen. Je, ohne 
Chodnu-ifrlci'i ehrliches Ringen um den Ausdruclt schlichter 
Natürlichkcir, wäre es Men::el wohl kaum mit solcher Voll- 
L-ndung gclun;;en, die fridericianische Epoche mit solch 
treuer innerer Wahrheit in seinen Bildern und Illustrationen 
zur Geschichte Friedrichs des Crofien, wieder aufleben zu 
lassen. M*nztlh».t auch nie mit seiner hoben Verehrung für 
dengrollcB«KMniBcisier*iuiM[gebaliBn. UndaascrToll»- 
tümlichster Meister iMdti^likkUr steht ebenfalte in naher 
innerer Verwandtschaft zu dem Danziger KQnstler. Der 
aber war ein Mensch, der mit der „U'ahrhaftiRkeit die U'ahr- 
heit liebte und sieh dadurch troiü Met hc-inmendea Irr- 
tOmer ein Leben nach dem Tode errang. Denn was ihn 
neben wenigen Kfinstlem Jener Zeit mit JMacbt beseelt«, 
das labt aoeh haata ia der Kaast aad wird fbfUeben, wie 



es von icher die Auscrw ählten beherrschte: der Durst 
nach Erkennint» und der Wille, für da« Erkannte mannhaft 
einzustehen". — 

Von CAodoiriMiUa VerfcstrAmt sunt Teil der Zauber einer 
FeamgKikwde auf uns Iber; Jaae esiichwvadaae Zeit^ die 
niaa iincn die i4iM* «lle^ ntant» siafet «as bih seinen 
Bllltem findig und anbeimetnd vertraut aus großen 
AuRcn an. Aber nicht nur die eine Seite seines Instrumen- 
tes beherrscht der groUc »Kleinmeistcr" des achlichnten 
Jahrhunderts, er kennt auch die Kehrseite der Medaille und 
er ist ehrlicher Realist genug, um nichts zu verschweigen, 
wss er einmal gesehen und erfasst hat Aber «r wird «la 
bitter und gallig wie der Eaglinder Hogartkf dw Selsen 
Zeitgenossen so deibeVshrbeiien gesagt hat In seinen ver- 
schiedenen Bilderfolgen. Chminu iecki wehrte sich auch, 
mit ilim verglichen zu werden, und Ciocthe kommt ihm auch 
liier zu Hilfe: „Unser wackerer ChtidowU-cki hat manche 
.Scenen der Unnarur, der Verderbnis, der Barbarei und 
des Abgeschmacks ttcflUcb dsrtestcllt; allein was Ihat er? 
Er stellte dem HssseasiKfleB sagleieh das LiebenswGnUge 
entgegen, Sieiten einer gesunden Nstvr, die sieb ruhig ent- 
wickelt, einer ZWeckmJßiRen Bildung eines treuen Aus- 
dauerns, eines (;cfUll igen Streben* nacii Wen und Sch5n- 
heit." 

Gewi»» iU eine, dmChoämfieckis Kunst noch lange 
dauern kann und dass sie sieb inoier von neuem Freunde 
lu werben vermögen wird. Vsa menscblicbe Anerkenanng 
m geben vetmsg, ist ihm reichlich sa teil geworden. Er 
erlebte es noch, dass er an der Akademie, der immer seine 
Sorge gegolten hatte, nach B. Roän Tod Direktor wurde. 
Die Kunstakademie in Sicna sandte ihm das Diplom eines 
academico associato libcro. Anfangs 1600 erlitt er einen 
Schlaganfall, und am 7. Februar 1801 musste der bis zuletzt 
Thittge das Verlteeugaus der Hand geben, mit dem er so ehr^ 
llehtewiitthstiaelalangeaarMggekrSMesLebM Uddiwebi 



Hofrat Dr. Oscar v. Hase. 



IN der Hauptversammlung vom Z Febntsr IMI bat Ho^ 
rat Dr. Oscar V. Hase sein Amt als I. Vorsteher des 
Deutschen Buchgewerbeverein* wegen Überlastung mit 
anderen Pflichten niedergelegt, nachdem er es 17 Jahre 
hindurch, seit der Begrüadung des Vereins, in selbst- 
laaesler aad tbaibilMgslsr Veise geführt bat. Di« Ver- 
sanntaflf bat 4ea bochvordlenlon Mann gilMita, als 
„Attersvorsteber" dem Verein sneb In Zukunft eng ver- 
bunden ;u bleiben; es ist eine Ehrenpflicht. d;iss wir ihm 
nun »uch an dieser Stelle den Dank und die Anerkennung 
zollen, die ihm von «llcn Seiten schon in reichem Maße 
zu teil geworden sind. Ein kurzes Lebensbild mag am 
besten zeigen, welch' unermüdliche und staunenswert viel- 
seitige ThlU^eil er sum Besten der Allgemeinbeit, zum 
Vöhl« des gesamten Buebgewerbes durch Isngejsbre ent- 
faltet hat, eine Thäiigkcit. die im vorigen Jahre mit der 
Einweihung des fast aus dem .Nichts durch ihn geschaffe- 
nen monumentalen buchgewerblicben Gildenhauses ihren 
Gipfelpunkt und einen glinzenden Abscbiuss erreicht hat. 



Oscar V. Hase wnrde am IS. September 1M6 als der 

iungste Sohn des berühmten Jenaer Theologen Karl 
von Hase, der Pauline geb. Härtel zur Fmu hatte, geboren. 
Von vornherein wurde er für den Beruf des Buchhindlers 

bestimmt, machte von IStiöbis läää eine buchhindlerische 
Lehre bei Gustav Marcus in Bonn durch und widmete sich 
IMg/BOaufder Universitltjena vonfigUeb philosopbisdiea 
Studien, sowie der Oeschlcbte und der Volkswirtschaft. 

Dieses Studienjahr schloss er mit der Doktorprü'ii- i; 
Seine Disserlation: »Die Kobcrger, Uuchhändlerfamilie zu 
Nürnhcrg", kann als erste buchhän !:: he Doktorarbeit 
gelten. Am 26. April 1808 trat er aul ein Jahr als Volontir 
in die Firma Breitkopf & Hirtel ein und wollte dann in der 
Fremde sich Mir die spktere Leitung des ausgedehnien Ce- 
seblftes vorbereiten. Dur^ den Krieg gegen Frsidireieh 
wurde dieser Plan vereitelt. Beim Rheinischen Kürassier- 
Regiment Nr. 8 machte er den Feldzug mir. Noch vor 
Metz wurde er zum Unteroffizier crn.mni, lehnte aber in 
Hinblick auf seine geschlftlicbcn Verpflichtungen weiteres 



«S« 101 .tfia 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arararjrjrararjrarar» 



Avancieren ab. Seine Tapferkeit wurde durch Verlei- 
hung des Eisernen Kreuzes belohnt, das er als Erster in 
seiner Schwadron erhielt. Am 1. Mai 1871 nahm er seine 
buchhindicrischc ThitiKkcil, und zwar als Gehilfe in der 
Firma Breilkopf & Hirtel, wieder auf; am 2. Januar IB73 




Hofrat Dr. (hcar r. Hau. 



wurde er Prokurist dieser Hirma, am 2. September 1875 
Teilhaber. Seine geschifiliche Thltigkeit galt besonders 
dem Verlage, während sein älterer Vetter Stadlrat Wilhelm 
Volkmann (+ ISSfli, mit dem er über ein Vierteljahrhundert 
das Geschäft fijhrte, seine Hauptthitigkeit auf die Druckerei 
lenkte. Er führte den Verlag der Firma auf den gegebenen 
Grundlagen planmäßig weiter, und üeU namentlich dem 
musikgeschichtiichcn und dem Musik-Verlage besondere 
Pflege angeileihen. Er betrachtete es als eine Lebensauf- 
gabe, den Musikverlag des Hauses in den Dienst der 
öffentlichen Musikpflege zu stellen, und hat ihn innerlich 
und äußerlich einheitlich ausgestaltet. 

Seine eiserne Thalkraft und unermüdliche Arbcits- 
frcudigkeit machten es ihm trotz seiner umfangreichen 
geschäftlichen Thitigkeit möglich, sich in ausgedehntem 
Malle auch den allgemeinen Pflichten des Berufslebens 
hervorragend zu widmen. Das buchhändlerische Gemein- 
wesen sowohl, als ganz besonders auch das buchgewerh- 
llche, verdanken ihm viel. Im Börsenverein der deutschen 
Buchhändler gehörte er der historischen Kommission, 
dem Bibliothek»-, dem Börsenblatt- und dem Verwaltungs- 
Ausschusse, und als 2. Schatzmeister auch dem Vorstande 
■n; er war es, der die Schenkung eines großen Platzes 
von der Stadt Leipzig und als Berichterstatter des Vcr- 
waltungsausschusses des Börsenvereins zur Ostermesse 
IH84 die einmütige Annahme des von ihm vorgetragenen 
Planes zu einem neuen deutschen BuchhSndlerhause er- 
wirkte. Gegenwärtig ist er noch damit beschäftigt, im Auf- 
trage des Börsenvereins die von Friedrich Kapp begonnene 



.Geschichte des deutschen Buchhandels" fortzusetzen, 
und die Unmöglichkeil, für dieses Werk die nötige Zeit zu 
erübrigen, wenn er nicht auf anderer Seite wesentlich ent- 
lastet würde, war es, die ihn jetzt zwang, den Vorsitz des 
Deutschen Buchgewerbevereins niederzulegen. 

Auch im Vorstande des Vereins der Buchhändler zu 
Leipzig war er lange Jahre, zuletzt von ISM 1898 als Vor- 
steher, thätig; den Verein der Deutschen Musikalien- 
händler hat er seil 25 Jahren ununterbrochen als Vor- 
sitzender geleitet und auch der Deutsche Buchdrucker- 
verein wie die Buchdruckcr-Berufsgenossenschaft fanden 
ihn zu erfolgreicher Mitarbeit bereit. 

All dies wird aber weit in den Schatten gestellt durch 
die glänzende organisatorische Thätigkeit, die er, obgleich 
dem Beruf nach mehr Verleger, in dem von ihm 1884 be- 
gründeten Ceniralverein für das gesamte Buchgewerbe, 
der jetzt den präciseren Namen Deutscher Buchgewerbe- 
verein führt, entfaltet hat. Aus seiner Stellung in einem 
huchhändicrischcn Univcrsalgeschäft und der mannig- 
faltigen ehrenamtlichen Thätigkeit gewann er die klare An- 
schauung von der Einheit des großen mannigfach ge- 
gliederten Buchgewerbes ein von ihm neugebildeter 
Ausdruck, der inzwischen bereits völlig in das allgemeine 
Bewusstsein übergegangen ist , und in allen seinen 
Ehrenämtern, die seine Ceschäftsihäligkeil fast zu über- 
wuchern drohten, hielt er stets als Hauptziel fest: ,Ein 
einiges deutsches Buchgewerbe unter Führung des Buch- 
handels in lebendiger Selbstverwaltung der einzelnen 
Glieder, aber im geschichtlich gewordenen Verkehrs- 
centrum stark und einheitlich genug organisiert, um einem 
Weltbuchhandel als Grundlage zu dienen." Dieses Ziel 
sollte der neubegründeie Verein vor allem anstreben. 

Von grundlegender Bedeutung war es hierfür, dass 
Dr. I'. Hase vom Sächsischen Landtage den Ankauf der 
Ktemmichen Sammlung und deren Oberweisung an den 
Verein als Grundstock eines Deutschen Buchgewerbe- 
museums erreichte. Mit Eröffnung des neuen Buchhändler- 
hauses siedelte der Verein samt dem Buchgewerbemuseum 
dorthin über, konnte aber infolge leidigen Plaiimangels 
nicht in der intensiven Weise wirken, die er als sein Pro- 
gramm aufgestellt hatte. Wie nun Hases erHnderischer 
Geist auch hier Rai zu schaffen wusste, wie er mit kühnem, 
fast gewagtem Griff dem Buchgewerbeverein ein stolzes 
eigenes Heim geschaffen hat, wie er endlich mit diesem 
zugleich den großen Gedanken eines Ehrendenkmals der 
Druckerkunst verschmolzen und der Verwirklichung zu- 
geführt hat, das ist noch lebendig in aller Erinnerung. Die 
Schöpfung des Deutschen Buchgewerbehauses ist eine 
wahrhafte Großthat, deren Wirkung für ganz Deutschland 
erst dann recht erkannt werden wird, wenn dieOrganisation 
des Buchgewerbevereins völlig durchgeführt ist. Und 
wenn Dr. Oncar v.Hase von allerlei Anfechtungen und An- 
griffen bei seiner Thätigkeit nicht verschont geblieben ist, 
so mag er sich mit dem alten Spruch getröstet haben: 
.Wer will bauen an der Straßen, der muss die Leut' reden 
lassen!' Der Deutsche Buchgewerbeverein aber weiß es 
wohl, was er seinem Begründer, der ihn durch 17 Jahre 
mit starker Energie und kluger Diplomatie erfolgreich ge- 
leitet hat, schuldig ist; seine Ziele der vollen Verwirk- 
lichung entgegenzuführen, ist die Pflicht seiner Nachfolger. 
Für alle Zeiten aber ist der Deutsche Buchgewerbeverein 
unlösbar verknüpft mit dem Namen Oscar v. Heue. 



ca« 102 



•«i/*frS(,'«&MWKie'K«« ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE wjrjrjrjrjrjrjrjrjrjr 



Hofrat Ottomar v. Volkmer. 



AM 20. Janutr ist in Wien der k. k. HoFral und Direktor 
der k. k. Hof- und Stiatsdruckerei Ollomar v. yolkmer 
gestorben. Er wurde am 7. Mai 1830 zu Linz geboren, be- 
suchte zu Mihrisch- Neustadt die UnterreaUchule und 
trat 1856 in die Artillerie -Schulkompagnic zu VCien ein. 
Nach Absolvierung des 2. Jahrganges wurde er als der 
dritte im Range siaiutengemlO fijr die höhere militärische 
Ausbildung bestimmt, und 1857, nach Ablegung der vorge- 
schriebenen Aufnahmeprüfung in den I. Jahrgang der 
k. k. Artillerie-Akademie nach OlirOtz übersetzt. Er ver- 
ließ diese Anstalt als erster im Range, wurde dann von 
Sr. Majestät dem Kaiser 1861 zum Leutnant 2. Klasse im 
Feld - Artillerie - Rcgimente ernannt 
und zugleich nachV^ien in Garnison 
versetzt, wo er sich mit Eifer und 

großem FleiOe dem praktischen 
Batteriedienste widmete. 18(i3 trat 
er zur weiteren Ausbildung in den 
höheren Artillerie-OfBzicrskurs zu 
WeiUkirchen in Mihren und wurde 
nach Absolvierung desselben 1805 
mit Obergehung der Charge des 
Leutnants höherer Gebühr, zum 
Oberleutnant Im 4. Feld- Artlllerie- 
Rcgimenlc befördert mit der Be- 
stimmung zum Veiterstudium der 
theoretischen und praktischen Che- 
mie an der Universitlt in Wien, wo- 
selbst er im Laboratorium des Pro- 
fessors Dr. Redtenbacher sich mit 
unermüdlichem FleiQe diesem Stu- 
dium widmete. Mit Anfang Mai 
I8ä6 musste er diese Studien unter- 
brechen und infolge Mobilisierung 
der Armee zum Truppendienste ein- 
rücken. Er erhielt seine Einteilung 
bei der Brigade Fleischhacker im 
vierten Armeekorps Graf h'eitelics. 
In dieser Dienstesstellung machte 
Oberleutnant Volkmer am 2tt. Juni 
1866 das Gefecht bei Königinhof 
und dann am .\ Juli die Schlacht 
von Königgrltz mit. Seine Batterie 
war es, welche in der letzteren 
Schlacht im Momente, als die Ar- 
mee des Kronprinzen von Preußen 
durch ihre unverhoffte Ankunft am 
Schlachtfelde in der rechten Flanke 
der österreichischen Armee Auf- 
stellung nahm und dadurch das 
österreichische 4. Armeekorps in 
eine sehr gefihrlichc Lage versetzte, 
in das Gefecht eingriff. Die Bat- 
terie hatte den Befehl erhalten, den 
Rückzug des Korps bis zur letzten 
Patrone zu decken, so dass dieselbe 
zum Schluss von drei Seiten in das 
Kreuzfeuer preußischer Infanterie 
und in der rechten Flanke in das 



Kariätschfeuer einer reitenden feindlichen Batterie geriet, 
zusammengeschossen am Platze liegen blieb und der Bat- 
teriekommandani sowie Oberleutnant r<if<rmrr und 17 Mann 
als Überlebende in die Kriegsgefangenschaft kamen. Er 
wurde inStralsund interniert und rückte nach seinerRanzlo- 
nlerung wieder zur Fortsetzung der Studien an die Univer- 
sitlt in Wien ein. Volkmer erhielt in Anerkennung her- 
vorragend tapferer und vorzüglicher, sowie sonst verdienst- 
licher Leistungen im Feldzuge gegen Preußen von Sr. 
Majestit dem Kaiser das Militir-Vcrdienstkreuz mit der 
Kriegsdekoration. 
Nach Beendigung seiner Studien 1867 wurde Volkmer 




Hofrat Ottomar von Volkmtr. ^Autotypie aui der k. k. Hof* iiftd SUAIailmckcrci ta %'icn.t 



ca« 1U3 Sä« 



<WL'MfMm/M,'W,'»L<Mrm/umL ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 3rjrdrjr«rMrdrj«s)rdrar 



dem Artilleriekomitee zur Dienstleisiunf; überwiesen, IS6S 
aU Lehrer der Chemie und Physik in die k. k. Artilkrit- 
KadcttL-nsL'hulL- •.nmir.iindirrt und in tlicscr Slfüiin^ i872 
■uOer der Rangstour zum Hauptmann 2, Klasse befdrder». 
titch T^icbL-niShrlger vorzüglicher Ver«'endung daselbst, 
wurde derselbe I87S dem k. und k. inililir-gc«xriiptii«chen 
Inttitute sugeMlt. Er «rklitl in AflMkeflnang Miner in 
Lehramie erwQTlMMitn Vtnlteasi« das Rinerlinnisde« Tnm 
Josephs-Ordens. Als 1879 derVorsrtnd der techntschen 

Uruppc Kitte- r. Schönhiibfr starb, trat er an derben SlcIIc, 
wurde lisÜÜ lum Majoi hefurdert und ]S.S1 dcfinitu /um 
Vorstände der technischen Gruppe im k. und k. militür- 
geographischen Institute ernannt, Er erwarb sich in iiurzer 
Zeit in dieser hervorragenden Stellung die vollste Zufrieden- 
heit der Direktion dieser Anstalt und des k. k. Generalstabes, 
dem diese Heerecanstah unterstellt. Durch seine Tieltei» 
tige wIssenseliaMichc Bildung, gepaart mit großem FleiQe, 
unterstützte er in erfolgreicher Welse die Bestrebungen 
nach Verbesserung, in den diversen Reprodukliansfachcrn 
und suchte durch zahlreiche Vonrigc in wi:s!t£ni>uliar(li£hen 
und Fachvereinen die Kenntnisse In der Kcproduktions- 
teclmik SU popularisieren, womit er bald eine in allen 
Kreisen Viem beamis bekannie PersSnliclikeit wurde. 
tB85 Mfli ObentleutiMflt in der Aitillerie beOrderi, wurde 
er im selben Jaltr snm VIsodireklor der k. k. Ho^ and Staatt- 
dt LJcVerei mit dem Titel und Charakter eines k- kRe^ii^rungs- 
ratcs ernannt. Volkmer hat sich seiner vcrantworiu:tgs- 
vollen Aufgabe mit grorjein Eifergewidmei, Verbesserungen 
und Neucrunfen in den Ateliers der Photographie und der 
modernen IteprodBktlotwverMiren dafelBlirt, den Betrieb 



der Galvanoplastik mit djrmimoelcfttitoclien Masciilflen 

inauguriert u. s. w. 

Im Jahre 1889 machte er in Gemeinschaft des damaligen 
technischen Inspektors G. Fritz eine Studienreise nach der 
Schwell, Frankreich, England, Holland und Deutschland, 
um die gesammelten ErfUiniitgea beim Neubaue der k. k. 
Hof - tind SlutsdruGttrti alt Mitglied In der Baukommlsslon 
des k. k. Finaflzm Mmerinms au w r w en m i. Die neue 
Anstalt wurde im April IBBZ erflfltaet und Volfaner nacli 
dem Rücktritte des Hofrales Ritter r. Rtck als Direktor der 
Anstalt ;im 19. November lfif2 7um Hofra' und Direktor 
der 'f.. X. Hof- und Staatsdrucke rci ernHnnt. Vor \*enige:i 
Wochen wurde Hofrai Volkmer in den Adelstand erhoben. 

In der Fachlitteratur ist Valkmer durch mehrere Werke 
bekannt, wie: „Die Technik der Reproduktion von Militfr- 
karten*^ 1855, «Betrieb der Galvanoplastik IBr Zweekt der 
graphischen Künste mit Dynamomaschinen" 1888, »Die 
Photogalvanographie u. s. w.* 1890, .Die Photographie von 
Unsichtbarem" ISSM, _Die Photogravure u. s. w." lS9<i und 
andere, welche Abhandlungen in Fachkreisen groQes An- 
sehen genießen. Er war auch Mitarbeiter an vielen Fach- 
leitscbriflen, wie: der .Photographiscben Korrespondenz*, 
dem Jabitnchei" Dr.J. M. Edm, dor .Zeltschrjft für Eick- 
troMcbnlk* und anderen. Heftäl l^oOmur war ein Mann 
von ebenso umhssender wissensehaittieber Bildung als 
von tincrmüdUcher ThStigkelt. Durch sein friahzciiigcs 
Abiehen hat die graphische Kunst einen schweren Verlust 
erlitten. Die zwei .Momente, die ihn f;anz bcsondcr.s charak- 
terisierten, sind: .Rastloses Streben in der Wissenschaft 
und raatloa« Aibeit Im Ltbe»*. 



Die Lehranstalten für graphische Kttnste. 

I. Die tnehniaeh« Lahr- und Vonttehaanaialf Nr phatamaafeanieche KapraduktionavarlSihrafl 

KLIMSCH Co, Franklttit a. M. 



ANFANG I88S richtete die durch ihre Thltigkeit auf 
graphischem Gebiete allbekannte Firma dem Dienste 
der Lichlbildkunst ein Atelier mit Luboratorium ein, um 
in Verbindung mit einer kleinen Ätzerei, Licht- und Stein- 
druckcrel stets in der Lage zu sein, alles was bei AusQbung 
der photomecbaniacben Verfabren ndtig ist, wie die auf 
den Markt kämmenden neuen Artikel aaf ihre Gflta hin tu 
praren und ev. VerbesserungKa aalbat vonunehman. Dann 
ein grSfteres Fachgeschlft fSr teehnfsehe Bedarfsartikel 

muSS stets in den Stand gesetzt sein, seinen .Abnehmern 
für die Qualität durch praktische Vorführung ur.d vorherige 
Erprobung der \X are Rarantieren zu können. Leicht er- 
klärlich trat gar bald der Fall ein, dass dieienigen Kunden, 
welche bei sich die Ätzung, die photograpblschen Druck- 
verfahren einzulfibren beabsichtigten, einen entsprechen- 
den Unterriebt verlangten. Bri den sieh fbrtwihrettd 
mehrenden Wünschen in dieser Hinsicht genügten die ur- 
sprünglichen Riume sehr bald nicht mehr, es wurde nötig 
größere zu beschaffen, neue zahlreichere Apparate aiifiu- 
stetlenund das war das Essentlale — besondere in Theorie 
und Praxis bewährte Lehrkräfte zu gewinnen. So ent- 
wickelte sieb ganz naturgemlfi, der gesteigarten NachfT^ 
enl^rtciiand, aiu dar in kidnem MaSatab goplaaian »pri- 



vaten Versuchsanstalt" eine .öffentliche Lehr- und Ver- 
suchsanstalt*. Der lebhafte Anklang, den dieselbe auch 
im Ausland fand, bedingte vor ^weijahren eine abermalige 
Haum-Ausdehnung, so dass die Anstalt zur Zelt sich über 
3 Stockwerke mit zuaammen flOD Qutdraiaeter Fliehen- 
inttalt erstreckt. 

Van den aiaaelneii RSuman und dam Verwawimgyha« 
wk aina kuna Ohataieht. Im photographuelm AMkr riad 
vier Reproduktionsapparate au^estellt, die sieh auf den 
üblichen Schwingcgcstcllen befinden. Die sechs elck- 
iri-schen Bogenlampen besitzen jede eine Leuchtkraft von 
I5U0 2U()0 Kerzen. Die beiden ünnkclkammi-rn sind für 
das nasse Verfahren bezw. für das Arbeiten mit Trocken- 
platten und orthochromatischer Kollodium - Emulsion be- 
aümmt. Der eigentliche Druck wird in der Drudurti auf 
drei Stein- und Lichtdmek-Handpreaaen neueater Kim- 
strukiion gelehrt. Hierbei wird besonderer Nachdruck auf 
den für den Buntdruck so wichtigen Lichtdruck-Überdruck 
auf Stein, sowie auf direkte Kopien von Rasternegativen 
*ut Stein — nach eigenen Verfahren - gelegt. Der grofic 
Wert, welchen gerade diese beiden Verhbren für die 
Zwecke der Chromolithograpiiiehahen,sprittgtln die Augen. 
Die Loictoligkait, mit waleber man btl dam Ltebldruak-Um- 



«A» 104 M 



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Aubocjrpic luch t'mtr BJeiiliflicicbnunf. 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE IMM« 



dnwinnerlldimi ic4M b«liebi|e Mae «der |i«be Kon e^ 
iMhea kau, Meiet des veheUM SpMmm bei deewa 
Anwentfnng. Dte vollendete DnrchiilMituiig etner tolclieii 

Pla;tc crmÜKlichl es. die Anzahl Jcr für einen Kiüen Chromo- 
driick niitigcn F«rhplatten ganz bedeutend zu vermindern. 
Ähnlich ist es bei der Veruendung von autolypi»chen 
Kopien. Gerade für die Zwecke der Phoiolithographie 
eignen sich die Kornratter vorzüglich, da sie niemals, 
taek bei nocb ao viel PltKen, eia Moirte eraettien Uhiaea. 
Vieihcb wtffct encb eine Kombtnatloii von Raiter- and 
Kompltlten sehr gut. VFcgcn der großen Variationsfähig- 
kcit in der Anwendungdicscr verschiedenen pliotoimcltiini- 
sehen Oberiragungsverfahrcn . heJinRt liur. ■. j;Lr ni;c Ab- 
weichungen In der AusFührung, steht noch ein «ciles Feld 
IQr Verbesserung und V'crcinrachungderbiaberigenArbeto* 
meibodea offen. Hier die Ve^e n weiten aind in ertter 
Linie die gnipliliebe« Lebnnetalien benifl». 

Setbatversilndlicb werden aucb die anderen indirekten 
Kopier- bezv. UtndruckverFahren gelehrt. Die Sensibili- 
sicrung für Lichtdruck und für Phoiolilhographic geschieht 
in speiiellcn getrennten, entsprechend eingerichteten 
Riumen. Mit der Ätzerei steht in direkter Verbindung der 
Kepkr- imd Hetoachitnaal tür Hocbltiung, in welchen 
aucb eim KapUracftpfcaM tiir Aalwttgnat Prob«' 
drucken lalkesMIl itt. Ii der AMeHimg lOr Gdmao- 
pUuÜk «MNn auSer efner Scblagprcase mit Geshelzung 
twel Zeilenapparai!' für K'.iprirahbct'rung in Betrieb. Im 
Frät' und iMondiTiinjjsruum sind verschiedene Hilfs.- 
maschinen zum Bearheiien von Galvanos, Zink- und 
Kupfertilicbees sowie der Holzstöckc zum Aufklotzen auf- 
(•Stellt. 

in der nenen DreifarbmabUUMßg aind iwei Apparate 
für das direfcie and Indirekte VerbhKO auilicatetlt md 
wird hier aiiaeebUeBiich bei dem Liebte von vier besonders 
krtfltgen Bogenlampen gearbeitet. Die weitere Vcnroll- 
siindlgung dieser Ablcilunt; hilden uiodcr nunkelkartiiiUT. 
Vcrstirkungsraum, Priparierraum für die Übertragung auf 
Metall und Ätzerei mit Probedruckerei. Weiter schlieQt 
aicb bicr an die Abteilung f&r Retoucbe und Zeichnen für 
Repredukdonaiwefce lad eine besondere Abteilunc nm 
Arbeiia« «dt craOen Platten, wofDr eine Camera ■) : iO cm 
u. s. w. inr VerfOgnng atebt 

Im l^iczimmi'r ist reiche GcIcRcnhcit im thc nn rischcr 
uud littcrarischer Bildung geboten. Über lüü Fachzeil- 
schriftcn liegen dort auf. An die Bibliothek mit einigen 
hundert Binden scblieBt sich das Vortragstimmer, in 
weicbem tweimal wddtentlieb ibeoreilecbe Vorlesuofen 
mit erllatemdea Experimenten abfebalten werden. DIeae, 
die Praxia to weaentlich erginzenden Vortrlce teilen sich 
in solche Ober Pbotochemie und solche über photogra- 
phische Optik, I.chre des Lichtes, Besprechung zweck- 
niidiger Atelierl(On>.tniktionen u. s. \n . ^ic sind obligato- 
risch, da ein groQcr Wert darauf gelegt wird, dass ein jeder 
in seinem Fach setbstindig denken lerne, nicht lediglich 
mechaoiacb aeine Arbeit nach gegebenen Rezeptes vor- 



ridne, aoadem eich iber den elgentHeben Zweck aller 
Mwrtpnlaiionen wid basenders über den Qnmi der Zu« 
sammenietzung der betr. Lösungen vüliig klar werde, nm 

dann im Fall eines .Misslirjj;cns sich seihst K:it !ichalien SU 
können. Zu den Evperimentatvurtrügen wird allen IntercS" 
scntcn freier Zutritt gcwihrt. Was nun die Lehrmethode 
selbst anbetrilTt, so gebt man von dem Grundsatz aus, dass 
jemand, derdie modernen Reprodnktionsverfahreneriernefl 
wüi, «m sieh apimr damit aeia Brot sn verdieMi« wr 
allen Dingen eelbst liiere Zeit daifn thb Oben ranss und 
zwar unter der Leitung von tüchtigen Fachleuten, welche 
nicht nur theoretisch sondern mehr noch praktisch in diesem 
i'achcsich hcrvorgethan haben. Da außerdem den uu isten 
ScbOlern nicht gerade zu viel Zeit für die Erlernung der 
verschiedenen Verfahren zur Verfügung steht, so heiOt es 
mggllehtt die Zeit anaaOtien. Daher ist eine achistfindige 
HgliclieünterriciilS'tmdArbeilsseieetnienbrt. Umindesa 
jedem Einzelnen volle Aufmerksamkeit widmen zu können, 
werden in einer Abteilung nie mehr als fünf bis sechs, in 
der Lichtdruck- und Dieifarbendruck- Abteilung sogar nur 
drei Schüler gleichzeitig aufgenommen. Aus dem detail- 
lierten Lehrplan, der die Keprodukiionspliotographie, die 
Hocbitsung, die Autotypie, die Pboioliiliograpbie, den 
LldMdmek. XateoeiM Mad Z^Iumo fBr Repradttktloiia- 
iwe^ Hiid den Drrilbibeminicfc amfkaet, ergiebl alch, 
das« mit Ausnahme der PbotogravBre (uttd natBrtteb auch 
dl-, \X':io.!'i;ir\ Jtuckcsl alle photomechanischen Repro- 
dukiionsvcrfahrcn in der Anstalt gepflegt werden. Die 
Anstalt ist besonders auch viel vim AusUndern frequen- 
tiert; es wirken an ihr vier Lehrer unter persönlicher Obcr- 
leitimg der Inhaber der Firma Klimsch fr Co. Es ist gans 
cratauiilicb, wie dieae lediglicb aua Privatmitteln unter» 
baltene Anstalt obne |ede Subvention elnsig nnd allein 
durch eine zielbewusste, tweckailtaprechende Leitzing sieb 
so in kaum sechs Jahren emporarbeiten konnte. Gar 
manclu r Staat, weicher am falschen Flecke spart und seine 
eigenen dieselben Ziele verfolgenden, für den Aufschwung 
der graphi'^chen Künste geradezu unerlisslichen Schulen 
stiefmütterlicb behandelt, könnte danua die weise Lehre 
siaitafl (wem er nimlleb wUiO, daas jeder Aufwand sur 
i^Meruvg leeliniscber Kenmlaae sieb relcblicb lohnt. 
Dabei mflssten doch gerade bei den Regierungen höhere, 
national -ökonomische Gesichtspunkte mafigehend sein 
und nicht eine kleinliehe Sparpolitik, hei der sich weder 
Kunst noch Gewerbe entfalten kann. M enn e^ der guten 
Sache, der Förderung heimischer Produktion gilt, dürften 
nilgends Staat und Stadt vor größeren Opfern zurück- 
aehreekefl, aMch wenm die Zinsen nicht mit Sicherheit im 
selben Jabre wieder hereingebracht werden. 

Der Firma Kllmseh & Co. aber, die nach dem Motto: 
.Selbst ist der Mann" diese Anstalt ins Leben rief und mit 
großen Opfern stets weiter vervollkommnet, kann die 
graphische Welt, das gesamte Buchgewerbe für ihren 
Untcrnehaungageis« nor gratuIltraN, aalbwInnMe dank' 
bar sein. 




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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE MranmamiMMMM» 



Danksagung. 

DER Rat der Stadt l,cipzig hat dem Deutschen Ruchccw crbcvcrcin aus den Mitteln der Grassi- 
siiftung den Betrag von M. 20000, - zahlbar zur Hälfte iin Jahre 1001, zur Hälfte im Jahre 
1902, zur Erwetierung und Aufstellung seiner SsmmtungeD u. s. v. bewilligt. Vir bringen 
diesen erneuten Reweis wahren '^X'ohlwollens und weitblickender Gesinnung mit dem Ausdrucke 
tief empfundenen Danlies zur Kenntnis. Die Stadt Leipzig hat damit wiederum gezeigt, dass sie eine 
deutsche Siidt in besten Sinne d« Wortes ist und sein wilL Nidit nur dem Leipziger, sondern dem 
gesimten deutsehen Buehgewerbc wird die hochherzige Zuwendung nutzbar gemacht werden. 

IMpzig» Mirx IQOi. 

Der Vorstand des Deutschen Buchgewerbevereins 

Dr. L. yolkmann, 1. Vorsteher. 

Arthur Woernlein, Geschiftsrübrcr. 



Ausstellung von Kflnsderllthographien aller Länder 
im Deutschen Buchgewerbehause. 



DONM-KSTAG. Ji-n 14. Mär/, ist im ErdKeschosse des 
BiKll^;i."ii:rt^i.hauscs die Ausstclluni; von .illcn und 
neuen Künsiicrlitiioj{raphien fliler Lünd«r leid lich erSffnet 
worden. D«s deutsche Buchgewerbemuseum, das diese 
Abstellung in« Leben serufen hat, lictt ■ich bei den Vor* 
bereltungen von dem Gesichtspunkt leiten, dast die Lllbo- 
»'.raphie zunächst eine graphi.-^che Kunst ist und dm« sncb 
jjf^i. h A htlich das Beste und Wertvollste, das in dem •(>• 
gclaufuriLn JahrliunÜL-rt idrcs derikuririli^^tn Lchi-ns ent- 
standen i«t, auf das bingreii'en der Künstler zurüc'uurührcn 
•ein dürtle. Man hat sich darum auf die Künstlerlitho- 
grsphie, d. h. auf die BJItier besctarlnki, die von Künstlern 
eigens n dem Zweck der Vervieinirigung mittels Stimm» 
druclis entworfen und womöglich auch direkt auf den Stein 
gezeichnet sind. Anstaltenlithographie blieb grundsitzlich 
ausgeschlossen. Die Ti-ndcii/' Jlt Ausstcl.unii; i^it somit, zu 
zeigen, was Künstler aus der Lithographie gemacht bab«n: 
M tot das Feinste und Höchste, wis mit Ihren MiHeln Über- 
haupt erreicht worden ist. 

Die Ansatetinng »igt sunlchst im Nordwestsul dl« alte 
Lltliographie: eine Senefeldergruppe, die die Geschichte 
der Erflndung in allen wesentlichen Stadien erkennen llsst, 
dann frü huste Versuche von ühcrail her, weiter Jie Kü nstl er- 
arbeiten von Münch«;«, Bertin, Düsseldorf, Hamburg und 
anderen deutschen Städten, sodann Österreicher, Fnm- 
smen, Engllnder und sonatigeB Anstand. 

in groflcB Nordtial siiul die Meisler der neuen Kfinaiier- 
llthocrmptm ^ch der Wtedarbclelning der Kunst, die Im 
Anstaltenbetrteb nnkfinslteriseh ni>d hde (teworden war) 
zusammengebfiiofii. Vnr.i:i umder die neutsi.:IuTi , unter 
denen besonders die Ka.'l!>ruher hen'orragcn. Uann die 
Franzosen, Österreicher, Ho]linder,Be|gier und Englinder. 

Im Ostasai ist eine Vereinigung einielner allererster 
KüRstler ausgestellt. Wer sbid dfe Meister Rt^Sfbtt PetUn- 
kefutt Krithidttr, Mtiutlt mm Velk, Ortiiw und Lunoii je 



mit einer großen Zahl von Blittern, wohl meist mit alten 
ihren Hjiirtu erken vertreten, dazu einzelne besonders 
scbdoe Blllter von einigen anderen alteren und neueren 
Künstlem. Eine Zusammenstellung der Bliiter, die für den 
Pnn gesehallen worden sind, schlielk die Aussieliung ab. 

Die ausgesteUten Blitter aind nur tum kleineren Teile 
von den Künstlern selbst eingesandt worden. Weitaus das 
Meiste und Wertvollste verdanken wir angesehenen Samm- 
lern des In- und AiisliinJes, unter denen wirnur die Herren 
Dr. H. //. Mrifr m Hremen, Kann in Huniamhurn, Dr. Hey- 
mann in Wien, Aufseeßer in Berlin nennen, weiter öfTcnt- 
liehen Anstaitea, eodiich Kuosthlndlem. Allen den Vo^ 
ständen und Betitsem dieser Sammtangen mnss auch an 
dieser Stelle der wirmste und hersliehste Dank ausg^ 
sprochen werden für ihre oprerwilligeHnfe und ihre groBe 
Mühe, die sie sich im Interesse unserer Sache gegeben. 

Wenn man alles übersieht, muss man sagen, es sind hier 
Schltze zuummengebracht, wie sie so nicht sobald wieder 
bei einander lu sehen sein dfirlteo. Gerade die Gegeniiber» 
Bteiittng von alten und neuen, von in- und aoslindlschea 
Bllitem llsst ein Vergleichen und damit ein Berichtigen 
des Urteils zu, das hSchst bedeutsam werden kann. Man 

wird sehen, u ie w underbar weit schon die älteren Künstler 
in der Technik waren, wie liebevoll da das meiste gemacht 
ist, und wie oft sehr anspruchsvoll auftretende moderne 
Arbeiten sich recht bescheiden neben anderen mitunter 
viel llteren ausaebmen. 

Dann mag man dte wvndeitai« Vielstil^ItderMilial 
studieren, wie jeder wahre Künstler sich seine Weise scbslll 

und wie die I,^tti<)j;r;iphie .illeii Kereelil \niid. 

Wir geben uns der Holtnung hin, dass ein möglichst zahl- 
reicher Besuch die aufgewandte Mühe lohnen und der An- 
schsuang tum Sieg verhelfen mAchte, dass die Lithogrsphie 
das VonvoMm da leistet, wo sie In Kftnstierttliiden liegt 
und von Kflnatleraugeii kontrolliert wüd. 



MI 106 iflb 



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mmmmm.>Mmmmmm ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE a«^»aM»a«>»«<M^aMM■> 



Patentwesen, neue Erfindungen und Verbesserungen. 

Mltteleill vom PatranmnH PAUL MOLLER ia Berlla S.V. 

DEUTSCHE Patente Nr. ll6M8,VorricbtuaisainHetoa rBckgebracht werden, in welcher Stellung sie bis lur Be- 

und S«flkea des Druckefliiidei« na Cjrlladarwliaell» aatflgnas 6n KirrearScMMifei verUeibea, «eil dae En4> 

l>ret»ea, Paal St t dt K a rlalltenibMrg.— Dan Hebea aad Sea- gUad e der HebelUMfdaaac beim ROeUaaf dea Kaneaa 

lan de« DnickerUadei* wird voai Karren I au Temlnelit aneweidit 




Na1I7IM 

















J 



No.n7S«6 



" T 7fT- ( 




NaltMIS 



aa diesent befestigter Habiclileaea t ia der Veise bewiril, 
dets durdi die wihrend des Vorwinsganges des Karreas 1 

auf die Schienen e aunaurcndcn Rollen d jede der Hcbel> 
anordnungen r, fr, a so um den Zapfen n gedrehl wird, 
d«ss das freie Ende dc^ Dnprcl :chcls j durch Druck auf 
den Bolzen^ das C)°lindcrla|;er / senkt und diss beim Ab* 
laufen der Rollen d von den Schienen t durch die Vt^vtf 
Cjrlinderiager und Hebelaaordaaag in ihre Ruhelage su» 



Na 117135 

Bebttib Regelung derNlederbewcgwig des Druckcylinders 
kenn <lle die Bewegung vom Karren aus aar die Sehlebe- 

laRcr ; -ibcr^ragcndc Hcbclanordnung durch die Verschieb- 
barkcit du:- Ansatzstückes ^ in ihrem Ohcrsctzungsvcrhilt- 
nis geilndt-r; uorden. 

Durch ganz oder icilwcisc auswechselbare Hubschienen e 
Utaaea deren Liagen der jeweiligen FermatgrSSe 



107 



14» 



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«MMMt ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE ««arJMrwarMWWMm 



Nr. IIÜOIH, HilfiVorntlitunK fui DriiLkprc^iun iiitii Ab- 
schneiden von Bandstreifen bettimmier Lingen, Ftrdinand 
Berktmeyer in SeUmviUe. — Eine auf einem Titelie L in 
veraehledenem Abstände von der Drackuelle ffeMtwIltere 
Fnbrungsrinne QT U iat mit einer Abidroeidererrichtunf 
B C versehen, welche, von der DruckgtnKbtucKunR Jcr 
MlKChine aus angetrieben, den nach iedcni Druckvor^ariß 
vo;i da Hand weitergivut;uiifri unJ m diu Fuhriingsnniie 
gelegten ündteil des von der Druckpresse kommenden und 
in einem am Tisch verstellbar MgMridamn BO|et X |e- 
ffibiten Bandes H abiclMeideL 

Die Pnlininfsrinne Q T V i»t ffir veraciiiedene Band' 
breiten einstellbar. 

Nr. 117 i J5. Cylinderschnellpresse mit Cylinderrarbwerk 
und vorderer Boccnausfuhrung . Heinrich Hanauer in 
Frankenthal. Der Uruckcylinder führt unabbingiS von 
der Weglinge zum Zwecke der Bfltenausrühruiif ia der 
Ricliiung der Bogentufüliruog iwei Umdrcbniien atti, 
deren «r«w »»n der Zalinatange dee Druckfnndwnenie«, 
deren iweiie TM einer besonderen Vorriebtunc bewirkt 
wird. 

Der Antrieb wird von ^WL•i Kurbeln k, k' abgeleitet, 
deren Stellungen zur Zeit des Uberganges der ersten Um- 
drehung des Druckcyllnders in die zweite von der Tod- 
punloslelluns der Kurbeln noch beiden Seiten glelcbe Ent- 
fernuttc haben, wobei die erste Kurbel k In bekennter 
Weise mittels des Druckfundamentes dem Druckcylinder 
eine Umdrehung erteilt, wihrend die andere Kurbel die 
zweite Umdrehung Jureti \ensc(iiehun>; einer mit dem 
Druckcylinder reilweise in Verbindung tretenden Zahn- 
stange I bewirkt. 

Nr. 117 IdS. Setz» und Abicaemascbine ffir Matriien mit 
mehreren Schrfftbildero , Oftaior Mergmthattr tn Battl- 
ntfrc. Die M.itrizen sind mit gleichen Bildern gruppen- 
weise hinrereinander aufRiegcIn aufgehängt und umfassen 
mit AuniänRcschiitzen :e ein Ssstem von Gbereinander- 
liegenden Fülirung&^titben, deren Zahl in jedem System 
mit der Anzahl der Bilder der zugehörigen Gruppe 8ber- 
einsiinimt, und deren Enden vom obersten Stsb an bt« zu 
irgendeinein tieferliegenden, mit Anaaatame des nnterslen, 
mittels Tasten durch Vcrsc^lic^unK von sich an die Silbe 
anschließenden Riegeln freii>e:egi werden können derart, 
dass die durch Jen Tasiendrucli von ihrem Hiilteriegel 
gleichzeitig freigegebene vorderste Matrize durch die ent- 
^iianüenc Lücke hindurch bis auf den ersten, an seinem 
Ende nicbi freigegebenen FAhrnngsstab niedersinkt und 
auf diesem nach der Zeiiensamneiatclle gelangen kann, 
wahrend behufs Ablegens, d. h. ZurDckbringens der ab- 
geformten Matrizen bezw. Patrlien tuf ihre Halteriegel 
simtliche Riegel solange zurückgezogen gehalten uerJen, 
bi» die Matrizen auf den Führungsstaben zurückgeführt 
und in des Nitreau ihrer Halteriegel gehoben sind, auf wel- 
chen letnereo sie nach dem Vorgang simtiicher Riegel 
sisdsnn wieder hingen. 

Zwei Satt Mairisen bezw. Patriten und demenlspreehend 
zwei Satz von FflhrunRSSiaben sind vorgesehen derart. 



JiisN, Jer eine Sit/ /lu in Selzen, Jer »ndere glelcbieiflg IIIO 

Ablegen benutzt werden kana, und umgekehrt. 

Zwei Satt Ffihmngsstlbe F sind in Rahmen ££> an» 
geordnet und letxtere einerseits aa ein Querhaupt 0 an* 
gelenkt, sadererseits mit Rollen e* ant einer wagerecblen 

Bahn B laufen, wihrend das Querhatipt absatzweise halbe 
Umdrehungen um eine geneigte Achs.e C nusrühii, und die 
Rahmen und ihre Führungssiähc abwechselnd eine ge- 
neigte und eine wagerechic Ruhelage einnehmen derart, 
dass die Matrizen auf den geneigten FQhrungsstiben durch 
ihre eigene Schwere nsch der ZeilenssmmelsteUe hinab» 
gleiten kennen, auf den wagereehten Pühmngsstlben da» 
Ke^ert zum Abformen verharren und mit Leichtigkeit in den 
»ereich ihrer Halterlegel /urückgeführt werden ikdnnen. 

Jeder untere Kicgel /' kann mittels einer Nase /'' auf 
eine Nase />" des nichst oberen Riegels einwirken derart, 
dass beim Niederdrücken daer Taste simtliche über dem 
unmittelbar znrückgesatenen Riegel iicgiendcn Riegel 
gleiehzetHg turhckgeaogcn werden, nm die durchgehende 
Lücke für das Niedersinken der ausgelösten Matrize bis 
auf den ersten an seinem Ende nicht freigegebenen 
Führung^stab ZU bilden. 

Der Halteriegel /" für die Mairi/cn jeder Gruppe wirkt 
mittels eines Hebels und einer dadurch zusammen» 
gedrQckten Feder auf einen St Atter /■', welcher beim Zu- 
rttckzieben des Hsiteriegels vofschniÄlt und der gleich- 
zeitig freigegebenen vordersten Matrize einen Antrieb er- 
teilt, derart, dass dieselbe mit beschleunigter Geschwindig- 
keit sinkt, mm Zweck, ein schnell «ttlsilMadcr Isigendct 
Anschlagen der Tasten zu gestatten. , 

Die abgeformten Matrizen bezw. Patrizea werden dufCh 
einen psnUei fenhrten Arm e* suf ihren Ftthnmgssilben 
In den Bereich der Rtcgnl lUTfiekgawlioben» alsdann anter 
gleicbuitiger Zarücksebiehung eines die Riegel tragenden 
Rahmens durch einen Arm K mit ihren Aufhinge- 
schl't/cn h[s in das Niveau der Haltericgel /" angehoben 
und in angehobener Lage so lange gehalten , bis der 
Rahmen wieder vorgegangen ist und die Halteriegel, 
sowie die fibrigea Riegel in die Aufhlngescblitse wieder 
eing«treten sind. 

Nr. 1I750B. BogensttfOhrangsvorrlchiung für Dmck-, 
Falz-, Einschlag- und andere Maschinen. George V. Faek- 
It-r in .Vc»' York. ■ Der Papicrstapcl ruht auf einer U'alze F 
und einem inLIngsricbtung hin- und licrgcticr.Jc:i TrägcrE, 
so dass die Walze F bei ihrer Drehung das hintere Ende 
des unterea Blsttes vorschiebt, wihrend das vordere Ende 
Cetigehstieii wird, wonuf der Trifer 6 steigii nm das Ge- 
wicht des Supels auftuaehmen, und der Triger ß dn 
unterste Blatt zwischen Vellen / verschiebt, wihrend das 

darübcrliegcn Je n.ichstfolgenJe Blatt durch den Druck des 
Stapels auf den Tiüger G so lange gehalten wird, bit der 
Triger H steigt und dem Triger £ gestattet, in seine Ruhe- 
stellung turfichzugehen, ohne das nicbste BIstt des Stapels 
zu stCren, worauf sodun die Triger C und ff MIen, so 
dass der Stapel wieder auf der Wtdso P rahtt ntid d«r 
Triger £ ein neue« Blut vom Stspel abnebBcn Iohb. 



^ lOB «e» 



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UKEll AKBENDRI CK NACH EINEM ÖLGEMÄLDE 




E. T. GLEITSMAXN 

lARHEN-FAhRIKEN 
WIEN - HUDAPEST - DR HS DEN - GENUA - TRELLEUORG 



CMCN^.S UNI> tiRCi K \<iN R'iMMIIK * JONAS. l>KKSI>tN 



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ßermann Celdimann 

e>«cM Dresden mc«* 

Carütra^e 89 




Seifen- und Parfflmerien-iSandlung 

• StgrUndct 1836 • 



Spezialltaten: 



Wachs- und Bonkcmlclfen 
Cerpentln-Salmlak'Sdunler- 
lellc • medUInlldte Stilen 



Dculfdic Parftm« Extrakt« 
(Itarktter BlOltadutt) e Putz* 
palta fOr aOc IIIclQlIe, («ul« 
idmtlldie Sdieuer-flrtlkel o 



IHadi« b<l9ii4tn iaxc^ «idaicilikin. dou tdi mir b«lt Qaalllil 
OOS den narailcriilui Fokrlkcn DtuHdiloadt fOhn in^ n aaknt 
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lat'M.'WwwM.'W.^'ac/w ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jc>jc>jra»«rararar4rjrjc< 



Aus den graphischen Vereinigungen. 



Berlin. In dtii beulen Fi.-tM-uarsiuiitigi-ii hcstliüUigte 
■Ich die Berliner Tyfn^raphiache üeselLsckaß in eingehender 
Veite mii den von Jahr lujahr zunehmeadea und in immer 
pruiAvoUera GevSnder gelleidstcii Emusniwen mit dem 
Gebiete der Katenderindustrie. Denn zu einer eigenen 
Industrie hat sich dieser Zweig des graphischen Kunst- 
gewerbes in den letzten Jähren ausRcwachscn, und zwar um 
so mehr, nun auch die großen Kaufhäuser, bazare und 
industriellen Vereinigungen mit eigenen Kalendern auf den 
Merkt (etreuo sind, die sie als sem genommene Beigabe 
llmr KnndMlMlt eiiilMMdl|nk Herr C XMBv Otenwlmi 
es, Ober die dies{lhrige KateaAerllMefanir den JHligHedem 
zu berichten nnd konnte lich dabei aufelne grOBere Anrahl 
der vcr5ctiieJenartiKi.len K.ilcn der stützen, die im ^^itzungs- 
limmer ausgestellt waren. Ein Teil davon war der Gesell- 
schaft von den HcrausRcticrn als Gcsehenk üherwie^cn. 
wihrend die übrigen von dem Mitgliede Herrn Ernst Morj^^n- 
itern, dem Herauageberde« «Deutscher Buch* nnd Stein- 
dmckei*, su der beabstehligicB Zusanmeiiiicllnng bereit« 
willigst fiberlassen waren. Herr Xnitv konnte feststellen, 
dass in der Ausstattung der in den verschiedensten Varia- 
tionen vertretenen Kalender der moderne Cesi hmacli eine 
erfreulielic BerücksichtigunR erfahren habe, indem sowohl 
die Einieilung der gegebenen Fliehe, al« auch die Anord- 
nung der Felder im allgemeinen besser, ühersi^hiticher 
und einiictaer geworden sei tegeoBber den früiieren oft 
scbwOtstIgeii Aassttiiiingen. Nur Issso die Art der Aot- 
FGhrung hin und wieder noch erkennen , dasa sieh der Fa> 
brlkant über den Zweck, dem ein Kalender dienen soll, 

nicht t,im klar gewesen sei. Denn ein PUltatkalcndcr mit 
ZUSammengepre^ülem Kalendurium und wenig Kauin lu 
Noilsen ist ebenso unpraktisch uic ein kleiner Abreiti- 
MoekaurgroBem Hintergrund, wenn lettterer auch noch »o 
wWa and stilgerecht emgenihtt sei. Der PlikttlEilcnder 
erfordere ein deotflchea Kalendarlma mit «igltelnt relclh 
Tlcb bemcsseneiD weiten Raum neben den Monatstagen und 
der AbreiCkalcndcr c:n groncs Datumhlatt auf starkem, aber 
nicht üheriniillin xroflem Hintergrund. Den Buehtlrutkern 
insbesondere lege die durch das Vorgehen groOer kauf- 
männischer Firmen verschärfte Konkurrctiz die Pflicht 
Ihren Kuaden sowohl bex&gllcb der praktischen Bnmch- 
iMffccit als meh d«r UnsiUriscbeit Ansfiihr«m mm» Be- 
soaderes tu bieten. In dieser Beslehnng hst die Firma 
Bückler in Bern ganz Vortreffliches geteistct, das in ent- 
sprechender Abwechslung JHH.I) für Uie folgenden Jahre 
Anwendung finden kann. Von der Erfahrung ausgehend, 
die iibngens auch noch recht viele andere Buchdruclter 
wiederholt gemacht haben dürften, dass nämlich das Pu- 
blikum mit den Vorbedingungen bei einer Auftrag^neilung 
an den Buchdracker recht wenig «der gar nteht TOrtraul 
ist, hat die genannte Firma Ihren Gescbiftsfreundea nnd 
solchen Firmen, von denen sie wünscht, dass sie es werden, 
einen Kalender überreicht, der eine AUnge nQt/lic'ier 
Winke und Kaischlige enthält, die geeignet ^nul. de:t ge- 
schäftlichen Verkehr zwischen Publikum und Buchdrucker 
wesentlich zu erieicbiern. Ein Vorgehen, das sicherlich 
sefaM guten Fffichte tngcn wirdT Die hier und da s■^ 
tauchenden AhrciBknIender, bei denen die sieben Voehen» 
tagn anrje efawm Blatt vereinigt aeien, bitten sich zn sll* 



gemeinem Gebrauch nicht eingebürgert, sind auch wohl 
nur NirTurelitiellnBerufesiändc wie Kechtsanwilie, Auk- 
tionatoren u. *. w. von Nutzen. Der Bwctidracher, und der 
Urne hier wohl nur allein In Betneht, solle gertde seinen 
Kalender, den der Kunde ein ganzes Jahr vor Augen habe, 
entweder als ein in ieder Beziehung künstlerisches Produkt; 
also als einen Beweis seines ivpogrjphischcn Könnens, 
ausgcstiilten , oder aber wie die Bt-rner t-irma — dem 
praktischen Gebrauch im täglichen Verkehr dienstbar 
machen. Derartige Kalender wfirden denn auch die auf* 
gewendete MOhe reichlich lohnen! 

Neben dieser Kaleoderaehsn t*h 4«r neue Band des 
MiuterMstatiscJies des Deufseken Bact^(mnertet>er*iitt noch 

Veranlassung i . : - ren bemerkenswerten Urteilen. Nach- 
dem Herr /', I lUhulh kurz über den Inhalt nach Art der 
Ausführung der einzelnen Blätter henchtct (laitc und dabei 
darauf hinwies, dass von den 172 Beiträgen nur 86, also 
noch nicht einmsl die Hillte, Satzbeispiele dsrsteUlen, 
wihtend die fibiigen dnreh andere gm^tscli« Teehntkea 
herKeslellt seien, stellte auch hier Herr C. Kalte Betrach- 
tungen Cibcr die Cesamtwirkung des neuen Bandes des 
Musier.iiistiiuselie> ;in. dessen Inhalt iiti e nselnen durchaus 
die volle Beachtung ledes gebildeten und kunstverständigen 
Graphikers erheisch«. Er habe sich aber die Frage vor- 
gelegt, nh der Wusteraustausv t) auch heute noch die Auf- 
gebe zu erfüllen bebe nnd erfüllen könne, die ihm bei aeiner 
D^iünduflg »gewiesen sei. Der RBÄgsng in der Zahl 
der Beltrige, die sich g«gen den vorigen Band um mehr 
als 30 Blatt vermindert habe, lasse erkennen, dass in den 
heteiligtcn Kreisen das Interesse an dem Musteraustausch 
in seiner icizigcn Gestaltung zu schwinden drohe. Die Er- 
klärung für diese Erscheinung liege jedoch sehr nahe. 
Der Muslerauatanscb befriedigte bei seiner Einrichtung 
vor etwa lOnltehn Jahren ein allgemein empftradenes Be- 
dHrhiis und War in der Tliat des einzige Mittel, den streb- 
samen Buchdruckern wirklich Mustergiltiges tarn StudhuB 
und zur N'acheiferung vorzuführen. Das sei aber in den 
icfzten Jahren ziemlich anders geworden. Denn heute 
würdedurch die Fachpresse im Laufe einesjahrcs an Kunst- 
beilagen und Musterblättern fast mehr geboten, als durch 
deaMuaierattStausch,deraafierdemnnrinlangenZwischcn- 
Tlnine» erscheine und deshalb der stetig lertsehreitenden 
Technik nicht so eingehend folgen kSnne, wie das der regel- 
msnig erscheinenden Fachpresse möglich sei. Ein weiterer 
Nachte 1 des Miister.iustausches sei, dass sein Inhalt aus 
ganz uillkürlivh zusammengestellten Zufallsarbeiten be- 
stehe, die aiüu eine regeiiechie Entwicktitung irgend eines 
Problems nicht erkennen lasse, während wiederum die 
Fachpresse nach bestimmten Grundsitzen verfahre und 
den auhneifcssm erlauschten Wünschen Ihrer Leseikrelse 
schon im eigenen Interesse bereitwillig entgegenkomme. 
Außerdem komme der Musterausrausch einem verhältnis- 
mäßig zu kleinem Kre:.-e von (5crufi(genOSSen zu Gesicht, 
von deiieti wie>iccum nur der eine oder der andere rhat- 
sächlich eine Anregung für seine praktische Thätigkeit ent- 
nihme, wibrend die Bberwiegende Mehrzahl der Beschauer 
ihn nur aus dnem gewissen «beitteMiehen Interesse 
durehbiUterc. Venn der voiflcgende Band in seinem Vor- 
wort als ein Jahrhundertwerii'' bezetchnet werde, ao aei 



«i« 109 



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'mL'wm/^'»m,'mmm/mm. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBL ararMsarararaaraam 



diese Bezeichnung durch den Inhalt aber keineswegs ge- 
rechtfertiRr. Die Berliner Typographische Gesellschaft 
Jiabf ai;c:ilirigs ciD Jahrhundi:rlu urk 'ichjffLii i.* ollen, das 
Atitf e(wa& ücm Namen auch thatsäthljv:ti Lnlsprcchcn- 
des geplant gewesen sei; leider habe die Teilnahtnlo&igkcii 
4ier berufenen F«cliwell das Unternebmcn scbeiiern la$«en. 
Oer MuctettttttaMMh kAnne nur dann seine Bedeutung fCr 
du gnphiscbe Kunstgewerbe wieder erlengen und sich 
erhalten, wenn es dem detiisehen Bucht;e«*erl>everein ge- 
linge, denselben durch cIil- cntsprL'vhcr.d^ anJerweitige 
Einrichtung und Zuädmmt-ni>:ellung, überhaupt durch eine 
neue Idee den glnzlich verSndertcn Verhältnissen an<u- 
passen. - Herr Kätiitzer gritt diesen Anruf des Herrn 
Kjifte In telneni Sciilnsswort besendera auf, indem er eine 
solche neue Idee entviekeu«. Di« gerflgie R«gelIosigit«tt 
Hell« sieh vielleicht dadurch vermelden, dass es nfcht 
jedem einzelnen Tcilndimcr am MustcraustaiiMjh unter- 
einander libu-rliisvi-n t^cb-, »'Clcher Art seni Kiilr.i;; Nfi, 
sondern rfiJv.v bcslimmtf Aufs^ibt-n Ji"i Ti-iinthmfin zum 
Wettbewerb gesteUt würden. In dieser horni könne 
•ueh der Musteraustausch in rascherer Folge erschei- 
nen» denn er brauche dann nicht so umfangreich zu 
sein wie bisher. Dadurch ist f^er die Mtglichltelt ge- 
geben, gerade die jeweils vorliegenden Probleme und Stil- 
fNigen in der vielseitigsten Weise zur Ldsung 7u bringen. 
Mir scheint dieser Vorsi.ii lag von sc bc- JcutL-nder I'rjf;*L-itc, 
dass ich ihn hiermit unter ausdtitckticher betODuiig »einer 
Bedeutsamkeit an die iiompctcntc Stelle im Deutschen 
Buchgewerbeverein zu eingebender Prüfung weitergebe. 
Ebi Venuch in dieser Richtung, der sognr noch in diesem 
Jahre versnataltet werden kganie, Wirde die Durchfuhr- 
berlelt dieses Vorschlages sehr bald erweisen. Im übrigen 
ist Herr Könitzer noch der Meinung, dass die in dem vor- 
liegenden Bande enthaltenen Blitter mehr Nutren gesttfi«! 
haben vkurJcr!, wenn s:c dem „Archiv :ür liuchgeWOrllO* 
als Beilagen beigegeben worden würen. Stimmt! 

Auf das Preisausschreiben der Geseliacltafl cur Bcschaf- 
hing einer Brieiipspier-Gsrnitur waren von neun Mit- 
gltedern Entwfirlle eingegangen, die in der Sitzung rar Ein- 
sichtnahme ausgelegt waren. Im ganzen sind die Leistun- 
gen als befriedigend zu bezeichnen. Die fünf PrcistrfiKcr 
waren die Herren Mlix Lui/d -imviV . Frit: Jarihin. Emil 
Quahius, Otto hrüger und Alfred Hendter und iv>at in der 
vorstehend angeführten Reihenfolge. hn. 

Dflueldorf. Der 30. Jsnusr vereinigte die Typogra^- 
xka OMtlUelufi SU der ersten ordentlichen Versaaimlung 
Im neuen Jahre. Der stellvertreteade Vorsitzende begrflftie 
die Anwesenden, sie auffordernd, recht tüchtig für die Ge- 
^eilschiift ZU agitieren, auf dass dieselbe J;is i;csiee>,re Ziel 
auch trreichcn möRc. Unter den gesthi(tlic!icn .Mittei- 
lungen » III Je ein vom Seht ftleiter des .Archiv für Buch- 
gewerbe" zugesandtes Schreiben verlesen und die Mit- 
glieder gebeten, dem Ersuchen des vorgenaflnien Herrn zu 
entsprechen und alle, daa Buchgewerbe interessierend« 
Angelegenhelten mitzuteilen, um so der Allgemeinheit zu 

dienen. Ferner wurde auf ein Geschenk der Firma Ber^t r 
& U'irth, bestehend in künstlerisch ausgeführten Farben 
drucken, hingewiesen- Aus der hierzu! er;ol^;ten lirgän- 
zung&wahl de« Vorstandes gingen die Herren Hugo Siliel 
als erster und Heinrich Schippers als zweiter Vorsitzender 
hervor. Herr Faktor i4ndr. Stein erhielt hiernach das Wort 
n seinem Vortrag: »Die Hsupischwier^eiten in der deut< 



sehen Sprache*, und führte etwa folgendes aus: Der Vor- 
trug soll weniger den Zweclt haben, die Schönheit unserer 
S,".rachc zu schildern, oder erymolaciseh den Ursprung 
unserer Sprache nachzuweisen, nie viuimchr an der Hand 
der Grammatik das ^X'ichtigste und zumal das Sehwierigsie 
in derselben insGcdichtniaturückzurufea. Ea ist eine über- 
aus traurige Erscheinung wenn man einen kaum der Schule 
entlassenen Lehrling in Orthographie und Grammalifc 
prüft, zu sehen, wie des Erziehers Mühen so wenig mit 
Frfnij; i;ekr")nt u irc".. Fr u irft alle und neue Orthographie 
durcheinander, setzt die abscheulichsten Fehler und vunder 
Grammatik hat er meist nureinc schwache Ahnung. Endlich 
wird er als Wcrkselzer eingestellt, aber da naht das Schreck- 
gespenst in Gestalt eines schlecht geschriebenen Manu- 
skripts. Er ist nieht imsande,sieh selbsündig einenSatazu 
bilden, und setzt ftolglicb den krassesten Unsinn; suBerdem 
sir.J Jie Trennurfien seh^cclit. Jer Ausschlus> Jcs Satzes 
ist iiiiiimelliiift und die H.iutiivei teiUiiii; i<t eiile verfehlte. 
D.iher kan-.m; es auch .'um crolien Teil, dass in hculiger 
Zeit gerade in Jen ^'crkdruckereien der Wechsel cm so 
starker ist Die heutige Ausbildung verträgt sich durchaus 
nicht mit den Anforderungen, die an die guten Gehilfen 
gestern werden müssen. — Vo aber der Hebel angesetzt 
werden muSS, das ist sehr klar. Venn auch viele An- 
wesende mit der Orthographie gut vertraut sind, so kann 

es ^o^h gewiss nichts schaden, wenn ttir die KeReln der 
Grammatik gemeinschaftlich eiwu» durchgehen, denn es 
ist kein Stand, der eine so gründliche Kenntnis unserer 
Sprache erheischt, als der unserige. Vie viele kostbare 
Zeit, die der Selier auf Korrektur verwendet, kSnnte er 
steh «rspaten, wen« er sieh atrttle an die Sprach regeln 
hielte. Ich habe schon manchen Setzer gehört, der sagte : 

,.ieh i;ehe nach dem CefüM". .\bcr das Gefühl tru^i und 
wer äiLli ciiuuiii vcriin Uau kommt schließlich ;ius dem 
Labyrinth gar nicht mehr hcr.ius. Die deutsche Sprache 
bietet bekanntermaßen in nicht wenigen Fillen für den- 
selben Cedankenausdruck verschiedene Formen der Dar- 
sieilungsweisen, so dsss nicht selten ein Schwenken oder 
eine Ungewissheit dsrüber besteht, ob gegebenenhlls beide 
Formen gleichberechtigt sind oder welche von beiden den 
Vorzug verdiene. An der Hand mehrerer Beispiele, bei 
denen man '.e:v'ht ob der Kielitii;keit dei Sehrcib'.i ci^e im 
^^weifei sein kann, legte der verehrte Kcdner klar, »ic man 
die richtige VCort- bczw. Satzbildung herausfinde. Um nun 
Gelegenheit zugeben, dieCrammaiikderdeutscben Sprache 
gründlich kennen zu lernen, beginnt mit dem niehslea 
Vortragsatwnd ein Unterrichiskursus In der Grammatik, 
der sich auf zwei bis drei Abende erstrecken wird. Für den 
überaus lehrreichen Vortrag zollte die Versammlung dem 
Referenten reichen Beifall. Der Leseabend der Typo- 
graphischen Gesellschaft am 21. Februar war anregend 
durch Auslegung modetner Drucksachen und einer Kollek- 
tion JobsnnisEMHdniekaschen des verflossenen Jahres. 

Leipslg. Vor einiger Zeit hielt in der Tj^^gr^hitehen 
Gesttisehoft Herr Ftltt Muni einen Vortrag über Nu> 
nii i 'e f ma^i h'ni n und Numcricrapparare unter gleichzei- 
iiKcr .^u^■:ellu.^g eines reichen An>^li;ni;inj;smaterials, das 
die i-'ii nui ,/. U. Schelter fr Ol' ■•ri l^f bereif» ilh/; zur Ver- 
füKun« KesceUt hatte. Nachdem der Vortragende einige 
knr/e gesehiehtllche Hinweise gegeben und der Verdienste 
franiöslscher, amcrikaoiacher, insbesondere auch einiger 
Bertiner Firmen fürdleVervollkommmiRg der Mehieii»h«utt 



110 t«b 



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•Mnvumm/mmmmm ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE wwaraaMMMNMM» 



lUK-nthL-hrliirtifn liiltsir.jschinen ErwäJmunK Rctli:in halte, 
i^iiig tivTscIbe aui livn ü»u der Apparate, Uit.- umai seiner 
speziellen Lcilunf; enlsicbcn, cinj^cfacnder ein. Eine spe- 
zielle Skala Teranachauliclite die sabireicben, fein gear- 
belteien Eioaeheil« 4er App«raM. Die AmNilininiea dw 
Redaen wie «ich die auagesMilfen AppuMt hnden un- 
geteilte« (nterexw. — Am 12. Dezember apracli Herr H. 
Jahn über Jie jus^'t-^lelttL-n Dr<.•if.lr^cT^drucke auf ilcr Tt-It- 
ausstcllung in l'arU. Dcr.-clhc- ^clcllchtc^c dabei die \<in 
Frankreich, Arn t-rik.i unJ bcuticlil jiiJ auv;;est-.-llt<;ii Dru.:kL- 
und versuchte die Leistungen der einzelnen Länder auf dem 
Gebiete des Dreifarbendruckes 2u charakterisieren. Es 
g^tcbah du an der Haad einer grODeren Anithl Druck* 
proben, die der V w ita ge nde tustectellt hatte und an denen 
man den verschiedenen Stand der PlaiienausfOhrung wie 
des Druckes ta beobachten Gelegenheit fand. -a-. 

Leipzig. Am Q.Januar d. J. t:inJ iiesjihrige 
Generalversammlung der TypograpHisiktn (lesellschafl 
im Ocut»clien Bucligiu i.rhehause sunt. Aus dem vorge- 
tragenen Cesctairnberictue ging bervpr, «laas das «bgelau- 
ibaejahr fBr dIeCeselltehalt clatebrifbcilav«llesgai'tMa 
iat. InabeModere hat die eitel|lB Oheraiedeliing in dia 
Deutsche Buchgewerbehatis eine ertaebtiche Verschiebung 

der ganzen (^L-sch jfist;;5ti>;lL ii mit sich >;^'h'.iL'ht, die sich 
nunmelii /u ^mikt >clir gt-Jcililitlisü jus,gc&taltcf hat. Am 
Ende dcsjjhrcs \m) liMte die Gesellschaft 165 Milglie Jer. 
Ao 20 Abenden fanden Vortrige statt, die von durcbachnitt- 
liehSOMitglicdern besucht wurden. Auch dls sbfsbaitenen 
Leacabcnde und sonstigen Veranstaltungen waren gut lie- 
sucht An der Binwelliung des Deutschen Buchgewerbe* 
hauses, derGulenbergfeier zu Leipzig und Mainz beteiligte 
sich die Gesellschaft in angemessener Weise. Mehrere 
Mitglieder kojintL-n durch iliriL-n gewordene SlipcndiL-n des 
Rates der Stadt die Pariser Weltausstellung besuchen und 
dadurch ihre Kenatabse erweitern, der Gesellschaft aber 
ihre Erfshrungfn n gute bringen. Auch im Sbrigen bat 
sich der Veikehr der Miq^ieder au einem oft recht nüta* 
lieben gestaltet und darf das Jahretresultat als ein gutes 
beieiehnet werden. Der Kassenbericht zeigte, dass es 

vieler Mittel bedurft hurte, um die iint;cMn>liMlicli linlitn 
Ausigdbcn des Jahres beütreiter. : einer Gesamtcinnahmc 
von M. 2792,42 stand eine Ce^;ll)itau^gabe von ^V KXiJ.Vi 
gegenüber und verbleibt somit ein Barbestand von M.li2U,(i3. 
Die Berichte Ober die Biblloibek und Sammtungen gaben 
ein Bild von der Frequeai und dem Zuwachs an Büchen 
H. s. w. Der teistere ist sehr erfreulich und sollen die 

Gcsamtbcätlnde nach erfolgter Kinordr;ung in die neuen 
BibliofhikM. Iirjrik- Jet Mitglied^eluft im weitesten Maße 
^uKinKlich j^eniacht werden. Neben diesen Punkten wies 
die Tii)<e^t>rJi:iinü noch den Ar'.tcüg einer Statutenerginzung 
auf; dieselbe betrat ^ ^ de-, Statuts Und becwcctte das Er. 
Itocbea der Recbie autgescbiedeaer,auateschloasen«r oder 
in KonliuTa goraiener Mitglieder US 783 u. ff. des BOrgei^ 
Jidiea GeaetslHielws, Gesellschaften resp. nicht rechts- 
Rbige Vereine betr.). Die Hrginzung wurde einstimmig in 

>-:ner vom Rechlsheistiinde \ or^je-clihiger-.er. 1 jssunj; vor- 
genommen. — Im weilcit;!) uufile Ud» laii^jährige .VUlglied 
der Gesellschaft, Herr Generalkonsul C. B. Lortk, in An- 
eritennung seiner Verdienste um das Buchgewerbe, insbe» 



sondere aber infolge seiner unermü JiiclK-n Wirkiamkcit 
für die Errichtung eines Deui^clien Buctigeuerbehauses, 
In dem auch die Typographische Gesellschaft Aufnahme 
fand, zum Ehrenmitgliede ernannt. — Den Scbluss der 
Versammlung bildan die Vorstandanattwahl, die IMgcndaa 
Raauliat ergab: Setaw»» If., Vocaitiender; lllanduur,J^ 
stellvertretender Voraltiender; BiiMlat, £., Xas^rer; 
Oijrff, M.. 1. Schriftführer; £. Lange, A. Küllner, R. W^gMT, 
Sammlungsverwallcr; Pnllnil:, M., Beisitzer. 

München. Im Dezember J. veranstaltete die J'vfo- 
graphiscHe G«MUschi\ft eiaen sehr gut besuchten Vortrags- 
abend, tu weleliom an stmtliche hiesige Fachgenossen 
Einladung argaagan war. Derartige Abende sollen im 
Laufe des Vinters noch diter stattHnden und wird an den- 
selben eine Reihe von zusammenhingenden Vortrlgen ge- 
halten werden, für welche Herr Kunstmaler Stefan Steinlein 
gewonnen worden ist. In dem einleitenden VortriiKC be- 
bandelte Herr Stfinlcia das Thema: Der neue Slii, stine 
allni-mcinf Begründung, bisherige Entwickelung, nebst Amt- 
niciuen, mit »ptgkUtf Ben^aichtigungder nmm Btwtgßng 
im Biickgtw*rbt. Auagehend von der unsere Zeit ehaiak- 
terisiercnden BrsBbeinmg, dieenten Versuche einer neuen 
Bewegung zu etwas Fertigem zu stempeln und damit oft 
die Möglichkeit gesunder Enf» ickelung zu gefährden, wies 
der Redner nach, dass wir in dem modernen Stile noch 
durchaus mit keiner fertigen Frscheiiiungzu rechnen haben, 
obgleich die Anfinge desselben weiter zurückreichen, als 
man gewöhnlich anzunehmen geneigt ist. Schon im An- 
lange des 10. Jahrfaundetts» als die fonan^he Periode 
den Klassiilsmus sMAste, machten sich Bestrebungen be- 
merkbar, in denen die Keime moJcrner KunsibethätiKung 
erkennbar sind. WilUfiiJ aber m Deutschland Jie!,t Keime 
vom mächtig wachsenden Industrialismus uieder erstickt 
wurden, sehen wir in England eine ihiilictie Bewegung in 
Fluss kommen, als deren bedeutsamsten Förderer vir John 
Rlukin la betrachten beben. Ober diesen Mann uad seine 
vieiseiiiga Thititkeil auf den manniglhelmeA Cebletan, 
über lelat baaondenm Verdienste gab der Venragaode 
eine ansehautiche Schitdening, behandelte auch besonders 
das Wirken M'Utiiim M<>f(\'. des jMilk.'itnprcrs ffusliVis, iler 
ja, «ie bekannt, in seinen lutitcn Lebensjahren dem Buch- 
[^cueibe besonders nahe getreten ist und füt die neiier^^ 
Buchausstattung höchst Bemerkenswertes geschaffen hau 
Wie dann die neue Bewegung, nacltdem sie In England 
festen FuA gahaat. wieder nach Oewia«h|and nbertragea 
wurde, wie ihre Ideen durch eine Reibe ernst schallbnder 

Minner eifrigste FörJeruni; fanden, wie sie dann vor un- 
gefihrzwölfjahrcn vun Hani bur^; aus durch ScAjfiKfrö^fc^im 
und seine AnhanRer in ein neues Stadium KehracJ'.t wurde. 
Wie ihr spiiter durch L>r. Oeorg Hinh in der ijugend" auch 
die Graphik erschlossen wurde, dies alles berührte der 
Vortragende in teils fl&ctaiiger, teils eingehender, immer 
aber interessanter und lehrreicher Veise. Mit dem Hin- 
weise darsuf, dass er im Laufe des Winters noGh öfters 
Gelegenheit haben werde, einzelne heule nur gestreifte 
Fragen und insbesondere Jen neuen Sjil im Buchseucrhe 
eingehender zu behandein, ^ctila^s Herr Sieinlein seine 
von der zahlreichen Zuhörerschaft mit gröQler Aufmerksam- 
keit enigegengenommeoen Ausföbrvngen. -m-. 



III 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE MMMMMMMMMm 



Mannigfaltiges. 



Vcrschledenet. 

• Am IS.Oktübtr ItHJÜ »us Je in Mürnhen mit staatlicher 
Subvention vom »Süddeutschen Photographin\ L-n-in- cmc 
Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie ins Leben j;-- 
niieil. Die bayrische Staaisregierting halle in dankens- 
werteiler Veise auf in einsichiisste für eine zweckent* 
•preeliende OrRaniaation nnd Anlaxe S«rg« t«n«tcn, so 
das* diese iüngste ullt-r [•'ii'">Kr;iphi&chcn Lehranstalten 
binnen weniecn Moiiatcn Ju .Kinj-t rjjlirc'schonhinicrsich 
hattf. Alle kamri.tcr.ti.-n ! jktnr<.r riiLlUvri ^ich ru einem 
CedeihUchcn Aufschwung des Initlitui» einmütig Jac 
Hinde. Der Gedanke auf Vergrößerung tauchte sehr bald 
auf und machte Schule. So werden in nlcbsler Zelt die 
Vertreter der veraehiedeneti crapblaehen Gcworta Baferas 
in Mijnchen tagen, um die Gründung einer IVrsurfts- und 
Lehriinstall für graphische (iewgrbe in München in Angriff 
zu HL-linu-n. Iis lianJcIt si,:)! urr. cmu iimfasscndc Anstalt 
für die gc&amten Interc&acn des Buchdrucks, der i'hvio- 
graphic, der Lithographie, dea VcrUgsbuchhandels u.s.w. 
Gerade ia München, wo acte« ao vortSgUek vorgearbeitet 
ist, Idut sieh an schon Bestehendes leicht anknüpfen. Die 
halbe Arbeit ist schon gemacht! Dazu kommt noch, dass 
seitens des kgl.Staatsministcriums für Kirchen- und Schul- 
angelegenheitc:i. dem l'roitkt J;is L-ingehendsic Verständ- 
nis wie dat lebhaiiesie Interesse entgegengebracht wird. 
Hs ist ja aoell in den letzten Jahren gerade in Bayern für 
Errichtung (ewertilicher Fachachnlcn vielea und dankens- 
werte! geschehen, so dass Hoffhunf genügend vorbanden 
ist, dass auch in diesem Falle der zum richtigen Ziele füh- 
rende VCcg eingeschlagen wird. Münchens Ruf als Kunst- 
stadt par exf II eilte U^t :u überdies gewisse S'crpfl.elllJil 
gen auf und so machi sich dt- »n auch in allen beteiligten 
Kreisen die energische Absicht bemerklich, bald an die Ver- 
wirklichung des weittragenden Projektea gehen au dfirfen. 
Es braucht wohl nfcht besonders gesagt in werden, wie ea 
den ganzen grapbiacben Gewerben höchst förderlich sein 
wQrde, eine In allen Teilen auf gesunden Fundamenten 
ruhende Lehranstalt zu besitzen, vorausgesetzt du<s der 
äk:hv>crpunkt auf die Praxis (in die AtclicrsI und nicht auf 
die Theorie (in die Hörsäle! verlegt wird. Darüber herrscht 
in allen Kreisen nur eine Stimme und ist auch opferwillige 
Bereitwilligkeit genug vorbanden, daa Unternehmen 4tM«h 
Zuwendungen und Stiftungen verschiedenster Art zu Ter> 
wirklichen. Den Behörden aber, sowie auch allen beteiligten 
Männern gebührt schon für Jen ausgesprochenen Willen 
zur Thal vollste Anerkennung. Freilich darf es bei einem 
„In magnis voluisse" sieh nicht bewenden. Jedenfalls gra- 
tulieren wir der graphischen Schwesierstsdt zn ihrerlhai- 
knlk aulb henKcbstel 

<i Die Beha$tdtung der ein- und mehrfarh^n Autotypie. 
Die richtige und sachgemlüle Behandlung von Autotypien 
wirJ immer noch viel zu \\ct\\\\ beaehtet. ubijleicli K^r-idc 
die AuiäS^pii; eine recht sorgtilti^e veriungt. ScImd die 
ungeschickte Hand eines Setzers kann manchen unbeab- 
sichtigten Schaden anrichten. Das beliebte Abwiacben 
mit einem wrtlonca Lnppon i. B. im zu verwerlbn. Denn 
die Scbirfb der OnckÄhigkelt wird dadurch oft vermin- 
dert, ebenso wie durch das Abwischen an der Kleidung 
becw. Bluse u.s.w. In sorgHltig goleiteten GeseUflen 



wird von vornherein dafür gesorgt werden, Jass eine em- 
pHndlichc Autotypie überhaupt nicht offen Ualicgi und 
so:. he nur Händen an\ ertraut wird, die sicher und sach- 
(iiniälj damtl um^UKchen wis-.cn. Denn fast jede notwendige 
Korrektur wird mehr odct weniger iichibare Spuren zurück- 
lassen. Das Wesen der Autotypie ist eben ein ganz anderen 
als das des Hotzsebnlnes, bei dem es in NotMl mbgllcli 
ist, durch Einsetzen und Nachschneiden etwaige SchüJen 
wieder gut zu machen. Um vor jedem größeren Sth.iJen 
'-.ei es aus LlnKeseliieklivbikeit oder aus .VtutMilleni bewahrt 
zu bleiben, »ull man Autotypien nur berufenen Händen zu- 
gängig machen, sorgfältig einschlagen und an einem slehem 
Orte aufbewahren, der nUiglicbst wenig dem Tcmpenmir» 
Wechsel auagesetzt ist. Der Holzschnitt wird am besten 
uneingeschlagen und hochgestellt, vertikal, die Atirorypie 
dagegen eingeschlagen übcrcinandcrgelcgt, horj;onial, auf* 
bewjlirt. Hier/ii verwende man nie Miefipapicr odericichl 
fasernde i>api«re, da durch das Beseitigen der hängen- 
gebliebenen Pasem am Netze der Autotypie leicht eine 
Verletzung des letzteren eintreten kann. Auiterdem aber 
ist FlleBpspier sehr geeignet, Feuchtigkeit der Luit auf- 
zunehmen und dadurch eine Oxidierung zu fördern. Man 
verwende deshalb ein etwas hartes, geleimtes oder salinicr- 
le- l'ap^ei und behandele im übrigen die eingeschlagenen 
Stöcke wie iichriftstückc. Aufgcklot/ic .Autotypien trennt 
man besser von dem Fuße und bew ahn jeden Teil für sieb 
auf. Namentlich beim HolzfUA gebrauche man diese Vor- 
atcht, wagen der leicfaton Gelblir des Vcreiebens. Um die 
Autotypie weiter gegen die schldlichcn Einflüsse der atmo- 
sphärischen Luft zu schOtren, verwende man sogenanntes 
Kostschutzmittel, w clches man bei Xl'iederverwendung der 
Klischees unter Zuhilfenahme von reinem Spiritus leicht 
beseitigen kann. Bei einem umfänglichen Bestand empfiehlt 
es sich, der Einlage enuprechende Abdrücke auf der Auiten- 
Seite anzuheften tmd im fibrigen «Imtlieb« Orlgiaala fert-> 
laufend zu numerieren und vielleicht In ZehnnrstftBan 
aufzustellen. Ein mit der Numerierung der Dri^nale 
gleichlautendes La^crbuch wird sehr zum schnellen Auf- 
finden des Gewünschten beitragen. Xl'ir möchten noch 
dringend empfehlen, die Originalautotypie überhaupt nie 
zum Drucke zu verwenden, und nur von Vervteinitignnteii 
derselben AbdrQ^ zu nahmen. Bei der hautigas Voü- 
kommenbeli des galvanischen Prozesses ist es leder guten 
Galvanoplastik möglich, ein dem Original genau ent* 
sprechendes Klischee zu liefern. Der faktische Beweis, dass 
die Klischees in Celluloid hinter den galvanischen an Dauer- 
haftigkeit nicht zurückstehen, wird im Archiv durch eine 
Beilage dcmnichst erbracht werden. Hermann Jahn. 

# Die rfihffliielist bekansie Veltlraia SdhaafftncsMii- 
fabrik Frankenthal Albert & Co., Act-Gex. bi Atnfcfnflk«! 
(Rhcinbaycm) hat in letzter Zeit geliefert an die Neder- 
landsclie Ljndesdnickerei in Batavia (holl. Indien) I Rota- 
lionsmaschiOc für veränderliche Formate, für Tabellen und 
Vl'crkdruck, ferner an .Yorodzu Choho* in Tokio I Doppel- 
Roiaiion für Zeitungsdruck, sowie an die aTribuna Populär^ 
in Montevideo I aeblaoitigo ZeitQngs>Roinii«Bsm«aclttae 
grüflten Formal*, 

• n«m JbHMWfMMons-I.e'xflaii UUew den Cegensiaad 
einer Klage, weldie die Deutacbe Verlngt*Gea«Nsc)w(k 



U2 Wfk 



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mm,-M^'mm.<9tmMmm Archiv für Buchgewerbe M>w«>ac>mMMMMMr 



^UrnhaF iBSM^artgcflendieBiiehhaadlunKi. Seitiagin 
MSnterL Wmitf^ *«rd«m Raiclutirleht angestrengt baite. 

Seiling hiltebctdmRelaCIldcader.IMiVR'- 40U Exemplare 
Pirrerf. Konvenations-Lextkon (12 Bde.) bestellt, dieselben 
sollten in zwei Partien it 200 Exemplare geliefert werden, 
am 1. Oktober 1866 und 1. Juli 1W7. Die erste Lieferung 
eifolgle HBbeaastandet, doch als die nreite Uehninf stat^ 
Baden soUle, warde die AnaaboM verweisen, weskatb die 
.{Ailm* den Ktageweg bescbritt. Oer Belilagte mactate 
geltend, dass das erwibnte Werk Artikel enthalte, welche 
bei Kaiholiken AnsioO erregten, insbesondere der Artikel 
Jesus Christus", welchen kein guter Katholik lesen könne. 
Der I^ciscndc habe versichert, es komme in dem Lexikon 
nichts vor, was bei Katholiken AnsloO errege. Beklagtens 
Kundenlveis bestinde aberhaupislchlicb aus luuheUscben 
GeistNehen, Lebrem md Lebrwinaeii, was erden Reieea^ 
den auch gesagt habe. Das Laadgerlcbt Münster erltannte 
den Klageansprueh für berechtigt; auch die gegen dieses 
Urteil eingelegte Berufung heim 0^, rlandc sgerichl Hamm 
hatte keinen Erfolg, indem erkannt wurde, dass .Sri7inf die 
anderen Exemplare abzunehmen und zu bezahlen habe. 
S^iUitg ergriir nun das ReditsBitiel der Revision beln 
Reichsgericht, iadefli er sieb darauf stfltzta, daas n Unrecht 
des Beraningsgerlcht einen Beweisanlng abgelehnt habe^ 
welcher dahin ging, den Bischof von Münster dar&ber zu 
vernehmen, ob ein Katholik dieses Werk als anstößig an- 
sehen werde. Dieser Beweisantrag sei wichtig und bitte 
nicht abgelehnt werden dürfen. Das Reichsgericht konnte 
jedoch keinerlei Recbisirnum in dem angefochtenen Urteil 
erkennen und hat deshalb die Revisien hosMnpBIdNlg en* 
rflclü—ifWin Julius Schnltm. 

# Durch dIeThatSBchc, dass gcgenwirtig ChronMlnrlen 

aller Art, l'l.ikatt; u. s. w. viclfath Rcprägt werden, Weil die 
Kundschaft diese wirkungsvollere Ausführung «'erlangt, 
wird natürlicherweise das Interesse der hetciliKttn Kreise 

auch für Prägepressen ganz bedeutend erhöbt. Mit Rück- 
sieht auf die Preislage der erwihnten Maschinen ist die 
Vnrwendnnc ratioaell arbeitender Maschinen geradean Be* 



dtagnng. Die weltbekannte Maachlnenfabrik von Kart 
Knau«, Leipzig, leistet auch in diesen Maschinen Hervor- 
ragendes, denn vor] derselben werden derartige Maschinen 
geliefen, mit denen nicht nur der denkbar hücbtc Effekt 
erreicht wird, anodtra die auch heiHglleh der Qnnntiilt 




der Arbeit Erstaunliches leisten. Es kosten erwiesener- 
maßen Prägungen, welche auf Karl Krauses vollstindig 
automatisch arbeitenden zweitischigen Prilgepre8sen(sogen. 
.Biitzpressen") ausgeführt werden, nur halb so viel, und 
solche, die man auf vienischigen Prigepressen (sogen. 
iJlnppel-Bliitproeaen", veitl. AhhiUnng) hersielll, fsr nur 
den dilnen Tsfl soviel, wie aal den Wahir flttliehen Prlg*> 
{tresseii verrichtete gleiche Aiheiten. 

• Zu einer vom Kunstgewcrhcvercin in Himburg veran- 
stalteten Preiskonkurrenz für Jen Entwurf eines Wechsels, 
t iiRT r.t sctiSftskartc , eines Katalogumschlagcs für eine 
Farbenfabrik und für je eine Kollektion Drucksachen für 
Gewerbtreibende bez. KanflaMt SeBen im gnien nnr 16 
Bewertungsarbeilen eingetangnn nein. 



Inhalt des 3. Heftes. 
Pflegschaften des Deutschen Buchgewerbevercins. — 
Das dcuts,;hc Hucht;cw erbe auf der Pariser Vl'eltausstcl- 
iung. Verzeichnis von Personen und Kinnen, die im 
Fehnisr 1901 dem Deutschen Buchgewcrbemuscum Schen- 
knmsn überwiesen haben. — ZeicbenkAnsiler im Dienate 
der tnphinclwa Kunst. — Zur Urgeschichte des Heien* 
drucke». — Ober Irisdruck. — Glecson Vhite. - ~ Inter- 
nationaler Mustersustausch. Die Sündige deutsche 
Buchgewerbliche Maschincnausstclhint; :m Deutschen 
Buchgewerbehaus zu Leipzig. — Daniel Chodowiecki, 
Hofrat Dr. Oscar V. Hase. Hofrat Ottomar v.Volkmer. — 
Die Lehranstalien für graphische Künste. — Danksagung. 
— Auastelhint ron Kfinstleriithefraphien aller Linder im 
■ee. — Psientwescn, neue Er- 
n. — Am den graphischen 
VerelnigHngen. — MannigfUliges. — f 2 Bettagnu 



Bezugsbedingungen fOr das Archiv u. s. w. 

enduM: la 12 MMinbcnca. UV tut kompltm Llcfcry«s, 

in aar Sn *ar ki w ScI a i« S«a i Hdm 




isSK, llr J 

3» Pr, Sulleii(e»clic ftr MiifUedc«' aad NMUad^lMir Itlt. llr SK 

dreiteuptlieiK Perltzcllc. Bcträp m AtdnMk SB 
dlefien Ausschnitte; Brltj^hrflt oHf Verlaufen fCfen 

Pijrti»*pc»cB. 

Stuhtit*n vun l.^l^KUnd:|;en S.^hrinKiclVrtt'E(*?euftflLKfteR kAnnen Im InKittc 
oder Auf den Bcilicen iK<edru>:Xi «crjcn. r)le Helusn^urlln- Je Nv-ti~ 
heircn »erden auf Anfrage durch dae Cici:hilh»i(telle lith Urui^^hctt 

L Ii , ft-e 1 cre ir-i. urftii^eil.li Lnd btT: i:* i 1 ii|"«l mll|[cttilr. 
UriUira I J»« ri--'..lic t,>u.r:b..rl M. Ju. . Tur Ji« Joppelie M AI, - 
GröUcre Hcilugeti unle^liegcn hest>ndcrer \ercinbiriiniE. 

AmifSfwtitf: Jede BucbhaiMlJuAg; auch direkt von der GcBcheriMicllc des 



Die 



■■ wegen Raummangela erst im nächsten Heft erfolgen. 

*m 113 9fh 15 



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'WL'ttm.'tt'm'tlL'tt.'WLvmm. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 3rJr3r3rM^w^arM^MMrJr 



B 



ei nur einmaliger Einpressung 



beschneidet man 



vollständig automatisch zwei Stöße 




gefalzten Papiers oder Bücher von allen 
Seiten haargenau rechtwinklig auf dem 

patentierten 
doppelten @ 

Dreischneider 
„KRAUSE" 

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Leipzig Bibliographisches Institut. 

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Rieff H.J. Pallisen. 

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erfolgt durdi die knnlflerildie 
Sadiperftflndigen ■ Kommilfion 
der Reidisdrudierei. css Die 
einlieferungsfrift fdilie^f am 
15.3unil901. Das Programm 
des flusldireibens neblf fln. 
lagen ift pon der Kanzlei der 
Reidisdrudierei , Berlin, Ora« 
nlenltra^e 91 zu beziehen. 

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welche eine weite Ver- 
breitung in den Fach- 
Itreisen finden sollen, 
erreichen dies durch 
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chriftgi 
Genzsch 
Hambur 




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Gegründet 

im Jahre 1833 




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Das Archhff&r Buchgewerbe ist wie die 
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Hauses in je 15 Graden, gesetzt. 



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Gegründet 

in Jahre 1881 

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Herausgeber: Deutscher Buchgewerbeverein. — Verantwortl. Schriftleiter: Hans von Weißenbach. 
»• Druck: Breitkopf & Härtel. Sämtlich in Leipzig. 



eat 120 




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Deutscher Budigefoerbeuerein m beipzfg. 



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Karl Kraule, ülaldifnenfabrik, Leipzig 

Leipziger Sdinedpreneniabrik porm. Sdimiers, Werner 

& Stein, Leipzig 
Preuße & Comp., ITIaldiineniabrik, Leipzig 
9. 6. Sdielter & Sieiecke, niafdiinenEabrik, Leipzig 

Sdinellprellenfabrili Frankenthal, HIbert & Co«, ä-G., 
Frankenfhal 

Schnellprelienfabrlk Worms, Chrenhard A Gramm, E-G., 
Worms 

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DAS DEUTSCHE HAUS 

KnulwiUgr zum Arrh» hir BudigcvcilK Am: Meier -Qiaclc, TcIuuhmIIuiie, VetUf «oa f. Knl|cr m l'triruud ' > CjOO^Ic 




Bekanntmachung. 



In den Deutschen Buchgewerbeverein zu Leipzig sind im Monat März 1901 Folgende Mitglieder 
aufgenommen worden: 

1. Buchdruckerei der Dr. Cäntzschen Stiftung, 11. Louü /Cot.-/i, Buch-, Stein- und Lichtdruckerei, 

Halberstadt. 
12. Robert May, i. Fa. E. G. May Söhne, Frank- 
furt a. M. 



Dresden. 

2. Heinrich Fischer, Verlagsbuchhändler, 
Worms a. Rh. 

3. Dirciitor Haberland , Schnitzer Papierfabrili 13. Edmund Meyer, i. Fa. Breslauer & Meyer, 



A.-G., Sebnitz i. S. 



Berlin. 



4. Wilhelm Hoffmann, i. Fa. Edmund Gaillard, 14. £. Lorenz Meyer, i. Fa. Arnold Otto Meyer, 



Berlin. 



Hamburg. 



5. Paul Hoernig, i. Fa. Paul Schelllers Erben, 15. Otto Remmler, I. Fa. Remmler & Vangerow, 



Göthen i. Anh. 



Geestemünde. 



6. Direktor Runk in den Vereinigten Bauizener 16. Felix Reusche, Buchdruckerei, Nürnberg. 



Papierfabriken, Bautzen. 

7. Wilh. Crüwell, i. Fa. W. Crüwell, Verlags- 
Buchhandlung, Dortmund. 

8. 5. Fischer, Hofbuchhändler i. Fa. S. Fischer 
Verlag, Berlin. 



17. Georg Richters, i. Fa. Ohlenroth'sche Buch- 
druckerei, Erfurt. 

IH. Dr. Franz Rickert, i. Fa. A. W. Kafemann, 
Danzig. 

19. Prof. Max Seliger, Berlin- Charlottenburg. 



9. Otto Kindt, \. Fa. von Münchow'sche Hof- 20. Robert Talbot, i. Fa. Romain Talbot, Berlin. 



Druckerei, Gießen. 
10. Karl Knapp, i. Fa.Wilhclm Knapp, Halle a. S. 

Leipzig, den 31. März 1901. 



21. Hans Volckmar, i. Fa. F. Volckmar, Leipzig. 

Die Geschäftsstelle 
des Deutschen Buchgewerbevereins. 

Arthur Woernlein, GcschSfisführer. 



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min 



ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



Das deutsche Buchgewerbe auF der Pariser Weltausstellung. 



Vorträge von Dr. K. KAUTZSCH. 



III. DUnemafk und Skandinavien. 

Wie in England hit such in Dänemark der 

Buchschmuck vor allem den Charakier einer 
Schwarz-WeiO-Kunsi gewahrt. Überall bleibt 
der Text die Hauptsache, auch in iiflnstlerischer 
Beziehung die Grundlage der dei^orativen Wir- 
iiuDg. Selbst ohne allen Schmuck ist die deko- 
rative Wirkung der Schrilt bestimmt und gut er- 
Fasst. Als Type dient eine kräftige Antiqua (viel 
benutzt wird z. B. die römische Antiqua von 
Gentzsch Gr Heyse), 



englischen Accidenzen. Es werden meist Gruppen 
gebildet, nichtetva stets auFalle mflgllehe oder un- 
mögliche Weise gewaltsam rechteckig, sondern je 
nach Bedürfnis und Gegebenheit geordnet, immer 
aber in ihrer Wirkung vortrefflich. Die GrSfle, 
die Figur der Gruppe, der Grad der Schwärze 
steht immer in einem ausgezeichneten Verhältnis 
zur ganzen Flüche. Stets ist die Schrift das erste. 
Wo sie nicht ausreicht, die Titelseite befriedigend 
zu dekorieren, wird sparsamer Schmuck ange- 
wandt. Er dient zum Ausgleich, zur Abrandung, 






Guekhnci vom Louü Mae. Au%: Giellerup, KoavolulK» St^mtothrtke t'9tU%^ Kvptnka^m, 



Fraktur wird sn gut wie nie mehr angewandt. 
Die Entscheidung für die Antiqua ist in Däne- 
mark geradezu zu einer nationalen Sache ge- 
worden. 

Der Sau ist nicht streng geschlossen. Man ver- 
meldet das allzuviele WeiO. Aber man geht weder 

den Einzügen, noch den freien 
Ausgängoi >us dem Wege. Zeilen- 
fDlIsel werden nicht angewandt. 

In der That muss man sagen, wenn 
nicht sehr gut zur Schrift passende 
Füllungen zu Gebote stehen, blei- 
ben die Ausgänge besser offen. In 
der Regel wirken unsere Füllstiicke 
zu schwer. (Etwas anderes ist es 
meines Urachtens mit den Ein- 
zügen. Die sind entweder über- 
nüssig oder können recht wohl 
durch ein passendes Schmuckstflck 
ersetzt werden.» 

tjan/. ausge/eiehnei sind Tiiel- 
satz und Accidenzsatz in Dänemark. 
So viel Ciet'ühl für dekorative Wir- (k.c-ti 
kung Kndet man höchstens noch in s<hS.,<J^kc \, 




zur Hcrvorhebunt;. Nie überwuchert er den Text. 
Von diesem wird immer ausgegangen. Hier ist 
also ein Hand- In Handarbeiten der Setzer und 
Zeichner festzustellen, das Mtchst bemerkens- 
wert ist. 

Wenn dies besonders von Titel und Umschlag 

gilt, so waren doch auch eigent- 
liche Accidenzen in mehreren 
Rahmenda,diejeneBeobachtungen 

vollauf bestätigten. Überall ein 
hohes Maß künstlerischen Fein- 
gefühls. So zeichneten sich be- 
sonders die .Arbeiten der Central- 
drucken i, P. Petentm und F. E. 
Bordings aus. 

Noch ein paar Bemerkungen 
sind überden eigenartigen. Seh muck 
/.u machen. Als Rahmen oder 
Zierstfick «uF Titel und Umschlag 
nicht nur, sondern auch als Kopf- 
leiste, Schlussstück, auf dem Lei- 
nen- und Kttnstbtad tritt er tuf. 
. (,.»,. ,11..,. Dabei fällt die Figenart des Oma- 

p. KutUälilltcl ^ 

ments besonders in die Augen. 



<a« 122 



mm 



ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 




An; Dw Man Nw4M» Ttlitraf-StMnk IStV— IBM. Ka^lMon IBM. BatfeMhaadt *M Kwai 



Neben Mo- 

tivea der 
helmi- 
schen 

Volkskunst 

und einem 
Rokoko, 

dasganz in- 
dividuell 

uodmltun- 

mittelbarer 

kflnsilerischer Empfindung modernisiert wird, 
linden sidi natfliiicbe Motive In streng fUdiiger 

Behand- 
lung. Die 

krlMgf» 
Zuversicht- 

liciie 
SehtffSens- 
freudc, die 

auch auf 

«äderen 

Gebieten 

der dini- 

sehen Kunst heute so fiberzeugend hervortritt, 
bat besonders bei Gelegenheitsdnickeo zu origi- 




Awi Dm mm* Moribfee TOtw^-SMUk um-tm. 



Katalogen 

u. s. w. 
Nebendem 
ganz aus- 

gezeich- 
netcn deko- 
rativen 
Schmuck 
kann die 
Iliuatratlon 
in Däne- 
mark gleichbedeutende Leistungen nicht auf- 
weisen. Tegner, der in kleinen Strichzeichnungen 

zu Ander- 
sen anmu- 
tig zu er- 
zählen 
weiß, wirkt 
aber In sei- 
nen großen 

Holz- 
schnitten 

um. Bulmlimitk vm Kiuä Lamn. niCht CbCn 

SO gut. 

Auch die feinen Illustrationen von t'rölich können 
einen etwas kalten Zug nicht verleu^en. Am 





Am> Om Mon Wunllikc Telqptf-Srtaka 

nellen Lösungen gefUhrt. So in der Jubiläums- geistvollsten sind viellddtt die lllosirattonen von 

Schrift der Nordiske Tdegraf-Seiskap, in der alle Uoe, Ganz ersten Ranges ist dann aber wieder, 
Motive 

dem tech- 
nischen 
Apparat 

des Tclc- 
graphen- 
dlenstes 
endehnt 

sind, oder 

inFahrrad- 




123 t0> 



was Däne- 
mark auf 

dem Gebiet 
des Buch- 
einbandes 
in Paris 
vorführen 
konnte. 
Unter Lei- 
tung von 

le* 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



Hendrikscn, Anker K}stirundJ. L. Flygge haider 
Verein für Buchhandwcrh in Kopenhagen Lei- 
stungen hervorgerufen, von denen wir vor allem 
eine Einwirkung auf unser deutaclies Bucli- 



tive. So war in Paris ein Band in liellcm Leder 
mit eingelegtem Geranl( von Weinlaub und Win- 
den. Die Einlage zeigte nur ein etwas dunkleres 
Gelbbraun. 




Au: Od Mm Nonliik« T(li|nf-Stl»kib t(lli»-ltl7«. Kopentii«» IXM. Bachukaiick von Kviti Unn. 




geverbe wünschen möchten. Als erste Grund- 
lage für einen Bucheinband, der künstlerischen 
Wert beansprucht, haben die Dänen verstan- 
den, sich wieder ein Buntpapier ZU SChalfcn, das 
unbedingte Bewunderung ver- 
dient. KrSfHge, entschiedene 
Farben, prachtvolle Abstimmun- 
gen und Kontraste bei Verwen- 
dung mehreivr Töne, und, zum 
Teil, fein empfundene Phantasie- 
Motive in den Marmorpapieren 
verleihen diesen Papieren eine 
große künstlerische Überlegen- 
heit. Und derselbe ausgeprägte 
Farbensinn begegnet uns wieder in den Leder- 
binden. Gewagte disparute Farben, Ziegelrot 
und dunkles Blau, finden sich neben den zanesten 
farbigen Kompositionen. 

Ungeteilte Bewunderung verdient auch der 
ornamentale Schmuck. In den mit Bogen und 
Fileten hergestellten linearen and flichigen 

Zeichnungen ^ 

wird meist jeder 
Anklangan figür- 
liche oder vege- 
tabilc Vorstel- 
lungen vermie- 
den, und die 
gewollte Abson- 
derlichkeit des 
Ornaments trilft 
oft vorzüglich 
zusammen mit 
der energischen 
Zusammenstel- 
lung der Farben. 
Daneben fehlen 
allerdings nicht 
natürliche Mo- 




Die Arbeit der dänischen Schule für Buch- 
handwerk hat alles in ihren Bereich gezogen: 
Papier, Petfament und Leder, die Techniken der 
Handvergoldung so gut wie die der Lcderauflage 
und des Mosaik. Vielleicht von 
allen, die sich aus der Volkskunst 
Anregung geholt haben, sind die 
Dänen am glücklichsten gewesen. 
Ihr Buchgewerbe hat eine Ur- 
spriinglichkcit, eine Frische, eine 
künstlerische Lebenskraft, die in 
Erstaunen setzen. Etwas von dem 
hochentwickelten nationalen Ehr- 
geiz der Dänen, von der starken 
Volkskraft steckt in dieser Arbeit, das uns zu 
voller Anerkennung nr3tigt. Glücklicherweise ist 
das alles so eigenartig, dass niemand ans Nach- 
machen gehen wird. Aber der Ernst und die 
Selbständigkeit, mit der man dort vorgeht, die 
verdienen doch die aufmerksamste Beachtung. 
Und aus der Behandlung der Schrift können auch 

Wirdirektlernen. 



Dti «ii>re NiKilUke IzW^rtt Sflskab 

IS» 'in«. Kopcfikiac* IHM. 

VI 




mm Ilm M io 




T«JIUeIleu.Aklclliia|UlwlMi,BLKliirTAmix».rn«b>ik- <JrJr.«oR W.X*Atüm,6Utt»rf. I8B9. 



Auf gleicher 
Grundlage und 
in gleicher Rich- 
tung geht auch 
das skandina- 
vische Buchge- 
werbe vor. 
Schweden und 
Norwegen hatten 
einzelne ganz 
vortrefriiche 
Werke ausge- 
stellt. Bekannt 
Ist auch bei uns 
der ganz ausge- 
zeichnete Buch- 



et» 124 



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Au> iM-ric XX von \ cltfn's Kiinktlrrpostkartori. Vcrl.t}; Vnn Scliiiililt-Sljiil» 6c i'»- Niiinbrig. 

Chromo-Lilliograpliie und Druck m 14 I'arhiii 
von Ii. Nist«-r, Xüiiihcrt;. 



Beilage zum ..Archiv für Buchj»cw<-rbc 



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ARCHIV FOR BUCHGEWERBE 



druekereilMleader Zaehrissons, GCMotf, von 

99 mit seinen energischen, köstlich frisch 
erfundenen, mannigfaltigen Leisten und seinen 
ebenso selbsiindigea» aber vldleteht ein wenig 
zu schweren Initialen. Wunderschön sind auch 
Rahmen und Leisten (man beachte die geschickte 
Lösung der Seiienzsblcnfrage) in Bl«d ur T5rn- 
rosens bok. Dieser prächtige Druck bietet auch 
in Hinsicht auf Wirkung mittels einer zweiten 
Farbe ein sehr bemerkenftwenes Beispiel: Die 
Oberschriften sind in einem feinen stumpfen 
Rotbraun gedruckt, sonst alles schwarz. Auf 
gleiclier Höhe steht sodann aucli das dritte 



Werk, aus dem wir eine Probe bieten können 

(Fran den stora ofredens dogar), während die 
Umrahmungen in »Vaudringens Vag* nicht so 
organisch empftinden und auljgelMat sind, wie 
jene anderen, auch wohl etwas zu schwer wirken. 

Im ganzen muss anerkannt werden, dass man 
auch hier im Norden die neuen Lehren mit einer 
Frische und Selbständigkeit, mir fortbildender, 
schöpferischer Kraft aufgenommen hat, die in 
mannigfacher Hinsicht lehrreich sind. Den oft 
urwüchsigen Charakter dieser Kunst wollen wir 
nicht affektieren. Aber die gleiche Vorurteils- 
losigkeit könnte uns nicht schaden. 



Pftegschaften des Deutschen Buchgewerbevereins. 

Nachstehende Herren haben sich inzwischen noch zur Obemahme des Ehrenamtes als 

Pfleger dcb DcutscliL-n ßuchgewerbevereins 
in freundlicher Welse bereit erklärt: 



Dr. A. Gmtenberg, HÜdeOtetm, 

Fritz Kieffer, Direktor der Elslsa. Druckerei und 

Vcrlagsanstalt, Straßburg. 
Karl Knapp, i. Fa. Vilh. Knapp, HaUe a. S. 

Felix Krais, Stutigart. 
C. Chr. Milo (Milo'ske I:tablissement), Odense. 

Uipzig, April 1901. Vofsttnd des Deutsdieo Buchgewerbevereins. 

Dr. t. KattoHMfl, 1. Veraielier. ArUiar WoenMH, tSeseUitafOliKr. 



Heinr, Otto, i. Fa. J. R Klein'sehe Bucfadrackerei, 

Crt\fe!d. 
Friedr. Thienemann, Gotha. 
Heiar, Waüau, Htünx, 

G, WaUamtt l Fa. Williams & Norgate, London. 



Verzeichnis von Personen und Firmen, 
die im März 1901 dem Deutschen Buch Bewerbern useum Schenkungeti überwiesen haben. 



Max Kellertr, München, Gescl)ichte der Stade 
München, Lieferung 1 4. /l. H^bAI/Wif, Buch- 
druckerei, Magdeburg, Preisliste (von Stassen 
ausgestattet). Schmidt & Franke, Bern, Rodt: 
Bern im 18. Jahrhundert. — Baueneke Gießeni, 
Frankfurt, Musterbuch. Gebrüder Borchers, 
Lübeck, Festschrift zum 150jährigen Jubiläum der 
Lübeekaehen Anzeigen. — B. G. Teahner, Leipzig, 
GraeO: Das Licht und die Farben. Rndniph 
Becker, Leipzig, Katalog. — Großhengl. Museum, 
Darmstttdt, Katalog der Handzeiebnungen Boek- 
lins. - Nilsson, Paris, jordell: Repertoire bi- 
bliog;r. 1900. — Breitkopf & Härtel, Leipzig, Mo- 



derne Buchschriften. Konrad Burger, Leipzig, 
Maria Pellecher. - Hedrichs Nachf, Leipzig, 
Dreifarbendrucke. -- Hendriksen, Knprnhagen, 
Frohlich-Heft von »Bogoennen- und Druck- 
sachen. — Franz Lipperheide, Berlin, Die Ver- 
lags-Schleuderei. — Wilh. Woellmer, Berlin, 
Drucksachen. Schelter & Giesecke, Leipzig, 
Drucksachen. — Otto KrSger, Soadenhausea, 
1 4 Rogen alte Schreibbücher-Umschläge. Ernst 
Heitmann, Leipzig, 1 1 Plakate. Stadtbibliothek 
Mainz, Katalog der Buch-tllustratlons-Aits- 
stellunt;. Allen freundlichen Gebern 8ag#n Wir 
auch an dieser Stelle aufrichtigen Dank. 



Der Vorstand des Deutschen Buchgewerbevereins. 

*9 125 V» 



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mm 



ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE MWilMMMMMMMM» 




Ältere Buntpapiere. 

Von WALTER SCHULHOF. 



DU" Au»tulluu^ von äliLTcn Buiiipupieren 
im Deutschen Buchgcwcrbchausc, die 
vor kunem geschlossen wurde, bot einen 
fast vollständigen l'bcrblick über die Produktion 
dieses Zweiges der Papier&brikation und zwar 
vom Anftnge des 17, Jahrhunderts in Deutsch- 
Imd, Frankreich, Ittllen, Spanien ii. ». w. bis 
gegen die Mitte unseres Jahrhunderts. 

Wohl haben wir heute tadellos funktionierende 
Maschinen, die schnell uiul hillig vier-, fünf- und 
sechsFarbi^c Drucke hers teilen, dafür ist über im 
Laufe der Zeit etwas verloren gegangen, das ich 
für wertvoiler und wichtiger halte, namentlich auf 
einem kunstgewerblichen Gebiete. Ich meine: 
die Farbenlreudigkcit, die Farbenkühnheit und 
den Sinn FQr die Harmonie der Farben. IMan ver- 
plciche nur eines der priichtiijen deutschen oder 
französischen Martnorpapiere aus dem 17. oder 
18. Jahrhundert mit den Erzeugnissen, die heute 
unter dem Namen Gustav-Marmor in den Handel 
gebracht werden. Ich halte dafür, dass niemand 
auch nur einen Augenbliclt daran zweifeln wird, 

welcher der beiden Arbeiten erden Vorzug Reben 
soll. Hier klare, ruhige und doch leuchtende 
Farben, dort (beim Gustav-Marmor) ein trauriges, 
trockenes, stumpfes lEinerlci, das höchstens 
an Langeweile nichts zu wünschen übrig lässt. — 
Die alten Marmorpapiere — ich muss es olfcn ge> 
Stehen- sind mir auch entschieden lieber,alsdie 
anspruchsvollen Brokate mancher Buntpapier- 
fabriken.die viel unechtesGold und teuere Farben 
an meist künstlerisch wertlose I-ntwürfe ver- 
schwenden. Der Verfall der alten Techniken 
auf diesem Gebiete ist aber um su mehr zu be- 
dauern, als gerade die Erzeugung des Bunt- 
papiers eine durchaus individuelle Behandlung 
verlangt und bei der Massenfabrikation eben die 
charakteristischen Eigeotfimüchkeiten verloren 
gehen müssen, welche uns dic alten Stocke so 
wert machen. 

Bis gegen Anfang unseres Jahrhunderts lag die 
Erzeugung der Buntpapiere in den Hinden der 



Buchbinder; erst dann wurde sie allmählich an 
den Großbetrieb abgegeben. Es wäre zu wün- 
schen, dass die Herren Buchbindermeisfer sich 
wieder mehr mit den Buntpapieren beschäftigen 
würden, denn nur die Handarbeit ermöglicht ein 
liebevolles Eingehen in die Details und lisst die 
Individualität des Einzelnen voll und ganz zur 
Geltung kommen. 

Den technologischen Begriff, der mit dem Worte 
Buntpapier bezeichnet wird, definiert W. F.Exner 
in seinem Buche: Die Tapeten- und Rrr^rpnpier- 
lndustric,Weimar 1869, u ic fulgi; .Papier, aussen 
Oberfiiche auf einer Seite desselben durch Auf- 
tracen von Farben (weiß und schwarz nicht aus- 
geschlossen), Firnissen, Metalien und verschie- 
denen anderen Stoffen ein von dem Habitus des 
gewöhnlichen Papiers wesentlich verändertes 
Aussehen erhalten hat und in Bogenformat in den 
Handel gesetzt wird.' - Als Vorläufer der Bunt- 
papiere müssen wir die Ledertapete und Webe- 
sioife betrachten. 

Die Erfindung der Tapetenweberei schreibt 
man den Assyriern unJ !i i nders den Bab>'- 
loniern zu, welche sie zum Schmuck ihrer Wohn- 
riume, gleichzeitig mit kostbaren Teppichen und 
anderen KunstgegenstSnden verwandten. 

Erst gegen Anfang des 15. Jahrhunderts machte 
der Maler Johann van Eyek aus Brtt^e den Vei^ 
such, Leinwandtapcicn zu bemalen, statt Muster 
oder Figuren, wie ehedem, hineinzuwirken. Das 
Malen der Tapeten vermittelt auf das Wesent- 
lichste den Übergang von den gewebten zu den 
mo 'tTi'en Tapeten und von diesen wieder zu den 
Buntpapieren. - Über die eigentliche i:rhndung 
der Buntpapiere selbst wissen wir leider recht 
wenig, da es keine Publikationen darüber giebt. 

Man nimmt an, dass es um die Zeit der Er- 
llndung der Buchdruekerkunst eingeführt wurde, 
doch muss dies nur eine Vermutung bleiben, so- 
lange wir keine greifbaren Anhaltspunkte dafür 
haben. 

Schon lange Zeit früher hatte der Orientale 



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mmmmmmmmmmmt ARCHIV fOr BUCHGEWERBE MM>iMc<aMa>aMM««M» 



buntes Papier Für Einbandzweeke verwendet, 

allerdings nur nis farbige Uaierltge Rir durch- 
brochenes Zierwcrk. 
Bei ifirkisch-4igypilsehen Einbänden llndeii wir 

an der Innenseite statt des Vorsatzpapieres auch 
gepressie Lederbekleidungen aus sehr dünnen 
Sdiaf» oder Ziegettfellclien, welche scheinbar mit 
Holzmodeln geprägt sind. Erst im 16. Jahr- 
hundert sieht man die ersten einfarbigen, ge- 
strichenen Buntpapiere. — Der Leiter des Deut- 
schen Riichijcu erbemuseums Herr Direktor Dr. 
Kautzsch hat in zwei kurzen, feinsinnigen Auf- 
sitzen (vgl. Archiv Ar Buchgewerbe 1901, Heft 1 
und Börsenblatt für den dcuischefi Buchhandel 
1001, Nr. 7) bereits auf die großen Vorzüge der 
Uferen Buntpapiere hingewiesen, und ich mOchte 
noch im Anschluss an die Rcsprcchunc der Aus- 
stellung nur einiges über die allen Herstellungs- 
weisen sagen, soweit sich diese heute noch er- 
mitteln lassen. 

Die scheinbar äliestcn Papiere der Sammlung 
sind einhrbig und stammen aus Frankreich. Ihre 
Herstellung ist ungemein einfach. Es ist selbst- 
verständlich, dass man hierzu gutes, glattes und 
weißes Papier verwendet, das auch fest und ohne 
Wolken sein muss. Auf einem grauen oder gelb- 
lichen Papier können die Farben niemals so zur 
Geltung kommen, während ein ungleichförmiges 
die Farben leicht durchschlagen lasst, wodurch 
die gefärbte Oberfläche fleckig wird; auch ist es 
unbedingt nötig, dass man das Papier vorher 
gründlich anfeuchtet. Der Anstrich kann ent- 
weder mit einer Bürste, einem Pinsel oder 
einem Schwämme geschehen, was je nach der 
Bescbalfenheit der verwendeten Farlien l>e$timmt 
werden muss. 

Benutzt man zur Arbeit einen Pin^vk, dann soll 
derselbe recht groß, stark und aus langen Haaren 
verfertigt sein. Damit wird nun die Farbe gleich- 
mäßig, lieber mager als zu fett, aufgetragen und mit 
dner kleinen Bürste sorgülfig verrieben und ver- 
schlichtet. Hierauf lässt man dicRoj:;en trocknen, 
glättet sie dann mit runden Achat-, Jaspis- oder 
Kieselsleinen, oder man verwendet bei hart ge- 
wordenen Papieren auch die sogenannte \X'achs- 
seife, welche aus einer Vermischung von Seife und 
i^nasehe besteht. 

Die einfarbigen Papiere kiinncn auch durch 
Abziehen hergestellt werden. Das geschieht auf 
folgende Art: Man gießt die zu verwendende 
Farbe in ein flaches Geschirr von Holz oder 
Porzellan, lege den Bogen auf die Farbbrühe 



und drückt ihn eventuell, wo es nötig ist, ge- 
linde auf, damit die Ranze Fläche von der Farhc 
berührt wird, ohne dass sich Lufibla&en bilden, 
und zieht ihn dann langsam Ober den Rand des 
Geiaßes ab. Die auf diese Weise hergestellten 
Papiere lassen sich auch mit Spritzmustern ver- 
sehen, indem man andere Farben mit einem 
Pinsel mehr oder weniger fein aufsprengt. Beim 
Sprengen kann man auch ein Orahtgitter ver- 
wenden, welches man Aber den Papierbogen hilt; 
und den mit Farbe gefüllten Pinsel auf demselben 
herumreibt, wodurch ein ebener, dichter Regen 
von Farbtropfen niederfillt. Auch allerhand Nu- 
ancen lassen sich erzeugen, wenn man die Pa- 
pieriläche mit Reis, Lein oder Linsen bestreut, 
darflber sprengt und die fremden Kfirper wieder 
abschüttelt Sogar Gold wird hei der Sprengung 
mit gutem Erfolge verwendet und wirkt nament- 
lich bei einer zartblauen oder blassroten Grund- 
farbe. 

Sutt des Sprengens pflegt man auch mit einem 
groDIOcherigen Schwämme oder einem Flanell- 

läppchcn durch Tupfen einfache und mehrfarbige 
Flecke hervorzubringen. In diese Abteilung ge- 
hört dann der Achat-Marmor, welcher in der Aus- 

stellung durch einige hübsche Stücke aus dem 
Anfang des 19. Jahrhunderts vertreten ist, der 
Wanda- Marmor und der schon oben erwähnte 
Gustav -Marmor. Sehr geschmackvoll« nament- 
lich in der Farbengebung sind die sogenannten 
Markgrafen -Papiere. Diese wurden im vorigen 
Jahrhundert von den Buchbindern seihst ange- 
fertigt, finden aber heute leider nur noch selten 
Verwendung. Man benutzte hierzu einfach ge- 
strichenes Papier, das gefeuchtet und auf einem 
Brett'- sohrig gestellt wurde. Mittels eines 
Burbtcnpinseis sprengte man die mii Ochscn- 
galle versetzte Farbe auf, die dann in fluss- 
artigen .^dcrn über die schräge Flüche lief und 
sich mit den anderen Adern marmorartig ver- 
band. Oft legte man auch den Bogen flach auf 
eine Pappe, welche an den Enden etwas auf- 
gebogen wurde; die Adern liefen natürlich gegen 
die Mitte, wo sie sieh vereinigten. Diese Sorte 
nannte man Baummarmor, oder wenn der Boden 
grundiert und marmoriert, auch Feuermarmor. 

Aua der Gruppe der Holzmodeldrucke werden 
zunächst die mit echtem Gold bedruckte« Papiere 
zu erwähnen sein. 

In unserer Sammlung befinden sich einige mit 
Heiligenbildern bedruckte Bogen auf rotem Grund 
aus dem 17. und 18. Jahrhunden. Die Goldpapiere 



^ \X1 Wf* 



biyilizüü by GoOglc 



m ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 4t>»imMWM>mnMC> 



kann man natürlich heute viel schneller, besser 
und billiger herstellen, auch verwendet man nicht 
mehr echte» Gold, sondern ersetzt dieses stets 
durch Bronze- und Brokatfarben. 

Wir wenden uns nun zu der in der Ausstellung 
am stürlisten vertretenen Gattung der Kattun- 
papiere. Hier finden wir einige vornehme und 
?nrte Muster Französischen und deutschen Ur- 
sprungs aus dem 18. Jahrhundert. In späteren 
Zeiten tragen die Zeichnungen weit mehr den 
Charakter ilrr Stn^drucke und Papiertapeten. 
Die Muster werden tur den Zweck dci Bunt- 
papiers zu groß, und an Stelle der flachen Orna- 
mentik treten rclicfartigc Darstellunycn . welche 
überdies noch ai^ den nicht sonderlich geschmack- 
vollen I^rbenkombinationen leiden. Ein näheres 
Eingehen auFdieTechnik derKatfunpapieredürFte 
hier wohl kaum interessieren, sie ist naturgemäß 
mit der Kattunmanaraktar sehr verwandt. Aufler- 
dem kann man diese Sorte von Papieren heute nur 
noch im Fabriksbetriebe erzeugen, und der Zweck 
dieses Auftatzes war es doch lediglich, auf die 
Ruton, alten Handtechniken, die im Laufe der 
Jahre in unverdiente Vergessenheit geraten sind, 
hinzuweisen. Darum mSchte ich mich bei den 
hoe1if:;epr.äE;ten Gold- und Silberpapieren und den 
neueren Moirdpapieren der Ausstellung, welche 
noch in diese Gruppe gehSren, nicht linger auf* 
halten, sondern zu den s<^|enaanten Kleister- 
papieren übergehen. 

Die Kleisterpapiere, wenn wir nur das Buch- 
gewerbe ins Auge fassen, eignen sich in erster 
Linie für grolk Bände und hier vorzugsweise 
zum Beziehen der Außenseiten, weil die Muster 
nur in Größen verFerti(^t werden können, die 
sich fürVorsauzweckc nicht eignen würden. Die 
Technik der Kleisterpapiere ist fibrigens schon 
sehr alt und wurde schon von Mönchen in ein- 
zelnen Klöstern zur Anwendung gebracht. In 
der letzten Zeit hat es Anker Kyster, der Leiter 
der Ruehhinderschule in Kopenhagen, mit 
großem Erfolge versucht, die Kleister- und 
Marmortechnik wieder anzuwenden. Seine fein 
kombinierten und farbenprächtigen Arbeiten sind 
in den Fachkreisen Deutschlands genügend be- 
kannt, leider Ist aber bei uns noch niemand auf 
den Einfall gekommen, ihm nachzueifern. 

Jedenfalls ist dies sehr zu bedauern. Wenn 
wir nur die nicht allzu umfangreiche Kollektion 
seiner BuiMpapiere^dle eben im Deutschen Buch^ 
gewerbemuseum ausgestellt ist, betrachten, dann 
werden wir überrascht sein über die reiche Fülle 



von zarten und geschmackvollen Dessins, \^ eiche 
in Bezug auf die Farbe so fein und harmonisch 
abgestimmt sind, wie wir sie in den stiritsmi 
Musterbüchern unserer allerersten Buntpapier- 
fabriken vergeblich suchen können. 

Die Herstellung der KIcistcrpapicrc, die auch 
Herrnhuterpapier genannt werden, ist nicht mit 
sonderlichen Schwierigkeiten verbunden, sie 
fallen allerdings nur selten so schSn aus, wie die 
echten, d.h. mehrfarbigen Marmurpapiere. Auch 
hierzu kann man jedes starke und feste Druck- 
papier verwenden, wenn es nur gut geleimt ist; 
allein auf einem feinen und weißen Papiere wirken 
die Farben natürlich viel besser. Iis lassen sich 
Körper-, Saft- und Mineralfarben verarbeiten, 
indes pflegt man gewöhnlich den ersteren den 
Vorzug zu geben, weil sie immer mehr Feuer und 
Schönheit besitzen, als die übrigen. 

Jede Farbe wird für sich mit etwa» Wasser auf 
dem Rcibsteinc möglichst Fein geriehen und mit 
einem knoltenfreien, geschmeidigen Kleister gut 
zusammengerQhrL Die Farben müssen zwar eine 
ziemliche Konsistenz besitzen, können aber, wenn 
sie zu dick werden sollten mit etwas hellem 
Gummiwasaer verdännt werden. 

Fs sind sehr viele Methoden bekannt, diesen 
Marmor herzustellen, ich möchte heute nur die 
hauptsSchlichsten anrähren. 

Ein mit Wachstuch überzogenes Brett, das einige 
Centimeter größer ist, als der zu behandelnde 
Bogen, legt man auf den Arbeitstisch und streicht 
mit einem großen Pinsel oder einer Bürste gleich- 
mäßig die mit Kleister angemachte Farbe darauf. 
Ebenso bestreiehtmao einen etwas angefeuehteten 

glatten, weißen Bogen Papier mitdersellien Farbe, 
legt den Bogen auf das mit Wachstuch überzogene 
Brett, drückt ihn mit einem trockenen Tuche oder 
einer weichen Bürste überall sanFt an und zieht 
oder hebt ihn hierauf von dem Brette ab. 

Durch dieses Verfahren gewinnt man den ein- 
farbigen, großadrigen Marmor. Wünscht man 
aber den Marmor kleiner, so nimmt man sutt des 
mit Wachstuch überzogenen Brettes eines, das 
mit einem feingewebten Tuche bespannt ist, und 
verfahrt auf gleiche Weise. Mao kann ruhig 
einige Bogen von dem Brette abziehen, ohne 
frische Farbe aufzustreichen; nur wenn das 
Wachstuch trocken wird, ist es nötig, die Farbe 
zu erneuern. Bei einem anderen Verfahren ver- 
wendet man zwei glatte Bretter, auf welche zwei 
gefeuchtete Bogen Papier ausgebreitet werden. 
Die Oberflächen beider Bogen bestreicht man 



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mm<^<^ ARCHIV PflR BUCHGEWERBE aMMMMMMMMMN» 



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ARCHIV FßR RIICHGEVERBE atwaMMMMMMMM» 



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mmmrnmmmmmmm ARCHIV fOr Buchgewerbe «>imm«>m<w>«mm«»m«» 



mit Kleisierfiirbe« legt sie dann mf einem glatten 

Tisch mit ihren Anstrichsciten genau aufeinander, 
drückt sie zusammen und zieht sie sofort wieder 
■b. Die Adern flallen klein aus, wenn der ge> 
Färbte Kleister dick war, und Ejrößer, je flüssiger 
man ihn halt. Einen schönen Adermarmor ge- 
vinnt man auch, wenn man auf swei Streicli- 
bretter je einen weißen oJer gefärhten Papier- 
bogen legt und mit einem Pinsel eine beliebige 
mit Leim versettie PArbe aultupft, dann die Bogen 
aufeinünder legt und von einer Ecke zur anderen 
wieder abzieht. 

Bei einer anderen Metliode sireicht man den 
Buijcn auch mit K!cisterf;irbe an, aber man nicIIi 
den Marmor dar, indem man ein ausgezacktes 
Brettclien, oder einen Kamm in gerader, eventueli 
auch welienfürmiRcr Richtung durch die nasse 
Farbe z i e h t. D u rch d lese Operation entstehen die 
man n igf a i tigs ten Linien fe nach Art des Streichens. 
Hier kommt es vorzüglich darauf an, dass eine ge- 
übte Hand das Brettchen oder den Kamm sicher 
und geschickt 2U fBhren versteht. Etei diesem 
Marmor lassen sich aber auch muschelähnliche 
Stellen hervorbringen, wenn man einen weichen 



Pinsd irgendwo einsetzt und ihn gesehwind 

herumdreht, VC'nlkcn, wenn man die nasse Farbe 
mit einem Schwamm oder einer Has«tpfote wieder 
wegnimmt; man kann auch holzartige Masern mit 
denSpitzen der Finger darstellen u.s.w. Oder man 
feuchte die Rückseite eines gestrichenen Bogens 
Stark an, stelle das Brett schief auf und spritze 
mit einem Sprengpinsel eine mit Ochsengalfe 
versetzte Farbe auf; dann halte man das Brett 
bald auf diese, bald auf fene Seite, damit die 
aufgespriuie Farbe gut laufen kann. Auf eine 
andere Weis« bildet man den Marmor, wenn 
man zwei Bogen auf die Art der Irispapiere mit 
verschiedenen Leimfarben bestreicht und von 
einer Ecke zur anderen abzieht. Oder es wird 
ein Bogen mit einer gewöhnlichen geleimten 

Farbe gestrichen; hierauf taucht man ein I.äpp- 
cbea Flanell in eine andere dünne Farbe, drückt 
es etwas aus, wickelt es hierauf zusammen und 
rollt damit locker von der unteren Ecke über das 
Papier, wodurch ein geflammter schöner Marmor 
entsteht. Alle diese Techniken lassen sich natür- 
lich kombinieren und in den verschiedensten 
Variationen verwerten. tScbiHu roigL) 



Die Maschinenattsstellung im Dentschen Budigewerbehause. 

Von HERM. JAHN. 



4 BWEICHEND von den auf S. 15 und 16 bc- 
sprochmen Buchdruckmaschinen bringt 
1. ^die Firma /. G. Schelter & Giesecke in 
Leipzig eine •<o(»enannte Zweitourenmaschine zur 
Ausücellung. In derselben wird dem deutschen 
Buchdrucker eine einfache Buchdruckschnell- 
pres^^r mit vereinigtem Tisch- und Cylinderfarb- 
werK und fortwährend umlaufendem Cylinder 
geboten, die von einer unter dem Cylinder hin- 
und herbewegien flachen Form druckt. Von den 
vielen Vorzügen, die dieser Maschine eigen sind, 
mSgen nur die wichtigsiett bcrvwgdioben sein: 
Solideste Ausführung, Vcrw'cndun^ des ausge- 
suchtesten Materials, sorgraitige Bearbeitung bis 
in die kleinsten Teile. Von hoher Bedeutung Ist 
die ufiuberfroffene starke Bauart der ganzen Ma- 
schine, die jedes Erzittern, selbst bei höchster 
Geschwindigkeit, ausschließt, sowie der |edes 
Durchbiegen während des Druckes verhindernde 
besonders starke Mittelbau. Das Satzbett lagert 



auf stählernen, im Durchmesser genauest gesch I i F- 
fenen Laufrollen, wodurch eine gleitende Reibung 
vermieden und ein leichter Gang erzielt wird. 
Seitliches Verschieben des Sat/bettes wird durch 
Anwendung genauer Führungen vermieden. Die 
Bewegung des Satzbtttes und des Druckcylinders 
ist wahrend der rnm/'-n nnickzeit eine gleich- 
maUigc und sind daher Sctinui/. u.s.w. vüllig aus- 
geschlossen. Die Abstellung des Druckes kann 
vor oder nach der Druckdauer erfolgen, eine Vor- 
richtung, die die Verreibung und Verteilung der 
Farbe vor Beginn des Druckes, ohne dass Schmutz- 
bogen durch die Maschine gelassen werden, ge- 
statteL Der Farbkasten ist zum Verstellen im 
Ganzen oder auch fDr beliebige dnzelne TeiU 
strecken eingerichtet und befindet sich direkt 
unter dem Auslegetisch. Die Farbkastenwalze 
dreht sich ununterbrochen und wird dadurdi 
Farbstrcifenbildung vermieden. Die Repelting 
der Farbeabnahme durch längeres oder kürzeres 



«a« 129 tfi> 



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mmmmmmmmmmm ARCHIV fOr BUCHGEWERBE iMmamiMmmm 



Anliegen derSpcisewalze kann selbst während des 
Ganges der Maschine leicht geschehen. Sehr 

praktisch ist das Frcilfpen sämtlicher >X'a!7cn 
durch einen einzigen Handgriff unter sich, mit 
der Schriftform und dem Farbiisch, sowie das Ab- 
stellen nur der AuFtrat^u al/cn i;i-'^"ndert von den 
Tischwalzen. Dem Maschinenmeister ist es 
durch BethiitigunK eines FnUnines ermöglicht, 
den Cylinder auch langsam rückwärts gehen zu 
lassen. Hervorzuheben ist die Gewähr für ge* 
nauestes Register durch besondere Anlege\'or^ 
richtung, sowie durch besondere Einrichtungen, 
die sich die Firma durch Patente schützen ließ. 
Die Maschine wird vorlSuRg von der Firma mit 
2 Auftragwalzen in sechs, mit Auftragwalzen in 
fünf und mit 4 Auftragwalzcn in vier Größen ge- 
baut. Hine ungewöhnlich hohe Druckleistung, 
die sich je nach Große zwischen 1400 bis 24(X) 
Abdrücken in der Stunde bewegt, rechtfertigt 
vollständig den der Maschine gegebenen Namen 
.Windsbraut". Mehr at>er diese Maschine zu 
sagen, fehlt uns hier der Raum, wie aber das 
an der Ausstellungsmaschine im Buchgewerbe- 
haus angebrachte Piakat besagt, wird jedem Inter- 
essent die Maschine in der Rctricbsstätte, Leipzig, 
BrüderstraQe , im Betrieb gezeigt und eingehend 
erlclirt Welter stellt die Firma noch eine ihrer 
Tiegeldruckpressen „Phünix"aus,dicin sechs ver- 
schiedenen Größen gebaut wird und beim Buch- 
druck sowie bei derBuchbinderei mit Vorteil Ver- 
wcndung findet. Die «Phönix* ist eine Tiegel- 
druckpresse, die längst die Feuerprobe bestanden 
hat und daher jedem Fachmaone bekannt ist 

Die im Vorstehenden kurz aufgeführten Ma- 
schinen geben den Bestand im Deutschen Buch- 
gewerbehause an Buchdruckschnellpressen. Ihnen 
stehen die SteindnuduciHidlpressen von ersten 
deutschen Firmen gegenüber. Wir finden ver- 
treten auf diesem Gebiete Hugo Kach, Leipzig- 
Connewitz, der als Spezialität lithographische 
Schnellpressen fürt'einstenCh'-nmn- undSchwarz- 
druck, für Aluminium- und l'orzellandruck baut. 
DleauagestellteMaschIne,die in allen ihren Teilen 
die sorgfältigste und auf fachmännischen F.rfah- 
rungen begründete Ausführung zeigt, lässi er- 
kennen, dass der gute Ruf, desaen sich diese Firma 
erfreut, in jeder Bczichunq gerechtfertigt ist. Auch 
voadermitausgestelltenPatent-Bronziermaschine 
und der Lithographiestein-Hobelmasehlne lissi 
sich nur Lohensuertes sagen. 

Dieser Firma ebenbürtig zur Seite steht die 
Leipziger Schnellpressenfabrik A,-Ges, vorm. 



Schmiers, Werner & Stein, Leipzig. Die zur Aus- 
stellung gebrachte »Kombinierte Stein- undLlcht'- 
druckschnellpresse' im Format 82x1 10 bezw. für 
Lichtdruck 78x110 (73x90) mit Einrichtung für 
dreimaliges Einwalzen des Steines, mit Doppel* 
druck und Abdeckrahmen, stellt der Firma das 
beste Zeugnis ihrer unbegrenzten Leistungsfihig- 
keit aus. Erwihnt sei an dieser Stelle noch, dass 
auch die Paient-Bron/ierinaschincn , Abslaub-, 
Taicumier- und Poliermaschincn, Karton-Bron- 
ziermaadiinen obiger Firma sich des besten Rufes 
Im IB" und Ausland erfreuen. 

Hilfsmaschinen für Buchbinderei bringen die 
nachfolgenden drei Finnen dem Besucher zu Ge> 
sieht. Gebrüder Brehmer,Leip2ig-PlagH>itz stellen 
Heft- und Falzmaschinen für Fuß- und Kraft- 
betrieb aus. Die zweckentsprechende Bauart die- 
ser Hilfsmaschinen wird sofort jedem Beschauer 
klar und die bereitwillige Auskunft, die jeder 
Fragende von den anwesenden Vertretern erhalt, 
wird sehr dazu beitragen, diesen Maschinen einen 
weifen Interessentenkreis zu sichern und den 
guten Ruf der Firma in alle Teile des engeren 
und weiteren Vaterlandes zu tragen. 

Karl Krause, Leipzig, dessen Frzcugnissc welt- 
bekannt und hochgeachtet in der Fachwelt da- 
stehen, ist mit Sehneidemaachioen Rir PuD- und 
Kraftbetrieb aller Art würdig vertreten. Einen 
Begriff von der riesigen Ausdehnung dieses Welt- 
hauses kann sieh jeder Besucher der Aasstellung 
beim Beschauen des Fabrikkomplexes en roinla» 
iure an On und Stelle selbst machen. 

Auch die Heft- und Falzmaschlnen der Firma 
Preusse & Co., Leipzig, haben sich längst einen 
weiten Kundenkreis erobert, was um so mehr 
berechtigt ist, als die Erzeugnisse dieser Firma 
mit zu dem Besten gehören, was der deutsche 
Maschinenmarkt bietet. Vor allem sind es die 
ausgestellten Faden- und Drahtheftmaschinen, 
die auf den ersten Blick ihre groDe iinil hohe 
Leistungsfafiiiik^-if rrkrnrifn Inssen. 

Um unsern beruht vollständig zu geben, er- 
wähnen wir noch den patentierten Uniierapparat 
für Tiegeldruck- und Schnellpressen der „Aktien- 
Gesellschaft für Liniierapparate , Patent Große^ 
IMpzig, Die groBe Verbreituof , vdche die sehr 
gut arbeitenden äußerst einfachen Apparate trotz 
der kurzen Zeit fanden, seit der sie auf den Markt 
gebracht wurden, Mast am besten ihre Brauchbar^ 
keit erkennen. 

Eines nicht minder guten Rufes, wenn auch auf 
anderem Gebiete, erfreut sieh die Firma Felix 



«s« 130 «B^ 



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ARCHIV FOR BUCHGEWERBE W«mm«<««MMMMM» 



BäUdier, Vilzenmine>Fabrlk und WtlzengleD- 

mtattf Leipzig. Die auf einem ^Tofk-n Cjcstcllc 

■uqg^MdUen Walzen für Buchdruclunaschinen 
fcben den besten Beweis für die Güte der zum 

Guss der Walzen verwendeten Masse und zeigen 
gleichzeitig, welclie große Sorgfall die Firma auf 
den Guss Ihrer Erzeugnisse verwendet Die von 
der Firma Felix Böttcher in den Handel gebrachte 
englische Walzenmasse ,The Best and Durablest" 
erfireul sich in Fachkreisen großer Beliebtheil. 

Ffteiur& Krecke, G. m, b. H.. Berlin, führen 
uns ihre aus besrem Messing angeFertigten Sicher- 
hciiskanncn iüv Benzin, Petroleum u. s. w. vor 
Augen, sowie einige Hilfismaschinen für den 
Setzersaal, den Galvanoplastiker, den Zinkätzer 
u. S.W. Alle ausgestellten Apparate machen auf 
den Besdiauer eineii guten Eindruck und lassen 



dieselben Hr die gedachten Zwecke als geeignet 

erscheinen. Vertreter Für obige Firma ist Richard 
Hühl, Leipzigs welch leuterer seine ütiketien- 
Scfallder fDr Sehrlftkisten sowie seine Anleige- 
marke «Exact Stabil" durch einen Prospekt in 
empfehlende Erinnerung bringt. 

Vlrslnd nunmehr mit unserm Rundgang durch 
die Maschinenhalle im Deutschen Buchgewerbe- 
hause zu Ende. Aus allem lässt sich feststellen, 
dass, wenn auch im weiten Ausstellungsraum 
noch für manchen Aussteller hinreichend Platz 
für seine Erzeugnisse übrig ist, dennoch die Aus- 
stellung schon heute ein in sich abgeschlossenes 
Ganzes bildet und ein so anschauliches Bild von 
den besten Leistungen der Maschinenindustrie Im 
Dienste der schwarzen Kunst bietet, wie es ander- 
wirts zur Zeit nirgends geboten wird. 



ZeichenkUnstler im Dienste der graphischen Kunst. 



IV. FIDU8. Von OTTO GRAUTOFF. 



II. 



4 UCH als Zeichner tritt er technisch oppo- 
I\ sitioneli dem Zeitgeist entgegen, indem 
Ä. m.er die Linie der Karikatur entreißt, sie 
vom nüchternen Beschreiben zu befreien sucht 
und sie dagegen musikalisch und meiodl9s ver» 
wertet; oft steigert er diese Ausdrucksweise auch 
zum Dramatisch -Bewegten einer seelischen Em- 
pfindung. In seinen Zeichnungen glebt er mit 
den verständlichen Mitteln der Form Symbole 
des Geschehens; jede Linie ist Empfindungs- 
triger, der die Begriffe andeutet; das gilt auch 
dann, wenn die Linie nicht an eine 
organischeForm gehunden, sondern 
ganz frei erfunden ist, als Umrah- 
mung oder als Hintergrund eines 
organischen Gebildes. Das erste 
derartige Blatt ist die dreiteilige 
Zeichnung •Giflck', die 1867 in 
der „Jugend" Nr. 29 erschien (die 
Worte von Loewenberg sind später 
dazu gedichtet). Den oberen Teil 

derZeichnuni^'/iert eine Borde, über 
die ein Reigen fröhlich -heiterer, 
^flcklieher Kinder dahinzieht, links 
anien blumt sich ein Mann in wil- 
der Verzwtiflung auf unter den Marterqualen 
irdischer Lust; redits daneben die trostlose. 




V.j-lic 



das die Schlange triumphierend in die Höhe 
zQngelt. Dieses Blatt istvon seltener GrOOe und 

Schönheit. Zeichnerisch interessant ist ein Ver- 
gleich der Linien, die den Mann zeichnen; sie 
sind herbe, energisch, kühn, kraftvoll im Gegen- 
satz zu den weicheren, melodiöseren Linien des 
Weibes und der kindlichen Körper. Dieser Ein- 
druck wird noch wesentlich gehoben durch das 
freie Linienspiel, in das die beiden Körper» 
gestalten des Weibes und des Mannes gesetzt 
sind. Dus Weib bricht in sich zusammen in einem 
weichen, zerflleBenden und ver- 
schwommenen Liniengekröse; die 
Faust des Mannes reckt sich wild 
in die Höhe und durchsehneidet mit 
trotziger Wucht die Luft, kühn vor- 
wärts stürmend der Befreiung zu, 
der Sonne, dem Glück. 

Ich habe an diesem Blatt ver- 
sucht, die Absichten des Künstlers 
an einem sehr charakteristischen 
Beispiel zu interpretieren; diese 
Art der Interpretation der Schö- 
pfungen von FIdus sind sber nicht 
nur für diese eine Zeichnung maB> 
gebend, sondern sie gilt für alle seine zeich- 
nerischen Darstellungen, nur dass natürlich bei 



seltetverlorene Verzweiflung des Veibes, Ober Jeder SSeichnung die Linie der Trlger und der 

*m 131 wk 17* 



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«'«'««'Kwac.'M'W«.'«. ARCHIV FÜR BUCHGEWtRBl: arjrarjrararwararjr» 



Ausdruck eines anderen Empfindens ist. Aber 
man sollte jedenfalls niemals irgend eine seltsame 
Linienführung bei Fidus sogleich als unmöglich, 




Aifw. nAllcrlciitt. Aas: Slucitcfl, (UlUdcn. Vcrli|| von V. Fitcllet, Btrlin. 

hässlich oder als Schrulle verdammen, son- 
dern zuerst sich einmal ernstlich bemühen, die 
Absicht des Künstlers durch eine Analyse seiner 
Schöpfung zu ergründen. Die Analyse ist und 
bleibt noch immer die beste Kritik, weil sie 
einerseits entlarvt und andererseits uns die Seele 
des Künstlers in ihrer nackten Schönheit enthüllt. 

Erst in den letzten Jahren kam Fidus wieder 
dazu, ganze Bücher in geschlossener Einheit nach 
seinem Geiste auszustatten. Zu diesen Werken 
gehören in erster Linie Karl Henckelh Gedichte. 
Die von Fidus dazu gezeichneten sieben Voll- 
bilder und sieben Vignetten sind eine klassische 
Versinnbildlichung eines dichterischen Entwicke- 
lungsganges; wir geben aus diesem Cyklus Blatt I: 
der Eintritt ins Leben und Blatt V: der Kämpfer, 
den das soziale Elend seines Volkes erbeben lässt. 

Das zweite Werk, das in diese Reihe gehört, 
sind Eduard Stuckern Balladen (S. Fischer in 
Berlin) ; es ist das Buch, das Fidus am reichsten 
und schönsten ausgestattet hat. Ein erhabener 
Tiefensinn und eine wundersame Verlebendigung 
der größten und ernsten Erlebnisse dcrMenschen- 
seele sind hiervon ihm erreicht; dieKonflikte un- 
serer glühenden Leidenschaften, die Gewitter- 
stürme ihrer Tragik und die Liebessehnsucht und 
das Liebesglück sind hier mit einer heroischen 

eat 132 te» 



Kraft zu überwältigendem Ausdruck gebracht. Wir 
bringen daraus sechs Abbildungen, bei denen 
ich auf einige technische und zeichnerische 
Einzelheiten noch aufmerk- 
sam machen möchte. Das 
erste Blatt zu ,Nui und Osi- 
ris" ist ein Rahmen zu dem 
ersten Einlcitungsgedicht; in 
einem großen Blatte kniet 
die kuh-horn-bediademte 
Nut, um ihre Tochter Osiris 
zu sich zu nehmen in ihren 
Mutterleib. Wie wundervoll 

ist der Gegensatz zu dem 
mächtigen Leib der Mutter 
und dem feinen, keuschen, 
angstvoll sich festklammern- 
den Mädchenkörper zeich- 
nerisch zum Ausdruck ge- 
bracht; der ganze Rahmen, 
dem auf der anderen Seite 
ein zweiter gegenübersteht, 
ist von bestrickendem, deko- 
rativen Reiz. Von bezwin- 
gendem Eindruck ist die 
kleine Schlussvigneiie .Verzweiflung" am Ende 
der Ballade Dcmi-vierge; in wildem Schluchzen 
bäumt sich der Leib auf, und ohne dass man das 
Gesicht sieht, versteht und fühlt man den Schmerz 
dieses Weibes, der in jeder Fiber des Körpers 
zuckt. Die Dornenumrahmung mit dem kreis- 




FMbi. Aui: Stucken. ViM|^r4. 



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tJEII.AOE /.t'M »ARCHIV ITR Bl'CHOKWHKBK.. 





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GUTENBERG-FEIER IN MAINZ 

VOK OTM rrSTZL'UE AM 2S.J|!NI IW. 



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LlCHTDRüCKHOCHÄTZUNG AUF ZiNK 

riLKGLSTCLLT IN ütK 

Technischen Lehr- und Versuchsanstalt 

VON 

Kli/asch * C° Fkankfurt a^ A\ain. 



ItrlluKC zwai ,Ar>,'lilv int lliirhueKrrbc'- |ira>'k vun K. i<ri<'><'t. KrankfDrf m. >l 



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ARCHIV FOR BUCHGEWERBE 



förmigen Linienspiel, das den KOrper nocli melir 

In den Mittelpunkt rückt, und der gute Gegensat/ 
zwischen Lichi und Dunkel erhöhen die Wirkung. 
Eine virltlidi eminente Großartigkeit in der Aaf- 
Fassung und Ausführung spricht sich in der 
Schlussseite des Buches aus, wo Fidus einmal 
reeht sinnfillig seine liedeutende Begabung Rir 
monumentale Dekoration beweist; eio soldier 
Seitenschmuck, ein Symbol 
des Erdgeistes, ist wunderbar 
erfunden und grandios aus- 
geführt. Ich tncichtc aller- 
dings gerade diese Idee ein- 
mal 20 fach veifrSOert aus- 
geführt sehen aber, ich 
habe hier von Fidus als 
BiiebUnstler zu reden. 

Das neueste utid let^'te 
Buch, das Fidus mit kleinen 
Randleisten, Vignetten und 
Schlussslücketi nusgestattet 
hat, ist Bruno Willes neu- 
romantiseher Roman: »Die 
Offcnbarungeti des Wach- 
holdcrbaums" (Verlag von Eugen Diederichs in 
Leipzig); das Buch selbst liest sieh wie eine Ode 
auf die wundersame Einheit der Weltseele; so 
lässi sich die nahe Wahlverwandtschaft des Dich- 
ters mit dem Kflnstler verstehen, die sich auch 
in dem Buchschmuck ausspricht Wir geben aus 
den beiden Bänden je fünf Abbildungen, die ich 
nach dem Vorausgesagten wohl nicht noch einzeln 
zu erläutern brauche. Auch hier sind auf dem 
kleinsten Räume mit den schlichtesten Mitteln 
jedesmal starke elementare Empfindungen der 
IMenschenseele verlebendigt; wie ergreifend z.B. 
ist in der kleinen Bordüre die Besamune dar- 
gestellt und ins Ideale erhoben, ohne den brün- 
stigen Sdiwttlat alecMger LOsterabeit. Die 
kleinen, feinen Gestalten sind niedergekniet und 
breiten in ergebener Erwartung 
und in engen Ängsten dieHinde 
in die Lüfte. Als Buchwerk ver- 
dient dieser Roman entschieden 
unbeeintriehtigies Lob, da der 
Satzschmuck und die Vignetten 
mit lobenswenem Geschmack 
über das Innere verteilt sind 
und ausgezeichnet zusammen- 
stimmen. Wenn wir bei Fidus 
nicht gende selten anatomische 
Unrlchti^lien wahrnehmen 




IHM. V«k| *M Bmfm iMMbrM*, 




können, so dürfen wir das dem Umstände zu- 
schreiben, dass ef aus freier Phantasie ohne 
Modellstudium schafft und auf eine akademische 
Durchbildung der Formen oft verzichtet, um Im 
Moment der Konccption das Gewollte sicher und 
überzeugend in Formen umzusetzen und in der 
Linie zum Ausdruck zu bringen. Aus diesem 
Grunde ist es nicht recht, ihm Vorwürfe über 
anatomische Fehler und Ver- 
zeichnungen zu machen. 
Dass er den menschlichen 
KSrper in seinem Muskel- 
spiel genau kennt, hat er 
oft genug bewiesen; sehr 
schlagend z. B. in der be- 
sprochenen Vignette der Ver- 
zweiflung. 

Zum Schlüsse mochte ich 
noch seine Mitthätigkeit an 
dem illustrierten Jahrbueh 
für Knaben und Mädchen: 
.Knecht Ruprecht', heraus- 
gegeben von Emst Braute- 
u'ctter, erwähnen {Schafstein 
& Co. in Köla). Zu dem ersten Bande zeichnete 
Mdtts den Umsehlag: Knecht Ruprecht schreitet 
in stillvergnügtem Lächeln durch den winter- 
lichen Wald, den schweren Sack auf der Schulter. 
Hier lernen wir Hdas einmal von einer neuen 
Seite kennen als liebenswflrdlg- heiteren l-iumo- 
risten. Den Umschlag zum zweiten Jahrgang hat 
Fidus ganz dekorativ behandelt, Indem er die 
Krone eines Weihnachtsbaumes darstellte , in 
dessen Spitze der goldene Christstern leuchtend 
strahlt; das Vorsatzpapier ist sehr wirkungsvoll 
mit einem Tannenzweigmotiv geschmückt. Außer- 
dem enthalten beide übrigens recht gut redigierte 
Bände noch je ein Aquarell von Fidus. 

Damit habe ich nun allerdiogl bei weitem 
noch sieht Hdus" Thätigkeit als Buchschmuck- 
künsiler erschöpft, aber seine 
wesentlichsten Arbeiten auf die- 
sem Gebiete habe ich hervor- 
gehoben und in ihren 1-iaupt- 
momenien zu charakterisieren 
versucht. Es ist auch eine wenig 
lohnenswerte und dankbare Auf- 
gabe, alle Arbeiten im einzelnen 
aufzuzählen und durchzuspre- 
chen, da ja auch nicht alle in 
Reproduktionen diesem Heft bei- 
gegeben werden können; und auf 



133 »b 



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mm» 



ARCHIV fOr BUCHGEWERBE annnriMMt>j*Mr>«M» 



iedem Felde der Kunstgeschichte und Kunstkritik 

bewährt sich immer wieder dn«; Wort des jünest 
verstorbenen, herrlichen, alten Bayersdorf er: 
»videre, videre, Semper revldere" sIs erste und 
fifundlctjcnde Redin(»ung des Kunststudiums, 

Ich hoffe, meinen Lesern die hohe Bedeutung 
von Fidus «Is BuchkQnstler in meinen vorauF- 
gegangeneo Worten Rihlbsr nahe gebracht zu 



haben. Wünschen wir, dass Fidus noch recht 

mannr£TfaItiffc Be'>chäfiit;uiii; findet in der Buch- 
kunst, denn es kann über kurz oder lang der Zeit- 
punkt kommen, wo ihm grSfiere Au^ben ge- 
stellt werden und er nicht mehr die Ruhe und 
Muße findet, seine Gedanken in dieser Kleinkunst 
niederEuschreiben. 



Die Lithographie als Kunst. 

Von Uirektor Dr. KAUTZSCH. 
(ikMnwk «I« dna .FtliMr dnrek 41c AusMlIiiaf na mi MUM LllMgMltMM *ll«r Unhir im DmIkIiM BiMlitn»rM1lMi^.t 



DER Deutsche Buchgewerbeverein denkt 
) mit der Ausstellung einer Ausw jhl von 
Künsilerlithographien aus dem abgelau- 
fenen ersten Jahrhundert des Steindrucks zu 
zeigen, was Künstler aus diesem VerFnhren ge- 
macht haben. Ein Überblick über die Geschichte 
der Lithographie macht deutlich, dass fene Kunst 
da am raschesten erblühte, da ihre wertvollsten 
Früchte zeitigte, wo sich Künstler ihrer annahmen, 
dass sie verfiel, wo Massenproduktion und rein ge- 
werblicher Betrieb die Künstler zurückschreckte. 
Auch technisch, und zwar ebenso in der Viel- 
seitigkeit, wie in der Feinheit ihrer Leistungen, 
sogar im Druck hat die Lithouraphic ihr Bestes 
unter den Händen und Augen eigentlicher Künst- 
ler gegeben. Das Ist nicht erstaunlich. Denn 
ihrem ganzen Wesen nach, als zeichnende Kunst, 
ist sie eben Kunst, und kein noch so hohes Maß 
technischer Routine kann für einen Mangel an 
künstlerischem Werte in ihren Leistungen ent- 
schädigen. 

Um das erst vor kurzem wieder erwachte Inter- 
esse unserer Künstler an dem so überaus bildungs- 
fähigen Material zu stärken, um dem viel£ich in 
unkQnstlerischer Massenarbeit und technischer 
Kdnstelei beKingenen Anstaltenbetrieb Anregung 
und einen wirklich künstlerischen Maßsub zu ver- 
mitteln, vor allem aber um den Anteil weilerer 
Kreise an der Künstlerlithographie zu wecken, 
ist die Ausstellung in Szene gesetzt. 

Sie vereinigt Altes und Neues. Im Westsaal 
finden sich die älteren Arbeilen, im allgemeinen 
nach Ländern abgeteilt. Vorgeordnet ist eine 
Gruppe Platten und Werkzeuge und eine Zusam- 
menstellung frühester Versuche aller Länder. 

Im Nordsaal finden sich die Meister der wieder- 
erwachten neueren Künstlerlithographic, gleich- 



Mla nach Lindern, Deutschland voran, aulise- 

macht. 

Im Nordostsaai endlich sind außer einigen aus- 
gewihlten Arbeiten einzelner anderer besonders 

die Hauptwerke einiger der ersten Meister der 
Lithographie (Raffet, Menzel, Peter Becker, 
Pettenhofen, Kriehuher, Lunois, Greiner, Jan 
l't'tb . Storm van 's GravcsanJc) und zwar in 
größerer Vollständigkeit vereinigt. Eine Zusam- 
menstelluDg von Blüttem, die für die Zeitschrift 
Pan eoiataoden sind, schließt die Ausstellung ah. 



« 



Zur Technik der Lithographie. 

Die Lithographie oder Steindruckkunsi ist im 
Gegensatz zum Hoch- oder Tiefdruck ein Flach- 
druckverhhren, das sich lediglich auf die che- 
mische und physikalische Beschaffenheit des 
Solcnhofener Kalksteins, der fettigen Schwärze 
und des Gummiwassers gründet. Der Soleo- 
hofencr Kalkschiefer hat nämlich die Eigenschafit, 
fettige Schwärze anzunehmen, wo er aber mit 
Gummiwasser (Ibergangen wird, solche Schwärze 
abzustoßen. Da nun fettige Schwärze ihrerseits 
ebenfalls sich nicht mit Gummiwasser verbindet 
oder in Ihm löst, so ist folgendes Verfahren mög- 
lich: Man zeichnet oder malt auf der glatt ge> 
schiiffcnen Steinplatte mit fetthaltiger Tusche, 
ätzt den Stein leicht mit verdünnter Salpeter- 
saure, um die Zeichnung zu fixieren und die 
ft'cien Stellen für die Annahme des Gummi- 
wassers noch empfanglicher zu machen, und 
übergeht nachher die so bearbeitete Platte mit 
Gummiwasser. Da jene fettipen Substanzen in 
die Poren des Steines eingedrungen sind und 
sich dem Stein fest angehingt haben, somit das 
Gummiwas<!er nicht annehmen, so haftet dieses 
nur an den nicht bezeichneten oder bemalten 



ca» 134 »ä> 



mmmmmmmmmmtfm ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



Stelleo der Steioplitte. Wenn men nunmehr 

diese mit Druckfarbe cinwal/t, 50 nehmen nur 
die bezeichneten oder bemalten Stellen die Farbe 
an, die miiGummiwtsser flbentogenen aberstoOen 
sie ab. Und druckt man nun die Platte auf Papier 
ab, so wird das Papier die Zeichnung oder Malerei 
der Plane genau wiedergeben, die dort leer ge- 
bliebenen Stellen aber ebenfalls frei zeigen, da das 
Gummiwasser keine Farbe aufgenommen hatte, 
somit auch keine abgeben iiann. Nach ledem Ab* 
druck muss die Platte wieder mit Gummiwasser 
übei^angen uod wieder mit Farbe eingewalzt 
werden. 

Dies is! im grußcn das Verfahren des Stein- 
drucks, und es ist leicht zu sehen, welche Mannig- 
Mtigkeit In den Mitteln er zuliast. 

An die Stelle der Stahlfeder oder des Pinstls, von 
deacQ schon die Rede war, kann auch eine fett- 
haltige Kreide treten. Nur muss In diesem Falle 
der Stein durch Aufrauhen mit ganz feinem Sand 
gekörnt werden. Die Kreide seut sich nur an die 
hochstehenden Teilchen der rauhen Phitte, die 
dann an den bezeichneten Stellen Reihen von 
dicht stehenden schwarzen Punkten zeigt. Wird 
die Kreide mit viel Druck Aber die Platte geführt, 
so werden die Punkte i;n"ßer und rücken eng zu- 
sammen, diese Stellen wirken dunkel, ja ganz 
schwarz. Bei wenift Druck erscheinen die Punkte 
klein und u eit, die so behandelte Fläche sieht ^'rau 
aus. So lassen sich demnach Zeichnungen her- 
stellen, die alle Tonabstufungen vom tiefiten 
Schwarz bis zum feinsten Grau aufweisen. Ahn- 
lich kann mit dem Pinsel in Tusche auf gekörn- 
tem Stein gemalt werden, wodurch sich eine noch 
Zartere Abionunj^ erzielen Hissi. 

Sodann kann der umgekehrte Weg ei ngeschlageo, 
die ganze Platte tiePeingesehwIrzt und dann nach 

Bedürfnis aufi;ehellt werden. Zu diesem Zweck 

nimmt man mit dem Schaber mehr oder weniger 
von der aufgetragenen Pkrbe wieder weg oder 
ritzt mit einer Nadel feine weiQe Linien in den 
schwarzen Grund. Diese Manier, die der Schab- 
kunst des Kupferstechers genau entspricht, wird 
dem entsprechend auch Schabmanier genannt. 

Wieder eine weitere An zu arbeiten ist das so- 
genannte Gravieren auf Stein. Zu dem Behulie 
wird die Platte erst leicht geäut, mit Gummi- 
wasser fibctfangen und hierauf (nicht fettig!) ein- 
geachvint; DerGrund wird nun mit dem Stichel 
oder der Nadel ausgehoben, so dass der Stein an 
den gravierten Steilen bloß iiegi. Diese Stellen 
werden jetzt fettig eingerieben, die SchwSr7e ent- 



fernt und die Platte hierauf wie dblich behandelt. 

Die Farbe setzt sich nur an den (fettig eingerie- 
benen) gravierten Linien an. 

Endlich besteht die Möglichkeit, mittels Lidio- 
graphie mehrere Farben auf ein Blatt zu drucken. 
Da indessen von einem Stein immer nur eine 
Farbe abgedruckt werden kann, so ist selbstver- 
ständlich, dass man so viele Steine herstellen 
muss, als das Bild Farben auftt'cist, doch können 
dabei einzelne TSne durch Obereinanderdrucken 
von je zwei anderen Farben, 7. B. Grün durch 
Übereinandcrdrucken von Blau und Gelb, erzielt 
werden. Jeder der Steine wird nur an den Stellen 
bezeichnet, die im Bild seine Farbe zeigen sollen. 
Und wenn nun jeder Stein mit seiner Farbe ein- 
gewalzt und einer nach dem andern auf ein- und 
dasselbe Blatt Papier abgedruckt wird, so wird 
durch das Neben- und Übereinanderstchcn der 

Farben die gewünschte Wirkung erreicht. 
« • 

Zur Geschichte der Litliograpliic. 

Der Ruhm der Erfindung der Lithographie muss 

Alois Sfnf/r/ufrr bleiben. 1771 in Prag geboren, 
seit 1778 in München, kam er mit den Seinen durch 
den Tod des Vaters in iufiere Bedrängnis. Er 
versuchte sich als Dichter und Schauspieler. Und 
da er auf diesem Wege nicht viel Erfolg hatte, 
ssnn er auf ein Verfahren, seine und schließlich 
auch anderer Leute schriftliche Erzeugnisse billig 
zu drucken. Bei seinen Versuchen führte ihn 
einZttfell auf die Wahrnehmung, dass sich Kehl- 

heimer Stein hochätzen lässt. War diese Wahr- 
nehmung auch nicht neu, so war er doch der erste, 
der sie zum Druck von Noten nutzte und ihr welter 
nachging. Von hochgeätzten Steinen druckte er 
den bekannten Feldmarscb der churpfalz-bayeri- 
schen Truppen 1706 und darauf noch weitere 
Musikalien. Unter diesen befindet sich auch eine 
Beilage zu dem Buche «Der Brand von Neuötiiog, 
Ein paar Hi^nde Blitier zur Weckung des Mit- 
leids* (München, Lcntner 1797), ein Lied, das 
mit einer kleinen Vignette, einem brennenden 
Hause, geschmOckt Ist In dieser Vignette haben 
wir die erste Zeichnung auf Stein zu erkennen. 

1706 erfolgte u. a. der Druck des kleinen Bildes 
Jesus der Liebenswfflrdtgste. Das Bildchen ist 
von einem Kupferstich mittels Umdrucks auf den 
Stein kopiert. Nach Senefelden eigener Angabe 
kam er bei den Manipulationen des Umdrucks auf 
die Beobachtung der chemischen und physikali- 
schen Thatsachen, die auch den Flachdruck mit 
Steinplatten ermöglichen. Und von da an erst 



•a« 135 9i*> 



mmmMMmmmmmm ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE mmaMMmiMnm 



kMD mu seine ArbeUen «Is eigentliche Litlio- 
grapliien ansprechen. 

Ganz rolgcricliiig cxperimentierie er nun auf 
dem einmal beschrittenen Wege weiter. DasGra- 
vicren auf Stein (Titel zu einer Sinfonie von Gleiß- 
ner), die Anwendung der Kreide 1799 (eine Land- 
schaft, wohl von AIMcfvr gezeichnet), endlich der 
Buntdruck folgten der ersten Erfindung bald nach. 
Und als er 1818 sein Lehrbuch veröffentlichte, 
da hatte er den Nachfolgern wenig mehr zu ent- 
iJ::ct;L-n öhrig ^clrissen. Si;in äußeres I.ehen war 
/unaclist reich an EuaäuichungtJi, Dennoch cr- 
ialinue er nie: unablässige Arbeit hat sein Leben 
bis zu seinem Ende ausgefüllt. 

Unsere Ausstellung giebt eine Übersicht über 
die Gescliichte der EntdecItuDg. Die genannten 
Drucke sind siimilich \ ertrcten. 

Über die weitere Ausbreitung geb«:» in erster 
Linie die frfihesten Versuclie von Künstlern und 
Dilettanten Aufschluss, die weniger durch ihren 
künstlerischen Wert, als geschichtlich von Be- 
lang Sind. Unter den Münchener Blättern sind 
die wichtigsten die groQen Arbeiten des Grafen 
von Törring- Seefeld, dann eine Reihe von ersten 
Versuchen von KQnstiem, die sicli in den Ibl- 
genden Jahren um den Münchcncr Steindruck 
besonders verdient gemacht haben, Männlich, 
Ktoiz, Mettatleitner und PiUM. Die mangel- 
hafte Beherrschung der Kreidetechnik zeigt sich 
deutlich in der Unsicherheit des Strichs und den 
flauen Sciiatten. Ffir die Itiinstieriaehe Verwen- 
dung der Lithographie in München wurde ent- 
scheidend die Begründung der Kurfürstlichen 
Steindruclierei Im Jahre 1804 und der lithographi- 
schen Anstalt durch Ahns ScncfcUicr und Aretin 
1806. Im Jahre 1809 wurden beide Anstalten in 
der Hand SenefMen vereinigt. Etwas später ge> 
Seilte 'iich zu diesen Anstalten die Steindruckerei 
von J. G. Zelter. Seit 1S05 erschienen in diesen 
Anstalten eine Reihe von LieFerungswerlteo und 
Puhlikaiionen, die durch entsprechende Proben 
in der Ausstellung vertreten sind, soweit es sich 
um Original-Lithographien handelt Neben den 
Landschaften von Klotz, Dorncr und Wai!;rnbüiier, 
die zum Teil als Zeichenvorlagen Verwendung 
zu finden bestimmt waren, finden sieh die liebe- 
voll ausgefiihrien unddüefi malerisch recht u irk- 
samen Architekturen und Landschaften von Do- 
mmko Quaglio. Oberseine romantischen kleine- 
ren Denkmale erheben sich weit die prächiigen 
großen Blätter, die durch Anwendung einer Ton- 
platte an Weichheit und einhddlcher Haltung 



sehr gewonnen haben. Die reiüste und künstle- 
risch bedeutendste Leistung der Frühzeil ist wohl 
die 1823 erschienene Folge .7 Gegenden aus Salz- 
burg und Berchtesgaden* von Ottvier. Allen 
gleichzeitigen Arbeiten gegenüber die fran- 
zösischen ausgenommen zeigen diese Blätter 
in der Verwendung wechselnd^ Stiichlagen, in 
der Aussparung der Lichter u. s. w. ein vorge- 
schrittenes Verständnis für den Charal^tcr der 
Lithographie als einer selbständigen graphischen 
Kunst. Der saubere Druck h u die 1-einheit der 
Zeichnung vurzüglich/urGcituiii^ kommen lassen. 

Aber schon in den zwanziger Jahren gerät hier 
in München dieser erste Anl-.iuf s'Jhstandigem 
künstlerischen Schaffen aui dem btein völlig ins 
Stocken. Die Produkiionskrafi versagte, und die 
grotie Eniwickelungsrähigkeit der Kreidezeich- 
nung auf dem Stein fand bei den Künstlern kein 
Verständnis. Die 'Wirkung, die In der reichen 
und leichten Ausgestaltung und Veru-endung von 
Halbiönen beschlossen liegt, durch die der Stein- 
druck der Graphik die unmittelbarste Bereiche- 
rung gegenüber den Verfahren auf der Kupfer- 
platte zuführte, und die in Frankreich so schnell 
dem vollsten Veradindnb begegnete» ist nudi in 
den hesfeo Mfinchener Blittern gar nicht entrebt 
worden. 

Von JMHochen verbreitete sich nun die Keantois 

des Steindrucks sehr schnell nach allen Haupt- 
städten Europas, zum Teil allerdings in einer Un- 
voltkommenheit, die die Inkunabeln z.B. in Berlin 
und London beträchtlich hinter den ersten Mün- 
chener Versuchen zurückstehen lässt. In Berlin 
gab schon 1604 W. Reuter eine Mappe aPoly> 
autographischerZeichnungcn vorzüglicherKünst- 
ler" heraus, noch bevor er sich eine sichere Be- 
herrschung der Technik erworben hatte. Die 
leitenden Berliner Künstler Schinkel und Scha- 
dow nahmen an der Hntwickelung des Steindrucks 
persönlichen Anteil, und der Berliner Witz find 

bald in der Lithographie ein brauchbares Sprach- 
rohr, aber die Kriegswirren machten einen Auf- 
schwung der Anstalt unmöglich. Nach dem 
Friedensschluss gründete Major r. Reiche eine 
lithographische Schule, die aber künstlerisch 
wenig Hervorragendes leistete. Erst seit den 

dreißiger Jaliren hat die Original-LlthographlC 

in Berlin begonnen, ein rühriges Leben zu ent- 
falten. Aus der groOen Zahl der KStisder, die um 
[ene Zeit in Berlin besonders auf dem Gebiet der 
politischen Karikatur, der Illustration oder des 
Albumblattea thätlg waren, haben in der Aus- 



•Bt 136 



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EHR-BRIEF 




DER SETZER 

HAT IN JÄHRIGER LEHR- 

ZEIT DAS BUCHDRUCKGEWERBE 
IN DER BUCHDRUCKEREI VON 

ORbM.i\GSJVlÄSSIG ERLERNT, WO- 
RÜBER UNTER BEIFÜGUNG DES 
ZEUGNISSES DER BUCHDRUCKER- 
LEHRANSTALT SOWIE DES ZEUG- 
NISSES DES GEHILFEN-PRÜFUNGS- 
AUSSCHUSSES DIESER LEHRBRIEF 
Af'SGESTELLT WIRD 



LEIPZIG, 



DIE • INNUNG • LEIPZIGER 

P r r^onm TCKEREIBESITZF»^ 




UNTERSCHRIFT DES LEHRHERRN 



ZENbUK üfcH ÜUCHDftüCKUK-LhHHyVN.SrALT 
ZENSUR DES PRÜFUNOS-AUSSCHUSSES 



ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE araMMMMMMimi» 



sieUuiig vor allem Krüger^ dann 7%. Hosemann 

mit seinen feinen und geistreichen Federzeich- 
nungen, der lUustraior Löffier, weiter Bodmer 
und G. Richter aovie die Laiulsebtfteii von Carl 
Blechen Berücksichtigunggefunden. DcrVcrsuch, 
durch Anwendung von Tonplaiten malerische 
Wirkttog zu erreichen, und die Inf ftige Behend' 
lung der Zeichnung ist fast allen diesen Arbeiten 
gemeiasam. Die Berliner Porträtlithographie, die 
sieh in der Schule Krisen zu groOer Bedeutung 
entwickelte, ist durch mehrere Arbelten von 
Feckert vertreten. 

Ihre höchste H8he erreichte aber die deuisebe 
Lithographie in Adolph Menzt l. Als Sohn eines 
Lithographen 1815 geboren, seines Vaters Lehr- 
ling und Gehiire, wuchs er gleichsam mit der 
Lithoi;raphic auf. Auch er sah sich nach dem 
Tode des Vaters 1S32 gezwungen, ums Brot zu 
arbeittn, und so hat er die Lithographie zunichst 
wesentlich zu merkantilen Zwecken angewandt, 
zur Wiedergabe von Zeichnungen und Schriften 
fDr Etiketten, Annoncen, Preiskourante u. s. f. 
Schon eine Stufe u ciicr führt ihn der Auffraß, für 
ein Kinderbuch Bilder zu den obligaten Versen 
zu zeichnen, und die Bilder zu Luthers Leben, die 
er 18,^3 entwirft, bezeichnen den letzten Schritt 
zu voller Freiheit. Von da an hat er in dreifacher 
Beziehung ein HBehstes geleistet. Einmal ist er 
ohnegleichen in der Erfindung geistvoller Züge, 
mit denen er das Hauptthema seincrDarsiellungen 
umspinnt und welter ausführt. Man achte auf die 
feine Symbolik in den kleinen Vignetten unter 
den Bildern zu Künstlers Erdenwallen (1833), auf 
die kSstllchen Rahmen zum Gedenkbuch fQr das 
Lehen (l'^-Wj, auf die Bildchen, Schlussvignetten 
und Rahmen der NeujahrswCinsche, und nicht zu- 
letzt auf die herrliche, ornamental so einzig schön 
verarbeitete Symbolik in seinen Haupibläitern: 
den fünf Sinnen (1835) und dem Vater Unser 
(1837). Auch die spiteren Gelegenbeltsblltter, 
die Meisterbriefe, Einladungs- und Gedenkkanen 
tt. s. w. sind eine reiche Fundgrube für die Er- 
kenntnis dieses Zugs seiner Kunst Bemerkens- 
werterwehte bedient er sich für alle diese Auf- 
gaben, wo es zu erzählen und besonders scharf 
zu charakterisieren gilt, der einfachen Feder- 
zeichnung. Nur sie vermag seinen Gedanken in 
ihrer abstrakten Schärfe zu folgen, sie zum be- 
zeichnendsten Ausdruck zu bringen, alles Darge- 
stellte auf seinen wesentlichen Gehalt ZUrOdau» 
führen und unbannhcr/iL; scharf zu fassen. 

Sodann enthüllt er aber in einer weiteren Reihe 

<i« 1 



von Blittem seine unvergleichliche Gabe, histo- 

rischeTrcue nicht nur Im einzelnen mit unglaub- 
licher Peinlichkeit zu erreichen (die 436 Tafeln 
des Werkes über die Armee Friedrichs des Großen 
IS.S! — S7 sind ein Beweis dafür), sondern vor 
allem in der gaiueo Stimmung seiner Bilder 
zum Ausdruck zu bringen. Schon in den Denk- 
würdfgkeiten der brandenburgisch -preußischen 
Geschichte 1834—36, ganz besonders aber in 
spiteren BIKttem, z. B. In dem grofien Christus 
im Tempel is?2, kommt diese Gabe zum vollen- 
deten Ausdruck. Bedeutsam ist auch hier die 
Wahl der Mittel: Kreide und Tonplatten mOssen 
d;is Gan/e in malerische Wirkung setzen, damit 
aus dem Ganzen die echte historische Stimmung 
uns lebendig werde. 

Endlich ist Menzel noch unbestritten der erste 
Techniker unter den deutschen Künstlern, die sich 
der Lithographie beflissen haben. Seine Versuche 

auf Stein mit Pinsel und Schabeisen (1851) und 
die Blätter, die wohl für eine zweite Folge der Art 
bestimmt waren, zeigen, dass er alle Feinheiten 
der Arbeit mit dem Schaber und der Verwendung 
von Tonplatten kannte. Da ist jedes Blatt ein 
Kunstwerk Rir sieh, voll des reichsten malerischen 
Lebens und so genial in der Erfindung und Auf- 
findung der jeweils geeignetsten malerischen Aus- 
drucksmittel, dass man dieses Heft als die Krone 
der älteren deutscbeD KQnsileHithO|graphie be- 
zeichnen mu&s. 
Was im übrigen Deutschland wihrend der bei- 

den ersten Jahrzehnte des neuen JahrhiKi J'. i : rr.if 
dem Gebiet der Künster-Lithographic geleistet 
wurde, verdient kaum besondere Beachtung. Der 
Verleger Cotta in Stuttgart gehörte zu den ersten, 
die die Tragweite der neuen Erfindung und gerade 
Ihre Bedeutung für die Kunst in weitem Umfinge 
erkannten. Durch die Übersiedelung SirixntT% 
wurde ein geübter Künstler für Stuttgart ge- 
wonnen. Für die Geschichte der Original-Litho- 
graphie hat aber Stuttgart nur geringe Bedeutung. 
Die deutsche Stadt, in der die Künstler-Litho- 
graphie zuerst eine unbedingte Bedeutung und 
hohe Vollendung erlangte, ist Hamburg. Hier 
gelang es Johann Michael Speckter seine 1817 
privilegiert Steindruckerei zu einer Kunstanstalt 
ersten Ranges zu erheben. Schon die Arbeiten 
von Bendixen, die 1818 bei ihm erschienen, zeigen 
ein tieferes Eindringen in das Wesen der neuen 
Kunst, als die gleichzeitigen JVlünchener Arbeiten. 
Gröger und Aldenrath, die in den zwanziger und 
dreißiger Jahren eine Hülle von Arbeiten schnfSen, 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE M«MMMM»M«miCM> 



haben dann dte Hamburger PortrStliihoßraphie zu 

ihrer größicn Höhe erhoben. Bei Feinsinnig- 
ster und leichter Behandlung der Töne behalten 
ihre Ponrits Kraft und tiefes Leben, das sich 
von aller weichlichen Verbissenheit frei hält, der 
gerade die Kreidetechnili so kicht \ erfüllt. Otto 
Speckter, der Sohn des Begründers der An>tals, 
hinieriieß in Gelegenheitsdrucken und Illustra- 
tionen in I-L-dcrzeichnung ein köstliches Denkmal 
seiner reichen künstlerischen Begabung. 

In Hamburg wurde so die Lithographie zu einer 
treuen Begleiterin des gesamten öffentlichen 
Lebens. Stadtansichten und Gelegenheitsdrucke, 
Portriis und FiugUitter geben ua« ein genaues 
Bild der städtischen EntwicMuni: und der Gesell- 
schaft. In keiner anderen Stadt, außer Paris 
und Wien, hat der Steindruck vermocht, sich zu 
solcher kulturgeschlditlichen Bedeutung empor- 
zuschwingen. 

Auch in der Malerstadt Düsseldorf entstand in 
den 4<)er und 50er Jahren einegroßeReihenrißina- 
ler Schöpfungen im Steindruck. Aber es fehlt hier 
die Verbindung mit dem fiCfentliehen Leben. Di« 
Arbeiten der Achenbach , Camphausen, Lessing 
und Vdutier sind Kunstblätter, bestimmt für 
Sammlermappen und Künstleralbums. Nur in der 
politischen und bürgerlichen Satire wusste auch 
der DiisseldorFer Künstlerkreis, vor allem Henry 
Ritter, die Lithographie zu einer volksiümlichen 
Kunst zu erheben. In der Ausstellung sind be- 
sonders die beiden Acht nbiicb mit einer Reihe 
ihrer besten Blätter vertreten, in denen neben 
derglinzenden Ausbildung der Schabtechnik (vgl. 
das große Blatt „Derl'nterpanqdef! Präsidenten*) 
besonders die künstlerische Verwendung derTon- 
piatte die hdehste Meisterschaft zeigt. So In der 
italienischen Parklandschaft von Ostv, Achen- 
tach, in der unter Vermeidung aller weißen 
Lichter durch den Tondruck eine außerordent- 
lich koloristische XX'irkun^ und Geschlossenheit 
der Darstellung erreicht ist. Etwa gleichzeitig 
entstand auch in Karlsruhe eine grSOere Folge 
italienischer Landschaften und Ansichten der 
Berliner Schlösser durch Lindemann-Frommel, 
die sümtlich in Kreidetechnik mit Tonplatte her- 
gestellt sind, in glatter und sauberer Technik, 
aber ohne viel künstlerische Tiefe. Im Jahr 1861 
erschien dann in Frankfurt a. M. Peter Beckers 
Saar-Album, ein Spiitlint; deutscher Romantik. 
In Anlehnung an die Art des deutschen Holz- 
schnitts, aber mit starker künsderischer Selb- 
stindlgkeit und in liebevoller, feinsinniger Zeich« 



nung ist hier eine Folge von Stadiansichten und 

Landschaftsbildcrn vereinigt, die eine reife und 
eigenartige Leistung in dieser künstlerisch so 
armen Zeit umfassen. 

Kaum früher als in den anderen Hauptstädten 
Europas fand in Wien der Steindruck Ccltunn als 
graphische Kunst. Obgleich Alois Scncfelder 
seihst schon isdl die Kenntnis seiner Erfindung 
nach \X ien gebracht hatte und seit 1803 dort un- 
unterbrochen eine lithographische Druckerei be- 
stand, beschrinkie man sieh doch ausschlleOllch 
auf die Ausnut7unp des Steindrucks tu merkan- 
tilen Zwecken. Ganz vereinzelt erscheinen die von 
Matufeld und KMn 181 1 ausgefOhrten Versuche. 
I"rsr seif isifi regt sich in Wien das Bewusstsein 
von der künstlerischen Bedeutung des neuen Ver- 
hhrens, das dann in den Anstalten von Gerold 
und später in dem lithographischen Institut und 
den Anstalten von Maasfeld und Treatsensky die 
eifrigste Pflege erfihrt. Neben einer Falle volks- 
tümlicher Flugblätter von bescheidenem künst- 
lerischen Charakter und bedeutenden Repro- 
duktlonsverken ersdileneo hier Drucke von Ori- 
ginalzeichnun^en der ersten Künstler. Schnorr, 
Jac. Alt, Schwind, Lancedelly und J. N. Geiger 
arbeiteten auf dem Stein. Durch ihre Litho- 
graphien vor allem hat die Romantik in Öster- 
reich ihren volkstümlichen Ausdruck gefunden. 
Zur künstlerischen Entwickelung der Technik 
haben aber diese Arbeiten wenig heigetragen. 

Ihre große Bedeutung verdankt die östt^irfi- 
chische Künstlerlithographie erst dem umtun^^- 
reichen Schaffen der Afdsier Kriehaber und 
Pettenkofen. Seit seinem ersten Auftreten als 
Porträt'Lithograph, seit der Mitte der zwanziger 
Jahre, behauptete Kriehuber seinen Platz unter 
den gefeiertsten Künstlern Österreichs. In leich- 
tem Wechsel der Behandlung des Kreidestrichs, 
bald in stirkerer Betonung des Striches, bald in 
völliger Auflösung der Töne, stets mit vollendeter 
Sicherheit und vornehmer Anmut in der Erfassung 
der Persdnliehkeit giebt er in seinem Portriitwerk 
ein Bild der Wiener GescIlschaFt von unüber- 
troifenem Range. Die Vornehmheit und der 
sichere Takt seiner Aufhssung, die lebendige und 
warme Sprache der Augen sichert seinen Blättern 
einen unwiderstehlichen Reiz. Auch aus seinem 
Jugendwerk, den Volkstypen aus Galizlen, sind 
einzelne Blätter zur Ausstellung gelangt. Im 
Gegensatz zu Kriehuber hat sich der jüngere 
Pettenkofen in seiner lithographischen Thätigkeit 
vornehmlich an das politische Leben seiner Tage 



«t 138 tOt 



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mm 



ARCHIV FOR BUCHGEWERBE 



gehalten. Österreichs Kriege in Ungarn und 
Italien, die Ereignisse und Stimmungen der Revo- 
lution haben in seinen BISttern den künstlerischen 

Wi(icrklan;>: gefunden. Er illustriert mit tiefem 
poetischen Empfinden die Kriegslieder, setzt in 
seiner ,F.hrenhalle des Militärfuhrwcsen-Corps" 
den Helden der österreichischen Artillerie ein 
Denkmal und verfolgt im Revolution'>iahre mit 
scharfer Satire die Klcrilialen. Von einer etwas 
sentimentalen Behandlung seines Stoffs (der mit« 
leidige Soldat) hat er sich in späteren Blättern zur 
Größe echten hiiiorischen Stils durchgearbeitet 
fTruisport Vcru'undeter). In der Innerlichkeit 
seiner Auffassung, 'i'-r Unhe seines Könnens 
2eigt ersieh als Verwandten Raffets. Auch in der 
TechnUi erscheint er wesentlich als Schüler der 
Franzosen. In den späteren BLittern tritt immer 
starker der Versuch hervor, aus dem Dunkeln 
Ins Helle zu srbeiten ; besonders in den politischen 
Karikaturen ist das Heraushebender Lichter und 
der Gebrauch der Radiernadel zu einem wesent- 
lichen Mittel seines iianstlerlschen Bestrebens 
geworden. 

Als eine volkstümliche Kunst, im Dienst des 
Humors und der Sitire, oder als fliegendes Blatt 

hat die Lithof^raphie ihre Rolle im Wiener Leben 
jederzeit behauptet. An selbständigem künstle- 
rischeo Charakter Milt es aber auf dem Gebiet 
des Steindrucks seit Anfang der 80er Jahre bis 
zum Einseuen der neuen Bewegung in Öster- 
reich ebensowohl wie In Deutschland, England 
und Frankreich. 

In England wurde schon im Jahr 1801 die erste 
Stelndruekeret errichtet, der bald antlere Uoter- 
nehmungen folgten. 1806erschien ein Lieferungs- 
werk mit lithographiertenZeichnungen englischer 



Künstler, das der ersten i^^iitefachen Publikation 
in Berlin im Charakter nahe verwandt ist. Bei 
der mangelhaften technischen Einrichtung der 
englischen Pressen fanden diese und spätere Ver- 
suche, meist landschaftliche Federzeichnungen, 
nur geringen Aniilang. Frst die Gründung der 
Presse Hullmandeh ISIS und später die von 
Engelmann 1826 wurden für i e V ir 'lerische 
Entwicklung der englischen Lithugraptiic cut- 
scheidend. Durch Hullmandel hat die Tusch- 
manier ihre in/endsie Ausgestaltung erfahren. 
Die Höhepunkte der Entwicklung des englischen 
Steindrucks bezeichnen nicht Einzelblitter, son- 
dern lUustrations'w'crke in Alhumformat. Be- 
sonders in den gruüen Rcisewerken sind die 
^inzendsten Leistungen der englischen Litho- 
graphie enthalten. In den Schaukästen sind die 
wichtigsten dieser Publikationen ausgelegt wor- 
den, so BehonU Reisen 1820, das von Harding, 
Praat, Westall und Hullmandel herausgegebene 
Werk Britannia delineata 1822, dann vor allem 
roylera Portfolio von iM4. Die ausgestellten 
Blätter von FieUinf;, Nash, Prnut, Javier und 
Cattermole lassen die ganze Richtung der eng- 
lischen Lithographie, die sich vor allem in der 
Entwicklung der Tuschmanter vorwärts bewegte, 
deuüich erkennen. Im ganzen fehlt es der eng- 
lischen Lithographie bisher sowohl an der breiten 
Grundlage volkstümlichen Schaffens wie an 
starken künstlerischen Persönlichkeiten. Die 
Leistungen des eogliseheo Farbendrucks, der 
schon in der Anstalt Engelmanm mit beson- 
derer Vorliebe gepfl^ wurde, sind unter dem 
Niveau kanstlerlsdier Arbelt betrSchtUchzurOck- 
geblieben. 

^eUuit folgt.) 



Das Register bei den Zweitouren-Maschinen. 



IN Heti 1, Jahrg. 1901, bcfaustcn wir uns schon mit dem 
viftt unnrlKenen Kecitier bei den ZweitoHreinMiaclii' 
neu. VUmi4 dn t«MiiBa Regiaterhallea vordem etat 
anmSgltcli war, wie sehen erSnert liaben, war es der 

Firma /. C Schelter & GieiCcke in Leipzig gelungen, diesen 
bisher gin technischen Mangel in einfacher Weise durch 
hL-wcRliL'liL- .\norJmiMK des Z»'isetU'nr;ults /u ^csv]t'ie.^n. 
Dadiircli uurdc je Je unbcabsichtigrc Bcttcgung, jcJc will- 
kürliche Drehung des Cylinders unmöglich gemacht und 
die Uapt erstrabie Losung der Aufcabe cefunden, dais 
die Greifer den Bacea >tats aa derselben StaUa Iteaan. 
Venn nun lr«t> dieser Mchniiehen Voinwmmealicit der 
ZwelMttftR-Maaeliine .Vlndabfaui* an und tSr <i«li gering- 



fügige, at>cr doch bei l'ts$dru<;l(en un«ng«nchmc Unregci- 
mlBIgkeilen im Rcgisterhalten vorkamen, so lag olDenbar 
die Schuld Bicbt in dem Mectaaniarou« der Maschine, aoa- 
dem in der Unvollkemmenhelt der menschlfctaen Aitelti 
die heim Drucken durch das »Anlegen* zur AusfBbniai 
kommt. Selbst der geschickteste und sorgfältigste ArheNer 
wirJ keine unhedinRtL- Gew'ihr dafür übernehmen können, 
das« jeder Buge» ciiivr mehrmals durch die Presse Rehen- 
den Auflage haargenau in derselbi ii 1 ace an Jie X'arder- 
marken herangescbobcn wird. Kleine Erschütterungen und 
Verschiebungen des Bogeni waren deshalb trotz der größ- 
ten Sergfalt immer noch mftgliGh und es galt« die«« in der 
Unvollbommenhelt der menacblichea Natur hegrflndeie 



«t 130 M 



18* 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



Möglichkeit durcll eine weitere Verfeinerung des McciM- 
ntsmus der MiKhine zu bCMitigen, die kleinen Fehltr <l«r 
menschlichen Arbeit durch dieienigff der Miichtne » 
korrigieren. Deehalb mtrdea von der Firma s, h, !t,T 
Oiaecke die Vordernrarken iiirer .Windsbraut- ais auto- 
matisch u irkenJi- Rrtgenschieber ausgestaltet. Die wesent- 
lichen Mi rkmak- dtfietben bestehen darin, dass der Druck- 
bcKc n, naviikm derselbe angelegt ist. kurz bevor die Grei- 
fer iiin erlassen durch die Vordemurken um ein in Jedem 

einzelnen Falle gleiches, bestfMHBtbegrenziesSiüefcntrBck- 
tetchohen wird, und d«u die JlUrken nicht empmschen. 
Mlincesle in Berührung mit dem Bogen sind, sondern 
znnichst wieder in ihn.- ur^prütitilu tiL- LaRt- zurückliL hren 
und dann erst «nui-hrjhL'n wt-iJcn. Wenn al»o ein Rogen 
nicht ganz genau an du Marken angelegt wird, so ist dies 
ohne jeden Elnfluss auf da» Register, d« der Bogen steht 
in seiner ungenauen Lage von den Greifern erfnst und der 
Maschine zt^fatart wird, anndera erst, nachdem alle Un- 
K|elmi8i^ellen durch dieslelsvBrilgglelchmlßiKe, schie- 
bende Bewegung der Marken jiisklj;!!^ Iicn sind, VCcinT 
wird ein ganz wesentlicher, di r t-.stKrigt n Konstruktion 
der VordL-rmarkc!! iinhjftendLT Mjngi-: dadurch behoben, 
dass k ic durch eine Erschütterung bedingte VerschiehuilK 
des angelegten Bogens durch <lk emporgclwttdeil, den 
Bogen freigebenden Marken ou«geichlossen ist. Denn 
vlhrend bliher die den elgennicben Anschlag bildenden 
nicht (•ncenflal von dem Druckbogen zurückgehenden 
Markenendei) an d(esem ein Stück hinschleifen, ihn dadurch 
crschijticrn und unter UmMiindcn in seiner Ruhelage vcr- 
sciiicben, schneljeii die Marken bei dieser Konstruktion 
von dem gleichmäßig vorgeschobenen Bega« nialchst 
wieder in ihre ursprfingUcbe Lage zurilck uad heben sich 
erst dann ab, nachdem Jede Berfibrttngnilt dem Druckbogen 
BU%eh«n htt NatarHeb bleibt der zurückgeschobene 
Druckbogen nicht sich selbst flberlassen, sondern wird so 
lange festgehalten und gn^cn W rschiebung gesicben^ Us 
die Greifer ihn sieher erlas«! haben. 

Dk- Abbildungen ersparen weitere Beschrelbunf, Abb.1 
zeigt die Stellung der Marken in dem Zeitpunkt lu vetebem 
die Druckbogen an dicaalbcnaagtlcgtwerden, Abb.II gtebt 
den Augenblick wieder, in weichem die Vordermarken die 
etwaige Ungensuigkelten beim Anlegen ausbleichende 
Schiebebewegung eben beendet haben , um in d,c Stellung 
Abb. I zurückzukehren, Abb. III endlich vcranschsulicbl die 
Stellung, in welcher die Marken engeboben efaid, um deu 



Begenfreluntersichhindurcbgcbennlaaaeii. Diefetamte 
Bewcgui« erfMgt iwaitgllullg und lat von der ainmetch 




III. 



ausgenthrten F«fa eiaer Kamnacheibe abhlnRig, welche 
wlhrend ciiea Jede» Diueket eine Umdrehung macht. 



Internationaler Masteraustausch. 

Von THEODOR COEBEL 



Ich beginne mit .iret sprachwUsenscbaftUchen Bitttem, 
u oMi.) ^wei (7 miü 8 des Austanachc^ aus der in fremd- 
sprscblicbem Druck einen allerersten Rang einnehmcndt ti 
Btiehdruekerei Ton Bamach-DnigHttn in Leipzig stammen 
und dem von dieser hcrau'^Kivebenen l'u^^nu erke .Mark- 
steine der Welr»cishet! aJlcr VülJ,i;r m Ürjgmal.schriften- 
angehören. Da» eine Blatt enthält die Bergpredigt in äthi- 
opischer Spruche und Schrift, das andere in Estrangelo ist 
den Akten des Apostel Thomas euaemmen; beide BJitter 
Bind durch dem wissenscharuicben Emate entsprechende 



Ornamente und Einfassungen in Farben Kc^icn und tadel- 
losgedruckt. Das dritte Bl.itt 1 1J7) kommt aus einer kaum 
4000 Einwohner /ählonJen Kleinstadl der Niederla«aht, 
Kirchhain, aus der Druckerei von Max SekmtHomt 
die ganz für wissenschaftliche und ftemdapracbllche 
Verke eingerichtet zu sein schehit. Auf diesem Blatte 
werden una verKef8hrt Draekproben von Armenisch, 
GlagOlittech,Syrfsch, Arabisch. Äthiopisc!), Samaritanisch, 
Koptlach, Hebräisch, Cyrillisch und Griechisch; dazu 
glebt die Druckerei ein doppelt so laagias Veneiclmis 



^ 140 



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mmmmmmmmmmm ARCHIV fOr BUCHGEWERBE aMMMMMMNM*«M» 



der Spnicben u. s.w., von denen aie Scbrirten besint. Dw 
Blut ist »ehr Muber gedruckt und «npSeblt «««Ii dedureh 
die Slltie Mlner Heriinnfr; tnlt der wenig erraten Art der 

Vorführung flirtT Typcnsthät/c kann ich mich indcss nicht 
liefrcinuleii. S'.c sii:J eiiiKe sc Ii achtelt in die griiiien Spitzen 
cinc-s HcvaErainms iiiu1 in verUufende Kruisc, wulch 
letztere dem Saue ein ctikcttcnmißiges Aussehen geben. 

Durch Schönheit hervorragende Blltter, in der Hiupt- 
•mlie and in der MebnaJil tiugeflibR in Bucbdrucli und 
in de« auf ttltttiiebc Femen li*(rfi«idewn Stile, sind Nr. IS 
und 27, A. Wohlffld, Magdeburg , ersieres ein prichiiger 
Druck in Schwarz und Gold auf grau-braunes Lederpapier, 
das zweite ein Blitt mit schon K^^präK'«'' Gutenbergstatuc 
in Bronzedruck, mit weiß ausgesparter Schrift im unteren 
Teile, bei deren Entwürfe der Zeichner sich einige im 
Typendrucli uniuJiMiKe ZuMmmenziehuiicea erlaubte; — 
47, BriiftlaebaUniTeraltlisdRickei«i,l%il>cA£rliOT,G«4toii; 
' >^ 85, ZoWto/rrscbe Buchdrucker^ St. GaOm, eis pfleb- 
tlges Blatt, dessen zarte Ruhe nur durcli die In der Farbe 
etwas zu stark ausgesprochenen \'eik*hcnblüten einigen 
Eintrag erleidet; der lorbeergeschmückte Musenkopf in 
Chromotypie und leicht geprägt, ist von wunderbarer 
Virkuflg; — 67, Ngukomm & Zimmermaitn, Bern; — 79, C. 
J, Gmxukt MSnehsm, mit etaMr gMchniAekvoüen, voa dem 
Maadiin««ISiikt»r der (HrfmtvwiBckeii Ba«bdnickcrei in 
Mäiiektn, Enut Ltvm, in Karton Keachnlttenen Kopfleiste; 

108, A. M. H'at.-ulil: und F. G. H'rhi-r. Mti'nbiirf-, ein von 
ersterem entworfenes, künstlerisch voilcndet schönes, treff- 
lich gedrucktes Prachtblait; 1 15, Alexander Grvsut, Riga, 
eine aebr rübrige Firma ia der groBen balliacben Handela- 
»ttdt» die aacb noch nebrcre andere Bakrite «iiigeaaiKb 
hat, weiebe indeaa den eriglnellea Blatte IIS nicht ^leieli- 
kommen ; — 128, Oflbtn W. Dragulin , Leipzig; daa beid- 
seitig bedruckte Blatt zieren prächtiRe altdeutsche Initialen 
in Farben und Gold; l.\"?, /'iVriTsche Hof huchdruckerei. 
Stephan tirihcl t'r Co.. .Allfnbiirf;. ein Zwischentitel aus der 
Schriftprobe der B<iu<;rschen GieOerei in Frankfurt a. M., 
dessen zarte Eiegaiu dnrcb daa derbe Monogramm der 
GieSerflrma mit «einem aebweren Lorbeevkran« empSml' 
tieh Kestert wird; — 134, H. BtrthM, BtrOn, und Bwur 

& Co., Stutt(;art, ein Blatt mit einer cigcnartijicn, aber sehr 
gefälligen, Secessions-Grotesk, genannten Schrift, umrahmt 
von einer wirkungsvollen Blumen - und BUtter-Emrassung 
in Dunkelgrün und I^urpur; IM, Witheim Gronaus 

Schriftgießerei, Bertin-Sehöneherg , zwei Bliiter mit Neu- 
beiten dieaer CieSerei ia Antiqua, Refbrmdeulaoh und Ein- 
haaungea;— ISI, KmurrefHirthf MSnehM, dasPregramm 
der Gutenbergfeier zu München vom 23. Juni 1900; 155, 
A. Numrich Cr Co., Leipzig-Reudnitz, Gcschifisempfchlung 
mit einer merkwürdiKen Kopfleiste, die uns Setzer und 
GieQer in puris naiuralibus mit sonderbar vertriumten 
Mienen vorführt; zwischen ihnen sieht man ein gcISgelloa 
Friuleia, daa, nach den ihm beigegebenea AttribuieB lu 
ort eilen, der Genius der Maieref sein soll; es scheint be- 
irfibt darüber SU sein, daas man ibr zwei Vaaaerapeier dicht 
an die Seiten gestellt bat, vielleicht genieren es auch die 
beiden klciderloscn C.raphcn. Die FuOIciütc des Blattes 
ist minder kr«us; sie zeigt uns auf der einen Seite einen 
derben Drucker an der altea Holzpresse arbeitend, und auf 
der aaderen Gutenbsrg, einen Dmcfc betrachtend; — der 
Zeicbaer derLriaie tehcint fteilldi noch keine Hoiipfease 
gesdwn au haben. 



BineAacabI anderer Blltter in bisherigem Stil lat eben- 
falle IltttaiuaaebiJeBiicbia Buchdruck autgefiUirt^bei eialgira 
hat der Setzer sein Geschick gecelgt Im Kartonschnitt. 

durch welchen er die Tonplatten herstellte. I's ücRt darin 
ohne Zweifel ein sehr Idh'.iehes und anerkennenswertes 
Bestreben m kiinstierischem Sinne, doch wird man dabei, 
wenn es noch lohnend und gut sein soll, nicht aul kleine 
Einzelheiten eingehen dürfen und sich besser auf größere 
FUchea bcacbrlnkea, andernMls kOanie durch solche 
Kunstübuag der Verdienst der Druckerei leieht in die 
Brüche gehen. Eine hübsche Probe hiervon giebt Blatt 
188, Chr. Fr. MüUenche Hofbuchdruckerei, Karlsruhe. 
Auf einem anderen Blatt . Hl. Alhfrt Utllf , Drcsitcn, sind 
dte Töne mittels Celkiloidplaitcn gedruckt und dasselbe 
würde mit seiner zarten Autotypie einen recht günstigen 
Eiadruck machen, bitte der Setzer nicht den nicht gierade 
giSckilelwn Gedanken gebebt, die elae unlere Ecke zurSck- 
geaclilagen darzustellen und die una t» geaetgte Rückseite 
mit einem harten grünen, In die Harmonie des Ganzen gar 
nicht passenden Tone zu bedrucken, wobei ihm auch noch 
das Maiiicur passiert ist, diese scheinbar umgebogene Ecke 
zu groß zu machen, so dass sie, glatt gebogen, die andere 
untere Ecke am eioe Petit nach unten hin überragen würde. 
Er hat durch aoleb wmfillge KDnslelei ada sanat gaai 
hfibscbee Blatt butrlcbalch inwbidigL — Auf drei anderen 
Bllttern hat tnan den Bieischnitt zu Htlfe genommen und 
dumit ganz günstige Resultate erzielt; zwei davon, 40a und 
40 b, stammen aus It'. liurgarts Bachdruckerei in Brünn und 
sind ausgeführt von dem Accidenzsetzer Franz Rziha, ein 
Mann, der, wie beide Blätter heweiaen, ZeicbenaiUl, Mesaer 
tiodSti^l vortrenfekiu baadhafa«ata«iS;aneh dl« Farben 
atadgiacklichgewlbltunddcrDTUCklBttaddtoB. Das dritte 
Blatt, 181, wurde von der Srkii>w(><rtscft«ii Verfagsärueluret 

in Basel eingesandt. Es stellt eine Wand in Tvpensatz 
dar, an welcher drei Afhchen angehracht sind; die mittlere 
zeigt auf schwarzem l'ond weil) ausgespart die Textesworte, 
und das Ganze ist im Satz geschickt ausgeführt, auch ist 
der Druck zu loben. 

Aia tüchtige Arbeiten in Salz und Drudt seien aocta ge- 
nannt Blatt 2*, Dr. ffoosacbe Dnukrrtt, Matmktlm; — 30, 
Ruchdruckerei Carl !^chnriJ\ Wim, eine sehr sorgfilltige. 
im kokokostil korrekt durchgeführte elegante, mit sechs 
SaizforiTien und zwei Tonplatten hergestellte Arbeit; 5J, 
Stuttgarter Vereinsbuchdruckerei , fein abgestimmt in den 
Tönen und trefflich in Satz und Druck zeigt das Blatt in 
der FuBleisie den groflanigen Neubau des Druckerelge- 
biudea, wfirde aber barmooiaeber wirken, wenn aich nicht 
aus dem Kopfende der Seiienleisie ganz unberufener XPeise 
ein Frauenzimmer bervordringte und einen grünen Blltter- 
Stab in das Fläcllenbild iLneiilschübc. der nur stören kann. 
In diesem Blatte, wie auf SS, ütUtlieb (Jiitet & Co., Wien, 
ist eine sehr geschickte Satztechnik entfaltet; auf letzterem 
aber kflnnte man die zu beiden Seitea befladilchea drei 
mederasa Blnaien lieber durch efa leichteres Oreament 
eraetzt aehen. Sorgfiltige Arbeit zeigen die Blitter 64, 
68, 71, 75, 70; welchen Bildungsnutzen aber das Blatt 88 
haben soll, das dürfte nicht leicht in herricdigender Welse 
zu beantworten sein, und Blatt iK), obwohl geschickt und 
sorgnitig gesetzt, auch gut gedruckt, gehört doch in Bezug 
auf seine Gescbmacksricbtungzu den überwundeaen Stand- 
punkten. Bialt 81^ iMdm^Sr Mayer, Fnml^n «. M., bringt 
da Crkular in deren aullerardeatlieh eleganten, sowie 



141 lA 



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ARCHIV fOr Büchgewerbe «mmmmmmmmmm 



schönen zarten mit dem Kupferstich weltcircrndcr Excel- 
sior-Schrelbschrift. Dilsl- t^rolif Zartheit uirJ aucli eine 
ganz geschickte und auUergewütinlich vorsichtige Behand- 
lang beim Druclc zur Bedingung machen. Weiter sind der 
hier behandelten Gattung der Blliter noch einiureiben: 
101, Karaflatet Kudum, Brünn; — ll2,JoA. Krtgm Buch- 
druckcrci, Blankenese; 114, Bucbdruckcrei Stampfli & 
Co., Bern; 145, Carl Angermayer. Presshurg; 148, 
(juj^ k t~ l'isihi-r, Düsseldorf; I5H, AJ. Schti.ir:. I.inden- 
berg iS€itwut>en) ; 168, Fran:en 6r Großes Uuchdnickcrei, 
Stendal, sie alle geben Zeugnis von rührigem Streben. 

Die moderte Richtung iat stark vertreivn in dicMm Jahr- 
gnge den Mi»terau*t«»ches; eine betriehtliehe AntaM 
Bllcnr aind gnni, andere nur nin Teil «Hcefühn In der- 
selben. Von tenteren seien tunichst erwilint Blatt A, 
Fril: Amherger vorm. n,ii !,l Rürkli, Zürich: der obi. rt.- Tl-i1 
in Kokoko erscheint durch den Ooldaufdruck /u schwer, und 
auf der unteren Karte ist die als Rand&chmuck angewandte 
Wasserlilie zu kriftig lür den kleinen Raum; auch war es 
untiehtlg, den Ton der als Vatanr heknndelte« Basla fOr 
die ganze Karte antuweaden. Blatt 10, Ed. Stnaeke, Wanf 
darf (Bähmen), vire sehr schSn, wirkten nicht die auf den 
unteren Papierrand aufgestreuten .\lpen\ eilehcn zu auf- 
dringlich gegenüber dem sonst ^ä.'igcluiiTeneri Uljitie. Hittc 
man sich auch hier auf duftige Strcublumcn m lichtem Blau 
besclirinki, wie auf den anderen Papierrindern, so würde 
ein harmonisches Gaozes erzielt worden sein. Die eben- 
falls bedniekte Rflckseite des Blatte« teMct am Znviel. - • 
Nr. 33 ist aus BrSssrt gekomraen und In flatterigen fran- 
zösischen Aecidcnzstil gehalten; auch die Anwendung Jes 
modernen ZierniateruU-. ist keine glückliche. Besser in 
81. obgleich ;iiK h hie; dei iiloJertie Bhrtncnschmuck zu 
schwergehalten r^t neben den zarten Typen des Textes. 
87j C Weigend, Töplitz -Schönau, hat zwar einige moderne 
Zierate, gehört aber eigentlich der Freimanier an, ist in- 
des Im Bbrigen korrekt gesentt and Torzüglich gedruckt 
Blatt 102, H. L. deck, Essen-Ruhr, enthllt etwas zuviel und 
zu vielerlei, der Druck ist ein sorgfilliger; ISA, bringt 
wieder Bc:spiele von geschicktem Tonplattenschnitt, Jas 
ganze.Blalt hat jedoch ein unruhiges /erbhrene^ Aussehen. 

Zu den ganz in moderner Richtung awsgeführtcii Blättern 
gebaren: 16, ifiMf/kor^fsche Giefierei, dfftnback a, M.; — 
17, ff. BatkoUt Berlin, enthllt eine sebdn« Probe der 
neuesten groBsrtigen Schöpfung der Firma, der Lateinisch; 
— TR, Julius Klinkhardt, Leipzig; ein Titel und rwci Karten, 

- etwas zu viel für den Kaum des Blattes, doch alle drei 
in vortrefflicher Auüfuluung in Satz und Druck; 2ft, L. 
StP.Wein, Croß-KanizM \\}ng*tn\,e\n Blatt von einfacher 
Elegani^ lart In den Farben und sehr sauber im Druck, des 
einen ncmhnfMa Fofttehritt bedeutet fegen (Irfibere von 
dermtbea atrebaamen Firma gelieferte Beitrüge; ~ 45, 
ScMttr6rGiewcke, Leipzig, eine Empfehlung dcr.Phönl«*; 

— ."^T, A. Si hi'in fcLl, !)tfsdi-!U /i'igl. ^11 w eleher Gescbmack- 
losi^lieit >!;is moderne Matcn-ii verleiten kann; der Zweck, 
den^ Jas Hlnti /n dienen hatte, entschuldigt einigermaßen 
die Baum- und Blumenbauten; der Druck dea Blattes ist zu 
loben; —83, BrOtk^^ HJbUl, U^ig, ehi WerMitlgen 
Ciitniar, bei dem es nicht ugeaeba berUtt, dam die 
Schrift oft fast mit der ElnAiraunK ▼od drei blauen Linien 
zusammentrifft; wcslmlb in^i^ m;<n das grisslichc, Miitc:'.ili: 
Medusenbaupt der letzten Seite als Kopfschmuck eingefügt 
haben? — dB, PSmtr 6^ Borriei, ZmOuiUt eine hlkhst 



korrekt gesetzte und sauber in Farben unJ Tuiu-ii Ke-drueKte 
EmpfeltiunK der MehsLnKlimenfabnlv Küger, l.fip:tf;. 74, 
BauemcUe Gießerei, f'rtinkl'url a. AI., Titel ihres Musler- 
buchs, in sehr kräftigen Formen gehalten; 77 , 78, 
Fabeneht Buctidruckerei , Magdeburg, Widmungsblltter 
sum SOJIbilgen Berulbfubillum dea OberlSiktor« der 
Druckerei, Robert Knabe, von denen das eine das Portrlt 
des Gefeierten zeigt, das andere den Anfang der Vidmungs- 
schrift enthüll, heide smd in vornehmer Einfachheil ge- 
halten. iU, Aküengt'ifüschaft für Schriftgießerei und 
Ma,u-hinenbau, Offenbach a. M., ein feiner Reiaeavts, dessen 
Handle isteaurscbwarsemFondausVasaeremporvachaende 
BIttter und Blumen zeigt, *on denen erster« vermuten 
lassen kAnnien,sie seien von Hand gemalt; auch der übrige 
Schmuck des Blattes ist sehr zart gehalten; 100, C. G. 
Kiii-dcr , Li ir.-if;. ein aus 4 Blittern (8 Seiten» bestehender 
Hcitfug, wcklicr hier treffliche Beispiele giebt von der 
mustergültigen Art, in der in diesem 900 Arbeiter und 9S ' 
Schnellpressen beschAftigenden Riesenetablisseroeflt gear- 
bellet wird. BianrSd.lcBiieihdrudilblgteinvoniir.£eelMrr 
entwoffbner Titel tat Uflictnphle; an diesen reiht sich eine 
Seite gestochene und eine Seite gesetzte Musiknotea, 
und djnn folcen eine Seite Ornamente in Lichtdruck und 
ein« gleiche in Autot)'pic, Beide haben den gleichen 
Künstler zum Urheber und gleichen sich auch in der Aus. 
rOhrung; diese Ähnlichkeit sber ist bAcbst ilberrsachend 
trott der VcfMhtodnntieit der beldea Verlkhren, und die 
aufotypische Piatie ist von so außerordentlicher Feinhnit, 
dass es nur mit Hilfe einer Lupe mägllch ist, das Netz der- 
selben /u ernennen; es ist ein Meisterstijck der Atzung und 
des Druckes, Die Seths Innenseiten des niittetseiner feinen 
-SeidcnsLhnur zusammenKchaltencn Heftes sind von matt- 
grünem Stilisierten Blattwerk umrahmt, welches die Schön- 
heit des Ganzen noch weseniticb bebt. Der Jtoedcnche 
Beitrag gebart tn den bedeutendsten dea dlei|lhrigen Aus- 
tauscbbandes. 

Auf IJlalt 117 führen die 5chrifig;ef!crcieii . i ''fnzsch 
& Hty^i- in Hiimbiir^ und E. j. Gcnzsch in .Maut hm ihre 
neudeutschen Schriften und Orniiiiiente in sehr geschickter 
und wirkunKsvoiler Weise vor; von letzterer Gießerei ge- 
schieht dies noch besonders auf Blatt 100, wlhrend sie 
auf Blatt 1$9 neben den In braun gedruckten Omamentcn 
auch Ihre Rfimisebe Antiqua in einigen Graden zur Schau 
bringt. —J.J. Weber, Leipzig, hat 3 Blätter. I.TO, I."51 , 1.^, 
zu dem Austausch beigetragen; das erste cm einfach gehal- 
tener, schwarz und rüt Kedrucktcr Titel in Altgotisch; das 
ivicite die elegante Anzeige von im Weberschtn Verlage 
erschienenen XTerken; das dritte ein Holzschnitt in mo- 
derner Manier, bei welchem aich derXyiograph die Aulgabe 
gestellt hat, die Malwelse des KOnsders getreu wiederzu- 
geben und zur Anschauung zu bringen, was bei dem vor- 
liegenden Bilde, ein Frauenportrit, überraschend gelungen 
ist. Blatt 142, L. .SVAe/Vn^r^sche Hofhuchdruckerei in 
Wiesbaden, ist zwar sorgfiliig hcrgesiclit, der Schmuck 
durch gelbe, goldgerSnderte Linien und rosa Primel wirkt 
indes etwas auMringlicb und macht das Gesamtbild un- 
ruhig. IM, Ruähcrdtett« Gle&erei in Offenback a. M. eine 
Pvnbn Hinr Erlr/nann-Scbrift; - 161 A. Kock, Univoni- 
titsdruekerei, Marburg a. d. Lahn, Adresskarte mit Ansicht 

von V,irfuirf; ic, Autnt\pic als Kopfvignettc , umrahmt von 
silbergrauem Ton , welcher in einem herzförmigen Aus- 
achnitte die Firma trlgi. Dieser Ton iat nn einer Zink- 



cBt 142 tft 



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ARCHIV FOR BUCHGEWERBE » 



ptetw mit zsitnii LintonorMiiieiit gedrückt, dem Gtnm 
miTdench ein leichter, voa einer Schieferplaticgcdruckier 
Ten untergelegt, und die Cestmtwirkung ist eine sehr ge- 
fällige- BUri lfi-4, M.ihlau i- H nUhi hmidl, Frankfurt a. M.. 
ist geschkkr i;c-sct/t und sehr sauber RcJruckt; Proben von 
Linotypesatz Vi erde;! jul dem Blatte in drei Sehriftgradengc- 
geben;docl> will mir deren Inhalt als nichtmit sonderlichem 
Takt (evihlt und nicht in den Musicreusttusch gchttri^ 
erMbeliieii.— n2,SeluinH^ßer*iFUniek iaPrünl^ürt«,M.^ 
ein sehr tehSnes Bh«» d» eher Ir der Xomkcftnthm 
Buclidnickerel f n St. Oatttn sedmekt Itt. Der Reiietvi» 



Die revolutionierende 

DIE Umvilniflt, welche die tevolutioniereade Mcdme 
im ((esemteo Buchgeverbe zu vege gebracht, tot euch 

heim Bticlititel nicht spurlos vorübcrge>;ai>fien bei dem 
Titel, der 20 Jahre lanR den Bucbdruekern als Vorbild Re- 
d.ent. Sie hat an seiner alten Form gerüttelt und gesehüt- 
leli; einem solchen Anpralle nicht gewachsten, sehen uir 
jetzt Splitter und Balken fliegen, sehen die mit großer Mühe 
seiner Zeit in Leipiig auigearbeiieieo Lehren und Regeln 
den V«i eilet Vet|^i(||ldiea fehen. $& betrfibead dee fGr 
die dniHneN Ceeeiigeher «ech aebi neg, w kBrnen wir 
deeh eitte gewisse Freude, wenn man es so nennen darr, 

rih Jleier Tliat5a»:!:c niLlit unterdrüel;en. Ohne Zuhilfe- 
nattmc vsjii /<jri^-i'rj Kniekeii dem BuctU' ^uii- Titel vorzu- 
setzen, muss das Ideal jedes Typographen sein. Der Un- 

selbsilndigkeit kann auch durch die schönsten Regeln, 
noch dazu, wenn es sich um 27 umfhagreiehe Theten han- 
delt. Dicht ganz geholfen werden. 

Der TsfpognpHlulm OneUielu^ In Le^ad gehört das 
Verdienst, im Jahre 1 SSO Titeircgeln, umhäaend 27 Pankte 
end msBgebend für den Titelsatr Im Deutschen Reiche, aus- 
gearbeitet lii^d jiifucstellt lu haben. Trotz dieser erfreu- 
lichen sowie der daniAltgun Uc^chmacksrichtung bis auf 
den heutigen Tag Rechnung tragenden Thatsache ist der 
Verteil genannter Regeln gegenwirtig zu konstatieren. Es 
liegt imt allerdings weit ab, den Wert dieser enormen 
Ceiatesarbeit henhamwtiea, fedoch sollte nun aieht ver- 
gessen, daaaderCeselimack vergangener Deeennlen eben 
nicht mehr der unsere ist, dass demzufolge auch der Buch- 
drucker wohl oder übel die Moderne mitmachen 
muss, — »ean er -vi^h ■ieiiie Kiind>el)afl erhalten will. 

Dass nach iencn Kegeln mitunter wenig gefragt wurde, 
beweist der Titel eines hervorragenden Werkes, welches 
einen tüchtigen Fachmann und Ftrderer dieser Lehren sum 
Antdr hau. Da» Varfc ventSOt in Miaem JiuA t*l"> 
Punkt 17: ,CIelchsehlge Anwendung von VeiMlfen und 
Gemeinen auf einem Titel ist zu vermeiden, Wkcnsn Ver- 
salien und Kaf itälchi'n in rinrr Trili". Die Kursiv geset/ien 
Worte bilden m dies;-ni Falle das Klageobjekl. Vorsiehende 
Tiiesc ist \ oiisiändii; be reeht igt auch im modamen Titeln« 
genau gehandhabt zu werden. 

Auf Beilage ^ dieses Heftes bringen wir zwei aus der 
Praxis genommene und im modernen Sinne ausgeführte 
Titel lur lllttstratiea des hier Gesagten. Dteae Arbeiten 
als IBr die neue Kunatricblung im Tilelsatz verbildlich hin- 
zustellen, liegt uns fern, sie MIden nur weitere Glieder ati 



auf diesem Blatte Ist boehelegsm*, die Gesehlflskarte der 

GieOerei erscheint etwas zu voll, und ihr steifer Blumen- 
schmuck dürfte wohl schwerlich au' die Initiative der 
Druciierei /itrtioli^uführen sein. Auch auf Blatt 174, 
Dr. Trenkter & Co., Leipzig, hat der Blumenschmuck wun- 
derliche Formen und die Mitielvignctie ist zu schwer im 
Vertiilmis rar GröOe der Accidenz. Geschmaclivoli ans- 
gefGhft ist ItO, FHir Unue»*, Künibwgi die LlnieiieiiilliB- 
sung ist loit gezeiehnet und Ihr Auilmir in ai» BMtlKr- 
ormineBt im Kopile des Bl«i«s bildet ehien kammtedieii 
Absehlusa nach eben. (Sehluta Ibigt) 



Moderne im Ticelsatz. 

der Katie unserer AulfhesuBf Mch richtig auagelQlitten 
und dekorativ wirkenden Droekarbetten. 

Es ist iedoeb notwenJiK fesizusiel'en , dass man. um 
modern lu arbeiten, nicht unbedingt Reehteeke und Drei- 
ecke kruistruieren müsse, mitnichten; der Text soll in 
eine dem Auge angenehmen Flächciiform gebracht wer- 
den. Auch schlage man nicht den bequemen Weg der 
platten Nachahmnqg ein, denn nicht durch stete Wieder» 
holung eiglnct sich die Nalur, sondern durch NeubildtiRg. 
Sucht auch die Neubildung anseheinend immer denselben 
Weg, so sind doch ihre Resultate stets neugeformte, eigen- 
artige 1 ehe^esen. 

Doch zurück zu unserer Beilage. Uine etwaü. eingehen- 
dere Besprechung der daselbst abgedruckten Titel ist un- 
umgänglich notwendig, um derdjeaen Zeilen vorstehenden 
Überschrift gerecht zn worden. Der Titel Unker Hand ist 
dem kleinen Führer entnommen, welcher anUsslfeh der 
itosMllnng kOflsiierteeber Lithographien im Deutschen 
Duchgewerbebause zn Leipzig gedruckt wurde. Er wirkt 
durch die Verssitype der Rftmischen Antiqua ruhig, die 
Gruppen sind gut abgewogen. Es ist bekannt, dass ein 
Titel in drei Gruppen geleilt, «m voi(ciihu(tt:»ici) zur Gel- 
tung kommt. Ergicbt der Text nicht diese Anzahl, so 
placiere man ein entsprechendes Ornament als zweite 
Gruppe. Unser Beispiel zeigt femer deutlich, wie man 
aueh beim Titel das Nobenalehliche von der Hauptsache 
trennen muss. Die mittlere Gruppe glebt Aubcbiuss Ober 
den Zweck der Herausgabe des Buches. Ein Ornament 
trennt und verbindet zugleich den zusammcngefassien 
Text die-ei Gruppe sinngemiQ. Ein anderste kle.neres 
Ornament am Ende verhilft dann zu der gewünächlcn ge- 
fülligcn Form. Kopf und Fuß bedingten entsprechende 
Verhiltnisse In ihrer Hfihe, und zwar: 3 zu 4. Ein gleich- 
mUlgss Gegengewicht bitte wohl sti monoton gewirkt 
und somit nicht dem Gesetze der Schwere entsprochen. 
Über die Lagerung des Satzspiegels werden wir splteraus- 
fullfüchei bt richleri, iedoch ui nücn wir hier schon vtir dem 
sofjenannten .lirsiiulen" id:e /u tiefe Stellu.nj; der FuB- 
gruppei des Titelv \karncn 

Einen weiteren Beitrag modernen Satzarrangements im 
Titel bieten wir im zweiten Beispiel. F.s wurde hierzu, um 
auch textliche Schwierigkeiten ra Qberwiaden, absichtlich 
eine etwas nmfkngreicbe Abhandlung gewlhlt. Nun» so 
suinillg sieh dieser Titel von den) ersteren anlerseheidei, 
\n seiner Virknng hilt er mit jenem gleiche Vage. Cin- 



«at 143 



mmmmmmmmmmm ARCHIV fOr Buchgewerbe «MMMMMMMmiMr 



beidicli aus der balbfenea Mediival-Egyptienoe gesem 
Hiid i« dM Form t«An«, welche teOUig nnd dekmii* 
wlifct, micht er efgentlieb |ede weitere Erllttiemng Ober- 

flüssig. Jedoch Mio'.lcn air noch kurz hcmerkcn, dass ein 
Titel aus Gemeinen Kt^cl/T, oft dieselbe >X'irkun){ erhielt, 
wie mancher Versaltitel, u i nn et i u litig ausgerühri wird. 

Zum Scbluss noch einige Worte im allgemeinen. Nach 
dem GcMgieii febOtt ein MMffeipncben Mnea GefObl 



dam, um wirklich allen AncprOcben im mod ar»»> TtiatMtt 
ni genfigen. Vir beben iedocb DmekaibelteB geaehea, die 
in der Gesamtwirknng die Nete gut verdieMen, In ihren 

Hin/clnhcitcn der technischen Ausführung icdoeh ellea 
feine Gefühl vermissen licOcn. Dieses GefSbl schon bei 
unseren ifingcrcn Eleven lu heben und zu pflcRcn, muss die 
vornehmste Aufgabe sein, und macht dann alle ußutänd- 
UehM Hlllbr^gefai eaibehrlich. E. Vetiig. 



Patentwesen, neue Erfindungen und Verbesserunsen. 

Mitgeteilt vom Patentavwalt PAUL JWOLLER in Bertln SV. 



DFLTSCHn l'ulentc. Nr. 1 I7ti74. SelVsIlhitise Ablege- 
vorrichiung für Drucktypen, F.rn^l Fredrik Sydahl in 
Stuckholm. Uie selbstthitige Ablcgevorrichtung für 
Drucktypen iiennieicbnet licb durch ein sich von einem 
einhchea Hanpirohr von oben nach unten symmetrisch 



>chmllere, untere Teil eines darüber hegcnJen Trichters 
sich befindet, u ährend der untere Teil des ersteren Tricbiera 
sich mitten über dnem der eMsprecheodeauntersaTrieb- 
ter befinden kann. 
Nr. 117704. VorrtehDuig tum FesthalMNi und Wieder* 




venwsigendes Rohrsysiea, bei welchen iede Robrreriwei» 
gung in aateifereehhar« VciWadung mit iigand einem der 

Rehre In der entsprechenden unteren Verzweigung gesetzt 

werden kann, zu dem Zu ecke, eine in das oberste Mauptrolir 
hinuntergelassene Type das Kohrs>htem in Übereinstim- 
mung mit der zwischen den Verzweigungen hcrgestctltcn 
Verbindung passieren und aie scblieQUcb durch eine der 
untersten Rohrvenweigungea auf einen besümniea l*iatz 
henuaMlen su laaaen. 

In iedem Veriweignngspunkie Ist ein In mehreren Sehen- 
richtungen verschiebbarer Trichter angebraijht, ir. dessen 
oberem weiteren Teile das untere Ende der daru!'cr befind- 
lIchenRohrvcrzwcigunK lici;l.w Uhrcnd Jcr untere schni illere 
Tricbterteil, ie nach den verschiedenen Lagen des Trichters, 
sich (Iber einer der entsprechenden ItohrvernraigHiiigea 
befindet. 

Jeder Rohrswelg ist biegsam und mit dem unteren Teile 
aber den öffhungen der entsprechcadea unteres Rohr- 

Verzweigungen beweglich. 

Sämtliche Rohre sind durch übereinander befindliche, in 
verschiedenen Seiicnrichtungen verschiebbare Trichter 
ersetzt, deren Verschiebung derart abgepasst ist, dass 
innerhalb des oberen, weiteren Teiles eines Trichters der 



loalaasen der znsaaunaageaeistcn Zede am Zaüaawagea 

von Matrizensetz- und ZeilengieOmaschiBel^ Tie Jiaaalliw 

Compoiing Company in Washing;ton. Bei der Vorriehtuag 

zum Festliattcn iir ,! \I'ic JcrlnvlM^sc-. lit-r zusiimtnengesett- 
icn Zeile am Zcilcnvi jgcn \ on Matri/ensctz- und Zcilen- 
giefSmasclunen wird die bewegliclie Uackc 9t> durch eine 

unmittelbar an diese angreifende Klinke 9H fesigestelU, 
die beim Riebgange durch Antreffen gegen einen An- 
aeUag NW aasgeifet wird, wihrend unmittelbar vor dem 
Ablegen die feste Zeilenbacke durch eine besondere Vor^ 

richtung beiseite gerückt wird, welche aus einer an einem 
drehbaren, beim Vorwlrtsgang ausweichenden Hebel 128 
bcHnJlichen schiefen Ebene 127 besteht, auf welche beim 
Kückwürt&gung der Schieber U2 hinausUuft und die feste 
Backe 10X in bekannter Veise verschiebt. 

Nr. Il77e& Setzmaachine für mehrere HauptacbrUlei^ 
Corf MseMMiMn la Battfinora. Bei der Setz« and Ablega- 
maschine fSr mehrere HaajMMhriflen sind die Sammel- 
behllter betw. die Kanlle fOr die Typen oder Matrizen 
simtlicliL I SlIi liftartcn in einer Flucht bezw. längs der ge- 
meinsamen I ürdervorriclitung für die Typen oder Matrizen 
angeordnet derart, dass das Ablegen mehrerer Schriftarten 
bei einem Durchgang durch die Ablegevorrictatung erfolgt 



144 Ifib 



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Digitlzca by CoOglc 





HOFLItI ERANT 



TELEGR. ADR. : HOFLIEFERANT LORENZ 



SAMENHANDLUNG • KUNST- 



UND HANDELS-GÄRTNERtI 




GEGKÜNDET IM JAHKE 18^ 




Den 



CHR. LORENZ * ERFURT # 




190 



FOL. 



LEIPZIG. DEN 



190 




««««« ARCHIV 
- FÜR BUCHGEWERBE 



F.KLAG DES DEUTSCHEN BUCHGEWERBEVEREINS 
ZU LEIPZIG 




RECHNUNG für 



I Vereinigte Bautzner Papierfabriken • Bautzen i. S. 



Kiiptci-. Hiiiil.. KiirUn-. Halhstoff- lllld IIoIzstdfT-rabrikcn llricf-, Xonnul-. Kui./Ici-. 

Werk». Noten-, I'nwpckt- ... Knn/cpt- -.«iwic Karton- 

und I mstfhlHK-l'fpi^rc in KolipapiCrC für Huiltpapicr-rabrikcU ri'r'crc in reicher U alil; 

KoKcn iinil Kullifii WVW l'apicrniusitcr verlangen Jr 

^ «f^ ^ 19^; ^ ^ «\« ^ ^« «j^ 



^ ^ ^ ^ ^ ^ «X «M« «Nft ^ «J^t I9<t «51^ 



I RECHNUNG 



DEN 



r. Sattbcllife nm Jlrchiv für 8orb(n«tti«* ttruH van BrtUkDff A- Mlrtrl in Lfipilt, 



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■m ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE «MMMMMMMM»» 



und gesonderte Tastenbretter bezw. Klivialurcn für dit 
einzelnen Sctariftwrten angebracbi werden Mnnen. 

Die venebtedeneB Tmenbr etter benr. Klaviuutca liiid 
«aha nminauderangeQninet nnd in (feigntler V«Im mit 
dcflsicb weiieraiHdeiiMadeiiMagulBtDvarbiindeii tenrt, 
diss der Setzer «liMliebe Tesienbrnter gl«icbi«itig be* 
dienen kann. 

Die TsMi-ntu-iH'l Jcr Zu^jt/tustcn oJcr jiicli .iller TaslL-n 
sind schräg zur Maschine Kcrichlet und gestatten dadurch 
ein ZuMmmendrlngen der verschiedenen Klaviaturen. 

Nr. 117876b Melirferben-HaitddruckvorrichtHac, Augati 
UmltkBeräK* B«iderMebriltfbeii'HaiHldniekv«rrichtuag 
vird der Henitteiivcl nit Zapla. F un SuMftgMrftt i« 
oUttten Setititzefl d ein« Anleneritiinene gefllbit Bild mt 
Federn e von Jer /u beJt ucVi-ii Jen Flüche gegeB Uflbeeth 
sichti|;te UcrütirunK niit Jicscr Kt-'lmlti-Tl. 

Nr. 117S77. SchliuMl/cug für HiK-hdruckformen, y. 
Sclultfr & Giesecke in Leipzig. Bei dem Schliefiieag für 



Bucbdruckformcn. bei welchen die KeiUtücke sich gegeB 
einender vencbielteii, iet von den gegen einander bewegian 
KeifaRAeltMi 4«n «Ib« « h» wXt dem B«r dnicttig On/Mit 
tngeBdea BiriieB d veibBBdeB, «ibrend dei aadere, mit 
ledernden Backan k und Scbwalbenscbwanz vertabene 
Kcilsiück n durch eine vermittelst Kegehn'^.it^'c^ i ia den 
letzteren eingreifende Mutter k beibitigi wird. 

Diu Auücnstückc sind cv. mi! BÜRcIn r versehen /.um 
Zwt-ck. l:u^ Aiist.'iniirult.'rfit:len der Haupiteiic Ucü S«.iiiieD- 
zeuges zu verhüten. 

Mr. tia206. Staubforben flir Oruaerelzwecke, Emtt 
Omr iB Anf fN. Bei den SnBbhrticB fikr DfBefcefeitweeke 
ttt dar Farbneff B^t dMm mw Hantmblaa«, Giyeerin und 
Albumin bealebenden Blndemittei gemischt und bestebt 

v!^is VerFiihren zur Herstellung derselben darin, dass der 
t-arhstcilf m:t einer wlssrigcn Lösung des Bindemittels ver« 
mi^klit iirui die Misiliiinij ini );.in/en oder in disnen 
Schiebten getrocknet und dann pulverisiert wird. 



Aus den graphischen Vereinigungen. 



Berlin. Die Berlini-r / vf ii;,'rii/-^irsi7!i- (ji-si-Z/si hii/Y ist in 
ihrem Bestrt^bcn, sich ein ei^eneü Heim zu schaHen.in dem 
verlOStenen Monm Aliir/ um ein Erhebliches vorwärts ge- 
lAmmea. Vi« bereia in dem Febniarbeft dieaer Zcinctarift 
mitgeielit wnrde, varde is der erdeadieben Haaptrer- 
sammituig der GeseUscbaft im Januar d. J. ein besonderer 
Auaachnss niedergesetzt behufs Einrichtung eines Berliner 
Bui'hgeaV'hi'uiiili s. Dieser Aii>.>>:liuss war sich vor AKcm 
darüber klar, dass die Typographische (jcseilschafi erst 
dann die damit veihvindeneii ;iihi;ichen pekunliren Ver- 
pflichtungen übernehmen könne, wenn die voraussichtlich 
entstehenden Kosten bereits vorher durch fortlaufende 
(icbere ElSBabmen Deckuag geAiadea bitten. Die Hdbe 
dieser Keatea gtaabw dar AMtdMM «oT librlteb laOO Ma 
1300 M. venuucbiagen tu müssen, wenn etwa iOOO M. auf 
den Mietrtns und der Rest auf die Einrichtung und Unter- 

haltunK des Inventars entfallen würden. In der ersten Mär/- 
»luung erkljiMe steh die Versammlung mtt diesem Kalkül 
einverstanden, soweit es sich um den fortlaufenden Jahrcs- 
eiat handele; bezüglich der enUa Einrichtung Jedoch sei 
die Summe von aoo-^aoo M. caiaeMedeB m niedrig ge- 
grffb«, wenn der netie Buchgewerbeaaal aueb nur elB^er' 
maSen s^er Bedeutung entsprechend ausgestattet werden 
sollte. Hierfür wircn mindestens 800 — 1000 M. anzusetzen. 
Der Vorstand behielt sich vor, hierüber der Gesellschaft 
eine besondere .AuF'stellung zii unterbreiten, si.ih.ild ein für 
den Zweck geeigneter Saal gefunden wäre. Bezüglich der 
Aufbringung der erforderlichen Mittel hatte nun der Aus- 
acbua« aunlcbst ein beaonderea Rundachreiben erlassen, 
das den EflMgliatle,dassW«nm Siin;Bgstagie,smY.Mirc, 
an Ibfilanlbndea Jabreabehitgen ea. MOM. (eieictaaet wur> 
den. Da Ton den abgeaandien Kundacbrelben bis zu dem 

genannten Tage noch niclu die tCiirtc eine Reanlwrirtung 
gefunden hatten, so glaubte der Ausschuss schon jetzt m:t 
der doppelten Summe reclmen /w dürfen, so d^ss also dann 
die iibrlichcn Unkosten gedeckt wiren. Von einer Inan- 
spTttcbnabme weilerer Kreise, wie es bie nb4 dstn darFacb- 



pressc angereRt worden sei, glaubte der Ausschuss vor der 
Hand Abstand nehmen la soUui). Ein lOlclicr Standpunkt 
ist jedoch auf die Dauer nicht festzuhalten. Denn einmal 
ist die Berliner TypegrapbischeGeseliscbaftwirtscbalüicb 
an scbwseb, um ein solches Untemebmen aliein durcbiu* 
fObren, was sie dadurch bereits anerkannt hat, dass sie die 
Zusage dreier anderen Berliner graphischen Vereinigungen, 
Jen neuen Buch);ew erhesaal mitzubenutzen, dankbar an- 
Renommen hat, und dann ist es ia doch luch der aus- 
gesprochene Zweck, das neue Unternchrtien iillcn berech- 
tigten Intereaaen des gesamten Berliner Buchgewerbes 
dienstbar sn Buchen. Nun hat die gSBse ABgelegenheit aber 
eine neue, und xwar böchat beaebtenawene Wendung i* 
der leisten Sttaong am 28, Mira dadurch genommen, dass 
der Vorstand von einem Schreiben Kenntnis geben konnte, 
in welchem der Vorstand des Deutschen Bucbgewerhe- 
vcrcins /u Leipzig an den Herrn Kommcrzienrat iifur^ 
äH.(rnji<«<n in /icHin sei neUereitwiltigkeilerklir(e,diiik Unter- 
nehmen mit einem Beitrage von 000 M. zu unterstützen. 
Die Ursache zu dieser Bereitwilligkeit liegt in dem Ent' 
Schlüsse des Deutschen Buchgewerbevereina, in allen dent- 
seban Ganes PMegschaften f&r seine BestrebHagsn einu- 

richten, und lur TOrdenng dieser Absicht kann dem Deut- 
schen Buchgewerbeverein die Schaffungeines Mittelpunktes 
für die Angehdrigcn des graphischen Kunstgewerbes in 
Berlin nur willkonunen sein. Die Gesellschaft erkannte die 
gute Absicht der Stiftung auch rückhaltlos an, behielt sich 
abcrvor,dieVoraussetzungen,unter welchen sie dieSumme 
SU dem angegebenen Zwecke aanelimen kann, mit Herrn 
Kommenienrat MxmuM* noch nMer w «aninbaren. Qst 
iaawiseben feaeheben. ilmn. 4er JM.> InBciugautdan 
Zeitpunkt der Elnilchtunf und ErSlbrang des neuen Ber' 

llncr Buchgewf f hesaale'i hescliloss die Versammlung, die 
An^f legenheit im Laufe des Sommers so «eit vorzuhe- 
reiten, dass mit dem HeRinn der regeren VcrcinsthätiRkcit 

im Herbst die Typographische Gesellschaft ihr neues Heim 
besiebcn kamt. Bis dabin iat hoffmdieb ehi Vag gebinden, 

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mmmmmfmmmtmmm ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE «»aramjraaraar»» 



der es der Berliner Typonrnpliisflicn Cc-scihchift auch 
möglich macht, mit dem lukünfiiKcn (jjl herlin-Branden- 
hurg des Deutschen Biichgfwcrbtvi-rrinN in nllcn kutist- 
leriftcilcn und geselligen Fragen hierorts Hand in Hand 
sn fehen. Eine ebenso tchflne aU drakbire Aufgabe ! 

Bio elflenait^cs Kapitel deriroflcBTnglkomtdie.Dc«!- 
aelM lttelm«lir»ibiuig*' aehain Herr lUli« «d »it dar V»r> 
leeuRf elaesScIircibem dea .A^meineR fcreini fUr ferein- 
fachte reehtscbreibunK* tn ▼«Idhambach im Unterelsass. 

Dieser \'ercin wende! sieh nämlich in seinem Schreiben an 
eine große Berliner Schrifigicßcrei mit dem Ansuchen, den 
Bestrebungen des genannten „Reform'vereins durch eine 
enttprecbendc Ablnderung dec Gielteettels n Hilfe lu 
k«mneB,d.b.fewitse eigenartlceBuctaMben MadUcaniren 
im Sinne dar Valdbambaebcr Ralbnner tn din «neueste" 
dentsGbeDnickschrlftipTKbeelniaflibren. Diese Anregung 
stellte Herr Smatian in eine Parallele mit dem Vunsche 
eines Lesers der .Kölnischen Volkszeitung", der durch eine 
fehU'fhult gedr-.jckle An/ei^e mit Jetn hygienisciicn ln>- 
pcrativ .Kanc, Mcn^^hi" (ütatt «Kaue, Mensch!*! geärgert 
war, die u von den n in der Fraktur durch Anbringungeines 
kleinen u-Bogens besser tu unierscbeidea. Der Verlag kam 
ancb dem Vtmaebe da* gelrgetten Leaers ineowait naeb, 
als er cImb grSKeren Sebrillsats »It dsr «igsdniMeB 
Kennteicbnuiig des u herstellen lieb nnd dann die Frage an 
die übrigen Leser der .Köln. Volkszeitung" knüpfte, ob sie 
mit einer solchen Neuerung einverstanden sein würden. 
Die Antworten müssen »ohi m ablehnendem Sinne ausRc 
fallen sein, denn der Versuch wurde nicht wiederholt. 
Übrigens sind derartige Versuche durchaus nicht nur eine 
Erscbeinnngder Neü2Cit,denn schon MWericA Hein« madue 
aelneni Verlar Cmv« anr Pilcbt. die 1 und diej Is der 
Prabtnr, die sieh bckaudhA diireh niekit uatmeheideB, 
darcb einen kleinen Querstrich beim J kenntlicb zu mseben. 
Else nur gcrinuc tJnferschctduriK findet sich auch heim 
Versal C und E in der hriiklur. worüber ;um:il die Lehrer 
an den \'olksschulen Klagelieder anstimmen, da es schwer 
bilt, den kleinen ABC- Schützen das geringe Unter- 
scheidungsmerkmal klar zu machen. Abgesehen von sol- 
chen Kieinifkvlten ist es jedocii ein Cebot der dringendsten 
N«twead{glwlt,d{e devtseheReehltebrelbuagaMaidiBt ela- 
beiflich zu gestalten unter Vermeidimg JagHebfr ndlbniM 
Utngestaltung der gegenwärtig im Gebrauch bellndllcben 
.aratlichen* Rechtschreibung nach PUftium/r'schen Grund- 
sltzcn. Indem Herr Naefer diesen Standpunk! in der De- 
batte betonte, wies er mit Recht darauf hin, dass es hierin 
bei uns in Deutschland &o lange nicht besser werden würde, 
als die Regeln dafür nur vom grünen Tische aus erlassen 
würden. In Frankreich x. B. sei daa Sache der Akademie 
der Wtoaensäuflea, die aHndig datfiber waebe, dl» Ikm« 
(bsiscbe Sehriftapnicbe v«a Eigannilcbflghalten und Miaa» 
bilduBgen frei su halten. Mttge sieh Deutschland an Frank- 
reich ein Vorbild nehmen. 

Am Sonnabend, den 16. Mär^. und Snnni^ie, den 17. März 
hatte die »Typograjibische Gesellschaft" eine .Ausstellung 
von Schülerarbeilen der Fachklassc lürTypographen an der 
Ersten Berliner Handwcrkerschule veranstaltet, d. h. sie 
bane eine reichbaltige Sammlung von Scb&lersibeitea aus- 
gelegt, die nicht etwa »im Zwecke der Anssteiluag ange- 
fertfgt waren, sondern seit dem Hallthrfgen Bestehen 
der FaehUaiM ate eia Beweis voa der Dsruchreitenden 
Leistnagsllbigkelt der Schlier aalbewahrr wurden. Herr 



Ki<nit:fr. als Varsil/ender der Typographischen Gesell- 
schart, eröffnete die Ausstellung mit einem einleitenden 
VrjrlriiK. in welchem er ein Bild der F.ntwickelung in der 
Technik des Buchdrucks und seiner Hilfsmiticl während 
der lotsten SO Jahre entrollte. Besonders in den seit der 
Errtcluiug des Deulsehen Reiches verflosaeaen drei Jahr» 
sehnten habe sich nicht nur daa fBr die SataberateHvag be- 
stimmte Material in der mtnnlgilBcben Veise vermehrt, 
sondern sei auch verschiedenen sich unabllssig indernden 
Ge sc hrriaeksri eh tiingen unterworfen (-cwcscn.so dass selbst 
beute noch nicht von einem reinen abgeklSnen Stil die 
Rede sein könne. In Ihnlicher Weise verhalte es sich mit 
den DnackTcrlsbren. Die Stereotypie, Calvanopllktik, 
ZiaUUcwHg ttiid Iflagpt aach die manaigRichea photo^ 
graphischen ReprodaktionsvetfkbreA babea daa Drucker 
vor ganz neue Aufgaben gestellt, neben denen er aaeb aeeh 
die EntWickelung der verschiedenen Maschinen Kr lllü- 
strations', Zweifarben, und Rotationsdruck aufmerksam ver- 
folgen müsse. .Angesicliis einer solchen Fülle des Lern- 
stoffes ^ei es erklärlich, dass ein )ungcr Mann während der 
kurzen Lehrzeit denselben zu bewiltigen nicht im stände 
sei. Oeslialb bebe sich die Typograpblsctae Cesellscball 
seinerzeit c«acttloasea,durch Bn-icbtang einer FachUasae 
llr Typ«tv^haa» die aleh der Erstea Beilbiar Handwerker» 
schule angegliedert habe, den {Ongerea strehsenea Bach* 
druci 1^: ' i'^t-n Gelegenheit zu geben, sich in ihrem Fache 
auch iijvj. der Lehrzeit noch weiter auszubilden. DieseGe- 
Icßcnheit sei gern und in steiRcndcm Matte befiulit worden 
wie sich das aus der vorgeführten Ausstellung von Schüler- 
arbeiten und der stetig zunehmenden Schülerzahl ergebe. 
Dem Leiter der Schule, Herrn Direktor OJtua, wie such 
daa Lebfarn aa der Faehblaaae, den fUma B. i 
L^SÜUertinnH KünaUem und den HetteaJ 
Paxlmih,Jtthn, KrOger, Kalbe, Mtttt nad ffsaf als Fach- 
männern, gcbülirt dafür der aufrichtigste Dank. Am Sonn- 
lag hielt sodann Herr AUi^i' einen länReren Vortrag Oberdie 
Linrichtung. die Leh ritieihndc und Ziele der Fachklasse. 
Her rein theoretische Zeichenunterricht reiche für die 
Triivis nicht aus. Das Wesentlichste in der Behandlung 
eines PlianzeiMraaffleatB i. B. sei die Anpassung an eia« 
gagebeae FMcha ve« baaebtiakiam Uatlng, wie aia die 
^grapblaeha AaeMcn Uata. DaaMbwardaa^adcm 
Preihandzetchnefl das Skfssierea eoa Acddcncarbeltea, 
größeren ReVlamesachen, Vorsatzblittem u.s.» . geübt und 
auf diese \Xeise dcrSehuler nach und nach mit der gcsamfen 
modernen Buchausstattung vertraut gemacht. Unseren 
Druckern dagegen werde die korrekte Hersteilung der Zu- 
richtung der verschiedensten Illustrationen, das Mischea 
von Farben und die Farbengruppieruag gelehrt unter beson- 
derer Beiücksichtigang dea Drei- and VierRubandmcfces, 
dem sieb dann noch ein Unterricht im Baa dir ▼oncbl«- 
denen Maschinensysteme anschlfelle. Als Nebenrwelge 

finden ferner der Tunpiailcnschnitt in den verschic Jl n -['_■ ■ 
Materialien, die Stereotypie, Galvanoplastik . Zinkai. _ iij; 
u. s. w. Berücksichtigung, dem als Abschiuss des Unter- 
richts Vortrige über elektrische Anlagen, Papierkunde, 
Buchführaaginid Ccschkftsicitung folgen. Herr A'd/^c sprach 
die Homnanc aas, daas alcb die gageawinige FachUaaae 
IBr Typegraphen In nicht aHsutanger Zeit in elaer selb* 
stindigen Berliner Buchgewerbeschule ausgestalten mdge. 
Die Ausstellung war an beiden Tagen aus allen Kreisen des 
grapbiaeben Kunsigewefbes lebhaft beauefat nad es wurde 



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ARCHIV FOR BUCHGEVERBE W 



derWttiiscb rege, eine derirtiie Annieniiiig «ooZeitm 
Zeh IM wied«r||«l«ii. 
Die SiizuDg mn 2S.Mlrz bradrte einen Vortrag des Herrn 

J. Danz, lecbniscben Leiters der photomechanttchen Kunst- 
ansuit von Eduard Gaillard hierscibst, über den heutigen 
Stand Jcr Ktrproduklioiis-Phüiograptiic. Herr Dun.- ging in 
seinen Auslübrungen zurücli bis auf den Kriinder der Photo- 
graphie , den Franzosen Daguerre , nach desaen Tode Fox 
Talbot die Otguerreoiypie durch das KoUodiumvetfabrtn 
wmmiKeli w b — w wh TÜkmn VerMiren werde noch 
beute au Reproduktlonsiwecken der Benutzung von TTeekenp 
platten vorgezogen, da bei der lingeren Belichtungszettdie 
KollodiunipUttcn ein schürFires Negativ er^^e^en. Re/tii;- 
licll der Bcliclitunj; »erde in Jen Keprudukiionsanstaltcn 
jetzt fast ühcrall das elektrische Licht dem Tageslicht vor- 
gezogen, da letzteres zumal bei bedecktem Himmel zu vieler- 
lei Schwankungen unterworFcn sei. Hin weiterer Vorzug der 
KoUodiamplatten liege in der MdgUciUei^ dai NegatiT von 
der datylim atanhebeii und et unuudrdwn» dadnreh ei^ 
•ebeiM FioiIflT wieder lechisMilis; M 4ea Ttaehen» 
platten errelclit man dtes nur durch efne utnatlBdllelie An- 

u endung des Prismas. Herr fJanr unterstützte seinen sehr 
iii»truktiveil Vortrag durch emc reiclie Auswahl photo- 
graphischer Platten und deren Kopien, von »clclicn ciniRe 
Aufnahmen stark verkleinerter Gardtnenmuster besondere 
Erwibnung verdienen. Eingehender schildene sodann der 
Redner die Herstellung von Auiotypien unter Anveadnng 
des Rasters, irobei et tierrofliob, dsss bei der Auitaitatne 
|»ia*litelier Gegensiinde der Raster erst bei der swtilc» 
Aufnabme Anwendung flnde, die erste Aufnahme aber ohne 

Raster erfolge, um die l'einheilcti des Objekts in klnrcr und 
scharfer Wiedergabe herausiuholen. Nun würde aber selbst 
der geschickteste Pbotograph hilflos vor seinem Apparat 
stehen, wenn ihn nicht der Optiker mit seinen Erzeugnissen 
wiriuam unterttfitte. Da aei es denn anerkanntermaOen die 
deutacbe Optik, wetctw dt* phoiogrsphiaebe Kunst su der 
VoHkonmenlieit empoigelGbrt babe,dass Ihr gaos bedent* 
same Erfolge nicht nur auf wissenschaftlichem Gebiete, 
sondern auch in vielen Industriezweigen zu danken sind; 
auch die Biichdrtickerkunst gehöre da;u. Lebhafter Bei- 
fall bewies dem Herrn Vortragenden, dass er nicht nur 
Verstlndnis, sondern auch Inleiws* i»ei Sellien Zuhörern 
geAinden hatte. bn. 

StMtipM, Aut den i. Min abends wsna die Mitglieder 
des GraphUdun KMt sowie des StnttgarUr Ptiktmmh 
VtrelM eingeladen in eine« Vortrage «Ober Buch- mti 
Steindrucifarhcn", gehalten von Herrn Dr. Dum, Direktor 
der rühmlii-hst bekannten Farbenfabrik Kail i- Ehingtr in 
I'euerbjch-Slatipa'i. In Anbetracht des zeitgcmäflen The- 
mas hatten sich die Eingeladenen zahlreich eingefunden 
und lauschten mit Spannung den sehr interessanten und 
sachlicb getMlienen Auefilhrungan. ZnrErltuiemngaeina« 
Vortmgss hatte Redner auf zwei isngen TalWa In GUscib 
die vsfsehisdenenDniekliirbcasuiliiesiclIi^ sowohl iarahea 
Zustande, wie auch fertig iura Druek angeriebene, Hemer 
zeigte derselbe an vorgenommenen Experimenten, aus 
welchen Substanzen resp. Niederschlägen z. B. PrcuUisch- 



btstt, Chromgelb und Kremsorweiflg^ildet werden. Ober- 
rascfaead I6r die Zuhdrer waren die iWitleikHiies des Vor^ 
tragenden über die «egenaonten Anitlnflirben, welche, aus 

Teer gewonnen, gegenwärtig zu einer hohen Vollkommen- 
heit für den Ruch- und Steindruek gebrjielit worden s:nd. 
Auch die Ueliandlung der Farben in den verschiedenen 
graphischen Branchen erörterte Kedner in eingehender 
\Celse und hob besonders hervor die Norwendigkeit einer 
glekbmUigco Temperatur in den DmckersUen zur Er« 
lieluag eines guten Dnekes. An den ob lebhaltea Bcifiil 
aullgeiionMienen Vortrag sehicss sieh etnosohraursiiand* 
Dlsknulon. — Am 31. Mirt Huid die ordentliche General- 
VersamniUing ii:<. Graphischen Klub und zugleich die Feier 
des 2Uiahrigcn Stiftungsfestes statt. Der Vorsitzende, Herr 
h'rit:. gedachte in eingehender Weise der Aulgaben. welche 
der Klub sich bei seiner Gründung (am 3Ü. III. 1881) gestellt 
habe, unter Ausschluss aller nur lokales Interesse be- 
rührenden Fragen, lediglick die fichtechaiaehe Seite un- 
seies Beruilia su ihrtm Rseht« kftntm«N su lassen, um so 
fle Ausbildung ud dis Vlsiea |edcs Binieinen tu IBrdcf ■. 
Der Graphische Klub hat seiner Anfkabe naehn^mmen 

gesucht durch eine rcichhaltii; j R b'iothel; und sonstige 
bucligewerbliche Sammlungen, '*uULuch die Mitglieder mit 
den neuen Lrschcinungen stets auf dem Laufenden ge- 
blieben Sind, ferner durch periodisch abgehaltene Vor- 
trige und Ausstellungen, schließlich auch durch die Bcsuclle 
der Papier- und Farbenfabriken, Maschinenbsuanstatien, 
SehriflgieSereiefl u. a. w. und durch die verschiedenen 
Umerrichtskurse sowie durch die Preisausschreiben. Es 
kann somit der Graphische Klub mit BefHedIgung auf seine 

2üjährige Thätigkeit zurückblicken, welche sicher auch ein 
gui Teil beigetragen hat zu dem gegenwärtigen hohen 
künstlerischen Stand des Druckgewerbes in Stuttgart. Er 
wird auch fernerhin bestrebt sein, für die Weiterbildung 
und VenroUkommnung in gcwerblielion Kenntoisaon und 
Fihigkeiten seinor Mligmeder su sorgen. Daxu ist es aber 
notwendig, dass sich su den bisherigen Freunden und 
Gönnern recht viele auch wirklich im Vereinsinteresse 
thitige neue Hnden möchten. — Hierauf erstattete der 
Schriftführer Bericht ül>cr das abgelaufene Geschiftsiabr. 
Der Kecbcnscbaftsbericht lag gedruckt vor. Die Klubkassc 
schlicQi ab mit einem Vermögensstand von 287,43 M. Mit- 
gliederaahl am Schlüsse des Jahre« 1000: IdO. I>en fflona^ 
lieben Beitrag hoiisft man wi« hisber «tr » Pf. Bei Neif 
wähl des Voratnades wurde der bisheriie Ausschuss per 
Aedemsilon wiedergewihlt, an Stelle eines abgereisten 
Ausschusamitgliedes trat Herr Niethammer. Sodann er- 
innerte der Vorsitzende an den von 32 Teilnehmern be- 
suchten Unterricht für typographisches Zeichnen, unter 
Leitung des Malers und Zeichners Hcrrrs Jenneweia. Ferner 
wurden die Mitglieder aufgefordert, bei allen Ausstellungen 
aicb lablreicher und aUseit(gar au beteiligen, damit bei den 
HhweiUg MstrtndeBdea Ansingen tidit imnier dio gleichen 
Firnen veftrelen seien. Mit Vortea des Dnnkes fBr des 
Vertrauen, welchea die Mitglieder dem Geaamtausschnss 
bisher stets entgegengebracht hätten, .schloss der Vor- 
sitzende die 2U. ordentliche Generalversammlung. *,* 



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I»» 



mMummmmmmmmm, Archiv für BUCHGEWERBE amm 



Verschiedene Eingänge, Zeitschriften- und Bücherschau. 



• Eine HtttpttjteciiJiili der Kuuidruckerei £nul M«* 
4nA N^. i» U^fg tot bcfcMiotlicli die Pflege des kfintt- 
leriMbe»Oi«H)M-Nn4nickee. Zu wOtk h«t>»HM$tnu»mk 
«ie M hierin sebrackt liet bewelien tuBer eTner Reihe von 

Aii'.ichtspostl.jrtcn 'Lan Jsthaftcn \ on Jurclisciil.iscndcr 
Virkun^» «iic für Jt-n V^crlag von I-..A.St'fmd.in i/citsclirift 
für bildende Kun^t, Alti- V,t.■1^l^:r. I.iv finnig 1 und 
farbige Malerbuch» gedruckten Kunsibiiücr. Was hier vor 
allem in die Allgen füllt und unsere Bewunderung, unser 
StMines emgi, tsi die orientalische FarheiiKlut, welche 
hier mit Mir drei Dniclwn thattlcMieh in nicht in Uet^ 
treflltndcr W^ue erzieit wwdeii iat. Bemerkeneveit iet» 
das« bei allen die«efl Bildern, die tich auf den luOem 

und innern S^iiniucl. \on Bauwerk hc7ichcn. Jh- fcini-n 
linearen ZeictinuEigcii m Jt-i hc4hsiclu.»;rt:n UVisir radullos 
lur CeltunK, ohne Konlurpl.itti.'. kommen. NrIii minder 
zwingt der ausnahmslos in der ganten AuflaKc! feine 
Druck, das haarscharfe Aufeinanderpassen der Farbplatltll 
tur HocbacbtHni. Freilich mit ein gut Teil der Lorbeeren 
auch der betreuenden MaacbinenbawuMitalt zu. SImdiclie 
Rlittcr sind (je vier in einer Fora) Mif chwr AMOtypie» 
Schnellpre^isc von Hamm mit aatmnfllncA wirkenäern An- 
let;i\ipp,ir,iir KednieKt, m elcher jede etwaige Nachlissigkeii 
hrim HoKenanlcRcn ausnahmslos korrigiert. DemnUchst 
»ird die Firma auch naturalistisch gehaltene Ulumcnvor- 
lagen der Oifcntlichkeit übergeben, die an Naturwabrbcit 
ttnd duftigem Farbcnschmclz den Satz .Allel ICllOII dlge- 
Veten" virfcilch Lügen <u strafen acbeineik 

• SetznuueUi» Unatypt. Zu den vencMcdnnea Ldp> 
liger Druckereien, die den eisernen Kollegen in ihren 
Dienst gestellt haben, ist nunmehr auch die Firma CG. 
Ki'ili-r in I cip-if; Kelrcten. In der uns vorl ietiendt n kicintn 
BroÄ»:hürt »irJ ^c^ii^'-ermallcn ihr l'roKriimm entwickelt 
durch einen einlcnenden, anregend gesclirichcnen Text, der 
die victgepriesencn Vonuge des Seizmaschinensaiies vor 
den HeiMinatie skizziert, sowie durch eine grofie Anzahl 
PmliehnlMnMa ?on Werken verschiedeitsien Inhalte«. E« 
liegic nicht in unterer Aullabc nnd AMebt, in dieter lo 
viel bestrittenen schwierigen Frage ein endgOltiges Urteil 
abzugeben, und die Reniabllitit und Zweckmifiigkeit der 
Linotype in ihrer Anwendung /um Satze von Werken der 
vorgefütii'icii An ktiii»cli zu beleuchten. Wir beschrünken 
uns darauf, zu bemerken, dass das Hefichen mit vielem 
Ucschick und Geschmack «isammencestelli wurde und 
nnbesireitbsr den Zweck einer Tomelinieil Reklam« fBr die 
Herauageberifi vollauf eiflUIt. 

• Auf dem Cebieie dm Dreilirbendraekei ninml die 
Fitm»J.G.Selietter&Glesecke \n Leipzig mit die erste Stelle 
ein. Die» beweist wieder ein vor einiger Zeit versendetes 
Probcblait. das auf einer vierwaU:j;en .Windsbraut* S. E. 
mit einer Geschwindigkeit von Druck per Stunde in 
der Klausdruckerei hergestellt wurde und lünl herrliche 
Teppichmuster in einem ausnahmsweise grotSen Format 
enÄilt. Gerade mit diesem Beispiel wird gezeigt, dass 
diese Junge Kuntt der Chromolithographie weil fiberiegen 
lit. Es würde ein« sehr schwielige, aeitraubende und kost- 
spielige Arbeit für den Ulhograpfaen sein, einen Abdrudi 
in dieser Zartheit, Farbenpracht und Naturtreue herzu- 
sieiieu. Csnz besonders schfin Ist das Schwsri antgeftlleo. 



welches nicht immer durch das Obereinanderdnicken der 
drei Noratlllifben ertidi wird. Auch der violtttrata 
SdiiiBmer. der im allgemeinen allen OicilMcaAvcben 
tnhiftet und dieselben batt und knit ersdielne« llsst, 1« 

hier fast vermieden, ein besonders hervorzuhebend er grorier 
Vorzug; Man sollte hier mit Versuchen noch nicht inne- 
tulten und entweder Hot oder Uhiu etwjs brechen, oder 
die Farbcnfolge Gelb, Kot, Blau in Gctb, Blau. Kot ändern. 

K. 

• OeMamHtatakg von Karl Kraute in Ltifzig. In einem 
sehr handlichen Qucroktnvbaade lührt die renomotlem 
Maseblnenllibrik ihre tahlreiehes Ma^schinen von neuem 
vor und (iebt den Interettenien damit zuRicicii ein prak- 
tisches Mittet an die Hand, sich bei eintretendem Bc- 
darfc schnell /u orietltieren. Der Kiitalog umfassi die 
sämtlichen von der Firma gebauten Maschincnarten , » ie 
sie im ganzen m- und auslindischen Buchgewerbe in 
Wdieaiem MaQe bekanntlich verbreitet sind. Die Aus- 
stanung des Bande« ist eine sehr vornehm« und swcck- 
eattprechendc 

• Die MatdOiuitfitbrik Jokannitbett, lOebt, Font & 
Bokn Hachfiilger in Gmaenheim versandte vor kurzem eine 
in Plak jifririii gehaltene Drucliprobe aus Dreifarhendruclien 
und Autotypien bestehend, die als eine Uruckleistung aller- 
ersten Ranges bezeichnet werden muss. Das Rlatt soll in 
erster Linie die Verwendbarkeit der von der genannten 
Fabrik gebauten Autotypiedruck -Schnellpresse Nr. 7 für 
den liluttraiioAsdreck beweisen, dsaeben aber auch «in 
Bild geben von dem ttdetloten DmcktuslUI tetbct grBMcr 
und schwerster Bilderformen. Die schSne gleicbmlßige 
FIrbung der großen Fliehen Qberrascht bei dem großen, 
auf starkem Karton gedruckten Blatte ebenso wie d;is 
tadel'ose Register der prächtigen Drcirarbcndrucke , die 
auf dem Tahleau vorkommen. Den Druck besorgten Miis<'.i- 
^ch, KiffartH Co. in München, aus welcher Anstalt auch 
die wohlgelungcnen Platten stammen. -a-. 

• Durch einen unt vorilegeaden,torg|Uiighergesieiliea 
Prospekt bitngt tieb die Buehdraekurei <Mriätr Oruttert 
in Berlin bei ihren Ceschirtsfreunden in empfehlende an' 
genehme Erinnerung. Auf den einzelnen Selten werden 

uns Proben ihrer Leistungsfähigkeit auf dem Gebiete des 
Dreifarbendruckes und des Illustraiionsdruclies gegeben. 
Die F'rrna gehiii t /u jenen alten Of'H/inen. die «uf die tech- 
nische Vollkommenheit ihrer Urzeugaissc viel Wert legen; 
4lesB«sti«ben kommt auch in der TorllefendeBEmpreblrag 
guiuafMi tum Ausdruck. 

• Das OalMbergdtidtmal in iFini. Das Xomitt« aur Er- 
ricbtung eines Cutenbergdenkmals ia Tita bat aallssUcb 
der vor kurvem erfolgten Enthüllung des Standbildes eine 

gut ausgestattete Denkschrift herausgegeben , in der a'.les 
auf das Uiiltriitflimcn Bezügliche /iisammengt-fasst wurde. 
Das Heftchen giebt in knapper i urm eine Übersicht der 
neiOigcn Sammelihiiigkcit, die erforderlich war, um das 
schöne Denkmal zu stände bringen su können. -a-. 

0 lUiistrierte Getchklitt der Stadl Mäaeluit. Von Ftrdi- 
naaä Kronegg. Mfincbm iSOOk Konraiitsions-Veriag von 
Max Ketteren Ht^chkaaMaHg in 25 Lieferungen. Die 
unter demselben Titel und in gleichem Verlage erschie- 
none klcfaere Ausgabe dieses erscbSpfenden und lletliigen 



^ 148 «ft 



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mMMMMMMMMCM ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE mNMMMMMMMW 



GMCbicItttwerkes liegt nunmehr in .HrachiauntmItnniC 
vor mu, Zn Minam Voneil, deon dieselbe i« ebenn vie 
der Draek fron der bewihmn Boehdraekerei AniuX. Stitz 
recht gelungen. Zum Text iateine klare Korpus* 

fr^idtiir unj tum Vorwort, TItelnibrIken die Huppicht 
NouJcutsch von Gen^sih in München vcru'cndct worden. 
Der Buchsclimuck wurde von dem Münchener Meister 
Fr» Quidenus entworfen. Freilich ist oft, da die Initialen 
>u(|eich alt Ulmtraiioaen funktionieren sollen, die Schön- 
beit d«r Koluniie verieren CMWten. Aufierdem zieren 
das Werk noch «ine Menge voa lltaatraitonent Antoiypieo 
und Sirichitzungen von B. Otto In Münchm, die nicbtt 
zu wünschen übrig lassen. 

• Seue Piipktprobea von Btrih, Sife'imund in Leipzig. 
Im Anschluss an die von uns vor kurzem hc^protlKtuii 
Papierproben der gleichen Firma wosen wir heute auf eine 
soeben erschienene viefloilice Papierprobensammlung 
hin, die rollende Papienortea entbllt: ftülteo* Hadern* 
papler-Ersatt, gerippte nnd InitlcrM BOttonpnplere, Klllls^ 
druckpaplere und IllustraHviwdnHikpifiam. Unter dm 
reichen Inhalt beHndei sieb mancbe leltgemfOe fhipter* 
sorle; besonders uertlen die Büttcn-Prsat/papiere hei lU-r 
zunehmenden Vorliche für eigenartige, vornehme Aus- 
Stattung gute Aufnalime tinJcn. 

0 Das Licht uuä die Farben. Sechs V onrigc, gelialien 
im VoHshodlBebulverein München von Professor Dr. 
L. GtmUt. Mit 113 AbbUdungen. <.Aua Naiur und Geiates- 
well". Stmmlnag wttaenaelieMieh-gomoInTerslIndllcbor 
Dnratelimten aus allen Gebieten des VtaanM. 17. Blad- 



chen.) Verlag von B.G.rcitlN«rl«£«y»;%'. DSewVertiiie 
geben von den wiebti|»ton opHsehen Enätatwmcca sns, 
an* denen aie die Cesetxe des Liehlea herauszuifetieR und 
dadurch, schrittweise vom Einfacheren /um Kcimpü^.ier- 
teren fortschreitend, immer tiefer in JusU'esen dcsLithtes 
einzudringen suchen. Zuerst wird die scheinbar geriid- 
linige Ausbreitung, Zurückwerfung und Brechung des 
Lichtes, sowie das Wesen der Falben bebandelt und die 
für den Kflnsiler wichtigen Folgerengsa ans denselben ge- 
zogen. Sodana wird die Zeitegnng des Lietnes md die 
Mischung der Pnihen, die Absorption des Liefaico und die 
Emission farbiger Platnmen mit fhren weitreichenden Kon* 

Sequenzen hesproellen. Die Frjgc na;;h der Natur der 
Seifenbiiisenfarhen leitet zur f"inrührui;g in Jie ^X■'elIetl■ 
natur des Liehres, die müsiit-'h^t klargestellt und durch 
Besprechung der möglichen Einwündc und durch Behand- 
lung der Bcugungserseheimiflcen gestützt und gesichert 
wird. FOr uns am iatereaaanieaten iat der Abschnitt PbotO' 
graphle» In welchem la^amidere die Photographie der 
natirildieR PMhen (DreiCarbendnidt) und die in natür- 
lichen Farben ausfObrlicb behandelt wird. Zum Schluss 
w ird das Licht als eine in Ja» große Gebiet der Elektricität 
gehdrcnde Erscheinung erklärt. Der Verfasser, eine Auto- 
rität auf seinem Gebiet, setzt in dicseiti vurklicl) pupuUr 
geschriebenen Buche liemerlei speciclle Kenntnisse voraus, 
weshalb sich etae Anschaffung auch für Laien, weiche Aber 
diesea intoressaate Thema in kuuen Worten Anftllraiig 
SB haben wfiaadwa, cmptehlL 



Zeitungsschau. 



• Atlgfmfiner Anzeiger für Dndurtlm. Nr. B u. II. 
Aus alter Zeit (A. Botrrketi. Nr. 12. Neuermittelte Guten- 
bcrgstitten Borrrlc«). Nr.l4u.l&. Beitrige zur Buch- 
druckcrgeschichte der Freien md Haasasttdt Hamburg 
{Outtav Heinke). 

# Archives de l'lmfrimtrie. MIn-H. Die Zeiehauag ia 
der Typographie. 

• Arehipa dt te SoeUU 4cs ColfcirtAwa«ira d^Ex-UMt. 
Nr. 2. Jean Numa Dasi I« Vacher do BoiavUlc Ex-tihrls 
und Elnbandstempet des Msrsehall« de Mailleboia. 

♦ Cr,iphisihi-i Rfithiithti'r. H. 3. Die BuchdiUkkei- 
dcpoäiiion in alter Zeit {Stefan Steialeini. H. S. Der mo- 
derne Titelsan. H. 0^ Die Praxis des AccldeassaKcs: Die 
Adresskarte. 

• La Bihliofilia. H. II 12. Über ein Exemplar von: De 
cbrisiinna ReiigioBe von MarsiÜo Ficino <C. lIosl<vno). 

• na Bes* Jtodlt^Ptafes. Nr. 4. Ober ExHibrls (/nmes 
Guthrie). Ober Handkolorierung (Ofbier BafJk). 

♦ Österreichisch-Ungarische Buchdruekerzeitang. Nr. !4. 
Setziniischinensiatistik- 

# Uai liuihficittrtuf. Nr. (i. Der Mu!>ie.''iu>tausch des 
Deutschen Buchgewerbevereins. Nr. 7. Die Nacbbildoag 
von l*hoiographien auf Postkarten {Fritt Hanstn^. 

# TyftF'pUtshs JakrNUhtr. H. 3. Ein Voit über 
moderae Scfailikea. 

• Ex-UM$, Zeitaehrift Ar Biichertcichca. Nr. I. Ex* 



librfa der KdnWn Viktoria von Engtand. Die Ex-libris* 

Ausstellung in Antwerpen. 

• L'lmprimerie. Nr. 640. Der Bucheinband bis zur 
Pariser Ausstellung (Em. Jlnayaai)^ Nr.64l, Das Buch im 
Jahre 1900 {Lequatre). 

0 Journal fär Buchdrackerkunst. Nr. 6. Ein Portrit is 
einer Linie (O.Si;Aio(/kr). Nr. 7. Die lilusiratlOBSWUt (Ifuns 
fiakewn). Nr. ft. Das Papiciseld des Deutsdwa Raiehe«. 
Nr. 12. Der DlreiMr der Staaiadruefcerei in Viea. Nr. 13. 
Moderne Druckmaachinen, II (Otto SeUoUui. 

• Thr Journtit »f ihe Ex-Iihris StMiütfy. H. 1. Elfiibris 
von Ärzten |(j<.-uz^^ C. Heacheyt. 

• Kunst für Alte. H. Ii. Otto Greiner (Jutius Vogel). 

• Freie Künste. Nr. 5. Die Asphaltätzung (Jh. Sebald). 
Imitationen durch lithographiacheu Druck. Nr. 6. Über 
da» Ätzen der Steine (Xor/ICnaqNBAM). Nr. 7* DieAaphall- 
■tnidtin.S«lwld). 

• Selunlter OmpUich* MMeUmgm. Nr. 11. Tlielsatz 
im Englischen. Nr. 12, 13 und 14k Ober liiere und neuere 
nuchaus.stattunK Kirchhof^, Nr. lA. Di« modcnc Rieh. 

lung in der Aceidcn/prassis. 

0 üeutst lu- l'.ififi:i'itiing. Nr. 12. 16 und 1!». Buchdruck 
und Buchschmuck alter Meister Dr. ijoh. Lutktr). Nr. 15. 
Der Buchbinder als Gcschiftsmann. Nr. 23b Moderne 
Bucheinbinde i£d. Gna^rK Nr.X. Mustersustausch des 
Buehgeweitevereias. Nr.31. Eagl.VafldkaIeBderfflr 11102. 



MI 149 Wh 



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mMfwmmmMmmmm ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE w 



• AmMt. F«hruraiuiuter. Chtot (IfujiMHUUM). KOntt- 
leriscbe BuehunlpMi in Aneifta iNyoH)- 

• Vu Ammtietm Prtttler. Nr. S. Oberlicht Obtr dit 

Druckerkunst des 19. Jahrhunderts {Th.de VUiuulf. Nr.flL 
Kombinationen im Druckgewerbe (Brewnler), 

• rA<f SritiiJk Prixttr. Nr. IS. Druck tn Indien {Otoigsi 

CecU). 

• TAe /fi/a/Tii Printer. Fefcruftflieft. OberKorrekiurlesen 
iHonut TeaUi. Miritacft. Ober KQndttiiri«MQ {Horac* 
Ttatti. Dekorttive Zeichniiniea von WlUiemJanUui. 

• AvywifMHia. H.VI. Deutceblmd ■laVcItauastcliuBt»- 
Icod. ItiiiMpItttik. 

• Ratggbw, Nr. & Der Buelidruckerei-GroBbetrieb und 



Mine iNlngcl {Albert Pttri}. Nr. 7. Die EntwicUanK des 
ZdtunfiveMn« Bierwirlkl. 

• RcMic des Am graphlqaet. Nr. 400. Des Leben und 

die Werke des Buchdruckers Hrederic Mord (AtelBIUjpeM). 
Die Zeitungskorrektoren {Paul Bluysen), 

• ihc Studio. Nr.flBk Feibite Anuo|*n in Frenkreich 
{Gabriel Mourey}. 

• Zeitschrift für Bücherfreunde. H. 12. Zur Geschichie 
der neueren Deutecben ICariketar {Georg M«ma«a). H. I. 
Gedracfcie spanlectae Ablaetbriele der Inknnebelselt ^of. 
Dr. HMer). 

• Zeüsckrift für ReproimMmtieauac H.3. Stcinptpicr 
(f. Het$^ Die Lelptlger Tandemiisier (EnttfSeaMMr). 



9^9^ 0^ <9^CP^ ^VCV^ ^^CF^ 9^C^^ C^^C^ ^^0^.«^^^^ ^^^V ^^0<^ 0^ 

Mannigfaltiges. 



Geschäftliches. 

• L'ntfr Jcr rirniii Kiin\liin-.liil! /•'ir '/ialt^^tafhit' Heit- 
mann b Pret^xik haben die Herren trnsr Hciimunn iinJ 
Bernhard Prel:seh in Leipzig-R., GutenhcrKstralii; 7, ein 
chemigraphisches Atelier erricbiet, das sieb speciell mit 
der Herstellung von Autotypien, Dfeihrbendnick und 
Zinkofrephle beschifkiBcn vlrd. 

• Die bekannte PIrme für srepliitche KuntiBrM4*MiMir, 
Simhart & Co. in MOnehen hat In IMswiMw/-OtorlM»el 
eine Zweigniederlassung eröffnet. 

• Der bisherige Vorstand der k. k. Direktion der Staats- 
schulden, Herr Hofrat Ernfsi Ounglbtiuer ist /um Direktor 
der kl k. Huf* und Staatsdruckerei in Wie» ernennt werden. 

VermiselitM. 

• In Editael des Deuisehen Buehfcweibemuaeunis hst 
«ir Zeit der im Dienste derBnclwnaatsttnngae CTtolgreich 
iMiige Leipziger KOflstler R.Gtünm (Tergl. Archiv, Jebrg. 
im. s. 4<>ii (.'ine stattliche Reihe seiner «rlginellen 

Stlioprungen aus. gts teilt. 

• Am iL. April beehrten die Lcip/if;er RatimitKlieder in 

corpcir« 4ä» neuis;:hc i^uchgewerbehaus mit einem offi- 
ziellen, lingeren Besueti. 

• Im Oeutscben Bucbgewerbebsus waren unHniM die 
GesellenstBefce der Bucbdmeker nnd Buehbinder, sowie 
dl« PtUnngsarbeiten der BtttfadmckeflebniieiBlt to Leipeig 
MIenflIch ausgestellt und erfreuten sich eTnes ungemein 
zahlreichen Be^.uchs. 

• Ott Hfüh.Mlrui lit-rci ist itn StaatshaushaltunK"^^ or^ehlag 
für 1001 rti:l cMier Ruslfu E-.iirutirnr von 7 777 (XW M. und 
einem Übcrscliuss von 21ti3349M. eingestellt. Es sind 
wiederum Ervciierintgsbauten sowie ferner eine Vermeh- 
rang dee eisismlftifcn Beamteapersenals in Ansals ge- 
bracht worden. Zur AnscbsHtong neuer und Veibesseniiie 
aller Masebloea sind 40M0 M. voiyaoehen. 

• Ae&aoMrftnrfMi Wilhelm Woetlmers Schriftgießerei in 
Berlin. F'iige^inii^en *.uen \o:i 21^ Ein^endern: 482 Ent- 
würfe, nimlich.^ kntwürfe tür Wettbewerb I und 128 Ent- 
würfe für \Cctibewerb II. Wegen versplielai EIngsngS 
wurden drei Entwürfe zurückgewiesen. 

Das Preisgericht, bestehend aus den Herren Theodor 
OtuM, FeclisGhriftsteller in Stuttgart; Dr. Atter Jetten^ 
Direktor der Bihllodiek des Kgl. Kunslgswcrbe-Muaeums 



in Berlin; Prüm Taesekner, Betriebsinspektor in der Reichs- 
dfuckerel in Berlin; Di. f inliiif^ Will^munn , i. F. Breit- 
».ijpr & Hirtel, I.Vorsteher des Deutsehen Buchgewerbe- 
vereins in l-i ipiig; sowie von der aIls^^chreibenden Firma 
die Herren Emil Borchardt, i. F. Wilhelm WoeUmers Scbrift- 
gieacrci. Berlin ; C. Kulbe, Faktor im Haosc Vllbelm VoelN 
mers Scbriltgic&erei, Berlin, erkanaie eiasiimmig: 
If efftenurr* l: Reklame- und Itueratwekrift. 

t Preis. 700 M. Motto: „Deutsch". Einsender: August 
Olaser, Kunstmaler und Zeichner, München, Schiller- 
strai)e2i:i . II. Preis. 500 M. Motto. „Fxpress". Einsen- 
der: Max i}ut;auer, Kunstmaler, Leipzig, äalomonstr. 18. 
III. Preis. 300 M. Motto : .Zweck". Einsender 0<ro^|loiiM<, 
ttucbdruckereifaktor, Magdekttrg, Leipxigerstr. lA. 
Weltbewrblh Ciik^arutkrifl hg^. 

1. Preis. SM M. Motto: .Scbsnn auf ▼elB, WeW auf 
Schwarz*. Einsender r Mojt Bienert, Kunsttewcrbler, Ores- 
den-S., BürKcrsir. .TOp. II. Preis. 4O0 .M. Moitn; .Nike". 
F.insender: Hun.s It'u/}', K nriÄtiiiiilcr, DrfaJt-n, Struvestr.7 IV. 
III Preis. ,M. .Motto: .Zierlich". Einsender: MdX 
Outzauer, Kunstmaler, Leipzig, Salomonsir. 18. 

• Aufruf zur Förderung der Gutenberg -Stube im Hiiio- 
rüchen Muteum tu Bern. Seit einiger Zeit ist im Beraer 
HIsteitochea Museum, behulkErhsltung alter Buchdrueker. 
GerUscbaltsA imd Buchdmcfc'BmMignisae alter Art;, eine 
segentnnte „Gutenberg-Slube* Installiert worden. Veran- 
lassung d.tzu ^ah die letztes Jahr so schön verlaufene 
„GuIenherg-AiissielUmg". Die Festkommission hat die 
L.'luTzeiii;uns fievionnen, Jass es hohe Zeit sei, die alten 
Buchdruck-Gerätschaften und Werkzeuge, wie «le teils 
JahrlMliMleftelang in fast unveränderter Form in Gebrancli 
waren, lu sammeln. Bereits sind die cur »GulenbeiS'Att»» 
Stellung" Bbergebenen Gegensllnde iQr die «Gutenbeig- 
Stabe* zugesichert und dort untergebracht worden. Ss 
gicbt aber noch viele Sftere Bucbdruckereien, die ebenhils 
im Falle wären, nii; solchem Material (Winkelhaken, Tcnakel, 
Holzschiffe, Ltnicnhcibcl, Druckerballcn, Schlieiirahmen, 
Punkturen, Handgießmaschinen u. s. w.) diese Sammlung 
zu bereichern. Die bestellte Kommission erlaubt sieb da- 
her alle diejenigen, die über alte, nicht mehr benuOte 
Buchdrucker- wie Schriltgiellerei-Gertischaflenund-Verk- 
zeuge verfügen, hdilictiat ebisHlsden, solche doa aeuen 



•iat 150 



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'mmmmmM'M'M>m/M^ ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE ararararwararwararar 



Institut schenkungsweise 2u überlassen. Adresse für freund- 
liche Zusendungen: „Guienberg-Siube, Historisches Mu- 
seum, Bern". — Zum voraus besten Dank! 

• In der Konkursmasse des Warenhauses Helffi in lMp:ig 
konnte man ein .Neues bürgerliches Kochbuch, Dresden, 
Verlag von Max Fiichef (383 Seiten Text mit gepresstem 
Einband und Golddruck) in neuem tadellosen Zustande um 
38 Pfennige erstehen. Gott schütze die Kunst! 

• Die Maschinenfabrik von J. G. Sckeller & Giesecke in 
Leipzig hat einen Walzenstinder für Schnellpressen in 
6 Größen anfertigen lassen, dessen höchst zweckmiQige 
Anordnung aus der Abbildung zur Genüge hervorgeht. 

• Von Interesse für 
jeden Setzmaschinen- 

betrieb dürfte das 

Kistenabonnement 

für Setzmaschinen- 
metalle sein, welches 

das Kempewerk in 
Nürnberg für Reini- 
gungszwecke einge- 
rührt hat. ,^ahlreich 
sind die Anfragen," so 
heißt es in dem Ver- 
sandschreiben, .wel- 
che bei uns über die 
richtige, zuverlissig- 
ste und sparsamste 
Reinigung des Setz- 

maschinenmetalles 

einlaufen, ein Zei- 
chen, dass hier eine 
Lücke vorhanden ist. 
Um diese Lücke in- 
nerhalb eines neuen 
Zweiges der graphi- 
schen Künste auszu- 
füllen, haben wir uns 
entschlossen, ein Kis- 
tenabonnement zur 
Reinigung derSetzmaschinenmetalle einzuführen, das allen 
Seizmaschinenbcsitzern zuginglich ist, egal, woher das 
Setzmaschinenmeiall bezogen wurde. Ein solches Kisten- 
abonncmcnt kann zu jeder Zeit genommen werden.* Der 
Abonnent verlangt lediglich die Zusendung einer leeren 
Vcrschlusskistefür 100 Kilo Metallinhalt. Diese Verschluss- 
kiste geht von Nürnberg, mit Sicherhcitsschloss versehen, 
ab. und der Abonnent erhält einen Schlüssel mit der Post 
zugesandt. Diese Kiste wird mit der ersten Melallsendung 
kostenfreies Eigentum des Abonnenten. Die Kiste wird 
vom Absender mit verdorbenem Setzmaschinenmetall ge- 
füllt, der Frachtbrief mit jener Kistensignatur versehen, 
welche sich auf der Kiste befindet, und an das Kempewerk 
Nürnberg Nordostbahnhof verladen. Jeder Abonnent erhJlf 
eine Anzahl vorgedruckter Stationszettcl zurumstandslosen 
Bedienung. Das .Metall wird in Nürnberg sofort sachgemiQ 
gereinigt, unbedingt kritzfrei auflcgiert und Zug um Zug 
zurückgesandt. Das Reinigen und Legieren kostet für hun- 
dert Kilo zwanzig Mark. Betriebe, welche mehr als hundert 
Kilo Metall reinigen lassen, verlangen mehr wie eine Kiste, 
denn es empfiehlt sich der starken Belastung wegen nicht, 
Kisten mit mehr als hundert Kilo Inhalt auszuwechseln. 




Das Reinigen und Auflegieren von Stereotypiemetall wird 
ebenfalls zum Preise von zwanzig Mark für hundert Kilo 
vom Kempewerk übernommen, doch wird das Stereotypie- 
meiall vom Abonnenten offen verschickt und zwar in mög- 
lichst großen Platten. 

• Die älteste Zeitung der Welt. Die .Pekinger Zeitung', 
«'eiche seit 7S0Jahren fast ununterbrochen erschienen ist, 
wird seitdem Boxcraufatand im Juni vorigenjahres schein- 
bar nur unter großen Schwierigkeiten veröffentlicht. Es 
giebt nur sehr wenige Exemplare der Zeitung aus diesen 
unruhigen Tagen noch, weil die Boxer es sich angelegen 
sein ließen, alle Drucksachen, die ihnen feindliche Edikte 
und Berichte enthielten, zu vernichten, und sogar so weit 
gingen, die Drucker der sie bekimpfenden Artikel zu ent- 
haupten, wenn sie ihrer habhaft werden konnten. Infolge- 
dessen wurde die .Pekinger Zeitung* für eine kurze Zeit 
heimlich gedruckt. Nach der Flucht des Kaiserlichen Hofes 
wurde das Erscheinen der Zeitung überhaupt eingestellt. 
Obwohl ein Teil der Redaktion mutig dem Hofe bis nach 
T'aiynan folgte, wurden ihre Dienste doch nicht in Anspruch 
genommen. Indes sind einige Mitglieder der früheren Re- 
daktion jetzt nach Peking zurückgekehrt und haben sich 
unter den Schutz der amerikanischen Milltirbehörden ge- 
stellt. Die .Zeitung der Hauptstadt*, wie die chinesischen 
Charaktere wörtlich heißen, Ist 1 1.10 oder noch ef«'as früher 
von der Sung-Dynastle gegründet worden. Der Kaiser Kao 
Tsung machte die Stadt Hancho zur Landeshauptstadt. Vor- 
her gehörte dieselbe seinem Vorgänger, welcher aus seiner 
Hauptstadl Kaltinefu durch die Mongolen der Yuen-Dynastie 
vertrieben war, die damals ganz China bis zu den nörd- 
lichen Ufern des Yangtse-Flusses besetzt hatten. Nach dem 
Erlöschen der Sung-Dynastle brachten die Mongolen die 
.Zeltung* nach ihrer Hauptstadt Peking. Die Yuen-Dynastie 
wurde nach 90 Jahren durch den .Monk*-Kaiser Hung Vu, 
den Begründer der Ming-Dynastle, Im Jahre l.%8 gestürzt. 
Kurze Zeit darauf wurde die .Pekinger Zeitung* nach der 
neuen Landeshauptstadt Nanking verlegt, aber im Jahre 
1403 bereits wiederum nach Peking zurückgebracht, das 
nach der Thronbesteigung des Usurpators Yung Lo, des 
Onkels des rechtmäßigen Kaisers Chlcn W4n wieder zur 
Hauptstadt des Landes gemacht wurde. Seit diesem Jahre 
erschien die .Zeitung* 2' '(Jahrhunderte hindurch bis zum 
Jahre t62A ununterbrochen, bis der letzte Kaiser der Ming- 
Dynastie Ch'ung Chin bei der Ankunft der Mandschus 
Selbstmord durch Erhängen verübte. Die Verwirrungen, die 
naturgemäß der Wechsel der Dynastie mit sich brachte, 
verursachten eine Stockung von einigen Monaten im Er- 
scheinen der Zeitung. Mit der Thronbesteigung des ersten 
Kaisers der Mandschu-Dynastie, Shun Chih, Im Jahre 1644, 
wurde das Erscheinen der .Zeitung" wieder aufgenommen 
und andauernd bis zum vorigen Jahre fortgesetzt, wo es 
durch die Boxerunruhen unterbrochen wurde. Es Ist be- 
zelchnend,dass In der TSOjährlgcn Geschichte der. Zeitung* 
jede Unterbrechung ihres Erscheinens das Vorspiel zur 
Einsetzung einer neuen Dynastie gebildet hat. Wird das auch 
jetzt wieder zutreffen? (Aus der von Kisak Tamai [eines 
gebornenjapancrs] redigierten Monatsschrift Oj/osiVn, Ber- 
lin S.W. 46, die jetzt mit Nr. 37 Ihren 4. Jahrgang begonnen 
hat. Wir könnten dieselbe allen, welche sich für ostasia- 
llschcs Kulturleben interessieren oder mit Ostasien in ge- 
schäftliche Beziehung treten wollen, nur aufs wärmste an- 
empfehlen.) 



151 «ä» 



ARCHIV FOR BUCHGEWERBE 



Intult des 4. Hefto«. 
BeliantfluehMflCi — Du deuMche Buchcewerbe auf 4er 
PuiMr VclnttMialliiiic. Pllegsehiflea de« DemMben 
BacbfewerbrveKins. Verzeichnis von Personen und 
FIrmea, die im Min 1901 dem Deutschen Buchgewerbe- 
muscum Schenkungen ll^cnkltSL■^ hjhcn. — Altert- Bunt- 
papiere. Die Ma«chin«i)au>»i«Uung im Ucutätticn üuch- 
Kcwcrbchause. Zeichenitünstler im Dienste der graphi- 
scIieDKuiut. OieUtbographtcalsKunu. Ow Register 
bei den Zweltourefl-MMcbiaen, InieriiUioiialer Miuier* 
■uMuseb. — ftie rcvi»luti«iiiereiide Moderne im Tltelsatz. 
— Petentweten, neue Erflodungen und Verbeueningen. 

Aus den graphischen Vereinigungen. Verschiedene 
Eingänge, Zeitschriften- und Büchcr&cbau. Zciiungs- 
schM. MMinlgltelticet. — II Bdtagt». 



BnMCttedlagnigMi fttr 4aa Archiv u. w. 

frif^riitl: In 12 MMiKlwfkcn. Für kampleai LMhram, taikaM* 

Jcr« roilitaititie Bfiiagfn, kinn aur den voy gl Mt a t a a a ^a> j liaftli 

Prrn: M i: . ■■r.t.r KrruihanJ ilirrlit M. I3JV, Mtk MlfWlMlHklB 

l^nätrn M. H.Mh riniclnummcr« M. 
Am:rtKtn: Prrif der drciRr«p«ltc-n<n Pctllrolr <Hlct tSrrta Hsura fDr Jli! 

glititr [Hult^hcn bu<;hKcwcrtK-vc«vlaft 25 Pf., flir .VfcAfmifjEflrJr' 
pr. Slclleninu^he flir Mlt||lle<lrr und NIcKtmltflMtr IS Pf. ftf «c 

ilrtigcipilKo« Peiilicilc Bciricc nr AbUnivk n MklM. AI* BMif 

eiiMB Auiackalmi MnMV V«ftta|M acini Va i göMm **■ 

V/wArif/fi von MttHiiüdleen S^brl/tticOcrrl ErzruKTitkim können Im IoIuIk 
oder 4ur Jen Bcildrcn at>KrJruck( «-cnl<ii. Dir Bc/ucH^''^"* Hen* 
heilen %rnJcn twt Aitfr«ct' <lur\-h die Gc^hiftMiclJc dn Deutsches 
Buch|(e-««-rh<t crcin« uncniKcIrlkt) uad bereJnlEUitst tnicitrieilt. 




Die Beilagen . If l n t r .u i < > n ri 
uad Satzproben zum 4. Heft 
dM AmIiIv für I 



Zuvontersi htbcn «ir eiwf an« PI«timiTiKtI t*c 

uaJ Jer dem ^ofit<n Hefi b*igcgcb«nea IllüKini 
lioncn uad Beilagen tanfuhrJiwhcr 7U Rrdcnken. 

Dit KiMatft der t« dtcat« Hrflc nhcr 
druclu«») vunlM ««• v*n 4c« Herven VrrUccr« 

Jl, Ami » €m„ Ctüfg* Btü 0- Sotm uui4trQa* 
/bnf XlWmiitv Ams» tMJtoi*: CMaMc*«» 

rtf : dem M^lrr fi^As und dem Cimteuttrm \'tr- 
lag In Bertim, der fc. ^f■■'f ü-J ^' j ftJfuct/r** 
In Wir«, dem Si'iabw^Hr'l. > i nJ der \«r- 

JCUmirfl Co. In Frankfan a. M. in anci 
•cneiiicr Wgik freundlichst yberUiuea. 

DI» Pb ai oy vtr» vm «m l^fffvM^fM 
iftfltv» I* Nfttflkm (liepHiduMM «hitr fta- 

4]rrunK von Chodowircki, na*;b einem Negativ von 
j, B. O^frntttfr in Mlinfhen) bat Im Te<tt fcch^n 
Ihre Vürdiit^Bp x r^ii^rrn U'ir |El>ut>cn unisrn 
Lcaeri) »chtildSi: ji »n-i niF dir I'ruvcni««« df» 
difu »crwcfvdeien (^'«pwr» aus der Srmtm Papitr- 
Manu faktur. St r äff ^ arg- ttapfrfh fitiu hLniMvelsen. 
4u deum Priiii*i|Baliiäl i% wcaanUkli zur Vir- 



IM« pbowHilMinf kbclie Belliae — clae Kvlwiwe 

•IM dem Collcc«Hi«an Macnitcti, Fjrwrr, E«» 
UbKtr , I« dem Au^att Gbvr dk UrKr»ehkhic 
de» Noicndruk'kn. «unle unn aus der heKiAchrin 
UcH Hauses C. 0. Röder. Lnpiig, IMNi, welche 
aulfor d«r <j<«chlchtt der Firma die auiKeieichneu. 
füll vorfr^fflK-hca f aktlniil«« illwitricric Studie 
Ür. ffirmaftN« ^bcr Naienscbhfl und N«tsndni«k 



Irlirfnuttttilii» Ml 4tf OMllB J 
tthm IMM tat MMr C>ebi 4%f •rttintrsd* 

Artikel AUS der Feder ones ereilen Fachmannes 
«usfuhrlJchcn AuNcSlu». 

r>;r Vi<rfirt>cndn(ck iPti<tic>5nphit und Dnat-k 

itiCi'i) t»t%tlihi frellkh i^hr durch «ein Sujet, 
allein auch dk HeraccIlunK der F■r^pl■lteB wie 4er 
cukic Druck celbd Ua«<ii abselut nit;N> zu 



v.heB. Wir W i n* 4$f f^rm Mf Cliek vi*- 
^Mm^ 4mm fai%tm4mck h Hir ^ngnmm 
a»n*M«il hibn. 
Die I« H«ft 2 «clMii in A«t«Mi «ntrilif M- 

lt(jc. «ckKe die uhfiitit. criiOc Drutkfabiiktli Jer 
l.iMt AHch<Ti Oliuloid • Klis>:hees th«ts«i:hljk:h bc 
»elaeti »ikIic. ««rrn »ir in drr «ni^cnehmen Laer 
untern Lesern in Hefi .1 tu ieiifca, um liimcn 
(»eLrCtolieil tm fctKii, st^h lelbii von der U'«hr- 
heN 4tr MlMpIttfic durch A«BiMohfflB [H»tri««|tn 
<u Main« Vm dncr ZinkMioiypIe UV^'vN«*» 

I« Acf JUwNcktn Aatuli UKtRenrgi «»d danur 

von elaera dcrurthrn IW Tsuvad AKdfCiAc (hcl 
Fiubfr^ Witlig) in der fc«6hnikhea Auflage her 
crMcIlr SodAnn «runden \on i:rv.:Tn Klischrr 
luntcni xuummrn mli dem n--. ii -\-:>- -'^ Druck 
vmcndetcB (ofecn) cIk« «eitere .iUU> Abdrucke 
imadil ^cHcnfalls bei Huhrr ^ W'ilfrjrK «vkha 
«Mcre bcUaca WIdn. D«mi< ia4 die bcdcuicad« 
UlMuaBil|lMfthclv«erCdliil04MII«vllM«tev»M<»» 
IMUch diffta de «lebt «Bmwlte« Dradt «4e etva 
^utoiypicn ftu»ccMlti »rnirn. Sihon «tll *(< die 
Farbe iedenfall« Kc^iicr •nrtclmttn ond abgehen wtc 
/. Zink, isi e»ne gleiche Krafnn'-A.l:\'J-jni:, 
viMIIk übcrttusfig. 

tief llreirarhcitdruck Inavh c<n«m OlgcrstatJ;^!) "ius 
der langhe« ahnen Keprudukiiofiiifirma ft6mmUr 
& Joauti in iJa-asJrn tieht w>e derrn ilinüUhc Lei- 
«M«|nMiri»rHMM4arSiiBMlM. Erbnddifetr 
aufk «MW» 4aH «I* «MMdidi* FaftMm n Cv* 

IlDRcn etaa volleadetea Kunstdruckes aucb die 

mit 



T. Oteittmiinn mit ladel- 

liire-r V ikioria Ttcigeiilruck' 



betr. FarIwiiMrih fC. 

UiKtn, ad hoc prip»r^ 
trui die Maschhiif fit'i 
DrftJi H ■ Htiäea aa m 1 1 
prc»«( bcKilIg« aind- 

Uiff dem vufifta H«ft b«ic»0:lMa«ii j»aub«ilaiea 
siBi IM T«ll 4cr PwM» fMMMnc« wd «Iim. 
Ifeh nr illtt Pnxte Inrinint 

M ftdUft k btdta «Ir «anM« UMra arht 
CattvenkOpfc tn vtnekk4Ktm AmtHttmt- AU 
Bczu]C>M'*c'lc'< diiu bcnArlgie Material 

nennen wir die RmJkaräicfte GieCertt In Offtn- 
hich a. welcher d^? Srf'f"'*' '-"xf-'ttn »o»le 
modernen Zicrsriickf , ri , '-n- j n' ;ri fmcUrn 
Cowcft ultrn rcchu , ent*tarnniea ; die Firma. 
Jdfu ICIAittAPrit I« MP>4t V%B«ne vecbM tAen 
«•d SeccBsImiiltiileD rtdila «nin; 



etil«, 

«ufdc. 

Beilage ■! pribtalien emc BesiK-ha-Aniefgc wu- 
demen Genrr«. wo/u dtr Edflliaien von J, ü. 
-Vr*Wi#r <^ («iri«'4'ktf ia Lfifsti, ein stilisierter 
Kleeblatirabmea von Brtitkopf Harlet In LtifTit 
und die Eckmannadififl 4trXad^>t'^.i'> 'S'^- Cärßrui 
m Offr%hAcb «. Üf. Xttf ViTWcndung neraneciögea 
wvfdcej tonw^ dMM BaidviNMCklBif BiM^BsttCtet 
m)i der wan S ett Ml n — H iilta»ii«t, Stria ICD. 
der SehrirtitkDcrti JiUn KUnkharil in Lttftlt. 
ciiKr T^nlcncnc, entnommen der Brritkop/ & 
U3rttt*chtn J&oolofle fbr Buehdnjcker* und tief 
CckniDniehrift. 

Belltet n leitl tioe Adrcu.kune, ferner die Tlld- 
neilc eine« Fc«ipfn(r«mraft und moöerwn 1 
ums*:bLi^. Zu crsurer liefarfc die Scbrifl 

JMa MSnUMim Ia UffHf ttt kUaclM VtvwHa. 
nr 4mi Tan mid* wieder dte BcknasaHferM 

Itenuui. Dni nelie Belipicl iclp die SeMta 
#■ Gi'nrrlknchrn Edellinieti In Ver»re>du«( mit 

.1.;- ei;Tini,-ji,l:fn und htlfcfeiKii .Si.r.,;.. h- -. .-.n 

'j/n.-urt .'ItrMJ inHamkmrg: C^r KatlloEliI.I L,:r- 

eiüi^t ßiuüernen Buchilertl ron lifntk^pf <S- Hirttt 
In Lrif lif tmJ hmIMcllc Mcdiivil- J|aril|aa der 
^■«rirJbfn Oitßtin ia Stuttgarts 

* • • 

Ia diaaaa Halt Moeta wir nerx eine Ckraaa«' 
llth«tra|ikl* iRiiMiMan In t« F<rb») •!!« dte 

KuniiunAMit vOB £. Sirtrr in S'irnbrrif. Der sut« 
«lelKende Ruf dieser Firm bürcl Behon für eine 
Kcdlciten« KunvtUIxriine- t)nH Bl«Jl leici un« 
Pirben|ir4<hli(e IVIfi^^vr.c Kunstlerpostkanen. 
•Uerliebftic ubernschend treue WltdcrciWn vna 
VMaadtKhaa ikfiMfallaii tn^rt-S-Wb 

Dh LMMncMwcMmw« aar ZIak aa» *r 
TtckMMboa LakP' wdVataaatoiiliall »lallfltH 
f- Ca,, dtffn Ja fci tad i * taUMonaa, auf du »l> 
•aillllirilchtr IltrteklMimaice «erden. !>i ctne 
veHm ll«*lilNt<KiK aaKre«, Seite 10«. ulxrdkse 
Anouli (e<>(ien latc» Dureb Hiaiuflitiiac tlan 
Tnounlenjruck» hil D»i|iiaa 4u Man ZwiMt 
bedeutend gevonaaft« 
Mli Um na dtrOaMa taa iHWlkcuadUckaifiker- 
wlrilltajlhicm 



«äa 152 asa 



'K'K'WK«/M«M£«<ww ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jrararjrjrjrarararwjr 



Gylonbcrfs eine hOckit latereutnie Erlnnefunc 
•A 4k KrofttniKf Gutcab«rKfeler In Melni Im 
vort|ca Jahre. Eaihili et «loch dir Portriti der 
KieUien Karypti^n unxerer K«n*i. Jie (l«m«U 
dort laMTnmenxe kommen viren. Gedruckt und 
MAU rreunJlich»i ühmcndet wurde lU» Kunsiblan 
von lief •Itbewiline« Flrtn* FHtdridt Jatptr, Witn, 
In bekannt ladello«ef VeUe. 

Den Bcwei*. du« die Frace. wem die Palme tn 
dem heiOcn Kampf zwiache« Drei- und Vierfarben 
druck >u reiche« i«r, aehr «chvcr i« lOaen i%x, 
Itrfene der dem henii(eB Hcfl beiKeKcbcnr Drei- 
farhendruvk. Mit diesem melaicfhaflen ftlatic er- 
freute uns die DruvkfirtiuHrw^ SwJvr in Ltipiig, 
rttlimllchaf bckanai auf alten Gebieten des typo 
Craphlschea Farbettdruckea. Daa Klan selhac »timmi 
au« dem sich besonders «efen aelaer brillanten 
AuaatailuAK rasch einführenden Prachtwerk: Mfitr* 
Cfd#/#, die PaKfccr Weluusatelltiaif . Verlag vo« 
F. Krüger, Parü-L*iftig. 

Vir sind erfreut, als lllustnilon zu dem Anlkel: 
.Altere Bunipapi«re* die aJIertnten tum roribg- 
llch Kcluncefien. die hVhalc Anerkennung ver 
dienenden Versuche der Buchdruckeevl von P9»rAW 
& Trrpte In Lripiig, M.armorpapkere auf Butibdfurk- 
»eK« hcrtufttrllca. dem hevtlcen Hcfl bcllefen zu 
kennen. Dir Originale r« denselben wurden von 
£. PAarkW /BA. auatc^fiihri , der achon Isaxe vor 
der Bantpaplerauaatelinni in Deuiachca Huch- 
gcwerbchause sich damit ciagehend beachlfitct 
barie. Auf die weiteren Lel«tuncen dieaes Pioniers 
in dicaer Tcvhaik sind wir mit Rewbt (capannt. 

An JidliftWidfen, deren Druck die Firma Breit' 
köpf 6' Harte! ausführte, brlnfcn wir vier Im ror* 
licKenden Heh. 

Kinc «lrkua(avolIc und vornehme Saixbeilace ist 
Blau o. ein Lehrbrief in moderner Anordnunt und 
cltcnanl|em Kolorit, Im Geieoaatz <u den be- 
kannten Lehrbriefen mit hcrk<iramllcliem Rahmen- 
bau und vielen Farben lai bei d>e*>er Artwit mit 
«eni^en Mitteln unserer Auffaaaunc nach bcaie 
Wirkung enlett. Bezugmquelten : Seiessionsllnlen, 
Serie 100. der SchringteOcrel yaJ^ai KtmkharJt in 
Lnpiix, zwei ViKWclten der renommierten Firma 
Smmrirk & V.o. ia Leiptig und Rdmiache Aai*()ua 
von GeMSieh & Meyse in Hamburg. 

Beilage p bietet drei eigenartig auagefohne San 
proben fkir die laglicbe Praxis: die Vorder%clie 
einer Einladungakane , wozu Bl&tenornamrnie lus 
der Seieaaiana-Eiafaaaung, Serie lOU, der Firma 
Jmliiu KlittkharJt In Leipzig und die Eckmann 
Bchrtfr der Üaähardwken Hiefierei in Offenbach a.M. 
tut Verwendung herangeioge n morden, der Schmn- 
lerling entaummi der Breitkopf ^ HdrYW^chen 
«Zoolocie flir Buchdrucker*; femer eine moderne 
Geacbaftakane . auf welcher die ScfarlftgieOcrvi 
Heinrich Hoffmeüier in Leip:ig-Plagwits durch eine 
ihrer in berufskreiaen gui bekannten modcrnrn 
Vignetten vertreten ist und als dritten im Bunde 
einen BiKhumscblag. hergesicllt mit stilisierten 
Kastanien • Omamcntm der Schriftglefterci JaUui 
Kli*kharitt in Leipzig und Eckmannachrih der 
BaJharätehen Gießerei in Offenkath ü. M. 

Über die Bcllafe q glebi der Artikel: ,Dle revo- 
lulioaicrcndc Moderae Im TlltiMCi* aiaaflihrlicben 
Aufachlua«. 

Beiiafe r vereiaigt einen Briefkopf, welcher der 
Praxis entnommea. und zwei Ree ha ungs köpfe. 
Das hierzu bcn<6ttgte Material eaiatammt bei erste- 
rem der SchriflgieOerci Scheiter ^ 6j/secke In 
Letpsig- Edelhnlen, and dcrScbrlftglederei GeRZZcA 
^ Heytt in Hamburg: Römische Antiqua: tu den 
zwei kccbnung«kfipfen wurden Vnnetien der Schrift- 
g>eQcrel Schetter & Gteteeke in Leipzig und Elievier- 
achrift der AauerarAeR Gießern In FrankfmJt j. M.. 
ferner Ornamente der Umdhardscken Giefierei in 
Offenhafh a. M. aowK halbfette .MedUval-Anli4|ua 
VOM Bzuter & C«. ia Stultgatl veewcndct. 





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Ä«9Piin de t 




«0« 153 «fi» 



20 




ARCHIV FOR BUCHGEWERBE 




Zwei Setzmaschinen-Zeugnisse. 



MatMartc, dM 27. Min IflOl. 



Tit. Mergenthaler Setzmaschinen-Fabrik, G. m. b. H., Berlin. 



Ihrem Wunsche, Ihnen über unsere Erfahrungen hti dL-n l.inot; pc Sct^maschincn cjn Zeugnis aus/usicllcn, kommen 
wir hiermit ^crn ndvh ur.J hcütiiiKcn Ihnen, dass wir mir den beiden celiererien Mascbincn in jeder Hinsicht zufrieden 
sind % a- :h::.n lüi. bc!.icll(cn wir Ihiieö UN 1 1. AugBM IQOO die cnM MMChtae, obwolil wlf bmllB xwal 

,,Typograph"-Se</masch(nen Katlen. 

Wir h«r:L-n sehr h.ilJ Ji..- l.rijhruni; j;i.Tn jtht, dass Jii vnri iI>m T > pii^;r ,i p )i T ,. ii i ik SVantierte Stun Jcnlcisiung 
von 6000 Buchstaben nur von einem Im DInnate der Fabrik Hebenden „Schnellhaaen** erreicht wurde, wogegen 
drei weitere von der Fabrik empfohlene s^i/cr es nuriuf Itaum 4900 Buchataben per Stunde brachten, wihrend 
un<^crc in der Fabrik vorschriftsmäßig ausgebildeten Setzer nach nunmehr sicbenmonatticher AusbiMunK nur aus- 
nahmsweise let/lere Hübe erreichen. 

An der LInotvpe dagegen haben wir ganz erheblich htthere Leistungen zu verzeichnen. Unaere eigenen 
Laute liefiBni dSOu 700O BacbMabcii per Stunde und diese« Rcsultii wird haupuicblicli dadurch errelekt, das» 
Ihre Maichinen wunderbar ruhig und luverlttaig arbeilen. Störungen gehSren zu den grOaaten Seltenbefteu und 
werden stets mit LcicbtiKkcit von uns selbst behoben, was von' den Maschinen des genannten anderen Systems keines- 
wegs behauptet werden kann. Da» Resultat ist das Ihnen bekannte: wir haben vor nunmehr vier Vochen die zweite 
Linotype in Betrieb ge&eKl und werden, sobald Sie die bestellte Zweihuchstaben-Colonel rertiggeslellt haben, mit letzterer 
Ataschine ausschlicISlich Anzeigen setzen, wodurch wir eine volle Ausnutzung der Maschine ms Auge gefasst haben. 

U'tr binnen daher auf Grund unserer eigenen sorgfUtigen Erfshrungea allen Kollegen, die sich vor uuBlItMa und 
kostspieligen KxperinMirteil und evenlueller VerdneflUchkeilteB •cbntten weUen, nur die Ane^aAing der «|Ltn»> 



Tit. Mergenthaler Setzmaschinen-Fabrik, G. m. b. H., Berlin. 



Ihrem Wun^cht.■ entsprechend Ihnen urncbcnsi mit, Jass \c\\ mit der nur ){t:li.>rfrii,vn Set7niaschl nc ,l.i:io- 

type" In jeder Hinsicht sehr zufrieden tiin. Nicht nur hahun bisher mcini: L-iRcncn, du:- Ii I ri.n Instruktor hier an- 
gelernten äetzer bereits Stundenleistungen bis zu 70CM) Buchstaben korrigierten Sau erzielt, sondern bin ich 
nameniUch euch mit dem nibigen, durch koiiiorM SMranien unterbrochnen Onnie der JHcteMM us ae achr !«• 
frieden, als tcb in dieser Beiichung mit elMr Selimaaralne „Typograph**, die Idi verdem ein Jdir mleiveiw 
benutzte, ausserordentlich unangenehme Erfahrungen geneokt habe. Et gebftK dlea «rar e%endKli niebt in ein 
Zeugni«. ich fühle mich aber doch verpflichtet, zu Nutz und Fremmen nehier Kollegen, die in der Wahl des Syatems 
noch unschlüssig sein sollten, mich über diesen Punkt des NShcrcn auszulassen. 

Bei den mündlichen Verhandlungen mit den Vertretern des „Typograph", die der Mieiung meiner „Typograph"- 
Maschine vorausgingen, wurde mir die auch in Prospekten hehaupiete Haftbarkeit der einzelnen Teile in der bün- 
digsten Weise garantirrt, auch die Leistungsfähigkeit vun 50U0 Buchstaben siiindlieh als ein Minimum bezeichnet. 
Daraufhin enfscblos« ith mich, einen ,,Typograph" juf ein Jahr ;u mieten, nameridieh. da die Miele heim .Ankauf 
IUI HÜlfle au: den Preis angereehnet *efden sollte. 

.Meine t rljhruns'en sj nr<_Ti jN.-r i.iii.,.n Je ; Obwohl nach eigener Beslütl^ung eine» „Typograph"-Vcrtreters mein« 
Sel/er ! i i I i: . i i r im i' I inunKSiiiäüii; und sehr sorgfältig hehandelt hahen, war der Verschleiss an 
Teilen und Matrizen geradezu unglaublich. Fast alle 14 Tage musste nach Ersatz dieses oder jenes Teils tele- 
graphiert werdM, und eni Sairtuaa dea lilatainiirna belier airt ifo BealMMm IBr Erautalalie (auAar den Oapeaeba«- 
gebBhren) auf 2SS Marli, obwohl die Oeaellaelwfk dte wfeliifgaten und iraetbarataa Er an t a lalla (GieBtepf, Zaii«. 
stallte. Fahnenstange, letztere doppelt, u. s. w.) uBberechnet nachlieferte, weil sie w«kl Fehler anertaante. Das» 
ieh übrigens mit meinen Erfahrungen nicht allein stehe, beweist eine mir bekannte Firma, welche fSr t,TypOgraph*'- 
Erssizieile in aedia Monaten 138 Mark bezahlen musste. Die Leistungen meiner Setzer am „Typograph^ haben 
trotz allen PeMes dMW Bncbaiaben im Stundendurchschnitt nie zu übersteigen vermocht. 

AI» einen grot.sen Obelstsnd des „Typograph" mii^s ich den bedeutenden Metallverlust be/eithnen. der 

durch das hiiuhge Abseluunier. der Krat/e eni.slelil, den-i !ei/tere stellt iii .1 VX'ütlicn einen Hü^el ansehnlichen Umfange* 
dar. ^ er keine eigene Siereft) pie hesitzt. verlier; hierdurch Ran/ erhebliehe Ucträgc. Das Ausschmelzen ist listig 
und erficdeti i. lel /eii Hei der „Linotype" lut sieh dieser Übelstiind nur in ganz minimalem Umfange gezeiRt. Auch 
möchte ich iicith e-wahnen. Jass diu lästige Wasserkühlung, die der ,,Typ»graph" unhedingi haben muss (da ?,ivh 
sonst die Gussformen ver/icheni. bei der „Linotype** vollständig wegnilt. 

Trotz meiner trüben Erfahrungen war Ich aber geneigt, bei Ablauf des Mietsjahres den „Typograph" käuflich 
zu erwarben, weil micb der ▼erMUmiamilHi hohe Preis der iJUno^pe**, von der ich allerdings sonst nur Gates 
gefeSrt hatte, abichreekie. Um indenen über dte Hube iBnfllfer Ennfareelinnngen und über deren Liefming 
selbst Sicherheit zu haben, verlangte ich von der „Typograph"-GeseIlschaII eine genaue feststehende Preisliste aller 
nTypograph"-Eraatztelle, sowie eine Garantie dafür, dass mir jeder verlangte Ersatzteil (natürlich gegen Be- 
zahlung) auch wihrend einer gewissen Anzahl von Jahren jederzeit Kclicfer» werden würde. Die Preisliste wurde 
wiederholt versprochen, aber nicht Kt^^-T'dt, die Garantie für jederzeltlge Lieferung von Ersatzteilen aber ab- 
gelehnt: ES «;ci ja wohl ganz und gar ausgeschlossen, dass die- Kat'nkatton eingestellt w ürde, aber eine diesbezügliche 
I nragUche Zusicherung könne nicht gegeben werden. Ich musste daraufhin natürlich den „Typograph** 
aufgeben und habe mir eine „Llnotype'*-Maschlne gekauft, und kann nur sagen, dass ich des VTechsels jetzt recht 



type*' empfehlen. 



Hochschrungsvoll 



ppa. Generalanzeiger, G. m. b. H. (gct.) Webling. 



Trier, den \h. Min 1901. 



»>• 154 




'ttm/tt/ai/%L'tt/%L'9tm.'%L'9t. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jrjrjrarjrarjrjrjrjr» 



froh bin. Die vlelfSItigen Störungen mit den unvermeidlichen Überstunden haben aufgehört, die Zeitung wird 
regelmlislg auf die Stunde fertig, und die Setzer selbst arbeiten mit Lust und Liebe, well tle sich auf Ihre Maschine 
verlassen können; ihre Leistungen nehmen denn auch fortgesel/i lu und haben schon oft 120 Zeilen stündlich 
übcrüchriitcn. Ks werden schon 130 l-tO Zeilen stündlich gesetzt. Ich bin deshalb fest davon überzeugt, dast 
eine Stundenleistung von 7000 Buchstaben an der „Linotype" mit derselben Leichtigkeit erzielt wird wie 
4500 am „Typograph", und dies Verhiltnis im Verein mit der unbedingt vielfach höheren Stabllltit der „Lino- 
type", veranlasst mich, meinen Kollegen, welche eine Zeilengießmaschine anschaffen wollen, nur die „Linotype" zu 
empfehlen, und beantworte auch jede diesbezüglich an mich ergehende Anfrage dahin. 

Ich ermlchtige Sie, von diesem Zeugnis jeden Ihnen geeignet erscheinenden Gebrauch tu machen. 

Hochachtungsvoll 

(gez.) Jacob Klein, „Trierisches Tageblatt". 



Das Linotype-Schriftprobenheft ist nunmctir erschienen und wird allen interessenien auf 
Anfrage bereitwiliigst zugesandt, ebenso wie unsere neueste Referenzliste, Prospekte u. s. w. 

Mergenthaler Setzmaschinen -Fabrik s^hr^^HTiL^g: 

BERLIN (N. 4), Chausseestr. 17—18. Telegramm-Adresse: „Linotype-Berlin". 



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Minrr LTnlrrMütnmtrdMhncn. Lai^rune drt Satjbcttrs 
auf f^cscliliffcnrn, «tahleriK-ii Rotlrti. 

Oft HcHTcunKMitrcli.inr^mut (Patent) bewirkt eine 
ganf gleich mäskitce BcwrtniifC des Sal2hettri wabrrtid 
des Druck« und eine allmablicli i^icli v<f70£CTndc und 
allmJihlicti Mieder anwaclnetide. jeden S4i>»5 vermeidende 
Brueicung während der Umkehr. Atta keine unftelche 
Oewei^nf während drü Orucke*,, wie l»ci Eisbahn-, 
KurlH-l-, Kreis- und I*]anrtm'B€wesunK und keine plöt/' 
l»che Umkehr, wie bei Mongclrdd-Mrchantunut! Luft- 
puHcr untrr^tiil/rn die Umkrhilicwr^inK. 

Ah<>lellbarkrU des Druckes ;u iedvr Zeit, ror oder 
nach der Druck<Uuer, aKo Farbeverreihun^ \xir Beginn 
des Druckes, ohne Ahm Sctiniut/boficfi durch die f*rcMC 
hindurt)it;i'1ührt ru werden brauchen. 

Tischt :irhwerk für feinste Farbcver rrihung. Zwanj;- 
Uufi^ Drehung der TUchw,il/rn und der N'acktwalzen. 
Seitliche Vcr^hicbunx der Tbchrribe walzen, sowie drr 
Kcilfcwalmt des Auftrairwalzensjstems. Abstelluni^ 
sämtlicher Wal/cn odrr eine» Teiles derK'lben durch 
einen cin/lecn f landirriff. Dick Vortügc in Verbindung 



mit kriftierr Ausführuni^ und gTotsrn RrihfUrhen er- 
mAelichen die Verreibung der fttrcntr^tcti F.irl>cn. 

ReKelung der rarbcntnahrae durch Einstellung des 
Farbmessers im Ganzen cnler für Teilslrrcken. sowie 
durch Unfitfc oder kürzere ßerUhrunü der Spei«- und 
Farbkasten walze. Jede Kt-Ktlunj; wiihrcnd de» Ganges 
der Maschine schnell und leicht zu bewirken (Patent). 

Fortwitbrmdcf Umlauf der FarbkatlcnwAlxe iw Vcr- 
metdunic ron Streifcnblldung. 

Finrichtunc, um die Maschine langsam rüclrw&rtft 
laufen zw U>M^i. zur FrlcKhtening de* /wrichlcn!«. 

Erste und etnztj*e Maschine mit dauernd umlaufen« 
dem Cjflindrr, w riebe absi>tut genaues Regvftrr hill, 
dur<h Schwingen de» Antrirb^ZwiKhcnradcs (Patent), 
sowie durch die Ausbildung der Vordermarken als 
Bogenschirher (Patent). 

An^lcgimf; der Druckbogen mil der bedruckten Seite 
nach oben (Patent). WegfaJI jeder Berührung der Druck- 
liette dcü Bogrus mit Rändern oder Aiislege-sUben. 

Hi*hv Druckleitung der Maschine. 2400 Abdrücke 
in der Stunde bei einem Satzfarmat von S6:fU cm. 
Schnelle». Anlegen möglich, well sofon nachdetn ein 
BoKcn vom AnlegcÜKb weggeiOffo. <lcr neue angelegt 
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Das Archiv för Buchgewedie ist wie die 
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Herausgeber; Deutscher Buchgewerbeverein. — Verantwortl. Schriftleiter: Hans von Weißenbach. 
Druck: Breitkopf & Härtel. Sämtlich in Leipzig. 

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DeuTssen BucßGeweRBepeRein 




Bekanntmachung. 



In den Deutschen Buch^ewcrbcvercin zu Leipzig 
aufgenommen worden: 

1. Otto Liebmann, Verlagsbuchhändier, Berlin. 15. 

2. Arnold Huber, i. Fa. J. Huber, Buchdruckerei, 
Frauenfeld. 16. 

3. Alfred Heymel, Redaktion der „Insel", 17. 
München. 

4. Gustav Bruns, i. Fa. J. C. C. Bruns Verlag, 18. 
Minden. 19. 

5. //on^ Car/, Direktor der Kunstanstalt Grimme 20. 
& Hempel A.-G., Leipzig-Neuschleußig. 21. 

6. Heinrich Bredt, i. Fa. Ernst Bredt, Buch- 
handlung, Leipzig. 22. 

7. J. Heinr. Zimmermann, Musikverlag, Leipzig. 23. 

8. Louis G. Meder, Hofkunsthändler, i. Fa- 24. 
Amster & Ruthardt, Königl. Hofkunsthand- 
lung, Berlin. 25. 

9. Hans Boerner, i. Fa. C. G. Boerner, Leipzig. 26. 
\o. Fritz Adolf Lattmann, i. Fa. F. A. Lattmann's 

Verlag, Goslar. 27. 

11. Hermann Herder, I. Fa. Herder'sche Verlags- 
handlung, Freiburg i. B. 28. 

12. Wilhelm Hütter, i. Fa. W. Hütter, Buch- 
druckerci, M.-Gladbach. 

13. Julius Windsch, i. Fa. F. W. Mittentzwcy- 29. 
Windsch, Leipzig. 

14. Hermann Richter, i. Fa. Carl Schimpf, Närn- 30, 
berg. 



sind im Monat April 1001 folgende Mitglieder 

, G. V. Eckstein , i. Fa. C. A. Pocher, Kunst- 
anstalt, Nürnberg. 

Hans Ritter, i. Fa. Ritter & Klöden, Nürnberg, 
Kommerzienrat Bernhard Loewensohn. i. Fa. 
G. Loewensohn, Kunstanstalt, Fürth i. B. 
S. Bing, Kunsianstaltsbesitzer, Fürth i. B. 
Carl Hesse, i. Fa. Jos. Hesse, Fürth i. B. 
Albert Gotthelft, i. Fa. Gebr. Gotthclft, CasseL 
Otto G. Soltau. i. Fa. Diedr. Soltau's Buch- 
druckerei und Verlag, Norden. 
P. Heitz, i. Fa. J. H. Ed. Heitz, Straßburg L £. 
E. Astor, i. Fa. J. Rieter-Bicdcrmann, Leipzig. 
Wilhelm Crayen , i. Fa. G. J. Göschcn'sche 
Verlagshandlung, Leipzig. 
EmilStephan,BuchdruckereibesUzer,Leipzig. 
C.Wild-Glutz, Präsident des Art. Instituts 
Orell Füssli, Zürich. 

Felix Merseburger, i. Fa. Deutsche Verlags- 
druckerei Felix Merseburger, Leipzig. 
Oscar Stahel, i. Fa. Stahel'sche Kgl. Hof- und 
Universitäts-Verlag und Hofbuchdruckerei, 
Wärzburg. 

Carl Kramer, i. Fa. Kramer & Baum, Buch- 
druckerci und Buchhandlung, Krefeld. 
A. V. Vangerow , i. Fa. L. v. Vangerow, Ver- 
lagsbuchhandlung, Bremerhaven. 



•a« 101 «09 



21 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE aramamamsMMMr 



31. Bruno Grunert, i. Fa. Gebr. Cruncri, Buch- 54. 
druckerei, Berlin. 

32. Oskar Knueppet , Direktor der Aktiengesell- 55. 

Schaft für Kunstdruck, Niedersedllt:. 
&6, E. A. Funke, i. Fa. E.A. Funke, Lithograph. S& 
Anstalt, Leipzig. 

34. C. Dünnhaupt. KommiSSiODsrai, i. Fa. Hof* 57. 
buchdruckerei C. Dünnhftupi, Dessau. 

35. P<]u/Staia'a£,i.Fa.GerhardSi«lliog, Verlags- SS. 
buchhandlung und Buehdrnckerei, (Iden- 
burg i. Gr. 59. 

36. Gustav Hoffmann, I. Fa. Hoffmann & Reiber, 
Buchdruckerei, Görlitz. 60. 

37. Emil Reiber, i. Fa. Hoffmaon & Reiber, Buch- 
druckerei, Görlitz. 61. 

38. /t.Grüniig, Administrator der Buchdruckerei 02. 
des Waisenhauses, Halle a. S. 

30. P. MaulL-sch, i. Fa. F. W. Gadow & Sohn, 63. 
VerlagsbuchhMdlungundHofbuchdruckerel, 
Hildburghansen. 64. 

40. Alexander Francke, i. Fa. Schmid & Francke, 
Vcrlagsbüchhandlung, Bern. 65. 

41. F.ckarJ Kloiff'rmann , i. Fl. Frommano'sche 
Hofbuchhariiiluiig, /tvia. Ö6. 

42. Wilhelm Loewenheim , i. Fa. Eschebach & 
Schäfer, Lithograph i-^ che Anstalt, Lrip:i^. 67, 

43. Heinr.Jütte, i.Fa. H.H. Juttc, Lithographische 
Anstalt, Leipzig. 08. 

44. Carl Hofmom, Verleger der PtplerMitung, 
Berlin. 6». 

45. FeUx Sperimg, LPi.Otlo Dibbern & Sperling, 
Lithographische Kunsiansialt, I.eipzif^. 70. 

46. Dr. Rieh. Schröder, i. Fa. Richard Schrüdcr, 
Verlagsbuchhandlung, Berlin. 71. 

47. Rudolf Hofmann, i. Fa. A. Hofmenn & Co., 72. 
Verlagsbuchhandlung, Berlin. 

48. Gn»Oh.Si{ch«.Hofr«tiirazBaiiJiig:^rte'>i Fa* 73. 

Historischer Verlag Baumgärtel, Berlin. 

49. B. Tepelmann, i. Fa. Friedr. Viewcg & Sohn, 74. 
VerlagsiMiehhandluiig, Brtauaeh»^. 

50. Carl Beyer, i. Fa. P. H. Beyer& Sohn, Kunst- 75. 
handlung, Leipzig. 

51. Dr. Morftr &Jktfii«ii^n/g',I.Fa.MoritzSchraen- 76. 
h-jrr, VerlagshuchhandUinß;. Lahr i. R. 

52. Adolf öättger, Direktor der Firma Alben 77. 
Limheeh G. m. b. H., Brauiuekw^, 

53. Albert Aber, i. Fa. Hirschvald'Kbe Buch- 78. 
handlung, Rvrlin. 



Carl Scholz, i. Fa. Jus. Scholz, AlgraphitCbC 

Druckerei und Kuostan«taU, J^aioj. 

Max Große, i. Fe. C. Ed. Mfilier^s Verlag, 

Halle a. S. 

0. F. Bassermann, i. Fa. Fr. Bassennaan'sche 
Verl^buchhtndlung, Mändien. 
Gustav Hof mann, i.Fa. Otto Wtgand,Verlap-' 
buchhandlung, Leipzig. 
Gerhard Kühhnann, I. Fa. Gerb. Kahtmann, 
Verlagsbuchhandlung, Dresden. 
Albert Broschek, Direktor der Firma Gustav 
RSthe's Buchdruckerei, Grattäem. 
H. 0. Sperling, i. Fa. H. O. Sperling, Buch- 
handlung, Stuttgart. 

Philipp V. Zabern. Buchdruckerei, Mainz. 
A. Juillerat-Chassena^ i. Fa. Dr. Haas'sche 
Druckerei, Mannheim, 
U^(7f/affl üfasor.GeschirtsfQhrerderDr.Haas- 

schen Druckerei, Mannheim. 

Ludwig Rosenthal, i. Fa. Ludwig Rosenthal's 

Antiquariat, München. 

Adolf GuMer, i. Fa. Ernst Arnold, KgL Hof- 
kunsthandlung, Dresden. 
Carl Friedrich Lampe, i. Fa. F. C. W. Vogel, 
Verlagsbuchhandlung, Leipzig. 
Alberf Knrnic;, i.Fa. Alberr Koenig, Verlaga- 
hanuiuiik' und öuchdruckerei, Guben. 
Fr. Theodor Eismann, i.Fa. Theodor Eismann, 
Buch- und Sieindruckerei, Leipzig. 
H. L. Geck, i. Fa. H. L. Geck, Buch- und 
Kunsthandlung, Essen a. R. 
Wald. Zachrisum. i. Fa. Wald. Zachrisson 
Boktryckcri, Guteborg. 
Carl Chr.Milo, i.Fa. Milo'scheRuchh., Odense, 
Karl Benzi^er-Schnürin^er, i. Fa. Verlags- 
anstalt Benziger & Co. A.-G., Einsiedeln, 
,Eiil«", Freier Verein Leipziger Bucbhand- 
lungsgehilfen, Leipzig. 

Moritz Dietrich, i. Fa. Fr. Andrä's Nachfolger, 
LHpxig. 

Johannes Boedi^ker, i. Fa. Karl Baedeker, 

Leipzig. 

Paul DomtrtmniUt u Fa. C Domhrowski, 

Biichdruckcrei, Thnrn. 

Dr. Max Gehlen, i. Fa. Ferdinand Hin & Sohn, 

l^pxtg. 

Robert Leu pol d , \. Fa. R. Leupold, Biich- 
druckerei, Königsberg i. Pr. 



Leipzig, den 30. April üXJi. 

Die Geschäftsstelle des Deutschen Buchgewerbevereins. 

ArHmr iKomtMn, GetctiMtsnhnr. 



162 



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mmmmMmmmm-mm. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBt- jrjr«rwvirMr<Mr<drMr^»M> 



Wege und Zick der deutschen Buchausstattung. 



Am 22. Februar hielt der 1. Vorsteher des 
Deutschen Buchgewerbevereias,Dr.Liui- 
Am^wig V^tmann ^reltkopf Hirtd), vor 
rahlrcichen Zuhörern in der Cutenberghalle des 
Buchgewerbehauses einen von Lichtbildern be- 
gleiteten Vortrag Ober «Wege uod Ziele der deut- 
schen Ruchausstatrun^". 

Der Vortragende nahm seinen Ausgangspunkt 
von dem groBen Wanäbtlde Sascha Sehn^äent 

das farhenprächtiß vor aller Augen prange, und 
hob hervor, wie dasselbe den Eintretenden an den 
Zusammenhang des Buehgewerbes mir der hohen 
Kunst gemahnen soll. Der Inhalt der Darstellung 
ist bekannt: die siegreiche Macht der Erfindung 
der Buchdruekerkunst^ die licbispendend in das 
Dunkel des Mittetalrers hineindringt, ist verkör- 
pert durch fiäliursjdes Lichtgottes, Triumph über 
die Miehte der Finsternis (vgl. Archiv IfiOl, H. 1). 
Doch braucht man der Deutung der Figuren im 
einzelnen gar nicht nachzugehen, es mag vielmehr 
feder dem Bilde etwaa E^^eneB abxngewinnen 
suchen; und das ist nicht schwer. Das Bild drückt 
etwas von der Stimmung aus, die uns alle beseelt, 
wenn wir unserer deutschen Kunst und unseres 
Buchgewerbes im besonderen gedenken. Auch 
wir sehen es mit fi-eudiger Erwartung, wie aller- 
wins frlsdie Bisten kSnstlerisehen Schaffens her^ 

vorsprießen, und wir hoffen, dass aus denselben 
das Licht der Schönheit entwachse, der wir dank- 
bar uns neigen vollen, wie das funge Mensdien- 
paar aufdem Bilde. Sieg der Kunst, Triumph der 
Schönheit über Philister, Barbaren und Mucker, 
Oberwindung von Stumpfsinn, Gleichgültigkeit 
und Schlendri n n - '> h n neu '.^ i r .*^ . / ■ ha Sch nei- 
den Bild auch nennen. -- Wichtiger noch als die 
Inhaldiche Seite ist aber die elgentileh kfinstle- 
rische, die Frage, wie der Maler die ihm gestellte 
Au%abe aufgefasst und gelöst hat. Er hat vor 
allem die g^bene Wand geschmfickt, und er hat 

dies unter voller ^X'ahrung Ihres Flächcncharali- 
lers gethan — also das gleiche, was wir unter 
anderen Vertilltnissen — vom Buchkünstler for- 
dern. Erwar sich darüber klar, dass er nicht die 
einheitliche Wirkung des Raumes durch perspek- 
tivische Vertiefung und malerische Eübkte ver* 
richten dürfte, und so hat er nur in die Breite, 
nicht in die Tiefe komponiert, und auch im ein- 
zelnen aelnc Gestalten einfach und Aichig Ixhan- 
delt. Diese durchaus moderne Auffiiasting des 



Wandbildes als Flächendekoration entspricht ganz 
den Bestrebungen der neuen Buchkunst, und 
hierin haben die beiden, In Ihren Sufieren Minehi 
so verschiedenen Kunstgattungen thaisichllcb 
etwas Verwandtes. 

Es ist tiekannt; wie seit einigen Jahren die For> 
dening nach stilgemälkr Behandlung der Druck- 
ar bellen eindringlich erhoben worden ist, d.h. 
nach reiner Fiiehenwlrkung, naeh dekorativer Be^ 
handlung des Bildschmuckes, nach Zusammen- 
gehen von Schrift und Ornament. Wir haben die 
Bewegungverfblgt,die daraus hervoigegangen ist, 
wie in irr-ncr [^rfißercr Fülle kräftige Schriften und 
flächig gehaltene Ornamente entstanden und zur 
Verwendung gelangten. Wie dann das gesehlos' 
sene Satzbild verlangt wurde, und nun Gruppen- 
bildungen und Zeilenfüllungen an der Tagesord- 
nung waren, und wie das slles zuniehst haupt- 
sächlich an den Accidenzarbeiten erprobt wurde, 
die dem Setzer zu Versuchen und Experimenten 
den grüßten Spielraum und die weiteste Frellieit 
ließen. Zweifelloskonnteaberdie neue Bewegung 
nur dann wirklich lebensfübig werden, wenn sie 
erstens echte KOnstier in Ihren Dienst zog und 
zweitens sich nicht auf die Accidenz oder die Titel 
und Umschläge beschränkte, sondern skh des 
. Baches als Ganzen bemäeht^. 

Was ist ntin r.cich einigen Jahren der Gärung 
bei uns schon geleistet worden, und welcher Art 
sind die Marlutdne, die das Fortschreiten aufdem 
richtigen Wege bezeichnen ? 

Wir haben vor kurzem gehört, dass wir nicht 
Ursache haben, zu stolz zu sein, und dass gerade 
die Pariser Ausstellung gezeigt hat, dass uns in 
Bezug aufdieküostleriscbeAusstattungdesBucbcs 
andere Nationen noch ein gutes Stflck voraus sind. 

Der Direktor des Buchgewerbemuseums hat nicht 

nur das Recht, er hat die Pfikhtt uns das zu sagen, 
und wir haben alle Uraache, ihm dankbar zu sein, 

wenn er uns darüber die Augen öffnet. Immerhin 
sind aber auch bei uns mancherlei gute Ansätze 
da, auf die es sich lohnt, etwas niher einzugehen, 
trotzdem oder gerade weil es z.T. erst Versuche 
sind, sich mit dieser oder jener Frage abzufinden. 
Wir werden tiaraus erkennen, dais viel «binehns 
Streben, viel ernster Wille auch Im deuttchen 
Buchgewerbe vorbanden ist. 

Ein wetendtdier Grundsatz der neuen Bewe> 
gnog war, dass man von den alten Meistern und 

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mm^^'mm/tt/wi/mmmm, ARCHIV für BüCHCbWERBh avarararsrararararjrjf 



Ihren herrlichen Arbeiten lernen solle, dass man 
lo ihrem Geiste gleich gutc^ Meut's sctiaffen 
mfisse. Trotzdem konnte es nicht ausbleiben, dass 
der Einfluss der Vorbürfr r sich manchmal allzu 
stark gellend machte, und das^ man in eine etwas 
altertümetnde Richtung geriet. Gerade William 
Morris, den wir mit Recht an die Spitze der Ent- 
wickelung des neueren Buchgewerbes stellen, war 
hlervoit nicht frei. Nun ist |a Freilich zuzugeben, 
dass für den Inhalt der meisien \y'erV;', dii- er ge- 
druckt hat, eine solche Aussuttung nicht unpa<i- 
send war. Er gri> heuptaicblieh Denkmale der 
alten englischen l itteratur heraus, mit deren In- 
halt und alteriömlicher Sprache diese Ausstattung 
ireinich harmoniert. NatürUeh hat er dabei die 
alten Meister nicht einfach kopiert; so wie die 
Drucke vor uns li^en, wird ein Jeder sofort Er- 
zeugnisse unserer Zeit in ihnen erkennm. Immer- 
hin aber ist ein antiquarischer Zug darin nicht zu 
leugnen, und es wäre sehr falsch, wollten wir uns 
nun an Morris* Art vMÜg ansehlleflen. 

Das Gleiche gilt von einigen Werken, die unter 
den in Deutschland bis jetzt gemachten glücklichen 
Versuchen mit an erster Stdle geoanni werden 
müssen, besonders vonden Arbeiten Jose/Sattlern. 

Die Geschichte der rheinischen Städtekultur 
von HeinrMi Boos mit Vignetten von Sattler 
(Stari^ardt, Berlin) war eines der frühesten Bei- 
spiele einer modernen deutschen Buchausstauung 
im Sinne der alten Meister. Auch bet diesem 
Werke entspricht der alteriümlicheCharakter dem 
Inhalt des Buches: die Schwabacher Lettern, das 
gelbliche Papier, die Zeichnungen Saiäen Im 
herben 1 lolzschnittcharakter der Zeit, von welcher 
die Rede ist. Und doch wird auch Sattler nie 
Kopist, nie Nachahmer; das Buch bedeutete 
dadurch einen beträchtlichen Fortschritt gegen 
manche Erzeugnisse der sog. .Miinchener Renais- 
sance', worin Ornamente der alten Meister eln> 
fach nachgebildet wurden. 

inzwischen hat sich in neuester Zeit tlit Reichs- 
druckerei, die energisch und Im richtigen Sinn 
in die neue Bewegung einzugreifen beginnt, ein 
bleibendes Verdienst dadurch erworben, dass sie 
Josef Sattler vor eine Aufgabe größten Stiles ge- 
stellt hat: die Ausgabe des Mbflungi-nlifJt-s für 
die Pariser Weltausstellung. Dieses prachtvolle 
WerkistvielieichtdasVoliendetste,wasäasneuere 
deutsche Buchgewerbe bisher geschaffen hat. 
Wenn es hier eben darauf ankam, den westlichen 
Nacbbira unser Deutschnun hi kOnsileriselier 
Form vor Augen zu fiihren, so konnte fiberhaupt 



nichts Geeif^neteres gewählt werden. Die Text- 
seiten (vgl. Archiv 1900, H. 8) zeigen ichwarz und 
roten Druck, doch sind auch mannigfaltige andere 
Farben in dem Bucht- verwendet worden. In den 
Initialen bevorzugt .S^rrifr einen gekörnten Untere 
grund, ähnlich wie bei den alten sogen. Schrot- 
blättern; also auch hierin eine freie Umbildung 
altertümlicher Motive. Er gelangt übrigens im 
Verlaufe des Werkes von einer gewissen Gebun* 
denheit zu immer größerer Freiheit und Eigenart. 

Die Schrift^ gleichlralls von Sattier gezeichnet 
und eigens fQr das Werk geschnitten, moss Rir 
diese Aufgabe eine Meistcrleistunp genannt wer- 
den. Der Künstler hat sich an den Charakter der 
s]AikaroUng^en Minuskeln gehalten. Aber was 
hat er daraus gemacht. Bei treuer Wahrung des 
«FedermäQigen" ist es doch eben nicht Hand- 
schrift, sondern eine wirkliche Drucktype ohne 
Haken und Schnörkel, von monumentalerEinfach- 
heit. Die Vollbilder sind in markigen schwarzen 
Umrissengehalten und in feinabgestimmienTSnen, 
mit ausgesparten Lichtern, breit und flächig kolo- 
riert. Es sind die Mittel der alten deutschen Clair- 
obscur-Technik, die hier mit hoher Meisterschaft 
gehandhabt sind 

Wenn wir also rückhaltlos die SattlersQhw 
Nibelungen als ein echtes, in sich geschlossenes 
Kunstwerk bezeichnen, so kann doch gar nicht 
scharf genug betont werden, dass diese Ausstattung 
eben nur für das eine N^erjfcsich eignet. Der alters 

tümliche Zug, der hier so gut zum Inhalt passt, 
würde anderwärts gänzlich unangebracht sein und 
geradezu stören. Gerade bei diesem Werk muss 
vor Nachahmung dringend gewarnt werden, denn 
für unsere vorwiegend modernen Aufgaben wäre 
es eine groQe Gefahr, wenn wir ganz In einer alt- 
meisterlichen Richtung aufgehen wollten. Es gilt 
vielmehr,für jede Aufgabeneu dieeotsprechendste 
Ldsung zu linden, und eine persdnliche Buchaus- 
stattung soll nicht nur die Persönlichkeit des Ver- 
legers oder des beireifendcn Künstlers, sondetv 
doch auch die Eigenart des Baches selbst wider- 
spiegeln. Gegen diesenGrundsatz wird aber noch 
gar zu oft gesündigt. Der belgischeKünsiler i/«nn 
van deVeldehst kfirzUch in diesem Blatte ein lehr- 
reiches Beispiel hierfür genannt und sehr geist- 
reich die geradezu quäleade Wirkung geschildert, 
die ein solcher Missgriff auP fleinflShtige Mensehen 

ausübt. l:r sagt dort: .,nie Moralites lögendaires 
des ultratnodernen französischen Dichters JnJes 
Z.a/<^rgu«lnnttidaheriidiefl Drucktypen,dnsittd 
nicht mehr die Moralltds idgendaires, die wir 



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mmtMummMtmmM. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE wwaMmmimaM» 



lieben. Sie haben ihre scharfe und dabei leichte 
Eigeoart verloren; die Worte sind nicht mehr so 
firbenreid), so geschmeidig, so rafflolert Infolge 
der Verwendung ungeeigneter Typen sclieint ein 
Wort am andern zu kleben, ist der Bau des Satzes 
mit der Zelle plvmper geworden I« 

Ein ähnliches Beispiel sei hier genannt. Der 
letzte Jahresbericht der Münchener typographi- 
schen Gesellsehafit wurde aus der aNeudeoisch* 
von r'?'' Hupp gesetzt, die so glücklich die alte 
Münchener Richtung in besonderer Weise, aber 
dodi immer noch in enger Fühlung mit den alten 

Vorbildern fortführt. Iis ist kein Zweifel, dass 
diese Arbeitganzvorzüglichwirku Kräftige Schrift, 
flächige, dazu vollkommen pasaende Ornamente, 
geschlossenes Satzbild; besonders gut fügt sieh 
der Initial mit einem langen, schmalen Ornament 
darunter dem Ganzen ein. Und was hätte eine 
Münchener typographische Gesellschaft besseres 
für ihren Bericht wählen liönneo, als gerade diese 
Attsststtuttg. Nun hat aber die SchrifligieOcrei 
Cenzsch als Empfehlung ihrer „Neudeutsch' ein 
Bfichlein in eben dieser Ausstattung herstellen 
lassen, und der Inhalt desselben ist — eine Erzih- 
lung des geistreichen, frivolen Franzosen Guy de 
Maupassant! Es ist da wirklich, als hätte man 
dem leichtfüßigen Pariser Bleigewichte ange- 
hängt, die ganze graziöse Wirkung der Novelle 
geht durch die Ausstattung verloren, und man 
kann sich recht klar darüber werden, dass auch 
die beste Sehrift nicht für alle Zwecke taugt. 

Einen energischen Versuch, im Anschluss an 
alle Vorbilderund ganz in den Spuren von William 
Morris auch einmal t'in streng wissenschaftliches 
Werk durchzufuhren, hat die Firma J.J. Weber 
gemacht, mit dem Buch von Theo Sommerlad, 
Die wirtschaftliche Thätif^kfit der Kirche. Das 
Werk ist in einem l^rüftigen Grade der schönen 
Morris-Goitsch gesetzt. Vorzügliches Papier, 
ststtliehes Format, schwarz und roter Druck, zu 
dem in den stilvollen Initialen noch Blau tritt, 
cndlicli prächtige Titelumrahmungen das alles 
machtdenGesumieindruckzueinemauDerordent- 
lich schönen, i;^ festlichen, und mnn mochte diese 
Erscheinung auf unserem Büchermärkte gewiss 
nicht missen. Es Wir ein mutiger Anlauf nach 
dieser, allerding?: etv^ as altertütnelnden Richtung. 
Dabei kann man keineswegs sagen, dass diese 
Ausstattung zu dem Sfoj^des Werkes nichtgep«sst 
habe; wenn sie trotzdem manchen Widerspruch 
gefunden hat, so lag dies vielmehr daran, dass sie 
mit dem Zweck des Buches doch nichtgsnz harmo- 



nierte. Ein wissenschaftliches Werk ist für uns 
Deutsche des 20. Jahrbundens nun einmal kein 
Praehdcodex mehr, und mag es such Voruneil 
sein, jedenfalls wurde dem Buche mit einem ge- 
wissen Misstrauen begegnet. In der Tbat ist das- 
selbe sogar praktisch nicht so bequem benutzbar, 
wie man es hei einem wissenschaftlichen Werk 
erwarten muss. Bei dem großen Schriftgrad steht 
zu wenig auf der Seite, dabei nehmen die Initialen 
noch viel Platz weg und halten beim l esen auf» 
das Ganze ist zu unhandlich und schwer. Trotz» 
dem ist und bleibt das "Werk eines der schönsten 
deutschen Bücher der letzten Jahre, und es behält 
als mutiger Vorstoß auf einem verwahrlosten Ge- 
biete dauernde Bedeutung Jedenfalls war es 
ebenso verfehlt als billig, wenn man diesen ernst- 
haften Versuch in einer bekannten Zeitschrift ein- 
fiich ins Lächerliche zog. Übrigens kann mit ge- 
ringerem Aufwand und in engerem Anschluss an 
die Tradition mancherlei für die Ausstattung 
wissenschaftlicher Werke gethan werden, und es 
fehlt nicht an .Ansätzen nach dieser Richtung. Oft 
genügt schon die Wahl einer klaren, kräftigen 
Schrift an Stelle der langweiligen, schwlndsflch- 
tigen Schnitte der letzten Jahrzehnte. Das be- 
weisen z.fi. ein juristisches Werk aus dem Titze- 
sehen Verlage und einige Sachen bei Wüh^m 
Engelmann, die aus der , Römischen Antiqua* 
gesetzt wurden. Dieser Schrifttypus ist überhaupt 
besonders empfehlenswert filr wissenschaftliche 
Werke, mag nun der einzelne Drucker die Aus- 
fdbrung von Cenzsch & Heyse, von Schelter & 
Giestcke oder von Numrich und anderen bevor- 
zugen. 

Die Erwähnung dieses vortrefflichen Schrift- 
charakters bringt uns nun auch von den Arbeiten 
mehr archaistischer Art zu den spezifisch moder- 
ncn Leistungen desdeutschen Buchgewert rs Hier 
ist ja das eigentliche Feld freier Beihuugufig, hier 
kaon |ede Eigenart sich voll entfalten, und hier 
liefen vor ;il1em die fruchtbaren Keime der Hnt- 
wickelurig tur die Zukunft, liinigc Beispiele ge- 
nügen, um zu zeigen, wie die verschiedenen Auf- 
gaben verschiedenartig gelöst wurden , w ie sich 
allcrwürts Neues durchzuringen versucht, und den 
Anfang mache das Nächstliegende: der Katalog 
der deutschen Buchgewerbe- Ausstellung in Paris, 
herausgegeben vom Buchgewerbeverein. Er ist 
eben aus der erwihoten römisdien Antiqua ge- 
setzt, die mit ihrem kräftigen Schnitt dem Satzbild 
eine gewisse Energie verleiht, ohne an Leserlich- 
keit eiiMubüflen. Je zwei sich gegenfibersiehende 



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mmummmmt/itmm'WuaL ARCHIV FÜR BÜCHGEWERBE jrjrjrjrjcsirMvirarjrw 



Seiten sind konsequent als Einheit, als zusammen- 
gehöriges Paar, aufgcfasst und harmonieren treff- 
lich miteinander. Selir origineli Ist die Untere 
bringung der Seitenzahlen in besonderen Orna- 
mentstücken an den unteren Ecken der Seiten (vgl. 
Archiv 1000, H.8). Der Künstler, der das ganze 
Buch ausstattete, /. Vinct-n: Cissarz, hat hier mit 
feinem Gefühl eine neue Lösung der alten Auf- 
gabe geAinden. Er hat auch die Umrahmungen 
der Kapitelüberschriften und die zur SchrlTt so 
trefflich stimmenden ZeilenfüUstücke geschaffen. 
Die ZeilenfBlhing wurde einheitlich durchgeführt, 
um einmal die Wirkung eines ganz geschlossenen 
Satzbildes zu erproben; da die Füllungen in be- 
sonderer Farbe gehalten sind, geben sie sich so> 
fort als solche zu erkennen und beeinträchtigen 
die Übersichtlichkeil nichL farbige Behand- 
lung des Bdchleins ist abeThaufM sein grSOier Vor^ 
2ug; es ist bekannt, wie fein die satten und doch 
nie schreienden Farben zu einander abgestimmt 
sind, und wie auch Einband und Schnitt mit dem 
Ganzen harmonieren. So unscheinbar das kleine 
Verkchen ist, so sieht man doch sofort, dass hier 
ein wirklicher KQnstler an der Arbeit war. 

Vom Buchgewerbekiii.Untr /u seinem staitliche- 
renBruder,deffi Amtlichen Katalogdes Deutschen 
Reiches auf der Pariser Ausstellung (vgl. Archiv 
19(X),H.S). Hr ist vollerEigenart, und hat zunächst 
manches Befremden erweckt. Die Schrift, ein 
deutscher Typus mit flast etwas zu eigensinnigen 
Ecken und Häkchen, w ar von Georg Schiller neu 
geschaffen worden, die ornamentale Ausgestaltung 
lag in den Hlnden von Bemkarä Pankok. Gewiss 
kann dieser ausgesprochene Künstler mit seinen 
oft etwas unbestimmten Ornamenten nicht jeder- 
mann bed ingungslos gefUlen. AberweleherSchrf tt 
ist CS schon gegen früher, dass man die ganze Aus- 
Staltung, samt Einbanddecke und Vorsatzpapier, 
einheiitich von einem Kflnstler ausfahren HeO, 
und wie kraftvoll und frisch ist auch hier be- 
sonders die Farbenbehandlung. Es iat hoch er- 
freulich, dass unser maBgebendes staatliches 
Musterinstitut in solch freier und weitblickender 
Gesinnung geleitet wird. 

Ein weiteres Produkt der Pariser Ausstellung 
war Otto Eckmanns Broschüre „Der Weltjahr- 
markt Paris 1900". Es war selbstverständlich, 
dass die Streitschrift des bekannten Meisters der 
dekorativen Kunst in seinen eigenen neuen Typen 
hergestellt wurde. Und gewiss giebt sich des 
Kflnsrters energischer Charakter ebensowohl in 
diesem krafkvollen, markigen SchriM>lld kund» «Is 



%fH4 tm tt* M^SfairitaatidMa" mmt ttt Ci«4 Irr »tf^tr*. 
(•.t»«ri ,itc»«a» YffrfK j&«u«>m«4* lA«« IV HevnrtfT IMIJ wCcai i 
t^kixf,« .-Wicrt ChtlfliHM» #t«erM. m (na Htm. Nilm tlmtimam. 

(*«-it<**, if»*v h)*>M (tfti» BMrtnM tet 4M( M CfiH «ir Im Um 
mn fiKMit »itt«» jft>f*H f n««in 4*f M ♦»■piiiaw M Tnalaa. wi«ir <i*ff 

•«AiMMi «Mt Mt m hrfiM» )iM In mm« Ci*I# iwni MuayMiir« m 
tv«iM ar«t>* «Mtr. mm tm W iÜiii li li <ti«i s» *i* wifwy m* 
tM4«t«^ uae <r uh« *■ «r Im» tmmm piM» m m ünma 

%mfli0mU »*t«Kn fHhc *if> »t.r iSMif fntvmt 1^ ia Ür 9«MniHii 



dn>iiiHifffB> ^ flnMaM 4t(f (w CInA aiaw 1iAm0w ^NirtAtr* 
»MttA, Mt *a Mr flQiMCRt «nnwht, m itm iß Untinaa. wm w* 
iirAMi JNufMMM tüMMlNrti» t«rl aa* f abi— < M MbamifMi«» 

<*tfr>m m Bm. Aer tat MMr mai pay awiflfcii— hr Mm» 
w«^ laM aitM nmmm, wm fr « IIImM Mt Mani «miha ■ 
iffMv AAl Um AflMla^ii iMi« w^ ftfei ^HiNm IhHMt wiirifMiiii 
«.iiMMai Mtotm «a. WO <• 4tm tiämm. Ml «• aA a t* tUk 
irm—i, Mn 4h< M» Hälm ittm. m « ta» m Mm »ki ■> 
«ntr m hr Wh «awu Nntmr m tMüllw «• ta« «* M «km 
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N iniuiU^k •!.>< mut «MM, jtl W IlMW «MM ttU* »m «MM' 

Ma> .1. >.< t.'Mw h< rxmii M« «MM 3m MtM Nn> «i4 m 
.krik Ifta, tmm MI fcr W ftM «MI. W M Mal gw<'i NM 
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Vcrlijt: K.Voifflänäer. Lrifiif. IW«I. Druck: Brtitkitpf 6- Hürul. Uipiig. 




Amt a ul mi, hiN 4m IcktM wid dir Kom. 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE «MMMMNNMMMM» 



Im I iiwi Htm Ja*m mm da Imaaiuiii xilMbii 'Ml 

Iwsj- ;i rifii fl-.ij lu ifcm öraaötnn riiurr iijs fr 
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Jimiiur luMnubn HiK m ii u n c ii J 
I und innnisroiialirii <n einKMi cnitprctta*' 
iif Ormriittjifl and Dcmcfiu* Mti f jakcnnnti(Ic« und dAr 

djd-te in tnitimöf PfrpKlMminnung ni irr^i*iff.T(( j-rrü 
n(ir rnriiniJi't ntidfnlKiir Urigo (UM«, is^.irm .tii'U'^ ji i>rr 
III dn dciMung IMUdKr Mmniipwfni Mijngfgjngrn und 
kann tdmii in Ilm iwrtanganilrn iprrnniidi nr Mtj» 
t fdMCMln MunrJtCB; wran mm m 



■irUWWHWll 
■ cmMniinnfMMit 

finrf ri f>:(ji.iini(iniit r<|-,llrTi.il' m irnjinntn "dir QMI 

lirfcn und muH u-q ^iii mi irniiuiBnj^l itrltftn 
bllikni k0nnrn uii; [uohl iJnriMif der d^aull ju 
Sdnim rndir frudii gciriiHn ^ d» a^fflllttan lo 
iCrMtUm 




tanni MMh« MrminadM' ua nnoMli an MM Otm 
in bun au dar« dir fdMIafn MBIMngn ■M du iM- 

trJRigc un!rrm»>iip «rnnufni ■liitucdcr «Nl Mnaa irr 
örft'iittiiTi iii^ n:r Hnfjna Jn und in fpdftrm ]4lirm lörc 
Kti.'l m am Cirr.n i]rrrr.tr:igrftnll(Tm^««fdnilltd 
■IUI dtn diK ' um dB» > iiaitHK» »HillH w I 



T orwon rf..f> # .f # # # J> # # 4> # # ^-f V * 

I n fintm jludimifcf'tn Vorlr ig 




J Ton Oer wwi I iiwwrotii nuwT* 

r*i(tiitbiiiiT((,r Jrr K r,*i< «in Int Qwr- 
fdimn :« mtwirfm I>»» ai<Tk, (kffni crflds 
B4nd «*> hirrmii «infühTt, fo(l d<i enividKlamg 
dwfcT <nurtf(iijfi4Th-jiiqt»(H darfidlcn und wn 
itra ilirt^cn Ziitin b\t luf Diu Ocgtnirtn bintb 
wrfiMcim. 

iana id> MMflü>rUdi(l «d Zik Wli db 
im I 

. ^ndif fiiiM BMIimt t» O il>l )| iii n|i i l . 
du eotftx riimnl ab«r |Hm d^Mi Ldbo»- 
9<(iMdit< lutMrt«. du jiHr auf Vällicr ibmfa 

mr *uf d«i fUni4ln<n r.^i'.ri/.n.i i.jrTf'frn 
..UrbrrhiufH i(t dit b«lnittivift< €.|XK^< tintd 
IniioauuiTK dl< dar Canndidimg-. 

|<T L«^ wM tladn. dJM did Oir- 



SMdk nt yn^t J.J. WtHr, Ulptig. 



in dem Inhalt des Buches, worin nach rechts und 
links rücksichtslose Hiebe ausgeteilt werden. Was 
die sonstige Ausstattung betrifft, so ist, außer einem 
wirkungsvollen Umschlag mit Eckmanns Mono- 
gramm , vor allem zu bemerken, dass hier unter 
tut völligem Verzicht laf Ziermateriat lediglich 
mit der Schrift gewirkt wird, und dass gerade da- 
durch ein monumentaler Eindruck erreicht iat. 
Die .Eckmann* Ist aber aueh die Sehrillt, mit der 
man das wagen kann. Man mag dabei an die 
Worte denken, die Dr. Jessen in einem seiner 
Vortrige einem alten Drucker in den Mund legte, 
der etwa gemeint haben könnte: .Meine schöne 
Schrift ist selbst Ornament; ich brauche kein 
Ornament*. — Das ist hier ebenso. 

Wahrend also hier auf alles Beiwerk wohlweis- 
lich verzichtet wurde, sind umgekehrt einige Fälle 
zu nennen, wo der Inhalt des Buches sachliche 
Illustrationen forderte, und wo nun interessante 
Versuche gemacht wurden, diese in dekorativer 
Weise dem Satzbild einzufügen. Da ist in erster 
Linie Adalbert von Hanstein% moderne Litteratur- 
gcschichtc ,Das jüngste Deutschland" (Leipzig, 
Voigtländer). Es sollten die Bilder der wich- 
tigsten Schriftsteller beigegeben werden, was 
kaum anders ausführbar war als durch Auto- 
typie. Da half sich der Verleger mit kräftigen 
schwarzweißen Umrandungen, gezeichnet von 
Emil Büchner, die dem Satzbild organisch einge- 
fügt wurden und nun zwischen Autotypie und 
Schrift den vermittelnden Ausgleich herbeiföhren. 
Gewiss ist diese Lösung der schwierigen Aufgabe, 
diese Verbindung von Halbion und Strichatzung, 
Kir einen wirklich geistreichen und entwiekdunga- 
flUiigen Finfail zu halten. Hier hat die neue Be- 
wegung einen sehr erfreulichen, positiven Fort- 
aebriit gezeltigt Vaa die dabei benutzte Schrift 
anlangt, so war es nicht wohl angängig, ein Werk 
über deutsche Litteraturgeschichte anders als in 
deoischen Lettern zu aetzen. Nun liegt bekannilieh 
unsere Frakturschrift recht im argen. Gerade 
hier macht sich jene Verdünnung und Verwässe- 
rung der Typen beaondera geltend, die seit AnAing 
des 19. Jahrhunderts um sich gegriffen hat. Man 
halfaich in neuerer Zeit vielfach mit Schwabacher 
Lettern, die |a einen weit kriMgeren Charakter 
haben. Aber noch im vorigen Jahrhundert gab 
es in Deutschland echte Frakturschriften, die an 
Kraft und Schönheit nichts zu wflnschen ließen. 
Diese hat man nun wieder aufgenommen, und so 
ist denn die hier angewandte Schrift ein Schnitt 
des alten GoMoib Ernannt BrdOu^f; eine ihn- 



M 187 asb 



ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



f IMB ORtHlldtattlMMg MMU Ul. 
«n «n»iir Min. grt^ln \itA lidiltifcn Ptn ■>. 
iU'<>-n kji. Mm nw* liwlom Inn iitsmaa, «uu 
Met kol lidi OnlMMM BU 4 



liehe alte Sehrift Wendel die Firoil A/BgllUll jerzt 
wieder an, und auf diese Schnitte mun ganz be- 
sonders hingewiesen werden, da es ganz natürlich 

ist, wenn wir mit unserer Reform dortwieder an> 
knüpfen, wo eben der Verfall begonnen hat. Es 
ist da^ ein noch sehr entwickelungsfähiges Gebiet, 
denn unseren deutschen SebrifttypuS wollen wir 

ja doch nicht aufgeben. 

Einen anderen Versuch nach dieser Richtung 

Stellen die sogenannten .germanischen* Sebrifken 

dar, wie die von Mein: Kö- 
nig gCiicichnete .>X'althari'' 

der /?U(/Aar(/schen Gießerei 
und die KUnkhardtsche 
.Germanisch". Aus der 

letzteren ist ein Beispiel zu 

nennen, das auch in anderer 

Beziehung lehrreich ist: das 

Prachtwerk „Walhall, die 

Göticru'th der CnTmanen". 

Auch hier ist nainlich ver- 
sucht worden, eine sachliche 

Illustration mit den Grund- 
sätzen modernen Buch- 
schmuckes zu vereinigen, 

und es ist hierbei sogar die 

Farbe zu Hilfe genommen 

worden, man hat sich den 

Dreifarbendruck in glänzen- 
der Weise zu Nutze gemacht. 

I-lauptsächiich aus diesem 

Grunde ist das Werk inter- 



«Muml «diWagm n im** DI* IMariaft M 

»a ÜH •cnlMtnii UtilriMna da gum Mi«* 
■«•MillMtMlK 
KMM «M kMfir. 

und die Ibiiri^en lIlar^Kfiri »nö B«rlJn«i IDcfaU' 
und UcIchkUmh MflicfeB 4m 



r;.-ilk*1fn 



»■ a« IM tmmt OuMn. mW» 

ilrT PfldiviialrnirTar leint; Hi^'i-th* nvA 
uar. ÜK ll.»«(rtujv [kt-id' : :r : j 
ätimt itt >*kclin«t<i 

ioliMr IM WtK mu BnkduuiaMa m* BI«m mt 

SMr« Mnffin tu« k* mu <{n VYiMi am in 
BIdit n ««■ Iwte« ul Ulufnder SliUtr« if 
riMcn Da Mmtt ft* Mt IdM uckii BiMla 
ati> Mt naa KuMma« MtM, II! « ImMr 
lfl> tiMMMI, * alM taM** lUMa M •« 



essant, obwohl es künstle- 



Au«: Eekmann, I>rr X('c1l)ahrni4rkl in Pirin IWO. VcrU; 
V fhr-htr , BftUn. Drui k : H'Htkaff fr Hürttl , Ltlfiit 



risch nicht ganz so befrie- 
digt, namentlich auch wegen der Art, wie viele 
der Bilder zwischen den Text hineingeschoben 
sind. Immerhin sind die einzelnen Seiten sorg- 
sam gegeneinander abgewogen, und ^grundsätzlich 
bedeutet das Buch eben doch eine sehr bemer- 
kenswerte Äußerung moderner Bestrebungen. 
Dsss CS technisch betrachtet eine Mei^stcrlctstung 
der Firma Büxemteia ist, wurde mit Recht schon 
sliseitig hervorgehoben. (Ver^. Beilege XVI 
zum Archiv 1900, H. 11 12.) 

Nicht zu übergehen ist sodann die köstliche 
Chronika der 3 Schwestern, illustriert von Urban 
und Leßer(Starfiardt, Bcrlm). Hier ist die andere 
von der Reichsdruekerei geschaffene deutsche 
Type verwendet worden, die von Paul Voigt ge- 
zeichnet ist. Das Werk ist reich und z. T. in 
feinen stumpfen Farben illustriert; manche Blätter 
tragen mehr ornamentalen Cbarator, andere zei- 



gen Darstellungen aus der Erzählung, auch Voll- 
bilder finden sich eingestreut. Nicht ganz zu billi- 
gen ist wiederum die An, wie die Illustrationen 
manchmal zwischen den Text hineingeschoben 
sind. Im ganzen aber wirkt das Buch mit den rei- 
zenden modernen Zeichnungen, mit den phan- 
tastischen Architekturen und graziösen Gestalten» 
mit den feingestimmten Farbtönen und der eigen- 
artigen Schrift aehr anmutig. Vielleicht wird die 
ReiekSdrHCkerei sogar mit der Chronika der 
3 Schwestern mehr Wirkung 
auf weitere Kreise ausfiben, 
als mit dem künstlerisch 
zweifellos höherstehenden 
Nibelungenlied. Die Aufgabe 
ist hier doch mehr in wirk- 
lich modernem Sinne gelöst, 
und wird deshalb leichter 
vorbildlich und befruchtend 
wirken können. 

Zum Schluss ein paar ganz 
individuelle BQcher, deren 
Inhalt sogar von den ausstat- 
tenden Künstlern selbst her- 
rührt. Zunächst „Feste des 
Lehens und der Kunst' von 
dem bekannten Darmstädter 
Zeichner Peter Behrens. Er 
gieht in feierlich i'L"ho'v_-nLT 
Sprache daiu» „ciueßctrach- 
lung des Theaters als moder- 
nen Ki:Itursvmbols", und ent- 
sprechend diesem Inhalt ist 
die Ausstattung durchgeführt 
l:iiie einf:>oh':'. l;ipid:irt-Crnrfsks-hri*'t, in brauner 
l'arhc gedruckt, mit einem karminroten Initial, 
der von einfachen Linienornamenten umzogen 
v irJ. C:tn/ ünertr ist auch die l'j-jrhfjnd blaue 
Umralimung gehalten, die in besonderen Feldern 
die Seitenzahlen umschließt. Von sehr merk» 
\Kürdiger Wirkung ist » s, dass zwischen dem 
Satzbild und der Umrahmung ein breiter weißer 
Raum gelassen wurde ein Versuch, dessen 
Nachahmung niemand empFehlen wird, der aber 
doch zeigt, nach wie verschiedenen Richtungen 
die neue Buchkunst die Mittel und Wege erprob«, 
die zu eigenartigen Wirkungen fuhren. 

Nichts ist verkehrter, als solche lebendige Be- 
strebungen mit dem kurzen Schlagwort , Spiele- 
reien" oder „Extravaganzen" abzufertigen. Wo 
neuer Boden bereitet werden soll, muss man den 
Mut besitzen, aueh einmal ganz mit der Tradition 



lOB 



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'mmm/wL'WL'm.'mL'WL'umm. ARCHIV FÜR BüCHGEWI:RBl£ ardrararararMsirwwa» 



ru brechen. Das Werk ist bei Eugen Diedcnch< 
in Leipzig erschienen, der bis jetzt vielleicht am 
meisten von illen deuachen Verlegero bestrebt 
{st, seinen Verlagswerken einen persönlichen Zug, 
ein eigenartiges Gepräge zu verleihen. Gedruckt 
Ist da« Buch In der I97nterschen Buchdrackerei 
in Darmstadt, und im Anschluss hicrnn kann die 
erfreuliche Tbat&ache festgestellt wcrUen, dass 
nlclit nur aus den großen Druckcentren, sondern 
auch aus anderen Städten, wie Krefeld, Neu- 
stadt a. H., Goslar oder seit längerer Zeit schon 
Magdeburg, erfreuliche Analtie zu verstSndnls- 
voller Buchausstattung vorliegen. 

Den äußersten Individualismus sielltsodann die 
GedlehtsMimlung .Dir* von Hief nrileJk fogebri 
Worpswede dar, die 1899 bei Schuster & Loeffler 
in Berlin erschienen isL Der bekannte Künstler 
bat seine eigenen Gedichte niebt nur mit Vlg- 
netten und Zierstücken versehen, nIebt nur das 
prächtige Vorsaupapier selbst entworfen, son- 
dern auch das ganze Buch samt Titelblatt u.s.w. 
von A bis Z eigenhändig geschrieben, worauf das 
Ganze photographisch in Zink geätzt und verviel- 
mirigt wurde. (Archiv 1900, H. 5.) Gewiss ist so 
vielleicht das persönlichste Büchlein entstanden, 
was es bis jetzt giebi; aber auch dergleichen darf 
man nicht nachmachen. Im Gegenteil, man mnss 
sich recht klar darüber sein, dass so etwas ein- 
mal von feinstem könstleri&cben Reiz sein kann, 
dass es aber auch die Grenze bedeutet, bis zu der 
wir gehen dürfen. Einen Schritt weiter, und wir 
kehren überhaupt zum geschriebenen Buche, zum 
Manuskript, zurOck. Und wozu bitte dann wohl 
der Mann, den wir im vorigen Jahre mit Recht als 
einen Wohlthäter der Menschheit gefeiert haben, 
die Kunst erfunden, mit beweglichen, gegossenen 
Lettern zu drucken? Nein gewiss, Typof^raphcn 
wollen wir bleiben im eigentlichen Sinne des 
Vortes, und wenn wir eine persSnliche Buch- 
ausstattung fordern, so meinen wir damit eben 
nur, dass das Äußere dem Inhalt entsprechen soll 
und dass es nach künstlerischen Gesichtspunkten 
durchgebildet sei. 

Was hier erwähnt wurde, sind nur herausge- 
griffene Beispiele, wie sie gerade zur Hand waren, 
und die A n vahl hätte ebenso gut anders p ir iTc n 
werden können. Zahlreiche Werke verschiedener 
Verleger bitten sich trefflich dazu geeignet. 

Es hätte auch an weiteren Beispielen im ein- 
zelnen gezeigt werden können, wie noch nach 
MoM. Riebtungen hin neue Lösungen erprobt 
werden: wie man bald g^nz breiten, bald ^nz 



schmalen Rand wählt, allerlei aparte Formate ver- 
wendet, wie man Kapitelüberschriften, Margi- 
nalien u. dgl. z.T. mit besonderen Umrahmungen 
dem Satzbild einzugliedern versucht. 

Alles in allem kam es nur darauf an zu zeigen, 
wie sich in unserer deutschen Buehansstattung 
überall neues, frisches Leben regt, das der Be- 
achtung und Förderung wahrlich wert ist. Und 
die praktische Natzanwendtung liegt nIebt fern. 
Mit Recht wurde kürzlich gesagt, dass uns die 
rechte Uebe zum Buche erst wieder erweckt 
werden milsae. Und wo könnten wir da besser 
anfangen, als bei uns selbst. Der Stand, der 
für eine künstlerische Blüte im Buchgewerbe 
das meiste thun kann, ist der Ved^enkmd. Es 
kommen dabei keineswegs nur reich geschmückte 
und prächtig ausgesuttete Werke in Frage; auch 
die einhehsie Atti^abe kann kflnstlerlsdi gelöst 
werden. Wie bei einem wissenschaftlichen Werk 
oftmals die bloQeSchriftwahl den Ausschlag giebt, 
wurde sebon angedeutet, und man denke dabei 
auch an die Schulbächer, aus denen unsere Kinder 
nicht nur geistige Nahrung, sondern auch den Be- 
grllP vom iufieren Ausseben eines Buches sich 
einprägen. Gerade hier liegt noch ein gut Teil 
Zukunftsarbeit. Sehr verheißungsvolle Ansätze 
nach dieser Richtung finden sieh bei der Firma 
B.G.Teubner, zunächst vorwiegend bei den Ein- 
bänden, doch dürfte das Innere wohl nachfolgen. 
Der Vertier abo ist es, der die fruchtbarste 
Wirksamkeit för eine künstlerische, persfinliche 
Buchausstattung entfalten kann, denn der Drucker 
wird adiiieOllch genan das liefern, was der Ver>- 
leger wünscht. Freilich gehört dazu, dass dieser 
sich mit Liebe und Sorgfalt nicht nur um den In- 
halt, sondern auch um das AuOere seiner Verlags- 
werke selbst kümmert, und dass er in der Druk- 
kerei heimisch, man möchte fast sagen ein Freund 
des Druckers werde, mit dem er in engsterVech- 
sclbcziehung stehen müsste. Ein solcher Zu- 
sammenhang allerZweige des Buchgewerbes aber 
untereinander und mit den schaiRsndenKönstlem, 
das ist das vornehmste Ziel des Deutschen ßuch- 
gewerbevereios. Gerade die Verleger also haben 
das stMrkste Interesse an dessen Bestrebungen, 

und CS ist schwer verständlich, wie sich eine 

ganze Anzahl dei^elben dem leider noch ver- 
schlleOen kann. Noch körzlieh wurde von einem 

Verleger, halb im Scherz zwar, der Ausspruch 
geihan: .Macht ihr Drucker doch euren Buch« 
gewerbeverein för euch, und sdit, das« ihr was 
Ordentliches leistet.' Möchten die vorstehenden 

22 



AI leo aob 



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'WSMMfcm^fcwwM,«,'«, ARCHIV FÜR BUCHGEWEKBl: Msar^Mrjrarardrwjrjr 



Ausfühntn^fii nur e:n NX'eniges dazu bcitlUgtllt 
um bolciic Auitassung zu widerlegen. 

Eine kanstlerische Kultur lässt sich freilieh 
nicht erzwingen; wohl aber können wir vorhan- 
dene Keime hegen und fördern. Und dies ist eine 
der grWteo und schSnsieii Aufgaben des Buch- 



pfwerhc%'ercins. Gewiss ist noch nicht die volle 
Höhe erreicht, und unablässige Fortarbeit nötig; 
aber ein Rückblick von dea besprocheneoWerken 
auf Sascha Scfini'hier& leuchtendes Cicmäldc wird 
immerhin die frohe Zuversicht rechtfertigen: „Es 
rouss doch Prfihling werden.* 



Ältere Buntpapiere. 

Von WALTER SCHULHOF. 



IL 



DIE v o ree fa i Ds ien der Buntpepiere aber, 
welche die Individualität ihrer Erzeuger 
so ganz zur Geltung kommen lassen, weil 
Sie nlchi nor Geschiclilichkeit, sondern auch ein 
feines Gefühl für das Zusammenstimmen der 
Farben bei ihrer Herstellung verlangen, sind die 
mehrCorbigen, oder wie man sie gewdbniich 
nennt, echten Mnrmorpapiere. Diese Sorte von 
Papieren ist eigentlich wie geschaffen für den 
Hsndbetrieb, die sorgflOtlge Behandlung der 
Einzelheiten, all die verschiedenen Handgriffe 
und Kunstvorteile, das können uns selbst die 
raffiniertesten Masdiinen nicht ersetzen. Und wir 
fühlen es erst so recht, wenn wir die präch- 
tigen alten französischen und deutschen Stücke 
aus dem 18. Jahrhundert betrachten, dass hier 
wieder ein buchi^ewerWiches Gebiet brach liegt, 
welches einst so schöne Früchte gezeitigt hat. 

Die Fabriltation der echten Marmorpapiere ist 
aber weit mühsamer und sch\vicrif,'er nls jede 
andere Art der Papierfärberei, so dass eine bloße 
Beschreibung die verschiedenen Manipulationen 
kaum klar und deuilich machen dürfte. Die haupt- 
sücbiicltöteo Abarten sind der Türkisch-Marmor, 
der Leder-Marmor, Carrara-Marmor, Wurzel- 
Marmor, Phantasie-Marmor, endlich der Kamm- 
Marmor und derSchildkröten-Marmor. Es kommt 
bei derHerstdfung zunlchst auf die Kenntnis der 
Farben und deren Behandlung an. 

Um auf die nachfolgend beschriebene Weise 
zu manipulieren, ist es daher unbedingt nötig, 
die Eigenschaften einer jeden Farbe genau zu 
studieren, weil davon, und der Beschaffenheit 
des Marmorierwassers, das Gelingen der Arbeit 
abhängt. Die Geräte, welche man zur Her- 
stellung braucht, sind: 1. ein Eimer von hartem 
Holz für die Bereitung des Marmorierm»sers 
mit einen gut passenden Deckel, zum Vcr- 



scblieOen gegen Staub u. s. w.; 2. der Mtrmorler- 

kasten, ein viereckiges Gefäß von Eichenholz 
oder Steingut, einige Quadratcentimeter größer 
als die zu verarbeitenden Papierbogen und etwa 
10 cm tief. In die<;en Kasten wird das Marmo- 
rierwasser geschüttet, auf welches man hernach 
die Farben spritzt. 3. Mehrere Kimme von ver- 
schiedener Größe und Form, ein Nadelstifi, 
um den auf dem Marmorierwasser l>efiDdiichen 
Farben verschiedeneRichtungen geben zu kSnnen, 
ferner einige Pinsel zum .•\ufspritzen der Farben, 
zwei Gefäße von gleicher Größe und Beschaffen- 
heit des Marmorierkastens, endKdi ein feines 
Sieb und I.einenstflcke zum Filtrieren des Mar^ 
morierwassers. 

Das Marmorlerwasser selbst dient dazu, die 
verschiedenen Farben, welche den Marmor auf 
dem Papier darstellen sollen, auf seiner Ober- 
fliche schw i mmend zu erhalten, ohne dass sie In 

demselben niedersinken und zu Boden Fallen. Es 
besteht aus einer Lösung von Tragantgummi oder 
Caragenmoos. Bei seiner Bereitung wird man 
in erster Linie darauf zu achten haben, dass das 
Wasser weder zuviel noch zu wenig Tragant- 
gummi entitalte. Um zu erkennen, ob das Mar- 
morierwasser fähig ist, die aufgespritzten Farben 
gehörig zu tragen, wendet man verschiedene Ver- 
ehren an: 

Hat man das Wasser durch ein Tuch oder Sieh 
ültriert und gut unigerährt, so ersieht man seine 
StSrke an der stärkeren oder schwächeren Be- 
wegung des Schaumes, wenn man das Gefäß, in 
dem sich das Wasser befindet, auf dem Arbeiis- 
Hach Mn und her bewegt. Eine andere Probe be- 
steht darin, dass man einen Borstenpinsel ein 
wenig in die Farbe, welche aufgetragen werden 
soll, eintaucht und einige Faitentropfen auf die 
Oberfliche des Wassers hUea lisst. Sinken die 



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'«b'miK^wwmmmm'm ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE wjrwMff^rwdrjrjrardr 



Tropfen unter, dann ist das Wasser noch viel zu 
schwach, breiten sie sich hingegen in nicht zu 
großen Kreisen aus, so ist dies der Beweis hier' 
für, dass die Mischung geluni»en ist. Auch soll 
man das Marmorierwasser nach dem Gebrauche 
In einem geschlossenen GeflOe an einem kahlen 
Räume aufbewahren. Es w3re noch tu bemerken, 
dass das Marmoricru asser keine Farben, welche 
SKuren enthalten, vertragen kann. Dagegen lassen 
?(ich Mincral-Körpcr-Lack und l asurfarben mtf 
Urfolg verwenden. Bei der Wahl derselben wird 
man aber gut diun stets Farben von mäglldist 
fjlcichcm spezifischen Gewicht zu gebrauchen, 
damit nicht, wenn die leichteren auf dem Mar- 
morierwasser sehvhnmen, die schwereren untere 
sinken. Die Ochsengalle ist zur Fabrikation 
des mehrfarbigen Marmorpapiers unumgänglich 
nötig, well sie die Farben besser mit Öl bindet, 
sie leichter macht und sich die Farbenmlsqhung 
schneller auf dem Papier ausbreitet, 

Wenn das Marmor! erwasser bereitet, }ede Fatte 
mit Ochscnqalle vermischr und in die Töpfe ver- 
teilt worden ist, kann mit der Herstellung der mehr- 
fiirblgen Marmorpapiere auf nachfolgende Weise 
beconnen werden: 

Sobald sich das Marmorierwasser in vollkom- 
mener Ruhe befindet, sprengt man mit dem Farb- 
pinse! zuerst die Farbe, welche als Grund dienen 
soll, in groQcn Tropfen auf die Oberfläche des 
Wassers, wo sich dieselbe sogleich susbreiien 
wird. Ebenso verHihrt man mit der zweiten und 
dritten Farbe und so weiter. Um derGrund^b« 
ein buntes Aussehen zu geben, kann man derselben 
einige Tropfen Terpenii i il ;i .tzen, wodurch sie 
wie durchlöchert erscheint, ist die Marmorierung 
auf derOberflUehe des Wassers nach Wunsch aus- 
gefallen, so nimmt man einen Papicrhogen, breitet 
ihn äber den Farbenteppich aus und drückt ihn mit 
einem weichen Tuche oder mit der Hand leicht an. 
Sobald das Papier alle Farben niii ihren vcrsehle- 
denen Richtungen,wie sie sich auf dem Marmorier- 
wasser befanden, an sich gezogen hat, lüat man 
den Papierbogen rasch ab. Die tcrti^'en Bojjcn 

legt man in den Abtropfkasteo, damit das daran- 
hängende, Qberflflssige Wasser abtaufbn und sieh 

im Kasieii sammeln kann. Will man verschiedene 

Figuren und Zeichnungen bilden und die Musler 
voneinander abweichend machen, nimmt man 
einen Kamm, der so lang, als das Papier breit ist, 
und fährt damit durch die Oberfläche des Mar- 
morierwtsaers Aber die Farben hinweg. Hler^ 
durch entsteht eine unendliche Mannigfaltigkeit^ 



und es bilden sich die feinsten Adern in der 
Marmorierung. Auf eine andere Art wird ver- 
iihren, wenn man einen vierstibigen Kamm 
nimmt, ihn an beiden Fnden fasst und ihn ge- 
rade über den Marmorierkasten hält, so dass die 
Spitsen seiner Zaeken die Oberflicfae des Wassers 
berühren und jede Spitze einen Ring formiert. 
Hierauf wird der Kamm wieder in die Höhe ge- 
zogen, unter den ersten Ringen eingesenkt und so 
fort auf der ganzen Oberflache; dann lept man 
ganz leicht einenBogen schwach geleimtes Papier 
sttf, dessen Fliehe die Farben auf dem Wasser 
annimmt und alle unregelmäßij^en Fijjurcn, die 
der Kamm hervorgebracht hat, behält. Statt des 
Kammes kann man aueh eine Bärste von Mes- 
singdraht, dergestalt verfertigt, dass die Draht- 
enden nicht zu dicht nebeneinander stehen, ge- 
brauchen. 

Bei den sogenannten Irispapieren werden die 
mit Rindsgalle versetzten Farben mit der Bürste 
Qber Pappstrelfbn (Schablonen) nebeneinander 
aufgetragen. Zieht man die Schablone fort, so 
laufen die Farben von selbst zusammen, und beim 
Abziehen dieser Papiere kann man ebenso ver- 
fahren, wie bei den übrigen .Marmorarfen. 

Es war im Rahmen dieses kurzen Artikels 
nicht mSglleh, alle bekennten Methoden IQr die 
Anfertigung von Marinurpapieren zu schildern. 
Nur darauf sollte hingewiesen werden, dass 
namendich die Verfimigung der Kleister- und 
Marmorpapierc nicht mit allzu großen tech' 
nischen Schwierigkeiten verbunden ist, und 
unsere Buchbindereien, welche fa Ihre dem 
VerFahren nach ähnlichen Marmorschnitte her- 
stellen, es wohl auch versuchen könnten, die 
Buntpapiere, wenigstens für feine Binde, selbst 
zu fabrizieren. Geschmackvolle «Flamnipapiere'* 
erzeugten Poeschel & Trepte in Leipzig (s. vor. H.). 

Es wire hier entschieden bisch, wollte man 
den Einspruch erheben, dass die Buntpapier- 
fabriken die Marmore viel billiger und besser 
erzeugen; denn ganz abgesehen davon, dass die 
Marmorierung eine durchaus individuelle Be- 
handlung verlangt, die ihr im Massenbetrieb 
nicht zu teil werden kann, bilden fa die Buch- 
bindereien keineswegs das Haupiabsatzgebiet 
dieser Fabriken. Es kommen hierzu noch die 
Fabrikanten von Chemikalien, Bitderrahmen, 
Spielwaren, Cigarrenspitzen und -Kisten, Etuis, 
Spielkarten und viele andei«, die selbstverständ- 
lich für Marmorpapiere keine Verwendung haben. 
E« Hast sich ja keineswegs ermiiglicheo, für ge- 

22* 



«• 171 M 



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mmtt'm'm.m.'mmmm/m ARCHIV FÜR BUCHGEWERBb jrarjraraM^arwMrarar 



u'öhnlichc Arbeiten die Vorsatzpapicrc selbst 
herzusielien aber bei Kunst- und den feinsten 
Halbfranzbindenwiredasvldteichi doch durch- 
zuführen. 

Als erfreuliches Zeichen unserer hochent- 
wickekea BwitptpieriiKlosiri« luwn leb es aber 

nicht anschcrr, dass sich die verschiedenen Fa- 
briken in Nachahmungen von Holz, Porzellan, 
Leisen und Leder fiberbteien. Speziell dieLeder- 
imitatton seheint sich einer besonderen Beliebt- 
heit zu erfreuen. So finden wir im Katalog einer 
einzigen Finna Ntchahmungen von Kalbleder, 
Elfenbeinleder, Ecrasöleder, Saffianleder, Cir- 
affenleder, Angoraleder u. s. w. in inhniium. 



Warum will man dem Buntpapier nicht geben, 
was dc:^ Buntpapiers ist, d. b. warum verwendet 
man nicht die Techniken, dte Ihm spezifisch eigen 
sind. Im Buchgewerbe wenigstens, so denke ich, 
sollte man doch auf die Imitationen fremder Stoffe 
für Einband- oder gar fOr Vor sw z wrccl te Verzieht 

leisten, und ^jeradedie Ausstellung der alten Bunt- 
papiere konnte uns deutlich zeigen, dass man 
frflher (etwa im 18. Jtbihundert) notz dermangel- 
haften technischen Hilfsmittel Stücke hen-or- 
gebracht hat, wie sie heute kaum erreicht, ge- 
schweige denn iibertroflieo werden. — Allerdlnfs 
Kamerun-Zit'gi'nleäer-lmitoHon — hat es dt- 
muis nicht gegeben. 



Künstlerische Leinenbände. 

VQn Dr. JEAN LOUUER in Beriin. 



DER leichte Ganzleinenband, den der Ver<> 
leger Für die ganze Auflage eines Buches 
herstellen lüsst, der sogenannte Verleger- 
band, ist In England angekommen und danach in 
Amerika, in Deutschland, in Skandinavien und 
in Holland eingeführt worden. In Frankreich und 
den anderen romanischen Lindem hat der ßibrik- 
mäßig hergestellte Ganzleinenband nicht recht 
Eingang gefunden; man hat dort fast durchweg 
die alte Sitte beinhalten, die Bficher in einem 
Papierumscblag bruicliiert auszugeben, und wir 
wissen, dass in Frankreich zuerst der Papier- 
ufflschlag mit künstlerischen Eniwilrfen aller Art 

geschmückt uordcn ist. 

Wie die Engländer nun seit den W Jahren 
die Kunst des Buchdrucks und der Buchausstat- 
tung In neue Bahnen gelenkt haben, und eine 
groQe Zahl von Künstlern auf diesem Gebiete 
dort thätig gewesen ist, so haben sie sich audi 
mit bestem Erfolge der künstlerischen Verzierung 
des Leioenbandes zugewendet. 

Die deuisehm Leinenbinde sind gegen die 

englischen und amerikanischen, ja auch gegen 

die dänischen noeh zurückgeblieben. Von einer 
känsüertschen Dekoration war auf den Leinen- 
bänden der deutschen Verleger bis vor ganz 
kurzer Zeit herzlich wenig zu merken. Aber für 
geschmacklose Einbandverzierungen In Oheria« 
denen Gold- und Silberpressungen, in reichstem 
Farbendruck mit 10 bis 15 Farbenplaiien und in 
den sehr unpraktischen Relie^ressungen, für 
solche oft recht kostspiei^Eiiibandverzlerungsn 



wurde bei uns viel Geld angegeben. In der ge- 
schmackvollen Einfachheit der Leinenpressungen, 
in dem Maßhalten mit den Dekorationsmitteln 
kdnnen die deutschen Verirr als die Besteller 

und die Großbuchbindereien als Ausführende 
von den Engländern auf diesem Gebiete viel 
lernen. Im Berliner Kunstgewerbe-Museum war 
kürzlich eine größere Zahl von künstlerischen 
Leinenbänden aus Deutschland« England, Däne- 
mark und Holland ausgestellt, und bei dieser 

Zusammenstellung deutscher und englischer Ein- 
bände war sehr deutlich zu erkennen, wie die 
englischen Binde, ich nenne z.B. die von Gleeson 
Whitr entworPcnen Einbände, im atligemeinen 
durch ihre große Einfachheil eine ruhigere und 
vornehmere Wirkung erzielten als die deutschen. 
Aber dieser Zweig gewerblicher Kunst liegt auch 
bei uns noch in den Anfängen. Künstlerische 
Einbanddecken mit Plattenpressungen, wie die 
wundervolle ninbanddecke von \1ax Klinger für 
seine Brahms- Phantasie, waren seltene Aus- 
nahmen. Wir hatten bisher nurvenige Verleger, 
die sich eine künstlerische Dekoration ihrer Ver- 
legerbände angelegen sein ließen. Zu diesen 
wenigen gehören In erster Linie zwei Firmen: 
S. F/scftfr Verlag in Bertin und Eugen Diederichs 
in Leipzig, Für den ersteren hat Otto Eckmann 
eine Reihe ganz vortrefflicher Einbanddeeken 
entworfen, für den anderen warenCmar;, Kutsch- 
mann, Lippisch, Pankok, Vogeler und andere 
Künstler thütig. Andere Verlagshiuser wie die 
UnUm und Cotta In SttOtgiart, Teubner in Leipzig, 



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Japanische Vorsatzpapiere von R. Wagner, Berlin SW. 



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Porfagpapiere von ^^anj & 3ofef Ylaaqet, 21Tünct?cn. 



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Porfa^pafierc von ^xani & 3o|>f Xlaaqn, Illüncljen. 



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Dorfa|pa|>kt( von $nmi & 3ofef Xtaa^n, Vtt&ndim. 



»».^ijciBni*.* Digitized by Google^ 



Derfa^iMpim von ^wins & 3of«f ^<»9«t ^^ndirn. 



^iio^t jii<n ,üiit<p (iir Vttd««wct»,' Digitized by GoogK 



mmmmmmmmmmimb ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE M^at^w»a»ar»^3c^at^ac>w> 



Fontane, Fischer & Franke und Brculauer 
& Meyer in Berlin haben sich ihnen ganz neuer- 
diiifs mit kflosfleriseheD Einbanddecken an- 
geschlossen. Es ist vielleicht Gelegenheit, in 
einem anderen Bericht auf diese Einbinde etwas 
aitwr einzugehen. 

Der Zweck dieser Zeilen ist, auF eine Reihe 
von künstleriscbeo Leioeobänden aufmerksam zu 
machen, die die Firma F. Voldcmarin Leipzig 
für ihr Barsoniment hat entwerfen und ausführen 
lassen. Man muss es dankbar begrüßen, dass die 
Firma fiir eine Annhl von begehrten Werken, 
die sie in ihr gr iH ^ Rarsortiment aufKenommen 
bat, bei deutschen ivüastlern und auch bei einigen 
Kflastiern des Auslands Entwflrfie fSr EinbMnde 
in Leinwand in Auftrag gegeben hat, von dem 
Wunsche beseelt, diesen Büchern wenigstens für 
den Teil der Auflage» der durch ihr Btrsortfment 
abgesetzt wird, ein geschmackvolles Gewand zu 
gebeti. 

Freilich kommt es dabei vor, dass die typo- 
graphische Ausstattung eines Werkes recht sehr 
von der geschmackvolleren UrobüUung abstiebt, 
auch wohl In einigen Fällen, dass die Einbsnd- 
de](oration in keinem inneren Zusammenhang 
mit dem Inhalt steht. Aber das eine ist mit dem 
KoltribRartchen BemGhen fedenMts erreicht wor- 
den, dass einerseits bei dem kaufenden Publikum 
und sndererseits bei Sortimentero und Verlegern 
und GroBbuchblndereien der Sinn fiir einen ge> 
diegenen einfachen Einbandstoif und eine kflnst- 
leriscbeDeckenverzicrung geweckt wird. Gegen- 
über den vielen geschmacklosen Einbänden, die 
von manchen GroDbuchbindereien angefertigt 
worden sind, stellen die neuen VoUkmarschco 
Einbinde unbedingt einen nennenswerten Fort- 
schritt dar. Der deutsche Buchdruci^ ist ja, was 
künstlerische Schriften und künstlerischen Buch- 
schmuck anlangt, jetzt in einem guten Fahrwasser, 
so dass die Innere Ausstanung der Bücher gegen 
derartige gute Einbinde nicht mehr lange ab- 
stechen wird. 

Was bei den ^o/r/cmarschen Einbänden zu- 
nächst angenehm in die Augen fällt, sind die 
guten, festen Eiiibandstuffe. Die deutsche In- 
dustrie hat, nach dem Vorgange und Vorbilde 
der Engländer, neuerdings eine Fülle tialtharer 
Leinen- und I-Saumwollstofi'c in allen müglichen 
Farben und Strukturen auf den Markt gebracht, 
so dass man bei der Auswahl eines zu dem Ent- 
wurf der Dekoration passenden Bezugstoffes 
nicht mehr leicht In Verlegeohelt kommen kann. 



An frischen Farben und an gefälligen Bindungen 
aller Art ist kein Mangel mebr, man muss nur 
das Passende ausEuwIMen verstehen. 

Handelt CS sich um die Wahl der S:'ii Ifn n fi;r 
den Titelaufdruck, so kommt man jetzt noch eher 
in Verlegenheit; aber sobald erst die neuen 
künstlerischen Schriften, in erster Linie die 
Eckmann- Schrift der Rudhardschsa Gießerei, 
dem Schrlftmsterial der Buchbindereien einver- 
leibt sein werden, wird es leichter sein, in dem 
Schriftaufdruck auf Bucheinbänden dekorativ 
bessere Wirkungen zu erzielen. So lassen auch 
die Titelsc'iriFtLn auf den Vokkmarschtn Ein- 
bänden noch manches zu wünschen übrig. Wenn 
man sich auch redlieh bemüht hat, die Schriften 
dem Charakter der Dekoratinn anzupassen, man 
siebt doch, dass das vorhandene Material an 
gaten Typen nicht ausgereicht hat 

Die Dekorationen der Einbanddecken bew egen 
sich durchweg in den neuen Stilrichtungen; die 
moderne geschwungene Linie tind naturalistische 
Pflanzenmotive herrschen vor. Von den über 
50 Entwürfen, die VoUkmar hat ausführen lassen, 
sind natCirlidi nicht alle mustergültig, aber es 
sind doch im Durchschnin recht tüchtige Lei- 
stungen. Von Felix Eisei^iUter in München 
rührt eine grSOere Zahl von Entwürfen her; die 
sehr einfache Linienzeichnung in Goldpressung 
auf blauem Bezugstoff fQr den Einband zu Heine- 
manns Buch über Goethes Mutter halte ich für 
sehr gelungen. Von den Entwürfen von P. Ker- 
stea in Aschaffeaburg erwihne ich den einen 
für H. Ocser, Des Herrn ArehemonH Gedanken 
in grünem Linienwerk auf rotem Leinen; hier 
ist die Raumfüllung gut und die bei anderen Ein- 
binden Kentens störende spitzig geknickte Linie 
vermieden. WaUrr Caspari, München, Alfred 
Rotler, Wien, und Hans Pfaff, Dresden» htvor- 
zugen das Pilanzenomament. 

Die Entwürfe sind meist für verschiedene 
Werke benutzt und daher in mehreren Farben- 
zusammenstellungen ausgeführt. Dabei liegt die 
Gefahr nahe, dass etwas ganz anderes heraus- 
kommen kann, als der Künstler beabsichtigt hatte, 
und meines Hrachtens ist diese Gefahr auch bei 
den KoicknuMCben Biaden nicht immer ver- 
mieden worden. Man sollte bei künstlerischen 
Entwürfen die Auswahl der Farben des Bezug- 
stolTes und des farbigen Aufdrucks immer dem 
Kün- tler lihcrlassen und ihm stets vor der Aus- 
führung ^arDcnpruben vorlegen. Die sehr hüb- 
sch« Zeichnting von Hans Pfaff t die für Suder^ 



*m 173 «ft 



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««'«wwwww'K ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jrjrararararararjrjrar 




Entwurf vun FrUs twagrä&rrt Mümfhen. 
Moderne HucKclnhand \»n F. Votckmjn banarflmenl, Ltiftig, 



manns Romane verwende! worden isr, ist in drei 
Farben gehalten. Ich habe davon vier verschie- 
dene Ausführungen gesehen, die alle gut gelungen 
sind. Dagegen schien mir von den zwei Aus- 
führungen, in denen mir der Entwurf von Paul 
Rürck in Darmstadt vorlag, die eine auf grell- 
rotem Kaliko ganz verfehlt; die andere Aus- 
führung in dunkelbraun und grünem Aufdruck 
auf hellbraunem Stoff, bei der auch in der Mitte 
des Vorderdeckels statt des Titels ein Ornameni- 
siück angebracht ist, scheint viel mehr im Sinne 
des Künstlers zu sein. Die Rückenverzierung 
dieses Einbands ist etwas stark bizarr. Natura- 
listischer ist das Pflanzenornament auf dem Ein- 
band von J. V. Cissarz , Dnsden, der für ge- 
schichtliche und naturwissenschaftliche Werke 
gewühlt ist. Die Einbanddekoration für streng 
wissenschaftliche Werke darf nur sehr einfach 
und ernst sein, wo möglich noch ruhiger als der 
Entwurf von Cissarz. In diesem Sinne hat Josef 
Berchtold, München, die Aufgabe, einen Einband 
für mathematische Werke zu zeichnen, mit An- 
spielung auf den Inhalt sehr glücklich gelöst. 

Von den ausländischen Künstlern, die Volckmar 
mit dem Entwurf von Einbanddecken betraut hat, 
sind vor allem zu erwähnen der Holländer 



J.G.Veldheer, der Schotte Talwin Morris und die 
Gräfin Eva Sparre aus Finnland. Die beiden 
Einbanddecken von Veldheer für wissenschaft- 
liche Handbücher zeigen den eigenartigen schwe- 
ren Charakter des modernen holländischen Or- 
naments. Bei dem einen Entwurf geht das Orna- 
ment vom Rücken aus und zieht sich in dünner 
und leichter werdenden Kurven über den Deckel 
nach dem Vorderschnitt hin. Bei dieser durch- 
aus berechtigten Dekoration eines Bucheinbands 
der ja im Buchrücken seinen Halt und Zu- 
sammenhang hat müsste folgerichtig der hin- 
tere Deckel dieselbe Verzierung haben wie der 
Vorderdeckcl, er dürfte nicht leer bleiben, wie 
bei dem Volckmar^chcn Bande. Ganz vortreff- 
lich ist bei beiden Einbänden von Veldheer das 
stets schwierige Problem gelöst, die Verzierung 
des schmalen Rückens mit der Verzierung der 
beiden Deckel in Einklang zu bringen. Talwin 
Morris hat in seiner Zeichnung den rechteckigen 
Raum des Buchdeckels und des Rückens sehr 
geschickt auszufüllen verstanden,aber fürRomane 




Knivurr vun P. Kentfn, A^rhaffmbmrf. 
Moderner Buche iBbond von F. l'otekman Barwniment, IMpti^, 



cat 174 Vi» 



mmm/mmLm'ttfttmuMmt ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arjrjrarararararararar 



von Paul Heyse und Helene Böhlau mutet uns 
dieser Einband mit seinen etwas steifen Linien 
ein wenig sonderbar an. Von den verschiedenen 
HarbenausFührungen dieses Einbands sagt mir 
die Decke in hellrotbraunem Leinen mit schwar- 
zem und dunkelrotbraunem Aufdruck und der 



1» 






l.(PMmn « «1 «• - 




9tti » ♦ » - ■* 



















Einwurf von Wattef CiUf«rt, Märnehen. 




Eaiwarr voa Paul Birck, Oarmutaät. 



H*n BuclKlnliäaJt vna f. VaUkmsn BuMniincal, Lttfiit. 

diskreten Vergoldung des Mittelfeldes am meisten 
zu. Der Entwurf der Gräfin Sparre in stark be- 
wegtem Linienornameni ist für französische Ro- 
mane gewählt worden. 

Es sei gestattet, in diesen Bericht noch einen 
sehr geschmackvollen Einband einzuschließen, 



den F. Volckmar für die ihm gleichfalls gehörende 
Firma C. F. Amelangs Verlag hat anfertigen las- 
sen. Es ist ein dunkelolivgrüner Lederband mit 
bescheidener Vergoldung für eine neue Ausgabe 
von Goethes Gedichten. Der Entwurf rührt von 
dem Grafen Louis Sparre in Borga in Finnland 




Erirvurf von WaJItr Casptrit Miitchrn, 



laiTai' 


Unterwegs tais«o 




1 




i 


1 







Entwarf vo« Wsttfr Cupsii, Mimeht.i. 



Aua de» All|enelncn Aaieigtr fUr Bochblndervlcn, Si«n(irT. 

her. Ich empfinde es stets als eine groOe Ge- 
schmacklosigkeit und als einen Mangel an Takt, 
wenn jemand für den Einband einer Klassiker- 
Ausgabe einen reichen schweren Entwurf macht, 
einen Entwurf, in dem sich die Persönlichkeit 
des Künstlers stark in den Vordergrund stellt. 



<i« 175 9ih 



mmMummmmmmmm, ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE a»w«a»aM»«Mrw>ar»v» 



sich gewissermaßen aufdrängt. Hs will mir viel- 
mehr scheinen, das« der moderne Künstler in 
der Elobandvenicning VSsf das Werk eines der 
großen Klassiker hLscheiden zurücktreten muss. 
Und darum gefällt mir der Einband des Grafen 
Spam für Goethes Gedichte so «usnehmend 
gut. Der Finband ist aus solidem, gediegenem 
Material, der Vorderdeckel zeigt in Pressvergol- 



dung eine ruhige vornehme Verzierung In mo- 
derner LiaieDfiihning, die von der Mitte schlank 
«ufcteigt and sich oben zu einer Etafltssttng für 
den Titel eru eitert. Auf dem Rücken .viederholt 
sich dieselbe Dekoration, dem schmalen Rückeo- 
felde «ogepRsst, und der Hinterdeekcl »Ip in 
Blindpressung nur die itiOere Einfittsungslinie. 



Die Lithographie als Kunst. 

Von Dtraktw Dr. KAUTZSCH. 



NACHDEM diuelne Franzosen in München 
Kenntnis von der neuen Kunst bekom- 
men, sich auch dort schon selbst ver- 
sucht hatten, begründeten gleichzeitig der Graf 
De Lasteyrk und EngeUnann In Paris fe eine 

Anstalt (1816). Fngrimann veröffenrli^Ii (l Ndi ni 
in diesem Jahr ein Probeheft mit n Biüttern 
(darin auch der Lancier von Honue Vemet^. 
Unter den ersten Arbeiten aus der Aiisiait De 
Lasteyries ragen die Blätter Vivant Denons her- 
vor, der in Mfinchen die Lithographie erternt 
hatte. Neben Dilettanten, sogar solchen aus 
dem Hause Orleans, haben sich dann ältere 
und jüngere Kfinstler mit der Lithographie be- 
fasst, selbst ein In^^rcshat vorübergehend einmal 
auf den Stein gezeichnet. Die sehr bemerkens- 
werten Attendrucke Eagdmam» 1834 sdUi^ea 
die Gruppe Französischer Versuche und Vor- 
stufen ab. 

Alles das bitte der Lithographie noch kein 

günstigeres Geschick gesichert, als ihr anderswo 
geworden war. Aber es kam eins dazu« was in 
Prankreich OberhauptschwerlndleVsgschale zu 
gunsten der künstlerischen Gesamtkultur fällt: 
Die Künstler scheuen sich dort nicht, fär den Tag 
zu arbeiten. Und ffir diese Arbeh üeB sich itefn 
glänzenderes Material denken, als es die neue 
Kunst bot. So fand die Lithogrephie hier ein Be- 
thätigungsfeld, das sie rasch popuUr machte, ohne 
sie damit zugleich um ihren künstlerischen Cha- 
rakter zu bringen: Die Wiedergabe der Zustände 
und Ideen der Zeit fn Blittem fBr das grolle 
Pariser Publikum. Damit hat sich die Litho- 
graphie zugleich ein unsterbliches Verdienst um 
die Kulturgesehichte ervorben: nirgends lernen 
wir so gut wie in ihren unsciieinbaren Blltiem 



das Leben und Empfinden dieses h^anzösiscbeo 
Volkes im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts 

kennen. 

Da ist zuerst die Gruppe der Künstler, die die 
Erinnerung an die große Zeit des ersten Kaiser^ 

rcichs pflegte. Der Soldat, der so viele Schlachten 
geschlagen, der die Glut Ägyptens und den Winter 
Russlands kennen gelernt, und der doch sehr 
menschlich empfand, der wird in Scherz undErnst 
immer wieder gezeigt Dann die großen und 
kleinen Ereignisse des Krieges selbst Und end- 
lieh der Abgott des Heeres, der Mann, an den alle 
dachten, diemiiderGegenwart unzufrieden waren, 
Napoleon selbst. VieeramVachtfener steht, wie 
er mit seinen Soldaten verkehrt, wie er in der 
Schlacht erscheint, immer Sieger, immer Meister, 
und wie er zuletzt Ober das unendliche Heer der 
Toten die Heerschau zur Geisterstunde hält. Das 
ist der Stoff, der unerschöpflich ist und immer 
seiner Wirkung sicher. 

F.s ist anziehend zu beobachten, wie der Stil 
sich in den Händen dieser Kflnsller der napo- 
leonisefaeo Legende wandelt. Hmvee Vemets 
Soldaten haben noch etwas Unfreies und Steifes, 
so bewegt mitunter die Situationen sind, in denen 
sie sich befinden. Otartet ist schon h^bendlger. 
Er liebt die unmittelbare Wirklichkeit. Er kennt 
diese Soldaten noch, wie sie sich benahmen und 
^e ste sprachen. Die kleinen Menschlichkeiten 
gucken dabei immer wieder hervor, auch wo diese 
Krieger sehr fiherxeugt von sich sind. Aber es 
fehlt ihm dodi auch nicht an dem Pathos der 
napoleonischcn Zeit. Übrigens ist er auch ein 
sehr gewandter Techniker. Man beachte die ge- 
schabten und getuschten Blitler der Ausstellung. 
Endlich Ri^et. Auch er beginnt mit der Schil- 



170 



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Attiolypie \<tn Klmtcfi Z*- Co., »»sh tiatf ph4iM|nph)fe.:hen Aufnahme vnn .V. fVrirllWJ. Ltipug. 




T>po|r«plbiM;lic Rrpfo^vklHin einer in Pins<I-Tw»chm4nicr in ikr sraucn T^ncn to«i O. t'itK*l^arJt jusKcfubncn 
llilMiKrspIliK-lic« ZcichflMflc (< • der Ori|inalBr6llc). 

Aus: firttrg Fntt, Handbuch Jcr LiiH«iitraphi< und Jr» SKinJruckca. Bd. I. Druck «mi Vettac von H'iMrJm Knaff, Malle ti. S. 



Beilage /um , Arvhiv für RuclicrvTrb«*. 



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I 



•aMMMMMMMMMM ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE a^MWiOMrjrwarM^sr» 



Beilage zum „flrdilu für Budigewerbe" 





Kontorund (lager: Breiteweg 213a 

i*m Dom gcgcKObcr — CHigona OriiJit««trrain 
— ■ — ~ Rcldisboik • Siro • Caara - - ■ >■ 



Filiale pon 3oh. Frederldi, Kgl. Bofweinhändler, [löneburg 



Rudtdrudiercf H. Wohlleld In (naqdcburg 



iioxivi Vllliakllbl. l^^l Ublll(.l,UlCriCIUC UCKUIIUCII, 

dass ihn das Malerische schlechthin, ganz abge- 



nicht Roman- 
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Snhaber: Curt FÜler 

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It. Sdtmanns 



Preisllsle 1901 



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ARCHIV f da. BUCUGEW£&fi£ 




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b. Sdumrans 



177 



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Preisliste 1901 



b. Sdimanns 



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mm 



m, ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE wa^amamwarararw 



derung genrehafter, /. T. humoristischer Szenen. 
Aber bald zeigt er sich ander». Er ist gewiss 
ebenso wthr uiul tebendig wie CharleL Aber 
sein Temperament ist ein anderes. Er ist feiner, 
er hat mehr historischen Stil. So wenig pathetisch 
seine Gestalten sind, so viei edites Pathos lisben 
seine Schilderungen im gan2en. Er hat, wie 
Menzel^ das Große, Bedeutende seiner Stoffe er- 
fiuat: das Seibstgeflihl und die Selbstachtung 
dieser Soldaten, wie sie sich in jeder Bewegung, 
in der ganzen Haltung ausspricht die Stimmung 
des historischen Moments, wenn aus dem dichten 
Staub und Rauch des Kampfgewühls plötzlich die 
lileine Gestalt auf dem Schimmel emportaucb^ 
ehern, unbeweglich, Ross und Reiter elna, und 
jeder Zoll gespannte Aufmerksamkeit und ge- 
sammelte Energie. Wie da der Soldat hingerissen 
von Begeisterung, «temlos binabersehaut ^ das 
hat Raffet gesehen , erlebt, gesdiUdert wie kein 
anderer. 

Und man schaue sieb fene nichtllche Heerschau 

an, bis zu welcher GrfiOe historischer Darstellung 
und zugleich wahrer Poesie sich da der Kunstler- 
liihograph erheben kann. Dieses Meine Blatt ist 
nicht nur technisch ein wundervolles Werk, es 
ist auch ein Höchstes in der bildlichen Einkleidung 
eine« phantastisdien Stoffes. In Raffeis Lebens- 
werk sind übrigens auch die Blätterfolgen. in 
denen er seine Reisen in Ungarn, Russland, in 
der Krim «dillderte, von hoher Bedeutung. Die 
Technik des Künstlers ist frei von Experimenten, 
stets gediegen und der Aufgabe angepasst. Er 
verfligt Ober groOe Weichheit und Tiefe. 

Eine zweiteGruppe zeigt die Romantiker, denen 
einige andere, wenigstens in der Technik ver- 
wandte Kilnstfer sngerelht sind. Das Hsuptwerk 
der entwickelten französischen Romantik ist 
DeUuroix' FausL Wenn uns auch das Stoff- 
liche, diese mitieiaheriidi geschminkte Theater- 
weh nicht mehr intcr: s -iLTt, SM i -r Delacroix doch 
seiner Technik wegen zu bewundern: Die Litho- 
graphie hat in seinen Minden sn msleriachem 

CharjVtLT gewonnen, und das Aussehen wie Feine 
graue Bleistiftzeichnung verschwindet nunmehr 
ganz. Neben Meemtx^nd Dtax, Lemuä, Le Roux 

und weiter besonders GcricauU hier hervorzu- 
heben. GiricauU ist mit einigen guten Blättern ent- 
sprechend vertreten. Und diese Arbeiten zeigen, 

dass die Probleme, um die er sich bemüht, wirklich 
Probleme des bildenden Künstlers sind. Er wird 
launereinfocher. DerBettler,diePfiBrdebek»nden, 
dass ihn das Malerisdie schlechthin, gsnz sbge» 



sehen vom Voru-urf, reizt. Er ist nicht Roman- 
tiker, teilt aber mit jenen den Reichtum der male- 
riseben Mittel. 

Wir schlicOen die Gruppe d-.-r eigentlichen 
Landschafter an, die von der romantischen Be- 
wegung ausgehend bis zur schlichten Wiedeigabe 
eines Stücks Natur mit allen ihren feinen male- 
rischen Reizen gelangten. Da ist Boaingtoa zu 
nennen, dann Isateft der neben Mhr weichen, 
zarten Bildnissen auch sehr anziehende Land- 
schaften lithographiert hat. (Über die lithographi- 
sdien Reprodokrionen nseh seinen Lsndsehsfiten 
siehe unten.) Weiter Calame. der wiederum auch 
als Techniker hervorgehoben werden muss. Seine 
etwas slbu tiberlegten LandsehalKn sind in der 
Lithographie genießbarer als im Ölbild. 

Reicher wiederum und auch bedeutender ist 
die Gruppe der Kllnsder des Sittenbildes, der 
Karikatur, sowie des Bildnisses. Von den Mei- 
stern der Satire und der politischen iCarikatur 
wollen wir nur ein^ nennen: Girard, genannt 
Grandville. Seine Hauptblätter sind in der Zeit- 
schrift Caricature zu finden. Meister ist er in der 
SchiMerung von Tieren zur Charakteristik des 
Menschlichen. 

Glänzender noch, überhaupt wohl der klas- 
sische Meister dieser Blfitezeit der Karikatur ist 
Honori Daumier. Niemand hat wie er Karikaturen 
in eiiuelnen Gestalten so wunderbar eindringlich 
gegeben: da dient feder Zoll, die feinste Nuance 
der Bewegung und Haltung dem gewollten Aus« 
drucL Diese Typen sind unvergesslich. 

Vetter mtlssen wir noch Boillys groteske Köpfe 
von kleinen Leuten unl Travies nennen. Endlich 
ist da Pigal auEzuführen, dessen mit der Hand 
kolorierte BlitterGesehmack und sehr^elSlehei^ 
heit in der Wiedergahe der Bewegung verraten, 
wenn er sich auch die Typen seiner Schilderung 
nicht eben weit oben sucht. 

L'nter denSiitenschilderern sind Henri Monnter, 
der den Bourgeois charakterisiert, und Eugine 
tamf.dernebenSoldstensehilderongen Iwsonders 
Bliittjr /ur Charakteristik des aristokratischen 
Lebens hinterlassen hat, zu nennen, beide ganz 
vortrefriiehe Zeichner. 

Auch Gavarni darf hier erwähnt werden. Er 
hat eine gewisse Vorliebe für das Volk der StraOe, 
die sich mit den Jahren noch steigert. Peiner noch 
als seine späteren Blätter (die indessen ganz vor- 
trefTlich und wunderbar reich an Ton und male- 
rischer Wirkung sind) nehmen sich frühere Ar- 
beiten des Meisters aus, z. B. seine kösdichen 

23 



177 «0» 



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mmmtmmmmmmMm ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE wamiMMMMnMm 



Modebilder. Man darf wohl einmal darauf hin- 
weisen, wie weil unsere heutigen Modebilder 
hinter diesen entzfiekend zarten und gesehineek« 

vollen Blättern zurückbleiben. 

Er bat auch einige sehr gute Bildnisse litho- 
graphiert, in diesem Fach sind neben ihm be- 
sonders Cirfvrdnn und Dt'veria jw nennen. Von 
jenem ist wohl sein schönstes Blatt (les trois mai- 
tresses) und einige Proben aus dem Aiphabet 
(Ideal-Frauenbildnisse) vorhanden. Von diesem 
wiederum Modebilder, Bildnisse und Blätter aus 
den Heures du |our, seinem Meisterwerk. 

Zu den modernen Meistern der Lithographie 
leiten endlich Üfo^T Rosa Bonheur m\t ihren recht 
gut gelungenen TIerstQcken und der In der Em- 
pfindung schon Ranz moderne FfUcien Rops. den 
wir den Franzosen angeschlossen finden. Es sind 
groteske und seharT satirische Karikaturen von 
ihm da, besonders Blätter aus dem Eulenspiegel. 
Weiter aber z. B. auch ein Hauptblatt, Chez les 
Trappisies, das die treifliche technische Schule 

der Franzosen zeigt und daneben eine wundt-rb ir 
tiefgreifende Charaktertstili: der eminente Beob- 
achter verrlt sich auch hier. 

\' n der Höhe, die w ir so glänzend sich vor uns 
ausbreiten sahen, ist die Steindruckkunst jih 
herabgeglitten. Vieles hat zusammengewirkt, sie 
um ihr Ansehen bei Künstlern und Laien 7u brin- 
gen: das Erstarkten des (zur Buchillustration weit 
mehr geeigneten) Hoizschnitts, das Aufkommen 
der Photographie und der photomechanischen 
Metboden, vor allem aber der Massenbetrieb der- 
selben in Anstalten, welche in erster Linie ge> 
schiifiliche Gesichtspunkte hatten und nur über 
im besten Falle routinierte Zeichner, selten oder 
nie at>er über Kfinstier verfQgten. Das alles hat 

die Lithographie in Misskredit gebracht. Die 

Künstler zogen sich von ihr zurück. Und in dem- 
selben MaOe (iberwog das HandweriL Selbst die 

Druckqualität ging zurück, da schlleOHch nur die 
Möglichkeit der Massenauflage die Qualität be- 
stimmte. Nur die von einigen Kflnstleni geObte 
Reproduktion hat das Verdienst, besonders in 
Frankreich, die Erinnerung an die einstige Höhe 
MMih ein« ZeMmg lebendig erhalten zu haben. 



Dm Viederenriclien dtr KdnclIerlKbograplite 

in iiiisfrcfi Tilget 

In Frankreich wurde schon 1862 ein Versuch 
gemacht, die Kflnsder wieder ffir die Lldiographie 
zu gewinnen. Aber zunlchBt bat ohne Jeden Er- 



folg. Erst seit Beginn der 80er Jahre kann man 
von einer neuen Blüte der Kunstlerlithograpbte 
in Frankreich sptdien. Charakteilstiscb ist fBr 
diese Neublüte die Höhe der Technik, die sich die 
Künstler rasch wieder erobert haben. Frankreich 
ist das klassisdie Land der grapfahnhen Teehnlk 
mindestens im 10 jjhrh j nilert. So hat denn 
auch die junge Lithographie dort technisch ihre 
subtilste Ausbildung erfahren. Und nun beachte 
man, mit welch sicherem Instinkt der einzelne 
Kunstler die ihm gemäDe Weise herausgebildet 
hat Fantin Ld«oor schwelgt Im Llehtzauber: wie 
tiefes Dunkel dur;h silbern e m M ondlicht aufgehellt 
wird, wie es da überall flimmert und leuchtet, und 
doch alles weidi, ganz weldi bleibt, das hat er un- 
nachahmlich herausgearbeitet,um^:: inen V'Monen 
aus der Welt der Musik die rechte Stimmung zu 
verielhen. Seine Gestslten flleOen wie das Lichta 

das sie m liem Dunkel auftauchen ntSCht, Wie 
die Töne, deren Zauber sie dienen. 

Audi Henri Patrice IHihm ist ein Meister des 
Helldunkels. Regen, Nebel weiß er wunderbar 
wiederzugeben. Auch bei ihm folgt eine fein 
ausgebildete Technik der kfihnsten künstleri- 
schen Absicht. 

Wie er, so haben auch andere das besondere 
Verdienst, ganz ausgezeichnete Blitter fiBrdenGe- 
Schäftsbedarf zu arbeiten, als Almanache, Menüs, 
Neujahrskarten u.s.w. Von der Ausstellung waren 
diese reizvollen Arbeiten dem ganzen Programm 

entsprechend ausgeschlossen. Und so sind denn 
auch zwei weitere Meister nur nach einer Seite 
ihrer reichen Kunst hier vertreten; von Wittette 
sind wenigstens Proben seiner graziösen Pierrots 
und Pierretten da und von ^teinien.unter anderem 
Guten auch ein Blatt, das sein feines Fulieil- 
gefühl und seine TrePTsicheiliCit In der Schilde- 
rung der Pariser bekundet. 

Wiederum ehi Meister der Schabkunsttedinik 
ist Eugene Carriere. Er arbeitet seine wunder- 
baren Bildnisse ganz aus dem Dunkel heraus 
und giebt damit seinen Werken einen Intimen 
Charakter, eine Beschränkung auf das Allein« 
Wesentliche, die aufierordentiich wirksam ist. 

Endlich ist, um von zahlrehdien anderen zu 
schweigen, noch besonders Alexandre Lunois 
hervorzuheben. Er arbeitet besonders in ge- 
tuschter Manier, und Blitter, wie die wundervoll 
zarten Hurnusweberinnen, bekunden seine Mei- 
sterschaft in dieser geradezu neu entdeckten 
Welse. Sein eigeafUelies Ekmem tat aber dl« 
Farbe. Wenn er In seinen schwarzen Blitiem 



«t 178 lOi 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



4 



schon malerisch ist, so ist er es in den farbigen 
doppelt. Reisen in Spanien haben ihn mit den 
Getnheii und Farben des SOdens vertraut ge- 
MMeht, und sü sind denn seine spanischen Tänze- 
rinnen, das Stieiigefecht, die Dame im C»ii tief 
und leuehieiid tuhlg und doeb von einem Ge^ 
schmack, dem alles Bunte, Schreiende fern bleibt. 
Der Vergleieh dieser Cirbigen Blliter mit anderen 
der Ausstetlnnf fst tehrreleb. Dfe Farbe dient 
hier keineswegs in erster Linie rein dekorativen 
Zwecken, ist nicht nur flächige Füllung eines 
Umrisses, vielmehr Ist si« notwendiger, Im ein- 
zelnen charakierisierenderund ins einzelnedurch- 
gebildeter Bestandteil der Schilderung. Und 
doch ist sie breit und frei. Lunois dOrfte wohl 
der größte Vertreter der modernen farbigen 
Lithogrsphie, soweit sie in erster Linie graphi- 
sdies Blitt Ist, sein. 

Auch inEngiand suchteschon Inden 70er Jahren 
der Beruftliihograph Th, Way englische Känstler 
zur Neubelebung des Stetndrucks zu bew^n und 
schuf durch seine vorzügliche Entwlckelung der 
Technik die Grundlagen, auf denen sich die 
Eigenart der heutigen englischen Lithographie 
aufbaut. Aber bis in die 90er Jahre waren 
Whistler und Legros die einzigen, die Sieh der 
Lithographie als graphischer Kuntt bedienten. 
Das Werk Whistlers ist in der Aussidhii^ durch 
acht Lithographien vertreten. Malerlsehe Aus- 
führung und detaillierte Durchbildung ist hier 
vermieden. Durch scharfe Schraffierungen wird 
die Verteilung von Licht und Schatten und die 
Modellierung nur im großen gegeben, oder er 
verbindet skizzenhafte Umrisszeichoung mit einer 
durch das feinste Korn erzielten Tönung. Immer 
Ist es dabei die bewussteinseitigeHerausarbeitung 
eines flüch (igen ElfBkte8,die In vollcntleisiier Welse 
erreicht wird. 

In der strikten Vermeidung aller schweren Tin- 
ten und starken Kontraste ist Whistler klassisch 
und (Qr seine Nachfolger in England bestimmend 
geblieben. Zunichst war nur der Radierer Legros 
neben Whistler für den Steindruck thätig. Eine 
Auswahl seiner Porträts befand sich in der Aus- 
stellung. Erst 1^3 gelang es T. R, Way, den 
künstlerischen Ehiigeiz des jungen Englands auf 
dieses Gebiet zu lenken. Seit 18Ö4 machte sich 
der Studio zum energischen Förderer der Origi- 
nal-Lithographie, und die Aufforderung zur Be- 
schickung der lithographischen Centenar-Aus- 
stellung in Paris 1897 wirkt«; als Appell an die 
Ehre der cngllstAen Kunst. Sbannon, Rothen^ 



stein, Holloway, Pcnnel, T.R.Way u. a. haben in 
den leuten Jahren eine Reihe von Lithographien 
geschalfen, die in Ihrer selbstlndigen Ibttung 
einen entschieden nationalen Charakter wahren. 
Holland besitzt in Jan Veth und Storni vau 's 
GravesnmfezveiGmphika'von Bedeutung, deren 
lithographisches Werk auf der Ausstellung in vor- 
züglichen Drucken vertreten ist. Jm Veth bedient 
sich fBr seine Porträts, die seltene Meisterwerke 
sind in der einfachen Gediegenheit ihrer Cha- 
rskwristik, mit gleicher Meisterschaft dra Kreide- 
stiftes wie der Feder. Storm van *t GropeKoide 
gieht in seinen Marinen das weiche Flimmern der 
holländischen Luft und das Glitzern des Meeres. 
Die Verwendung von Aluminiumpittten stttt des 
Steines, die dem Druck größere Weichheit geben, 
kommt ihm dabei zu Hilfe. Neben diesen beiden 
Meistern sind In der Ausstellung noch Itaver- 
mann u.a. mit seinen bekannten Frauenporträts, 
ferner Koniag, Hodebert und ifoylema vertreten, 
letzterer nh dner Folge von nefstmUeB, die inm 
Teil unter Anwendung von Rellerdnick heigesiellt 
sintL 

Welter Ist in Österreich das Wiedererwachen 

der Kfinstlerlithographie von ganz jungem Datum. 
Zu nennen sind vor allem Graf MyrbacH mit 
großen Algraphien, der Prager £. Orlik mit sehr 
feinen farbigen Stralknbildchen und der Wiener 
Ajidri, dessen starkfarbige Blätter mehr dekora- 
tiven Reiz besitzen. 

In Deutschland war es zuerst Steinhaasen, der 
in bewusstem Gegensatz zu dem verödenden Re- 
produktionswesen (Öldruck) die Lithographie zur 
Verbreitung idner einfach und groß gedachten 
Zeichnungen anwandte. Er wollte volkstümliche 
Blätter schaffen, die etwas Ahnliches leisten 
sollten, wie etwa einst die Farbenholzschnitte des 
16. Jahrhunderts, denen sie ja such in der Ver- 
wendung von Tooplstten mit ausgesparten Lich- 
tern gleichen. Technisch bieten diese Arbelten 
nichts Bemerkenswertes, sie sind nicht einmal 
speci fisch lithographisch. Steinhausen hatte mit 
seinem Versuch zunächst kein Glück. Er ließ sich 
dadurch denn auch schrecken und nahm erst 
später, als Thoma mit seinen Blättern hervortrat, 
sein Vorhaben wieder auf. 

Auch Hans Thoma kommt es zunächst auf die 
bildliche Gestaltung eines malerischen und poe- 
tischen Motivs an sich an. Dass das gerade mit den 
Mitteln der Lithographie geschieht, ist ziemlich 
zuFällig. So hat er denn auch seine frühen Blätter 
mit beaonderer Vorliebe noch Qbermalc Erst seit 

29* 



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mmm/aimm'aimfMmm. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE w^ac^a»M^»«^w^w4mM» 



den 90er Jahren hat er dem Stein mehr zugemutet. 
Ihm mannigfach verwandt ist der dritte Frank- 
fuTter: Süfl. 

Die Art dieser drei Meister ist bezeichnend für 
dte g»nze jüogste Entwickelung der Künstlerlitho- 
graphie In Deuischtand. Von ein paar Ausnahmen 
abgesehen, die noch zur Sprache kommen sollen, 
Ist unsere ganze neuere Künstlerlichographie tech- 
niseh aitspruelislos. Sie geht meist auf deicorative 
Wirkung aus und sucht den Stimmungsgehalt 
eines bestimmten Motivs möglichst rein durch 
efnheiritehe Tonhairang oder durch einen aus- 
drucksvollen Kontrast heraus/.uarheitcn. Am 
glücklichsten sind in diesem Bemühen unstreitig 
die Karlsruher, deren Blitter die Ausstellung in 
größerem UnaFang zeigt. Ohne Zweifel ist damit 
etwas Wertvolles geschaffen. Seit dem 16. Jahr- 
hundert hahen vir lieinen so Im besten Sinne volks- 
tümlichen, künstlerisch wertvollen Wandschmuck 
besessen, wie ihn diese Blätter darteilen. 

Auch in Dresden überw iegt im Ganzen die 
charakterisierte Richtung, doch hat hier i. B. 
Lährig der Technik eingehende Aufmerksamkeit 
geschenkt und allerlei Versuche angestellt. Eben- 
so sind in Berlin die Arbeiten von Skarbina, 
Schütte im Hoftt und der Cornelia Paczka (Al- 
graphien) auch lechaiseii Inietemaat. 



Unter den Münchener Künstlcrliihographen ragt 
der geschmackvolle Fritz Burger hervor. Dort 
haben Dasio, Benuttk und besonders OttoOrdner, 
den die Ausstellung als geborenen Leipziger mit 
seinen Hauptblättem vollständiger zeigte, auch 
die elnfiiche schwarze Fedeneichnung auf Stein 
gt pPi gt r.reiners groCe Arbeiten, die reich an 
ganz ausgezeichneten Akten und guten Bildnissen 
sind, erinnern in ihrer Msnier feiner und feinster 
Strichzeichnung an Radierung. In Düsseldorf, 
Hamburg, Kiel, Weimar {Gleichea-Rußwurm^t 
Leipzig die Lithographie ebeofiilia wieder 
geübt. Kurz, allerorten ist das IntereSS« an der 
schönen Kunst wieder erwacht. 

Schon heute iisst sich sagen, nicht nur als deho- 

rativer Schmuck, auch als graphisches Blatt, di . 
in der Nähe betrachtet sein will und in die Mappe 
desSammlers gehört, wird das Erzeugnis der Stein- 
druckpresse wieder gewürdigt werden. Dabei kann 
nicht ausbleiben, dass sich auch unsere Künstler 
noch intensiver in die technischen Gegebenheiten 
der Lithographie und in die Feinheiten des Drucks 
finden und einfühlen werden. Wenn unsere Aus- 
stellung dazu midielfen könnte und wenn sieweiier 
das Ergebnis hätte, unsere Künstler auch für die 
Tagesaufgaben der Lithographie wieder zu ge- 
winnen, so wire da» Ihr wdMSnmr Erfolg. 



Verzeichnis von Personen und Firmen, 
die im April 1901 dem Deutschen Bucbg^erbemuseum Sehenkui^ Uberwiesen haben. 



Ed. Avenarius, Leipzig, Litterarisches Ccotral- 
blatL — Heinr. Bauer, Leipzig, Musterbuch. 
— Hinrichssche Buchhandlui^^^ Leipzig, Halb- 
jahrskatalog 1900 (2 Bände). — Vieweg&SohUy 
BrauHsehweig, Vogel: Photographie. — Dr. Al- 
phons Dürr, Leipzig, Die Ammen-Uhr; Alte und 
neue Kinderlieder; Alte und neue Volkslieder. 

/f. F. ATo^A/cr, Ltriprig, Lager-Verzeichnis 1901 
(Lehrmittel); Bibliotheca paedagogica. Carl 
^ayi?r.//<2nnovfr,Roggu: Aussieben Jahrzehnten, 
Band 1 . Gustav Fischer, Jena, Stammhammer: 
Bibliographie des Sozialismus, Band 1. Breit- 
kopf & Härtel, Leipzig, Dahn: Könige der Ger- 
manen, Band 3 — 8. — Julius Krampe, Braun- 
sehwag; J. P. Bachem, KSln; Ad. AÜerthmn, 



Brandenburg; W. Burkart, Brünn, Diverse 
Drucksachen. Dr. Hach, Lübeck, Verzeichnis 
einer Lithographie- Ausstellung; Hach: Mittei- 
lungen über Carl JuL Milde. — F. Wolfmm, 
Düsseldorf. Bouffier: Kunsttechnischer Ratgeber. 
~ Eugen Diederichs, Leipzig, Sämtliche Werke 
seines Verlages, die in der Bibliothek noch nicht 
vorhanden waren {41 Bänd£^ 

Allen freundlichen Gebern sagen wir auch an 
dieser Stelle aufrichtigen Dank, und bitten, dem 
Buchgewerbemuseum auch künftig Druckarbeiten 
aller Art, Bücher, Einzelblätter, Cirkulare und 
andere Accidenzen, soweit sie technisch oder 
künsderlscb von Interesse sind, fiberwdseD zu 
wollen. 



Der Vorstand des Deutschen Buchgewerbevereins. 



«m van 



BeilaKe 2Utii Archiv für Buchgewerbe 



I 



Duplex •Autntyiii« inacb einer ScIiAIrr- Aumahmt). 





Kupfer- Autotypie mitlrSt eine« 80 Linien -R««1er^. 

iNacIi tinn AutnjhM« vom JiMrf Kowuk In BHilaprM.) 



Kupfer •Autotypir mHleUl eine* 70 tinien - RnMen. 
iNjrh nnrt Aufnalinir vntt MctIc-o» t% T«. In U«il*f«c«l.| 



Oicli^s und Druck aus der k. k Graphis^rhcn Lehr- und Versuchsanstalt in Wien (Schülerarbeiten). 

Piipier der Chromo- Papier und Cartoa- Fabrik vormaU OniiUv Najnrk in Letprig. 



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mmm^ ARCHIV für Buchgewerbe aMMM»mMnMMMt> 



Die Lehranstalten für graphische Kanste. 

II. IM« K. K. GnphiMbc Ulir- und VttwebMMMlt I« Vlm. 



DER erste Versuch die Photographie io den 
I Kreis des gewerblichen Llntcrrichts in 
Ösierreicb einzubeuehen wurde durch 
das JMinisterium fSr Kultus und Unterrfeht sn 

der Salzburger Staats -Gcwerbscliule gemaclit. 
Unter Leitung von Prof. Csurda wurde dort 1S82 
f3r einzelne photographische Reproduklionsver- 

fahren eine besondere Abteilung errichtet. Die 
Hauptleistung denelbeo wer des zu Ehren der 
Vermihiung des Kronprinzen Rudolf heraus- 
gegebene Album. 

Allein in Salzburg, der Touristensudt, fehlte 
fOr eine gedeihliche Entwicltelung und EntMtung 
eigentlich jegliche Basis. Die maßgebenden 
Kreise konnten sich der Erkenntnis nicht lange 
verschlleOen, dass als einzig richtiger Ort für 
das Aufblühen einer den graphischen Künsten 
gewidmeten Anstalt einzig und allein die Reichs- 
haupistadt in Betracht kBme. So wurde die pho- 
tographische Abteilung der Salzburger Gewerb- 
schule, die über das Versuchsstadium eigentlich 
nie hinausgekommen war, im Sommer 1880 ge- 
schlossen in der Absicht, sie entsprechend reor- 
ganisiert in Wien wieder aufleben zu lassen. 

Das Unterrichts-Ministerium richtete im selben 
Jahr einen Erlass an die Gemeinde Wien, in 
welchem es die Initiative zur Errichtung einer 
,K. k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photogra- 
phie und Reproduktionsverfahren in Wien* Cf- 
gritf und zugleich an das opferwillige Entgegen- 
kommen der Gemeinde Wien appellierte. Der 
Gemeinderat der Stadt Wien stellte auch bereit- 
willigst das geräumige städtische Gebäude im 
VII. Bezirk WesibahnstraDe 25, mit Ausnahme 
des ersten Stockes, zur Verfügung, widmete für 
Adaptierunß rcspelitive zu Neubauten den Betrag 
von 350Ü0 Gulden und beschiüsH außerdem zu 
den Verwaltungskosten beizutragen. Nunmehr 
waren die Vorbedingunj^cn 'ur Hrriehtung der 
Anstalt gesichert, die dann um i. März 1888 wirk- 
lich ins I.ebcntrat. „Die k. Lehr- und Versuchs- 
jn'^f'.il* für Photographie und Reprodiik'ions- 
venahren in Wien" ist somit eine S(aati>ani>talt, 
welche durch das Zusammenwirken des Staates 
und der Kommune Wien entstand. Sie untersteht 
als eine Centraianstalt unmittelbar dem Unter- 
ilchtB-Ministerium. 



Die Bestimmung derselben wtr ebenso die Aus- 
bildung von Fachphotographen, Retoucheuren» 
Ucbtdruckern, Photolitho^raphen u.a.w., wie 
die Unterweisung von KOnsdem, Gelehrten und 

Technikern, welche die Photographie als Hil^- 
wissenschafi erlernen wollten. Dieser Zweck 
wurde erreicht durch eine Vorbereitungs- und 

Zeichenschule, zwei Lehrkurse für Photographie 
und Reproduktlonsver&hren, einen Spezialkurs 
Aber verachtedene Zweige der Reproduktions- 
verfahren und ein photographisches Praktikum 
für Amateure. Es lag ihr aber auch ob die Prü- 
fung neuer Verfiihren, die Untersuchung von 
Apparaten und Chemikalien und die Durch- 
fShning selbständiger wissenschaftlicher Unter- 
suchungen auf dem Gebiete der Photochemie 
und verwandter Fächer. Mit der Organisation 
und Leitung wurde der damalige Professor für 
Chemie an der Staats-Gewerbeschule und Privat- 
docent für Photochemie an der technischen Hoch- 
schule in Wien, Dr.y. fA. Eder, betraut. 

Die Anstalt erfreute sich schon von Anfang an 
des repten Interesses, der thatkräftigsten Förde- 
rung seitens der öffentlichen Faktoren und der 
interessierten industriellen Kreise, sowie einer 
ansehnlichen Frequenz. Mehrere Personen traten, 
nachdem sie die Kurse der Anstalt absolviert 
hatten, Forschungsreisen mit photographischer 
Ausrüstung an, nach Kleinasien, den kanarischen 
Inseln, nach Bombay (österreichische Pestexpe- 
dition) u. s. w. Die Resultate der Kurse über 
Mikrophotographie, die von Ärzten (Bakterio- 
logen), Naturforschem (Mineralogen) und Hygie- 
nikern besucht waren, ebenso wie die Ergebnisse 
der selbständigen Unterauchungen auf photo- 
chemischem Gebiete wurden in wissenschaft- 
lichen wie fachliclien Zcitiichrifien veröffentlicht. 
Das grüße Publikum erhielt von der vielseitigen 
und erfolgreichen Thatigkeit der Anstalt auf den 
Gebieten der praktischen Photographie zuerst 
Kenntnis durch die im Jahre 1880 veranstaltete 
Ansstclk'ng ihrer Schülcrarbeifcn , welche trotz 
der Kurze des Bestandes der An&talt 638 durch- 
wegs gelungene Photographien, Platindrueke, 
Pigmentdrucke, Diapositive, Lichtdrucke, Phofo- 
iithographien, Zinkauungen u. s.w. sowie Arbei- 
ten der Zdchenschule aufwies. 



M 181 tflb 



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mmmmmmmmm m m Archiv für Buchgewerbe «mmmmmmnmmm» 



Auf diu- neue Lehrkanzel für Photochemic an 
der techai$chea Hochschule in Wien wurde der 
Direktor der AastiN 1802 berufen. Die speziell 
für technische Hochschiilcr bestimmten Vor- 
lesungen und Übungen werden einmal wöchent- 
lich in den Riumen der Anstalt abf^halten. 

Die steigende Bedeutung der photomechani- 
schen Reproduktionsvcrfahren machte bald die 
Trennunf, beziehungsweise doppelte Besetzung 
der Lehrfächer für praktische Photographie und 
Druckveriahren notwendig. Ferner mussie der 
Unterricht In den photontechantschen Druck- 
verfahren, der anfangs nur mittels Handpressen 
gelehrt wurde, auch auf Lichtdruck- und Stein- 
druekschnellpressen ausgedehnt werden, weil 
gegenwärtig für die Praxis diese Kenntnisse ab- 
solut unentbehrlich sind. Aber nicht nur für 
Stein- und Lichtdruck wurden die modernen 
photographischen Verfahren bcdettluftgSVOll, son- 
dern auch fttr den Buchdruck. 

Bereits 180t wurde vom Vorstande des Gre- 
miums der Buchdrucker und Schriftgteßer Wiens 
eine Denkschrift an das Unterrichts-Ministerium 
verfasst, worin auf die dringliche Notwendigkeit 
hingewiesen wurde, auch eine Sektion für Buch- 
und llhutrationsgewate an der Anstalt zu er- 
richten. 

In Würdigung der vorgebrachten Gründe 
wendete sich das Unterrichts-Ministerium IHM 
neuerdings an die Gemeinde Wien , welche in 
dankenswerter Weise sich bereit erklärte, nun- 
mehr das gesamte Anstaltsgebäude für Zwecke 
der geplanten Erweiterung zu überlassen. Das 
Ministerium sorgte für die Errichtung eines Cen- 
traldruckersaales mit Oberlicht, worin die Licht- 
druck-, Steindruck- und Buchdruckmaschinen, 
Hand- und Schnellpressen, letztere mit elektri« 
schem Antriebe, sowie der Seuersaal unterge- 
bracht werden konnten. In den fünf Druckräumen 
sind derzeltvon Buch-, Stein-, Licht- und Kupfer» 
druckpressen 24 Stück, betrieben von neun 
Elektromotoren, vorhanden. Die Einführung des 
Unterrichts mit Schnellpressen im Zusammen- 
hange mit der Errichtung der Sektion für Buch- 
und Illustrationsgewerbe bedingte eine Erwei- 
terung des Lehrplanes sowie eine Modifizierung 
des Statuts der Anstatt und gleich -fitig uuch eine 
Änderung in der Bezeichnung derselben. Das 
nunmehr seit 1897 als ,K. k. Graphische Lehr- 
und Versuchs-insult" be/eichnete Institut, dem 
ein groües Gebäude von drei Stockwerken im 
Vordertraki und vier Stockwerken im Hintertrakt 



mit sieben Glas-Ateliers, einer entsprechenden 

Anzahl von Laboratorien» Dunkelkammern und 
Dnickersiten, sowie Zdchenrillcn «ad Lefar- 

zimmern ganz zur Verfügung Sieht, umfeSSt Vier 
Sektionen, nämlich: 

I. S^oq: Die Lehranstalt Ktr Photographie 

und Reproduktionsverfahren. Die Zeichenschule 
und die Chemie- und Physikkurse der unteren 
Jahrgänge werden von vielen Peraonen besucht, 

welche bereits in der Praxis und im Erwerbe 
stehend sich im Freihandzeichnen u. s. w. (photo- 
graphisehe Mltarbeliir, Retoucheure, Xylogra- 
phcn, Kartographen, Lithographen, Steindrucker, 
Kupferdrucker u. s. w.), oder in angewandter 
Chemie (Chemigraphen, Zinkätzer u. s. w.) weiter 
ausbilden wollen. Circa 40" « der Schüler steigt 
in den letzten, dritten, Jahrgang dieser Sektion 
auf. Sie verteilen sich in die verschiedenen Por- 
trät- und Reproduktions-Ateliers, Kopier«, He» 
touchier- und Druckerräume. Hierzu kommen 
noch (nach Maßgabe der vorhandenen Plätze, da 
die Schälerzahl eine geschlossene ist) circa 10 
bis 15 zumeist ältere Personen, welche bereits 
eine gesicherte Lebensstellung besitzen. Die Ab- 
solventen der ersten Sektion widmen sich der 
Porträt- und Landschaftsphotographie oder Re- 
touche, der Reproduktionsphotographie, dem 
Lichtdrucke, der Chemigraphie^ Autotypie, PhO- 
tolithographie, Kupferätzung u. s. w. Bei dieser 
spezialisierenden Verteilung der Schüler kann 
eine Oberproduktion von Absolventen kaum ein- 
treten. Überdies senden Verlagsbuchhändler so- 
wie Kunstverleger und größere Druckereien 
einzelne ihrer Angehörigen zur allgemeinen 
Kenntnisnahme der modernen lilustrationsver- 
fahren an die Anstalt, da für sie die ziemlich 
schwierige Orientierung in diesen Medioden von 
WichtipV e^r i ,r, selbst wenn sie nicht unmittelbar 
ausübende Graphiker werden, wohl abersoklien 
vorzustehen oder mit ihnen zu arbeiten haben. 

Fvir Zeichnen und Retoucht* werden auch 
Schülerinnen in sehr beschranl^ter Zaiil auf- 
genommen; sie können Zeichnen (ein Jahr), 
auch Positiv- und Ncgativretouche (ein zweites 
Jahr), nicht aber photographi&chc Laboratoriums- 
arbeiten erlernen, da für weibliche Hilfskräfte 
in letzterer Richtung derzeit kaum ein Bedarf ist. 

II. Scktiun: Die Lehranstalt für Buch- und 
lllusirationsgewerbe, bestehend aus zwei obli- 
gaten Jahrgängen, in welchen Buchdruck, Sat?, 
Mechanik, Chemie, Physik, Maschinenlehre, 
SchringleHerei, Stereotypie, Galvanoplastik, Be- 



M 182 t«b 



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mmmmmmmmMumm, ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE «>aramaMaMmM<» 



trletlMtttlstik, doppelte Buchhaltung, Pressgesetz, 
Asllietik der Buchausstattung u. s. w. theoretisch 
und praktisch geleiirt vinL In docm dritten 
Jahrgange können die Buchdrucker sich eventuell 
an den Kursen der ersten Sektioa beteiligen. Die 
Schfilemhl ist voriitifig suF 10 bis 12 pro Jaiir- 
iiiiic; normiert, da das Arbeiten in den Setzcreipn, 
namentlich aber an denBucbdruckscbnellpressen, 
viel Oberwaehan« vom Lehrpersonsl erfordert 
Die kostspieligen Einrichtungen der Setzerei 
und Druckerei mit modernem Materiale und 
Buchdrockpressen wurden dsdurch gefSrdert, 
>j:r:^ die Schriften und Maschinen von den betr. 
Firmen in hochherziger Weise gespendet wurden. 

III. Sektion: Die Versuchsanstalt für Photo^ 
Chemie jud trraphische Druckverfahren. Dieselbe 
entspricht der von Anfang an errichteten Ver- 
sacbssnstslt, jedoch wurde Ihr Wirkungskreis 
für die gesamten graphischen DnickverfkhfCn 
inklusive Papierpriifung erweitert. 

IV. Sektion: Sammlungen (a. die graphische 
Sammlung und Bibliothek, b. die Apparaten- 
sammluDg). Dieselben wurden teils durch An- 
kauf, teils durch Schenkungen zu namhafter 

Bedeutung gebracht. Die Sammlung photogra- 
pbischer Objektive, zur Zeit 267 Stück, im Werte 
von Aber 40000 M., Ist die vollatindlgste und 
wertvollste, welche überhaupt existiert. Kameras 
zu Reproduktionen u. s.w. sind neun vorhanden. 
Die Sammlung von Lithographien und Hello* 
gravüren sowie graphischen Kunstdrucken aller 
Art ist nach Techniken geordnet und eine wichtige 
Quelle der Belehrung und des Studiums fOr den 
Graphiker. Die phoiomechanischen Methoden, 
Lithographie und der Kupferdruck sind vorzüg- 
lich vertreten, den Erzeugnissen iler Typographie 
wird in neuerer Zeit große Auftnerkssmteit er- 
wiesen. • - 

Das Gremium der Lithographen und Stein- 
drucker erkannte auch die Wichtigkeit der Aus- 
bildung der Hlifokrifte und errichtete 1896 eine 
Gremlal'Fachschule (Wien, i. Renngasse) unter 
werkthätiger und finanzieller UnterstützunR des 
Unierrichis-Ministeriums und der Gemeinde 
VIen. Dieser niedrige Fortbildungskurs Bndet 
für Lehrlinge der Genossenschaft in den Abend- 
stunden wihrend zweier Jahre statt. Er steht 
als nidit in den Rahmen der Graphischen Lehr- 
und Versuchsanstalt passend zwar mit der- 
selben in keiner direiiten Beziehung, es ist aber 
der Direktor der Graphischen Lehr- und Ver- 
•ttdttsnsialt mit dessen Inspektion betraut. 



Bei der großen Ausdehnung der graphischen 
Gewerbe in Wien machte sieb in den Kreisen 
der bereits im praktischen Betriebe thitigen An> 
gestellten der Druckereien und photographischen 
Ateliers häufig der Wunsch geltend, an den 
arbettsAtdeo Abenden oder Sonnts|pn eine spe> 
hielte fachliche Ausbildung genießen zu können. 
Auf die Abhaltung solcher Spezialkurse, in 
welchen zeitweilig verachledene Reprodoktiont- 
verfahren gelehrt werden, welche in das regel- 
mäQige Programm der Anstalt derzeit noch nicht 
aul!|{enommen sind, wurde bereits bei der ersten 
Organisation der Anstalt Rücksicht genommen. 
Sie wurden stets unter lebhafter Beteiligung der 
Praktiker abgehalten. 

Die an der Anstalt erzeugten graphischen Ar- 
beiten werden nicht in den Buch- oder Kunst- 
handel gebracht, um der Privatindustrie keine 
Konkurrenz zu machen. Nur ab und zu kommen 
sie in periodischen Fachschriften als Beilagen 
zur Verwendung. 

Die Resultate der Anstaltsarbeiten auf dem 
Gebiete der künstlerischen Photographie kamen 
namentlich in der internatlonaleo phoiographi- 
s,l L [ Ausstellung im österreichischen Museum 
für Kunst und Industrie 1801 zur Veranschau- 
lichung. Gelegentlich des OS. Naturlbrschertages 
in Wien 1806, wurden die wissenschaftlichen 
Photographien der Ansult zur Ausstellung ge- 
bracht. Desgleichen stellte das Institut In der 
photographischen .^usst r i v.' in Berlin lS96aus. 
Gelegentlich des dritten internationalen Chemi- 
kerkongresses In Wien IflOS, bei welchem sich 

auch eine eigene Sektion mit J: r rtiemie der 

graphischen Gewerbe befasste, fanden die Be- 
ratungen der letzteran an der Anstslt unter thi- 

tiger Mithilfe derselben statt. Die aus derselben 
hervorgegangenen wissenscbaMichen Publika- 
tionen auf allen Gebieten der Photographie und 
photomechanischen Verfahren sind in selbstän- 
digen Werken und Fachzeitschriften publiziert 
worden. Ferner wurden Forecher (Archäologen, 
Geologen, .^rzte, Astronomen u. s. w.), wie Ver- 
leger und Drucker bei ihren Bestrebungen da- 
durch geRlrdert, dass wissenschaftliche Experi- 
mente, photographische Aufnahmen und Proben 
mittels neuerer photomechanischer Verfahren 
vorgenommen wurden. Einige Arbeiten dieser 

Art aus verschiedenen Gebieten der Kunst und 
Wissenschaft wurden in der Weliausäiellung 1000 
(Gruppe III, Kl. II, Österreich) ausgestellt. 
Dass bei einem einmütigen Zusammenwirken 



M 183 IBi 



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•ww/K«««,'K'«'M,'K<K ARCHIV FÜR RUCHGbWERßE arjTjrarMrM^jrarjrjrar 



aller dabei interessierten Kreise, bei der steten 
opferwilligen Unterstützung von Seiten der staat- 
lichen wie städtischen Behörden das Institut 
einen solchen eminenten Aufschwung nehmen 
musste, dass wir es heute als die beste Anstalt 
in ihrer Art unbestritten bezeichnen dürfen, ist 



einleuchtend. Einen nicht geringen Anteil an den 
Lorbeeren dürfte doch auch der verdienstvolle 
Leiter, sowie der ausgezeichnete Lehrkörper be- 
anspruchen, der eine stattliche Reihe praktischer 
wie theoretischer Koryphäen der Graphik auf- 
weist. Die richtigen Männer am richtigen Fleck! 



Klimschs Jahrbuch. 



Eine Obersicht Ober die Foruchritie tuf graphischem Gebiet. Bd. I. 1900. Verlag von KLIMSCH & Co., Frankfuri a.M. 




An der AnOciKlfltcr. 
Aawtyple voa KlimtcS Co. luch t'mtr 
Fhotograpbic von F. Dährkoof, Hamburg, 



IE besonders auf gra- 
phischem Gebiete 
bekannte Verlags- 
firma bietet in die- 
sem zum erstenmal 
erscheinenden Jahr- 
buch uns nach In- 
halt und Ausstattung 
eine graphische Lei- 
stung ersten Ranges. 
Über die Angriffe 
auf die Fachzeit- 
schriften und Lehr- 
bücher im Vorwort 
können wir füglich 
um so eher hinweg- 
gehen als sie sich ja 
nur als eine Oratio 
pro domo darstellen, 
im übrigen aber un- 
terschreiben wir ei- 
gentlich iedcs Wort 
der Vorrede wie des Textes. Mit der weiteren Vervoll- 
kommnung unserer Leistungen werden auch die Ansprüche 
und Bedürfnisse größer, die „Vollendung" ist nur ein re- 
lativer, kein abstrakter Begriff, Ideale können nie erreicht 
werden. Aus diesem Grunde muss auch unsere Schw-arzc 
Kunst den Naturgesetzen folgend immer weiter fort- 
schreiten, deshalb werden immer die Fachzeilschriften bei 
der Unerschöpflichkeit des Stoffes ihre Existenzberech- 
tigung haben ebenso wie die ferneren Jahrginge des 
,Jahrbuchs", denen wir mit Spannung entgegensehen. Es 
wird ihnen schwer werden den vorliegenden ersten zu 
übertreffen. 

GewissermaOen als Einleitung schildert uns der bekannte 
typographische Forscher Hofrat Böreket „Die graphischen 
Künste zur Zeit Gutcnbergs" unter besonderer Berück- 
sichtigung der damaligen Techniken. Ungemein dankens- 
wert ist die sprachwissenschaftliche Studie von Friedrich 
Bauer; „Die Schriften des Buchdruckers", in welcher mit 
deutscher Gründlichkeit die Entstehung der einzelnen 
Namen und technischen Bezeichnungen der Buchdruckcr- 
schriften hinsichtlich ihrer Größe erörtert wird. Hoffent- 
lich werden spiter einmal die Namen der Schriften auch 
hinsichtlich ihrer Provenienz bearbeitet werden. Der 
Aufsatz: Stichel und Tonplattenmesser in der Accidenz- 
•bteilung von Olm Krüger behandelt besonders das Kapitel 



.Tonplatten". Dabei durften aber die Miü^rschen ent- 
schieden nicht, wie geschehen, votlstindig ignoriert wer- 
den. Auch der. Eiserne Kollege* findet seine Würdigung: 
.Die Selzmaschine, ein Kind der Neuzeit" von A. Küttner, 
wobei alle Pakeiseizer aufatmen werden. Äußerst 
treffend sind die von Friedrich Bauer in: „Die moderne 
typographische Kleinkunst" niedergelegten Bemerkungen. 
„Der gesamte Accidenzsatz baute sich in der Hauptsache 
früher auf den Regeln des Titels auf. heute soll er den 
Prinzipien des Buch$at:es folgen." Knapper lisst sich der 
Unterschied zwischen der alten und neuen Richtung kaum 
prizisicren! Von den zahlreichen Illustrationen, die diesem 
Artikel wie allen anderen beigegeben sind, sind wir 
in der angenehmen Lage einige abdrucken zu können. 
Die „Rundstereotypie" behandelt Carl Hermann mit be- 
kannter Sachkenntnis in seiner klaren, verstindlichen 
Weise. Für die „Herstellung von Galvanos" giebt Dr. W. 
Pfanhauner jun. die nötigen Aufschlüsse und praktische 
Winke, in präziser Form auf streng wissenschaftlicher 
Basis. Der Altvcleran und Pionier der Photochemie, 
Prof. Husnik in Prag, einer unserer iltesten photographi- 
schen Freunde, giebt „einige Winke für Buchdrucker, die 
sich mit dem Dreifarbendruck befassen wollen". Freilich 
wäre CS wünschenswert gewesen, wenn die Autoritit auf 
diesem Gebiet nicht schon nach der dritten Seite die Feder 
aus der Hand gelegt hätte. Der „Musikaliendruck" nach 
seinen verschiedenen Herstellungsweisen wird von Otto 
Säuberlich ziemlich erschöpfend behandelt, wobei nur der 
typographische Notensatz seiner heutigen minder prakti- 
schen Bedeutung entsprechend denn die Tonkünstler 
lehnen ihn konsequent ab etwas stiefmütterlich ab- 
gefertigt wurde. Friedrich Henxe, der Verfasser des vor- 
züglichen Lehrbuches, berichtet über .Chromolithographie, 
Chromoalgraphie und neuere Errungenschaften auf diesen 
Gebieten", indem er besonders die kombinierten Arbeits- 
methoden der Chromolithographie mit Photolithographie, 
Lichtdruck und Heliogravüre in den Kreis seiner Betrach- 
tung zieht. Aber auch der Aluminiumdruck sowie der 
Rastertondruck, die Gelaiineradierung (1877 von dem geni- 
alen, viel zu früh verstorbenen Adolf Gnauth in Sürnberg 
erfunden und von ihm Gnauthographie genannt, was frei- 
lich in Klimschs Jahrbuch mit Stillschweigen übergangen 
wurdel, die Kornpapierzeichnung, das Stcinpapier, die 
Fetilichtdrucke auf Kornpapier, neue Arbeltsmethoden für 
Farbendruck auf Aluminiumplatten wird entsprechend er- 
örtert. Das „Wesen der Merkantilarbeil vom Entwurf 
bis zum Druck" nimlich in Lithographie — schildert 



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'KW'K'K'K'K«'«««,«; ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arararararararwarwar 



uns der Obcrliihograph F. Hesper. Von den beigegebenen 
Illustrationen können wir. Dank des Zuvorkommcns der 
Firma Edler & KrUche in Hannover, demnächst in zwei 
Kunsibeilagen einige Proben geben. Das Thema: „Über 
moderne Rcproduktionsobjektive' (von K. Martin) ist ein 
sehr zeitgcmiOcs. Die zahlreichen Versuche, die hier ge- 
macht wurden, haben mit den Reproduktionsanastigmatcn 
mit vermindertem sekundären Spektrum zur Zeit Abhilfe 
geschaffen, mit denen man ja — vortiuKg wenigstens 
sich zufrieden gestellt hat. Adolf Htrzka plädiert für 
die Trockenplatte („Die Trockcnplattc in der Reproduk- 
tionstechnik), auch soweit die Reproduktions-Photographic 
in Betracht kommt, indem er hofft, dass selbst hier das 
nasse Verfahren bald außer Kurs gesetzt werden möge. 
Dass man es heute weder ahnen noch vorauszusagen ver- 
mag, welch neue Perspektiven sich den Reproduktions- 
techniken dann eröffnen würden, Ist richtig. Den 
aLichtdruck-Überdruck auf Stein und Zink* schil- 
dert uns 0'. Hes-s in anschaulicher Weise. Wir waren 
in der angenehmen Lage von diesem Verfahren 
im vorigen Heft eine höchst charakteristische 
Kunstbeilage geben zu können. Auch der „Drei- 
farbendruck" findet eine fachgemäße Besprechung 
(von F. Hemsalh) insbesondere das Verfahren bei 
Herstellung der betr. Aufnahmepialten. In der 
„Kritischen Vergleichung der modernen Kopier- 
methoden auf Kupfer und Zink und einige nützliche 
Winke zur Beurteilung des Autonegativs' von H.v. 
Beck werden schätzbare Winke für die Praxis des 
Kopierens gegeben. „Über Photogravüre auf 
Kupfer* belehrt uns der inzwischen leider viel zu 
früh von uns geschiedene Hofrat O. i'. Volkmer in 
Wien, eine der allerersten Autoritäten auf dem 
Gebiet der graphischen Techniken. Dieser Aufsatz 
war sein Schwanenlicd. R.LP. Über „Deutsche 
Buchausstattung an der Jahrhundertwende* refe- 
riert in großen Zügen Friedrich Hauer. Bei dem 
Katalog der Deutschen Uuchgcwcrbeausstcllung 
in Paris, herausgegeben vom Deutschen Buch- 
gewerbeverein, sind .bemerkenswert die Zeilen- 
füllungen bei Einzügen und Ausgängen der Ab- 
sätze, eine gelungene Lösung der Forderung, dass 
eine Buchseitc keine störenden Lücken aufweisen 
soll.* In die Mysterien der Farbenchemie führt 
uns Dr. R. Kübencamp ein. indem er uns „Die Er- 
rungenschaften des 19. Jahrhunderts auf dem Ge- 
biete dcrFarbcnfabrikation für die graphischen Ge- 
werbe* in fasslicher, spannender Weise schildert. 

Mit Dr. P. Klemms Aufsatz: „Druckkunst und 
Kunsidruckpapicr beim Illustrationsdruck*, in wel- 
chem besonders hervorgehoben wird, „dass im 
Stoff für den Kunstdruck genügend vorbereitete 
Papiere, sobald sie sich die Anerkennung der glei- 
chen Brauchbarkeit allgemeiner erworben haben 
und nicht teurer sind als die ja nachträglich ge- 
strichenen Kunstdruckpapiere, diesen gegenüber 
glückliche Konkurrenten sein werden*, ist der 



überaus reichhaltige technische Teil erschöpft. Zum 
Schluss giebt noch F. Frh. v. Biedermann einen längeren 
Überblick über den deutschen Buchhandel im Jahre 1899. 

Die Ausstattung des mit 24 von den ersten Firmen der 
graphischen Gewerbe beigesteuerten Kunstbeilagcn ge- 
zierten Werkes ist eine hochfeine. Dasselbe wird zudem 
noch durch eine Menge von in den Text gedruckten 
Abbildungen treifend illustriert, während die von der 
technischen Lehr- und Versuchsanstalt hinzugefügten, 
an sich irelTlichen Autotypien mit dem Text in keinem 
Zusammenhang stehen. Fachmann wie Kunstamaieur 
werden in dem Wunsch übereinstimmen, dass die Firma, 
die sich durch dieses Werk ein wirkliches Verdienst um 
die graphische Kunst erworben hat, auch einen wirklichen 
Verdienst dabei finden möge, damit dem ersten Band 
weitere folgen mögen. 




Auloiypic von KUmtrli ^ Ca,, fiAukfan j. .H. 
Nied einer pliotßcr'pKU.'Ken AufnAhme Ton £. Jtndiak, St. Utriek, 
Aui KUmuht JikrbiKK. 1900. 



r>S 186 



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mm^rnfwummmmMt ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arwwdrjrjrarararar» 



Internatloiialer Musteraustausch. 

Vm THEODOR GOEBEL. 



AN Farbetuirucken in drei, vier und mehr Farben bietet 
>di«*er Jahrguf desMuttorauumnsdiea mehr als einer 
seiMT VoiiRnger; nUretctw trrifHck« BUtter befindni 
*ieb mier des BeiirlfM und lefen Zeugn'n ab von den 
uberruchenden Pttrtrclirltten, w«te1ie der typographisch« 
FarbenJnicV. J. Ii. »ifhi dir nnuk in flachen Tönen, son- 
dern vorzuK'-wcLsc in bildliclic-n UnnilellunRen, gemacht 
hji. U'as man htuie im Drei- und Vierfarbendruck erreicht, 
bitte sichcriicli selbst noch vor zwantigjahren der erfah- 
KMte Drucker nicht für möglich gehalten; trotz der schon 
Jeiit enieltcD &hemschenden ReiulMie taniei ladet die 
LOMAg Mttdt fih«i«ll ,V«rwtrtt^ nad der ErlMf vird flieht 

Den Drtlfarbendntek betrat die Hoffimatintctit Buch- 

druckerei (Fcli.v Krais), Stuttgart, auf B' in r n ;• in r 
stimmungsvollen und trefflich gelungenen b^u * /ual j- 
landschaft nach einer Ölilii/zc, die zwar etwas düster ge- 
ballen, aber doch von glücklicher Wirkung ist. Ein zweiter 
DnUhrtandruck, Blatt 13, kam ebenfalls aus Stuttgart, und 
nrer von der HoIhHcbdnickerei vea tjrtiner ^ lyii^fltr^ 
ivel AnsiebttpoMkiften enihaliend, die obere, der Firbcn- 
druck, ein nordiecbcs Seebad im Bilde seilend und eyt- 
geehrt in der von dieser groSen graphischen Anstalt 
gewohnten V'ortrcftlichlicit, die untere, Jiis Alte SchlOSS 
in Stuttgart in monochromer Autotypie darslclJcnü. - - Auf 
Blatt 29 heißen wire:ne bisher im Austausch noch nicht 
erschienene große Firma: Firmin-Didot & Co. iti Parit und 
HmU-sur'FEttHt, willkommen und freuen uns ihrer Teil- 
mbmo. Oos Blsn ist aaeb einem Aquarell bcnteoiellt, 
dessen Sdidnbelt und Cbsrakter es metsiefbafl «teder* 
giebt; dass sich aber auf dem Blatte die Angabe der Fabrik, 
aus welcher die Farben bezogen wurden, befindet, ver- 
stOIll gegen einen früheren uuhlhceründeien Bcschluss 
der Austauscbleitung. So willkommen Beilräiffe der Fran- 
zosen sein mdgen, so darf man ihnen doch nicht gestatten, 
was den Deutschen verboten ist; - 32, H. HohmannyDarm' 
Stadt; iwsi GMckiwnscb* und «iM An«tebnpaitl»Re ia 
recbtaaianMier AnlOhiiuc;"42; Pi1»ärMJ«^er,Witn, 
ein reitendes, 8ifmmBnit*vi>llea Wsldiandsehsftsblldcbea, 
das durch seine Feinheit lehhaTi an die sojj. Bavtcrdruckc 
erinnert, bei denen Kupferstich und harbcnholcschnitt zu- 
sammenwirkten zur l-'r/eugunR gleicher UfTekte; 44, 46, 
J, G. Si hrittr & üies*cke, heipitn, ««ei sehr schöne Bllitcr, 
daä eine Alusiknotensatz zeigend, den Frau Musika in einer 
Dreitkrbeavignette bekrdnt, das sndere ein Damenportrit 
in ifaicr Ftgar aaeb elacm Ölbild, das la altea Teiica 
flbnrascbMd Ma darcbfeflUirt ist; — 90^ J}i8iA<GiiNMst«r, 
Zdrfeft, eine tchweirer Ansieht In «ehr verstindnlsvoller 

WiedcrRabc; 54, Han\ Mocssmi-r Sohn, If'iVri. ein vier' 
seifiges Blatt, die beiden Aiiüciistilen schone Innen- und 
Äullen-Ansichten in monochromer Autotypie, die Innen- 
seiten sechs Ansichtskarten in typograplii&chcm Urci- 
HHtaadlUCk enthaltend, die wohl nur gute Marktware sein 
Vellen; — tÜ, Fönter^^Bwrriett Zwickau, eine Ansicht aus 
des daitliea sttdüBcbea Aalicaa, ein reiteadet Land- 
aetaaftabüd voa grobem Toaraiebmm; — 72, C. Grantbadk, 
ie(^4r* <da die Cissmalerei gescbiekt imitierender DreJ- 
Ibfbeadrack; — 80^ Omg BäxMMüt & Ca., B«Mn, eia 



Blatt mit zwei Ansichten, von denen man die obere, auf 
vekber sieb dauncbe KriegsschiSe bei im Sosaealichte 
gHasondtr giiMBr See daa FlauaimruS «neadaa, als 
lUastmdaii au Jli|eaf««Milte aad glBeblicb« nitart« boieleb- 
nen Unnte, wibrend uns die untere eine vom Sturme be- 
wegte düstere See zeigt, auf deren schaumbekrönten Wogen- 
bergen deutsche Kanonenboote heftig geschaukelt «'erden. 

— ein Bild voll ergreifender Aktualität, beide in musier- 
gQlligerAusfüh 

gedruckt von (^arl Hlcmming in Glogau, eine Reproduktion 
nach dem Gemilde aTrlumerei", von Zaak, — ein schAnes, 
parpttrübai^Maaaa Blatt mit aammetan^wsiclMO'TBaen; 

— Sipamnwba BuOtänaem^f Mp^f to Blatt srigt 

zwischen sMHslerten Blumen In Blaugniti und Gelb ein 

liebliches Märchenhild, das, umschlossen von grünlichem 
Fond, von feiner künstlerischer U'irkung ist; 95, C. DOnn- 
h<uipt, üfisüu, zwei Ansichtspostkarten; besonders die 
obere, die Burg in Roslau a. d. Etbe darstellend, ist von 
stimmungsvoller Schönheit; 96 kam aus Haaritm, 
dem felobten Lande der Blumensviebeln, and es bringt 
deaa aaeb Talpea« und HyaihMheabNIteB, die in der Bucli- 
draekara! von De Erven Loos/es daselbst mit großer Meister- 
schaft gedruckt sind; - 124, zwei Ansichtspostkarten von 
der Riviera enthaltend, liat E. iVisfi-n» berühmte Kunst- 
ansialt zu Nürnberf, als Ucburuxtäde, uad diese scltonen 
tonreichen Bilder sind ihrer auch würdig; - - 126, August 
Pries, Leipzig, wihlie ein kokettes franidsiacbes Sujet zur 
Reproduktion und führte es entsprechend Hein durch; — 
166, A. Bnukmaiutr iMdactea, stabt bierau dureb die wuch- 
tige Intensitlt seiner, das Riemencbmldscbe Cemiide «Der 
Garten Eden* nachbildende Blatt im schlrfsten Gegensatze, 

ein Dreifarbendruck von außerordentlicher Kraft; 
\S2.Strecker&Sehröder,Stuitgart, Portrit eines alten weiß- 
birtigen Lootsen, dessen sctaarles Auge ein einkommen- 
des Schilf zu ersplhcn scheint; sollte man aber wirklich 
einen wetterbanen, srarmgovAbnten Mann wie diesen mit 
•0 ratigm Antltes ftndan? Salbat »«Miltr Qrag", 
dea er ia «einem lanien, eiaem aehvetea Bemlb gewid- 
meten Leben gewiss nicht verschmtht bat, dihfte lieine so 
anmutige Gesichisrürbung hervorzuzaubern vermögen. 

UiC Vicrfiirhi-njrucke heginnen mit Blatt 23 von Anficrer 
(r Göschl in H if/i, eine blumcnpHückcnde Clriecheniungfrau 
darstellend, ein reizendes Suiet und /ugleicli ein Meister- 
stück in Vierfarbendruck; - Bi, ein Landscbaftsbild der- 
selben Firma, nach einem Aquarell, in der Ansfübrung nicht 
weajgar v«Mittdai als daa cfsteta Blatt aad besaadara acbSa 
in seiner Ifakca Hllfle, wUread die nclne durch «mito 
Schattenpartien eiwss unnthf g erscheint; — 197, ein drittes 

Blatt von Angercr & Göschl, in der Ausführung auf gleicher 
Hölle der bKiJc» vorhcrgcliendcn. in Gegenstand und Zeich- 
nung lebhaft an das „Walhall" von Buxenstein gemahnend ; 

— - M,J. J. Wagner & Co., Zürich, ein sehr Heiliig und ge- 
schickt gesetztes und tadellos in 10 Farben und Gold ge- 
drucktes (Setier A. Hücker, Drucker F. Cfinther) Blatt mit 
einer lilusiratiaa ia 4 Farbea; der Anlage nach gehSrt der 
Satz der edleren Art der Preimanier an, doch sind moderne 
Ornameoie geschickt lur Ausscbmiickuog herangezogen; 

— JB, ff . Otdeatonfg-, Münebea, die Reproduktion eiaes 



M 187 Wh 



24* 



mmmmmmmmmmm. ARCHIV für BUCHGtWhHbE ararwM^rwwaowsaM» 



Vdttvermuttclica Cenllde^ — «In MW In vaHsim Siiuw 
des ▼«rtes, — «'/* Triamph Am Vierflirbendnicfcct; «tn 

iweites BUltdcr Firma R. OUcnhourg, tia Rgiirenrcichcs 
Stilllcben, dcs-.on GcRcnsiän Je >,ich von 4cm dunklen 
fiirpiirfon J \ ollkommcn plastisch abheben, ist nicht minder 
■reff lieh im Druck, «1« da« vorgenannte Blatt: - 51, Baeh- 
dnuktnri Knis in Basel, eine verkleinerte Wiedergabe des 
von Aniiftr * CAicbl gewIliKeii Suiets; - 13$^ tiniiur 
B Pft^tU; StaU/mt, ein Vl«rhit«ndniek von CMoctmHi^ 
Kliwliee« van Ebtrhard Scliv»tb«r, tüm ii«u»rfundencs V«r- 
fafiren, dem matt den fVamen Cltochromle beigelegt hat, 
» eil es Kcstattc;, Jic Tarben feucht übtreinjnJcr lu drucken, 
rihnc dass man ursi das Trocknen dur vorhergehenden ab- 
.'iiuarlcn briunhl. Das Hlalt Kiet"! e^ne Ansuhf von Stiii;- 
Karr, doch ist diese etwas schleierhaft gehalten und man 
kann deshalb hiernach ein abschließendes Urteil über den 
Wen dea aenen Vcrfahrena nicht abceben; — 141, ein 
iweinw Blan dar Firm« J, J, W^mtr 6' Cn. ia IMeh, tin« 
KaehgeUisilandaelMll bei GewfnerMlmanNg AanitHmd; 
die Aualfihnint dteaet Bildet tSnnte auf einen ttth»* 
graphischen Ölfarbendrvii-k, für welchen natürlich eine 
betrlchtliche Menge von Steinen erforilerlieli sein » iirdc. 
selilielien lassen; ein schöner Bele^ für die LeistunRsrihii;- 
keit der modernen Chromot>pographic. Das letzte Blau 
dieser Reihe, 190, kam aus Norwegen, gesandt von der 
CeuiraUruekfrei in OuMiaaw. E» «t«»! d«* nordiache 
SeUwa Ateräbtw dar und gereicht dureh aeinc AnalBbrnnK 
der norwegischen Dmclierkutisi lur Ehre. 

Von Bllttcm in Buchdruck, bei denen mehr als vier 
i'laltcn in Anwendung kommen, cnih.'ilt der Musicraus- 
tausch 12, und gleich d.is mH Nummer 1 bezeithnetc Blatt 
des Bandes, CinKcsandt von .M(7-^Cf fV M'ittig. /.ri/'.-ij;. ge- 
hört dieser Gattung an. Von den weiteren kamen 6 und 167 
von Victor Hornyansiki, Budapest, das eine in S, das andere 
In 7 Farben gedruckt von Angerer Cateclilacben Platten, 
beide Rnli^ttiea ana der KSnigageacblebte Ungama In vor- 
züglicher Weise veraRscbauliebend und die Farbe der 
Steine, sowie die Patina des Metalls ausgezeichnet wieder- 
gebend. Aliirfnii Tnii-hcn. der Kopenhagener Druckcr- 
meisier, wandle Nr.9,einc prächtige Neujahrs-Clückwunsch- 
karte in reinem Typendruck in Gold und Farben ; geschmack- 
volle Farbenwabl und tadelloser Satz und Druck gehen bei 
dessen Enengatesen stets Hand in Hand. Femer kamen 
acMineBlilwr von C. Heinrich in Dresden-tltiulaät (Nr. Ii); 
—SeMItrB^Oteueke, Leipzig (43); —J. B. KMntbt Bvcta- 
druckerei, M. Buscher. Krefeld (84) ; GoM. Schmidt, Rem- 
scheid (107); Poensgen & Heyer, Köln a. Rh. (110); Das 
Bibliograph. Institui, i sandte ein besonders be- 

merkenswertes, dem t*rat;htwerke,Kuni>lforroea der Natur" 
entnommenes Blatt, dessen Platten für die Grundfarben 
aichi auf dem onhocbromsiiscbeo Vege wie für tlen Drei- 
farbendruck,aondem durch einen littaograiitaiBelieaKfinBtlnr 
mittele TnacbeMicbanngt din Kontnren alwr mitlela Poder* 
ttiebanng geaebalfen wurden^. — Noch atad sn nennen: 
ISß, G. Fran2sche Hofbuchdruckerci (G. Emil Mayer), 
München; — 182, Felix Merseburger, Leipzig; — 17), Ernst 
Leven, Faktor der OUIenbourgSChen Druckerei in München, 
ein Meister im Kartonschoitt, welcher auch slmtlicbe 
Platten in dieaem hrbenrelcben Blatte aelbat in Kanon 

•) Ott Verfkaiaa watet *m an cl*sch<ad KcwkWni b dka „Sckvclsr 
CnpMtehM MMwHiraaM", MLj«taiaM>'^H«n.akl48L 



beratellie. Anefe daa ietite Blau dieaer Rnlke (Iti) bmn. 

wie da« der TorherKebenden, aus Cftrfslldniie, H. IMiertk, 

Ohcrmaschinennifisler in der CenlrildrucVerei dsselbst. 
ist sein tiD&endcr. Mir erblicken auf demselben licrgen, 
seinen Hafen und einen Teil des Meeres in malerischer 
Abendstimmung nach einem für das Prachtwerk «Norwegen 
im XlX.Jabrhundert* ausgefObrien AqttantI, — «biacMlnea, 
in ieder Hinaichi geluogenea Blati. 

DicZablderBlltier, in denen die nonoebrooieAttto^pia 
die Hauptrallo opielt» iat nnler 4sn tellM crttgaMBefe «r^ 
wibsten, triebt groO, — es aind deren nur alebe«, doch find 
sie meist vorzüglich ausgeführt. Zu nennen sind: 24. Rud. 
M. Rohrer, Brünn: 50, Aleic. Grosset. Higa. der fast in 
allen k'T'"*'-'''-''! Zueilen Gutes Itisiet; ^l. J- I-i<» v. 
ti iVn, ein Brustbild, gedruckt von I riedrich Jasper, !>o üChSn 
in Aufnahme, Ätzung und Druck, dass man es für eine feina 
Kreideieichnnng hallen k&tiMti—91,LJ^tritback,Biuulaa, 
otn Cedanlbiait wr CnrnnbeigMor daaolbnt, alt dam Por- 
tfit GnteNbctii imek dem Mtlnier Cemlide; das Bild dea 
Altmeiatera, auf das es hier doch vor allem ankommt, 
erscheint leider ziemlich matt, es gicbt weit bessere 
keproduktienen dieses Gemäldes; HS, eine Lichtdruck- 
Autotypie nach Cronenberg Hatcntverfahrcn, und wohl von 
Crimenberg eingesandt. Die diesem Verfahren zu Grunde 
liegende Absicht dürfte .luf die Beseitigung des Raster- 
verfsbrena abiieien; ao lan^ dasaeihe aber nicht beaaen 
Reaultate, ala diesea Bild, daa den RMerachen kunst- 
gewerblichen Mustern, dem Lfiwyschen Portrit und 
manch anderem Blatte im Austausch noch sehr nachsteht, 
dürfte dieses PiKcntvcrfuhren die Riister-AutOtypie noch 
nicht sobald zu verdrängen berufen sein. - Blatt 173, 
H. Slürl.-. I.lnivcrsiiitsdruckcrei in Wür;l>arg . bringt die 
hdcbst merkwürdige, von mir in Heft I des , Archiv*, S. 25, 
schon niher erwähnte Einbanddecke von 1442 mit der vcr- 
mltielai Einielbucbataben hocbgeprigien Umacbrift. Ob 
daa, «aa auf dem Blatte aelbat geaagt wird über das Ver- 
fahren bei Herstellung dieser Umschriit, lulrellend ist, 
muss dahingestellt bleiben; mir scheint nicht, dsss Jede 
Type einzeln eingeprägt wurde, vielmehr glaube ich an- 
itetin)«» lu sotlen, dass der erßnderische Mönch und Buch- 
binder die Buchstaben in Metallblittchen vertieft ein- 
geschnitten und diese dann zusammengestellt hatte zu 
gleichseitigem gemelnschsMicheiD Abdruck, wofBr die 
acbwaeb erbabenen Linien zwiaeben den Buebataben 
aprecben, die dadurch entstanilen aein dttrfton, daaa die 
Metallblittchen nicht genau winkelrecht bearbeitet waren 
und nur unvollkommen sich aneinander schlössen, so dass 
die ZwischenrSumc sich mit ausprigten. Dieses Verfahren 
würde allerdings der Erfindung des Buchdrucks noch niher 
gelegen haben als die Einzelprigung mit Stempeln. Dem 
aei nun wie ihm wolle: dieae Vfirzburger Einbanddecke 
wird Itattan ein niebt sn Obenehendas Mmnstlck WIdcn in 
der ErllndnngsieacblctMe den BoelidMcfes, und man kann 
Herrn Komnerslenrat StSrtz nur dafür danken, ttaea er 
durch einen getreuen, dem Musteraustausch beigefügten 
Abdruck dLcselbe zur allgemeinsten Kenntnis gebracht hat. 

Les extremes se touclienl, ruft vielleicht mancher, wenn 
er hiernach Blatt 175 von Dr. Trenkler Cr Co., Leipzig, be- 
trachtet, dessen Extreme sich indes nicht durch die Weise 
der Ausführung, aondem vielmehr dureh die tlargeaieliten 
Gcjgenatlnde bnibreni — 
Ala der Ausmaacta nocli vom Badtdrudkervereln gdaitat 



cB« 188 «0» 



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BEILAQE ZUM „ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE" 




Gasj_uoö €lcktrlscb« 
Releuct>tui)gs-Ai>l agen 



flu nc5en -Scswabi mg. 



•.'Cffir.trcn 

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HAnotiita-o. 



* 



Seite 



Cel*||'amin-.ndrc«<t.-: 
31f(main, Mk Sanit 
f«rin»it4iCT Re. 117 
Rel(tt$taiik*8ir«i€«nlo 

Cr^'tJi'n. Choiniiialioii 
Cei^BiiJ« Prüpatuie 



Den 



ßeinridi Slsemann & 

Balle (lS. 





Egdimmgi für 



14 



ni«d«rla(|v natQrlldier 
fflinnaludsstr, Wein« 
mt (ItMllziinl^lMne 

ESNmHi, SpMtWHK 

Peflamerien, Selten 

rriund' II. Baorud^^cr 
KUttmiiiiltcl und CiBi«n 
VerllIgmiBSinitWl «C. 



Arno & Heim MASCHiNE\-rABRiK 



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mmmmbMfmi'Mm/wi/at/m ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arwNarMsararM>3rjrM<a«> 



»'urde, war in einer seiner Komiteesitzuagen beschlossen 
worden, keine litbographiscben Beiträge mehr zuzalassen» 
da er voriugswelse der Typographie zu dienen bestimmt 
sei. Ich habe damals in der Austauachbcsprechuag ienen 
Beschluss als zu weit gehend bezeichnet, denn auch litho- 
sraphisclie Beltrice Unaen manebei entliaittn, vorau 
der denkende Bttcbarmtor toiMR tun; di« foinwlftiie 
LeltaRgdwAuttauschshafdenBmdivoBleKniBeicUiww 
■bsehen nt sollen geglaubt, Ist dttwl aber fitttHch nach der 
anderen Seite hin etwa? /u weit gegangen und hat einige 
llthographi$.che BcUrägc aurgcnommen, die man recht wohl 
cntbchreti könnte; im groQen Ganzen enthalten indes die 
26 teils typo-lithographischen, teils rein lithographischen 
BUtter vieles Schöne und die große Mehrzahl derselben 
Sind als wertvolle Beilrlfe zu beirachien. So leta^GeAnider 
Jimd»^ Hmimtrt ein geeeliineekvoll ent««rfeflea md 
nrasnAtft tmgMbntB Bbdt; —3t, t^aadmtm^&ua- 
gaa, tat ebenflina eine saubere Aibelt, tind auf dem Blane 
von C. G. Niiiimann, Lctp:!); (auf dem ich die Nummer ver- 
misse l, bewährt dl esc rcnomniierti; Firma Ihren alten Ruhm; 
- 70. HofscH & Orthiiui, Düren, Ilaben ein in den Farben 
sehr gut gebailenei^, schönes Blatt beigetragen; dem Bl. 86, 
Otto Britta, BudapetI, aber kann man keine Farbcnz^rtheii 
nachfflhnien— e« ist eclit unfari«cti'>fenrig— im übrigen 
jedoch von (Mor AustOhnioK; in Benig mf Farbenlteudif 
keil wild es noch übertroffen von 103, JVeMofo 6-Co., Turt», 
efn Plakat-Kalender, der, abgesehen vom iCaleDdarium ans 
Perl, ganz das Aussehen eines Plakama hat, des von Gold 
und leuchtenden Farben strahlt. 

Von den rein lithographischen Blittern, oder denen, hei 
welchen der Buchdruck nur sehr nebeiuicbUcb mitgewirkt 
lia^ «rwMiiie Kb nur dl^esiien, die sieb nicht in allgemein 
betretenea Bahnen bevegen «der sieh dnteh ihre Ann- 
Ifihrmg beoonders avsielchnen. Zn letzteren gebbrt 53, 
f/«Rt Woestai«r& SoAn, ITt^n. ein Sott entworfenes, aller- 
ding« nicht in allen Teilen gleich sorgtlltiK durchgerührtes 
Blatt; 69. Hoetch & Orthaus, Dflren, eine feine, trefflich 
abgetönte Gravierung ; — 123, £. SisUr, iSiirnberg, zwei An- 
sichtspostkarten, in 14 Farben gedruckt, ein merkwürdiges 
Pendant zu den bei den Oreifarbendnieken erwibnten zwei 
PoatkMteo, und n Verglolchen swisGlisii beiden anwIHliSr» 
Kdi kentttibrdemdj flhnr deren EtgehoiiBe die Aneiefcttn 
kaum geteilt Sein IrihineR, wenn man die HerBtellnngskosten 
luiJ die -Mügliehiieit rascher Arbeit in Betracht zieht; 
127, Thcoä, lii:ycr, Dresden, in stths I-'arbcn Redruekt, sieht 
noch recht unvollendet aus und soll wohl eme Vorlage für 
Zimmermaler sein; — 136, Senkt & Ostermaier, Dresätit, 
eine gut gelungene Pholochromic, einen Tiger mit crbcu- 
leiem Sebaf in der WBste dartiellendi die Unterscbriit: 
.Mich Orlginal-Anflialune v«a Ochmt Amebiits" «teilt 
slarle Aabrdeningeii «i dl« Cätnbensfreudlgkeit des Pu- 
btlkums, denn trotz seiner berflbmten Fixigkeit wird es An- 

schütz doch schwerlich gelungen sein, dieses Bild in der 
Wüste oacli der Natur jiufMinehnicn; lt>3, H. Wagner 
&B.Dtbes, Leipzig, eine Hoch);ebirgskartc aus dcrSchwci/, 
ausgeführt in der vortrelTlichen An dieser renommierten 
Anstalt; — 177, 178, Schupp &■ Sierlh, Dresden, das eine 
Blatt ein cbromolttbographiSEher Ctaarakterkopf eines Aip- 
lers» du andere eine Vintenuisiebt ans Nentbidt-Dreaden, 
beide» voblgelangene, künstlerische Arbelten; — 185^ 188, 
KfieiMIrtr Kumtanstalun Kauflvurtn'Mäiiektn; auf dem 
enien Blane erblieken vir ein munteres Angorakitzchen, 



dessenchromolilhograptaisctaeHerslellung als.phoiomecba- 
nischer Faksimile-Steindruck** bezeichnet wird ; das Bild ist 
sehr Ichhaft und natitrgetreu, oh dies jedoch besonders auf 
diei>e& Fatisiinile-Verfahren zurückzurülircn ist, oder ob das 
Gleiche nicht von jedem anderen tüchtigen Lithographen 
und Drucker erreicht werden kaaii, resp. ob die gewiblte 
Beietehanng nickt MoB «in anden? N»«ib i$t Itr nMto- 
Itlhographle» ist nicht festzustellen, lohinge nia das Ver> 
fttbren selbM nicht genau kennt Das zweite Blatt, Fischer- 
boote auf See in leichtem Nebet, ist eine schSnc. schwach 
RBkömte Aquarell-Imltaiion; - 18P. Auf^usi Oiifrrieth, 
Frankfurt n. AI., eine selbst in den feinsten Einzelheiten 
cluomoliihographisch sorK^^ltig durchgeführte Darstel- 
lung eines russische BScher und Kunstgegenstände cnt- 

taalteoden, monvmeBtalen Aussielluagaschranite». Noch 
•el Blatt 1 13^ EtBerCrKrüdu^Hammmirf crwihnt, ein rebht 
wtffcnaigimaiea Plakat hl nnlidiH achdbckom FnrmaM des 
Avstanscbes, das man aber nnr mit Papier durehacihossen 

hiite zulassen sollen ; wie es ietzt ist, kleben die Farben 
zusammen und das Papier des PUlat* hat sich zum Teil 
beim Aiiseinnnderschlagen aufgezogen. 

In Algraphie, die Lithographie auf Aluminiumplalten, sind 
zwei Butler vorhanden; Nr. SS wurde von der Jr. it. Ö5(«r- 
rtUMtehM Mqf- uad Staatadnektni in Wim eingesandt 
«nd In ehie direkte Kopleiunc »eh ehiem iComrasier- 
Hegailvcnr Aluminium, ein feines, im Tone einer Bleistift» 
leiehnungnichtnnlhnlichcs.künstlerisch vollendetes Blatt; 
' das andere Bl«if. 1 18, kam von Mtisenbath.fiiffarth fr Co. 
uud bringt algrapbische Farbendrucke kommer j:ic Her Natur. 
Thecbilder der russischen handels-indusirietlen Thec^e- 
sellscbaft, die zwar keinen Anspruch auf Kuastwert 
erheben, immerhin aber als kommealelle chromo-algn- 
pliiache Drucke Beaduung verdienen. 

Der UOdänO^, dioaer Konktirrent von Plwiogra^e und 
Photolithographie, lieferte vier Biltier, die alle als sehr 
gut bezeichnet werden dBrfen. Zwei davon, lS7,Jünghanis 
& Korit^tr, iMrifKtgivi, und IH,^, Vfrcinigte Kunstanslallen 
München -Kaufieuren, sind in einfachem Matllichtdnick 
hergestellt; - 176 und 176a, beide von Dr. Trenkler & Co^ 
Lai/uig, sind indes iatereasante Produkte dea Zweifarbea» 
Llchldfuoka,datle(zleren» a« mehr, als es» hi Sepialos go- 
dmeh^ in «dir ttnaehender Veise der PhMogravBie nach» 
geahmt tat. 

Die Photiifirut ürf seihst ist durch drei aiisgezeiclliiete 
Blltter vertreten; &ü, Heuer & Kirms^e, ücrlin, erfreut dur>:h 
ein ndeles Kaizenkonzert nach einem Gemälde von U'e- 
czerzick, auf den andern beiden begegnen wir wieder der 
Firma Meiienbach, Riffarth €r Co, 1 18» nnd den Karffii^lim 
KunslMsloM«* Müiwlu»'KMtfb$mni, 

Angestchts dieser sehSnen Knuatblitter in Uehtdnick 
nnd PhotogravOre kann man rieb nur freuen, daaa der Vor» 
stand dea Buchgewerbeverelos nicht an dem rrOheren, den 
Xl'irkungskreis des Austausches zu eng, begrenzenden Be- 
schlüsse festgehalten hat; Blltierwfe diese erhühen, gleich- 
wie gute Lithographien, den *'ert des .Mustcraustausches, 
der seinem Namen nach .tm h em ullggmein graphischer, 
kein ausschlieQlich typographischer ist, machen ihn viel» 
seitiger und anziehender. Es ist deshalb nnr zu wftnscben» 
daaa ale auch in deaaen kOnMgen Jahigtngen entspreehend 
vertreten sein mOgen. 

Zum Scblnss unserer Beirachtuagen bleibt noch der 
HobsehHUt zu erahnen, der nnr aebr spiriich in dem 



•Bt 189 10t 



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mmMm/WMM/m'mm'Mm. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arMM«MMM>M<M^»4CMC< 



dietjihrigen Btnde erschienen iti. Einet schinen Blitiet 
von J.J. Weher wurde bereit» bei Besprechung der anderen 
Einsendungen dieser Firm« gedacht, sons: s:nd als Holz- 
schneider nur Heuer ty Kirtme in Herlia (Ul. Hl) erscliienca, 
und 2var mit der künstlerischen Reproduktion des bekann- 
nn Knaus'Kheii Bildet »EJb ceaCk|Mmer VelibOfier*'; den 
AMnick «CMS v«ll«adM«dilMa Ktflticlmlmt ««n Kaa»- 
bug&Otrtel (tOI) sandte Iber wck die Fifbenihferik vra 
Katt & Ekingtr. Stuttgart, welcher in dem Chrysopfeta- 
Btauschwar? 00 dieser Fabrik ausRczcichnct zur Geltung 
kommt. Auvh durch cm Jiihügraphisches Blatt <l(XSl in 
Chrysophanhlau 00, sowie durch einen meisterliafien Drei 
ftrbendrucli, «usgerührt mit A'iist fr Ehingenchen i^arbcn 
in der American 3 Color Company lu Chicago, beteiligte 
•icli die Stutiganer Pinn« am Aiui«u»cit, und nunenilicb 
dat leuteK Blut (ICQ wird die volle Autaerknakclt aller 
PBrbmdrneMrdiittli«aiBeiadella«eAi»nhniii(uiidSehaflp 
lieit auf ilcb lenlica. 

Finis coronat opus! mag man s^gen bei Betrachtung vun 
Blatt 14fi, ein Farbenholzsehnilt von //. fr H. Knöfter in H'iVr? 
und gedruckt und eini^esandt v on l'ni'Jrich Pu\!f1 in hfi'gi'ns- 
burg. Ote auUerordentii4;iic I cinlieit u:iJ unvcrgleiclilicbe 
Schönheit dieses Blattes bedarf keines besonderen Hin- 
waiacs; It mebr man diesen xylograptaisclten Farbeadruck 
belrachtBt, deeto meiir vird er erfMuan und lur Batrun- 
dertin^ h-nrclfScn. d^nn es giebt im Fartenboiiacbnilt in 
VerKanKcniieit und Gegenwart eteo nicilia, waa aieli mit 
einem „KndHer" messen künr.ie. Das Blan 148 i«t tttm 
Perle im Autlausch, seine Kekrönung! 

Bei BetraeliiunK desselben hin ich auf mehrere Abwei- 
chungen von den früticr für die Teilnehmer aufgesteiilen 
Regelti gestoßen. Eine davon besagte, dass jeder Teil- 
nehmer nur ein Blan geben dürfe und es seibat oder in 
eigener AnsMlthergmtellt haben aiieae; eodann aolUe das 
AuamnaehliMmat streng eIngahniMavcrdtB, keiner der Bei- 
trige Milte auf Kanon gedrackt «der au^ltlebi sein, — 

von allen diesen Vorschrifrcn har man ahgesehtn, und zwar 
mit Recht. Wenn eine tirma mehrere Blltter, ledes aber 



in einem anderen Verfahren giebt, so wird sieb schwerlich 
ein vernünftiger Grund für deren Zurückweisung finden 
lassen, und hundclt es »ich dabei um Geschifte, wie Fi: 
fabriken,Si.Etriftgiellereien u.s.w., die vielleicht selbst keine 
Druckerei besitzen, so braucht man ihre Beitrige, wenn sie 
nmrsoMt mitttntUtigtiiia, doch nicht deshalb su reffttferen, 
well sie Riehl v«a Rui»» selber gedruckt wttrdea. Der Aus- 
tausch soll iB enler Linie Bnduignwechmi dieneni er anU 
den arbeitenden Graphen Muster an die Hand gelicn, die 
ihm als Studicnobickt. als Vorlage dienen können, — von 
dia« Regel u irdman allerdings niemals ahu ciclicn dürfen, 
5oll er seinen Zweck erfüllen und nutzcnhringend wirken. 
Isi lei;ieres der Kali, dann wird es ganz gicicbgiltig sein, ob 
uir solehc Muster durch einen Schriflgießer erhalten, der 
damit allerdings den Neben- rcsp. für ihn selbst Haupti weck 
TCriWigit, seine NesbelKn cur Anachauunc sn hifnien,«dnr 
dnreh eine Fafbenihhrik, Ae uns ihre neuesten Farbeihoai' 
blttaileiieii in schSner Anwendung vorlegen wiiL Nur ein 
Misshrauch. der sich frülicr hreit ZU machen suchte, der 
nämlieh, dass sieh eine einzelne i arbenfabrikauf thunlicbst 
vielen BUiicrn nennen liclS aK Bezugsquelle, sich damit 
eine kosiento;,e Kciiiame verscIialTend, dieser iMissbrauch 
darf nicht geduldet werden, da er von keinem Nutzen ist für 
die Teilnehmer am Auatauach. — Auch am Quartformat d«s 
Attsiauachea tollte ibuaNebat Ibatgehalten «erden» eehen 
um der EinbeWiebhelc dnr Sammlwiig win««» dl« durch 
Biltter, wie das von Elfter & nrrfMAe. das von NtbMo u.s. w. 
sehr Restöri wird. VCer der Vorteile des Austauscties, die 
er jedem -sitebsbamcn Graphen gewlbrt, tellhaftiR werden 
will, soll seinerseits auch ein entsprechendes Opfer dafür 
nicht scheuen, und nicht jedes beliebige Druckerzeugnis, 
das ihm gerade zur Hand ist, gut genug dafür halten. 

Daaa der Auaunach weiter wirke« mSge tum Nutaea und 
Segen der aligemelHen» der ImeiBBitnnslaa, gn^iachnn 
Geadade, dleaen Vnnieb «ttd Jedm «irebMM iäM4»r- 
selben mit mir teilen, — und dnabalb .Gldokaiir tarn leha- 
lenjahisaag*t 



Patentwesen, neue Erfindungen und Verbesserungen. 

Mitgetcitt vom Patenlanvalt PAUL MOLLER Jn Berlin ST. 



DEUTSCHE Patente. Nr. llfti'l.V Maschine zur Ver- 
vielfiltigung von Schriftslüclien und dergl. mittels 
Sdwbionen, A. B. Dick Company in Chicago. Bei der 
Maaehine xur VervielHItigong von Schriftstücken u. dergl. 
mittel* Sebabionen ateht lur Erseugung reiner tiad genau 
«ingeBtelller Ahdrücha ^n achwiaganderSchabioaeatrigar 
ia ISaharem AntrlAselngriif mit einem den Papieibugen 
mittels Greifer tragenden, im Gestell geführten Rahmen 
derart, dass nach Herstellung des AntriebseingriCPs des 
Schabionentrigers mit dem Kähmen hei der Vorwärts- 
bewcgunti des letzteren der i'apicrbogcn zur Druckerzvu- 
gung zwischen dem Schablonentrlger und der Gcgen- 
druckwalie hindnrcbgef&hn, nach der Oruckbeendlgung 
durch Öilhung der Oreil^r ftwigegeben, gletehaeitig aber 
die Gegendruckwalie vom Scbablonenlrlgier ahgebobes 
und ia dieser Lage wibrend der RabmenrOekkehr geapem 
wird, bla gegen Ende der Rabmenrückwlrtsbewcgaagii snr 



tt'iedcrholunj; der Arbeitsweise, die Gegendruck* al/e wie- 
der ausgcli'ist und die Circifcr £um iirfossen eines folgen- 
den l'apierbogens geeignet werden. 

Nr. 11821)6. Verfahren zum Markieren, Besciireiben. Be- 
drucken und dergl. von Papier, Geweben oder ihnlichen 
Stoflea auf elektraiyiUcheffl Vege, ifaMam fMese^GriMne 
In LoaAm. — Das VMihhren kaanaeiebnei «idi duteh die 
Anwendung derieoigen Oiyderivale des Beniois, welche 
als phoiographitehe Entwickler dienen, wie z. B. Hydro- 
chinon, Alcthyl -p- amidokresol iMciol), Diamidophenol 
lAmidol) und p-Otvrhenylelvcinl, als Eicktrolyte beim 
Markieren, Beschreihen, lit druckcn und dergl, von Papier, 
Geweben oder ihnlichen Stoffen auf elefctrol^liacbeffl 
Vege. 

Nr. 117790. BagmwHSl&hrvarrichtung für iMMiaiaB- 
sebaellpreasen fBr Vieifkrhendruck von Alumtainii, Zbdt 
und anderen Metallen und Bmlea, Fattr A SehMdur, 



«• 190 Bdi 



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mmmmuMmmmmmm, ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arM>«MC>wwaMMrw«» 



.Maschinenfabrik auf Aktien in Frankfurt a. AI. Bei der 
Bogenausftilir\ orruhtiing dir Roiationsschnellprcs.scn für 
Viclfarbcnclrui:k von Aluminium. Zink und anderen Me- 
tallen oder Stoffen filli der von den Greifern der AusFühr- 
trommel hllen gelassene Bogen «uf einen über endlosen, 
besiindig laufendaa Bindern acliwiagbar gpiag^rten Reeben 
luA wird meta dem Audegen dee Beseni auf den Recken 
beim Niederschwingcn des letzteren von den Bindern an 
dem in der BewcKunKsrichtung derselben gelegenen Ende 
iuersi erfasst, Ktstri-ckt und auf den Ablegetisdi befördert. 

Nr. 118475. Maschine zur Herstellung von Gclalinc- 
bildcrn, Stephan Faujat und PaulCharles. in Frankfurt a.M. 

Bei der Maschine zur Herstelluoc von Celatinebildern 
in ledern Formet be««|en eich atam Gefmdractplatien 



zwecks Einführung der t-ormcylindcr //, IH in die Druck- 
presse oder umgekehrt zwecks. Aufnahme der aus der 
Druckprcssf !!'..Tiiu-.zu[ii-hmt.'ndt.'n l'ormi:y]indLT auf die 
Presse zu- oder von der Presse abbcwegt werden kann. 
Die Tragzapren Ii sind auf einem drehbaren Armkreuz ze 
angebracbt, am Jeden TragiapCan tS in die Steltuag der in 
der Preaae betndlotaen PermeTlInder bringm in ktanen. 
Die Tragiapfen aind ferner auf aenbeeht veratellbaren 
Trlgern 40, 42 angebracbt, um sie in die erforderliche 
Stellung der Formcylinderachs.cn bringen zu können. 

Nr. 1IB477. Vorrichtung zur Herstellung farbiger Ränder 
an Briefbogen, Umschlägen, Karten und dergl., F.tienne 
Gt^neau in VUltfrancht (RhAne, Franlireich). — Die Vof 
ricbtang aar HeraicJInag Cubiger Mnder an Briefbogen» 




in endloser, mit der Druelformbahn in gemeinsamer iibenc 
verlaufender Bahn und wirken derart mit einer mit nij.i- 
sigerGelaiinefurbeverselienen Druckform zusammen, dass 
beim Auflaufen derCegendruckplatien auf die mit gleicher 
Ceachwindigkeit alcb beweiende Drucltlons der Über- 
aeiinas der IBaalgenCelaiineeirbe von der lemeren a^- 
drftett ud dabei glelcfenttig das an den Gegendrackplatten 
anhaftende Papier, Cellulofd und dergl. (n innige Berüh- 
rung mir Jlt iic Vertiefungen der Druckform ausfüllenden 
Gelaiiiulurhe gebracht und in dieser Lage bis zum Er- 
starren der Gelatine wcitLrßt fuh.-r wird. 

Nr. 118476. Formwalzen-Einlegevorrichtung Tür Druck- 
pressen, American Lithographie Company in NewYoHu — 
Die Fomwalien-Einlegevorricbtung für Druckpreaann 
kennanlehnet sidi dnreh ein neben der Preaae ancentd- 
aeies, mit Trafiapfan 15 vanehenes Gestell, welches 



Umschtägen, Karten und dergl. ist gekennzeichnet durch 
einen mit Öffnungen a von entsprechender Form ver- 
sehenen Kähmen c, durch dessen Öffnungen tiindurch der 
scibstthätig von einem endlosen Bande g ingaflkltt, ZU 
bedruckende Gegenstand durch eine sieb am eise wage- 
raelm Aehae drelieade Bflraie j geseliwifn wird, wthrand 
idat iwnile, sich um eine anöbndit« Acban « dreliende 
Bflrste ä die aufgetragene Sch«4rze verreibt. 

Der Vorschub des endlosen LfiinJcs 9 ^ovic die Bc- 
wt t;uni5; eines d:c Bürsten ira^icndcn ''i; .n;cns und das An- 
heben des Rahmens c wird scib^tthiiti^ vun der .■^ninobs- 
welle .S aus unter Vcrmittclung von Kurvenscheiben, 
Hebeln und Zugstangen derart bewirkt, dass die Bürsten d } 
und der Rahmen c von dem cndloaen Bande 9 abgehoben 
sind, wenn dicM« bewegt wird. 



«m 191 tab 



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mfa»mm»mmmM/mimm ARCHIV für Buchgewerbe aMMraMMMraraMn» 



Verschiedene Eingänge, Zeitschritten- und ßücherschau. 



• Die rütamlichsc bekannte llüfiiunstunbtalt v<.in C. An^e 
rer & G&uM in Wien h«t uns wieder mir einem Musterheft 
(im wahren Sinne des Vortes) erfreut, in welcbem %te, «o- 
weil dies mil wenigen Druckproben überhaupt möglich isi, 
die vieiceitife Anwendbu kei( der heutigen pboto-meclia- 
nUdien V«rvlellUtignMVt<fihren ISr federlei teehnitelie, 
gewerbliche sowie wissenschaftliche Veröffentlichungen 
irelflich veranschaulicht. Sie bezweckt damit haupttlch- 
ilch zu zeigen , mit welchem Verfahren die betreffenden Ge- 
genstinde am vorteilhaftesten dargestellt werden können. 
Allein auch bezüglich Wahl der Farben, sowie Anordnung 
und AuMChmfickung der einielnen Objekte, um neben der 
Eir^ehunt des reio praktiscbeo Zweckel aueb gelllUcite 
Wrtung zu erzielen, gtakt die» «orgflltig ausgswlhlte 
Samnluttg von BelspMen dankenweite AufecliliM«. Das 



lleftchtn enthält Tonätjcuagcn in Kupfer und Zink, Strich- 
at/iiiigiMi, Chemigraphien (nach direkten Überdrucken auf 
Zinkplatten) sowie einen Dreifarbendruck, sämtlich völlig 
tadelfrci. 

• Dracksadua ätrBuelulruckerei Conrad Weigt in Andere 
natk. Ea ging una von VMganannier Oflisln eins kleine 
Sammlung Druckarbellen aus der Praxis zu, die als erfreo- 

liches Zeichen der Fortpflanzung neuzeitlicher Anschau- 
ungen über die Acciden^ausstattunR Reiten können. Der 
Übersender der Arbeiten, ein Ungjalii iger Anhänger des 
Archivs, bestrebt sich seine Arbeiten einheitlich und ge- 
scilmackvoll >u geatalien, wo» Ibm das vorzügliche Maie* 
rial selnat neuieitlieh eiogerlelitetea Dnickerei selir gute 
Disnsle leistet Es wird um henen, gelefentiieli weitere 
PrsIwB der lelstitttgaiihigen OMiln lu crtaalleR. 



Mannigfaltiges. 



JubltBen. 

# Am IS. April d.J. feierte Herr SehrtflgleBer Ifermdan 
Howaeln QOjUirigesJubiliuni HannteTbroeliener Tbitig- 
keliinN'iNkefaiOnmcMSebriRgleOere^ScIifoebeii'BerUn. 
H. Heyer kam am 1& April IMI in die £dn«nfMdnMleehe 

(jetzige Gronaittche) SchrlftgieBerel. Ah li45 der um die 

TypographictiochvcrJicnlef i/dijrf/HiicncJ JurcJi Jen Dänen 
Brandt mit dem Bau der von diesem erfundenen (licß- 
maschine begann und clie erste derartige Miischiiie auf dem 
europiischen Kontinent aufstellte, war der junge Gehilfe 
HiytrAuw ausersehen, an dieser Maschine als Gießer lu 
arbeiten* Derselbe verdient also mit Recbi der tritt Mo- 
tdUnm^^ler des mroplischcn KonNnents genannt su 
werden. 

# Die ana der «Stsatsdruckeref (Sr geldwerte Spiere* 

hervorgegangene Pdi hsdnicktrii in Rerlin bestand am 
30. April d.J. SO Jahre, trcilicti bloQ auf dem Papier, denn, 
wenn auch durch Kabinetsordre vom 30. April 1851 ins 
Lehen gerufen, seine eigentliche Wirksamkeit begann das 
Institut erst am I.Juli 1852. 

Die Nengrfindung soltie der damala zunehmeiulea Pa* 
pierteldnisebnng steuern und wurde in den dem Staate 
gchSrigen Grundstücken, OranteostraAe 02 und 09, unter- 
gebracht. Das gesamte Personal bestand zu Anfang aus 
4 Beamten. 2 Dienern und IS Arbeitern bez. Laufburschen, 
(die ieiiige Reichsdruckerei beschiftigt über l(XX} Per- 
sonen!) Am I.August I8S2 übernahm die Staatsdruckerei 
die Herstellung der Postwertzeichen, Eine Erweiterung 
ergab sich mit Seblusa 1880 durcb Angllederang des KgL 
Utlidgraphisclien Inatituts. Am 15^ Mai 1878 ging die 
Stsalsdnidtere! für 3973008 M. in Besitz des Deutsefaen 
Reiches über, nachdem letzteres schon IH77 die v. Decker- 
sehe Geheime Obcr-Kofbuchdruckerei für 6780(KI0 M. an- 
gekauft hatte. Beide Anstalten wurden im einer ein;ii!eri, 
der aReichsdruckerci", vereinigt und dem Ressort des 
RetehspoBUNites uiiierstellt. 

Veraehtedon«». 

# DaatKhrr Ancligimwrtaiwrvlli. Aus Aalass der Oster- 
meane Ist in dem Deutieben Buebgewcrbehause eine um- 
ftingreteb« Aademng der Ansstellungen eingetreten. In 



dem Erdgeschosse, und zwar links vom Eingang, Hnden wir 
in der .Ostermess- und Jahresausstellung* etwa 4O00 Binde 
Wie Einxelblitter, die letzten Pnblikstionen des Bucb-> 
Kunst», Landkanen- und MustkaHenhaiidels {■ verlos' 
senen Jahre nir AvsMallimf giebra^» iB«» meb Cmypea 
geordnet, etn anitebendes Bild Meten. Ferner befindet alcb 

im selben Ceschosse, rechts vom Eingang, eint glänzende 
Schw arz -\X'e;ß - Ausstellung \ on Fischer Franke, Berlin, 
die an ^^t} OriKinaizeichnunKen zu den NXerken: Parsifal, 
Tristan und Isolde, Meistersinger von Nürnberg, Jung- 
brunnen, Blaue Blume. Waldweben, Stürmen und Dringen 
n.s,w, von Sfoiaea« Uebemumu, Man» von yolkmaaa, 
WeiUg, BarShlas, Arpmi SekmUlummer, HontSeMtf, 
Stmede!, Mau ff, Stumpf, Hugo L. Braune, Erich KitÜtuui, 
F. Hein, F. MüUer-MBnster, J. Damberger, Rud. König und 
Hermann Bek-Oran aufweist. In der im 2 Geschosse ge- 
legenen Ständigen Buchgew erblichen Ausstellung hnden 
wir eine recht stattliche Anzahl neuer nruckwcrkc. Auch 
die Anzahl der Aussteller hat sich wesentlich vermehrt, 
so dass zur Zeit nur noch wenig verfügbarer Raum übrig 
sein dfirfte. Ferner ist in der Guienbergbalie ein prlcb- 
tiges, reicbgesebnitztes, in dem Atelier des Herrn Prof. 
Riegelmann in Berlin ausgeführtes Rednerpult neu aufge- 
stellt, ein Geschenk des Deutschen Buchdruckervereins. 

# Die von 200 Lehrern besuchte diesjlhrige Delegierten- 
Versammlung des Sächsischen L^hrervereins hat sich für 
die allmShIichc Beseitigung der doppelten Schriften Fraktur 
und Antiqua und für alUinIgt Anwendung der leuieren 
auagetproehen. Die Fraktur soUe ans pid«ga|inehen 
erfinden aus der Untersiute der Volksscliule beseitigt und 
eine Fibel In Antiqua, welche grSBte Elnibebbelt und Vor* 
MnJunKsräh:Kkeit zeigt, eingeführt werden. So lange erstere 
noch gelelKl werde:! müsse, sei Sic anleine hSbere Stufe 
des Unterrichtes zu verschieben. Es wurde den .Mit 
gliedern des Lehrerverein« anempfohlen, es sich zur Auf- 
gabe zu machen, ia tmd auikrhalb der Schule die Antiqua 
mdglicbsl zu bevorsugen oder nocb besser — allein in An- 
vsfldiing ni bilugsB. Auch soR boantragf worden, dio 
aSlebsiaehe Sehulieituitir kfittftig in Antiqua «tadietnen 
zu lassen. 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jm«W«MnMPW«««Mr 



• Der Deuische Buchgewerbe c r j in - richte vor lioferer 
Zeil in Erfahrung, d«t» eine Anzihl Mitglieder der Ver- 
eintsten Typathetaein Brooklin (Vereinigung «merikanischer 
Bttchdracter) die AMeht habe, Deutselilud nt bnmcb««. 
Cr rfefeUM Mfleteh den KerfcMfleber dee Jätend 
Prinier* in Chicago eine Dnladnng zum Besuche des Detti- 
»chen Btiehgewerljeliauses, der Bucbdruckerlehranstalt 
U S '* in Lcipzij;, dem sich die Besichtigung mehrerer 
buchgewerblichen Ce*chJlfie m Leipzig und Berlin an- 
schlieBeA soll. Das teilte Heft des .Inland Printer" bringt 
diese Einladung iura Abdruck im4 forden zur zaiilreichen 
Beteiligung auf. Herr K. W. Ckeroany In Brooklyn, Vor- 
daender der Trpethciae^ aMChi uu mm die effrenllctac 
MMellnib den «eolpteae eis Mllgiled f eder emeribenl» 
sehen typographischen Gesellschaft die Reise mit unter- 
nehmen werde. Oer Zeltpunkt des Besuches ist noch nicht 
genau bestimmt, iedoch ist ein zahlreicher Beraek von 
amerikanischen Fachgenossen zu ervatten. 

• Dr. Karl Ritur von Scherzer rciertc am 1. Mai seinen 
90. Ceberuag. Am 10. Febnur U3& au er alt Prakiikaat in 

inSatoSetMrllreiievnelMa. Mii M Jahren gtag er mdi 

Oeutscbland, wo er bei F. A. BrwMaaa tondMenterte, be> 

rri - ;f> d»nn Ii»tien, Belgien. England, Frtnkreich und Hol- 
lind, kehrte 3 Jahre spiter nach %'ien lurGck, um eine 
Mustern I Mir Tvpographie und verwandte Fieber zu 
errichten. Mierzu bekam er die KonzcMiion ebensowenig 
wie zu der Errichtung einer orientalischen und deutacheo 
BttcbdrudMfei, wohl iafolfe aelaer polltiacben Ceatonnnf. 
Cr «endeia Meli mmaiahr der WlaaansekafI au, hHeb aber 
nach wie vor in Coklllbnknlann» bcco ädere ta JatMlSW^ 
thitig, und bekleidete dann das Amt des ersten PneMenlen 
des Wiener Gutenberg%'creins .„nJhL^ ir-.rucksichten 

nötigten ihn anfangs iHSO Meraii aufzusuchen, wo er den 
berühmten Kciscnden ii'agnrr kennen lernte, mit dem er 
eine wissenschaftliche Reise nach den Vereinigten Staaten, 
Vestindien und Mittelamerika uniernahm. Die Ergebnisse 
dieeer Selae eind ia einer Reibe voraügiictaer Werke ntcder- 
leteft. EnherMf Ferd.Maa^ ein (jdnnerSelterüVfi, feerlef 
Ihn aplier aun Leiter derwtMenacbaMictaen Kommission 
der NoTara-Expedfrionr an welcher er wibrend der Jahre 
IR57 bis 1&50 teilnahm. Dadurch ward ihm Gelegenheit 
gegeben, die Küsienlinder des großen Oceans aus eigener 
Anschauung kennen zu lernen. Von dieser Reise brachte 
Scherstr nebst einer großen Sammlung wertvoller Objekte 
auch zwei Neuseelinder, ICtf/jam Foeto0uaiSama*tlltrtkan 
fflk, «eiche aieh in der Viener Siaatadnidiafel tu Bucb- 
diwlwni ansblldeieii nnd dann In ihre Heimat nirOefc- 
kehrten, um don als Pioniere der Kunst Gutenbergs zu 
wirken. Vom Kaiser durch den Orden der Eisernen Krone 
ausgezeichnet, wurde er 1306 als IMinisieriulrat ms Handels- 
ministerium berufen, um die Leitung der Abteilung für 
Hsndelsstatistik und volkswirtschaftliche Publizistik zu 
Aberaehmea. 1872 trat er in den dijUematiscliea Dlenat 
flhnrata GtMMlttntnl taSnyma» London nnd UHtLolpili. 
SetaM VMw: »Vdlindnatricii" HeO er hter .daa «trt- 
eehalUiefee Leben der Vdlker* fblgen. Infblfe ichwenlen- 

derGcsundhcif wurde er 1ÄR4 auf seinen Tun>icf) in gleicher 
Eigenschaft nach Genua versetzt, um dann 189Ö mit dem 
Titel und Charakter eines außerordentlichen Gesandten 
und bevollnicbtigien Ministers in den Ruhestand zu 
tmen. Seit dleaer Zelt hat er etcb in Cdn Meibend nieder- 



gclasscn, um sich mit der Aufzeichnung der lirinncnui|en 
aus seiner langjährigen Wirksamkeit zu beschiftigen. 

• Im Deutseben Buchgewerbemuseum, und zwar $m 
Hauptaaale, aiiMI annatt der Proben tos Brotachtillca von 
Beghn der Bochdracfcertanat bia nur Nenaelt getanvIrtlK 
eine stattliche Reihe von modernen dlnlachen Titelblittem, 
Plakaten und Vorsatzpapieren, sowie von englischen, 
hollindischcn und amerikanischen Leinenbinden aus- 
gestellt. Ebendaselbst ha« F. VtAckmar Barsortiment, 
l eipzig-BerUn, seine bekannten modernen Bucbcinbinde 
ausgestellt (vergl. den Artikel des Herrn Dr. toaNer,S. 17^. 
Im Ecksaat, der ia zu kurzen, weehaetaden AiiaalellM4|an 
beaHflimt iat, beftndeo eich joHt Verkc aus dem Verlag 
von nscto", 'BwOm W, (nelnt einigen zugebSrfgen Ott* 
ginalzeicbaungenl, besonders bemerkenswert wegen ihrer 
originellen Umschlige und Einbinde, sowie Buch&cbmuck- 
Originale und Reproduktionen von T. T. Htint. 

• Die im Deutschen Bucbgewerbehaus veranstaltete 
Ausstellung von Künstler- Lithographien sller Linder 
wurde am 2B.AprU d.J. ohne beaenderea CeremonieU fe* 
adMUMON. Sie tturdo heondM — In einem Zeltnnm von 
C Vochen ^ von Qbcp flOOO F'einonen« 

• Vom 10. Ms 13. Jmil «Ird hi Leipzig der VUrU tnter- 
natinnalf Vfrleger-Kongreta t»gtn, tu welchem außer 
dem Bürücnverein der Deutschen Buchbindlcr zu Leipzig 
— 36 Verlegervereine auljgefordert wurden, sich durch De- 
legierte vertreten zu lassen. Priaideni des Kongresses 
ist Herr Albert Brackkaus, Leipzig, bei dem auch am Sonn- 
tag der Empfang atattflndet. Ffir Mittwoch iat eine Bcaieh- 
tignng dea Deniaehon B«ebc««erbeba«eee, Nr FMiag ein 
Arnini naoh BoiliB leptant. Ober die Tageoordniiman 
der PlenarversaffimlttiigeB wie der dref Sektlenen wfrd fm 
Buchhindicrhörsenblatt vom 23. April ausführlich berichtet. 

• Unter dem Vorsitz des Generalkonsuls Rudolf Ritter 
von Oldtnbourg fand am 15. April in München eine Sitzung 
von Interessenten und geladenen Cisien aus ganz Bayern 
statt, tKbufs Lösung der Frage der Erweiterung der Lebr- 
und Verancbaanitali für Photographie in eine aoiche für 
«grapUaehe Gewerbe fnMOnehen'.DteKgLStaaiaregtening 
hatte zu den Verhandlungen den Referenten des Fachschul« 
Wesens Kgl. Oberregierungsrat 7uf. Blaul und die Stadt- 
gemeinde München den Schulrat Dr. (/. Kerschensteir\er cnt- 
sendei. Au» der längeren Debatte heben wir nur hervor, 
dass H. Eminerick, Direktor der Lehr- und Versuchsanstalt 
für Photographie, betonte, dass die Anstalt gleichzeitig als 
Versticbaaiation lOr die vielen tagtiglich auftretenden Neu- 
heilen dienen miaate« Er erinnerte hiothel an die zahl- 
r^hen Neuemngen an Preaaen oder an die motnentan ak* 
tucüstc Frage, an die Einpihrunp dtr Set:miiii-kinen. VIt'ts 
über die Bedeutung der Setzmaschinen und ihre Braucb- 
harkeil. ebenso über die Vorzüge der einzelnen Systemein 
Fachblinern alles diskutiere werde, mü&&le sich in der An- 
stalt den sich ffir diese Fragen interessierenden Fachmin- 
Bern In ganz kurzer Zeit endgAltig deratellen, d. b. alle dieae 
Neuhcllen aDaaten In der Anatalt aeihai feprM und bc- 
gniaehiet werden. Die Versammhiag heachlaM eltmimmjg 
die Errichtung einer ,GrapMtehm LekranstaH' In Anglle- 

dcrunp A 1 ; t cstchcndc „Lehr- und Versuchsanstalt für 
Photografihj«; zu Alünchcn*' im l.'mfangc des durch den 
Vorstand dieser Anstalt gegebenen Keferates, vorbehaltlich 

dessen Oberprüfung. Dann wurde eine Kommission von 
10 MIttf ledern nr Xeallatemng der BceehUaea gewIMt. 



iga 10» 



25 



ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE ava»a»JMMM»MMraw 



Inhalt des 5. MefiMi 

Bekanniroachunn. - Vege und Ziele der d«attehen 
Buchaussuitung. Ältere Buntpapiere. Künstlerische 
Leinenbindc. — Die Lithographie als Kunst. Verzeichnis 
von Personen und Firmen, die im April 1901 dem Deut- 
■ciwnBuchgewerbeverein Schenkungen überwiesen baben. 
Die Letarautaiten für graphische Künste. - Klimschs 
Jahrtmeli. — Intcmattoiultr Mmierattsiauicb. — Paitnt- 
waNi, tum Erfl0dm|aii uad Vattaeaacramm. — Vaiaehie- 
daae Eioibiie, Zeitschriften* und Blcherscliaik— Mannig- 
Miifsa. 13 BtOagta. 



Bezngsl>edfngungen fOr das Archiv u. w. 

Ericheint: In 12 Moaitftheftett. für komplette Uefcmag, Inhaaso- 

dtn woUtOMgi MMtn. kna «M iaa vir Bw i I iiI m «■ t IMIw 
KMiiHkrii AbMstMMrfta a a ii aili W wtrita. 

^«ii.- M. 12. , unter Kmukaad dlicki M. liJO. MCk «MMMmSm 
Undeni M. H.10. Elnttlonninaii M. 1-20. 

AmHfm Pnt* der drctfespalmicii Petiaeile oder deren Raum Kr HU- 
gUtder dei Deutschen Buchceverbeverelns 2^ Pf., für Nichtmitgtitdtr 
35 Pf. S«lkn»c»u.-hc für Mii(licdcf und Ni>hlmin{litiicr 1^ Pf. für di« 
dreicnpilieac Pettmilc. Bctrilfe w Abdrack i« ukU*. AI« B»Ut 
dienen Auuchalaei Mapl^l* aaf Vnlnpil BV* VuiRmi vu 
PoriospcMB. 




Die 

und Satzproben zum 5. Heft 
de* AreMv IBr Baohgewerfoe. 

Die ThaMnk kImIm wirkikk da Kalkwiln lu. 
der frapMMhrn KnnM atleii Emmt w »lldl>BK en . 

Unjtrr crmr K>m«tl>ril«ee , (edniclu »o» Aluml- 
niumjtiifcT? l;m Ai^rapfmchen GtteiUchaft m.b.H. 
in B^rlut'SctiMeperg ml der Schnellprctic bei 
' & Bmc» In I rir.-i;. 'lürfit ein mvlMnr 
ikh«u|iiunt kein. Ccnde dleeee 
icbMac Blut iMl, «le wir, 
•hae ladlifcnl ni wla, i t r u i i « dSrffm, *M* An- 
UnfR dn .Solenhorrner- Itewoccn , tU-h mii der 
AI|cr*fill*C enKcr fu befreunden. Die l«delinsc 
ICihnis^he Au&fuiirunc. der xaubcre Dnjck u.s.w. 
mir j^r iitni durch den Ruf der DruckHrmi rt- 
watirirt,lirt. Am hri.le* i^t ch, dicfich KunhiMMt 
ffir «ich «cttMil sprcehea lu lausen. 

Eine WciBkeite corome II faul - itdeafalla vorn 
htlilailia« aiai>d>ii(*ii at, dami mM Oai lahall 
dwaalMa «teb n bohsat« In dw abainfeie 
Archiv |a nicht In der L«|e Ist die der Firma 
Schmannr in jUdjpdebKnr. wclckc a«s der Offizin 
von A. WoAtf^UI, etK-nda»elh,i . lim'oeKrjcanctti 
i*t. I>ank der Zui orkommcnheit der leitiere« Ut 
es uns venOnni. veniKstcns vier Sellen derselben 
unsern LcMrn vorfiitiren rii kdfliaen. DIceelben 
werden darnu« ereehen, »an (ceclMlIln werde« 
kam, vem MaMler (fr. BliiirM nd Buch 
dnMkw viMladriliaalc Haad !■ Haad iriwa. 

Bit AbakM. de* Alkali Obar dia .Llihoanpli r 
ala Kaaai* mk aawp m h cii dea Kuanbcilacrfi ' 



I vortiuflt; leider noch nicht jur 
VcrwWklkhliat Irilncirn . Ja J c-IKrl hi^ Jn-ti 

IMtch nicht rineclsufm ..inj. Ais i«i-h*Sv'hc»t!iwrniiil 

hi> I ni i r II .1 . AI- [II .'rtphlscike Reproduktionen 
von liihogrsphiftchen Zetchnaa|en In Pliuel'TBscti 
kn. la Feder aad Hjrtiiiaaidir der, dto ikcllich 



WMnwg dir Oflciui' 



Kvaethellaieii . wciclie atn als 
die K. K. Crsphisi'hc lehr, 
■ad Ventnchssn«tsti in XC'ien freundlichst zur 

VerfUgunjT nesrcllt lltl. üchcr circ i.jri;if*|irc C'bcr 

skht tiber die daselbst Kclchrlen photumechsnittciK'n 
HoehdraekverMrta (T*nti. den S. Wl V.). 
Da« Aalbaa Jbxic Baaipafla** Mwa» 

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Vorsaripapierr von ft. Wagntr in ffrrltn SW., 
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dem sonst ut>i.;ben chromDsi|oi:rBphischea Wefe 
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endet ilsk e.-r«l:ijc HiiJ. Kinbcittiche SchrifivshI. 
F..knjrii'vififift ilir ÄuJAjrdif Arn CjlfPf.'fi -r 
Offentach a. M.. und eine tnodemc Leiste von J.G. 
SrktUtr ^ Cinrtkt la L4ift(t Mi(l der mittlere 
BrieHiapr, woliinaiSM dar aatee* tli Haapinila 
dk ,. > i»ii>f' raa lada% » Agiar la Am*> 
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ARCHIV FOR BUCHGEWERBE 



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kllll««ft«rf. prftkfiAL'K unij leniliK vervftnili. Nur 
fm Swei T'irhen irtiruckt, «urdc luch hier bette 
WMninK tnicU. Das otervtc B<iipfcl dicrfte 
vokl Ii* «»•» tl(tMni( und dtb«i dodi «•wm 
Min. für 4t» Ten varte 
■m «.MtaUtaMli uad 
PM fluMr * C*. !■ 
Im ainhfta HU 
Umk» nttadc wlfi dl* Vtrvntfixif Mbgultf 
ZlerKhrlft der Sdirlftiickrel Gimu la S«Ua,du 
recht» »lebende: Eltci-ierschrift der Bmamthtn 
iiiffftri in Frankfmrl a. M. Sebr fvl wlrltcndc 
Ouir«k iDfi Ha Ufr ^ Co. \n Stmltgürl bringt iach 
du unieniic BcUplel i« |aicr Cdniai. 

Aal WtUf t blilia «Ir tkr «meblcdeiic Mo 
NN. tia lUm-Ma mat M CMakifianDpfcb- 
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id dabei doch In der Technik gut niuge* 
nbnn Sniipmbcn tu «;hi(fcn. Eine nwn i eriw 
ZierleUtc von J, (i. Sc*tftter & Gieaerftr in Ltiftii[ 
In VerbirjilunK ni t k(SmtNi.-h<r AfltlqiMI ton Otnit^k 
Hrytt in Hamburg, aovie SeseaafioaaOraamenic 
der Serie 100 van JMu KUMuM la Uiptit und 
CclUBtaaacbrUI der Ȋbandiebiii Gie/<r<< In 
m^ a* « * M. IM M I IW «Ir M *• Mdea 
nlNin Karten. HadHval>B^plliMM>VkfMilltn voci 
Cranan In Berlin, ein moderne« ZlemiOcb aoaie 
Moderac Veruiie« ««n Aaaer ^ Ca. In Slrnttfoit 
aad die Vi(ttem (PltakilUlM) «na Sdefrrr 
» C<M«c*r bilden tlea SciHWMk Mr ktMm un- 

rtf?rn Kirtrn, 

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seitigem Antrieb des Farbewerks, doppelseitige Auf- 
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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 




chriftMiesserei 




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Hambur 




GegrOndet 

im Jahre 1833 



Auf der Weltausstellung 
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Goldene 
Medaiiie 

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Gegründet 

im Jahre 1881 



Herausgeber: Deutscher Ruchgewerbeverein. — Verantworil. Schriftleiter: Hans von Weißenbach. 
•i>'»>'i» ^ >'i» ^ >-^>=»- Druck: Breitkopf ö Härtel. Sämtlich in Leipzig. 



«a« 200 M 



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11 1 u 



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BesKünoeT von HiiexanoeR whldow . ßeRHusseseBen vom 

DeuT?c5en BU(B6eweRBepeRein 




3S. BHnD 




Bekanntmachung. 



In den Deutschen Buchgcwcrbcvcrein zu Leipzig 
aufgenommen worden: 

1. Hans Sebald, i. Fa. U. E. Sebald, Buch- 16. 
druckerci, Nürnberg. 

2. Erich SpandclfBuchdruckereibcs., Nürnberg. 17. 

3. Wilhelm Pohle, i. Fa. Frommann'sche Hof- 
buchdruckerei, Jena. 18. 

4. Dr. K. K. Müller, Direktor der Universitäts- 
Bibliothek, y<?na. 19. 

5. Anton Kämpfe, Buchdruckereibesitzer, 7f na. 

6. Adolf Glitsch, Steindruckereibesitzer, V*'"''- 20. 

7. Karl Wesser, Steindruckereibesitzer, 7t'«a. 

8. Oskar Bonde, i. Fa. Osk. Bonde, Hofbuch- 21. 
handlung, Altenburg S.-A. 

0. Franz Ronniger, i. Fa. Joh. Ludw. Ronniger 22. 
& Söhne, Altenburg S.-A. 

10. G^r/iard Dfmmmng, i. Fa. H.Böhlau's Nach- 23. 
folger, Weimar. 

11. /l/<»crt f/tirtun/j, i. Fa. H.Böhlau's Nachfolger, 24. 
Weimar. 

12. Eugen Mahlau, i. Fa. Schirmer & Mahlau, 25. 
Buch- und Kunstdruckerei, Frankfurt a. M. 26. 

13. Bernhard Vopelius, Buchdruckereibesitzer, 
Jena. 27. 

14. August Clamor- Hülsemann, Altenburg S.-A. 

15. Carl C.olbert, Leitender Vcrwaltungsrat der 28. 
Gesellschaft für graphische Industrie, Wien. 



sind im Monat Mai 1901 folgende Mitglieder 

Hermann Krumm jun., i. F. Hermann Krumm, 
Buchdruckerei, Remscheid. 
Richard Booch, i. Fa. Julius Booch, Buch- 
und Steindruckerei, Werdau. 
Ernst Rossberg, i. Fa. C. G. Rossberg, Fran- 
kenberg i. S. 

Reinhard Schmidt, Buchdruckereibesitzer, 
Burgstädt i. S. 

Max Wilisch, i. Fa. Hugo Wilisch, Chem- 
nitz i. S. 

Max Lippmann, i. Fa. R. Zückler, Buch- 
druckerci und Verlag, Zwickau i. S. 
Carl Ferd. Victor Edelmann, i. Fa. Alex. 
Edelmann, Univer.- Buchdruckerei, Leipzig. 
Theodor Franken, i. Fa. L. Schwann, Kgl. 
Hofbuchhandlung, Düsseldorf. 
Emil Grottke, i. Fa. C. E. M. Pfeffer, Verlags- 
buchhandlung, Leipzig. 
R. Boll, Buchdruckereibesitzer, Berlin. 
Heinrich Simhart, i. Fa. Brend'amour, Sim- 
hart & Co., München. 

Fritz Goldenberg, i. Fa. Brend'amour, Sim- 
hart & Co., München. 

Louis Gerstner, i. F. L. Gerstner, Kunstansialt 
für Photozinkographie, Leipzig. 



<e« 201 »s> 



28 



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'mmmmmmimmmtML ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE ammmamwjra» 

29. Carl Schocmbs, i. Fa. Friedrich ScbOCmbSj it. <Hto Rastviow, Direktor der Firma RoM 
Offenbach a. M. & Junge, G. m. b. H., Offenbach a. M, 

30. Johannes Uppmann, I. F«. Friedr. Schoembs, 32. Cvrf Im^hML C WätOddc, i. Fa. C Wlnstock, 
QffenbMk a.M. Chromollihi^. Anstalt, Leipzig. 

Leipzig, den 31. Mai iflOl. 

Die Geschäftsstelle des Deutschen ßuchgewerbevereins 

Artkar WotmMn, Geschiftafübrer. 



Pflegschaften des Deutschen Buchgewerbevereins. 

Nachstehende Herren hjben sieh inzwischen noch rur Ühernahmc des Ehrenamtes als 

Pfleger des Deutschen Buchgewerbevereins 

in freundlicherweise bereit erkliiri: 

Dr. Fra«; WuAtT/, i. Fa. A. W. Kaicmann, Öufi.-jg. C Üännhaupt, Kommer^ienrat, Hofbuchdruk- 

Wald. Zachrisson, I. Fa. Wald. Zachrisaon Bok- kereibesitzer, Dt ssau. 

fryckeri, fsött bor^. Paul StaUin/j;, i. F:i Cicrhard StaUiogt Verlag»- 

Louis' Kochy Buch-, Stein- und Lichtdruckerci- buchhandlung, O/JtTJ^ürg. 

beaitter, Halberstadt Dr. Ulrich Hoepti. t. Fa. Ulrich HoepU, Maäand. 

Leipzig f den 1. Juni 1901. 

Der Vorstand des Deutschen Buchgewerbevereins 

Dr. L. Vulkmana, I. Vorsteber. 

AMar IVbflniMii, GfliehltalBhnr. 



Verzeichnis von Personen und Firmen, 

die Im Mai 1901 dem Deutsclien Buchgewerbemuseum Schenkungen flberwiesen haben. 



Dr. Grr.ul. liipzig: Kovinükl: N. J. Utkin. Martincz i 
Sorii ; ui^adcmia n. ». w. — Puttkammet fr Htühlbrechl, 
lU rlin: Wegweiser Jurch JIl- neuere Rechts- und Staats- 
iiitcriKur 2. Bd. Direktor Wolbrand, Krefeld: Bericht 
über die gewerblichen Schulen. Krefeld lti(K). Orafi- 
herzogt Hitf- mitä iMidesbiMiolkek, KarUntke: Die Hand- 
letorlllen der Croll1)fn«gl. Hot- und LamleibiMfolbek. - - 
Vir. Mosers Bttchhandlung,Graz : Eine Orginal-Lithographie 
von Pauluzii. Schatte Im Hofe, Bertin: Eine Original- 
Lithographie (Portrit Ad. MenzeKi. I'rof. P. Ilalm, 
München: Eine Original-Lithographie O'eterskirclii:) und 
22 Blatt verschiedene Arbeiten für Buch.schmuck. — Kud- 
hardsclu OUßtrei, Offenback a. M.: Schneider: Dieten» 
bell«« Blbeldrudu - - SefcoHcr (F«Mlttu Sammri, Ckn- 
tHaniai Kmktg ower Bibel-Udadlliiiten. — PtwiatM- 
BfWforiMt, KM: Mlnellungen der Gesellscbaft fOr Kieler 
StJ Jt^L >cl]i^hie. -- £«^'71. C)h-'. I.eip:iji;: Umschlag- und 
Vor&itipapiere. A. HtirlU-t<fns Verlag, Wien: Pellnit/: 
Technisches VCSrtcrvcrzcichnis der graphischen Branchen. 
— Meißner & Buch, Leipzig: Abdruckfoice der Lithographie 
«Piicberptnr am Kahn" 42 Blatt — ff. Bong, Btrtm: Mo- 



derne Kunst. W. Spemann, firrlin; Bcrthold r Rüc^icr 
unil \X\Ke /n Buchern. F. H'. I ititmann, Goslnr. l<e\ue 
franeo-allemandc. Das Alimcrs-Bueh. lUeitkupfi^ Hürtci, 
Leipzig: Zeitgenössische Kun&lblitter 32 Blatt. E. Pier- 
sons Verlag, Dresden: Die GeselUchaft. S. Cronbach, 
Beriin: iMagadn IBr Liiteratur. — Dracl^rohen vm: Hef 
uHum Brieher, AtrAn (eine reictac Srainilinitf; Mefir & 
Sihteicher, Wien; Pfälzische i'ertagtaasta» NeasUuUa.H.i 
Hugo Münstermann , Hannover; H. Feyt & Co., Bert!n; 
Wrllsti in .\\uhtoli:iT. Ilcuielbert: ; König C- Ebh.irdu Han- 
nover; Sl. Johannis -Druckerei, Dinglingen ; Bauersche 

Allen freundlichen Gebern sagen wir auch an 
dieser Stelle aufrichtigen Uank, und bitten, dem 
Buchgewerbemuscum auch künftig Druckarbeiten 
aller Art, Bücher, Eiluelblätter, Cirkuiare und 
andere Accidenzen, soweit sie technisch oder 
künstlerisch von Interesse sind, überweisen zu 
wolleo. 



Der Vorstand des Deutschen Buchgewerbevereins. 
*m 202 



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mmmmmmmmmm^ ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jMMNmanmmm 



Wie entstehen Schriftformen? 

Von HEINZ KÖ.MG in Lüneburg. 



DHM verHosseoeo 19. Jahrhuoden fehlte 
es an ausreichender kfinsderlscher Kraft 
und Eigenart, um einen selbständigen Stil 
auf dem Gebiete der Schrift aus sich herauszu- 
bilden; es zehrte von der Kunst früherer Jahr- 
hunderte. 

Die direkte Überlieferung, der Anschluss an 
zeitgemiOe Formen der Arehiiektur ist tafSt» vor- 
handen, der künstlich groUgezogeoe Klassizismus 
des Empirestils giebt Zeugnis von einer grenzen- 
losen Verarmung der eigenen Erfindungsfreudlg- 
kell^ der denkbar nüchicntsten Ausdrucksformen 
für Ornament und Schrift. Unschön ijeschnittene 
Lettern und Zicrratc, auf Löschpapier uhnlichem 
Slotr recht mangelhaft gedruckt, selbst teilweise 
von den besten Firmen der Zeit. lassen uns den 
Buchdruck auf einer tiefen Stute üc^ Verfalls er- 
scheinen. So lag die stolze Kunst im Argen, die 
einst so Herrliches Rcschafftn , und harne der 
Wiedererweckung zu neuem Leben, neuem 
Streben» 

Wenn wir im einzelnen die vorhandenen 
Schriften durchgehen, welche aus der früheren 
guten Zeit auf uns gekommen, finden wir venig 
Erfreuliches. 

Die »Antiqua" hat jene verdorbene Form an- 
genommen, an deren ailmihllehcr Gesundung wir 
so lange zu arbeiten und zu bessern hatten. 

Die »Kursiv" vertauschte ihre reizvolle, ab- 
weekslungsrelciie Gestalt, die sie von ihrem ersten 
Gießer Franz von Bologna erhielt, sehr zu ihrem 
Schaden mit einem langweiligen und uninter- 
essanten Bilde, in dem man vei^beos naeh der 

ersten pikanten Pit^enart suchen würde. Sie ist, 
analog der Antiqua, das Abbild einer nüchternen, 
kunsiarmen Zelt geworden. 

Die «Schwabacher" hat sich noch am besten 
gehalten. Zwar hat auch sie an Charakter ein- 
gebüßt, ist vietfkch In die Breite gezogen, aber 
im pan/en ist sie duch noch erfreulicher, als die 
beiden vorigen Schriften. An ihr vollzieht sich 
zuerst ein Wechsel im Geschmack der Zeit; sie 
gilt als veraltet, wird durch gotische und halb- 
fette Frakturschriften ersetzt und in den 40er und 
SOer Jahren allmählich abgestoßen, um erst In den 
70er Jahren zu neuem Leben zu en^ achen. 

Die ,Fraluur% ohne Verständnis für ihre 
einstige Scbfioheit in barocker Schnörkelei er- 



starrt, bietet dem Auge wenig gefillige Formen, 
Der Gedanke, der sie beseelte, Ist erloschen, der 

lustige flotte Federzug, aus dem sie entstand, der 
schematiscben Wiedeigabe allmählich korrumpi- 
render Formen gewichen. 

Trotzdem ja in den Schreibstuben der breiige* 
schnittene Gänsekiel noch immer zur Herstellung 
von Fraktur- und Kanzleischrtften benutzt wurde, 
fehlt der wiederbelebende Einfluss auf ihre schrift- 
gießerische Gestaltung; sie giebt das von den 
Vfitern überkommene Formenwerk ohne Wahl 
und Kritik wieder. Zu den besten Frakturen aus 
dieser Zeilgehört die If'iiff'dum'sche, deren Schnitt 
sich an die alten Formen anlehnt. 

So zeigt sich uns ein wenig erfreuiiclies Bild 
zu Anfang des 19. Jalirlumderts. 

Viel besser wird es auch in der crbicii Hälfte 
desselben nicbt, ttOd selbst bis in die 70cr Jahre 
hinein kann man eher von einer Verwirrunc;, als 
von einer Klärung desGeschmackci» reden. Sehr 
interessant ist es, einen RQckblick auf die Zier- 
schriften zu werfen, welche dem Buchdrucker in 
jener Zeit zu Gebote standen. 

Wie die Au^ben des Buchdruckes sich im 
IS. Jahrhunderr und früher recht einfach Rcstal- 
teien und sich auf den bücherdruck, Aihchen, 
Zettel, Carmina und andere Geleg«nlielisdrueke 
hcschrünkten , ^^'ar das Material zur Herstellung 
dieser Arbeiten selbstverständlich nur ein wenig 
umfiingreiches. Man machte auch Im Publikum 
geringe .Ansprüche an diese, und der Buchdrucker 
fand keine Veranlassung, aus sich selbst heraus 
Besseres zu schaffen, als die Abnehmer verlangten. 
.Anders wurde es, als eine für das \9. Jahrhundert 
so bedeutungsvolle, treibende Kraft, die »Kon- 
kurrenz*, ins Feld rOckte. 

Durch die Erfindung der Lithographie w ar dem 
Buchdruck eine gewaltige Nebenbuhlerin ent- 
standen, welche für die Folge die Wege der Stteren 
Scliw esierkunst uiiaus^'csei/t beeinflussen, ja sie 
teilweise von den ihr durch Material und Technik 
bestimmt vorgeschriebenen Bahnen abdringen 
sollte. 

Zwar tritt diese Broifrage zu Anfang des Jahr- 
hunderts nicht hervor, erst In der zweiten Hüfte 

taucht sie auf und führt zu der ureigensten 
Schöpfung des lö. Jahrhunderts, der »Accidenz". 
Zierschrifien im heutigen Sinne des Wortes 



«At 203 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE a»Mr«3rjrM<jrjrjrdrjrjr 



kommen im Buchdruck etwa seit dem ersten 
Drittel des 17. Jahrhunderts auf; in den in Kupfer- 
stich ausgeführten Sehrifitvoriagen finden wir sie 
Mher. Während die Initiale, aus den Hand- 
schriften übernommen, bereits von Entstehung 
der Buchdruckerliunst an einen wesentlichen 
Bestandteil des Buchschmuckes bildete, zog man 
bei Titeln und Kapitelanfiingen die Schriik erst 
später mit in den Bereich der Verzierungsweise. 
Von der Initiale oder den Versalien ausgehend 
wurde das Ornament bei den deutschen Schriften 
durch Federzüge gebildet, es wuchs aus großen wie 
kleinen Buchstaben hervor und verschlang sich 
harmonisch ineinander, ein Bild von vorzüglicher 
dekorativer Wirkung gebend (Abb. 1). Die Fraktur 




AM. I. 



eignet sich in ihrer ornamentalen Form hcrvur- 
ragend fQrdiese AusgestaltimgiBweise. Das Schrift- 
bild selbst umzog man später mit feinen Linien; 
man fügte Licht- oder Schattenstriche hinzu, 
durchbraeh die Grundstriche und löste sie dann in 



alle möglichen Verzierungen aurfAbb,2K So ent- 
sund jenes Heer von Zierschrifien in Fraktur wie 
in Antiqua, welche bis in die heutige Zeit hinein 
im Accidenzsatze eine so große Rolle spielen. 
Einige suchen die Täuschung hervorzubringen, 
als solle die Schrifk plastisch wirken, dem ge« 
Sunden Grundsatz entgegen, dass Schrift als 
Flächenverzierung auch als Flachomament zu 
gestalten ist (Abb. 3). 

Noch einen weiteren Übelstand hatte die Kon- 
kurrenz der Lithographie im Gefolge .die Ver- 
feinerung des Sdvlftbildes*. Die Leichtigkeit, 



mit welcher der I-ithograph zarte, scharf gravierte 
Buchstaben, Linien und Zeichnungen herzustellen 
vermochte, zwangen den Buchdrucker, oaeb Jlhn- 

S&iBfiElEfi KEEBSV 

AMl«i»ZI(nclifWn. Aw> Stbriflprotca vm fir. CaloiuaiH Mmmiw /M«. 
Mika. 

liebem zu suchen. Der Schriftgiefier, der beruHene 

Formgeber des Schriftbildes, hierdurch beein- 
flusst, strebte, seine Technik zu vervollkommnen, 
und gab dem dadurch Ausdruck, dass er seine 
feinen Linien bis zur Grenze der IVlöglichkeit ver- 
feinerte und auch die Grundstriche durch Ab- 
schwächung in Mitleidenschaft zog; das nannte 
man dann .Errungenschaft der Technik". Dass 
dieser verkehrt aufgefasstc Begriff für die Augen 
des Lesers und den Charakter der Schrift nicht 
zum Segen wurde, ist klar. Es soll hier nstOrllcb 
den ehrlichen P>cstrehungen, Vollkommenes zu 
schafTen.wieesdie tüchtigen Schriftgießer Otfc/c^r, 
IMimann&Mohr, Mannsfeld und Hänei in Ber- 
Un, Ri('(< in Magdrburp;, Schmit: , Blender und 
Hägers in Küln, Graß, Barth & Comp, in Bres- 
lau u. a. m. anstrebten, nicht zu nahe getreten 
werden; die Schriftverscblechierang l$g eben in 
den Zeitverhältnissen. 
Niehl ohne wesendichen Einflitss auf die Ge- 
staltung der Typen war die „Mode", die 
wir am besten mit den stilistischen Be- 
strebungen gemeinsam besprechen, und 
zum letzten, nicht unwichtigsten Teile die 
Tochter der Konkurrenz, die .Reklame*. 

So finden wir die verschiedenartigsten 
Einwirkungen, welche es uns erkUrlich 
machen, dajis gerade im 10. Jahrhundert 
das Schriftbild ein so aoOerordenriieh 
buntes ist; wir wollen versuchen, so gut wie mög- 
lich den Spuren dieser Einflüsse nachzugehen. 

Wir kSnnen uns die Sache erleichtern, wenn 
wir dem leitenden Faden durch dieses Wirrsal, 
den Stiiänderungen, soweit hiervon die Rede 
sein kann, folgen. Die einschneidendsten Um- 
gestaltungen gehen jedenfalls von diesen aus und 
sind demgegenüber die sonst noch mitbestim« 
menten Faktoren nur von untergeordneter Be- 
deutung. Die jetzt zielbcwusstcn Bestrebungen 
zur Schaffung eines neuen Stiles sind nicht ohne 
Voriiufer und haben Ihre Vtn^Bchlchte. 



fßüitl t&ngom 

Vrnirrr I riktunichrlfi Nr. 7. Aus: Scilli ap ill to l l Itm Ifc CMWW», U M W Wf 

Vcnlene FrikiandirUk Nr. 8. Aus: aelirtnpnib«n von fr, CaUmanm, Haamartt 1146. 

AkklL 



<Bt 204 »3> 



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Beilage zum „Archiv für Buchgetcerbe." 

in<$3(n5orfers fjumoriflifdtf 5ldtl«r. 




m qolQnrii fliiiti! Iiiiiii riiiM tiir ü&ül 
l\n piiiQrl friititiidi iinö frin. 
fins l|i)t b>il& >iiif &rii fiopf QrhrUt 
fiir &iaQtr riii(|o iini Rtinn 
^ir broRt uoii hrriiriii iHrtirriniil. 
Von liili titr lliirrrfri: 
^hitihrr iill friD auf Qn 
Vor iljrrr Ödiflmrrril 

iüa rill piofrflor hodi und l|rl)r 

Brn iiltrn L^iin urrFidit: 

fliir Tirbrn fiiiiiltr Ribt a. tiidii iiirlir. 

nirlir nrbrii h •) ii ii rs nidn 

en rrilit Citr Hiiir Tir iiiif iiiiD iiidil 

Vfrädlilt: ÜAm lurlift ihr? 

Qdt frlbh bin f rri°fiiii)[i fluiniiirr ddii. 

BiilQ t)bri itir mrtir uon nur' 

älnO wo rill fnoiidtlrin in bri 2rll' 
piifs prrttiiiiiriiibliiii [tirri. 
fntiiidii luir liriiriictriib inib Idinrll 
!>riii jlCt luiiildiirn 
Sil nrdii fir: imb' birii iiidit !u frbr, 
Piriiifrlip i>dirrjbrrlrin. 

Sinn irlditbriurdiidi fritrruljrrr. 
IIB halft bii niminrr rini 

dlnb wo rill plarrrnbrr !>diolrir 

Jn Vrrirn fidi trcitlit 
liib Ftoli Qriiuf i(i. luriiii rinr iNdidr 
Von fiinfiitt itiii iiinftriii 
Bii raunt fir looh! ina Dhr ihm Ins: 
iBrniiidi. Qu ZiniQrnhrlb. 
Bnidi idi rin Ilrölriii fdiu)ar> auf lorif). 
Vrrniniim s fiir aaiiir iütW. 

iJo trirb rB rinit Um <>dirlmrnhtnO 
dinb irribt'B nodi imnirrbar. 
Sb unttrbrs >nidi ptril(irfdituintl 
Vrrfiof; mandi hunbrrt Idijr. 
fodi hriitr. lurnn fir hrrthaft ladjt. 
£rrltirbt brr (ialbhrit Bunfl 
^ril bir in riu'o.-r Qugriibpradit ' 
liril. frrir DudiOrudihunlt ! 



AmM .Vf. <»i iXtl, J-tUr, t*int Ar, Hffftmturftr niiUtrr Mitrt,,,, farhif Ulualrirrtr M cx-ifuarAn/T fir Humur mmd KmMtl. 
Imrk t Vwtiag nut J. ¥. Mrritn; lrd»r4«< KrtHo^m. pTfit sfMrtal Ol Kr.) Itk. 1.—. 



134 



Zllcggcnftorfcr» Qumoriflif c^c Blattet. 



3>cr (jctaufcßfc To«t. 




,f $ war mtin Irlftes (Rdb, ba« icb für ^icf( tPurfi dus^c- 




€in tingtf<^rleb«ner Briff ! — ba ifk ein Ban>(T<n 



slua* 4uiUl fo riar in mildn prd>ti Uni Itifc ISO in fiig< Kui)' 
Durdj UVlfeIl^un^1 Ijerauf? Sidj €^i^ un& aUtr <8roII, 

ftbltigt frit (dfn>at]4clo<ti( üjdft lUit (inften*, mtnn ta» 21ujc ^n 



^hr golknts ^lug« auf. 



21uffd;Iujfft liflicpoU. 



tftnc $(ßfaue. 




ZI.: „Kun. IraDc fid; ^cnn .V'rJiuUin mcta }tt ^(m v«rabrt>«Un J^tnbcjroiis (in< 

gefunden ?" 
l^eit; .^j, gleid; mil iliier innHer!" 




Pa Karo, bu foUft bi« Wut^ Ijab««; 
^^eule gSnne idf mir Sraltn unb <£^nt 
pogntt. 




Bimmel mos felj' i<b? 

,£el?r gecl^rier Berti 
Sa Sie auf meine mebrfad>e ITtabnong 
Feine 21ntn>0Tl gaben, fo fd;reibe id} ^bntn 
i^ute rcrommanbieTi unb erfutb« Siebringenb 
um $al;lun9. 

inariin ^ferti^, S^neibermeifter.' 




<D, idi armer (Cropfr 



Zncggen6orfcr» Qumoriflifc^e Olättrr. 



(35 



.tu, ^ic ridne €Ua {iiftll 
rfijrn&'." 

.>il>(i fit läditit \dion ju 
langt!" 



Enfant tcrriblc. 

I)tt£d;tif»fttII»t5i1;malirtsfv 
ift bei KonimeT3irnral von (ßolii' 
ftcin 5um Pincr ^r[a^(n unb 
unictbäll ficb mit itm Cöd^ler- 
eben iti Piaufti, '»as allcrlitbfi 
plau^em tan«. 

„iPtnn meinen 2T(imcn 
fo fd|}n gemetfi haj), flsd^en, 
iDfi^l in frann aaäf, ira« id? 
biti?" Uc'ii unfer (Sjfl.ifr Surd? 
f iiibliib-naioc IJufaf^unj fd^on 
mandic ^Intcgun^ für ftinc 
fdtnfifitUenfd;« (CbOilijftil 
fun^tn l^at. 

mit einem niedtid^tn Kni{' 
eben antmortete bie fleine iSIfa: 
„0 ja, nTiima bot ^»d,^ geftern 
jur (Canit gefaal, tag n.Mr l^eutt 
fo einen cjelettrten t'^un^er- 
Ici&ei 3n Cifd; (gaben. " 



,3a, meine (Sni&igt, tinc 
itad^t am Horbpol bancrl 
ein l^albes J'i'ir " 
,Wai Sie fajenl T>it armen 
nad^tvadittrr 



Arter uiib junger RM. 




— ,£djon 9el)<ci, lierr p. pinfeles, Ifommrrjitntat faioenftein ifi gtabelt worbtnl* 
Sanf icr dt« Udit iToAm «»trii): ,ro e piurtrtnl' 



..HcrgcITcn fentcn. 



^^as (SIfirf entflol) uns in bJjmmetnbe fernen, 

^ mein ticb — idf foU bi* pergcffen lerntnl 

lln» fdjieS fein (Snnnben, un» fdji*> fein frfalten — 

IVit fyibtn uns fd^Iud^jenb in Urmen atf^alten, 

It>ir fdiritlen — wit bnrdj lot^cnb« flammen, 

Hurd) jene 2Jb|\t>icb5ftD^^f 3u(ammen, 

ITodj einmal pcreint — unb bann nimmermclir. 

Pie §tit ging barSber, Sb" unb leer, - 

Unb ob mein lya^ au(b nad; bii gcjd^riecn, 

Unb ob idi gefd^lud^jt audi, auf bcn Knieen, 

Unb ob td; empdri midi, in wilbcr (Oual, 

(Segen <Bolt unb Sdiirffal wohl ljunbtrtmal — 

Di* 5''* ging »eiiec unttrbefien 

^df muBK ja boc^: id; muB bidg pcrgefftn! 

34} muß bidj cergeffen! — Tie armen (Sebanfen, 

3dj hielt fte fireng in l^anbcn unb Sdfranfen, 

Die milben — bie freien I gcmohni jn fliegen, 

31n beine Srnft fidj järllidj ju fd?miegen, 

3dl rief fte surflcf aus allen Jftincn — 

So mu%t' idj's bod; enblid} — cnblid; Icmtnt 

O läge ooD CJual iinb feiger mfibt! 
lOas nÜBt e*, baß iit mir (elbft tniflielje? 
Sdilirg« ja nur bie klugen faum, 



Bd fonimt mein junger, ladienber (Craum 

21iif bunter, fd^iDernber Sd)nietlerlingsfd;a>ingt 

Unb jand?3t : „Va fd;au bod; nur, ip«n id; bir bringel* 

Sdjon fnl)!' id;i bein t)er3 an meinem fd^lagtn — 

}ld>t ~ a>as nnQI nun all bas fntfagrn? 

Bas ftol3e iroUen — bas berhe müfien 

(Stift unter in ireii^en, fdjauernben KUffen, 

(Seilt unter »ic f c^nee in ^ritblingsiluttn, 

It>ic !Tcbcl in morgenfonnengluten. 

;fernlfer flingl es leife — roie morgtnglotfen — 
Ber Uraumgoil fd«ütlell bie nad^tfdin>ar3en £o<fcn, 
Jlu» feinem mobrtfran3, bem feuertoien, 
^fallen bie i'lätrn, bie irelfenbcn, toten 
(Caumelnb, cntblalternb auf mid> nieber — 
Bit {d^immemben ^'lügel Ifcbl er iDieber 

Ba fdlir' idi empor — ba bin id> uMdjl 
Branden fd)ljgt fdia'cr ber Kcgcn aufs Bad^, 
Ber Clfauniinb flagt in bcn oben (ßaffen, 
mein ladrenbes (ßlütf l^at mid} rerlaffenl 
Ztod) 3itteit mein Vitxi — meine pulfe flocfcn, 
2IU' meine brennenben lUnnben tropfen. 
So fd)leid;t ber (Eag her aus tricfenben ,\'ernen — 
Unb fo foll idi „pcrgefien lernen." x. Mehi. 



Digitizc 



n^t'^^cnftorf er« liumoviftii ti' yiäller. 




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muwbmLmm.'mwtL'V^ ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 3»jrMNardrM<M\»ar»<» 



Nachdem der Klassizismus zu Anfang des 
vorigen Jahrhunderts, ohoe tiefergebende Spuren 
bei der Schrift tn hinierlaMe», sieh veriiacbtigt 
hatte, trat, hervorgerufen durch die Romanfilier, 
der echt germanische Stil der Gotik, oder wie 
er sieh nennt, der .oeo^tlschc* Stil, in Erschei- 
nung. Es ist ja klar, dass diese Art der Form- 
gebung durch die vielen Denlunale ihrer einstigen 
Hoheit, ihrer unvergänglichen Schfinheit gerade 
auf das deutsche Vollt von i^roßcm üinfluss sein 
musste; sie verkörperte ihm zudem in ihrer Über- 
lieferung im Gegensatz zur Antike und Renais- 
sance der romanisclicn Völker germanisches 
Können und limphnden. Leider tritt uns hier die 
Thsissche entgegen, dass zwischen Wollen and 
Können eine weite Kluft besteht. Man kann sich 
für einen Stil begeistern, ohne jedoch im Verständ- 
nis Ober die Äußerlichkeiten hinauszukommen. 
Wäre bereits damals ein tieferes Erfassen des 
Sinnes an Stelle der äußerlichen Nachahmung 
getreten, hätten wir uns heute die Beschämung 
ersparen können, uns von England, welches zähe 
den Spuren derGotik folgte, die R:'hnen für unsere 
modernen Kuns(be!>irebungcn zeigen zu lassen. 

Für unsere Schrift sowohl wie für den Buch- 
druck finden wir den Weg, der gehen war, 
klar vorgeschrieben in den Wiegendrucken, in 
den Handschriften aus jener herrlichen Zeit, doch 
wie wurde die arme Gotik misshandelt! Archi- 
tekturformea, mit Krabben, Fialen und Kreuz- 
blumen geschmOckte Titelzeichnungen treten sn 
Stelle des gotischen Flachornaments; die neu- 
gotische Schrift soll die klaren, charaktervollen 
Formen der Eckschrift ersetzen. Und auch zu 
dieser bezogen wir die Anregung zunächst vom 
Auslände her. England schaffte in seiner „Black" 
eine kriftige gotische Type, Frankreich berei- 
cherte durch Didot\n Paris. d'\c Buchdruckerkunst 
durch seine verzierte englische Fraktur; ebenso 
entstand dort die Allemsnde und durch den 
Kalligraphen Jean Midolle die eigenartige 
(1834) Midoiiine. Diese Schriften dienten in 
Deutschland als Vorbilder zu vielen Nach- 
schnitten und Abänderungen. 

Ganz vereinzelt stoßen wir auf tieferes Ver- 
StSndnis, und mag gerade dieses darum beson- 
ders hervorgehoben werden. 

Mir liegt vom Jahre 1840 ein kleiner Quart- 
band vor, Geschichte der Buchdruckereien 
in den hannoverschen und braunschweigischen 
Landen, von Dr. L.Gro/f/('rRf, welcher hinsichtlich 
der Schrift und Anordnung als ein aus den mo- 



dernen Restrehungen hervorgegangenes Erzeug- 
nis würde gelten können. Herausgegeben wurde 
dieses Buch von dem SchriftgieOerelhesltzer 
nator F. G. M. C.ulcmann in IJannovir, der als 
Sammler und Kenner von Altertümern auch be- 
sonders die Inkunabeln und vorgatenbergschen 
TaFeldrucke pflegte. Seine gr^^'^t h chinrer- 
essante Sammlung blieb der Stadt seines Wirkens, 
Hannover, erhalten und ist im Kestner-Museum 
aufbewahrt. 

Wir lassen ihn am besten seli>st reden. Er 
sehreibt im Vorwort dieses zur vierten Sikular- 

feier der Erfindung der Buchdruckerkunst heraus- 
gegebenen Werkes laEinen langegehegten Wunsch, 
den Charakter des alten deutschen Buchstaben 

In größter Einfachheit wiederzugeben, suchte ich 
mit Zurateziehung namhafiier Altertumskenner 
und Geschichtsforscher auszuftihren. Ob sol- 
ches gelungen, dberlasse Ich der Beurteilung 

von Sachverständigen und Kunstgenossen. Eine 
Reihe von Initialen, alten Drucken, vorzüglich den 
ersten Werken der Mainzer Pressen, und alten 
Manuskripten des Mittelalters nachgeschnitten, 
glaubte ich nicht bioi^ als Zierde, sondern als 
etwss wesentlich zur SchrlftGdifiriges dem Werk- 
chen einverleibenzu müssen ; ausgleichemGrunde 
wurde auch der Sau nach der sog. Inkunabelo- 
ftmn eingerichtet.* Soweit die Vorrede. Auf dem 
Titel, welcher im Nachschnitt das Druckerzeichen 
des Jodocus Badius von 1498, einen Drucker an 
der Hsndpresse und Setzer am Kasten, jedoch 
ohne das Monogramm J. B. enthält, ist die wirk- 
lich hübsche Type ganz modern in drei gleich- 
groOen Zeilen angeordnet. 

DerTe.xt ist ausCicero gesetzt, und dieserCrad 
scheint allein im Schnitt hergestellt zu sein, wir 
finden ihn in der 1841 herausgegebenen Schrift^ 
probe der Firma unter der Bezeichnung Cicero 
»Altdeutsch" (Abb.4), geschnitten von F, Kistner. 

fiitiii ucrhintifn un5 RanCliiift bt'f)nrTrn. 5flbft DfrKiinftlfr, 
ob([lrirt] rr nur fUr Da$ lUoljlgrfallrn bn Orr Brtractihing 
«nrbritrt, harn mtr iNirrl) m nnftrrmirnli« nnh nidlt» ww 

nbcbf f fffif1gl](h>l>ilninopqi'.'srrirrftMuoDri|il) 

CiOu'&-(,.;?! 

a8Ctefß63KLllinopQR5lUUUJil|3flÜOlH 

Cicero Altdcufsch. Au»; Sctifinprobcs loa Fr, Cuitmaiui, Haamo^r tH49, 
Alih.4. 

Außerdem ist noch eine interessante Inkunabeln- 
Schrift vorhanden, welche der von Turbe&Comp. 
in Paris gegossenen gleicht. Vermutlich sind die 

»5 «Cäs 



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mmmmmm/mmmmm. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jr«Mt>M>»Jc>M>M>wac>» 



Stempel erworben, da auch R. G. Tcubner in 
Leipzig im Besiu dieser Pariser Schrift isi(Abb.5). 

t<0/ 3l(Rta nnnr atxo (^catUi c^oforrnt) 
ff f. Jtrff fun fotiiin1)o^r5traprr?ofat 

or6fin ^liifpiff tf rmani qiiiim fcinf 
r66c ^lam. ^Irtc tiia iiiöocti anoi^ent 
dtfctique friiuntiir/ Omnt6iicv iit fa' 

IwaiMMMirM Kr. Am t SriwiDyntai na fr. CWMmm, MuMMMr f 
AbkS. 

Zwei weitere Schriften, Petit-Verulien in der 
Art numismatischer Uncialgotisch, und gotische 
Unefilveraallen auf Cicero schlieQen den Kreis 
dieser Bean^ebungen (Abb. 6). Dieses Schrift» 

uvn« ritnenepfiRviiT osvs ne ciitu- 

euiR' KT WM miTis eiRnm nevw 

SKTIS. 

iMMiMwttfm Nr.), Am: ScMftproteii voa A'.CMMMwr, Mimmw JM<. 
Akk.«. 

probenbuch als Ganzes bietet uns einen guten 
Überblicli über den Stand der Schriftgießerei zu 
jener Zeit und veranlasst uns, darin zu blättern. 
Schon die Vorrede zum zweiten Heft (1H4I) giebt 
mit wenigen Worten interessante Aufschlüsse; 
sie mögen für sich sprechen: 

„Durch die nachsiehenden halbfetten Fraktur- 
Schriften glauben wir etwas erreicht zu haben, 
was den gewöhnlichen Schwabachcr und ganz 
fetten Praktursehrifken, ersteivn bei den grSiteren 
Sorten, den andern durch veralteten Schnitt, und 
den Icizieren in allen Graden durch eine über- 
große Breite der Buchstaben fehlte; ja was viel- 
leicht Fremdlinge, die •neugolischen* Lettern, 
entbehrlich macht." 

Wir sehen hier plastisch vor uns, dass zuerst 
nur fette Auszeichnungsschriften im Gebrauche 
waren neben Schwabacher, die als veraltet von 
den neugotischen Lettern zurSekgedrängt wird. 
Diese sucht man als Fremdlinj^c durch die halb- 
fetten Fralituren aus dem Felde zu schlagen. 

Cttlemann war fedoeh nicht allein der Schöpfer 
der halbfetten Frakturen, auch die heute tjebräuch- 
llchcn mageren Schriften stammen von ihm. Eben- 
so fahrte er den in der Folge als .englische An> 



tiqua" bekannten Schnitt, welcher durch einen 
Franzosen, Loeullet Bertrand in Paris geschnitten 
war, In Deutschland ein. 

Viel verwendet wurden in dieser ZeitKanzIci- 
schriften mit verzierten Versalien und besonders 
«muslerte* Kanzlei, bei der das Schriftbild selbst 
in Zierate aufgelöst war. Wir finden in ihnen 
die leuten Ausläufer der alten Federzugtecbnik 



Verjicne Kjtnitelsclirlfte». 
Am; SdHlArntai «»■ Fr. Culrmanm. MaaMnrfMC 

Ahli. 7, 

(Abb. 7). Auch sie werden in der Folge von den 
sog. neugotischen Schriften abgelöst. Ober die 
vielen Ziersehriften zu sprechen, bietet sich keine 
besondere Veranlassung; sie sind hauptsächlich In 
Fraktur reichhaltig venreten. Hinige charakteri- 
stische Abbildungen mögen für das Verständnis 
desZeitg^sclimackes genügen (Abb.8). Die lünder 




IMEÄÜ PMDSM IligmßyS 
i^MA^mmW, J30MST I 



AMC SdirlAffatn mw tt.Cidimum, Htmoittttt*. 
AkkS. 

des m Jahrhunderts, Stein- und Groteskschriften, 
Egyptienne und Italienne charakterisieren sich 
als aus dem Bedürfnis nach Auszelchnungs* 
Schriften mal FiirReklameentsianden; ihreFormen 
sind zu bekannt, um weiter darauf einzugeben. 
Sie entfernen sich weit von dem Schönheitsideal, 
welches in der klaren römischen Type \ crkorpert 
ist. Im ganzen kann man sie besser mit dem 
Pinsel malen, als mit der Feder schreiben, wenn 



206 



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'Wtmm.m.'mm.tt'm'm.^'M. AKCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



auch ihre Herstellunt; mit dieser nicht aus(»e- 
schlossen ist; wir reihen sie in die Finselschriften 
ein, von welchen noch spiier die 
Rede sein wird. Ihr l'rsprunijsland 
isi England, wo sie von Caslon zu 
Anfiiag den Namen .Antique* er- 
hiehen. Auch die fetten Antiqua» 
Schriften stammen von dort, wie die 
halbfetten Antiquasehnttte, deren 
Versalbuctisfaben stärkere Grund- 
striche als die Gemeinen haben. 
Auf Sehreihschriften kommen vir 
in Kürze noch zurück. 

Es ist natürlich nicht möglich, in 
so engem Rahmen ein geschlossenes 
Bild der giinzcriSciirificntw ickelung 
zu geben, auch für die wichtigsten 
Momente kdnoea vir immer nur 
cinii^c^ herausgreifen und dann vor> 
fuhren. 

So nennen vir als besonders förderlich für die 

Bestrebungen, gute Buchschrifien, hauptsiichlich 
deutsche, zu schaffen* die um&ssenden Arbeiten 
der k. k. Hof- und Staatadruckerel In Wien. Dieses 

her\-orragende polygraphische Institut, unter der 
VORÜglichen Leitung des Regierungsrates Alpis 
ilfterstehend, machte es sich zur Aufgabe: 
diegeschichtlicheEntwickelung und Begründung 
unserer deutschen Buchschrift zu beurkunden, 
für jeden Zeltabschnitt, in welchem die deutsche 
Buchschrift einen gewissen Charakter behaup- 
tet, einen womnqtich musicrijültieen Typus 
herauszuKnden und tcst/usicllcii, 
um gewisse Schriften und U erke im 
Geiste einer gegebenen Zeit typo- 
graphisch auszustatten, und endlich, 
einen sieherenGrund zu gewinnen, 
eine neue deuf«;che veredcIteDruck- 
schrift daraus abzuleiten, entwer- 
fen, schneiden und überhaupt zu 
Tage fördern zu können. 
Es ist eine hohe Aufgabe, welche in muster- 
gültiger Weise bis auf den letzten Punkt zu Wien 
versucht vurde. Besonders die I-|crausgabe von 
ürkundenbüchcrn, deren Schriften genau im Zeil- 
Charakter der Urkunden geschnitten (Urkunden« 
buch für die Geschichte des Bcnediktiner-Stifres 
Kremsmünster, seiner Pfarreien und Besitzungen 
vom Jahre 777— 1400, herausgegeben 1SS2), sind 
von großem Interesse für uns. Zu diesem \X erke 
wurden nicht weniger als 10 Schriften mit allen 
Ligaturen und Abbreviaturen, mit Kapitälchen, 



verschiedengeformten Versalien und Initialen ver- 
wendet. Nachstehend einige Textproben (Abb.9). 



fmT «bar gtt*T»r- tluir huM soll fiii taiMtr- 

Thir xho tiie-rc j^-vn^o- m uuk% Cr borx Ikn^- 

Ty^n «lu dem 9. u-nd lU.JabrliiiAjcn. Abb. 9. 

mtf pufiUirAri fufnr ■n(l4^nAV4. utldc cpnflcrn*-cuf fum. qüm <^aul 
er», tfu «mm ftUxtt i^^twtitlt ium ft uf« exitio grtiKM' T«A Ii 

Typ» «IM «Imii HI.Js1irfeBii4cft. Ab».«. 

jtlNC^Cyrufrer |(«rttm fo(i gr4n4>intiuUS fi p«M y«ft. tX^XXJC. «niu^ 
t<mf Ar« fmf€t» tr*g* rrftanr« g(t*r« r(gin{ TlMinin Vbl «suuMc niTHltr 
Mhmu' 4 «(Mar ta «fi{ mfrvt ptd mttrar Unagm tj^mt 4mmiiS 

Type« IM dtn U;J*Mia«d*n. JM.9b 



Zur Ausbildung *J)<, 4b«i^r jilr«-«*» 
neuer deutscher ««ii t»«l 4ir «4 ^f*M 



TypM Ml 4tm 13. iiad H. 

\hh 9. 



Druckschriften 
kam es leider da- 
mals nicht, die 
hierfür geschul- 
ten künsileri- 
sehen Kräfte 
fehlten, doch mag die eigenartig ausgebildete 
Schwabacher-Type, welche für den erklärenden 
Text in dem Urkundenbuche benutzt vurde» hier 
Platz Anden j(Abb. 10). 



>M>r "fikaab^riften brfÜ^N brinaf^ gant dirtdiM IMreHer, 

nur ifl rrflfrc flriircr iinö jicrlirdfr .^cf.-lirii-t'rii ; in beiden fiii? mir 
9lir(i;ttud (grifft }5n>'f)fläi>rii prm^fn&rt, nti9 \ivar cljnr Üti|'rf;nif0 
tcr Wortr, fc }n»är, Sag (tlbt }ufaniRKnj»i>äiij}re f^^inrit; an4^ 



An*» tü« BacbwkrtteM lU» MlwUim. Tioi 



K. K. H«^ tat aitMMrytkml. 



Neudrucke alter Chroniken und Gebetbücher 
werden auch in London und i-'aris in dieser Zeit 
in Faksimile hergestellt, sind aber ohne beft-uch- 
tende Wirkung auf die Schrift der Zeit. 

Den hauptsächlichsten Einfluss auf die Form 
der Schrift gevinnt jetzt die Aecidenz bis in die 

70" Jahre hinein. u n sie durch ein anderes Gcstal- 
tungsprinzip vorläufig abgelöst wird. Ihren For- 
derungen entsprechend Verden schmale, breite, 
fette, inaßere und yanz magere (Skelettschriften) 
geschaffen. Viele künstlerische Anleihen werden 
auch beim Auslande gemacht. Die Zierschriften 



«at 207 ifit 



Digrtizeo Ly <jOOgle 



mm,mmmfWb9LmmLfm/»t ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jrjrjr^MPMrjrwMMrar 



mehren sich von Jahr zu Jahr. Sie beherrschen 
völlig den Zeitgeschmick, wie sehr, geht klar 
daraus hervor, dass die 1860 von Bauer in einem 
Grade gescboittene schön« Kircbengotisch 
keineii Anklang fiind und erst spiter für Rech- 
nung von Pustet in Regensburg in allen Graden 
vollendet wurde. Die Zeit war noch nicht reif 
für den bahnbrechenden Gedanken stileinheit- 
licher Arbeiten. Zudem fehlte der gesetzliche 
Schutz gegen Nachbildung und war es nicht gerade 
ermutigend. Neues zu schaffen, da doch in Kürze 
alles nachgeschniiienodernachgalvanlsiertwurde. 
Nicht unerwähnt dürfen wir bei den gestaltenden 
Faktoren die Einwirkung von Charles Derriey in 
Paris lassen, welcher mit scincmSpccimen-Album 
nucfi in Deutschland Scfiulc machte. Versuche, 
typiscli neue Schriften zu schaffen, wie sie 
Schopper mit seiner Centralschrifi und Schock 
mit seinen Fraktur-Versalien anstrebte, fielen ins 
Wasser. Erstcre bestanden in der oberen Hälfte 
aus Antiqua« in der unteren aus Fraktur; bei 
letzteren waren die unteren Längen fortgelassen, 
um sie den Antiqua-Versalien ähnlich zu machen. 
Wir mfissen beide in die Kuriositlten-Abieilung 
verweisen. 

Bei den Schreibschriften greifen wir etwas 
veiter zurück. Wir haben in großen Zfigen die 

komplizierte Entwickeluni» der deutschen Kursiv 
bis ins 17. Jahrhundert verfolgt. Von da ab ge- 
winnt sie für uns verstindliehere Formen, wenn 
auch der Unterschied mit unsern langgestreckten 
heutigen Buchstaben noch ein ganz !»'eseatlicher 
ist. Ein interessantes Beispiel einer Kurslv-Frak- 
tur als Druckschrift, welches ziemlich vereinzelt 
dasteht, finden wir in dem Werke: ,Der Stadt 
Venedig Ursprung", gedruckt von ff ata Kilian zu 
Neuburg an der Thunav 1575, und in ähnlicher 
Form in aSSäulen der Architektur" von Christoph 
Fmschower, Zürich 1507. In den Vorschrlft- 

büclierii der Nürnhcrt;er jModisten ist diese /um 

schnelleren Schreiben ausgebildete Fraktur haupt- 
slehlich vertreten. Sie wird nach dem Gebrauch 
der kaiserlichen Kanzlei schlechtweg mit Kanzlei- 
schrift bezeichnet. Auf ähnlichen Prinzipien ent- 
wickelt, mit gotischer Grundlage, ist die eigen- 
artige Type von Robert GranJon; auch Christoph 
Flantin gebraucht verwandte originelle Charak- 
tere in seiner Biblia polygloUa 1560—1573. 

Im 17. und 18. Jahrhundert sticht man Schreib- 
scbrifKen mit Vorliebe in Kupfer, wir finden sie 



in den vielen Vorschriften der Schreibmeisier 
fener Zeit. Nfirnberg ist auch hier in erster Linie 
zu nennen. In Frankreich entwickeln sich die 
Rondeschriften aus der alten Kursiv. 

Pürden Buchdruck machte derGuss derschräg- 
liegenden Schreibschriften große Schwierigkeit. 
Finnin Didot in Paris suchte dieses durch Guss 
auf schrägem Kegel zu vermeiden. Um das Rut- 
schen der Buchstaben zu verhindern gab er den 
Lettern einen Falz in der Mitte, auch zerlegte er 
die Schrift so, dass nie Haarstriche zusammen- 
stießen. 

Dieses Prinzip wurde von Thorowgood in Lon- 
don wieder verlassen, und auch die neuere Zeit 
fügt Haarstrich an Haarstrich, gießt aber die 
Schrift, wie an^emein bekannt, auf geraden Ke^el 
mit übcihangtudcn iNa4.cn. Da m England die 
lateinischen Schreibschriften zu besonders schö- 
ner Ausbildung kommen, bezeichnen wir sie viel- 
fach mit dem Gesamtnamen englische Schrift. 
Sie dokumentieren den Übergang von der Kiel- 
feder zui- Stahlfeder, mit der diese Form besser 
herzustellen ist. 

Eigentlich ist Sehrelbschrirt wenig für die Her- 
stellung in Ruchdruck geeignet. I")ic darauf ver- 
wendete große Sorgfalt und Mühe lasst doch nie 
die elegante Freie Form erzielen, die der Litho* 
graph und Kupferstecher mit Leichtiqkeit errei- 
chen. Trotzdem sind diese Schriften durch die 
Konkurrenz ein notwendiges Obd geworden und 
durch das Bedürfnis der Accidenz nicht mehr 
aus dem Formenschaize des Buchdruckers zu 
entfernen. Man Rndet sieh mit dem widerstre- 
benden Material ab, s(i j^'ut es Reht. So kam es 
auch, dass die auf geraden Kegel gegossenen 
Rundschriften sich so schnell Bahn brachen, dass 
Kursiv-Rundschrift und besonders in Amerika 
eine ganze Anzahl von Cirkular-Schriften ge- 
schaffen wurden, welche den Zweck hatten, die 
Schreibschriften mehr uder uenißer zu ersetzen. 
Sie haben sich in Deutschland nie lange im Ge- 
brauch zu halten vermocht, da die Mode, die sie 

schaffte, sie bald durch andere ersetzte. 

So viel über Schreibschriften. 

In der Fortsetzung wollen wir weiter verfolgen, 
wie der deutsche Einheitsgedanke endlich eine 
geschlossene einheitliche Richtung zu stände 
brachte und mit dem altdeutschen Stil eine Ein- 
lenkung in die alten Ziele des Buchdrücke* toch 
in der Schrift vor sich ging. <F»metnmg foigi.) 



206 



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M&mcmtmMtmt ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE jMmaMMMwwam 



Der künstlerische Bucheinband In alter und neuer Zelt. 

Nnh VortrlfBa v»r Dr. JEAH LOUBIEX Im B«lia*r I 



BEI eingehender Betrachtung eines P.u -h- 
einbandes wird die Leistuag ais eine 
doppeln eracheincii. Efneraeits besteht 
sie in einer rein technischen Arbeit der Her- 
stellung, andererseits aber in der Kunst der 
Zunaitnensetzui^ des Materials und der Ver- 
zierung. In früheren Zeiten zog der Buchbinder 
zum Schmucke seiner Werke die verschiedensten 
Helfer heriD, die er mmendieh auch bei den 
Metallarbeitern, Graveuren, Ciseleuren, Gold- 
und Silberarbeitero fand. Jetzt ist es leider kein 
richtiges Zusamiaenarbeiten mehr, denn die ver- 
schiedenen Industrien liefern ihm die einzelnen 
Teile gebrauchsfertig, und der Buchbinder hat 
meist nur meinen Geschmack in Auswahl und 
Zusammenstellung zu bethätigen. 

Wir können das Buch nichr in -so h-rn zurfick- 
liegendc Zeiten vcrfulgen, wie andere auch iieute 
nodi im täglichen Leben übliche Gebrauchs- 
gegenstände, denn die alten Äcyprer und anfangs 
auch die anderen Kulturvölker benutzten Schrift- 
roUen (wo Stibeben sich hewegeode Papyrus- 
sfrcifen) zu ihren Aufzeichnungen. Später kam 
dann das Pergament auf, ungegerbtc Tierhäute, 
die zu Sehrlfkzweeken zuerst In der Sndt Perg»- 
nion benutzt worden sein sollen. Bis jetzt ist 
es nicht gelungen, die Zeit nachzuweisen, in der 
das Buch als »olebes zuem enchelnt; imo Uno 
annehmen ungefähr im 4. oder 5. Jahrhundert. 
Als Vorläufer unserer Bücher sind wohl die von 
den Griechen und IlSinem der spiteren Zelt 
benutzten Nntizrnfo'n anzii rhen, die auf der 
einander zugekehrten Seite mit Wachs überzogen, 
die ElJirhzungen des Stylos {GrifTel) auAiahtnen. 
Zwei oder drei solcher Täfelchcn aus Holz oder 
Elfenbein, die durch Ringe miteinander ver- 
bunden varen, nannte man }e nach der Anzahl 
der verbundenen Täfelchen Diptycha = 2 Tafeln, 
Triptycha » 3 Tafeln u. s. w. Die ältesten er- 
haltenen sind die sogenannten Consular-Dip- 
tychen.die von den römischen Konsuln benutzten 
Noiiztafeln. In der ersten christlichen Zeit sind 
Diptychen für den Gottesdienst benutzt worden, 
die togenannten „liturgischen Diptychen". Sie 
waren aus Elfenbein geschnitzt und sind im 11. 
und 12, Jahrhundert mit Vorliebe zum Schmucke 
von Buchdeckeln benutzt worden. 

Von diesen Notiztafelclien bis zu den er'itfii 
uns erhaltenen Büchern aus dem H. Jahrhunüvri 



ist ein weiter, fast unausgefüllter Raum und 
wenn auch die Technik des Bucheinbandes in 
froheren Zelten eine wesendlch andere war, so 
bleiben die Hauptarbeiten doch im Grunde die 
gleichen. Näher auf die Technik des Buchein- 
bandes einzugeben, Ist an dieser Stelle wohl 
überflüssig*), nur einige auch in den Vorträgen 
besonders hervorgehobenen Unterschiede des 
Bucheinbandes In alter und neuer Zelt seien 
hier erwähnt. 

Früher kamen die Druckbogen gleich nach 
dem Drucke zum Buchbinder, der nun das Papier 
erst leimen, dann schlagen — wodurch es wieder 
geglättet wurde — und falzen musste, um es 
schließlich mit der Nadel zu heften, wobei 
Streifen von Pergament oder Leder beziehungs- 
weise Hanf'Jchnüre mir umstochcn wurden, die 
mit ihren über die Starke des Buches hinaus- 
stehenden Enden in die Hofa> spSter Papptaffeln 
der Einbanddecken befestigt wurden. Heute er- 
hält der Buchbinder die Blätter fertig geleimt 
und geblzt, «od tostatt dte früheren mUhssmen 
Schlagens vollbringt jetzt die Buchbinderwalze 
das Glänen. Auch heute übernimmt die Heft- 
nadel in der HeMade die Arbdi, nur stellt sich 
der fertig geheftete Buchrücken jetzt anders dar, 
da die zu umstechende Hanfschnur, die jetzt fast 
aussdillefllieh zu den Bflnden benutzt wird, In 
eine enrsprechende Vertiefung zu liegen kommt, 
während früher, auf dem ebenen Rücken die er- 
hShten Bünde lagen. Nur die Franzosen heften 
auch heute noch gern auf erhabene Bünde. Jetzt 
werden nach dem Heften die Ränder in der 
Maschine beschnitten. In frUhester Zelt wurden 
die Ränder der Blätter nur möglichst glatt ge- 
schabt, da man sie des oben und unten über- 
ragenden Kapitalbandes halber nicht beschneiden 
konnte. Das frühere Kapitalband, oberster und 
unterster Bund des Rückens, diente noch wie 
die anderen Bdnde zur Befestigung in den Deckel 
und der Blattlagen untereinander. Es wurde, 
soweit es nach dem Einfügen in den Deckel 
sichtbar war, durch Oberstechen mit Lcdcr- 
Streifen oder Seidenfäden verziert. Jetzt ist es 
nur ein Zierstreifen, ohne jede Verbindung mit 
dem Deckel, der leider seinen einzigen Zweck, 
Zierat zu sein, oft auch oodi dadurch verfebli^ 

*) Siehe: Dt. Jean Loabier: »Buchbinderei und LedCT* 
jrhcitcn" io Spemuuta Goldenem Buche der Kunst. 



•an 209 l«9 



39 



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mmmmmMMmmmm, Archiv für Buchgewerbe jMamarararamarj» 



dass er zur Farbe des Dtckels und Sdinitte» in 
Disharmonie steht. 
Die mlttelalterllclien ElnbUnde zeichneten sieh 

durch große Haltbarkeit aus. Die Deckelplaiten 
bestanden bis zum ersten Drittel des 15. Jahr- 
hunderts aus Buchen- oder Eichenholz, die Ver- 
zierung,' lag f,'anz und gar in den Händen dtr Mctall- 
und Coldarbeiter. Da die ersten Bücher geschrie- 
ben vurden und zwar ftet aussehliefllleh In den 
Klöstern, so lag auch die Kunst der Buchbinderei 
in den Händen der Klosterleute. Wir finden be- 
reit* MItie des 7. Jahrhunderts den Buchbinder 
unier den Klosterleuten besonders erwihnc 
Femer soll sich Bischof Otto von Bamberg gern 
mit Bucheinband beschäftigt haben, und es wird 
uns lierichtet, dass Kar! der Große 774 ein Buch 
in kunstvollem Einbände an das Kloster St. Denis 
bei Paris schenkte, wie Oberhaupt in jener Zeit 
Sebenkungea iaForm kostbarer Bücher an Klöster 
sehr belieht waren; die Bücher wurden nach 
ihrem Inhalt mit Evangeliarien, Missalien, Anti- 
phonarien u. s. w. bezeichnet. Eines der ältesten 
Evangeliarim ist das aus der Meisterhand des 
Mönchs Tutilo \ on St. Gallen hervorgef^angene. 

War der Text eines Buches in jener Zeit schon 
an und fttrsich ein kostbar Ding durch die mühe- 
volle und künstliche Herstellung der Sctirift, 
durch die kflnstlerische Verzierung mit Initialen 
und Miniaturen, bei denen das Gold nicht ge- 
spart wurde, so war es wohl natürlich, dass auch 
auf den Einband viele MOhe und Kosten ver- 
wendet wurden. Es entstanden eine Reihe vor 
Werken, die man mit Fug und Recht als .Prachi- 
binde* bezeichnen kann. Sie teilen sich in drei 
Gruppen: die erste umfasst die Einbände mit 
erhaben gearbeiteten Elfenbeintafeln. Die zweite 
diefenlgen, wdehe mit getriebenen Gold« und 
Silberplattcn belegt und mit I-dcIsteinen und 
Email verziert sind, und die dritte endlich ent- 
hSlt alle die, welche mit Platten und Leisten, 
ganz und gar aus Grubenschniel/arbeiten be- 
stehend bedeckt sind. Das Mittelfeld des Deckels 
bei den ersten Pniehteinbinden im frflhen Mittel- 
alter ist fast immer etwas vertieft, wohl wegen 
der Anwendung der Elfenbeintafeln, die in ihrem 
zarten Relief von den Metallarbeiten der Rinder 
überragt und geschützt werden mussten. .Auch 
die getriebenen Gold- und Silberplatten lagen 
vertieft gegen die Randlelsfen. Zum Schutz wie 
zum Schmuck wurden den Metallarbeiten die 
Edelsteine und Halbedelsteine eingefügt, die im 
Mittelalter nur poliert und noch nicht geschliffen 



wurden. Wo an den alten Arbeiten geschliffene 
Steine vorkommen, sind es nur Ergänzungen für 
verloren geganfene alte Steine. Sind Elfenbein- 

tafeln zur Verzierung der Deckel benutzt, so ist 
je eine derselben auf je einem Deckel angeordnet, 
doch bewahrt z.B. die Bibliothek in Kassel einen 
aiien Band, auF dessen oberer Dcckelseiie die 
beiden Platten eines alten Diptychons neben ein- 
ander angebracht sind. In Frankfurt *. M. in der 
Stadtbibliothek befindet sich ein Band mit einer 
Elfenbeintafel eines Diptychons, deutsche Arbeit 
des 9. Jahrhunderts, bei welcher rechts und links 
in den Edelmetallversleningen je sechs gotische 
kleine Nischen roitHalbiiguren der Apostel, Mini- 
aturmalereien angebracht sind. Die andere Seite 
des Diptychons ist hierbei nicht benutzt. 

in der Bibliothek in München befindet sich ein 
gleichfalls hervorzuhebender Einbanddeckel aus 
der Zeit Kaiser Heinrich II. mit schönem Elfen- 
beinrelief. Die Darstellungen nehmen ihren Stoff 
durchgängig aus dem Leben Christi, .Marias und 
der Heiligen, wie es dem Inhalt des betrelfeoden 
Buches ja auch entsprach. Dif narstellungen 
bleiben inhaltlich auch die nämlichen für die 
Deckelplatten in getriebenem Edelmetall. 

Wir gelangen hiermit zu Einbänden von proßer 
Farbenpracht, hervorgerufen durch die den ge- 
triebenen Gold- und Sllberplatten beigegebenen 
Schutrränder, die mit allerhand farbigen Steinen, 
die überaus hauhg auch durch Glasflüsse ersetzt 
wurden, und Emailpllttchen verziert waren. 

Zu erwähnen sind hier ein in Monza bewahrter 
Band, eine byzantinische Arbeit aus dem T.Jahr- 
hundert, ein Geschenk der Königin Theodolinde 
an die Basilika zu Monza, sowie zwei Einbände 
in San Marco in Venedig unter byzantinischem 
EinBuss in Italien aoageflihrte Emtilarbeiiea auf 
Goldgrund, die sich sämtlich durch wunderbare 
Farbenpracht auszeichnen. 

Hierher gehörig ist der Band, der aus dem 
Kloster zu Lindau stammt und bis vor kurzem 
im Besitze des Earl of Ashburnham war. Er ist 
jedenhlls von irischen Mönchen in Irland selbst 

oder in Lindau ausgcFühri worden. 

An einem jeut im Museum zu Gotha befind^ 
liehen Bande lisst sich erkennen, dass er zwischen 
983 und 991 ausgeführt sein rnuss. Cr trägt als 
Mittelfeld ein HIfenbeinrclief mit Kruzifix und 
Allegorien, Erde, Sonne und Mond. Den iufier- 
sten Rand bilden Akanihusblätter, der dazwischen 
liegende Raum ist in acht Trapeze geteilt, mit in 
Gold getriebenen Darstellungen von Evangelisten, 



•a« 210 «£> 



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'^'»'»'m'mmmwm'Mm. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arjr^rjrarjrjrarararjr 



Heiligen und des Kaisers Otto III. und seiner 
Mutter. Aus dem gemeinsatnen Vorkommen die- 
ser letzten beiden Bildnisse ergiebt sich die Da- 
tierung der Arbeit. 

Aus der Zeit Kaiser Otto II. um 975 stammt 
der Einband des in der Bibliothek zu München 
befindlichen Codex aureus; das Manuskript ist 
sitcr und ist ein Evangeliar aus St. Emmeran 
in Regensburg. Im Mittelfelde der thronende 
Christus, in den vier Eckwinkeln die Evangelisten 
und Darstellungen aus den Evangelien, alles aus 



Gold getrieben. Den Rand bildet eine Fassung 
aus Akanthusblättern, reich mit Smaragden und 
Perlen verziert. 

Die Einbanddecken nehmen allmählich eine 
etwas veränderte Raumteilung an, indem der 
Raum des Mittelbildes ein größerer wird, die 
Ränder dagegen schmaler. Das getriebene Relief 
tritt stärker hervor. Die Verwendung der Edel- 
steine wird sparsamer. 

Das in Berlin befindliche Evangetienbuch aus 
Enger besiut, abgesehen von der aus früher Zeit 
stammenden sehr schönen figürlichen Darstel- 
lung, ausnahmsweise für diese Art Bücher Meiall- 
schlieDen, die spätere Zeit bringt die Schließen 



an den weniger schweren Einbanddecken. Diese 
mit Metall, Email und Steinen bedeckten sehr 
schweren Einbanddeckel bedurften ihrer nicht. 
Vereinzelt wurden die Einbanddecken auch zur 
Aufnahme von Reliquien benutzt, wie z. B. ein 
kleiner Band aus Wiener Neustadt beweist. 

Im Kloster von Namur befindet sich ein Band 
von Hugo vonOignies, interessant dadurch, dass 
in die vergoldete Silbertreibarbeit Nielloplatten 
eingesetzt sind. 

Eine Einbanddecke, die ausnahmsweise statt 



des Christusbildes eine Madonna aus vergoldetem 
Silber zeigt, besitzt die Schlosskirche zu Qued- 
linburg. An zwei Einbanddecken in Hildesheim 
und Würzburg lassen die durchbrochenen Metall- 
platten den untergelegten Grund (Leder bez. 
Seide) durchsehen. Der Würzburger Einband 
ist überdies mitBergkrystallen verziert. In dieser 
Zeit finden wir auch zuerst die Blattweiser, an 
schmalen Streifen von Leder befestigte Leder- 
knöpfe. 

Bei den mit Grubenschmelz verzierten Ein- 
banddecken nahmen die Miiielbilder bald den 
ganzen Raum ein bis auf eine kleine Randverzie- 
rung. Die Platten wurden mit Nägeln an die 




«BS 211 



27» 



ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE aMM« 



Hohplitten fest gemacht Die KSpfe der Figuren 
sind in so starkem Gold- oder Silberrelief ge- 
trieben, dass sie mit der Zeit gelitten baben. 
Diese Prachteinbände des frühen Mittelalters 
riefen aber eben durch ihre Pracht den Einspnick 
einzelner asketisch frommer Männer hen'or. 
Jedenfalls hat es auch einfach aus(;estattete Bücher 
in jener Zeit gegeben, doch sind uns solche vor 
1300 iiii« erkliirliclu r. GriinLl'.::; nicht erhalten ge- 
blieben. Im 1-t. unü 15. Jahrhundert sind dann die 
Bücher immer prunkloser gebunden, da das Ab- 
schreiben derselben in großem Maße getrieben 
wurde, die Produktionskosten sich also immer 
vermiiiderteo. Elfenbeinplatten «uP dem Dedtel 
gehören In dieser Zelt nunmehr zu den Selten- 
beiten. 

Im Hamburger Kunstfewerbemuseuffl bellodet 

sich ein Einbanddeckel mit Silbertreibarbeit in 
gotischen Formen. Die dargestellte Chrisiusfigur 
ist aus vergioldetem Silber. Ein anderer sehr 
interessanter Einband von ca. 1380 befindet sich 
im Domschaiz zu Limburg a. d. Lahn. Der Vor- 
derdecke! aus vergoldetem Silber zeigt eine Spitz« 
bogennische mit Kruzifix und Heiligen und 
die Inschrift: Me fecit cuno cantor. Zu dem 
reichen Wechsel Im Material dieser Einbinde 
tritt als ein neues Moment die Gravierung auf 
glatten Metallpiatten. Auch wurden im Mittel" 
felde Mittlmarmalerelcn angebracht Sammet-> 



bezOge sind stets mit Buckeln von Steinen oder 

Metall versehen, dazu kommen dann audk 
Schließen, z. B. auf einem spanischen Codex zu 
Madrid, der freitich deren ausnahmsweise vier, 
zwei am Scitenachnitt und je eine am Ober- und 

ünterschnitt, aufweist. Aus den Initialen „F* — 
Ferdinand von Aragonicn und ,1* Isabella von 
CastlUen lisst sich die Zeit bestimmen, in der er 
gemacht wurde. Alter deutscher BuchMnder- 
arbeit aus dieser Zeit begegnen wir endlich noch 
in Ungarn, in Schemnitz und im Dom zu Raab. 

Zu diesen verschiedenen Einbandarten des 
frühen Mittelalters gesellen sich noch die ge- 
malten Deckel (aus Holz mit KreldeBberzng). 
Dieselben finden sich nur an den Rechenbüchern 
der Steuerbehörde in Siena, waren also wett- 
lichen Ursprungs. Sie sind vielfiiidi mit Inschrif- 
ten in gotischen Buchstaben und Wappen ge- 
schmückt. Zwei der ältesten Bücher ca. 1329 
fragen Figurenbiider. Das eine Bild sielU einen 
Geld zählenden Mönch dar, das andere eine 
Allegorie, Spieler, hinter welche der Tod tritt. 
Letzteres Motiv Bndet sieh ähnlich in dem be- 
kannten Fresko im Campo Santo zu Pisa wieder. 
Es ist bezeichnend für den Wohlsund und das 
Kunstverstindnis jener Zeit^ dass sieh eine Mittel» 
Stadt wie Siena die Rechnungsbücher von her- 
vorragenden Künstlern malen ließ. 

(SchlMs folgt.) 



Das Galvano im Buchdruck. 

V. Der j$«lvaniscbe Nlederschltg. (Vergl. Archiv lüül.Heft l.> 



Es ist hier zu bemerken, dass sich eine ge- 
naue Vorschrift für die Zusammensetzung 
des Bades nicht gehen lüsst, wenn nicht die 
Stromstärke und Spannung, die Entfernung der 
yfttt von den Anoden und die Wärme des Bades 
bekannt ist. Der Galvanoplastiker muss, von der 
normal zusammengesetzten Lösung ausgehend, 
dlesedarehVerstlrkungoderVerdlinnung,ebenso 
den Strom und die Anwiirmung durch geeignete 
Regulierung so in IJbereinsiimmung bringen, dass 
er die höchste Leistungsühlgkeit der Maschine 
und des Rades erxiclt. Es erfordert das ein Inter- 
esse an der Arbeit und eine Kenntnis der Vor- 
ginge beim galvanischen Niederschlag, die sieh 
aber nicht allein mit Lehrbüchern einstudieren 
lässi, sondern durch Nachdenken bei der prak- 
tischen Arbeit erworben werden muss. 
Das Bad hat in der Regel die Gestalt eines IXng- 



lichen Rechteckes, damit man von beiden Seiten 
bequem bis in die Mitte zum Herausheben der 
Ware langen kann. Die Anoden- und Waren- 
stangen, welche am besten aus Messing gewählt 
werden, sind quer Ober die sebmale Seite des 
Bades angeordnet und zwar so, dass zwischen 
zwei Kathoden- eine Anudenlage zu liegen kommt. 
Die positiven und negativen Stromzuleitungs- 
siangen, auf welchen die Anoden- und Kathoden- 
Stangen befestigt sind, liegen am besten nebenein- 
ander auf einer Lingsselte des Bades. Auf der 
cntgcgcngcset7ten steht dann der Mann beim 
Herausnehmen der Matrizen, wodurch eine 
Veraorelnlfunf der KoMakte durch alMropfiMide 
Säure gut verhindert wird. Damit die Stellen, an 
denen die runden Anoden- und Kathodenstangen 
auf den flachen LeitungMtnngen In halbrunden 
Ausfeilungenoder ingebohrt«! LSdiemaafliegen, 



212 



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Beilage zu dem Artikel: Zeichcnkünsfler im Dienste der graphischen Kunst. V. T. T. Heine. Dnick von Hesse R Becker in Leipzig. 



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mmmMtLm^mmmt/mmm. ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE arararw^arararararar 



recht sauber bleiben, sind diese noch besonders 
durch Holzrinnen überdeckt. 

Von besonderer Wichtigkeit ist es, den Durch- 
messer der Zuleitungen zum Bade richtig zu 
wählen, da zu schwache Stangen dem Strom einen 
Widerstand leisten.welchersich durch Erwärmung 
der Leitungen zeigt. Diese Eru'ärmung bedeutet 
einen erheblichen Stromverlust, den man ver- 
meiden kann, wenn die Stärke der Stangen so 
gewählt wird, dass auf 1 Ampere 1 Quadratmilli- 
meter Kupferleitung gerechnet wird. 

Die Leitungsdurchmesser von der Stromquelle 
nach dem Bade soll, wie schon oben gesagt, nicht 
zu lang sein, um Stromverlusten vorzubeugen; es 
muss jedoch Platz genug vorhanden sein, um die 
beiden Strommessapparatc, Voltmeter und Am- 
ptremetcr — mit den Widerständen zum Regu- 
lieren des Stromes an der Maschine und im Bade 
gewöhnlich auf einem Schaltbrett vereinigt da- 
zwischen einschalten zu können. Der Widerstand 
für die Maschine besteht aus Drähten von ver- 
schiedener Stärke und verschiedenem Metall, 
durch welche der Strom hindurchgehen muss, 
und liegt direkt nach dem Austritt des Stromes aus 
der Maschine. Ein verstellbarer Hebel bewirkt, 
dass der Strom je nach Erfordernis durch einen 
starken oder schwachen Draht nach der Haupt- 
leitung, die nach dem Bade führt, geht und so 
entweder mit voller Kraft arbeitet, oder ent- 
sprechend abgeschwächt wirkt. Der hinter die- 



sem Widerstand eingeschaltete Voltmeter zeigt 
auf einer Skala an, wie weit die Stärkung oder 
Abschwächung erfolgt ist. 

Während der Voltmeter, wie ersichtlich, die 
Kraft des Stromes die Spannung an- 
zeigt, zeigt der Amperemeter die Größe des 
Stromes die Sirommenge, an. Auf diesem In- 
strument wird man also ersehen, eine wie große 
Strommenge auf die im Bade hängenden Matrizen 
wirkt. Der aufmerksame Galvanoplastiker wird 
also z. B. bemerken, da er die Höchstleistung 
seinesDynamo kennen muss, wenn soviel Matrizen 
im Badehängen, dass der Ampferemcter die Höchst- 
leistung der Maschine auf seiner Skala anzeigt. 
Weiteres Einhängen von Ware in das Bad würde 
einerseits die Dynamo überlasten, andererseits 
die Wirkung des Stromes im Bade ganz erheblich 
abschwächen. Widerstände vor den einzelnen 
Bädern einzuschalten, macht sich nur dann nötig, 
wenn die letzteren in ihrer Zusammensetzung 
oder Größe erheblich verschieden sind, wenn z. B. 
Kupferbad und Nickelbad an eine Stromleitung 
geschaltet sind. Da diese beiden Badarten zum 
guten Arbeiten verschiedene Spannung haben 
müssen, muss die der Hauptleitung vor dem 
Eintritte in das jeweilige Bad entsprechend 
reguliert werden. Zuweilen wird dann sogar, um 
die so erzielte Spannung ablesen zu können, 
zwischen Badwiderstand und Bad nochmals ein 
Voltmeter eingeschaltet. (Fonseuung folgt) M.M. 



Zeichenkünstler im Dienste der graphischen Kunst. 

VI. THOMAS THEODOR HEINE. Von OTTO GRAUTOFF. 



ES lässt sich in der heutigen Zeichenkunst 
wohl kaum ein schärferer und interessan- 
terer Gegensatz denken als Fidus und 
Thomas Theodor Heine; jener der himmclstür- 
mende Idealist, der Verkünder einer neuen 
Religion der Schönheit, der an die Aufwärts- 
entwickelung des Menschengeschlechts glaubt, 
dieser der sarkastische Spötter, der gemütlose 
Mephisto, der die Geißel 
schwingt über dem Herden- 
volk. Dabei stehen beide 

Künstler auf ebendem- 
selben Boden; beider Aus- 
drucksmiitel ist vorwiegend 
die Linie. 

Ursprünglich allerdings 
war Heine Maler. Ich ent- au»; .SiiapiieiMimu»- 




sinnc mich noch aus früheren Jahren im Salon 
Gurlitt in Berlin eine feingestimmte farben- 
reiche Landschaft in impressionistischer Natur- 
auffassung von ihm gesehen zu haben, die 
seine zukünftige Entwickelung als ausgesproche- 
nen Künstler der Linie und als geistreichen Sati- 
riker kaum ahnen ließ. Seine ersten dekorativen 
Arbeiten lassen auch seine Herkunft von der 
Farbe unverkennbar er- 
scheinen; aber immer 
schärfer, immer bestimmter 
tritt die Modellierung der 
Formen, die Bevorzugung 
linearer Faktoren heraus; 

heute würde man kaum 
noch glauben, dass er je- 
mals duftige Landschaften 



n. n. Hfiif. 

Verlag rem Atbert LoMgtn in MäHcHm, 



«BC 213 V!» 



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habe malen können. GroOen Finfluss gewann 
die japanische Kunst auf ihn; doch nie hai er 
sich einer Itneelitlschen Nachihmung adiuldlf 
gemacht; er hat gewissermaßen den japanischen 
Stil ins Europäische übersetzt, hat den Japanis- 
mus mit seiner eigenen PersSnlichlteit ver^ 
schmolzen und dann seinen Stil selbstindig 
weitergebildet. 

Aber noch ein wesentliches Moment hat stll- 
bildend auf Urine eingewirkt. Schon an seinen 
ersten buchgewerblichen Arbeiten im «Pan", 
ganz besonders aber an dem prachtvollen Vig- 
nettenschmuck von IJndners (alias Pirrrr J'Au- 
becque, das ist sein Pseudonym) zeitsatirischem 
Buch .Die Barrisons*. nehmen wir deutlich den 
Einfluss des genialen Engländers Aubrey Beards- 
lay wahr, ein Künstler, der in Deutschland durch- 
aus noch nicht genügend gewürdigt wird. 

Beardsley erscheint uns als der letzte Spröss- 
llQg einer alten, fiberreifen Kultur, der ~ inner- 
lich zerrissen — an dieser Veit zerbricht Herne 
mag ihnltche Seclenkämpfe durchlebt haben; 
hat er sie an sich selbst erfahren, so war er von 
vornherein gesunder fundiert, so dass er die 
Herraehaft Ober sich selbst gewann und sich zur 
Harmonie ausglich; vielleicht aber hat er sie 
nur suh specic aeternltatls als Zuschauer em- 
pfunden; jedenfalls hat er in ernster und liefer 
Weise über das Leben mit der den Juden eigen- 
artigen kritischen Gabe nachgedacht, ist um die 
Dinge der Erscheinung herumgegangen, hat hin- 
ter sie geleuchtet, und so haben sich ihm des 
Daseins Fiintergründe aufgehellt. Er hört den 
Menschen seufoen unter dem Daseinselend, hurt 
ihn keuchen unter der Gewalt seiner niederen 
Triebe und sieht, wie er sich aut der Flucht vor 
diesen grausamen Mächten in Lügengewebe ein- 
spinnt, in ein Fatlios der Sittlichkeit, in Askese 
und in Religiosität. Er bicht das kalt lächelnd 
ohne mitzuleiden und ohne .Mitleid mit den Lei- 
denden zu empfinden. Die Erkenntnis dieser 
Dinge haben ihn zum Skeptiker, zum Cyniker 

gemacht; in seiner 
Kunst verhöhnt er das 
Zeitleben und das Zeit- 
empBnden; er giebt uns 
in ihr eine herbe Kul- 
turkritik. Beardsley 
wollte sich auch auf die 
hohe Stufe kritischer, 

ironisch-satirischer 
Betrachtungsweise er^ 




n.n, 

Ava; .lawl*. Vertag «m 



heben, um Aber sidl selbst herauszukommen; 
aber dieses Beginnen ging doch über seine Kraft, 
und wir fBhten in seiner Kunst immer die 
Schmerzen und Qualen durch, die ihn so sehr 
bedrückt haben. Beardsleys Ironie war wohl 
auch nur eine Bt^leiterscheinung seines VerMI- 
typus; die Wurzeln seiner Natur lagen in ganz 
anderen Elementen, die ihn niemals zu einer 
solchen HShe einer rein skeptischen und ironi- 
schen Weltanschauung hätten j,'e!ant;en lassen, 
selbst wenn seine dekadente Natur nicht von 
vornherein sein tragisches Ende bedingt hütte. 
//(i'rjts Ironie und Heims Satirc aber wurzeln 
zum größten Teile in seinem Judentum, in seiner 
eigentlich und ursprünglich-negativen Natur. So 
müssen wir es uns gefallen lassen, dass er auch 
unsere besten und glücklichsten Instinkte, unser 
deutsches GemQtsleben, unsere ideale Begeiste- 
rung und alle die kulturschöpferischen, auf- 
bauenden Elemente, die der deutsche Volksgeist 
in sich birgt, in grimmem Hohn und galligem 
Spott schonungslos an den Pranger stellt. 

Was nun etwa an Beardsleys Vortrag hier und 
da noch Unfreies, Schweres und Schleppendes 
ist, streift Heine auch ab; er steigen seine Linien- 
kunst in die höchste Potenz des Leichten, Gra- 
ziösen und Grazilen; dabei wird sein Strich 
immer zarter, duftiger, leicht beschwingter und 
melodiöser. Welche köstlich-raffinierte Anmut 
liegt in den zierlichen Stilisierungen des Barrison- 
buches; wie reizend wachsen aus dem Linien- 
gekröse die kleinen, schmächtigen Körperchen 
heraus und wie prachtig verschlingen sie sich 
an anderer Stelle wieder zu einem lieblichen 
Ornament. Auf dem Titelblatt tanzen die „five 
Sistcrs" mit ihren mageren, dürren Beinchen, 
ihren glatten Buaen und ihren perversen Ge» 
sichterchen an uns vorüber; aucb dies eine geiat- 
reiche, ergötzliche Erfindung. 

Im Laufe der letzten fOnf Jahre hat Heine im 
„Simpllcissimus" und in Büchern des Langen- 
schen Verlags eine Unzahl Vignetten und Zier- 
leisten verSffientlicht, 
die alle mehr oder min- 
der von seinem siche- 
ren, nie fehlgehenden, 
dekorati\ en Geschmack 
Zeugnis ablegen; doch 
sind sie leider nicht 
immer derTypenstärke 

angepasst, weil sie 
selten fQr ein Buch er- 



SrtHw e> iMfltr in tttUm. 



«Bt 214 9fi» 



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mm/wi/m/mm,mmmmm ARCHIV FÜR BUCHGbWtRBE «rMr^arjrjrdrMMrarjc» 



Funden und komponiert sind, sondern meistens 
vom Verleger oder Drucker willkürlich und nicht 
limner geseblckt In die Bücher Mneiogeseat sind. 
Immer aber zeigt sich Heine als ein geistsprühen- 
der, stilsicherer uad phantasievoller Künstler, 
wenn er inch nur etne Spirale oder verBchlungene 
und sich verquickende Linien zieht, den Schlan- 
genlauf eines Flusses, einen Gartenweg oder ein 
lustwandelndes Uebespser leichnet 

Seinen Ruhm begründet haben eigentlich seine 
farbig illustrierten Buchumschläge. Sein erstes 
dcrarriges Blatt galt dem Roman von Martel 
Prh'ost ,Demi-vierge", der ISOR bei Albert 
Langen erschien. Die Zeichnung ist über beide 
Selten des Umschlai^ fortgeRihrt; aber In einer 
Weise, dass jede Seite für sich betrachtet werden 
kann und eine Einheitlichkeit bewahrt, die d«" 
Rücken des Bnches nicht zerreifit In einem 
Lilienparadies sitzt züchtig und ehrbar ein l'aar 
in der Biedermaicrtracht von 1830; die Dame 
mit ZQgen nfflnicrtester Kinderunscliuld neben 
dem Jüngling, der eine der Unschuldsblumen zu 
sich berabbeugt, um ihren lieblichen Duft zu 
genießen. AuP der Rflckaeite zCngeln grSsslicbe 
Drachcngestalien an den kerzengerade in die 
Höbe scbieOenden LUien hinauf und belecken 
mit Ihren roten Zungen die dünnen Stengel. 
Diese geistreiche Satire stimmt tretTIich zu dem 
gefühlsironischen Inhalt des Romans, sie ist 
gewissermaßen das Surrogat der mondänen Ge- 
schichte Pr&vosts. 

Sehr gelstreich ist der Umschlag zu desselben 
Autors Roman .Der verschlossene Garten". Die 
Ehalten bestellen jedes für Sich ihren Llelws- 
i^artcn, die durch ein Gitter voneinander ge- 
trennt sind. Feurigrote, unheimlich wilde Wölfe 
jagen auf der Titelzeichnung zu Hamsuns «Hun- 
ger" Ober iiie Fl iehe :(n einer bis auf die Knochen 
abgemagcricii Jungling.sgcütalt vorbei, die elend 
und verzweifelt zusammengekauert dasitzt. Die 
gleiche rücksichtslose Kühnheit und schnivd-^ndc 
Scharfe grell empfundener CharakicrisnK tritt 
uns in Friposts ernstem Boeh «Der Skorpion* 
entgegen. Nicht prägnanter konnte der Geist 
dieses Romans in einer Zeichnung festgehalten 
werden als durch diesen asketischen Münch mit 
den langen schwarzen Engelsflügeln, den gefal- 
teten Händen und den himmelwärts erhobenen 
Augen, um die sich tiefe Schatten rahmen; unter- 
halb der Hinde dieses Jesuiten ist ein groOes 



weißes Herz ausgeschnitten, in dem ein teuflisch- 
roter Skorpion sich windet, den Schweif fest 
zwischen die Scheren geUeinmt. Da sind dann 
ferner noch die prächtigen l'mschläge tu Ham- 
suns .Redakteur Lynge", Arthur Holitschen 
.Weifle Liebe*, Maeteriind» .ElndringHng", 
das reizende .Medaillon zu Pm'o.s/s „Cousine 
Laura", und der Affe, der sich eine Löwenmaslie 
vorhilf, auf £«0 B«ffs »Obermensch*, die wHdge 
Persiflage der Mesalliancen auf ffo?ms Novellcn- 
band und ferner noch mehrere Arbeiten für Ro- 
mane von Hamsuit, AnaMe Francet Maapassant 
und Krag. 

Auch für die Insel ist Heine mehrfach thaiig 
gewesen; das dritte Quartal des ersten Jahrgangs 
dieser Zeitschrift ist von seiner Hand n ii reichem 
Vignetten- und Leisienschmuck ausgestattet; wc> 
niger geglückt erscheinen die Initialen, die dieser 
Band von ihm enthalt. Eine vortreffliche Schö- 
pfung ist die auch hier veröifentlichte So ic Füller, 
die sich direkt an die Barrisonzeichnungen an- 
schließt. 

Sehr charakteristisch für Heina Wesen ist be- 
sonders die Zeichnung zu dem .Gebet unter den 
blühenden Kastanien"; ebenfalls aus der Insel; 
hier kommt Ueiaei ironischer Geist ganz ent- 
zOd^end zum AusdrucL Der Kontrast zwischen 
der sarkastischen Zeichnung und dem ernst- 
haft-lüsternen Gedicht Bierbaums ist unendlich 
komisch. Das Gedicht lautet: 

Prfihliiig, • du afiOer Jiuii^t 
Deine Belae sIh4 ae tirtUeh 
Seklank unS deine schmalen Lippen teacht 

Vt iL- du 8chreites.ll U':e dii: Locken fliegen 
Und dM bUae Band im blonden Huret 
Wie es dullet, «e deis Maatel velMef 

Frühling, süßer, saftgcbencdcitcr 
Sifgcrknahc mit den MilJchr.'n^I iis.;t:n 
Mautli miuh an mit deinem Ulumcrutero, 
Der icb dich Jetzt tiefer kenn uttd Hebe, 
Deiner UrBnate veller him •■• ^nial«. 

Neig dich mir, o süßer Knabe, südn-s 
iVlidctaen! Icb vergehe sonst vor Sehnsucht 
DIcil im lOUcn. 

So gewinnen wir aus dem kurzen Zeitraum 
von sechs Jahren ein reiches Bild von Hdaa 
vielseitiger und fruchtbarer Tbitigkeit Im Budi- 
gewerbe. Unstreitig ist und bleibt er einer un- 
serer bedeutendsten Buchschmuckkünstler, der 
nach allen Seiten hin mannighchc Anr^ngen 
ausstreute. 



215 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 




Dr. £. Aiberts Reliefklischee für Illustrationsdruck. 



So IsBiele dn neom eiiiM teebnlsGlMiii Voitnges, dra 
Harr Spl^, Mitinhaber der gerade auf dem Gebiete 

der lilustrationstechnik mit hervorragendem Erfolge tha- 
tJgen Firm« Meistnbach, Riffarth & Co., in den Vortrags- 
riumcn des Berliner Hauses der genannten lirma vorciner 
iufiersi zahlreichen geladenen Zuhörerschaft hielt. Zu den 
Geladenen ziblten die Mitglieder der beiden Berliner Prin* 
lipalvereiaicttacen, der Typosraphiachen GeaeUadiaft nad 
der Maaebfnennielater-Vereiniging^ wall — wie Herr jüpl^ 
im Eingänge seines Vortrages bei ende rs henrorttob — der 
Firma daran gelegen wire, diese anf den Gebiete des Itlu- 
strationsdruckes wuhrschcinlich ungeahnte Erfolge nach 
sich ziehende HrHndung des Herrn Dr. £. Albert in München 
zuerst einer Versammlung von Fachminnern und Sach- 
verstftndiges xu unterbreiten. Denn bis ieixi sei die Öfllent* 
Betakelt andi aleht nlt dem neuen VeifUirei bekaant ge- 
maebt wordaii. 

Die Erkenntnis, dass bei den gesteigerten Bedarf an 
guter illustrierter Litteratur und bei der möglichst schnellen 
Druckletjung derselben die bisher geüble Praxis in der Zu- 
richtung von Illustrationen vermittelst der Ausschnitte auf 
die Uauer den gestellten Anforderungen nicht mehr ent- 
sprechen und somit unhaltbar werden würde, hat schon 
seit vtelcnjabrefl xu den verschiedensten Verauchen ge- 
IDhrt, diese veraltetn Maihed« der Znriehtnng vermittelst 
der menschlichen Hand durch ein rein mechanisches Ver- 
fahren zu ersetzen. Dabei blieb man aber in den alther- 
gebrachten VoraubS.eiiungen befangen, dass es sich auch 
bei einem rein mechanischen Verfuhren nur immer um 
eine Zurichtung auf dem nrucXcylinder handeln könne, wie 
dies I.B. bei derGunapercbazuricbtung der Fall seL Diesen 
v e fal m e a Standpunkt lut nun Dr. Albtrt bei seinem neuen 
VerMiren voitkomnen verisasen, indem ervoaelaerRelief- 
Mldung — also dem Ausschnitt — auf dem Dmckcylinder 
Abstand nahm und die Zurichtung an dem zu druckenden 
Klischee selbst vornahm, das heißt: er erhöhte je nach der 
Stirke der Schattierun;; die OberHSche des Klii.chees und 
schuf dadurch ein Reliefkluchee, nahm also mit diesem Ver. 
Itbren das zu einem kunstgercchtea Druck ertordeiUcbe 
Seilef (Ausschnitt) von dem 
Cyttnäer «b «tf wtiUglt es 
in die Druckform 1 Die Her- 
stellung des Reliefklischees 
erfolgt vermittelst eines Zu- 
richtcreliefs, das auf dem 
bekannten Wege der Atzung 
erzielt werde. Dieses Zu- 
riehierdierwird gagen eine 
auf weicher Unterlage ru- 
hende iMeullplatte gedrückt, 




wndurch also die posttiveu Swiiea «rbahen uad die 
negativen Stetien vertielt erscheinen. Bei den bis letzt mit 

vollcrr. I rfr.lcc veranstalteten Versuchen hat sich das Zink 
als am j^eeiKiu-tnen er»Hesen, da es bereits bei einer Tem- 
peratur von 1(X) ' C. dem Drucke des ZurichtcrLlicfs nach- 
giebt, während z. B. Messing und Kupfer einer weit höheren 
Temperatur bedarf, i'ür den Druck werden beide Platten 
verwendet, also daa Zurichiereliet verbleitn ala Kern dea 
Relief Uiscbeea heia Eiaaetnn in die Druckltoim. Soll je> 
doch das Zurichtereiief noch anderweit Vervendung linden, 
so rouss das Reliefklischee hintergossen werden, l>evor es 
auf den Holzfuß genagelt oder - was vorzuziehen ist — 
auf eine eiserne Druckunteriage befestigt wird. 

NCas nun die Vorzüge derartiger Relief Ulschees gegen- 
über dem bisherigen Zuricbteverfabren anbetrifft, so ist 
vor nltea Diagea das Blaaehwiiitn der dtlduiikahi Stdiea 
vormitnlstder Farh«alz«n hei den Rbliorkliaebeoa vemdge 
der leichten ErhShnng ein Intensiveres als bri den Flaeh- 
klischees; ferner bedarf es aus denselben Gründen eines 
weit geringeren Druckes als jenes, da beim Reliefklischee 
Jcr üruc). Mir, der I orm ausgehe und nicht vom Cylindcr. 
Dieser Umstand würde vielleicht bei den schweren, kriflig 
gebauten Autotypie-Druckpressen dahin führen, auch diese 
Maachinea für die Zukunft leichter zu bauen. Eine weitere 
Folg* dieaer Dmekvcrteihuf wlre die hat uabeadirlakle 
Verwendbarkeit des Relief Ulschees fDrden Rotstionsdruck, 
so dsss sich der Bau von Illustrstions-Rotationsmaschinen 
kleineren Formates als rentabel erweisen würde und damit 
der Illustrationsdruck auf eine ähnlich hohe Stufe der 
Leistungsfihigkeit erhoben würde wie der Zeitungsdruck. 
Aber auch für den typographischen Farbendmck erAfftoe 
das Roliefkllachee neue BahiKS und haBtt%|B daa Bu^ 
drudk, i« aoeh hakerem Grade dem Smindnick auf diaaem 
Gebtete Konkurrenz zu machen, ata das bisher schon der 
Fall sei. Das wichtigste Moment jedoch bei der Verwendung 
von Reliefkllschccs sei die ganz bedeutende Zeitersparnis 
beim Zurichten der Druckformen selbst Denn während 
jetztdie Hauptzurichtung großer Auto(>pien 2. B. zwischen 
36 bis dO Stunden Arbeit erfordert, genügt für das Relicf- 

kliacbee ein Arbeitsauftrand 
von hBehatena vier Stunden, 
da seine Zurichtung sich auf 
die gleiche Behandlung wie 

für den Schriftsatz be- 
schränkt. Was das bei grollen 
lUustrationsformen besagen 
will, liegt auf der Hand. Da- 
dutek «ufde die 

Mr die Maschinen | 
«eaeadieh ahgekBnt 



<»* 216 tä> 



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Cronenbergs patentierte Lichtdruck-Autotypie. 



B«I>I< >ii dem Artikel : .Die UhnniMiKii rur fnpbiKhc KkittK*. Druck von Breitkapf 6- Härlil in Ltiftif. 



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1 J< » * i » J I k 

if'Hw -^i^rr 



Cronenbergs patentierte Lichtdruck-Autotypie. 

«Mullrr« ViilkkhaJ, Mun.lKK.l 




Autotypie auf Messing. 

iSchüIcMrtKit iiik Cftintfil'tfjf* Lctirftfiftlall.) 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE MMrararara^MMT»»» 



ihre LeistunKsfShiRkeit in entsprechender \(^eise erhöht. 
Auch das oft vcrliänKni«voMe .Rutschen" der Zurichtung 
sei ausgeschlossen, da eine solche aBCtl d«l btoliatiKen 
Begriffen nicht mehr vorhanden »ei. 

Vie die ausgehingtcn Druckbogen zeigten, ist man 
über die Versuche mit den Heliefkliicheet bereits hinaus 
und cor pnkdidwn Verwemng demltwa äbergegangcD. 
Die Firma 17. Otdenboarg in München verwendet dieselben 
fortlaufend für den lllostrationsdruck ihrer Zeitschrift 
.Kunst und Hjind\*crli" imJ spricht in einem Schreiben 
ihre volle Zu{ric<lciihcit mit der Get>rauchsfShigkcit der gc- 
lieferien Reliefkliscbees aus. Den anucscnvle.i Herren war 
iibrifena Gelegenlielt geböte«, in der in demselben Heute 
(«leieMB Buckdrackeni ««n AnertDamttct ta iwel Ulii- 
MniibiiMiewhtiMN im Betriebe den Dmerseliled twiMhen 
dem neuen und elten VerftihreR selbst n prüfen, und unter 

^' ' ;t der Neuheit des Verfahrens bcKründetcn Ein- 

sejH j;i»u;>f;en muss gesagt werden, dass das Relief klischee 
diese Prüfung bestanden hat. Um die U'i JcrstandsfähiRkeit 
der Retief tdischees, die beim Druck naiurgemtß einer 
MlilKreo Abnutzung als die bisherigen Flachklischces aus- 
fMttit Biad, eingeliend und in der 2uverMs«i|sten Weise 
litlitttMlleii, itt mit tinem bcModer* seiiviei1(ea Bo|eii, 
der Relief Uiscbees in den Terscbiedenstco Scbsttierunsen 
eufveiet, suf Veranlassung von Mebenbaeh, RiffMk & Co. 
seitens der Firma H'. Huxi-nsiriii der \'ersuch unternommen, 
eine nnbeschrinltte Anzahl Drucke von dieser Form anzu- 
fenigen und nach erwa je 100000 Abzügen durch eine Ver- 
gleichunf der letzten Drucke mit den ersten und eine Prü- 



fung der RclIefVI-schees selbst die einKctretene Abnutzung 
zu ermitteln. Das Ergebnis dieses Versuches konnte noch 
n i e h i m i (geteilt «erdo^ da er elcli naeh ia der AaefQlirani 

befand. 

Mit der Herstellung von Relicfklischecs nach dem dem 
Erfinder Herrn Dr< E> Atbreckt in MänduH patentiertea 
VerlUiren ist darch Lieeai aiae Aatebl der befcennieren 

und leistungsfibigercn Firmen der photomechanischen und 
chemigraphischen Branche betraut worden, so dass die 
umfassende Anwendung des neuen Verfahrens ermöglicht 
ist. DerEinflu»& auf die Dritclilechnik aürltc infolgedessen 
nicht lange auf sich warten lassen; jedoch sei auch hier wie 
bei allen Fomcbriiten suf tecbniscbem Gebiete ein hO- 
Itaadfer Balaea auf dem Gebiete des AiMtiauitMs 
alcbi sa beHrditefl: gnttt lelsittnctIlUga and geirUeen' 
befte Mssebfnetimetsier würden nach vie yor sehr gesucht 
und auch gut be/ihit bleiben. Au^^e'dem schaffe eine Kr- 
Icichtcrung Jer Troduktion auch eine Vennehruiig der 
Arbeitsgelegenheit. In seinen Dankcsu orten an Jen 
Herrn Vortragenden wies der Vorsitzende der .Berliner 
Typographischen Gesellschaft*', Herr Könitzer, trefTend 
deranf biUi da«* die eilen Drucker das Relief klUcbee 
e^ctiHleb lebcB vorceehat beben; denn ea aet ein der 
Herstellung des ReiiefUischees ähnliches Verfahren, wenn 
die Maschinenmeister schwierige und satte Klischees auch 
„von unten" zurichteten. Herr Dr. Alt^ett hätte diesen Ge- 
danken richtig erfääst und uu&iugcütaltcn gcvusst. Das 
Reliefklischee bedeute aber für den modernen Illusiration&> 
druck ualeagbar einen aufierordentlicben Fortscbrittl 

Haas Naaler. 



Die Lehranstalten für graphische Künste. 

Ul. a) Die .Lebr- und Versucbsanstali für PboMgrapbie* und die geplante «Lebr- und Versucbaanstalt Ifir graphiacbe 

Cawaiba* in MOachan. 



DIE Frage der Errichtung von UaierricktiaBstaltee Nr 
graphische Künste und Gewerbe ist in Deutschland 
seil langem eine akute; man hat sich aber seither ledig- 
lich in Debatten über Vorschläge ergangen, die, gut und 
schlecht, doch immer dazu beitrugen, die Frage in Atem 
tu halten ! 

Nun scheint neuerdings in Bayern energlicber auch aa 
dia VarviiUleirang dar Ida* I w re n i e l r e t m i la «afdail; var 
Jalnaa bahandaita Max Sdhan ia der Zeitidifill dea «Baj^ 

riscben Kanstgewerbe-Verelm* die Präge nach einer Bit* 

dungsstältc für Graphiker: Jie AusfTilirungen hüben nun- 
mehr al& Anhalt tjnd /um Ausgangspunkt von Bestrebungen 
gefühn, von denen sich maadiea, am aieht lu sagen 
vieles, versprechen lasst. 

JIMneikM als die Stadt, der diese Schule in den Schoß 
gelegt verdea sali» ist in der glückUcben Lage, fSr ein 
d a ia r tlge a lauitnt berelia das natweadige FundameBt in 
besitien, in der im vorigen Jahr begründeten jAhr- und 
Versachsanstatt für Pftotograp/iM-" (vergl. S. 112). Man 
hat dieser Anstalt, ihrer Leitung und insbesondere ihren 
zielbewu^^t«» kü»sii<.-(i»«;li«n Tendenzen von allen Seilen 
Anerkennung zollen müssen, als sie schon nach sechs- 
manatllchem Unterricbisgang mit ihren ersten sSiudien- 
biitiar«* «or dia Öfll»ailicbkeit trat; tia iiafbrte den Ba> 



weis, daii aar Erriebtnag daran^ger Instituie atebt Immer 
Hunderttsusende in Bewegung gesetzt werden müssen. 
So hat sich diese junge deutsche pbotographiscbe Unter- 
richtsanstalt unter Leitung ihres Direktors (j. H. F-mmfnch 
mit feslbegrenztem künstlerischem Programm, mit wohl- 
gefügter Organisation in einer Weise entwickelt, die das 
Institut beule acboa Aber die Grenzen seines engeren Vater* 
iandaa baftanst tßmM^ and ihm ctae vnrbar nicbtteabala 
Ficquaai lugaHIbrt bat. Es ist ganz natuitemU, da«* 
dfese erfreuliche Sehöpfung in allen graphischen Kreisen 
.i\nlass 7U «eiteren Erwägungen und die direkte Ursache 
MurJc. die ohnehin stets auf der Tagesordnung stehende 
Frage in rascherem Tempo ihrer Lüsting zuzuführen. Ls 
ist das Verdienst des Generalkonsuls Rudolf Hiller von 
Oldi'nbourg, fühicnii hier eingegriffen zu haben. Die Latar 
des Archivs sind ja bereit« über des Verlauf der var- 
bereitandea latarcssaataaversamnlung vam I& April un* 
terrichlel: Inzwtschen Ist man nicht unthltig gewesen ; so 
wurden in der verhIltnismiOig recht kurzen Zeit die Pläne 
zum Bau eines Anstaltsgebiudes, sowie das Statut der 
Anstalt au&gcarbeuel und beide in Kürze den Behörden 
zugeleitet. 

Nach diesen Plänen handelt es sich um Erstellung einca 
Lehnrerlntitiettbanes mit cfnar CrundMche van alva 



217 



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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



flOO Quadratmeter, welche derzeit im Hof des provisori- 
schen Schulliiuses an der Rennbahnsiraße, in welchem 
die photographische Lehranstalt unierKcbracht ist, zur 
Verfügunf stthL HergesMlli wfinien werden ein Setzer- 
ml, einer fBr dfe Preeien (beide fe 100 Quadratmetef), 
ein Auditorium, bez. Zeichensaal (140 Quadretmeier), ein 
SmI rfir lithographischen und Lichtdruck und eine Stein- 
scbleifkammcr, ferner drei Räume für ausschließlK Ii pho 
tomechanische Verfahren. Das Obergeschoss «irJ be- 
stehen im wesentlichen aus zwei gcriumigcnSilen, welche 
der Litl)o(repliie, den meauellca li&nsileriscbenVerfabren, 
«fe Ridiening, Sücli, Schebinmt a. i. v. dieM« mOmi. 

Das projektierte Ansialtsstatut, gliedert die Anstalt in eciit 
Abteilungen (Portrütphotographie. Licbldrack, Litbogra- 
phit, manuelle künstlerische Verfahren, Buchdruck. Vcr- 
suchsstalion für Photographie. Versuchsstation für graphi- 
sche Techniken, Sammlungen^. 

Somit wire ein Werk vorbereitet, das nunmehr nur noch 
der MmMceai der staatlichen wie stidtiachen Behörden 
birrt, ««lelM un to Bwhr erbofk werden dar( alt ia auch 
daa Interease der direkt Beteiligten In «ntweidentigaier 
opferwilligster Weise sich gezeigt hat. 

Nachdem sich die großen süddeutschen Verlags- und 
D: uckurci-lnstitulc wij Knurr tr Utrth, R. Uldfixhtmrg, 
Braun fr Schnridtr. I.ithtii^r.-iirtist. Amtalt vorm. Oebr. 
Obptdur, A. Hruckmann, ycrlttgiiinsltilt vurm. Brui kmann, 
BmiermanM Vtriag, E. Pohl» Verlag in MünektH, K. Pattet, 
Regembmrg, UfaMnäitBdrmtktnti SOrtz, Winbiugt nAt 
Zeichnungen von Barbetrigen von etwa 9000 M. aa die 
Spitze gestellt haben, werden sicherlich weitere, rafcliare 
Dotationen aus allen den graphischen Künsten niberadar 
ferner stehenden Kreisen nicht ausbleiben. Ganz beson- 
deres Interesse bcthiligt die graphische Industrie, indem 
die bedeutendsten Firmen der luliünftigen grapbiscben 
Hoetaaetada Zowendanae« von Batbairltaii, von MaaeU* 
nen, ScbrUlaumial u. a.w. In llabevollater Valsa achoa 
zugesagt haben. 

Somit sind alle Faktoren vorhanden, wt-lt lir rini r ,Lehr- 
und Versuchsanstall für die sJmilichcn K'^'ir'"-^-fi'-^" Ge- 
werbe in München" vorläufiR nocli .il-. c;iitr .y'rivai- 
bildnngsansialt mit staatlicher Subvention* eine gedeih- 
li^e Zniwnft« ein stetes Aufblühen siebern. Ein festes, 
a^idea Fkndaiaent, auf dem sich daa aioln Gebiuda auT- 
fOhren wird, ist achon gelegt. An atnar baldigan Venrlrt- 
lichung des Proiektes in seinem geplanten Umfange ist aber 
bei der Energie aller der Herren, welche die Förderung der 
Sache in die lljnJ i^cnommen halun, ri . ht /u zweifeln. 
Jedenfalls ist es unsere angenehme Htticht, unsem süd- 
datwacben Faciigenossen zu ihrem erfoiggekfOoieii tlntef^ 
■ahiBiiügagalata suis herzlichste zu gralalierm. 



b. Die praktische Lihrjnstalt für Photographie 
und phoiomechanische Verfahren von Vt'. CRONENBERG 
in München-Pasing. 

Im Jahre 1882 wurde diese den Scbwerpunlit auf die 
■Mdaman ReproduMomleclMrikM leg**'* Uatarrfefeta» 
ansislt von Herrn W. Cronenberg in GrSnmhocA ins Leben 
gerufen und erst vor kurzem nscb MSnf*«-ftiJü>(r verlegt, 
da die unmittelbare Nihe einer großen Stadl fv.r I emende 
wie Lehrer ungleich grSOere Vorteile bot. Wie wichtig, 
nutzbringend ist es Sberdies fQr jeden Jünger der graphi- 
schen Kunst, aala Auge aa daa Kunsiscbiuen Isar-Athens 
zu aifreue« md m fibm. Im LAfpiaa laden vlrluUBea^ 
lieh lalgeiide Fteher aalkafOhrt: 

I m. Kepmlmktkmg-PhaliigraphieillelMrnek; SirM- 

W. Auliitypie. .Zufolge der groQartigcn Vervolllomm- 
nunc des Rastersystems in der Neuzeit ist ein uclierer 
Fortschritt in diesem Verfahren nicht mehr möglich. Die 
Bemühungen mitteladeaUniaaaysiems ein unregelmlOiges 
Kom hervonnbrlagea alad autiloa. MAgan die Linien 
wie immer aagaardnai ante, am* wird aa aidi am aiaa 
Punktzertegung bandeln und die Punkte atehen ia atarten 
eintönigen Reihen. Das Netz oder Gitter wird stets zu er- 
kennen sein. Für die L:hi.rl-:ik;iirii; auf Stein haben sich 
Rasieraufnahmen als unzulänglich erwiesen. Ist das Netz 
zu grob, so wirkt es im Umdruck ganz unnatürlich, ist es 
ZU fein, aa acbmiert alles za. Der Steindruck braucht ein 
laacMoaaanaa Karn.« 

V. Uehtänek-Autotypif Cn MWl gw . .Atla Vartaile üdea 
aoch deutlicher zu Tage bei der Übertragung auf Stein. 
Mit absoluter Sicherheit kann jeder auf C.ronfnh,-rf^^hi-n 
Lichtdruckplattcn hergestellte Druck auf Stein übertragen 
und für die lithograpUacba Sohaaüpreaaa dracfcllbig ga> 
macht werden.* 

VI— Vni. PkototM^npUt, PMtgrwan cml JM- 
farbenäraek. 

Diese Unterriehtsanatalt, welche von dem renammlenaa 

PraktiktT und ! chrmeisicr auF phnro-chemischem Geblela 
W. OofK'nfriT^' orzüglich von pi jktist lien Gesichtspunkten 
aus geleitet wi-.l und iiin allen noHKcn Apparaten u.s.w. 
ausgerüstet ist, verfolgt den richtigen Zweck; in möglichst 
kurzer Zeil bei verhilinismtOig geringen Kosten die 
SchOler derart praktiach anazubilden, dass sie nach Voll- 
aaduag Ibrar Larnaalt aclhaliadig aiMiaa aad aaf Omad 
tOcbtIger Kenntnisse eine gesichaite Lebensstellung gadai 
können. Dass dieses Ziel sacb erreicht wird, beweist 
die stattliche bisher ausRchildcte Schülerzahl, über 700. 
Die Klischees unserer Beilage wurden in der Anstalt ge- 
tertlgt aad aaa voa daiaalbaa llraaadlicbat aar VerilgBag 




TD. n, HriM. Auk: aSimplUtutmiu*. Verl«« von Ai^rt L^ngtn lo Mimehf*. 



*9 218 M 



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mmmmmMummmimfML ARCHIV fOr Buchgewerbe arMMUMMMMmam 
Der erste Vertreter von Gutenbergs Kunst in Dresden. 

Von ERNST ARNOLD. <NuMnck «an Viiiiiiir ««kam.) 



DTF QnL-l!c:i ^l^e^Jit• Erstanfange Jer .Kunst" in Dresden 
tliclicn sehr spärlich; ja, sie sickern eigentlich nur 
und müssen erst bloßgelegt und gesiubert werden, ehe sie 
Kiaes Vau«r geben*). Die Bucbdruckerfcunsi kam eret im 
|ite* UMMek DnadM, iIm nhen dn Jahrhaidtrt oacli 
ihfer Efiadnng uad dodi wwk 16 Jabre Mker, all nacb 
der s|>lteren Reiehebanpiatadt Berlin. Der erste Dresdner 
Buchdrucker hieß Wolfgang Stru Ui-!-. si in trster in Dresden 
ausgeführter, nachweisbarer Drui:k stamm! aus eben- 
genanniemjahre. Eine iinJcrt- Angabe. dasN Dresden schon 
1519 eine Druckerei besessen und Stötkel dort gedruckt 
habe, ist irrtümlich. Ebenso trifft G<rorfMü//rrs Angabe in 
der »AII^ Deuncii. Biocr.% das« SlMwf scbon 1923 in 
Dresden tliirig war, nfeJkf su. FSr die Bereebnung ?«n 
Stöckels Alter, wie sie bei Erw'Ihnung seines Todes versucht 
wird, ist AfüHt'rs Vermerk, dass Stöcke! im Sommerscracstcr 
1489 in FrFiiri iniitud ikuliert wurde, von U'ert. SK'ukel war, 
wie seiner Zeit viele Drucker, ein wisscnschafilich gebil- 
deter Mann, der in Erfurt das Baccalaureat erworben hatte 
Md sieb in Lintig neben anderen Typograpben jener Zeit 
beaoadsit um MHgllltige Ausgaben der aHen KIsaatter ver> 
dient gemMitballn. jÜMbvarerdortmltdenHwnniatai 
fn Verbindung getreten tind hatte z. B. im Jahre ISIt etn 
^'erk von l'ltich \ on Hu!trn, d-.c „V'ersificatoriii Ars" oder 
2U deutsch Kunst, Verse zu machen, herausgegeben. Eben- 
so hatte er in Leipzig mehrere Schriften Lathen gedruckt, 
so: aDas Büchlein vom allen und neuen JMenschen mit 
D. Lothers Vorrede* nnd «Vertbeidigung des deulacben 
Ssnaona O. Luiberi von Abhu". Wir knmm äbtr 90 wen 
St8tM In Ltipxlg von 1496 Mt f5l7 gedruettg, mit seinem 
Narurn h,':r:i-hncte KVvA'C. Hin späterer SchriFtstclIer ./. H. 
Leah in „Ui' 'in'f;ini- et incrementis Typofiniphiaf l.ipsii nsis' 
— sagtvonilim: .Wolffgangiis Molitor, BaccaUureus Erffur- 
tensis, nullo Germaniae typographorum, sivc tnagnitudinem 
emaadaiissimorum operum, sive nitorem, ac praesiantism 
apsctsa, inferior, etc.*; su deutsch: «VoiCgang Molitor" 
(Minor, ein mitunter, vena sudi adtea TOffcommender 
Name anstatt des bayerischen Vatersnamens StScklin, der 
wohl in Sachsen in die mundgerechtere Form „Stfickel" 
umgebildet ward^, „ein Erfurter Baccalaureus, steht keinem 
deutschen Buchdrucker hinsichtlich Fülle der bestberech- 
tigten Werke, wie an deren Schtabeit and Vorxfligllebkeit 
nach*; sicher ein hohes Lob. 

la Lrifflg wufda StBeM aüt Mmmmms £aiaar, dem 
scharfen Gegnor LnUlirs und aelaer SnItmMioa, bakaiutt 
nnd begann dessen Schriften ra drucken. AurEaism Be- 
trc^^■-•n hL-ricf ihn Herzog Georg der liärlise nach Dresden. 
Emser nümlich war der geschäftige und vielbeschäftigte 
Kaplan und Sekretär des Herzogs, der ja selber ein SO 
stsrrer Gegner der neuen Lehre wurde, dass er sich selbst 
an dor Abtesuag gegen LsOur gariebteter Streltacbriflen 



t Dar Seknibar dlaaar laUaa kaA dit Angabt. «Im *ll(taHia*ata<aa- 
■iha aad tab UtapHaek ricMa« ScUtdcrw« 4tr ElafUtrai« m< Bai- 
wliirtiai vae Oe ia H aisa Kant la Dmilta n aitas. In Miaa» lariic 
J>m«n il* Ontctomwlt m ISM IW, ak vieica AMilMiai nd 
Sepfikjaltlia««« Kimitr DmdciwrEniidnute.griaitIii ballB. BllMlllit 
akat 4«r ,Cwtab«i|4llll«B(* la I>nidtii n. 



beteiligte. Dresden war damals ar. die 2(1 jjhrL lang ge- 
radezu eine theologische Schmülischriltcnfabrik. Die 
frühesten Dresdner Druckwerke bestehen zum größten 
Teile in reügiteen Streitschriften, die mildem allgemeinen 
Umsicbgrelfefl der Refennatloa In den sicbslscbea Laadea 
ihre BedauiuKg vnriomn nnd unbeachtet zu Onmde gliicen, 
ao daaa aie aeboa llagat lu dea typograptalachea SeliBa- 
beüan belnaho «rstea Raages sUdoa. 

6(Mt ber ^dfgcnf ^ebcrCDcrtfii txa 
xtT / 08 feyn Qti^ S tnt tyn a\km bdßen 
treibt vttb caiiftW aberitMrn crfe^n / 1>$ 
xxM gutes vot^Äöe /bcburct; goc in fcfn 

btflcrr/vllfttimr «ic>a<^ grrdt^tiwti 

nAögii als namifct) &f<fr(>cbfis^f b l?evllge Bfnort«/ 

ofs/Oat^olbcncrjufldiüg vn rcrffq-nun^ txs fclbfem 
lauten tpercfte/dnnatvrabüc^Ktt rrt(c^ vnnD aveqtf 
ii^(cft/)?tt6lefct>s»ttbf((}Oont)cratt8AUc}i grof^ 
«fRcfniiatve/aiMrfclMicfii bcflcrc fiOonti fcUd^cv 

If ffa r nb nufTea cl>artm/Bf8 bil AKn oudb lufänifli 
fc^mdt}t/rnt> im Itfn anocm jufot^ gegebrn /bon bos 
(r ftrn getvcmlk^ }cic|Kn/naml(<^ fcbcnbcn vttb \xfttm 
vnMano pnb iait$ ouff elnaobcr vcrbitnra rtib vcr^ 
Qcn/borauff gcpKgct ^ 

i^<MewevfMMn|?<(lfern9aM0iiaitlicl«igci/M« 

kgojb fcf? rojbfn bf fctJifbf ^jab ) rnufrontnjutt itttta^ 
fen t»urö/t;ijr er( J»lf twt Of s böctjifn jc/tlfc^ ouflT ö bon 
eetocfciDDoct^folang&flmftgnauCfrr rnc rcr^oßcti/ 
t>a8r0iu(rpiigc(trUc^ii(lbqrA<|^t08eiipot Oer crbc^ 

6gfOftMidAMf fini AiiSHiMUlMonrijß ffttttw 

gett/bftij w<rbon«rctftTif lotibe ffTgcgc cotrüffpim 
^cnfßm/öcrtPirtflri? r<|^ ftrsaljcb gefc^ivetj t Ccrßn 
llftPo:(;Irit)cnjl<J^/rnn£)fo»£>crIkI,:> Dfei'bfnfti /0(f tr 

YwMalaana afaM SaHa ¥•■■ EBÜHr, Autmut. 
Dnuk «Ml Wa^gjanj SHM la Bntdm, 

Aus dein ersten Jahre der Dresdner Thätigkcit .SMfkf/s 
ist u. a. folgender Druck bekannt: „Wyder den falsch- 
genanten Ecciesiasicn vnd warhxITtigen Ertzkeizer Mar- 
tinum Luther Einsers getrawe vnd nawe Vorwarnung mit 
heaiefl^Ctr votfagung nun bewu n er vnd caaoalscker 
sckflHt* An Schlüsse des 19^ Bogen starkna Bad» 
sieht der Vermerk: .Gedruckt In der FOrstlicben Stadt 
DreOden"; der Name des Druckers fehlt. Erst von I52fi ah 
nannte sich Stücket auf hier gednuklen Büchern als 
Drucker. Ein weiteres, von Stücket 1524 ccdruckics Buch 
führt den entschieden vielversprechenden Titel: .Wyder 

28« 



«• 219 WH» 




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ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE 



du wHd geyWnnd Ebencbwcin Lutbern. So ym d«n wyn* 
Cartten des Herren der krefften wfllet, cribet, vnd sich 
vnderstehet raitseynem besodeltenn Rüssel vmbzustossen 
die Csnnonizicion Diu! Bennonis vnd aller Heyligen ehr 
ertietung zu vertilgen. Paulus Amnicola Kcmnicianus. 
A. C." Das Tlielblati enihilt in der HolzschnlitbordSre, 
di« die Sclirilt nmgiebt. du Dresdner Wappen. 

Ganz besooden verditiit ein «lehriier StOekätehtt 
ünKk dem Jalm 1527 ragsl&lirt su werden; der Titel 
ientet: aDet naw testament naeli lawt der OiriftllGben 
Urdien bewerten tcvt, corn'Kirt, vnd 
widcnimb zu recht ki-imuv!.i." Schon 
lalleriicli untcrschcLJct si^h Jicsu- Ar- 
btitron Stöckels bibherigen Dresdner 
Druclwn, sie ist in Folio, w&hrend diese 
meiM In Quart waren. Am Scliluss« 
den Veifcs, Maler einfien Zellen .Cor- 
reciur', findet sich der Vertnerk : .Ge- 
drucl(t zu Dreßden durch VollTgang 
Stöclicl " Diese vorgeniiTinte Dresdner 
Ausgabe des Neuen Tcsiamcnls ist als 
eine gemeinsame Veranstaltung des 
Herzofs GMrg